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Ulrich F. Heidenreich (21.06.2016, 14:44)
Guten Morgen!

Da habe ich mir doch vorgestern die
https://tonerdiskont.de/index.php?option=com_virtuemart&view=productdetail s&virtuemart_category_id=26&virtuemart_product_id= 14278&Itemid=467>
bestellt. Also eine neue Hitachi 2TB Festplatte mit fünf Jahren
Herstellergarantie.

Gekommen ist eine mit Fertigungsdatum September 2011. Darf eine fünf
Jahre alte Platte als "neu" verkauft werden? Zudem fällt sie laut
Hitachi nicht in deren Herstellergarantie, weil "Das Produkt wurde
außerhalb des geografischen Bereiches verkauft". S/N YGG5SJGA.

Und nu? Ist der Händler in der Pflicht, seinen Part des Kaufvertragszu
erfülllen, also mir eine neue Platte mit fünf Jahren Herstellergarantie
zu liefern?

TIA,
Ulrich
Ronald Becker (21.06.2016, 20:25)
"Ulrich F. Heidenreich" schrieb

> Und nu? Ist der Händler in der Pflicht, seinen Part des Kaufvertrags zu
> erfülllen, also mir eine neue Platte mit fünf Jahren Herstellergarantie
> zu liefern?


Das kommt darauf an. Das Fehlen einer Herstellgarantie kann im Einzelfall
einen Mangel darstellen. Lass Dich beraten, wenn Du es genauer wissen musst.
Alexander Goetzenstein (21.06.2016, 21:52)
Hallo,

Am 21.06.2016 um 14:44 schrieb Ulrich F. Heidenreich:
> Gekommen ist eine mit Fertigungsdatum September 2011. Darf eine fünf
> Jahre alte Platte als "neu" verkauft werden? Zudem fällt sie laut
> Hitachi nicht in deren Herstellergarantie, weil "Das Produkt wurde
> außerhalb des geografischen Bereiches verkauft". S/N YGG5SJGA.


wenn eine -recht wichtige- zugesagte Eigenschaft fehlt, ist für mich die
Sache klar: zurück mit dem Ding und Nachbesserung in Form einer den
Zusagen entsprechende Ersatzlieferung fordern, ersatzweise den Rücktritt
vom wegen Nichterfüllung erklären, bei Kostenersatz für Versandkosten,
versteht sich.
Harald Hengel (22.06.2016, 02:06)
Ulrich F. Heidenreich schrieb:

> Guten Morgen!
> Da habe ich mir doch vorgestern die
> https://tonerdiskont.de/index.php?option=com_virtuemart&view=productdetail s&virtuemart_category_id=26&virtuemart_product_id= 14278&Itemid=467>
> bestellt. Also eine neue Hitachi 2TB Festplatte mit fünf Jahren
> Herstellergarantie.


Wie viel hat sie denn gelaufen?
Hast du Mal Chrystaldiskinfo gestartet?

> Gekommen ist eine mit Fertigungsdatum September 2011. Darf eine fünf
> Jahre alte Platte als "neu" verkauft werden?


Der Beschiss hat Methode.

> Zudem fällt sie laut
> Hitachi nicht in deren Herstellergarantie, weil "Das Produkt wurde
> außerhalb des geografischen Bereiches verkauft". S/N YGG5SJGA.


Firmen wie Ebayname: i-norys verkaufen auch gebrauchte Platten als
neu.
Andere verkaufen als vom Verkäufer überholt oder auch als vom
Hersteller überholt als neu.
Es gibt Fimren, die Labeln um und verkaufen unter eigenem Namen als
neu.

Ich vermute, die Überholung beschränkt sich auf das Rücksetzen der
Betriebsstunden.

> Und nu? Ist der Händler in der Pflicht, seinen Part des
> Kaufvertrags zu erfülllen, also mir eine neue Platte mit fünf Jahren
> Herstellergarantie zu liefern?


Du kannst es versuchen, aber ohne Klage wirst du vermutlich nicht weit
kommen, mach von deinem Widerrufsrecht gebrauch und hoffe dein Geld
zurückzubekommen.
Bzw. reklamiere besser, denn bei Widerruf musst du evtl. die
Versandkosten selbst tragen.

