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Siegfrid Breuer (09.06.2018, 01:44)
Moin.
Gestern lag mein Findus auf der Liege draussen und gruesste auch
freundlich, wenn ich vorbeikam, aber abends, als er mir entgegenkam,
kippte ihm abwechselnd links und rechts das Hinterteil weg.
Panik! (bei mir)
Tierarzt hat Sprechsstunde bis 21 Uhr, also nicht lange fackeln.
Erster Verdacht bei einem oder zwei gelaehmten Hinterbeinen ist immer
eine bei Katzen beliebte Aortenthrombose, hiess es. Linkes Bein zeigt
keine Reflexe, ist aber noch warm. Wenn es das sein sollte, beobachten,
ob der Kater apathisch wird ueber Nacht, und eventuell zu schreien
anfaengt, dann gleich zum Einschlaefern bringen! Sonst geht nix. Und
ne sichere Diagnose vorher gibts leider nicht. - Na, klasse!
Zweite Moeglichkeit, irgendwas gebrochen im Beckenbereich. Roentgenraum
leider defekt, sie wuerden dann ueberweisen zu anderer Klinik. Aber
erst eine Nacht beobachten, gerne bei denen, wenn ich ihn dalasse.
NEEEEEE!! Der glaubt ja, ich will ihn verschenken, und Stress hat er
grad bestimmt sowieso genug!
Dritte Moeglichkeit: Vom Baum gefallen oder sowas, und einfach ne
Prellung oder Zerrung. OK, das gefiel mir am besten.
Blutverduenner gespritzt wegen des Verdachts auf Thrombose, Schmerzmittel
auch, weil er verhaltene Schmerzreaktion beim Tasten an der linken
Huefte zeigte. Schmerzmittel mitbekommen, und dazu ne Riesenpackung
Antibiotika. Zu Hause hat Findus dann erstmal ne Portion Happa
reingehauen, und sich dann im Schlafzimmer in der Ecke vorm
Kleiderschrank versteckt, wo er sonst immer sitzen muss, wenn es
donnert, und sich ausgiebig geputzt. Da isser auch geblieben, und ich
hab mir mal eingeredet, dass er nur verletzt ist, und - weil er sich
gehandicapt fuehlt - am sicheren Ort sein wollte, wo ihm auch nix
passiert, wenns donnert.
Nachts gegen Eins kam er dann und kletterte auf den Schreibtisch, wo
er frenetisch schnurrend zehn Minuten gekrault werden musste. Dann
wurde die naechste Portion Happa eingefordert, und dann ging die
Noelerei los, weil ich ihm nicht die Haustuer aufmachte. Und im
Badezimmer stand auch nur son doofes Katzenklo vor seinem Ausgang...
Ich hatte ihn beobachtet, und er trat links mit der ganzen Fusssohle
auf statt nur mit den Zehen, vieleicht hat er ja wirklich nur einen
Hexenschuss oder sowas.
Beate Goebel (09.06.2018, 07:01)
Siegfrid Breuer schrieb am 09 Jun 2018

> Gestern lag mein Findus auf der Liege draussen und gruesste auch
> freundlich, wenn ich vorbeikam, aber abends, als er mir
> entgegenkam, kippte ihm abwechselnd links und rechts das
> Hinterteil weg. Panik! (bei mir)
> Tierarzt hat Sprechsstunde bis 21 Uhr, also nicht lange fackeln.


[...]

> Nachts gegen Eins kam er dann und kletterte auf den
> Schreibtisch, wo er frenetisch schnurrend zehn Minuten gekrault
> werden musste. Dann wurde die naechste Portion Happa
> eingefordert, und dann ging die Noelerei los, weil ich ihm nicht
> die Haustuer aufmachte. Und im Badezimmer stand auch nur son
> doofes Katzenklo vor seinem Ausgang... Ich hatte ihn beobachtet,
> und er trat links mit der ganzen Fusssohle auf statt nur mit den
> Zehen, vieleicht hat er ja wirklich nur einen Hexenschuss oder
> sowas.


<Seufz>

Ich kann Dir das so nachfühlen. Sie sagen nix und man denkt immer das
Schlimmste. Und dann ist nach einigen Stunden alles wieder fein.

Trotzdem würde ich weiter beobachten, denn Katzen verstecken Probleme
ganz wunderbar. Und wenn mans merkt, hat man plötzlich ein ernstes
Problem.

> Seufz> Und damit zurück zum Anfang.


