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Michael Landenberger (03.06.2018, 17:59)
Hallo,

an einem (1&1) Versatel-Geschäftskundenanschluss soll demnächst das Produkt VT
Internet [vdsl plus] mit bis zu 50 Mbit/s
(<https://www.versatel.de/business/produkte/internet>) geschaltet werden. Da
es sich um den Anschluss einer Behörde handelt, die mit Versatel einen
Großabnehmer-Rahmenvertrag geschlossen hat, sind die Konditionen nicht
dieselben wie wenn man den Anschluss direkt bei Versatel bestellt.
Insbesondere wird nicht automatisch zum Anschluss ein Modem geliefert, sondern
Anschluss und Modem werden getrennt angeboten und müssen separat bezahlt
werden. Allerdings ist ein VDSL2-fähiger Modem-Router Draytek Vigor2760
Delight <(https://www.draytek.de/vigor2760-delight-serie.html>) bereits
vorhanden. Wenn möglich, soll dieser Router verwendet werden. Dies hat nicht
nur Kostengründe: lt. Rahmenvertrag handelt es sich bei dem von Versatel
angebotenen Modem-Router um eine Fritzbox 7490. Das ist bekanntlich ein
Consumer-Teil, dessen Funktionsumfang und Zuverlässigkeit als nicht
ausreichend für den Betrieb an einem Business-Anschluss angesehen wird.

Ich wüsste jetzt gerne, ob Business-VDSL von Versatel und besagter
Draytek-Router reibungslos zusammenarbeiten. Dazu müsste ich zunächst wissen,
welche VDSL-Technik Versatel nutzt (bei der Versatel-Hotline kann oder will
mir das leider keiner verraten :-() Standort ist Berlin, da hat Versatel ein
eigenes Netz. Ich will aber nicht ausschließen, dass Versatel nur für das
(derzeit geschaltete) ADSL auf eigene Technik zurückgreifen kann und bei VDSL
auf einen Vorleister angewiesen ist. Wenn ja, dürfte der vermutlich "Telekom"
heißen. Wenn ich das in Erfahrung bringen könnte, könnte ich beim
Routerhersteller anfragen, ob Probleme zu erwarten sind. Ich vermute mal,
nein, aber ich will sichergehen, dass am Tag der Umstellung alles glatt geht.

Falls jedoch hier schon jemand Erfahrungen mit dem Vigor2760 an Telekom VDSL
(oder was auch immer Versatel bereitzustellen gedenkt) hat, wäre es nett, wenn
er/sie die mit mir teilen würde, denn dann müsste ich mich nicht mit gleich 2
möglicherweise nicht ganz so gut informierten Hotlines herumschlagen. Danke!

Gruß

Michael
Thomas Gohel (03.06.2018, 19:09)
Michael Landenberger meinte zum Thema "Modem-Kompatibilitätsfrage"

Hallo Michael,

> Ich wüsste jetzt gerne, ob Business-VDSL von Versatel und besagter
> Draytek-Router reibungslos zusammenarbeiten. Dazu müsste ich zunächst
> wissen, welche VDSL-Technik Versatel nutzt


Das ist doch im Prinzip egal, denn der Vigor kann doch Vectoring.

> Vorleister angewiesen ist. Wenn ja, dürfte der vermutlich "Telekom"
> heißen. Wenn ich das in Erfahrung bringen könnte, könnte ich beim
> Routerhersteller anfragen, ob Probleme zu erwarten sind.


Es kommt darauf an "wer was wo" schaltet. Berlin ist groß ... ;-)

> Falls jedoch hier schon jemand Erfahrungen mit dem Vigor2760 an
> Telekom VDSL (oder was auch immer Versatel bereitzustellen gedenkt)


Die eigentliche Frage ist doch nur, wie willst Du das Problem um die
SIP-Telefonie lösen?

Tschau,

--------------
/ h o m a s
Michael Landenberger (03.06.2018, 20:03)
"Thomas Gohel" schrieb am 03.06.2018 um 19:09:00:

> Michael Landenberger meinte zum Thema "Modem-Kompatibilitätsfrage"
> Hallo Michael,
>> Ich wüsste jetzt gerne, ob Business-VDSL von Versatel und besagter
>> Draytek-Router reibungslos zusammenarbeiten. Dazu müsste ich zunächst
>> wissen, welche VDSL-Technik Versatel nutzt

> Das ist doch im Prinzip egal, denn der Vigor kann doch Vectoring.


