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Martin K. (07.07.2017, 23:32)
Der französische Umweltminister Nicolas Hulot will in
Frankreich den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren
bis 2040 einstellen.

Weiter ist geplant:

- bis 2022 Abschaltung Kohlkraftwerke
- bis 2025 Reduzierung Atomstromanteil von 75% auf 50%
- bis 2050 soll Frankreich CO2 neutral



Da kann sich Deutschland jetzt nicht lumpen lassen und
sollte auch den Ausstieg aus den Verbrennungsmotoren
festlegen. Auch als Signalwirkung an die deutsche Automobil-
industrie, die schließlich auch planen muss. Ich persönlich
bin für einen Zeitraum irgendwo zwischen 2030 und 2040.

Außerdem muss der Ausbau regenerativer Energie wieder
forciert werden und der überfällige Ausstieg aus den
Kohlekraftwerken beschlossen werden.
Werner Holtfreter (08.07.2017, 00:08)
Martin K. wrote:

> Da kann sich Deutschland jetzt nicht lumpen lassen und
> sollte auch den Ausstieg aus den Verbrennungsmotoren
> festlegen.


Das wurde hier ja schon vorgetragen: Ich finde es sinnvoller,
dort mit der Umstellung von Öl auf Elektro zu beginnen, wo es
am einfachsten und billigsten möglich ist, nämlich bei der
Wohnungsheizung. Sogar die kurzfristigen Schwankungen des grünen
Stromangebots lassen sich so technisch simpel auffangen, statt
umgekehrt mit leistungsstarken Ladestationen für Autos neue
Spitzenlasten zu ggf. unerwünschten Zeiten zu schaffen und die
chemische Industrie zur Herstellung der Batterie-Rohstoffe
anzufeuern.
Gerald Gruner (08.07.2017, 01:03)
Martin K. schrieb am 7.07.17:

> Da kann sich Deutschland jetzt nicht lumpen lassen und
> sollte auch den Ausstieg aus den Verbrennungsmotoren
> festlegen. Auch als Signalwirkung an die deutsche Automobil-
> industrie, die schließlich auch planen muss. Ich persönlich
> bin für einen Zeitraum irgendwo zwischen 2030 und 2040.
> Außerdem muss der Ausbau regenerativer Energie wieder
> forciert werden und der überfällige Ausstieg aus den
> Kohlekraftwerken beschlossen werden.


Warum erst so spät, nicht sofort?
Wer braucht schon Kraftwerke?
Strom kommt doch schließlich aus der Steckdose...

MfG
Gerald, <facepalmend>
Ralf Koenig (08.07.2017, 02:14)
Am 07.07.2017 um 22:32 schrieb Martin K.:
> Der französische Umweltminister Nicolas Hulot will in
> Frankreich den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren
> bis 2040 einstellen.


Und seine Amtszeit geht so lange? Respekt.

1955 geboren, dann ist er 2040 85 Lenze jung.

Überleg mal, was Obama wollte - und dann kam Mr. Trump.

> Weiter ist geplant:
> - bis 2022 Abschaltung Kohlekraftwerke
> - bis 2025 Reduzierung Atomstromanteil von 75% auf 50%
> - bis 2050 soll Frankreich CO2 neutral
>


Meine Meinung dazu: wenn Politiker das regeln, was in ihre Amtszeit
fällt, werden die Sachen konkreter und auch realistischer.

Dann sieht mir das hier eher realistisch aus:

> - bis 2022 Abschaltung Kohlekraftwerke


Hat Frankreich nur noch 1.6%.
DE aber noch 40%.

Ist schon ein Unterschied.



Dafür sind unsere AKW deutlich schneller dem Ende geweiht - nach
aktueller Zielsetzung.

> - bis 2025 Reduzierung Atomstromanteil von 75% auf 50%


Dann sollte was her, was das auffängt.

Und dann muss er sich nur noch mit dem Wirtschaftsminister,
Sozialminister/Arbeitsminister, Finanzminister, den Gewerkschaften und
den Mitarbeitern dort einig werden. Sowas kann klappen, wenn es eine
breite Mehrheit aus der Bevölkerung gibt, aber auch schiefgehen.

Grüße,
Ralf
Ralf Koenig (08.07.2017, 02:35)
Am 07.07.2017 um 23:08 schrieb Werner Holtfreter:
> Martin K. wrote:
> Das wurde hier ja schon vorgetragen: Ich finde es sinnvoller,
> dort mit der Umstellung von Öl auf Elektro zu beginnen, wo es
> am einfachsten und billigsten möglich ist, nämlich bei der
> Wohnungsheizung.


