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dajumemp (12.01.2018, 12:40)
Mir wird von der nord lb der Zugriff aufs Konto meines verstorbenen Vaters verwehrt obwohl ich sowohl eine Geberalvollmacht plus eine bankinterne Vollmacht,beide über den Tod hinaus habe,der Bank ist bekannt das ich 550 km entfernt wohne dennoch wurde mir gesagt ich köne Bargeld am Schalter bei ihnen direkt bekommen,ich könne auch das Konto löschen wenn ich eine beglaubigte Kopie meines Ausweises vorläge. Das habe ich getan und trotzdem. bis jetzt keinen Erfolg.Hatte einen Anwalt zudezogen,daraufhin hat die Sachbearbeiterin noch nicht einmal die Rechtsabteilung informiert.bleibt zu sagen das ich 9Jahre lang keine Probleme betreffs des Kontoshatte. Die Beerdigungskosten wollten sie bezahlen,dafür hätte ich alles mit der Post schicken müssen,da mir inzwischen 2 mal sogar Einschreiben abhanden gekommen sind,habe ich das Geld von einer Freundin geliehen und selbst gezahlt,die eventuelle Mahnung hätte nämlich ich bekommem,nicht die Bank!!Der Ton in dem mit mir am Telefon gesprochen wurde ließ sehr zu wünschen übrig.In meinem Fall ist es auch völlig klar das esaußer mir keinen Erben gibt,Geschwister habe ich nicht,meine Mutter ist tot.Da es kein Testament gibt greift die gesetzliche Erbfolge! Als mein Vater und ich vor 9 Jahren zusammen bei der Bank die Vollmacht unterschrieben haben wurden wir auch noch falsch unformiert,dahingehend das so alles perfekt wäre und nichts schief gehen könne,wahrscheinlich ist die ganze Sache noch lange nicht beendet da die Bank ,aus welchen Gründen auch immer,laut O-Ton meines Anwalts ?einfach nicht will?.Mein Rat an alle: Auf jeden Fall ein Testament machen.
Detlef Meißner (12.01.2018, 12:45)
Am 12.01.2018 um 12:40 schrieb dajumemp:

[Probleme mit der Bank]
Mein Rat an alle: Auf jeden Fall ein Testament machen.

Mein Rat: Einen Erbschein beantragen, auch wenn man selbst sicher ist,
dass es keine weiteren Erben gibt. Mit dem Erbschein zur Bank.

Den Aufwand, den du bisher getrieben hast, steht in keinem Verhältnis
zur Gebühr des Erbscheins.

Detlef
Hans-Jürgen Meyer (12.01.2018, 13:13)
Am 12.01.2018 um 12:45 schrieb Detlef Meißner:
> Am 12.01.2018 um 12:40 schrieb dajumemp:
> [Probleme mit der Bank]
> Mein Rat an alle: Auf jeden Fall ein Testament machen.
> Mein Rat: Einen Erbschein beantragen, auch wenn man selbst sicher ist,
> dass es keine weiteren Erben gibt. Mit dem Erbschein zur Bank.
> Den Aufwand, den du bisher getrieben hast, steht in keinem Verhältnis
> zur Gebühr des Erbscheins. Das wirst du erst dann beurteilen können wenn Du das Erbe kennst:




Ein Erbschein ist aus dem Fenster geworfenes Geld. Ein Testament ist
wesentlich effektiver und richtig gemacht auch deutlich günstiger.



Hans-Jürgen
Detlef Meißner (12.01.2018, 13:38)
Am 12.01.2018 um 13:13 schrieb Hans-Jürgen Meyer:
> Am 12.01.2018 um 12:45 schrieb Detlef Meißner:
> Das wirst du erst dann beurteilen können wenn Du das Erbe kennst:
>


Das stimmt allerdings.

> Ein Erbschein ist aus dem Fenster geworfenes Geld. Ein Testament ist
> wesentlich effektiver und richtig gemacht auch deutlich günstiger.


Es kann passieren, dass trotz Testament jemand (die Bank) einen
Erbschein verlangt.

Ich hatte auch so ein Theater mit der Bank meiner Mutter. Unfreundliche
Mitarbeiter, die mich von oben herab behandelten. Allerdings ist das
schon über 25 Jahre her.

Als alles durch war, habe ich sämtliches Geld abgezogen. Da auf einmal
waren sie sehr freundlich und riefen mich mehrmals an, ob ich denn nicht
das Geld bei ihnen lassen wolle.