Grüße Harald
Ulrich F. Heidenreich (22.06.2016, 09:06)
Alexander Goetzenstein in <news:0908>:

>wenn eine -recht wichtige- zugesagte Eigenschaft fehlt, ist für mich die
>Sache klar: zurück mit dem Ding und Nachbesserung in Form einer den
>Zusagen entsprechende Ersatzlieferung fordern, ersatzweise den Rücktritt
>vom wegen Nichterfüllung erklären, bei Kostenersatz für Versandkosten,
>versteht sich.


Wer darf da wählen?

Rücktritt wegen Nichterfüllung ist ja nicht Sinn der Übung. Von der
Platte kursieren Exemplare ohne Herstellergarantie, die ich billiger
hätte bekommen können. So habe ich gezielt den etwas teureren Händler
gewählt, auf dessen Seite explizit "fünf Jahre Herstellergarantie"
stand¹).

Zudem bliebt die Frage noch offen, ob für Festplatten Ähnlicheswie für
Autos gilt: Ein Auto mit Herstellungsjahr 2011 geht nicht mehr als
Neuwagen durch. Eine Festplatte aus 2011 ??

CU!
Ulrich
_______________
¹)<https://tonerdiskont.de/index.php?option=com_virtuemart&view=productdetail s&virtuemart_product_id=14278&virtuemart_category_ id=26>

Noch steht es dort. Was ist, wenn der Händler die Seite dort korrigiert?
Dann geriete ich wohl in Beweisnot. Kann man die rechtssicher sichern?
Vermutlich nur per Anwalt. Sollte ich aber per se im Unrecht sein, würde
dies ein teurer Spaß werden.
Alexander Goetzenstein (22.06.2016, 11:02)
Hallo,

Am 22.06.2016 um 09:06 schrieb Ulrich F. Heidenreich:
> Wer darf da wählen?


zunächst einmal ist dem Vertragspartner Gelegenheit zur Heilung
einzuräumen. Das wäre ja auch im Kundeninteresse, wie ich es verstanden
habe.

> Rücktritt wegen Nichterfüllung ist ja nicht Sinn der Übung. Von der
> Platte kursieren Exemplare ohne Herstellergarantie, die ich billiger
> hätte bekommen können. So habe ich gezielt den etwas teureren Händler
> gewählt, auf dessen Seite explizit "fünf Jahre Herstellergarantie"
> stand¹).


Eben: es wurde bewusst ein höherer Preis gezahlt wegen dieser
zugesicherten Eigenschaft, die jedoch fehlt. Die Möglichkeiten wären
daher Minderung des Kaufpreises (was beiderseitiges Einverständnis
voraussetzt), Nachbesserung durch Ersatzlieferung oder Rückabwicklung.
Ersteres wäre nicht im Kundeninteresse, scheidet also vermutlich aus.
Die zweite Option könnte an der fehlenden Möglichkeit des Anbieters
scheitern, wenn er eine ganze Marge mit diesem Fehler gekauft hat und
keine anderen Exemplare besitzt. Dann bleibt nur die Rückabwicklung als
letzte Möglichkeit übrig. Immerhin kann der Kunde den Anbieter zu einer
der beiden letzten Möglichkeiten zwingen.

> Zudem bliebt die Frage noch offen, ob für Festplatten Ähnliches wie für
> Autos gilt: Ein Auto mit Herstellungsjahr 2011 geht nicht mehr als
> Neuwagen durch. Eine Festplatte aus 2011 ??


Das eher nicht, denn eine Festplatte leidet nicht durch die Lagerung und
ist auch keinen modischen oder gesetzlichen Änderungen o.ä. unterworfen.
Gekauft wurde ja ein rein technisches Produkt nach Datenblatt, und
solange es diese Angaben erfüllt, ist alles gut. Im vorliegenden Fall
tut es das zwar nicht, aber das hat nichts mit dem Herstellungsdatum zu tun.
Ulrich F. Heidenreich (22.06.2016, 11:32)
Alexander Goetzenstein in <news:0404>:

>Hallo, Am 22.06.2016 um 09:06 schrieb Ulrich F. Heidenreich:
>> Wer darf da wählen?

>zunächst einmal ist dem Vertragspartner Gelegenheit zur Heilung
>einzuräumen. Das wäre ja auch im Kundeninteresse, wie ich es verstanden
>habe.


Dann hast Du die Rückfrage missverstanden. Wer darf zwischen Erfüllung
oder Rückabwicklung wählen: Händler oder Kunde?