Dann rechne mal vor, wie das in DE billiger werden soll.

Heizöl: 50 Cent pro Liter, also pro 10 kWh, macht 5 ct/kWh
Strom: ca. 29 ct/kWh

Also ich komme da auf: wird um Faktor 6 teurer. Und die Wirkungsgrade in
der Umwandlung in Wärme sind in beiden Fällen nah an die 100%.

Kraft-Wärme-Kopplung kann aber ein Ausweg sein, dann also Fernwärme.
Aber reicht eben auch nur begrenzt weit.

Die Wärmewende wird nochmal ne größere Nummer als die Umstellung der
Stromerzeugung.

> Sogar die kurzfristigen Schwankungen des grünen
> Stromangebots lassen sich so technisch simpel auffangen,


Sehe ich gerade nicht, wie.

> statt
> umgekehrt mit leistungsstarken Ladestationen für Autos neue
> Spitzenlasten zu ggf. unerwünschten Zeiten zu schaffen und die
> chemische Industrie zur Herstellung der Batterie-Rohstoffe
> anzufeuern.


Stromheizung statt Ölheizung schafft neue Jahresspitzenlasten: im
Winter, wenn es dunkler ist, und PV zwangsweise weniger liefert. Aber
wenn der Heizbedarf immens ist. Dafür wird man Lösungen brauchen. Aber
andere: an der Architektur der Häuser ansetzend: Dämmung, clevere
Konstruktion, Solarthermie, Solar-PV.

Die Pelletheizungen - da glaube ich nicht wirklich dran.

Grüße,
Ralf
Martin K. (08.07.2017, 09:35)
Am Samstag, 8. Juli 2017 01:35:41 UTC+2 schrieb Ralf Koenig:
> Am 07.07.2017 um 23:08 schrieb Werner Holtfreter:


> Dann rechne mal vor, wie das in DE billiger werden soll.
> Heizöl: 50 Cent pro Liter, also pro 10 kWh, macht 5 ct/kWh
> Strom: ca. 29 ct/kWh


Bei mir kostet der Strom 23 Cent/kWh. Und das ist nicht
mal der günstigste Anbieter, sondern das örtliche Stadtwerk.

Ein Kernfehler der Energiewende ist, dass die EEG Umlage nur
auf Strom umgelegt wird, nicht aber auf fossile Brennstoffe
zu Heizzwecken. In 2017 beträgt die EEG Umlage 6,88 Cent/kWh,
was mit Umsatzsteuer 8,07 Cent/kWh sind. Ohne EEG Umlage würde
mein vom Netz bezogener Strom also 15 Cent/kWh kosten.

Also, dann verteilen wir die EEG Umlage doch auf alle
Energieträger. Ich schätze jetzt mal 2 Cent/kWh. Mein
Strom kostet damit 17 Cent/kWh und Öl 7 Cent/kWh.

Jetzt nehmen wir eine Wärmepumpe mit Faktor 3 und die
Stromheizung kostet 5,67 Cent/kWh, was günstiger als die
7 Cent/kWh von Öl ist.

Und dabei ist jetzt noch gar nicht berücksichtigt, dass
die Anteile selbst erzeugter PV Strom den Strompreis noch
mal deutlich drücken würde. Und natürlich sind auch
weiterhin Energiesparmaßnahmen angesagt, z.B. Wärmedämmung.
Martin K. (08.07.2017, 10:43)
Am Freitag, 7. Juli 2017 23:08:47 UTC+2 schrieb Werner Holtfreter:
> Martin K. wrote:
> Das wurde hier ja schon vorgetragen: Ich finde es sinnvoller,
> dort mit der Umstellung von Öl auf Elektro zu beginnen, wo es
> am einfachsten und billigsten möglich ist, nämlich bei der
> Wohnungsheizung.


Ich finde man muss alles was geht parallel machen und nicht
gegenseitig ausspielen.

> Sogar die kurzfristigen Schwankungen des grünen
> Stromangebots lassen sich so technisch simpel auffangen, statt
> umgekehrt mit leistungsstarken Ladestationen für Autos neue
> Spitzenlasten zu ggf. unerwünschten Zeiten zu schaffen ...