Beate
Siegfrid Breuer (09.06.2018, 16:13)
boerps (Beate Goebel) schrieb:

>> und er trat links mit der ganzen Fusssohle auf statt nur mit den
>> Zehen, vieleicht hat er ja wirklich nur einen Hexenschuss oder
>> sowas.

> <Seufz>


Ja.
> Ich kann Dir das so nachfühlen. Sie sagen nix und man denkt immer das
> Schlimmste. Und dann ist nach einigen Stunden alles wieder fein.


Nicht ganz, aber das schlimmstmoegliche scheint es nicht zu sein.
> Trotzdem würde ich weiter beobachten, denn Katzen verstecken Probleme
> ganz wunderbar. Und wenn mans merkt, hat man plötzlich ein ernstes
> Problem.


Heute humpelte er 'nur' noch ziemlich und hielt den linken Fuss schraeg
nach innen beim Gehen. Und spaeter, als wohl das Schmerzmittel wirkte,
war der Geradeauslauf schon deutlich besser.
Beate Goebel (09.06.2018, 16:56)
Siegfrid Breuer schrieb am 09 Jun 2018

> boerps (Beate Goebel) schrieb:
> Heute humpelte er 'nur' noch ziemlich und hielt den linken Fuss
> schraeg nach innen beim Gehen. Und spaeter, als wohl das
> Schmerzmittel wirkte, war der Geradeauslauf schon deutlich
> besser.


Hast Du ihn röntgen lassen? Man kann bei Katzen zwar nix eingipsen und
ruhig stellen mit Verband geht auch nicht wirklich, aber dann ist Bruch
wenigstens ausgeschlossen.

Meine hatte mal eine Gelenkspaltenerweiterung (Dehnung) von einem sehr
mutigen Sprung. Da hieß es auch nur einsperren und warten.

Beate
Beate Goebel (09.06.2018, 17:00)
Beate Goebel schrieb am 09 Jun 2018

> Siegfrid Breuer schrieb am 09 Jun 2018
>> Heute humpelte er 'nur' noch ziemlich und hielt den linken Fuss
>> schraeg nach innen beim Gehen. Und spaeter, als wohl das
>> Schmerzmittel wirkte, war der Geradeauslauf schon deutlich
>> besser.


Oder kann das ein Biss sein?

Die Wunden sieh man erst, wenn der gebissene Teil vor Eiter dick wird,
weil sich das Fell ja sofort wieder über den winzigen Löchern schließt.

Versuch mal, bis zur Schwanzwurzel zwei winzige Schorfstellen zu
finden.

Beate
Siegfrid Breuer (09.06.2018, 17:34)
boerps (Beate Goebel) schrieb:

> Hast Du ihn röntgen lassen?

Gestern beim Tierarzt plante man, bis Montag abzuwarten, und bei
keiner Besserung zu roentgen, sinnvollerweise unter Sedierung, und
fuer den Fall, dass eine Operation angeraten waere, die Sedierung
gleich zur Narkose zu erweitern. Da das aus verschiedenen Gruenden vor
Ort grad nicht ginge, wuerde man uns dafuer zu einer Tierklinik in
Moechengladbach schicken wollen. Aus Sicht des Tierarztes sicher keine
schlechte Idee, aber ich schwanke da etwas zwischen der 1000%igen
Behandlung und dem Wissen, dass mit einer humpelnden Bauernhofkatze
nie und nimmer jemand zum Tierarzt gegangen waere.
Jedenfalls, solange Findus sich nicht erkennbar quaelt oder Schmerzen
zeigt, erlaube ich mir, den Aufwand erstmal sparen zu wollen.

> Meine hatte mal eine Gelenkspaltenerweiterung (Dehnung) von einem
> sehr mutigen Sprung. Da hieß es auch nur einsperren und warten.


Momentan quaelt Findus eher mich mit seinem ausdauernden Genoele,
dass er nicht rausdarf. Und er noelt im Befehlston, nicht jammernd,
daher bin ich zuversichtlich, dass er auf dem Weg der Besserung ist. ;)

> Oder kann das ein Biss sein?
> Die Wunden sieh man erst, wenn der gebissene Teil vor Eiter dick
> wird, weil sich das Fell ja sofort wieder über den winzigen Löchern
> schließt.


Die Tieraerztin hatte gestern ihr bestes getan, sowas auszuschliessen.
> Versuch mal, bis zur Schwanzwurzel zwei winzige Schorfstellen zu
> finden.