>Eben: es wurde bewusst ein höherer Preis gezahlt wegen dieser
>zugesicherten Eigenschaft, die jedoch fehlt. Die Möglichkeiten wären
>daher Minderung des Kaufpreises (was beiderseitiges Einverständnis
>voraussetzt), Nachbesserung durch Ersatzlieferung oder Rückabwicklung.
>Ersteres wäre nicht im Kundeninteresse, scheidet also vermutlich aus.


Nicht unbedingt: Darüber könnte ich durchaus diskutieren. Nur sollten
sich 2 Jahre (schlimmstenfalls sogar nur 6 Monate, wen sich der Händler
krummstellt) Gewährleistung vs. 5 Jahre Herstellergarantie auch
entsprechend in der Minderung niederschlagen.

>Die zweite Option könnte an der fehlenden Möglichkeit des Anbieters
>scheitern, wenn er eine ganze Marge mit diesem Fehler gekauft hat und
>keine anderen Exemplare besitzt.


Beschaffen müsste er also die Platte nicht; es reichte, wenn er sie
nicht auf Lager hat, um sich aus den vertraglichen Pflichten
wegzustehlen?

>Dann bleibt nur die Rückabwicklung als
>letzte Möglichkeit übrig. Immerhin kann der Kunde den Anbieterzu einer
>der beiden letzten Möglichkeiten zwingen.


Also liegt die Wahl zwischen Erfüllung und Rückabwicklung beim Kunden?

>Das eher nicht, denn eine Festplatte leidet nicht durch die Lagerung und
>ist auch keinen modischen oder gesetzlichen Änderungen o.ä. unterworfen.
>Gekauft wurde ja ein rein technisches Produkt nach Datenblatt, und
>solange es diese Angaben erfüllt, ist alles gut. Im vorliegenden Fall
>tut es das zwar nicht, aber das hat nichts mit dem Herstellungsdatum zu tun.


Interessant. Interessant in diesem Zusammenhang ist das Phänomen "NOS":
"New old Stock". Wären die Händler nicht zur Differenzierung zwischen
NOS und Neuware angehalten, würden sie das freiwillig tun?

CU!
Ulrich
Hans Wein (22.06.2016, 11:42)
Am 22.06.2016 um 11:02 schrieb Alexander Goetzenstein:

> Das eher nicht, denn eine Festplatte leidet nicht durch die Lagerung und
> ist auch keinen modischen oder gesetzlichen Änderungen o.ä. unterworfen.
> Gekauft wurde ja ein rein technisches Produkt nach Datenblatt, und
> solange es diese Angaben erfüllt, ist alles gut. Im vorliegenden Fall
> tut es das zwar nicht, aber das hat nichts mit dem Herstellungsdatum zu
> tun.


Wenn eine Festplatte tatsächlich fünf Jahre gelagert wurde, sollte man
etas über die Lagerungsbedingungen wissen, bevor man eine Aussage über
den Zustand machen kann. Grundsätzlich erscheint es mir jedoch
zweifelhaft, ob normale Vertriebskanäle so schnelllebige Artikel wie
Festplatten über eine solch lange Zeit überhaupt bunkern.

Hans
Hartmut Kraus (22.06.2016, 12:58)
Am 21.06.2016 um 14:44 schrieb Ulrich F. Heidenreich:
> Zudem fällt sie laut
> Hitachi nicht in deren Herstellergarantie, weil "Das Produkt wurde
> außerhalb des geografischen Bereiches verkauft". S/N YGG5SJGA.


Na, dann schau doch mal hier:



"wir verkaufen nur vom Hersteller für den deutschen Markt vorgesehene
Artikel!"

Ich vermute mal, der Händler hat die Einschränkung dieses Herstellers
einfach übersehen, wenn er 5 Jahre Herstellergarantie verspricht.
Versuch's doch erst mal direkt mit ihm zu klären.

Ulrich F. Heidenreich (22.06.2016, 15:14)
Hartmut Kraus in <news:qev1>:

>Am 21.06.2016 um 14:44 schrieb Ulrich F. Heidenreich:
>Na, dann schau doch mal hier:
>
>"wir verkaufen nur vom Hersteller für den deutschen Markt vorgesehene
>Artikel!"


Das könnte man denn dann schon fast als Betrug ansehen.

>Ich vermute mal, der Händler hat die Einschränkung dieses Herstellers
>einfach übersehen, wenn er 5 Jahre Herstellergarantie verspricht.
>Versuch's doch erst mal direkt mit ihm zu klären.


