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Jörg Barres (11.10.2017, 15:04)
Hallo Leute,

wir haben jetzt seit ein paar Monaten eine Pelletsheizung im Keller, die
für die Heizkörper und Warmwasser zuständig ist. Unterstützt von einem
Solarspeicher.

Der Schorni hat die auch schon abgenommen, da ist alles ok, aber ...

Mein Vertrauen in unseren Heizungsbauer ist leider eher gesunken, ich
muss mich wohl selber kundig machen :-(

1. Im Heizungskeller riecht es ab und an nach Rauch.
Wir hatten auch schon richtig Qualm da drin, da hat unser Heizungsbauer
dann die Pelletsförderschnecke auf langsamer gestellt, so dass beim
Wiederzünden weniger Pellets in der Brennkammer liegen. Seitdem ist der
Qualm nicht mehr aufgetreten, aber riechen tut's schon noch.
ist das normal? oder muss da noch besser justiert werden?

2. Warmwasser ist sehr heiß, Hand drunterhalten geht nicht. Muss das so
heiß sein? Das verschenkt doch Energie, wenn wir immer zur Hälfte kaltes
Wasser dazudrehen müssen.
Die Heizkörper werden ebenfalls recht warm, wenn sie voll aufgedreht sind.
Wie heiß sollte die Kesseltemperatur sein, um energetisch sinnvoll zu sein?

3. Unsere Heizkörper surren und jaulen, wenn der Thermostat offen ist.
Den Wasserdurchfluss hört man deutlich. Kann das an einer zu hohen
Durchflussgeschwindigkeit liegen? Lässt sich das einstellen?

4. Ist Dauebetrieb sinnvoll oder ist eine Nachtabsenkung besser? Unsere
Thermostate schalten nachts die Temperatur eh runter.

5. Kennt jemand eine gute Website, wo die ganzen Begriffe rund um eine
Heizung erklärt werden?

Vielen Dank für alle Hinweise und noch einen schönen Tag,

Jörg

PS: Die Heizung ist eine Lindner & Sommerauer SL-P25
wir haben etwa 200qm Wohnfläche, Baujahr vom Haus ist 1963, Dämmung ist
eher mäßig.
Juergen (11.10.2017, 15:20)
Am Wed, 11 Oct 2017 14:04:42 +0200 schrieb Jörg Barres
<news> zum Thema "Frage an die Heizungsprofis":

>wir haben jetzt seit ein paar Monaten eine Pelletsheizung im Keller, die
>für die Heizkörper und Warmwasser zuständig ist. Unterstützt von einem
>Solarspeicher.


>Der Schorni hat die auch schon abgenommen, da ist alles ok, aber ...


Den interessiert nur die Verbrennung. Die Hydraulik dahinter und der
daraus hoffentlich resultierende Komfort nicht.

>1. Im Heizungskeller riecht es ab und an nach Rauch.
>ist das normal? oder muss da noch besser justiert werden?


Für micht klingt das nicht normal.

>2. Warmwasser ist sehr heiß, Hand drunterhalten geht nicht. Muss das so
>heiß sein? Das verschenkt doch Energie, wenn wir immer zur Hälfte kaltes
>Wasser dazudrehen müssen.
>Die Heizkörper werden ebenfalls recht warm, wenn sie voll aufgedreht sind.
>Wie heiß sollte die Kesseltemperatur sein, um energetisch sinnvoll zu sein?


Dein Heizi hat vermutlich eine Heizkurve eingestellt mit der es "sicher
warm" wird. Hat er weniger Ärger mit. Optimieren musst Du die
Einstellung selbst. Dito beim WW.

Ich gehe davon aus, dass der Kessel nicht direkt in die Heizkörper geht
sondern in einen Pufferspeicher? Und es eine Außentemperatur geführte
Regelung gibt die mit einem Mischer die Temperatur des eigentlichen
Heizungswassers regelt?

