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Martin K. (11.02.2018, 20:16)
Manchen ist vielleicht nicht bewußt, wie stark die Erzeugungskosten
bei PV innerhalb von nur 10 Jahren gefallen sind. Hier anhand der
EEG Fördersätze von Freiflächenanlagen:

2007: 37,96 Cent/kWh
2017: 4,29 Cent/kWh

Quellen:

Manuel Reimer (18.02.2018, 11:46)
On 02/11/2018 08:16 PM, Martin K. wrote:
> Manchen ist vielleicht nicht bewußt, wie stark die Erzeugungskosten
> bei PV innerhalb von nur 10 Jahren gefallen sind. Hier anhand der
> EEG Fördersätze von Freiflächenanlagen:
> 2007: 37,96 Cent/kWh
> 2017: 4,29 Cent/kWh


Wie stark war mir tatsächlich nicht bewusst.

Das er deutlich gefallen ist, war mir aber schon klar. Gleichzeitig ist
die Anschaffung einer Anlage immer günstiger geworden. Von daher auch
absolut richtig, dass die Förderung schrittweise zurückgefahren wird.

Gruß

Manuel
Alfred Gemsa (18.02.2018, 17:30)
Am 18.02.2018 um 11:46 schrieb Manuel Reimer:

> Das er deutlich gefallen ist, war mir aber schon klar. Gleichzeitig ist
> die Anschaffung einer Anlage immer günstiger geworden. Von daher auch
> absolut richtig, dass die Förderung schrittweise zurückgefahren wird.


Falschrum: Die Förderung wurde reduziert, also sinken die
Anschaffungskosten, da sonst keiner mehr kauft.

Alfred (7kWp, 2007, ca. 4000?/kWp)
Werner Holtfreter (19.02.2018, 23:30)
Alfred Gemsa wrote:

> Am 18.02.2018 um 11:46 schrieb Manuel Reimer:
> Falschrum: Die Förderung wurde reduziert, also sinken die
> Anschaffungskosten, da sonst keiner mehr kauft.


Da die Herstellung der der Technik marktwirtschaftlich erfolgt (oder
doch nicht?), kann der Preis nicht unter die Herstellungskosten
fallen. Die installierte Technik ist demnach wirklich erstaunlich
billig geworden.
Rolf Bombach (20.02.2018, 22:49)
Alfred Gemsa schrieb:
> Am 18.02.2018 um 11:46 schrieb Manuel Reimer:
>> Das er deutlich gefallen ist, war mir aber schon klar. Gleichzeitig ist die Anschaffung einer Anlage immer günstiger geworden. Von daher auch absolut richtig, dass die Förderung schrittweise
>> zurückgefahren wird.

> Falschrum: Die Förderung wurde reduziert, also sinken die Anschaffungskosten, da sonst keiner mehr kauft.
> Alfred (7kWp, 2007, ca. 4000?/kWp)


Hoffe, du hast (noch) gute Abnahmebedingungen zu einem langen Vertrag.
Lennart Blume (20.02.2018, 23:39)
Am Mon, 19 Feb 2018 23:30:15 +0100 schrieb Werner Holtfreter:

>Da die Herstellung der der Technik marktwirtschaftlich erfolgt (oder
>doch nicht?),


China hat seine Solarindustrie massiv subventioniert, um schnelles
Wachstum zu erzeugen.

> kann der Preis nicht unter die Herstellungskosten
>fallen.


Die Herstellungskosten sind variabel. Lohn- und Energiekosten haben
einen großen Einfluß.

Gruß
Lennart
Gernot Griese (21.02.2018, 12:13)
Am 11.02.2018 um 20:16 schrieb Martin K.:
> Manchen ist vielleicht nicht bewußt, wie stark die Erzeugungskosten
> bei PV innerhalb von nur 10 Jahren gefallen sind. Hier anhand der
> EEG Fördersätze von Freiflächenanlagen:
> 2007: 37,96 Cent/kWh
> 2017: 4,29 Cent/kWh


Bei den 4,29 Ct/kWh geht der Anbieter vermutlich davon aus, dass die
Börsenstrompreise in den nächsten Jahren deutlich ansteigen.

