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Harald Müller (17.05.2017, 18:27)
Hallo,

ein Bekannter hat einen ISDN mit einem auf 3.000 gedrosseltem DSL 6.000
Anschluss. VDSL ist nicht verfügbar. Die Telekom hat ihm nun einen
16.000 VoIP Anschluss angeboten, welcher auch schneller als der alte
sein soll. Kann das sein?

Mein Gedanke ist, dass er gedrosselt ist weil sicherlich die Leitung zu
lang und dadurch die Dämpfung zu hoch ist. Durch den Wechsel auf 16.000
ändert sich doch an der Leitungslänge (Dämpfung) nichts. Das einzige was
sich ändert, ist das der Frequenzbereich vom ISDN frei wird, die paar KB
bringen aber auch nicht so viel.

Harry
Rupert Haselbeck (17.05.2017, 23:00)
Harald Müller schrieb:

> ein Bekannter hat einen ISDN mit einem auf 3.000 gedrosseltem DSL 6.000
> Anschluss. VDSL ist nicht verfügbar. Die Telekom hat ihm nun einen
> 16.000 VoIP Anschluss angeboten, welcher auch schneller als der alte
> sein soll. Kann das sein?
> Mein Gedanke ist, dass er gedrosselt ist weil sicherlich die Leitung zu
> lang und dadurch die Dämpfung zu hoch ist. Durch den Wechsel auf 16.000
> ändert sich doch an der Leitungslänge (Dämpfung) nichts. Das einzige was
> sich ändert, ist das der Frequenzbereich vom ISDN frei wird, die paar KB
> bringen aber auch nicht so viel.


Es darf jeder glauben, was er mag...
Ich habe DSL16000 mit, laut Vertrag, maximal 6000KBit.
Damit hatte ich zuerst, über etliche Jahre, knappe 6000kBit/s auf der
Leitung in Down- und um die 800kBit/s in Up-Richtung.
Vor ein oder zwei Jahren kam das Angebot, auf "All-IP" umzustellen, was DSL
schneller machen sollte.
Ich habe das beauftragt und etwas unsicher des Tages der Umstellung geharrt.
Seither habe ich deutlich höhere Übertragungsraten, aktuell sind es 8192kBit
Down (das Maximum des eingestellten Profils) und 2167kBit Up.
An der Leitung hat sich natürlich nichts geändert. Aber das
Übertragungsverfahren ist wohl ein etwas besseres als zuvor.
Jetzt du...

MfG
Rupert
Jörg Tewes (17.05.2017, 23:37)
Harald Müller schrieb:
> Hallo,
> ein Bekannter hat einen ISDN mit einem auf 3.000 gedrosseltem DSL 6.000
> Anschluss. VDSL ist nicht verfügbar. Die Telekom hat ihm nun einen
> 16.000 VoIP Anschluss angeboten, welcher auch schneller als der alte
> sein soll. Kann das sein?
> Mein Gedanke ist, dass er gedrosselt ist weil sicherlich die Leitung zu
> lang und dadurch die Dämpfung zu hoch ist. Durch den Wechsel auf 16.000
> ändert sich doch an der Leitungslänge (Dämpfung) nichts. Das einzige was
> sich ändert, ist das der Frequenzbereich vom ISDN frei wird, die paar KB
> bringen aber auch nicht so viel.


Es könnte sein, das dein Bekannter nur ganz knapp DSL 6000 und damit
auch DSL 16000 verpaßt hat. War bei mir so. Und seitdem die Telekom
die Schaltgrenzen angepaßt hat, kann hier bei mir in der Gegend seit
einigen Jahren DSL 16000 bekommen. Telekom schaltet Annex J Anschlüsse
über eine neue Technik darum haben sie wohl die Schaltgrenzen gesenkt.

Bye Jörg
Michael Limburg (18.05.2017, 00:19)
Harald Müller wrote:

> Hallo,
> ein Bekannter hat einen ISDN mit einem auf 3.000 gedrosseltem DSL 6.000
> Anschluss. VDSL ist nicht verfügbar. Die Telekom hat ihm nun einen
> 16.000 VoIP Anschluss angeboten, welcher auch schneller als der alte
> sein soll. Kann das sein?


Hier war es vor der Umstellung 3000 bei DSL6000,
nach dem Wechsel auf VoIP sind's etwa 11000 mit DSL16000.

> Mein Gedanke ist, dass er gedrosselt ist weil sicherlich die Leitung zu
> lang und dadurch die Dämpfung zu hoch ist. Durch den Wechsel auf 16.000
> ändert sich doch an der Leitungslänge (Dämpfung) nichts. Das einzige was
> sich ändert, ist das der Frequenzbereich vom ISDN frei wird, die paar KB
> bringen aber auch nicht so viel.


