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Matthias Gerds (06.12.2017, 16:26)
Suche eine einfache Datenbank für die Kommandozeile.
Trauere in der Tat immer noch F&A alias Q&A von damals für MSDOS nach.
Das war einfach und trotzdem mächtig.

Mit irgendwelchen grafischen Formulareditoren und dem ganzen Quatsch
möchte ich mich eigentlich gar nicht beschäftigen, sondern möchte ganz
einfach auf der Konsole Texte und ein paar wenige Daten erfassen
(Einheitsschrift).

Natürlich soll das Ganze nachher durchsuchbar sein, und auch
importierbar in andere für's Web besser geeignete Datenbanken.

Muss ich dafür zwingend SQL lernen und so'n riesen Server (MySQL,
PostgreSQL, usw.) installieren? Wäre das nicht wie 'mit Kanonen auf
Spatzen zu schießen'?

SQlite?

M:
Gunter Gutzeit (06.12.2017, 18:07)
Matthias Gerds schrieb am Mi 06.12.2017 15:26:34 +0100:

> Suche eine einfache Datenbank für die Kommandozeile.
> Trauere in der Tat immer noch F&A alias Q&A von damals für MSDOS nach.




> Das war einfach und trotzdem mächtig.


Alternative:
Edzard Egberts (06.12.2017, 18:35)
Matthias Gerds schrieb:
> Suche eine einfache Datenbank für die Kommandozeile.


> Muss ich dafür zwingend SQL lernen und so'n riesen Server (MySQL,
> PostgreSQL, usw.) installieren? Wäre das nicht wie 'mit Kanonen auf
> Spatzen zu schießen'?


Ich nutze zwar keine DB, würde aber in jedem Fall SQL lernen, weil das
ein Quasi-Standard für Datenbanken ist und es dafür jede Menge Programme
gibt. Was Deine Kommandozeile angeht, habe ich mal so herumgeschaut und
das
scheint mir eigentlich nicht so weit entfernt.

Im übrigen bin ich absolut dafür, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen,
man muss nur die richtige Munition (Schrotladung oder Kartätsche)
nehmen. Overkill gibt doch so ein angenehmes Gefühl der Sicherheit! :o)
Thomas 'PointedEars' Lahn (06.12.2017, 19:14)
Matthias Gerds wrote:

> Suche eine einfache Datenbank für die Kommandozeile.


Das hat nichts mit Linux zu tun.

> [?]
> Muss ich dafür zwingend SQL lernen


Nein.

> und so'n riesen Server (MySQL, PostgreSQL, usw.) installieren?


So gross ist eine MySQL-Installation nicht.

<ObLinux>

$ dpkg -s $(dpkg -l 'mysql*' |
awk '/^.i[[:space:]]+mysql-(client|server)/ {print $2}') |
awk -F : '$1 ~ /Installed-Size/ {size += $2} END {print size}'
143952

</ObLinux>

> Wäre das nicht wie 'mit Kanonen auf Spatzen zu schießen'?


Du trollst.

> SQlite?


_SQLite_
Stefan Reuther (06.12.2017, 20:30)
Am 06.12.2017 um 15:26 schrieb Matthias Gerds:
> Suche eine einfache Datenbank für die Kommandozeile.
> Trauere in der Tat immer noch F&A alias Q&A von damals für MSDOS nach.
> Das war einfach und trotzdem mächtig.
> Mit irgendwelchen grafischen Formulareditoren und dem ganzen Quatsch
> möchte ich mich eigentlich gar nicht beschäftigen, sondern möchte ganz
> einfach auf der Konsole Texte und ein paar wenige Daten erfassen
> (Einheitsschrift).


Einfache Daten (z.B. Haushaltsbuch: Datum, wo, was gekauft, Menge,
Preis) erfasse ich ja einfach in Textdateien mit fester Spaltenbreite,
Butterpreise der letzten Monate im Rewe sagt mir dann ein wenig 'grep'.

Für komplexere Dinge: muss es wirklich Konsole sein oder geht nicht auch
Excel^WLibreOffice Calc?

Stefan
Matthias Gerds (06.12.2017, 23:16)
Am 06.12.2017 um 19:30 schrieb Stefan Reuther:
> Am 06.12.2017 um 15:26 schrieb Matthias Gerds:
> Einfache Daten (z.B. Haushaltsbuch: Datum, wo, was gekauft, Menge,
> Preis) erfasse ich ja einfach in Textdateien mit fester Spaltenbreite,
> Butterpreise der letzten Monate im Rewe sagt mir dann ein wenig 'grep'.