Das ist bei Elektroautos mindestens genauso gegeben, denn im
überwiegenden Teil werden Elektroautos am heimischen Stellplatz
geladen und da kann man den Ladezeitpunkt in gewissen Grenzen
verschieben. Wenn ich außerhalb dem Arbeitsweg nicht viel fahre,
reicht mir persönlich bei meinem 30 kWh EV sogar das Wochenende
für die Ladung aus. Also dann, wenn Industrie, Gewerbe, ...
wenig Strom brauchen. Die Situation wird sich bei größer
werdenden Akkus immer weiter verbessern.

Was allerdings noch fehlt ist eine Regelung der Ladevorgänge
nach den Bedürfnissen der Netzbetreiber und Stromerzeuger,
was ich mal mit Smart Grid umschreiben möchte.
Ralf Koenig (08.07.2017, 11:49)
Am 08.07.2017 um 08:35 schrieb Martin K.:
> Am Samstag, 8. Juli 2017 01:35:41 UTC+2 schrieb Ralf Koenig:
> Bei mir kostet der Strom 23 Cent/kWh. Und das ist nicht
> mal der günstigste Anbieter, sondern das örtliche Stadtwerk.


Vielleicht auch für ne größere Abnahmemenge.

> Ein Kernfehler der Energiewende ist, dass die EEG Umlage nur
> auf Strom umgelegt wird, nicht aber auf fossile Brennstoffe
> zu Heizzwecken.


BTW: Ja schon nicht auf *allen* Strom, sondern mit großzügigen
Ausnahmeregelungen für die Industrie - halt damit unter stärkerer
Belastung der Endverbraucher. Bei einer Industrie, die politisch
gewollt, Elektroautos bauen soll, beißt sich das in den Schwanz.

Also Vorschlag: Umlage auf fossile Brennstoffe auch zu Heizzwecken und
zusätzlich Mobilitätszwecken. Dann (Strom, Wärme, Verkehr) hätte man
alle drei großen Sektoren des Energie"verbrauchs" erwischt. Und auch der
Sprit würde wieder ein kleines Paket oben drauf bekommen.

Aber das, was du Kernfehler nennst, ist aktuell noch Gesetz. Das kann
geändert werden, aber Menschen müssten es wollen und dann Politiker
verabschieden und diese gesetzliche Grundlage ändern.

Der Kernfehler ist auch drin im EU-CO2-Emissionshandel (nur 45% der
Erzeuger sind dort erfasst). Dort wäre an sich die große Schraube zum
Dran drehen.

> In 2017 beträgt die EEG Umlage 6,88 Cent/kWh,
> was mit Umsatzsteuer 8,07 Cent/kWh sind. Ohne EEG Umlage würde
> mein vom Netz bezogener Strom also 15 Cent/kWh kosten.


Klingt schon freundlicher, aber eben "würde".

Die eine oder andere Wechselwirkung wäre noch zu überlegen. Die
niedrigeren Strompreise verändern ja auch wieder die Rentabilität von
z.B. WKA oder PV.

Und billiger Strom fördert hässliche Eigenschaften von Ineffizienz: z.B.
wenn sich nachträgliche Dämmung nicht mehr rechnet.

> Also, dann verteilen wir die EEG Umlage doch auf alle
> Energieträger.


Dann wäre ja auch Sprit wieder mit dabei, z.B. der Transportsektor.

> Ich schätze jetzt mal 2 Cent/kWh. Mein
> Strom kostet damit 17 Cent/kWh und Öl 7 Cent/kWh.


Ok.

> Jetzt nehmen wir eine Wärmepumpe mit Faktor 3 und die
> Stromheizung kostet 5,67 Cent/kWh, was günstiger als die
> 7 Cent/kWh von Öl ist.


Wobei der Betrieb der Wärmepumpe eben die technische Veränderung ist,
die dies nun ermöglicht. Denn plötzlich wird eine weitere Energiequelle
angezapft: Außenluft oder Geothermie.

Wer ein neues Haus baut: die Einfachheit, direkte Regelbarkeit, quasi
null Installationskosten und Wartungskosten von paar Elektroheizkörpern
hat eine Wärmepumpe aber "nicht ganz". :-) Aber wer noch das System hat,
warmes Wasser durchs Haus zu schicken, dort bietet es sich an, ja. Also
für Umrüstungen von Öl/Gas-Thermen.

Allerdings lässt sich aus Außenluft von -10°C auch weniger Wärme
reinpumpen, dann muss man also schon den Boden/Grundwassertemp anzapfen.
Aber ich geb dir Recht: das Konzept der Wärmepumpe verändert die gesamte
Heizwelt. Teureres Erdgas, teureres Heizöl bei günstigerem Strom (z.B.
durch die Veränderungen oben) würde diesen Wandel beschleunigen.