Du hast es offenbar noch nie erlebt, dass sich ein DSL-Modem trotz
Kompatibilität "auf dem Papier" in der Realität partout nicht verbinden wollte
;-)

> Es kommt darauf an "wer was wo" schaltet. Berlin ist groß ... ;-)


Genau das konnte ich bisher nicht herausfinden. Versatel hat ein eigenes
Glasfasernetz in Berlin. Haben sie auch eigene VDSL-DSLAMs? Und wenn ja, wie
findet man die Standorte heraus?

Fakt ist: für den bisher geschalteten ADSL-Anschluss mit gerade mal 6 Mbit/s
war bis vor einiger Zeit von Versatel partout kein VDSL-Upgrade zu bekommen.
Die Leitungsdaten (ca. 30 dB Dämpfung, ca. 8 dB SNR) lassen eine mindestens 2
km lange Leitung vermuten. Daher nehme ich an, dass die derzeit genutzte TAL
im nächstgelegenen Hauptverteiler endet. Der ist tatsächlich ca. 2 km weit
entfernt. Gleichzeitig sah sich Versatel offenbar außerstande, sich auf einen
näher gelegenen Unterverteiler aufzuschalten. Deswegen haben sie stets
abgewinkt, wenn man nach einem VDSL-Upgrade gefragt hat.

Einige Zeit nach der Übernahme von Versatel durch 1&1 änderte sich das jedoch.
Jetzt ist ein VDSL-Upgrade plötzlich kein Problem mehr. Es ist zwar möglich,
dass 1&1 das Versatel-Netz nach der Übernahme ausgebaut und neue
Outdoor-DSLAMs aufgestellt hat. Für wahrscheinlicher halte ich es aber, dass
sich das Versatel-Netz immer noch im selben Zustand befindet wie vor der
Übernahme und 1&1 daher zur Schaltung von VDSL-Anschlüssen auf einen
Vorleister zurückgreifen muss. Die hierfür nötigen Partnerschaften zwischen
1&1 und den Vorleistern bestehen ja schon lange und nach der Übernahme können
auch Versatel-Kunden davon profitieren.

Weiterhin habe ich in Erfahrung gebracht, dass die Telekom am betreffenden
Standort VDSL mit bis zu 100 Mbit/s bereitstellen kann. Das ist ein Hinweis
auf Vectoring. Bei Vectoring können sich aber nicht verschiedene Anbieter auf
ein TAL-Bündel aufschalten, was wiederum dafür spricht, dass auch
Telekom-Mitbewerber VDSL-Vorleistungen von der Telekom beziehen.

In der Nähe des Standorts steht ein Telekom-Outdoor-DSLAM. Andere DSLAMs gibt
es nicht. Auch das spricht dafür, dass die Telekom der einzige DSL-Carrier
ist, der an der betreffenden Adresse VDSL schalten kann, und dass
Telekom-Mitbewerber darauf zurückgreifen müssen.

> Die eigentliche Frage ist doch nur, wie willst Du das Problem um die
> SIP-Telefonie lösen?


Gar nicht. Der Anschluss dient nur als reiner Internetzugang, die Telefonie
wird nicht genutzt. Telefoniert wird über andere Leitungen.

Gruß

Michael
Michael Landenberger (03.06.2018, 20:12)
"Michael Landenberger" schrieb am 03.06.2018 um 20:03:20:

> Du hast es offenbar noch nie erlebt, dass sich ein DSL-Modem trotz
> Kompatibilität "auf dem Papier" in der Realität partout nicht verbinden
> wollte
> ;-)


Hier ein kleines Beispiel, was alles passieren kann:
<https://telekomhilft.telekom.de/t5/All-IP-das-digitale-Netz/VDSL-100-Draytek-Vigor-130/td-p/2664137>

Hier hat sich ein Draytek-Modem (von dem ich vermute, dass es technisch
ähnlich zum Modem im Vigor2760 ist) zwar mit VDSL verbunden, aber mit viel zu
niedriger Geschwindigkeit. Das Problem ließ sich aber durch eine andere
Firmware lösen. Solche Sachen würde ich gerne im Vorfeld klären, damit die
Umschaltung möglichst reibungslos über die Bühne geht.

