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Eberhard Steinhauer (08.09.2018, 20:38)
Die SPD fordert maximale Mietsteigerungen in Höhe der jährlich
gefühlten Inflationsrate (~2%)

Wäre sowas eigentlich grundgesetzlich erlaubt?

Ich mein, ich kann doch auch nicht an der Kasse beim Aldi sagen:
"Der Käse ist 20% teurer als letztes Jahr, ich geb Ihnen 18%
weniger, und tschüss"

Eberhard
Rupert Haselbeck (08.09.2018, 22:00)
Eberhard Steinhauer schrieb:

> Die SPD fordert maximale Mietsteigerungen in Höhe der jährlich
> gefühlten Inflationsrate (~2%)
> Wäre sowas eigentlich grundgesetzlich erlaubt?


Man mag durchaus darüber sinnieren, ob das ein enteignungsgleicher Eingriff
sein könnte.
Man mag aber auch kurz ein paar wirtschaftliche Gedankengänge aufkommen
lassen und zum Ergebnis kommen, dass eine solche Lösung allenfalls
kurzfristig ein gewünschtes Ergebnis wird haben können. Wer sollte denn noch
in den Wohnungsbau investieren (Neubau und vor allem auch Instandhaltung des
Bestandes), wenn jeglicher Rückfluss der Investition gesetzlich verhindert
wird

> Ich mein, ich kann doch auch nicht an der Kasse beim Aldi sagen:
> "Der Käse ist 20% teurer als letztes Jahr, ich geb Ihnen 18%
> weniger, und tschüss"


Wenn es ein entsprechendes Gesetz gibt, dann kannst du das sehr wohl sagen.
Es wird aber wohl nur noch wenig Käse geben, sobald es ein solches Gesetz
gibt...

MfG
Rupert
Oliver Jennrich (08.09.2018, 22:10)
Rupert Haselbeck <mein-rest-muell> writes:

> Eberhard Steinhauer schrieb:
> Man mag durchaus darüber sinnieren, ob das ein enteignungsgleicher Eingriff
> sein könnte.
> Man mag aber auch kurz ein paar wirtschaftliche Gedankengänge aufkommen
> lassen und zum Ergebnis kommen, dass eine solche Lösung allenfalls
> kurzfristig ein gewünschtes Ergebnis wird haben können. Wer sollte denn noch
> in den Wohnungsbau investieren (Neubau und vor allem auch Instandhaltung des
> Bestandes), wenn jeglicher Rückfluss der Investition gesetzlich verhindert
> wird


Man kann das sicher theoretisch erörtern (u.a. ist die Frage
diskutierendswert, wieso durch die Begrenzung einer *Steigerung*
eigentlich der Rückfluss der Investition verhindert wird - der Satz
scheintmir selbst grammatisch nur marginal Sinn zu ergeben) oder man
kann ganz einfach mal über den Tellerrand schauen und feststellen, dass
im wesentlichen diese Regelung in den NL seit Jahrzehnten existiert.

Und glaube mir, an Neubauten herrscht hier kein Mangel.
Detlef Meißner (08.09.2018, 23:28)
Rupert Haselbeck schrieb:
[..]
> Wenn es ein entsprechendes Gesetz gibt, dann kannst du das sehr wohl sagen.
> Es wird aber wohl nur noch wenig Käse geben, sobald es ein solches Gesetz
> gibt...


Käse isst man, Wohnungen nicht.

Detlef
Stefan (09.09.2018, 07:41)
Am 08.09.2018 um 22:10 schrieb Oliver Jennrich:
> Rupert Haselbeck <mein-rest-muell> writes:
>> Eberhard Steinhauer schrieb:


> Man kann das sicher theoretisch erörtern (u.a. ist die Frage
> diskutierendswert, wieso durch die Begrenzung einer *Steigerung*
> eigentlich der Rückfluss der Investition verhindert wird - der Satz
> scheintmir selbst grammatisch nur marginal Sinn zu ergeben) oder man
> kann ganz einfach mal über den Tellerrand schauen und feststellen, dass
> im wesentlichen diese Regelung in den NL seit Jahrzehnten existiert.
> Und glaube mir, an Neubauten herrscht hier kein Mangel.