>3. Unsere Heizkörper surren und jaulen, wenn der Thermostat offen ist.
>Den Wasserdurchfluss hört man deutlich. Kann das an einer zu hohen
>Durchflussgeschwindigkeit liegen? Lässt sich das einstellen?


Vermutlich ist die Pumpe zu hoch eingestellt. Mit dem Heizungsbauer oder
per Internet klären was die Pumpe kann und wie sie eingestellt werden
sollte.

>4. Ist Dauebetrieb sinnvoll oder ist eine Nachtabsenkung besser? Unsere
>Thermostate schalten nachts die Temperatur eh runter.


Das hängt vom Gebäude und den Nutzern ab. Natürlich ist es Quatsch im
Heizungskeller Gas zu geben und dann an den Heizkörpern mit den
Thermostaten zu bremsen.

>PS: Die Heizung ist eine Lindner & Sommerauer SL-P25
>wir haben etwa 200qm Wohnfläche, Baujahr vom Haus ist 1963, Dämmung ist
>eher mäßig.


Klingt nach 25 kW. Vermutlich auch nach dem Motto ausgesucht "es muss
sicher warm werden."

cu.
Juergen
Martin Τrautmann (11.10.2017, 15:27)
On Wed, 11 Oct 2017 14:04:42 +0200, Jörg Barres wrote:
> 1. Im Heizungskeller riecht es ab und an nach Rauch.
> Wir hatten auch schon richtig Qualm da drin, da hat unser Heizungsbauer
> dann die Pelletsförderschnecke auf langsamer gestellt, so dass beim
> Wiederzünden weniger Pellets in der Brennkammer liegen. Seitdem ist der
> Qualm nicht mehr aufgetreten, aber riechen tut's schon noch.
> ist das normal? oder muss da noch besser justiert werden?


wär' mir neu. Das Absauggebläse läuft?

> 2. Warmwasser ist sehr heiß, Hand drunterhalten geht nicht. Muss das so
> heiß sein? Das verschenkt doch Energie, wenn wir immer zur Hälfte kaltes
> Wasser dazudrehen müssen.
> Die Heizkörper werden ebenfalls recht warm, wenn sie voll aufgedreht sind.
> Wie heiß sollte die Kesseltemperatur sein, um energetisch sinnvoll zu sein?


höchstens 60 Grad

> 3. Unsere Heizkörper surren und jaulen, wenn der Thermostat offen ist.
> Den Wasserdurchfluss hört man deutlich. Kann das an einer zu hohen
> Durchflussgeschwindigkeit liegen? Lässt sich das einstellen?


Welche Pumpe habt ihr drin?

> 4. Ist Dauebetrieb sinnvoll oder ist eine Nachtabsenkung besser? Unsere
> Thermostate schalten nachts die Temperatur eh runter.


Ich habe die Nachtabsenkung raus genommen. Man schläft zwar bei
niedrigen Temperaturen besser, aber gerade nachts sind die Leute daheim
und produzieren mit Atemluft Feuchtigkeit. Die muss nicht wirklich an
kalten Wänden kondensieren.

> 5. Kennt jemand eine gute Website, wo die ganzen Begriffe rund um eine
> Heizung erklärt werden?


Die GANZEN Begriffe? Kauf' dir ein Fachbuch...

Schönen Gruß
Martin
Marcel Mueller (11.10.2017, 15:43)
On 11.10.17 14.04, Jörg Barres wrote:
> Mein Vertrauen in unseren Heizungsbauer ist leider eher gesunken, ich
> muss mich wohl selber kundig machen :-(
> 1. Im Heizungskeller riecht es ab und an nach Rauch.
> Wir hatten auch schon richtig Qualm da drin, da hat unser Heizungsbauer
> dann die Pelletsförderschnecke auf langsamer gestellt, so dass beim
> Wiederzünden weniger Pellets in der Brennkammer liegen. Seitdem ist der
> Qualm nicht mehr aufgetreten, aber riechen tut's schon noch.
> ist das normal? oder muss da noch besser justiert werden?


Das geht gar nicht.