Aber als "Heizen aus Strom" würde ich es nicht bezeichnen, wenn 2/3 der
Energie aus Außenluft oder Geothermie kommen. Eher: Nutzung von
Umgebungswärme durch Stromeinsatz mittels Wärmepumpe.

> Und dabei ist jetzt noch gar nicht berücksichtigt, dass
> die Anteile selbst erzeugter PV Strom den Strompreis noch
> mal deutlich drücken würde. Und natürlich sind auch
> weiterhin Energiesparmaßnahmen angesagt, z.B. Wärmedämmung.


Unbestritten.

Ich glaube, ein Zurück zu den Autos wäre ganz angebracht, um im
thematischen Rahmen der Gruppe zu bleiben. Dort finde ich an sich
technologie-zentrierte Ansätze (bestimmte Konstruktionsansätze ganz
verbieten) in der Regel falsch. Besser die Ziele definieren
(CO2-Grenzen, Schadstoffemissionsgrenzen, Effizienzmindestwerte,
Verbrauchsgrenzen), und dann Ingenieuren freie Hand geben, aber die
Einhaltung der Grenzen auch prüfen.

Und wenn ein kleiner, leichter LPG/CNG-Voll-Hybrid in einem
Loremo-fahrwiderstandsarmen Auto dort gut in diese Ziele passt, warum
das Ding politisch "verbieten", nur weil es eine Konstruktion "non
grata" hat?
Gegen ein 2.5t-Model X (selbst wenn der ein politisch gewollter BEV ist)
sieht das Ding allemal besser aus.

Genau so für CNG- oder moderne, abgasgereinigte Dieselmotoren in den
schweren Pkw oder Nutzfahrzeugen an der Grenze zum Schwerverkehr. Oder
für Range Extender Verbrenner in BEVs vom Schlage eines i3 REx.

Die Konstruktionsvielfalt ist gerade bei den Hybriden immens. Klar ist
aber: auch der Überwachungsaufwand steigt dort. Tarnen, tricksen,
täuschen bekommen in Bezug auf Energieverbrauch und Emmissionen ganz
neue Möglichkeiten, weil die Variabilität sehr hoch wird. Beim BEV muss
keine Zulassungsbehörde zittern, dass sie verknackt wird, die kann man
durchwinken und weiterschlafen.

Den Gesamt-CO2-Ausstoß kann man anders angehen: ganz oben über die
CO2-Zertifikate, aber auf alles. Und dann jährlich die Daumenschrauben
anziehen. Dann gehen die Verbraucher (Industrie und privat) ganz
automatisch auf Sonne und Wind als Energiequellen, steigern die
Geräteeffizienz und finden auch Speichermöglichkeiten zum Überstehen der
Dunkelflaute-Phasen. Naja, oder verlassen als Industrie die Jurisdiktion
EU und gehen wohin, wo man noch frei das CO2 in die Luft ballern kann.
Herr Trump ist gerade bemüht.

Grüße,
Ralf
Ralf Koenig (08.07.2017, 12:29)
Am 08.07.2017 um 09:43 schrieb Martin K.:
> Am Freitag, 7. Juli 2017 23:08:47 UTC+2 schrieb Werner Holtfreter:


[..]
> Was allerdings noch fehlt ist eine Regelung der Ladevorgänge
> nach den Bedürfnissen der Netzbetreiber und Stromerzeuger,
> was ich mal mit Smart Grid umschreiben möchte.


Situation in DE:
Dafür sind gerade für alle Verbraucher weitere 0,006 ct/kWh auf den
Strompreis gekommen.

"Umlage nach § 18 der Verordnung zu abschaltbaren Lasten"


Mal schauen, was es dafür so schickes geben wird. Die Protokolle sind
doch an sich fertig, aber in den neuen BEVs/PHEVs müsste es sichtbar
drin sein und von Stromanbieterseite auch unterstützt werden.

Dann könnte ein Stromversorger einem immerhin den Ladestrom abdrehen,
wenn der zu Spitzenlastzeiten gerade keinen Strom abgeben will. Also
wenn der Stromvertrag zwischen Kunde und Stromversorger so gestaltet
ist. Aber als Motivation dazu muss sich vorher da auch wirklich was
sparen lassen.