Detlef
Helmut Richter (12.01.2018, 13:39)
Am 12.01.2018 um 13:13 schrieb Hans-Jürgen Meyer:

> Am 12.01.2018 um 12:45 schrieb Detlef Meißner:
> Das wirst du erst dann beurteilen können wenn Du das Erbe kennst:
>
> Ein Erbschein ist aus dem Fenster geworfenes Geld. Ein Testament ist
> wesentlich effektiver und richtig gemacht auch deutlich günstiger.
>


Nur: der Erbe hat nicht mehr die Alternative Testament vs. Erbschein.
Und dann ist für ihn oft der Erbschein billiger als Aufwand zu treiben,
ohne ihn zu seinem Erbe zu kommen.

In einem Fall im Bekanntenkreis wurde ein Testament erst anlässlich der
Beantragung des Erbscheins aufgefunden. Es war vom Erblasser ordentlich
hinterlegt worden, aber erst nachdem die vermeintlichen Erben (also die
nach gesetzlicher Erbfolge nächsten Verwandten) einen Erbschein
beantragt haben um das Bankkonto aufzulösen, hat das Nachlassgericht
sich für das Testament interessiert, von dem niemand in der
Verwandtschaft wusste. (Es war wohl vom Erblasser korrekt errichtet
worden und nie widerrufen, obwohl die Beziehung zum eingesetzten Erben
später abgebrochen wurde. Egal, gilt jedenfalls.) Ob das Testament je
eröffnet worden wäre, wenn die vermeintlichen Erben den Erbschein nicht
beantragt hätten, kann niemand sagen.

Und wegen solcher unerwarteter Wendungen sind Banken eher vorsichtig.

Aber die Frage bleibt: wie lange berechtigt eine Vollmacht über den Tod
hinaus die Verfügung über das Vermögen, solange die Erben nicht
endgültig feststehen? Und wenn sie feststehen und von der Vollmacht
nichts wissen? Und wenn sie davon wissen, sie aber nicht widerrufen?
Matthias Frank (12.01.2018, 14:05)
Am 12.01.2018 um 13:39 schrieb Helmut Richter:

> Aber die Frage bleibt: wie lange berechtigt eine Vollmacht über den Tod
> hinaus die Verfügung über das Vermögen, solange die Erben nicht
> endgültig feststehen? Und wenn sie feststehen und von der Vollmacht
> nichts wissen? Und wenn sie davon wissen, sie aber nicht widerrufen?


Die Vollmacht berechtigt im übrigen schon mal gar nicht, sich selbst
Geld zu überweisen.

Die Vollmacht besteht nur darin Geldgeschäfte im Sinne
des Vollmachtgebers (zuerst zu seinen Lebzeiten) und nach
seinem Tot (falls die Vollmacht über den Tod hinaus gilt) zu tätigen.
Also z.b. Rechnungen zu bezahlen die auflaufen, Bargeld für
Taschengeld abzuholen usw..

Von daher ist eh fragwürdig ob die Vollmacht dazu da ist,
die Erbangelegenheiten endgültig zu regeln.

IMHO geht das nur über Erbschein oder notarielles Testament.
Vielleicht besteht da auch etwas ein Kommunikationsproblem
zwischen OP und der Bank.

Sein Rat ein Testament zu machen ist allerdigns komplett richtig :-)

MfG
Matthias
Detlef Meißner (12.01.2018, 14:09)
Am 12.01.2018 um 14:05 schrieb Matthias Frank:

> Sein Rat ein Testament zu machen ist allerdigns komplett richtig :-)


Das gilt aber nicht nur für Bankangelegenheiten.
Leider sehen das viele Personen anders. Sie meinen: Du erbst ja sowieso
alles, wozu dann noch ein Testament?

Und heute kommt ja auch noch die Patientenverfügung als sinnvolles
Schriftstück hinzu.

Detlef
Matthias Frank (12.01.2018, 14:10)
Am 12.01.2018 um 12:40 schrieb dajumemp:
> In meinem Fall ist es auch völlig klar das esaußer mir keinen Erben gibt,Geschwister > habe ich nicht,meine Mutter ist tot


Woher soll die Bank das wissen?

> Da es kein Testament gibt greift die gesetzliche Erbfolge!


Woher soll die Bank das wissen?

Wie schon an andere Stelle gesagt, könnte durchaus noch eines
auftauchen. Die Bank weiß das nicht.

Der Vater könnte sein Geld ganz oder anteilig dem Tierschutzverein
vermacht haben, wenn die das Geld jetzt an dich auszahlen ist es weg,
der Tierschutzverein kommt und will auch sein Geld und die
Bank hat keines mehr.--> Tierschutzverein verklagt Bank.