AFAIK haben die Pallet-Heizungen eine aktive Frischluftzufuhr. Ich denke
mal da ist irgendetwas undicht. In jedem Fall eine Reklamation wert.

> 2. Warmwasser ist sehr heiß, Hand drunterhalten geht nicht. Muss das so
> heiß sein? Das verschenkt doch Energie, wenn wir immer zur Hälfte kaltes
> Wasser dazudrehen müssen.


Das kann man üblicherweise einstellen. Ab und an sollte man aber schon
mal auf 60°C hoch, damit sich keine Legionellen bilden.

Wäre aber erst mal zu klären, ob es überhaupt einen eigenen Speicher für
WW gibt. Wenn nein, kann man natürlich auch nicht dessen Temperatur
regeln und muss mit der Situation leben. Das sollte mit Mischventilen
aber auch in den Griff zu bekommen sein.

> Die Heizkörper werden ebenfalls recht warm, wenn sie voll aufgedreht sind.


Das wiederum ist klar. Wenn man sie /voll/ aufdreht, was bei
Regelventilen eigentlich /niemals/ sinnvoll ist, gibt die Kiste
natürlich alles.

> Wie heiß sollte die Kesseltemperatur sein, um energetisch sinnvoll zu sein?


Das hängt von vielen Faktoren ab. Allen voran den verwendeten
Heizkörpern und vom Wärmebedarf. Normalerweise stellen sich die modernen
Heizungen nach eine Weile selber ein.

> 3. Unsere Heizkörper surren und jaulen, wenn der Thermostat offen ist.
> Den Wasserdurchfluss hört man deutlich. Kann das an einer zu hohen
> Durchflussgeschwindigkeit liegen? Lässt sich das einstellen?


Vielleicht ist der Durckunterschied Hinlauf/Rücklauf etwas heftig, z.B.
Pumpe zu stark.

> 4. Ist Dauebetrieb sinnvoll oder ist eine Nachtabsenkung besser?


Das hängt vom Haus ab. Wenn es in der Nacht kaum auskühlt, kann man auch
durchlaufen lassen. Sprunghafte Änderungen an der Solltemperatur führen
die HK oft vorübergehend an ihre Kapazitätsgrenze. Dann gluckert das
Heizwasser mehr oder minder ungekühlt in den Rücklauf, was den
Gesamtwirkungsgrad der Anlage herab setzt.

> Unsere
> Thermostate schalten nachts die Temperatur eh runter.


Normalerweise sollte die Heizung das mitbekommen, wenn sie den
Wärmebedarf überwacht. Sie sollte dann seltener anspringen bzw. die
Umwälzpumpe zeitweise abschalten.

Wenn die Dinger eh programmierbar sind, kannst Du ihnen vllt. auch noch
beibringen, die Solltemperatur /langsam/ hochzufahren, um oben genannte
Verluste beim Aufheizen zu vermeiden.

> 5. Kennt jemand eine gute Website, wo die ganzen Begriffe rund um eine
> Heizung erklärt werden?


Uff, ich nicht. Kann Wikipedia da nichts?

Marcel
Maik Koenig (11.10.2017, 16:40)
Am 11.10.2017 um 14:04 schrieb Jörg Barres:
> Hallo Leute,
> wir haben jetzt seit ein paar Monaten eine Pelletsheizung im Keller, die
> für die Heizkörper und Warmwasser zuständig ist. Unterstützt von einem
> Solarspeicher.


Vermutlich also ein Pufferspeicher, der bei Bedarf von der
Pelletsheizung beschickt wird?

> Der Schorni hat die auch schon abgenommen, da ist alles ok, aber ...


Den interessiert nur die saubere Verbrennung und die damit verbundenen
Probleme.

> Mein Vertrauen in unseren Heizungsbauer ist leider eher gesunken, ich
> muss mich wohl selber kundig machen :-(


Du meinst mal eben? Viel Spass...

> 1. Im Heizungskeller riecht es ab und an nach Rauch.