Gruß

Michael
Daniel Weber (03.06.2018, 21:42)
Am 03.06.2018 um 20:03 schrieb Michael Landenberger:
> Genau das konnte ich bisher nicht herausfinden. Versatel hat ein eigenes
> Glasfasernetz in Berlin. Haben sie auch eigene VDSL-DSLAMs? Und wenn ja, wie
> findet man die Standorte heraus?


Bietet die Telekom am fraglichen Standort VDSL-Vectoring an? Wenn ja,
dann darf dort niemand anderes VDSL (welcher Ausprägung auch immer)
realisieren.

Ciao,
Daniel
Michael Landenberger (03.06.2018, 22:09)
"Daniel Weber" schrieb am 03.06.2018 um 21:42:32:

> Bietet die Telekom am fraglichen Standort VDSL-Vectoring an? Wenn ja,
> dann darf dort niemand anderes VDSL (welcher Ausprägung auch immer)
> realisieren.


Ja, die Telekom bietet VDSL mit bis zu 100 Mbit/s an. Versatel allerdings nur
bis 50 Mbit/s (was im vorliegenden Fall aber ausreicht).

Es kristallisiert sich also immer mehr heraus, dass der neue Anschluss wohl
auf Telekom VDSL basieren wird. Ich habe inzwischen noch ein paar Infos
gefunden, wie man ein Draytek-Modem auf Telekom VDSL vorbereiten kann, u. a.
diese hier:
<https://telekomhilft.telekom.de/t5/All-IP-das-digitale-Netz/VDSL-100-Draytek-Vigor-130/td-p/2664137>
<https://www.router-forum.de/draytek-vigor/vigor-2860n-kein-voller-vdsl-durchsatz.t66105/>

Sieht so aus, als müsste ich dem Vigor2760 erstmal eine neue Firmware
verpassen.

Gruß

Michael
Jörg Tewes (03.06.2018, 23:25)
Michael Landenberger schrieb:
> "Thomas Gohel" schrieb am 03.06.2018 um 19:09:00:
> Du hast es offenbar noch nie erlebt, dass sich ein DSL-Modem trotz
> Kompatibilität "auf dem Papier" in der Realität partout nicht verbinden wollte
> ;-)


Dann dürftest du hier aber falsch sein. User die einen Versatel
Business VDSL Anschluß mit einem Vigor Router betreiben wollen dürften
sowieso schon recht selten sein, und hier im Usenet noch viel
seltener. Ich fürchte du wirst hier keinen mit Reallife Erfahrungen
finden.

>> Es kommt darauf an "wer was wo" schaltet. Berlin ist groß ... ;-)

> Genau das konnte ich bisher nicht herausfinden. Versatel hat ein eigenes
> Glasfasernetz in Berlin. Haben sie auch eigene VDSL-DSLAMs? Und wenn ja, wie
> findet man die Standorte heraus?


Wird beim Kunden vielleicht FTTH geschaltet und nur ab Keller VDSL
benutzt?

> Fakt ist: für den bisher geschalteten ADSL-Anschluss mit gerade mal 6 Mbit/s
> war bis vor einiger Zeit von Versatel partout kein VDSL-Upgrade zu bekommen.
> Die Leitungsdaten (ca. 30 dB Dämpfung, ca. 8 dB SNR) lassen eine mindestens 2
> km lange Leitung vermuten. Daher nehme ich an, dass die derzeit genutzte TAL
> im nächstgelegenen Hauptverteiler endet. Der ist tatsächlich ca. 2 km weit
> entfernt. Gleichzeitig sah sich Versatel offenbar außerstande, sich auf einen
> näher gelegenen Unterverteiler aufzuschalten. Deswegen haben sie stets
> abgewinkt, wenn man nach einem VDSL-Upgrade gefragt hat.


Wie üblich, keiner will ausbauen.

> Einige Zeit nach der Übernahme von Versatel durch 1&1 änderte sich das jedoch.
> Jetzt ist ein VDSL-Upgrade plötzlich kein Problem mehr. Es ist zwar möglich,
> dass 1&1 das Versatel-Netz nach der Übernahme ausgebaut und neue
> Outdoor-DSLAMs aufgestellt hat. Für wahrscheinlicher halte ich es aber, dass
> sich das Versatel-Netz immer noch im selben Zustand befindet wie vor der
> Übernahme und 1&1 daher zur Schaltung von VDSL-Anschlüssen auf einen
> Vorleister zurückgreifen muss. Die hierfür nötigen Partnerschaften zwischen
> 1&1 und den Vorleistern bestehen ja schon lange und nach der Übernahme können
> auch Versatel-Kunden davon profitieren.