In irgendeinem Texteditor?

> Für komplexere Dinge: muss es wirklich Konsole sein oder geht nicht auch
> Excel^WLibreOffice Calc?


Na ja, für alles diese dämliche Tabellenkalkulation heranzuziehen ...
Für diverse Abrechnereien benutze ich die ja auch, aber für die
überwiegende Eingabe von Textanschnitten? Dieses Hin- und Herwechseln
zwischen Tastatur und Maus nervt mich auch auf die Dauer.

M:
Christian Garbs (06.12.2017, 23:26)
Mahlzeit!

Matthias Gerds <m.gerds> wrote:

> Suche eine einfache Datenbank für die Kommandozeile.
> Trauere in der Tat immer noch F&A alias Q&A von damals für MSDOS nach.
> Das war einfach und trotzdem mächtig.


Spaßeshalber wollte ich "Emacs mit orgmode" in den Raum werfen,
habe mal kurz gegoogelt und bin dann hierüber gestolpert:



Also ja: Emacs + orgmode ;-)
Entweder über Property-Drawer oder Spreadsheets.

Der Artikel (ich habe ihn nur kurz überflogen) erwähnt auch die
Ablösung von F&A/Q&A als UseCase (was auch immer das ist, nie gehört ;-)

Außerdem wird etwas erwähnt, von dem ich ebenfalls noch nie gehört
hatte, was aber vielleicht genau passt: GNU Recutils


Gruß
Christian
Alexander Goetzenstein (06.12.2017, 23:44)
Hallo,

Am 06.12.2017 um 19:30 schrieb Stefan Reuther:
> Für komplexere Dinge: muss es wirklich Konsole sein oder geht nicht auch
> Excel^WLibreOffice Calc?


mit LO, v.a. > 3.x, kommt man schneller an Grenzen als man glaubt.

Ich habe mal versucht, für Wettbewerbe eines Sportvereins etwas mit
mehreren Tabellen zusammenzustellen, das die Wertungen ausspuckt und
Startaufstellungen automatisiert, eigentlich nichts wildes, gut 3MB
groß, keine Makros oder so. Dennoch musste man auf jeden einzelnen (!)
Tastendruck mehr als 10 Sekunden warten, bei manchen Funktionen glatt
eine halbe Minute. So etwas ist unbrauchbar und geht mit einem DBMS
sicher um Dimensionen besser. Müsste ich glatt noch mal probieren...
Matthias Gerds (06.12.2017, 23:46)
Am 06.12.2017 um 22:26 schrieb Christian Garbs:
[..]
> Außerdem wird etwas erwähnt, von dem ich ebenfalls noch nie gehört
> hatte, was aber vielleicht genau passt: GNU Recutils
>


Das sieht in der Tat sehr interessant aus.

Dankeschön -

M:
Andreas Kohlbach (07.12.2017, 00:11)
On Wed, 6 Dec 2017 22:16:35 +0100, Matthias Gerds wrote:
> Am 06.12.2017 um 19:30 schrieb Stefan Reuther:
> In irgendeinem Texteditor?


Ja. Die einzelnen Einträge mit TAB oder SPACE trennen.

Statt mit grep könnte man auch mit cut arbeiten. Vielleicht hilft die
englische <https://linuxconfig.org/learning-linux-commands-cut> Seite.
Marcus Jodorf (07.12.2017, 03:19)
Alexander Goetzenstein <alexander_goetzenstein> schrieb:

> Am 06.12.2017 um 19:30 schrieb Stefan Reuther:
>> Für komplexere Dinge: muss es wirklich Konsole sein oder geht nicht
>> auch Excel^WLibreOffice Calc?

> mit LO, v.a. > 3.x, kommt man schneller an Grenzen als man glaubt.


Glaub ich nicht. Auf 'nem Raspi o.ä. vielleicht - aber nicht, wenn die
Hardware nicht schon am Ende ist.

> Ich habe mal versucht, für Wettbewerbe eines Sportvereins etwas mit
> mehreren Tabellen zusammenzustellen, das die Wertungen ausspuckt und
> Startaufstellungen automatisiert, eigentlich nichts wildes, gut 3MB
> groß, keine Makros oder so. Dennoch musste man auf jeden einzelnen (!)
> Tastendruck mehr als 10 Sekunden warten, bei manchen Funktionen glatt
> eine halbe Minute.