Ventilator evtl defekt oder undichte Abgasanlage?

> Wir hatten auch schon richtig Qualm da drin, da hat unser Heizungsbauer
> dann die Pelletsförderschnecke auf langsamer gestellt, so dass beim
> Wiederzünden weniger Pellets in der Brennkammer liegen. Seitdem ist der
> Qualm nicht mehr aufgetreten, aber riechen tut's schon noch.
> ist das normal? oder muss da noch besser justiert werden?


Normal ist es nicht, jedenfalls bei den Pellet-Anlagen die ich so kenne.

> 2. Warmwasser ist sehr heiß, Hand drunterhalten geht nicht. Muss das so
> heiß sein? Das verschenkt doch Energie, wenn wir immer zur Hälfte kaltes
> Wasser dazudrehen müssen.


Da ist die Frage, wie genau eure Anlage aufgebaut ist. Und wie groß der
(Puffer-)Speicher ist. Wenn der Speicher relativ klein ist aber viele
Personen im Haushalt, kann es durchaus sinnvoll sein, die Temperatur
höher zu halten um effektiv mehr Warmwasser zu haben.

> Die Heizkörper werden ebenfalls recht warm, wenn sie voll aufgedreht sind.
> Wie heiß sollte die Kesseltemperatur sein, um energetisch sinnvoll zu sein?


Wer dreht denn Thermostate am Heizkörper voll auf?

Davon ab: Auch da gilt, das hängt von euren Gegebenheiten ab.
Vorlauftemperatur kann bei Flächenheizungen (FBH z.B.) deutlich
niedriger sein als bei einem Altbau dessen Heizkörper noch aus alten
Schwerkaftzeiten stammen.

> 3. Unsere Heizkörper surren und jaulen, wenn der Thermostat offen ist.
> Den Wasserdurchfluss hört man deutlich. Kann das an einer zu hohen
> Durchflussgeschwindigkeit liegen? Lässt sich das einstellen?


Luft in der Anlage und/oder Pumpe zu hoch eingestellt. Kann man beides
selbst korrigieren. Die Pumpe eventuell per Handschalter am Gehäuse oder
halt über eine Konfiguration in der Heizungssteuerung, je nach System.

> 4. Ist Dauebetrieb sinnvoll oder ist eine Nachtabsenkung besser? Unsere
> Thermostate schalten nachts die Temperatur eh runter.


Energetisch? Darüber streiten sich die Fachleute und solche die es sein
wollen. Aber wenn eure Thermostate eh abschalten sollte euer Kessel das
bemerken und ebenfalls zumindest drosseln da er seine Wärme ja nicht los
wird.

> 5. Kennt jemand eine gute Website, wo die ganzen Begriffe rund um eine
> Heizung erklärt werden?


Welche Begriffe genau sollen das sein?

Grundsätzlich: Stell die Heizkurve mal probehalber niedriger. Dreh die
Vorgabe für den WW-Speicher runter. Reduzier die Pumpenleistung. Das
alles kannst Du selbst erledigen und sollst es auch, jeder Heizungsbauer
nimmt da Schätzwerte die im Zweifel lieber zu hoch liegen damit ihr
nicht wegen einer zu kalten Wohnung mault. Feinjustierung musst Du schon
selbst machen. Oder ihm halt wöchentlich herbestellen wenn es zu warm
oder zu kalt ist, wundere dich aber dann nicht wenn die Rechnungen auch
wöchentlich eintrudeln.

Greetz,
MK
Horst Scholz (11.10.2017, 16:53)
Am 11.10.2017 um 14:04 schrieb Jörg Barres:
[..]
> PS: Die Heizung ist eine Lindner & Sommerauer SL-P25
> wir haben etwa 200qm Wohnfläche, Baujahr vom Haus ist 1963, Dämmung ist
> eher mäßig.


Da bist du hier völlig falsch.

Hier sind die Heimbasstler und keine Fachleute.

Zähl mal schon die verschiedenen Ratschläge, die du hier zu hören bekommst.