MfG
Matthias
Matthias Frank (12.01.2018, 14:10)
Am 12.01.2018 um 14:09 schrieb Detlef Meißner:
> Am 12.01.2018 um 14:05 schrieb Matthias Frank:
>> Sein Rat ein Testament zu machen ist allerdigns komplett richtig :-)

> Das gilt aber nicht nur für Bankangelegenheiten.


Klar.
Hans-Jürgen Meyer (12.01.2018, 16:35)
Am 12.01.2018 um 13:39 schrieb Helmut Richter:
> Am 12.01.2018 um 13:13 schrieb Hans-Jürgen Meyer:
> Nur: der Erbe hat nicht mehr die Alternative Testament vs. Erbschein.
> Und dann ist für ihn oft der Erbschein billiger als Aufwand zu treiben,
> ohne ihn zu seinem Erbe zu kommen.

Dem kann ich nicht wiedersprechen. Nur lag hier aber eine Vollmacht vor.
Dann wird kein Erbschein benötigt.

[..]
> später abgebrochen wurde. Egal, gilt jedenfalls.) Ob das Testament je
> eröffnet worden wäre, wenn die vermeintlichen Erben den Erbschein nicht
> beantragt hätten, kann niemand sagen.

Irgendwann wäre es gefunden worden. Aber gegen Schlamperei vom Amt kann
man nix machen - bis es auffällig wird.

> Und wegen solcher unerwarteter Wendungen sind Banken eher vorsichtig. Ja, kleinkariert vorsichtig. Dazu haben Sie aber kein Recht.


> Aber die Frage bleibt: wie lange berechtigt eine Vollmacht über den Tod
> hinaus die Verfügung über das Vermögen, solange die Erben nicht
> endgültig feststehen?


Das hat der Bank (und auch anderen) völlig egal zu sein. Der
Vollmachtinhaber wird in dem Fall haftbar gegenüber den Miterben. Ich
habe die Themen komplett durch, da ich diese Vollmachten bei meinen
Eltern auch hatte. Und ja, am Bankschalter wird gezickt. Im Büro vom
Cheffe sieht es dann anders aus.

Als Inhaber von solchen Vollmachten wird man gegenüber den Erben jeden
Vorgang nachweisen müssen. Eine solche Vollmacht hat den Vorteil, das
nicht jedesmal die gesamte Erbengemeinschaft bei der Bank o.ä. auflaufen
muss. Wichtig ist, das die Vollmacht auch die Auflösung des Kontos umfasst.

> Und wenn sie feststehen und von der Vollmacht
> nichts wissen? Und wenn sie davon wissen, sie aber nicht widerrufen?

Die Vollmacht kann ja von der Bank vorgelegt werden. Dann wissen die
Erben es. Wenn Sie denn überhaupt Kenntnis von der Bank haben...

Hans-Jürgen
Hans-Jürgen Meyer (12.01.2018, 16:40)
Am 12.01.2018 um 14:05 schrieb Matthias Frank:
> Am 12.01.2018 um 13:39 schrieb Helmut Richter:
> Die Vollmacht berechtigt im übrigen schon mal gar nicht, sich selbst
> Geld zu überweisen.

Wie kommst Du darauf? Natürlich darf man das. Man darf es nur nicht zu
eigenen Zwecken verwenden.

> Die Vollmacht besteht nur darin Geldgeschäfte im Sinne
> des Vollmachtgebers (zuerst zu seinen Lebzeiten) und nach
> seinem Tot (falls die Vollmacht über den Tod hinaus gilt) zu tätigen.
> Also z.b. Rechnungen zu bezahlen die auflaufen, Bargeld für
> Taschengeld abzuholen usw.. Im besonderen um die Beerdigung abzuwickeln.


> Von daher ist eh fragwürdig ob die Vollmacht dazu da ist,
> die Erbangelegenheiten endgültig zu regeln.

Natürlich ist Sie das. Denn Sie vereinfacht das gesamte Verfahren.
Ansonsten muss die *gesamte* Erbengemeinschaft bei der Bank vorstellig
werden.

> IMHO geht das nur über Erbschein oder notarielles Testament.


Bezüglich der Bank ist das falsch.

> Vielleicht besteht da auch etwas ein Kommunikationsproblem
> zwischen OP und der Bank.
> Sein Rat ein Testament zu machen ist allerdigns komplett richtig :-)

Da stimme ich zu. Für die Bank wird es aber nicht benötigt. Wir haben
eins gehabt. Wurde den Banken aber nie vorgelegt. Das geht die nämlich
nix an. Die zicken zwar, aber man kann das an den richtigen Stellen
durchsetzen.