Falls das nicht einfach nur ganz schlecht aufgebaut war und
sich nicht in Dauerschleife - dank alles automatisch neu berechnen
überall angeknipst - zu Tode gerechnet hat, dann machen so ein paar
Daten Libreoffice überhaupt nichts.

Ich hab hier letztens noch mit einer Tabelle in Calc 5.4.3.2 mit knapp
68000 Zeilen rumgespielt (ods-File: 11,9 MB) und das lief, abgesehen von
ein paar Sekunden längerer Ladezeit, auch nicht anders als eine Tabelle
mit 500 Zeilen. Standardberechnungen, Pivotabellen, usw. kreuz und quer
sind da auch noch kein Problem.

Ich bin allerdings mal beim Import von größeren CSV Dateien mal früher auf
die Nase gefallen, weil Calc nach 1048576 Zeilen mit seiner Tabellengröße
am Anschlag ist. Da wird es dann Zeit, zu geeigneteren Tools zu greifen.

Zieht sich mit einer Mio. Zeilen dann halt ein ein paar GB Ram aber
ansonsten auch dann noch ziemlich normales Tempo. Logisch, normale
Berechnungen auch mit ein paar Millionen Zahlen lassen heute keine
gängige CPU mehr richtig warm werden.

> So etwas ist unbrauchbar und geht mit einem DBMS
> sicher um Dimensionen besser. Müsste ich glatt noch mal probieren...


Ich bin eigentlich Datenbankmensch und halte nicht viel von
Tabellenkalkulationen für ernsthaftere Anwendungen. Aber ich staune immer
wieder, was Leute alles für mögliche und unmögliche Sachen damit machen
und daß es meist trotzdem irgendwie noch funktioniert.
Und manchmal ist es auch einfach nur praktisch.

Libreoffice Calc speziell finde ich auch nicht toll, aber so schlecht
ist es dann doch nicht. Mit noch halbwegs überschauberen Datenmengen und
halbwegs normalen Berechnungen bekommt man es jedenfalls auf üblicher
Hardware nicht in die Knie gezwungen. Da muß man seine Tabellen und
Berechnungen schon ganz extrem unglücklich aufbauen.

Da hier schon (ganz schlechte) Software aus den 80ern aufgebracht wurde:
Wir haben mal so eine Sportveranstaltung damals mit dbaseII auf
einem IBM XT durchgezogen. Ging wunderbar. Was damals mit so einer Basis
ging, macht heute nun wirklich jede Tabellenkalkulation mal eben nebenbei.

Wenn hier Tabellenkalkulation nicht gewünscht ist, würde ich vermutlich
erst mal zu CSV im Editor tendieren und dann grep & Co.

Datenbanken und wenigstens grundlegendes SQL an sich sind ja kein Problem,
aber nicht jeder kann sich da ein passendes Frontend - sei es Text oder
GUI - mal eben schnell zusammenstricken. Von daher denke ich nicht, daß
die nackten Datenbankengines hier als Antwort wirklich Sinn ergeben.

Gruß,

Marcus
??
Alexander Goetzenstein (07.12.2017, 12:10)
Hallo,

Am 07.12.2017 um 02:19 schrieb Marcus Jodorf:
> Alexander Goetzenstein <alexander_goetzenstein> schrieb:
>> mit LO, v.a. > 3.x, kommt man schneller an Grenzen als man glaubt.

> Glaub ich nicht. Auf 'nem Raspi o.ä. vielleicht - aber nicht, wenn die
> Hardware nicht schon am Ende ist.


Och, geht schon:
4x Intel Core i7-6600U CPU @ 2.60 GHz, 16GB RAM...

> Falls das nicht einfach nur ganz schlecht aufgebaut war und
> sich nicht in Dauerschleife - dank alles automatisch neu berechnen
> überall angeknipst - zu Tode gerechnet hat, dann machen so ein paar
> Daten Libreoffice überhaupt nichts.


Hatte ich auch geglaubt, bis ich diese Erfahrung machen musste. Das
Dokument hatte ich auf einer 5er Version erstellt und dann zum Test auf
älterer Hardware mit einer 3er Version probiert. Da lief es dann
erträglich, aber wer installiert sich heute noch eine 3er, nur für
dieses eine Dokument?

> Libreoffice Calc speziell finde ich auch nicht toll, aber so schlecht
> ist es dann doch nicht.