Grüße,
Ralf
Werner Holtfreter (08.07.2017, 13:24)
Ralf Koenig wrote:

> Am 08.07.2017 um 08:35 schrieb Martin K.:
>> Am Samstag, 8. Juli 2017 01:35:41 UTC+2 schrieb Ralf Koenig:


>>> Dann rechne mal vor, wie das in DE billiger werden soll.
>>> Heizöl: 50 Cent pro Liter, also pro 10 kWh, macht 5 ct/kWh
>>> Strom: ca. 29 ct/kWh

>> Bei mir kostet der Strom 23 Cent/kWh. Und das ist nicht
>> mal der günstigste Anbieter, sondern das örtliche Stadtwerk.

> Vielleicht auch für ne größere Abnahmemenge.


Nein:

Versorger: KlickEnergie Tarif: KlickStrom12
Preisdetails
Verbrauchsannahme 855 kWh/Jahr
x Arbeitspreis pro kWh brutto (netto) 23,05 (19,37) Ct./kWh
= Arbeitspreis gesamt 197,08 ?/Jahr
+ Grundpreis brutto (netto) 65,57 (55,10) ?/Jahr
= Jahreskosten ohne Bonus 262,65 ?/Jahr

>> Ein Kernfehler der Energiewende ist, dass die EEG Umlage nur
>> auf Strom umgelegt wird, nicht aber auf fossile Brennstoffe
>> zu Heizzwecken.


Der dann von Ralf als gottgegeben hingenommen wird, in dem er die
Kosten *mit* Steuern kalkuliert.

Wir erinnern uns: Die CO2-Einsparung (ob zur Rettung des Klimas nun
sinnvoll oder nicht) ist eine Entscheidung der Politik, die uns
(jedenfalls kurzfristig) teurer kommt, als würden wir kein CO2
sparen. Die Frage muss demnach lauten, mit welchen Maßnahmen die
Mehrkosten pro gesparter Tonne CO2 am billigsten zu haben sind. Die
Steuer muss dabei außer Acht gelassen werden, denn diese ist
letztlich neutral in dem Sinne, dass sie von der Allgemeinheit
gezahlt, aber von der Allgemeinheit auch kassiert wird.

Lassen wir Steuern und Abgaben außer Acht, dann müssen wir gar
nichts rechnen - es reicht gesunder Menschenverstand:

Mit niedrigsten GESAMTkosten kann grüner Strom dort Öl ersetzen, wo
dessen Verbrauch direkt und stationär, also ohne Akkus möglich ist.

Die mögliche Effizienzsteigerung durch Wärmepumpen und die
Möglichkeit, dass die Stromanbieter die Abnahme bei den
Verbrauchern fernsteuern, um Spitzen zu glätten, kommt noch
obendrauf. Elektrische Direktheizung kann man sicherlich für 20 min
abschalten, ohne dass die Raumtemperatur nennenswert sinkt.
Elektrische Speicherheizungen ohne weiteres bis 20 Stunden.

Richtig ist, dass Solarenergie den erhöhten Heiz-Strombedarf im
Winter nicht decken kann. Dann muss eben der relative Anteil der
Windenergie gesteigert werden, während selbstverständlich auch auf
der Verbraucherseite ein Mix aus verschiedenen Energieträgern noch
für lange Zeit sinnvoll bleibt.
Werner Schmidt (08.07.2017, 14:58)
Martin K. schrieb am 07.07.2017 um 22:32:

> Der französische Umweltminister Nicolas Hulot will in
> Frankreich den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren
> bis 2040 einstellen.
> [...]
> Da kann sich Deutschland jetzt nicht lumpen lassen und
> sollte auch den Ausstieg aus den Verbrennungsmotoren
> festlegen. Auch als Signalwirkung an die deutsche Automobil-
> industrie, die schließlich auch planen muss. Ich persönlich
> bin für einen Zeitraum irgendwo zwischen 2030 und 2040.


jawoll! Können uns ja nicht von den Franzmännern rechts überholen
lassen, wo kämen wir denn hin!

;-)

Im Ernst:
> Außerdem muss der Ausbau regenerativer Energie wieder
> forciert werden und der überfällige Ausstieg aus den
> Kohlekraftwerken beschlossen werden.


ACK.

Gruß
Werner
M. Schmidt (08.07.2017, 18:40)
On 2017-07-07, Martin K. <MartinKobil> wrote:

> festlegen. Auch als Signalwirkung an die deutsche Automobil-
> industrie, die schließlich auch planen muss. Ich persönlich
> bin für einen Zeitraum irgendwo zwischen 2030 und 2040.