Nachdem hier Vectoring ausgebaut wurde kann 1&1 auch VDSL 100
anbieten. Wird bei euch ähnlich sein, Telekom baut aus und die anderen
schalten und erwecken bei ihren Kunden den Anschein das sie selber
ausgebaut hätten.

Bye Jörg
Thomas Gohel (03.06.2018, 23:34)
Hallo Michael,

>> Das ist doch im Prinzip egal, denn der Vigor kann doch Vectoring.

> Du hast es offenbar noch nie erlebt, dass sich ein DSL-Modem trotz
> Kompatibilität "auf dem Papier" in der Realität partout nicht
> verbinden wollte ;-)


Möchtest Du jetzt eine Antwort oder einen Roman ... ;-)

>> Es kommt darauf an "wer was wo" schaltet. Berlin ist groß ... ;-)

> Genau das konnte ich bisher nicht herausfinden. Versatel hat ein
> eigenes Glasfasernetz in Berlin.


Es gibt keine eigenen Anbieter in Berlin für Otto-Normal-Anbieter.

> Haben sie auch eigene VDSL-DSLAMs?


Siehe eine Antwort weiter oben.

> Und wenn ja, wie findet man die Standorte heraus?


Das war jetzt einfach. ;-)

> Einige Zeit nach der Übernahme von Versatel durch 1&1 änderte sich
> das jedoch. Jetzt ist ein VDSL-Upgrade plötzlich kein Problem mehr.


Da 1&1 schon seit Jahren auch die Telekom bei VDSL als Vorleister
nutzt, bei ADSL konnte das so ziemlich jeder sein, solange es wohl
das billigste Angebot aus der örtlichen DSL-Port-Reste-Rampe war.

> Es ist zwar möglich, dass 1&1 das Versatel-Netz nach der Übernahme
> ausgebaut und neue Outdoor-DSLAMs aufgestellt hat.


1&1 baut aus, der war jetzt echt gut ...

>> Die eigentliche Frage ist doch nur, wie willst Du das Problem um die
>> SIP-Telefonie lösen?

> Gar nicht. Der Anschluss dient nur als reiner Internetzugang, die
> Telefonie wird nicht genutzt. Telefoniert wird über andere Leitungen.


Damit ist doch ein großes Problem vom Tisch.

Tschau,

--------------
/ h o m a s
Thomas Gohel (03.06.2018, 23:35)
Hallo Michael,

> Hier hat sich ein Draytek-Modem (von dem ich vermute, dass es
> technisch ähnlich zum Modem im Vigor2760 ist) zwar mit VDSL
> verbunden, aber mit viel zu niedriger Geschwindigkeit. Das Problem
> ließ sich aber durch eine andere Firmware lösen.


Bei den Fritz!Boxen (z.B 7490) brauchst Du auch eine aktuelle Labor-
Firmware, damit diese bei Vectoring ebenfalls so stabil läuft wie bei
normalen VDSL.

Tschau,

--------------
/ h o m a s
Manfred Haertel (04.06.2018, 04:29)
Michael Landenberger schrieb:

> Du hast es offenbar noch nie erlebt, dass sich ein DSL-Modem trotz
> Kompatibilität "auf dem Papier" in der Realität partout nicht verbinden wollte
> ;-)


Genau das ist im Moment ein großes Problem, übrigens nicht nur bei VDSL,
sondern auch schon bei ADSL2+. Da nutzt es nix, wenn es "eigentlich
funktionieren müsste", da nutzt es nicht mal was, wenn man sich vom
Provider ein Modem hat empfehlen lassen, wenn es ein Problem gibt, zieht
sich der Service des Providers auf den Standpunkt zurück, der Fehler
läge im Modem des Kunden. Punkt.

Halbwegs auf der sicheren Seite ist man mit Geräten mit sehr großer
Verbreitung wie z.B. der Fritz-Box. Da kennen die Entwickler
offensichtlich (fast?) alle Schikanen und haben gegen gearbeitet. Wobei
ich auch schon mal einen ADSL2+-Anschluss erlebt habe, der laut Provider
OK war, an dem aber selbst eine zum Test angeschlossene Fritzbox nur
dann lief, wenn man die Schieberegler ganz auf die Seite der
Betriebssicherheit und weg von der Performance bewegt hat...