Gernot
Alfred Gemsa (21.02.2018, 13:44)
Am 20.02.2018 um 22:49 schrieb Rolf Bombach:

>> Alfred (7kWp, 2007, ca. 4000€/kWp)

> Hoffe, du hast (noch) gute Abnahmebedingungen zu einem langen Vertrag.


ca. 48ct/kWh, bis 2027 garantiert. :-)
Martin K. (02.03.2018, 20:58)
Am Sonntag, 11. Februar 2018 20:16:08 UTC+1 schrieb Martin K.:

> 2007: 37,96 Cent/kWh
> 2017: 4,29 Cent/kWh


Die Ergebnisse von der neuesten Ausschreibung:

Onshore Windenergie...: 3,80 - 5,28 Cent/kWh
Photovoltaik > 700 kWp: 3,86 - 4,59 Cent/kWh

Martin K. (02.03.2018, 21:09)
Am Sonntag, 18. Februar 2018 17:30:36 UTC+1 schrieb Alfred Gemsa:

> Falschrum: Die Förderung wurde reduziert, also sinken die
> Anschaffungskosten, da sonst keiner mehr kauft.


Bis ca. Ende 2016 war es so. Mittlerweile geht es bei PV Anlagen gößer
700 kWp Leistung per Ausschreibung. Im aktuellen Fall wurden von der Bundesnetzagentur 200 MWp PV Leistung ausgeschrieben.

Die potentiellen Betreiber machen ein Angebot zu welchem Preis sie die
kWh produzieren können. Und die günstigsten Betreiber erhalten dann den
Zuschlag und können die Anlage aufbauen.
Werner Holtfreter (05.03.2018, 00:24)
Martin K. wrote:

> Am Sonntag, 11. Februar 2018 20:16:08 UTC+1 schrieb Martin K.:
> Die Ergebnisse von der neuesten Ausschreibung:
> Onshore Windenergie...: 3,80 - 5,28 Cent/kWh
> Photovoltaik > 700 kWp: 3,86 - 4,59 Cent/kWh
>


Welchen Anteil an diesem Preissturz für Solarstrom
hat eigentlich die verbesserte Stromausbeute und
welchen der gesunkene Preis für den m² Solarzelle?
Gernot Griese (05.03.2018, 08:33)
Am 05.03.2018 um 00:24 schrieb Werner Holtfreter:
> Martin K. wrote:
> Welchen Anteil an diesem Preissturz für Solarstrom
> hat eigentlich die verbesserte Stromausbeute und
> welchen der gesunkene Preis für den m² Solarzelle?

Der überwiegende Anteil dürfte der Quadratmeterpreis sein, denn der
Wirkungsgrad ist nur um 30%, maximal 50% gestiegen.

Die Preise von 2007 und 2017 sind aber aus einem anderen Grund nicht
vergleichbar, denn die von 2007 beziehen sich auf eine feste
Einspeisevergütung, die von 2017 auf eine Marktprämie, was einem
garantierten Mindestpreis gleichkommt. Wer seinen Strom für 4Ct/kWh und
weniger anbietet, rechnet damit, dass der Marktpreis in absehbarer Zeit
über diesen Wert ansteigen wird. Heute gibt es z.B. 5Ct/kWh für
PV-Strom, da wäre es egal, ob man bei der Ausschreibung 3Ct/kWh oder
4Ct/kWh angeboten hat.