Gibt es bei euch keine Innung, oder Handwerkskammer, wo du dich
erkundigen kannst, welche Firma eure Heizung überprüfen kann.

Horst
Juergen (11.10.2017, 17:22)
Am Wed, 11 Oct 2017 15:40:28 +0200 schrieb Maik Koenig

>Vorlauftemperatur kann bei Flächenheizungen (FBH z.B.) deutlich
>niedriger sein als bei einem Altbau dessen Heizkörper noch aus alten
>Schwerkaftzeiten stammen.


Zu Schwerkraftzeiten hat man wenigstens relativ große Heizkörper
verbaut, so wie es halt in die Fensternischen passte. Und auch große
Rohrquerschnitte was jetzt für wenig benötigte Pumpleistung sorgt. Und
halbwegs abgeglichen waren die Anlagen auch, sonst hätten sie nie
funktioniert.

Habe hier 3 Heizungen im Haus. Eine alte Schwerkraftanlage mit
Gussradiatoren ließ sich recht problemlos auf Brennwerttechnik
umstellen. Bei zwei Einrohr-Anlagen steht das noch an. Eine davon wurde
ca. 1975 nachgerüstet, Gasetagenheizung mit kleinen Röhrchen und
windigen Blechheizkörpern, ich befürchte das Schlimmste.

cu.
Juergen
Martin Gerdes (11.10.2017, 22:57)
Jörg Barres <news> schrieb:

>wir haben jetzt seit ein paar Monaten eine Pelletsheizung im Keller, die
>für die Heizkörper und Warmwasser zuständig ist. Unterstützt voneinem
>Solarspeicher.


Großartig. Jetzt sparst Du also Energie, statt daß Du welche
verbrauchst.

>Mein Vertrauen in unseren Heizungsbauer ist leider eher gesunken, ich
>muss mich wohl selber kundig machen :-(


Öhm: Ja.

>1. Im Heizungskeller riecht es ab und an nach Rauch.
>Wir hatten auch schon richtig Qualm da drin, da hat unser Heizungsbauer
>dann die Pelletsförderschnecke auf langsamer gestellt, so dass beim
>Wiederzünden weniger Pellets in der Brennkammer liegen. Seitdem ist der
>Qualm nicht mehr aufgetreten, aber riechen tut's schon noch.
>ist das normal? oder muss da noch besser justiert werden?


Damit kenne ich mich nicht aus. Klingt für mich als Laien aber nicht
gut.

>2. Warmwasser ist sehr heiß, Hand drunterhalten geht nicht. Muss das so
> heiß sein?


Je nachdem.

> Das verschenkt doch Energie, wenn wir immer zur Hälfte kaltes
> Wasser dazudrehen müssen.


Nein (und wenn, dann nicht viel). Für manche Dinge möchte man z.B. 60°
heißes Wasser. Heißes Wasser kann man durch Zumischen von kaltem Wasser
kälter, aber nicht wärmer machen.

> Die Heizkörper werden ebenfalls recht warm, wenn sie voll aufgedreht sind.
> Wie heiß sollte die Kesseltemperatur sein, um energetisch sinnvoll zusein?


Das kann man so einfach nicht sagen, weil das ganze System
zusammenpassen muß. Heizkörper, an denen man sich die Finger verbrennt,
sind aus verschiedenen Gründen eher ungünstig. Meine haben bei aktuellen
Temperaturen etwa Körpertemperatur (zirkulierendes Heizwasser hat knapp
unter 40 Grad). Die Temperatur des Heizwassers ändert sich
sinnvollerweise mit der Außentemperatur (= mit dem Heizbedarf).

>3. Unsere Heizkörper surren und jaulen, wenn der Thermostat offen ist.
>Den Wasserdurchfluss hört man deutlich. Kann das an einer zu hohen
>Durchflussgeschwindigkeit liegen? Lässt sich das einstellen?


Ja und normalerweise ja.

>4. Ist Dauerbetrieb sinnvoll oder ist eine Nachtabsenkung besser?