Was meinste, woran ich gerade bin? #-)

Hier möchte ich - wie immer - abklären, wie weit ich im Recht bin und
wie weit ich (ggfls. bis hin zum Anwalt) vorgehen kann.

CU!
Ulrich
P&eterL#iederm%ann (22.06.2016, 15:16)
Am 22.06.2016 um 12:58 schrieb Hartmut Kraus:
> Am 21.06.2016 um 14:44 schrieb Ulrich F. Heidenreich:
> Na, dann schau doch mal hier:
>
> "wir verkaufen nur vom Hersteller für den deutschen Markt vorgesehene
> Artikel!"


In den AGB habe ich, jedenfalls bei oberflächlicher Lektüre, nichts
dergleichen gefunden, allerdings auch keinen ausdrücklichen Vermerk,
dass die restlichen Angaben der Website nicht rechtsverbindlich seien.

Aber wenn bei den Angaben zum einzelnen Produkt "Herstellergarantie"
vermerkt ist, ist das wohl eine zugesicherte Produkteigenschaft und
deren Fehlen ein Rechtsmangel.

Gruss,
Peter
Ulrich F. Heidenreich (22.06.2016, 15:20)
Harald Hengel in <news:6u21>:

>Ulrich F. Heidenreich schrieb:
>Wie viel hat sie denn gelaufen?
>Hast du Mal Chrystaldiskinfo gestartet?


Ich habe sie noch gar nicht ausgepackt. Als ich "SEP 2011" drauf las,
war mein nächster Scgritt die Überprüfung der Seriennummerbei HGST.

>> Gekommen ist eine mit Fertigungsdatum September 2011. Darf eine fünf
>> Jahre alte Platte als "neu" verkauft werden?

>Der Beschiss hat Methode.


Ist er aber auch erlaubt?

>> Und nu? Ist der Händler in der Pflicht, seinen Part des
>> Kaufvertrags zu erfülllen, also mir eine neue Platte mit fünf Jahren
>> Herstellergarantie zu liefern?

>Du kannst es versuchen, aber ohne Klage wirst du vermutlich nicht weit
>kommen,


Die Frage ist hier, inwieweit sich eine Klage lohnt.

>mach von deinem Widerrufsrecht gebrauch


Ich hätte aber gerne von meinen Rechten aus dem Kaufvertrag Gebrauch
gemacht: Hitachi 2TB mit fünf Jahren Herstellergarantie. Und dann
bitteschön nicht aus 2011, denn selbst mit Herstellergarantie wäre
sie so gut wie raus aus derselben. OEM- oder sonstige dubiose Ware
hätte ich billiger bekommen kommen.

CU!
Ulrich
Ulrich F. Heidenreich (22.06.2016, 16:19)
Hans Wein in <news:nju1>:

>Wenn eine Festplatte tatsächlich fünf Jahre gelagert wurde, sollte man
>etas über die Lagerungsbedingungen wissen, bevor man eine Aussage über
>den Zustand machen kann. Grundsätzlich erscheint es mir jedoch
>zweifelhaft, ob normale Vertriebskanäle so schnelllebige Artikel wie
>Festplatten über eine solch lange Zeit überhaupt bunkern.


NOS gibt's immer mal. Bezüglich der Platte hat vermutlich in Thailand
jemand ein aufgelassenes Lager entdeckt. Gerade von dem Typ aus den
Herstellungsjahren 2011 bis 2013 sind etliche im Umlauf.

Dumm nur, wenn der Händler mit einer Herstellergarantie von fünf Jahren
wirbt, der Hersteller jene ab Herstellungsdatum (plus in der Regel drei
"Kulanzmonate") gibt, das Ding aber dann von 2011 ist.

CU!
Ulrich
Stefan Schmitz (22.06.2016, 16:31)
Am Mittwoch, 22. Juni 2016 11:02:48 UTC+2 schrieb Alexander Goetzenstein:

> Eben: es wurde bewusst ein höherer Preis gezahlt wegen dieser
> zugesicherten Eigenschaft, die jedoch fehlt. Die Möglichkeiten wären
> daher Minderung des Kaufpreises (was beiderseitiges Einverständnis
> voraussetzt), Nachbesserung durch Ersatzlieferung oder Rückabwicklung.
> Ersteres wäre nicht im Kundeninteresse, scheidet also vermutlich aus..
> Die zweite Option könnte an der fehlenden Möglichkeit des Anbieters
> scheitern, wenn er eine ganze Marge mit diesem Fehler gekauft hat und
> keine anderen Exemplare besitzt. Dann bleibt nur die Rückabwicklung als
> letzte Möglichkeit übrig. Immerhin kann der Kunde den Anbieter zu einer
> der beiden letzten Möglichkeiten zwingen.