Gernot
Martin K. (03.04.2018, 12:13)
Am Montag, 5. März 2018 08:33:41 UTC+1 schrieb Gernot Griese:

> Wer seinen Strom für 4Ct/kWh und
> weniger anbietet, rechnet damit, dass der Marktpreis in absehbarer Zeit
> über diesen Wert ansteigen wird. Heute gibt es z.B. 5Ct/kWh für
> PV-Strom, da wäre es egal, ob man bei der Ausschreibung 3Ct/kWh oder
> 4Ct/kWh angeboten hat.


Die Spekulation von etwas höheren Strompreisen ist bei PV sicherlich
mit dabei. Aber ich würde das auch nicht überbewerten. Ich denke mit
den kalkulierten Einspeisevergütungen lassen sich solche PV Freiflächen-
anlagen gerade noch so betreiben ohne in die Insolvenz zu rutschen.
Eine andere Kalkulation wäre unverantwortlich. Alles was darüber ist,
ist dann der Gewinn.

Ohne die konkreten Rahmenbedingungen zu kennen, wird dieser geplante
80 MW Windpark in den USA seinen Strom für US$ 21.03 pro MWh liefern.
Umgerechnet in Euro sind das aktuell 1,71 Cent/kWh.



Auf diese Größenordung kommt man in der EU bei Kohlekraftwerken
schon fast mit den Kosten für die CO2 Emissionsrechte, die aktuell
bei 14,05 ?/t liegen.

Braunkohlekraftwerke liegen bei 1,153 kg/kWh CO2, was damit 1,62 Cent/kWh
sind. Wohlgemerkt, das sind nur die Kosten für die CO2 Emissionsrechte,
das ist noch keine Kohle gekauft und kein Strom produziert.
Martin K. (03.04.2018, 12:51)
Am Dienstag, 20. Februar 2018 22:49:32 UTC+1 schrieb Rolf Bombach:
> Alfred Gemsa schrieb:
> > Alfred (7kWp, 2007, ca. 4000?/kWp)

> Hoffe, du hast (noch) gute Abnahmebedingungen zu einem langen Vertrag.


Das ist nun kein großes Geheimnis und lässt sich googeln: 49,21 Cent/kWh
Rolf Bombach (09.04.2018, 20:53)
Martin K. schrieb:
> Am Montag, 5. März 2018 08:33:41 UTC+1 schrieb Gernot Griese:
>> Wer seinen Strom für 4Ct/kWh und
>> weniger anbietet, rechnet damit, dass der Marktpreis in absehbarer Zeit
>> über diesen Wert ansteigen wird. Heute gibt es z.B. 5Ct/kWh für
>> PV-Strom, da wäre es egal, ob man bei der Ausschreibung 3Ct/kWh oder
>> 4Ct/kWh angeboten hat.


Danke, Gernot, diese Info hatte ich gesucht. Die Kalkulation erschien
mir vorher sehr gewagt.
> Die Spekulation von etwas höheren Strompreisen ist bei PV sicherlich
> mit dabei. Aber ich würde das auch nicht überbewerten. Ich denke mit
> den kalkulierten Einspeisevergütungen lassen sich solche PV Freiflächen-
> anlagen gerade noch so betreiben ohne in die Insolvenz zu rutschen.
> Eine andere Kalkulation wäre unverantwortlich. Alles was darüber ist,
> ist dann der Gewinn.


Investoren wollen aber Gewinne sehen und keine schwarze Null. Daher kann
ich das ganze immer noch nicht ganz nachvollziehen. Hoffentlich ist da kein
betrügerischer Konkurs Teil des Plans oder so eine Abschreibungssache.
Wundern täte mich nichts mehr.
> Ohne die konkreten Rahmenbedingungen zu kennen, wird dieser geplante
> 80 MW Windpark in den USA seinen Strom für US$ 21.03 pro MWh liefern.
> Umgerechnet in Euro sind das aktuell 1,71 Cent/kWh.


80 MW peak? Wow, das wird die USA rausreissen. Den Frackern geht sicher
schon die Muffe. Aber auch hier kann ich die Kalkulation nicht nach-
vollziehen.