Darüber läßt sich trefflich streiten. Ich schalte hier in der
Übergangszeit (jetzt!) die Heizung nachts ganz ab, das Haus verträgt da
und es bessert die Laufeigenschaften des Heizkessels. Das mag bei Dir
aber ganz anders sein.

>Unsere Thermostate schalten nachts die Temperatur eh runter.


Was bei Dir sinnvoll ist, hängt vom Systemaufbau ab. Es ist bei Dir
vermutlich sinnvoll, daß der Pelletskessel auf den Solarspeicher
arbeitet, also dessen Wasser erwärmt. Dort entnimmst Du dann Dein Heiz-
und Brauchwasser. Es gibt diesbezüglich aber die verschiedensten
Systeme.

>5. Kennt jemand eine gute Website, wo die ganzen Begriffe rund um eine
>Heizung erklärt werden?


Probiers doch mal bei Bosy.
Es gibt aber viele einschlägigen Seiten.

>PS: Die Heizung ist eine Lindner & Sommerauer SL-P25
>wir haben etwa 200qm Wohnfläche, Baujahr vom Haus ist 1963, Dämmung ist
>eher mäßig.


25 kW für 200 m². Vermutlich die übliche Dimensionierung aus dem
Handgelenk: Viel hilft viel. Es ist möglich, daß die Hälfte gereicht
hätte (und daß ein halb so großer Kessel dazuhin noch besser
funktioniert hätte).
Alexander Goetzenstein (11.10.2017, 23:57)
Hallo,

Am 11.10.2017 um 14:20 schrieb Juergen:
>> PS: Die Heizung ist eine Lindner & Sommerauer SL-P25
>> wir haben etwa 200qm Wohnfläche, Baujahr vom Haus ist 1963, Dämmung ist
>> eher mäßig.

> Klingt nach 25 kW. Vermutlich auch nach dem Motto ausgesucht "es muss
> sicher warm werden."


besser ist das. Wir bspw. haben nur unwesentlich mehr Wohnfläche aus
1968 und 28kW Heizleistung, brav nach Norm berechnet. Die richtet sich
hierzustadt nach 3 Tagen in Folge mit -14°C. Tritt dieser Fall ein,
quietscht die Heizung unter Vollast auf dem letzten Loch, und wenn dann
noch mehr als ein Familienmitglied duschen oder gar noch mal extra
lüften will, wird es kalt in der Bude. Ebenso bei -15°C, und es ist
gelegentlich noch deutlich kälter. Und kommt man aus dem Winterurlaub
zurück, braucht das Haus geschlagene zwei Tage, um wieder auf
"kuschelige" 20°C zu kommen. Daher unser Fazit: wenn in gut zwei
Jahrzehnten die nächste Heizung ansteht, werden wir sicher keine so
knappe Auslegung "nach DIN" akzeptieren.
Alexander Goetzenstein (11.10.2017, 23:59)
Hallo,

Am 11.10.2017 um 14:27 schrieb Martin ?rautmann:
> Man schläft zwar bei niedrigen Temperaturen besser


diese Mär ist wohl nicht totzukriegen...?
Wolfgang Kynast (12.10.2017, 00:38)
On Wed, 11 Oct 2017 22:59:16 +0200, "Alexander Goetzenstein" posted:

>Hallo,
>Am 11.10.2017 um 14:27 schrieb Martin ?rautmann:
>> Man schläft zwar bei niedrigen Temperaturen besser

>diese Mär ist wohl nicht totzukriegen...?


Wie kommst du dazu, Martins' und meine Erfahrung als 'Mär' zu
bezeichnen?
Frank Hucklenbroich (12.10.2017, 10:00)
Am Wed, 11 Oct 2017 23:38:04 +0200 schrieb Wolfgang Kynast:

> On Wed, 11 Oct 2017 22:59:16 +0200, "Alexander Goetzenstein" posted:
> Wie kommst du dazu, Martins' und meine Erfahrung als 'Mär' zu
> bezeichnen?