2030 hätte keine Signalwirkung, weil schon andere Länder zu
diesem Zeitpunkt (oder sogar noch früher) keine Verbrenner
mehr neu zulassen wollen. Überhaupt kann man annehmen, dass
man so ein Verbot nicht braucht, weil es Verbrenner bis dahin
eh nicht mehr neu geben wird.

Vgl. Nokia: 2007 50% noch Weltmarktanteil und 2012 Pleite,
ausgelöst größtenteils vom iPhone und Android. Bei den
Verbrennern wird es langsamer als 5 Jahre gehen, aber bis
2030 sind es noch 12.5 Jahre.
Ralf Koenig (08.07.2017, 23:55)
Am 08.07.2017 um 17:40 schrieb M. Schmidt:
> On 2017-07-07, Martin K. <MartinKobil> wrote:
> 2030 hätte keine Signalwirkung, weil schon andere Länder zu
> diesem Zeitpunkt (oder sogar noch früher) keine Verbrenner
> mehr neu zulassen wollen. Überhaupt kann man annehmen, dass
> man so ein Verbot nicht braucht, weil es Verbrenner bis dahin
> eh nicht mehr neu geben wird.
> Vgl. Nokia: 2007 50% noch Weltmarktanteil und 2012 Pleite,


Stimmt nicht. Lediglich Verkauf der Mobiltelefonsparte.

> ausgelöst größtenteils vom iPhone und Android. Bei den
> Verbrennern wird es langsamer als 5 Jahre gehen, aber bis
> 2030 sind es noch 12.5 Jahre.


Solange nicht klar ist, was mit "Verbrenner" konkret technisch gemeint
ist, hat die Diskussion aus meiner Sicht auch keinen Wert.

Gerade die ganzen Hybridkonzepte entziehen sich einer eindeutigen
Zuordnung und werden wie ein Spielball mal in das eine Feld ("elektrisch
genug"), mal in das andere geworfen ("zu nah am mikro-hybridierten
Verbrennungsmotor, und der ist noch Verbrennner").

Der Betrieb mit SynFuel müsste geklärt werden.

Gas-Motoren müssten klassifiziert werden. Auch für den Betrieb aus
EE-Methan.

Brennstoffzellen auch - denn diese sind auch klar eine
Verbrennungstechnologie, steckt ja schon im Namen.

Grüße,
Ralf
M. Schmidt (09.07.2017, 00:17)
On 2017-07-08, Ralf Koenig <ralfkoenig> wrote:

> Stimmt nicht. Lediglich Verkauf der Mobiltelefonsparte.


Das reicht doch. Von 150 Milliarden-Börsenwert auf 5. Es
zeigt, wie schnell eine damals recht arrogant und träge
agierende Firma weg vom Fenster sein kann. Und das hat eine
gewisse Ähnlichkeit mit einer hierzulande weit verbreiteten
Industriespate.

> Solange nicht klar ist, was mit "Verbrenner" konkret technisch gemeint
> ist, hat die Diskussion aus meiner Sicht auch keinen Wert.


Ich meine damit alles, was nicht rein elektrisch ist. Die
Elektrofahrzeuge haben nämlich eine angenehm geringe
Komplexität (Wartungskosten) - und wenn die Akkus weiter
10% pro Jahr billiger werden, sind sie auch bald für viele
wirtschaftlich interessanter and Benzin/Diesel.
Sieghard Schicktanz (09.07.2017, 03:44)
Hallo Werner,

Du schriebst am Sat, 8 Jul 2017 13:58:43 +0200:

> > Der französische Umweltminister Nicolas Hulot will in
> > Frankreich den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren
> > bis 2040 einstellen.


Iregendwie kommt mir der Name von was anderem bekannt vor...

....
> > forciert werden und der überfällige Ausstieg aus den > Kohlekraftwerken
> > beschlossen werden.

> ACK.


Wobei aber nicht vergessen werden darf, daß hier enorme Speicherkapazitäten
nötig werden. Das ist bisher _sträflich_ vernachlässigt worden und wird
sich mit Sicherheit äußerst unangenehm auswirken - im Süden fängt das schon
allmählich an, weil da ja "sinnigerweise" der Ausbau der Windkraftgewinnung
blockiert wurde ("10H-Regelung") und auch noch die Zuleitungen fehlen.

(BTW, bzgl. Speicherung, darf ich mal wieder an meine Idee des "inversen
Pumpspeicherwerks" verweisen?)

--

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