Zwingen kann er ihn zur ersten und dritten gleichermaßen, siehe §441 BGB.

Die zweite ist das, was vorerst als einziges verlangt werden kann.
Allerdings darf der Vk u.U. verweigern oder sie kann scheitern. (Beides ist
allerdings unwahrscheinlich, wenn die Platte noch mit Herstellergarantie
verfügbar ist.)
Alexander Goetzenstein (22.06.2016, 17:12)
Hallo,

Am 22.06.2016 um 11:32 schrieb Ulrich F. Heidenreich:
>>> Wer darf da wählen?

>> zunächst einmal ist dem Vertragspartner Gelegenheit zur Heilung
>> einzuräumen. Das wäre ja auch im Kundeninteresse, wie ich es verstanden
>> habe.

> Dann hast Du die Rückfrage missverstanden. Wer darf zwischen Erfüllung
> oder Rückabwicklung wählen: Händler oder Kunde?


das habe ich doch beantwortet: zunächst ist dem Vertragspartner, der
fehlerhaft geleistet hat, Gelegenheit zur Nachbesserung einzuräumen.
Wenn dieser dies nicht kann (hier: etwa mangels Ersatzgerät) oder die
Nachbesserung nachhaltig fehlschlägt (etwa mehrere erfolglose
Reparaturversuche), kann die andere Vertragspartei wählen.

In der Praxis sollte aber eine Einigung erzielt werden können, denn kein
Händler hat Zeit und Geld für einen Streit übrig bei so vergleichsweise
geringem Handelswert.

> Nicht unbedingt: Darüber könnte ich durchaus diskutieren. Nur sollten
> sich 2 Jahre (schlimmstenfalls sogar nur 6 Monate, wen sich der Händler
> krummstellt) Gewährleistung vs. 5 Jahre Herstellergarantie auch
> entsprechend in der Minderung niederschlagen.


Wie gesagt: solches bedarf der Einigung. Wenn das beide Parteien
hinkriegen, ist alles gut.

> Beschaffen müsste er also die Platte nicht; es reichte, wenn er sie
> nicht auf Lager hat, um sich aus den vertraglichen Pflichten
> wegzustehlen?


Ich denke nicht, dass dem Händler zuzumuten wäre, auf dem Markt nach
einer einzelnen Festplatte zu suchen, die der Beschreibung entspricht,
zumal bei älteren Technikkomponenten nicht sicher ist, dass das gelingt.
Im Zweifel kann er sich auf Irrtum berufen und seinerseits vom Vertrag
zurücktreten. Das hat mit wegstehlen wenig zu tun, eher mit der
Unmöglichkeit der Leistung.

> Also liegt die Wahl zwischen Erfüllung und Rückabwicklung beim Kunden?


Nein: erst wenn die Nachbesserung fehlschlägt, kann die Gegenseite
Wandlung verlangen.

> Interessant. Interessant in diesem Zusammenhang ist das Phänomen "NOS":
> "New old Stock". Wären die Händler nicht zur Differenzierung zwischen
> NOS und Neuware angehalten, würden sie das freiwillig tun?


Vermutlich nicht. Regelmäßig diskutiert wird das bspw. bei
Fahrzeugreifen: der Handel spricht regelmäßig von Neureifen, auch wenn
die Gummis schon ein halbes Jahrzehnt im Lager gammelten. Dem gegenüber
steht bspw. der Verlust der 100er-Zulassung für ungefederte Anhänger,
wenn die montierten Reifen lt. Produktionsdatum älter als fünf Jahre
sind. Die Rechtsprechung stellt sich regelmäßig auf den Standpunkt, dass
nur Reifen aus demselben Produktionsjahr Neureifen sind, was der Handel
ebenso regelmäßig ignoriert.
Bei Festplatten kenne ich solche Unterschiede jedoch nicht: Neuware
dürfte hier so zu verstehen sein, dass unbenutzt = neu bedeutet,
zumindest solange der Artikel nicht technisch veraltet oder überholt ist.

Alles wie immer IANAL...

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