Findus ist ein Pluesch-Kater. Da habe ich meist sogar Muehe,
Zecken zu orten, die ich beim Drueberstreichen tasten kann.
Siegfrid Breuer (10.06.2018, 16:20)
point (Siegfrid Breuer) schrieb:

> ...vieleicht hat er ja wirklich nur einen Hexenschuss oder sowas.


Heute nach dem Aufstehen eiert das Hinterteil auch ohne Schmerzmittel
garnicht mehr. Und auch das 'Katerbalett' geht wieder: Auf dem Weg zum
Futterplatz vor mir unvermittelt stehen bleiben und abwechselnd ein
Hinterbein waagerecht nach hinten strecken zum Dehnen.
Sprung auf den Schreibtischstuhl kein Problem, und spaeter draussen
aufs Gartentor auch nicht, nachdem die Ausgangssperre aufgehoben wurde.
...war dann wohl doch nur ein Hexenschuss. Gott sei Dank!
noebbes (10.06.2018, 16:45)
On 10.06.2018 16:20, Siegfrid Breuer wrote:
> point (Siegfrid Breuer) schrieb:
> Heute nach dem Aufstehen eiert das Hinterteil auch ohne Schmerzmittel
> garnicht mehr. Und auch das 'Katerbalett' geht wieder: Auf dem Weg zum
> Futterplatz vor mir unvermittelt stehen bleiben und abwechselnd ein
> Hinterbein waagerecht nach hinten strecken zum Dehnen.
> Sprung auf den Schreibtischstuhl kein Problem, und spaeter draussen
> aufs Gartentor auch nicht, nachdem die Ausgangssperre aufgehoben wurde.
> ...war dann wohl doch nur ein Hexenschuss. Gott sei Dank!

Tja, auch der beste Kater kommt in die Jahre und entwickelt das eine
oder andere Zipperlein. Freut mich das es ihm wieder gut geht.
Beate Goebel (10.06.2018, 17:01)
Siegfrid Breuer schrieb am 10 Jun 2018

> point (Siegfrid Breuer) schrieb:
>> ...vieleicht hat er ja wirklich nur einen Hexenschuss oder sowas.

> Heute nach dem Aufstehen eiert das Hinterteil auch ohne
> Schmerzmittel garnicht mehr.


[...]

> die Ausgangssperre aufgehoben wurde. ...war dann wohl doch nur
> ein Hexenschuss. Gott sei Dank!


Tja, so ist das eben, wenn man älter wird. ;-)

Beate
Heinz Schmitz (11.06.2018, 14:02)
Siegfrid Breuer wrote:

> Heute nach dem Aufstehen eiert das Hinterteil auch ohne Schmerzmittel
> garnicht mehr. Und auch das 'Katerbalett' geht wieder: Auf dem Weg zum
> Futterplatz vor mir unvermittelt stehen bleiben und abwechselnd ein
> Hinterbein waagerecht nach hinten strecken zum Dehnen.
> Sprung auf den Schreibtischstuhl kein Problem, und spaeter draussen
> aufs Gartentor auch nicht, nachdem die Ausgangssperre aufgehoben wurde.
> ...war dann wohl doch nur ein Hexenschuss. Gott sei Dank!


Eine Muskelzerrung von einem waghalsigen Sprung, oder vom Dach
gefallen? Deswegen bin ich gegen Schmerzmittel und Einsperren: Die
Wirkung des Schmerzmittels gaukelt dem Patienten vor, er könne wieder
Vollgas geben, und das Eingesperrt sein erzeugt Stress.
Normalerweise sind Katzen intellent genug, um zu wissen, was sie sich
zumuten können - jedenfalls wenn sie erfahrene Freigänger sind.

Grüße,
H.
Siegfrid Breuer (11.06.2018, 16:15)
HeinzSchmitz (Heinz Schmitz) schrieb:

>> ...war dann wohl doch nur ein Hexenschuss. Gott sei Dank!

> Eine Muskelzerrung von einem waghalsigen Sprung, oder vom Dach
> gefallen? Deswegen bin ich gegen Schmerzmittel und Einsperren: Die
> Wirkung des Schmerzmittels gaukelt dem Patienten vor, er könne wieder
> Vollgas geben, und das Eingesperrt sein erzeugt Stress.


Sehe ich eigentlich ganz aehnlich, deswegen hab ich das Schmerzmittel
auch gleich abgesetzt, als sich eine Besserung abzeichnete, damit er
seine Moeglichkeiten einschaetzen konnte. Aber wegen des Verdachts auf
eine Aortenthrombose hatte ich ihn schon lieber hier unter Kontrolle,
bevor er irgendwo im Wald elend krepiert waer.