Hier hat sich die Geschwindigkeit mehr als verdreifacht aber das mag
je nach Fall anders aussehen.

MfG
Daniel Weber (18.05.2017, 09:30)
Am 17.05.2017 um 23:00 schrieb Rupert Haselbeck:
> Vor ein oder zwei Jahren kam das Angebot, auf "All-IP" umzustellen, was DSL
> schneller machen sollte.
> Ich habe das beauftragt und etwas unsicher des Tages der Umstellung geharrt.
> Seither habe ich deutlich höhere Übertragungsraten, aktuell sind es 8192kBit
> Down (das Maximum des eingestellten Profils) und 2167kBit Up.
> An der Leitung hat sich natürlich nichts geändert. Aber das
> Übertragungsverfahren ist wohl ein etwas besseres als zuvor.


Wobei da am Übertragungsverfahren nicht sonderlich viel geändert wurde.
Beim Wechsel von Annex-B auf Annex-J wird lediglich der "unten"
freiwerdende ISDN-Frequenzbereich dem ADSL-Upstream zugewiesen.

Ausschlaggebend dürfte eher sein, dass die Telekom bei
Annex-J-Anschlüssen mehr und feiner abgestufe Profile in den MSANs
vorsieht als bei Annex-B-Anschlüssen in den DSLAMs, und die Grenzwerte
für die Profile aktualisiert wurden.

Bei Annex-B-RAM Anschlüssen waren es - meine ich - 3 Profile (384 KBit/s
bis 2 MBit/s down, 2 bis 6 MBit/s down und 6 bis 16 MBit/s down). Bei
Annex-J dürften es 8 Profile sein. Bei Dir das Profil "8j1".

Ciao,
Daniel
Daniel Weber (18.05.2017, 09:50)
Am 17.05.2017 um 18:27 schrieb Harald Müller:
> Mein Gedanke ist, dass er gedrosselt ist weil sicherlich die Leitung zu
> lang und dadurch die Dämpfung zu hoch ist. Durch den Wechsel auf 16.000
> ändert sich doch an der Leitungslänge (Dämpfung) nichts.


Nicht unbedingt:

Wenn bei Dir in letzter Zeit Outdoor-MSANs (also näher am Kunden,
kürzere Leitung) aufgebaut wurden, dann wird ein Tarifwechsel einen
"schwenk" Deiner Leitung auf den Outdoor-MSAN auslösen.

Viele denken, dass sie bei einem Ausbau mit Ourdoor-Technik sofort
profitieren, aber bestehende Verträge werden da i.d.R. nicht angefasst.

Ciao,
Daniel
Harald Müller (18.05.2017, 20:15)
Am 18.05.2017 um 09:50 schrieb Daniel Weber:

> Wenn bei Dir in letzter Zeit Outdoor-MSANs (also näher am Kunden,
> kürzere Leitung) aufgebaut wurden, dann wird ein Tarifwechsel einen
> "schwenk" Deiner Leitung auf den Outdoor-MSAN auslösen.


Das könnte eine logische Erklärung dafür sein, warum manche Leute nach
dem Tarifwechsel mehr bekommen. Am ISDN Band kann es ja nicht liegen.

Harry
Rupert Haselbeck (18.05.2017, 23:10)
Daniel Weber schrieb:

> Bei Annex-B-RAM Anschlüssen waren es - meine ich - 3 Profile (384 KBit/s
> bis 2 MBit/s down, 2 bis 6 MBit/s down und 6 bis 16 MBit/s down). Bei
> Annex-J dürften es 8 Profile sein. Bei Dir das Profil "8j1".


Ich hatte in Down-Richtung durchaus schon länger knappe 8MBit/s, seit ich
RAM habe, wenn ich mich nicht irre. Das waren mal so 7900kBit/s, mal warens
auch 8030kBit/s oder so. So fest in Stein gemeisselt ist die Sache mit
"TDSL16000 mit bis zu 6000kBit" also wohl nicht.
Zwar bin ich mir nicht absolut sicher, aber das aktuelle Profil hab ich wohl
schon immer, oder zumindest seit der RAM-Umstellung.

MfG
Rupert
Daniel Weber (19.05.2017, 08:48)
Am 18.05.2017 um 23:10 schrieb Rupert Haselbeck:
> Daniel Weber schrieb:
> Ich hatte in Down-Richtung durchaus schon länger knappe 8MBit/s, seit ich
> RAM habe, wenn ich mich nicht irre. Das waren mal so 7900kBit/s, mal warens
> auch 8030kBit/s oder so. So fest in Stein gemeisselt ist die Sache mit
> "TDSL16000 mit bis zu 6000kBit" also wohl nicht.