Das ist wohl tatsächlich gewohnheitsbedingt und kulturell durchaus
unterschiedlich. In den USA ist es z.B. üblich, daß im Sommer wie Winter
die Klimaanlage im Haus für ständig gleiche Temperaturen sorgt, also eher
nicht das Szenario "im Schlafzimmer wird abends gelüftet und da ist es dann
kalt".
Und wer in tropischen Ländern wohnt und keine Klimaanlage hat, der muß
zwangsläufig bei warmen Temperaturen schlafen.
Jeder wie er mag, ich persönlich habe am liebsten um die 19-20 Grad im
Schlafzimmer. Wenn es im Sommer mal deutlich wärmer ist, kann ich auch sehr
gut mit einem großen Ventilator vorm Bett schlafen.

Grüße,

Frank
Martin Τrautmann (12.10.2017, 11:24)
On Thu, 12 Oct 2017 09:00:44 +0200, Frank Hucklenbroich wrote:
> Jeder wie er mag, ich persönlich habe am liebsten um die 19-20 Grad im
> Schlafzimmer. Wenn es im Sommer mal deutlich wärmer ist, kann ich auch sehr
> gut mit einem großen Ventilator vorm Bett schlafen.


eben - und im Wohnbereich 21-22 Grad.

Schönen Gruß
Martin
Johann Mayerwieser (12.10.2017, 11:58)
Am Wed, 11 Oct 2017 22:57:41 +0200 schrieb Alexander Goetzenstein:

> Und kommt man aus dem Winterurlaub zurück, braucht das Haus geschlagene
> zwei Tage, um wieder auf "kuschelige" 20°C zu kommen.


Da sollte sich mit einer GSM-Steckdose oder einem GSM-Fernschalter von
< eine Lösung finden.
RaspberryPI (da genügt ein Zero) und ein USB-Datenstick (zum SMS-Empfang)
sind auch eine Möglichkeit, die Heizung fern zu steuern.
z.B. zwei unterschiedlich eingestellte Thermostate, die über Raspberry
und Relais umgeschaltet werden.
Juergen (12.10.2017, 13:02)
Am 12 Oct 2017 08:58:54 GMT schrieb Johann Mayerwieser

>Am Wed, 11 Oct 2017 22:57:41 +0200 schrieb Alexander Goetzenstein:


>> Und kommt man aus dem Winterurlaub zurück, braucht das Haus geschlagene
>> zwei Tage, um wieder auf "kuschelige" 20°C zu kommen.


>Da sollte sich mit einer GSM-Steckdose oder einem GSM-Fernschalter von
>< eine Lösung finden.


Wer schaltet seine Heizung denn stromlos wenn er in den Winterurlaub
fährt? In einer Gegend wo die Außentemperatur regelmäßig für mehrere
Tage unter -10 °C fällt. Da stellt man die Heizung doch mindestens auf
Frostschutz.

>RaspberryPI (da genügt ein Zero) und ein USB-Datenstick (zum SMS-Empfang)
>sind auch eine Möglichkeit, die Heizung fern zu steuern.
>z.B. zwei unterschiedlich eingestellte Thermostate, die über Raspberry
>und Relais umgeschaltet werden.


Thermostate? Heutzutage sind das Steuergeräte die über einen Bus mit dem
Wärmeerzeuger kommunizieren. Und auch die Vorlauftemperatur nach
Heizkurve steuern.
Ob sich eine halbwegs moderne Heizung da im laufenden Betrieb einen
Raspberry unterschieben lässt?

Gibt aber auch Steuerungen, in denen sich "Urlaub/Abwesenheit" eingeben
lässt. Damit könnte man die Heizung zwei Tage vor Rückkehr wieder in den
Normalbetrieb übergehen lassen. Problem nach dem Winterurlaub ist ja vor
allem, die ausgekühlten Wände wieder auf Temperatur zu bekommen. Denke
das geht auch mit 40 statt 28 kW nicht so schnell.

cu.
Juergen

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