Es dauert alles eine gewisse Zeit, bis die Folgen sichtbar werden.

In der DDR hatte man auch sowas wie die Mietpreisbremse. Ging noch etwas
weiter, führte aber zu extrem niedrigen Mieten.

Die Folge war Mangel an neuen Wohnung und Vernachlässigung und Verfall
des Wohnungsbestandes.

Das Ergebnis solcher linksppulistischer Maßnahmen ist immer dasselbe.
Die Frage ist nur, wie lange es dauert, bis die Folgen spürbar werden
bzw. bis das Regime die Folgen nicht mehr leugnen kann.
A. Expert (09.09.2018, 08:41)
Am 08.09.2018 um 20:38 schrieb Eberhard Steinhauer:
> Die SPD fordert maximale Mietsteigerungen in Höhe der jährlich
> gefühlten Inflationsrate (~2%)
> Wäre sowas eigentlich grundgesetzlich erlaubt?
> Ich mein, ich kann doch auch nicht an der Kasse beim Aldi sagen:
> "Der Käse ist 20% teurer als letztes Jahr, ich geb Ihnen 18%
> weniger, und tschüss"


Merkel und die SPD arbeiten (wie alle Linken) in den letzten
Jahren nur mehr mit *leeren* *Worthülsen*. Das ist so wie
mit der "Armlänge Abstand" oder "Aus Migration Chance machen".

Ja, einige Chancen sehe wir schon jetzt:
*Die Chance,
erstochen zu werden.
*Die Chance,
dass Frauen sich Abends nicht mehr alleine auf die Straße trauen
*Die Chance,
als Nazi bezeichnet zu werden, wenn man nicht einverstanden ist
*Die Chance,
dass Europa islamisiert wird
*Die Chance,
dass die eigene Kultur zurückgedrängt /unterdrückt wird

Oder Merkels "Wir schaffen das"

Bart ab, ein freundliches Lächeln, Pass gezielt verloren, - und
schon wird aus dem Kämpfer des Islamischen Staates, Al Quaidas,
der Nusra Front oder anderen "freundlichen" Gesellen ein
treu sorgender Familienvater, auf dem Weg nach Deutschland.

Dazu gab und gibt es *Tausende* Vorher- Nachher Fotos im Netz.
Bspl. Facebook Pics of Jihadis Entering as "Refugees"!


Von diesen IS-Schlächtern erwarten Merkel noch Integration
in das liberale deutsche Gemeinwesen!

Klar doch, "Wir schaffen das".
Wolfgang Kynast (09.09.2018, 09:31)
On Sun, 9 Sep 2018 07:41:37 +0200, "Stefan" posted:

>Am 08.09.2018 um 22:10 schrieb Oliver Jennrich:
>Es dauert alles eine gewisse Zeit, bis die Folgen sichtbar werden.


was war jetzt an ""
Wolfgang Kynast (09.09.2018, 09:33)
On Sun, 9 Sep 2018 07:41:37 +0200, "Stefan" posted:

>Am 08.09.2018 um 22:10 schrieb Oliver Jennrich:
>Es dauert alles eine gewisse Zeit, bis die Folgen sichtbar werden.


was war jetzt an "in den NL seit Jahrzehnten existiert" so schwer zu
verstehen?
Wolfgang Kynast (09.09.2018, 09:34)
On Sun, 9 Sep 2018 08:41:09 +0200, "A. Expert " posted:

....
>Klar doch, "Wir schaffen das".


Den braunen Schleim zu entsorgen? Sicher doch!
Stefan (09.09.2018, 10:53)
Am 09.09.2018 um 09:33 schrieb Wolfgang Kynast:
> On Sun, 9 Sep 2018 07:41:37 +0200, "Stefan" posted:
> was war jetzt an "in den NL seit Jahrzehnten existiert" so schwer zu
> verstehen?