Die 6 MBit/s sind halt der Versuch einer Netto-Angabe. Früher gabs die
Profile (mit den Brutto-Angaben) mal in den 1TR112-Dokumenten. Leider
finde ich in der aktuellen Fassung nur noch die Profile für alte
Fixed-Rate-Anschlüsse. :-/

Ciao,
Daniel
Martin Gerdes (20.05.2017, 14:36)
Harald Müller <Harry.News> schrieb:

>ein Bekannter hat einen ISDN mit einem auf 3.000 gedrosseltem DSL 6.000
>Anschluss. VDSL ist nicht verfügbar. Die Telekom hat ihm nun einen
>16.000 VoIP Anschluss angeboten, welcher auch schneller als der alte
>sein soll. Kann das sein?


Prinzipiell ja.

>Mein Gedanke ist, dass er gedrosselt ist weil sicherlich die Leitung zu
>lang und dadurch die Dämpfung zu hoch ist.


Das ist möglich.

>Durch den Wechsel auf 16.000


.... auf "bis zu 16.000"

>ändert sich doch an der Leitungslänge (Dämpfung) nichts.


Stimmt.

>Das einzige, was sich ändert, ist das der Frequenzbereich vom ISDN frei
>wird, die paar KB bringen aber auch nicht so viel.


O doch! Die tiefen Frequenzen sind bezüglich der Datenübertragung die
wertvollsten. Fragt sich allerdings, ob die T die dann auch nutzt. Nicht
nur bei einem VoIP-Anschluß haben sie einfach nur ISDN weggeschaltet und
die freiwerdenden Frequenzen eben nicht zur DSL dazugeschaltet.
Hergen Lehmann (20.05.2017, 15:48)
Am 20.05.2017 um 14:36 schrieb Martin Gerdes:

> Harald Müller <Harry.News> schrieb:
>> Durch den Wechsel auf 16.000
>> ändert sich doch an der Leitungslänge (Dämpfung) nichts.

> Stimmt.


Nicht unbedingt. Wie von anderen bereits erwähnt, geht die Umstellung
von ISDN auf All-IP oft mit dem Wechsel von zentraler
Vermittlungstechnik auf Outdoor-DSLAMs einher. Dann verringert sich auch
die Leitungslänge, und zwar erheblich.

>> Das einzige, was sich ändert, ist das der Frequenzbereich vom ISDN frei
>> wird, die paar KB bringen aber auch nicht so viel.

> O doch! Die tiefen Frequenzen sind bezüglich der Datenübertragung die
> wertvollsten.


Dem muss ich widersprechen. :-P

ADSL ist ein Multicarrier-Verfahren. Hohe Datenraten entstehen erst
durch hunderte Träger parallel, und Platz für so viele Träger ist nur
bei *hohen* Frequenzen.

Das untere Ende des Spektrum ist vor allem wertvoll für den Uplink, für
den "fetten" Downlink bringt es (je nach vom Betreiber gewähltem
Kanalschema) wenig bis exakt gar nichts.

> Fragt sich allerdings, ob die T die dann auch nutzt. Nicht
> nur bei einem VoIP-Anschluß haben sie einfach nur ISDN weggeschaltet und
> die freiwerdenden Frequenzen eben nicht zur DSL dazugeschaltet.


Wirklich effektiv geht das wahrscheinlich erst, wenn man ISDN komplett
und endgültig aus einem Kabelstrang verbannt hat. Solange einzelne
Kunden noch ISDN nutzen, saut es in die niedrigen Frequenzen einfach zu
sehr herein.

Hergen
Jörg Tewes (21.05.2017, 00:13)
Martin Gerdes schrieb:
> Harald Müller <Harry.News> schrieb:


>>Das einzige, was sich ändert, ist das der Frequenzbereich vom ISDN frei
>>wird, die paar KB bringen aber auch nicht so viel.


> O doch! Die tiefen Frequenzen sind bezüglich der Datenübertragung die
> wertvollsten.


Naja statt ein MBit/s Upload bei DSL 16000 auf 2,7 MBit/s ist zwar
nicht schlecht, aber für den Download bringts halt garnichts.

> Fragt sich allerdings, ob die T die dann auch nutzt. Nicht
> nur bei einem VoIP-Anschluß haben sie einfach nur ISDN weggeschaltet und
> die freiwerdenden Frequenzen eben nicht zur DSL dazugeschaltet.


Bei welchen Anschlüssen hat die Telekom denn noch ISDN weggeschaltet?
Früher hingegen haben sie VoIP auf Annex B geschaltet.