Hans-Jürgen
Werner Holtfreter (12.01.2018, 16:43)
Matthias Frank wrote:

> Am 12.01.2018 um 13:39 schrieb Helmut Richter:
> Die Vollmacht berechtigt im übrigen schon mal gar nicht, sich
> selbst Geld zu überweisen.
> Die Vollmacht besteht nur darin Geldgeschäfte im Sinne
> des Vollmachtgebers (zuerst zu seinen Lebzeiten) und nach
> seinem Tot (falls die Vollmacht über den Tod hinaus gilt) zu
> tätigen.


Ist das so?

Ich dachte, die Vollmacht berechtigt genau dazu, was in der
Vollmacht steht. Für Verfügungen im Sinne des Kontoinhabers wäre
rechtlich ja schon "Geschäftsführung ohne Auftrag" ausreichend,
sofern Kontozugriff besteht, etwa durch Auffinden von PIN und TAN.

Abgesehen davon kann man davon ausgehen, dass der Vollmachtgeber mit
einer Vollmacht über den Tod hinaus auch Überweisungen zu Gunsten
den Bevollmächtigten ermöglichen wollte, wenn dieser ohnehin der
Erbe ist. Ich habe das jedenfalls als Erbe so gehandhabt, das heißt
mir und meinen Brüdern das Erbe überwiesen. Die Bank hat das nicht
beanstandet. Nur den laufenden Freistellungsauftrag hat sie
gelöscht, weil der für Tote nicht gilt.
Detlef Meißner (12.01.2018, 16:44)
Am 12.01.2018 um 16:35 schrieb Hans-Jürgen Meyer:
> Am 12.01.2018 um 13:39 schrieb Helmut Richter:
> Dem kann ich nicht wiedersprechen. Nur lag hier aber eine Vollmacht vor.
> Dann wird kein Erbschein benötigt.


Eine Vollmacht über den Tod hinaus bedeutet aber nicht, dass der Erbe
voll über das Konto verfügen kann.


Ganz unten.

Detlef
Hans-Jürgen Meyer (12.01.2018, 16:47)
Am 12.01.2018 um 14:10 schrieb Matthias Frank:
> Am 12.01.2018 um 12:40 schrieb dajumemp:
>> In meinem Fall ist es auch völlig klar das esaußer mir keinen Erben
>> gibt,Geschwister > habe ich nicht,meine Mutter ist tot

> Woher soll die Bank das wissen?
>> Da es kein Testament gibt greift die gesetzliche Erbfolge!

> Woher soll die Bank das wissen?

Das hat die bei vorliegen einer Bankvollmacht über den Tod hinaus nicht
zu interessieren. Die normalen Bankberater dürfen allerdings nicht. Das
ist einem Abteilungsleiter vorbehalten...

> Wie schon an andere Stelle gesagt, könnte durchaus noch eines
> auftauchen. Die Bank weiß das nicht.

Nochmal. Das geht die bei vorliegen...
Die Bank hat sich daran zu halten.

> Der Vater könnte sein Geld ganz oder anteilig dem Tierschutzverein
> vermacht haben, wenn die das Geld jetzt an dich auszahlen ist es weg,
> der Tierschutzverein kommt und will auch sein Geld und die
> Bank hat keines mehr.--> Tierschutzverein verklagt Bank. Nein, den Bevollmächtigten wenn der nicht im korrektem gehandelt hat.


Ich hatte bei meinen Eltern ein Bankvollmacht mit Auflösungserlaubnis.
Damit hätte ich noch nicht mal einen Totenschein benötigt.

Ich habe alle Konten aufgelöst und auf ein zentrales Konto des
Verstorbenen überwiesen. Von dem Konto wurden alle Kosten beglichen und
der Rest an die Erben verteilt. Dann wurde das Konto aufgelöst.

Hans-Jürgen
Hans-Jürgen Meyer (12.01.2018, 16:48)
Am 12.01.2018 um 16:43 schrieb Werner Holtfreter:
> Matthias Frank wrote:
> Ist das so? Nein.


[..]
> mir und meinen Brüdern das Erbe überwiesen. Die Bank hat das nicht
> beanstandet. Nur den laufenden Freistellungsauftrag hat sie
> gelöscht, weil der für Tote nicht gilt. So ist es.


Hans-Jürgen

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