Ich kenne die Verhälnisse in NL nicht, obwohl ich geschäftlich viel mit
Niederländern zu tun habe und auch gelegentlich in die Niederlande fahre.

Was mir dort auffällt sind die vergleichsweise kleinen Wohnhäuser.
Auf der anderen Seite ist die Wohneigentumsquote in den Niederlanden
höher als in D.

Gerade mal gegoogelt, es gibt wohl deutlich weniger Mietwohnungen als in
Deutschland und die Mieten sind wohl tendentiell höher.

Die naheliegendste Schlüssfolgerung wäre:

Mietpreisbremse = weniger Mietwohnungen = höhere Mieten = mehr Wohneigentum

Klingt eigentlich nicht so verkehrt...
Detlef Meißner (09.09.2018, 11:33)
Stefan schrieb:

> Die naheliegendste Schlüssfolgerung wäre:
> Mietpreisbremse = weniger Mietwohnungen = höhere Mieten = mehr Wohneigentum
> Klingt eigentlich nicht so verkehrt...


Nur für Leute, die genug Geld zum Bauen haben.

Klar, wenn ich 800 ¤ Kaltmiete zu zahlen habe, kann ich mir dafür auch
ein Häuschen leisten - weit draußen.

Detlef
Lars Gebauer (09.09.2018, 11:48)
* Stefan:
> In der DDR hatte man auch sowas wie die Mietpreisbremse. Ging noch etwas
> weiter, führte aber zu extrem niedrigen Mieten.
> Die Folge war Mangel an neuen Wohnung und Vernachlässigung und Verfall
> des Wohnungsbestandes.


Das hört man sehr sehr oft; es ist aber dennoch ganz einfach ganz
falsch.

Vernachlässigung und Verfall waren nicht die Folge (zu) niedriger
Mieten sondern die Folge von ganz realem Mangel an ganz realen
Ressourcen wie Baumaterial, Arbeitskräften usw.usf. /Daran/ hätten
höhere Mieten überhaupt nichts geändert. 100 M mehr Miete hätten dem
Vermieter nichts genutzt denn er hätte trotzdem nicht 1 Sack Zement
mehr kaufen können.

Die vorhandenen Ressourcen hingegen wurden voll auf den Neubau von
Wohnungen konzentriert. Um eben den Mangel an Wohnraum zu beseitigen.
Da war man auch auf einem guten Weg; der industrielle Neubau von
Wohnungen war durchweg ressourcenschonender als die kleinteilige
Sanierung des Bestandes.
Wolfgang Kynast (09.09.2018, 12:33)
rOn Sun, 9 Sep 2018 10:53:42 +0200, "Stefan" posted:

>Am 09.09.2018 um 09:33 schrieb Wolfgang Kynast:
>Ich kenne die Verhälnisse in NL nicht, obwohl ich geschäftlich viel mit
>Niederländern zu tun habe und auch gelegentlich in die Niederlande fahre.
>Was mir dort auffällt sind die vergleichsweise kleinen Wohnhäuser.
>Auf der anderen Seite ist die Wohneigentumsquote in den Niederlanden
>höher als in D.


Bedingt mW durch wesentlich weniger Kriegszerstörungen.

>Gerade mal gegoogelt, es gibt wohl deutlich weniger Mietwohnungen als in
>Deutschland und die Mieten sind wohl tendentiell höher.
>Die naheliegendste Schlüssfolgerung wäre:
>Mietpreisbremse = weniger Mietwohnungen = höhere Mieten = mehr Wohneigentum
>Klingt eigentlich nicht so verkehrt...