Bye Jörg
Jörg Tewes (21.05.2017, 00:19)
Hergen Lehmann schrieb:
> Am 20.05.2017 um 14:36 schrieb Martin Gerdes:
> Nicht unbedingt. Wie von anderen bereits erwähnt, geht die Umstellung
> von ISDN auf All-IP oft mit dem Wechsel von zentraler
> Vermittlungstechnik auf Outdoor-DSLAMs einher. Dann verringert sich auch
> die Leitungslänge, und zwar erheblich.


Ja aber nicht nur mit Umschaltung auf Outdoor bekommt man bei der
Telekom mehr Datenrate. Auch wenn man seinen Vertrag ändert, und
dadurch in den Genuß der neuen Schaltungsgrenzen kommt, bekommt man
eine höhere Datenrate. War bei mir irgendwann so gegen Ende der 2000er
Jahre der Fall als ich Entertain bestellte und statt DSL 6000 mit 3072
KBit/s DSL 16000 mit Vollsync bekam. Und nein es gab zu der Zeit
keinerlei Outdoor Ausbau, den gabs erst letztes Jahr.

Lag einfach daran das die Telekom für Entertain eine andere Technik
benutzte, und dadurch andere Schaltgrenzen hatte. Es wurde nicht mehr
nur bis 18 dB DSL 16000 geschaltet, sondern umgerechnet bis 20 dB.

Bye Jörg
Martin Gerdes (21.05.2017, 01:24)
Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11> schrieb:

>>> Durch den Wechsel auf 16.000 ändert sich doch an der
>>> Leitungslänge (Dämpfung) nichts.


>> Stimmt.


>Nicht unbedingt. Wie von anderen bereits erwähnt, geht die Umstellung
>von ISDN auf All-IP oft mit dem Wechsel von zentraler
>Vermittlungstechnik auf Outdoor-DSLAMs einher.


Kann sein, kann nicht sein.
Usenet hat keine Augen.

>>> Das einzige, was sich ändert, ist das der Frequenzbereich vom ISDN frei
>>> wird, die paar KB bringen aber auch nicht so viel.


>> O doch! Die tiefen Frequenzen sind bezüglich der Datenübertragung die
>> wertvollsten.


>Dem muss ich widersprechen. :-P


Das solltest Du besser nicht.

>ADSL ist ein Multicarrier-Verfahren.


Ächt?

>Hohe Datenraten entstehen erst durch hunderte Träger parallel, und Platz
>für so viele Träger ist nur bei *hohen* Frequenzen.


Ächt?

>Das untere Ende des Spektrum ist vor allem wertvoll für den Uplink, für
>den "fetten" Downlink bringt es (je nach vom Betreiber gewähltem
>Kanalschema) wenig bis exakt gar nichts.


Hatte ich das denn behauptet?

Noch ein Argument (was bisher nicht kam): Die alte Leitung dürfte fest
(und eher konservativ) geschaltet sein, die neue wird vermutlich rate
adaptive geschaltet.
Daniel Weber (22.05.2017, 09:09)
Am 21.05.2017 um 00:13 schrieb Jörg Tewes:
> Martin Gerdes schrieb:
>> Fragt sich allerdings, ob die T die dann auch nutzt. Nicht
>> nur bei einem VoIP-Anschluß haben sie einfach nur ISDN weggeschaltet und
>> die freiwerdenden Frequenzen eben nicht zur DSL dazugeschaltet.

> Bei welchen Anschlüssen hat die Telekom denn noch ISDN weggeschaltet?
> Früher hingegen haben sie VoIP auf Annex B geschaltet.


Es ist seit einiger Zeit so, dass die Telekom einzelne Technikereinsätze
bei Tarifwechseln vermeidet (sofern der nicht für einen Schwenk auf
Outdoor-Technik oder einen grudnsätzlichen Technikwechsel wie von ADSL
auf VDSL eh notwendig wäre) und lieber später "Massenumschaltungen"
vornimmt.

D.h. wenn die alte Leitung ausreichend ist, die Anforderungen des neuen
Tarifs zu erfüllen, dann werden am Tag des Tarifwechsels die Rufnummern
auf die VoIP-Plattform portiert, die Leitung ansonsten aber nicht
angefasst (also _nicht_ von einem Annex-B- auf einen Annex-J-Port
umgeklemmt).

Irgendwann, wenn z.B. der letzte Anschluss an einer Linecard auf einen
neuen Tarif (der auch Annex-J als Möglichkeit vorsieht) wechselt (oder
gewechselt hat), kommt ein Techniker vorbei und klemmt alle am Stück auf
eine neue Linecard (oder gar vom alten DSLAM auf den neuen MSAN daneben) um.

Ciao,
Daniel

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