Ich bin durchaus ein Freund von LO, muss aber zugeben, dass die Qualität
über die Jahre sehr deutlich nachgelassen hat, was eben bei etwas
anspruchsvollerer Nutzung inzwischen bis hin zur Untauglichkeit reicht.
Auch die Fehlerquote allein schon der Oberfläche hat sich spürbar
verschlechtert, die Hilfe steht mittlerweile deutlich hinter Google
zurück, usw. Ich hoffe ja immer noch inständig, dass sich das mal
ändert, aber bislang sehe ich leider nur gegenteilige Tendenzen. Wenn
man ältere Versionen mit aktuellen vergleicht, überkommt Einen schon mal
der Weltschmerz...

Gut, es ist nunmal so, ONU wird es kaum ändern können, und irgendwas
muss man machen. Meine Idee ist, sich für umfangreichere Aufgaben
durchaus mal mit "richtigen" Datenbanken zu beschäftigen, statt Calc
dafür zu missbrauchen.
Stefan Reuther (07.12.2017, 20:15)
Am 06.12.2017 um 22:16 schrieb Matthias Gerds:
> Am 06.12.2017 um 19:30 schrieb Stefan Reuther:
> In irgendeinem Texteditor?


Ja. Konkret: Emacs mit indented-text-mode. Früher: Turbo Pascal :)

>> Für komplexere Dinge: muss es wirklich Konsole sein oder geht nicht auch
>> Excel^WLibreOffice Calc?

> Na ja, für alles diese dämliche Tabellenkalkulation heranzuziehen ...
> Für diverse Abrechnereien benutze ich die ja auch, aber für die
> überwiegende Eingabe von Textanschnitten? Dieses Hin- und Herwechseln
> zwischen Tastatur und Maus nervt mich auch auf die Dauer.


Wozu brauchst du denn die Maus?

Für die Dateneingabe kann man Excel/Calc wunderbar ohne Maus benutzen.
Navigieren und Markieren mit Cursortasten, Feld editieren mit F2,
außerdem natürlich Ctrl+X/C/V, fertig.

Excel hat in der Tat noch ein paar sinnvolle Tastenkombinationen, die
Calc nicht hat (z.B. nicht nur Shift+Space, um eine Zeile zu markieren,
sondern auch Ctrl+Space, um eine Spalte zu markieren).

Maus braucht man dann schon eher, wenn's an die hübsche Formatierung
geht (Spaltenbreiten zurechtziehen, Schriftart/-variante/-farbe wählen
usw.), aber das war ja eigentlich nicht Thema.

Stefan
Siegfried Höfner (07.12.2017, 20:52)
Am 07.12.2017 um 19:15 schrieb Stefan Reuther:
> Am 06.12.2017 um 22:16 schrieb Matthias Gerds: [..]


> Excel hat in der Tat noch ein paar sinnvolle Tastenkombinationen, die
> Calc nicht hat (z.B. nicht nur Shift+Space, um eine Zeile zu markieren,
> sondern auch Ctrl+Space, um eine Spalte zu markieren).


In Calc geht das genauso und wenn es standardmäßig bei dir nicht so
eingestellt ist dann kann man es mit Extras/Anpassen entsprechend
einstellen.

Gruß Siegfried
Thomas 'PointedEars' Lahn (08.12.2017, 03:43)
[X-Post & F?up2 de.comp.office-pakete.staroffice.misc]

Stefan Reuther wrote:

> Am 06.12.2017 um 22:16 schrieb Matthias Gerds:
> Wozu brauchst du denn die Maus?
> Für die Dateneingabe kann man Excel/Calc wunderbar ohne Maus benutzen.
> Navigieren und Markieren mit Cursortasten, Feld editieren mit F2,
> außerdem natürlich Ctrl+X/C/V, fertig.
> Excel hat in der Tat noch ein paar sinnvolle Tastenkombinationen, die
> Calc nicht hat (z.B. nicht nur Shift+Space, um eine Zeile zu markieren,
> sondern auch Ctrl+Space, um eine Spalte zu markieren).

^^^^^^^^^^
Das geht *beides* genau so in LibreOffice Calc 5.2.7.2 (sic; ?Build-ID:
1:5.2.7-1~bpo8+1; CPU-Threads: 4; BS-Version: Linux 4.9; UI-Render:
Standard; VCL: kde4; Gebietsschema: de-CH (de_CH.UTF-8); Calc: group?).

Danke.

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