Was spricht eigentlich dagegen, die Verzinsung der Investition auf den
marktüblichen Wert zu begrenzen? ZB Investition 100000¤, derzeit 3%
Verzinsung, macht 3000 ¤ Jahreskaltmiete. So in etwa macht es die
Schweiz:


Aber du und Haselbeck, für euch ist Freiheit ja das Recht der Reichen,
immer reicher zu werden.
Alexander Goetzenstein (09.09.2018, 13:22)
Hallo,

Am 09.09.2018 um 11:48 schrieb Lars Gebauer:
> Vernachlässigung und Verfall waren nicht die Folge (zu) niedriger
> Mieten sondern die Folge von ganz realem Mangel an ganz realen
> Ressourcen wie Baumaterial, Arbeitskräften usw.usf. /Daran/ hätten
> höhere Mieten überhaupt nichts geändert. 100 M mehr Miete hätten dem
> Vermieter nichts genutzt denn er hätte trotzdem nicht 1 Sack Zement
> mehr kaufen können.


dem darf ich mal widersprechen: in meiner Familie gab es mehrere
vermietete Wohnimmobilien in privatem Eigentum. Durch die
festgeschriebenen viel zu niedrigen Mieten konnten die Häuser einfach
nicht mehr gehalten werden, obwohl das nötige Material durchaus zu haben
war -zwar nicht im Überfluss, aber die Not hätte deutlich gemindert
werden können. So jedoch mussten die Häuser an den Staat abgegeben
werden -entschädigungslos, versteht sich- woraufhin noch nicht einmal
das Wenige gemacht wurde, was mit den Mieten hätte gemacht werden
können. In der Folge wurden die Immobilien zu für Wohnzwecke nicht
geeigneten Ruinen erklärt, so dass niemand sich mehr kümmern musste.
Problem: die Mieter mussten trotzdem Miete zahlen (es passierte ihnen
aber auch nichts, wenn sie es nicht taten), konnten aber auch nicht
umziehen, denn es gab ja keine Wohnungen, und hausten so in Bruchbuden
teilweise sogar ohne Heizung und ohne Wasser. Nur wer sich selbst
kümmerte, hat auch immer etwas bekommen; das weiß ich von meinem
Großonkel, der in der DDR Maurermeister war.

Das lustige daran: nach der Vereinigung kam dann heraus, dass die Mädels
im Grundbuchamt schlicht die Grundbücher nicht umgeschrieben hatten, so
dass die Immobilien wieder an die Familie zurückfielen. Zwei dieser
Häuser wurden aus Sentimentalität wieder aufgebaut; eines davon trägt
sich angesichts der nötig gewordenen Investitionen durch "westliche"
Mieten gerade mal so (Nullsummenspiel), das andere wurde auf halber
Strecke wieder an den Staat zurück überwiesen, als die Eigentümerin
starb und keiner der Erben das Haus haben wollte -es wäre ein heftiges
Verlustgeschäft geworden, denn hier waren keine ausreichenden Mieten
erzielbar. Folge: als ich vor ein paar Monaten (zwei Jahre nach dem Tod
der ehemaligen Eigentümerin) daran vorbei fuhr, war es erkennbar
unbewohnt und verfallen -im Herzen einer Kreisstadt.

Also nein: nur am Materialmangel lag es nicht, und angemessene Mieten
hätten Vieles auch schon zu DDR-Zeiten verhindern können. Aber für 45
Mark im Monat kann niemand irgendetwas erhalten, schon gar keine
3-Zimmer-Wohnung.
Stefan (09.09.2018, 13:30)
Am 09.09.2018 um 12:33 schrieb Wolfgang Kynast:
> rOn Sun, 9 Sep 2018 10:53:42 +0200, "Stefan" posted:


>> Die naheliegendste Schlüssfolgerung wäre:
>> Mietpreisbremse = weniger Mietwohnungen = höhere Mieten = mehr Wohneigentum
>> Klingt eigentlich nicht so verkehrt...

> Was spricht eigentlich dagegen, die Verzinsung der Investition auf den
> marktüblichen Wert zu begrenzen? ZB Investition 100000¤, derzeit 3%
> Verzinsung, macht 3000 ¤ Jahreskaltmiete. So in etwa macht es die


Ganz einfach: Dann ist kaum noch jemand so bescheuert, sein Geld in
Wohnungen anzulegen um diese zu vermieten.