> Normalerweise sind Katzen intellent genug, um zu wissen, was sie sich
> zumuten können - jedenfalls wenn sie erfahrene Freigänger sind.


Ich vermute, seine Schmerzen sind immer noch nicht ganz weg, er
schlaeft nach wie vor auf seinem donnersicheren "Safeplace", was
er sonst eher nicht tat.
M.Igrant (11.06.2018, 21:20)
Schön, dass es Findus wieder besser geht :)

Mal so gefragt... Fütterst Du Katzenmilch?
Falls ja, hör sofort damit auf. Dieser Müll verursacht Krankheiten von
Gelenkverkalkungen über Demenz bis hin zu Schlaganfällen.
Ich glaube nämlich fast, Dein Kater hatte einen leichten Schlaganfall.

Alles Gute!

On 11 Jun 2018 16:15:00 +0200, point (Siegfrid Breuer)
wrote:
[..]
Siegfrid Breuer (12.06.2018, 00:09)
immerreindamit (M.Igrant) schrieb:

> Schön, dass es Findus wieder besser geht :)


Mir zwar noch nicht so, weil er mich sensibilisiert hat.
Ich pruefe beim Kraulen, ob seine Pfoten alle gleichwarm sind. ;)
> Mal so gefragt... Fütterst Du Katzenmilch?


Nee, hatte ich mal vor Jahren probiert, fand er nicht toll.

> Falls ja, hör sofort damit auf. Dieser Müll verursacht Krankheiten
> von Gelenkverkalkungen über Demenz bis hin zu Schlaganfällen.


Seit die alte Dame, die in der Naehe die verwilderte Katzenbande
versorgt, von der Koelner Katzenhilfe unterstuetzt wird, gibt es
allerdings Junkfood: Die finden es einfacher, einen Sack Trockenfutter
aufzureissen, als Dutzende Dosen aufzumachen, wie die Dame das tut.
Und fuer Trockenfutter laesst Findus alles stehen, ausser vieleicht
Rinderfilet. Hatte zeitweise zu Hause ueberhaupt keinen Hunger mehr.
Anfangs hatte ich sogar Sorge wegen Diabetes oder Nierenerkrankung,
weil er ploetzlich soff wie eine Bergziege, bis ich das mit dem neuen
Futter erfuhr. Inzwischen ist das Futter wohl nix so Besonderes mehr,
denn ich brauche nun auch selber wieder Katzenfutter hier vor Ort.
Hatte da voruebergehend ne Menge gespart. ;)

> Ich glaube nämlich fast, Dein Kater hatte einen leichten
> Schlaganfall.


Mach mich nicht noch verrueckter, als ich sowieso schon bin!
Ausser den Schwierigkeiten mit dem Hinterbein gab es da aber kein
einziges weiteres Symptom, das darauf hindeuten wuerde. Und jetzt
hab ich auch noch gegoogelt und finde eine Geschichte von Einer,
die sich tatsaechlich morgens um Fuenf nochmal ins Bett haut,
waehrend ihre Katze am zweiten Schlaganfal zugrunde geht, weil es
'ja noch zu frueh fuer den Tierarzt zum Einschlaefern' ist! Jetzt hab
ich vor Wut die ganze Tastatur zerbissen...

> Alles Gute!


Danke! Ich muss erstmal selber wieder runterkommen, und mich
nicht weiter verrueckt machen. ;)
M.Igrant (23.06.2018, 20:00)
On 12 Jun 2018 00:09:00 +0200, point (Siegfrid Breuer)
wrote:

>> Ich glaube nämlich fast, Dein Kater hatte einen leichten
>> Schlaganfall.

> Mach mich nicht noch verrueckter, als ich sowieso schon bin!


Wobei ein Schlaganfall bei Katzen, sofern er einigermassen zeitnah
behandelt wird, nicht so dramatische Folgen wie beim Menschen hat.

Mein Kater (18 1/2 Jahre jung) hatte schon zweimal einen. Geblieben
sind lediglich ein etwas unsicheres Gleichgewichtsempfinden und eine
hängende Oberlippe. Selbst _das_ hätte nicht mal sein müssen, aber der
erste Tierarzt hat fälschlicherweise auf eine Vergiftung getippt
obwohl ich einen vermutlichen Schlaganfall angesprochen hatte.

Der zweite TA hat dann alles richtig gemacht, aber leider eben um
vertane Stunden später
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