Spannend ist noch, dass sich manche derartige Problem auch durch
hinreichend langes Aussitzen beheben... will sagen, auf einmal geht es
dann doch mit dem ursprünglichen Modem, ohne dass der Provider was
gemacht hat... sagt er zumindest...
Michael Landenberger (04.06.2018, 08:33)
"Jörg Tewes" schrieb am 03.06.2018 um 23:25:55:

> Wird beim Kunden vielleicht FTTH geschaltet und nur ab Keller VDSL
> benutzt?


Nein. Das DSL kommt per TAL ins Haus. Das ist schon jetzt so (ADSL) und es
wird nur ein VDSL-Upgrade geben. Natürlich dürfte die TAL anbieterseitig
umrangiert werden, denn an der jetzt geschalteten TAL (geschätzte 2 km lang,
30 dB Dämpfung, 8 dB SNR) geht kein VDSL. Das ändert aber nichts an der
Tatsache, dass die Glasfaser nicht ins Haus führt, sondern am nächstgelegenen
Outdoor-DSLAM endet.

> Wie üblich, keiner will ausbauen.


Das wäre kein Problem, wenn man dann wenigstens mit Vorleistern kooperieren
würde. Aber auch das wollte Versatel nicht. 1&1 als neuer Versatel-Eigentümer
will es offenbar schon.

> Nachdem hier Vectoring ausgebaut wurde kann 1&1 auch VDSL 100
> anbieten. Wird bei euch ähnlich sein, Telekom baut aus und die anderen
> schalten und erwecken bei ihren Kunden den Anschein das sie selber
> ausgebaut hätten.


Wenn mit Vectoring ausgebaut wird, dann darf sowieso nur ein Anbieter
ausbauen. Das ist in den meisten Fällen die Telekom. D. h. 1&1 könnte gar
nicht selber ausbauen, selbst wenn sie es wollten.

Auf jeden Fall werde ich mich jetzt mal darauf einstellen, dass der neue
Anschluss wohl auf Telekom-VDSL basieren wird, und den Vigor entsprechend der
Hinweise im Netz dafür fit machen.

Gruß

Michael
Bernd Fröhlich (04.06.2018, 08:55)
Michael Landenberger <spamwirdgefiltert> wrote:

> Sieht so aus, als müsste ich dem Vigor2760 erstmal eine neue Firmware
> verpassen.


Ich habe hier auch einen Vigor 2760 Delight.
Lief jahrelang prima mit VDSL 50.
Dann hat mir der Provider (TAL.de) ein kostenloses Update auf VDSL 100
angeboten. Da sagt man natürlich gerne ja :-)

Am Abend der Umstellung getestet: 80 MB Download. Fand ich soweit in
Ordnung.

Ein paar Tage später: es kam öfters zu Ausfällen in der Telefonie.
Anrufer konnten mich hören, ich sie aber nicht. Beim nächsten Anruf vom
selben Teilnehmer war wieder alles OK.

Nach etwas prüfen rausgefunden, dass der aktuelle Downstream nur noch 18
MB war.

Also TAL.de kontaktiert. Die sagen, es müsste ein Routerproblem sein.
Also Draytek kontaktiert. Die sagen, andere Firmware aufspielen.

Damit komme ich jetzt immerhin wieder auf 50 Down und 10 Up.

Interessanter Weise zeigt mir der Router eine "Attainable Rate" von
aktuell 4102532 Kbps aber als "Actual Rate" nur 55378 Kbps.

Draytek sagt: muss an der Leitung liegen. Irgendwo einen anderen Router
besorgen und damit versuchen.

Egal, 50 MB reicht mir. Ich hab momentan keine Lust, da weiter
rumzuwühlen...

Falls es jemandem hilft: Momentan benutze ich die Firmware 3.8.7_VT1
Wo der genaue Unterschied zwischen VT1, VT2, VT3 und VT4 ist, konnte mir
leider keiner verraten.
Michael Landenberger (04.06.2018, 08:57)
"Thomas Gohel" schrieb am 03.06.2018 um 23:34:00:

> Hallo Michael,


> Es gibt keine eigenen Anbieter in Berlin für Otto-Normal-Anbieter.


Das verstehe ich nicht ganz. Versatel (und damit 1&1) hat zumindest hier in
Berlin (und 250 anderen Städten) ein eigenes Netz [1]. Nur bei der "letzten
Meile" sind sie auf die Telekom angewiesen. Ausnahme: FTTB-Anschlüsse [2]. Bei
denen wird keine Vorleistung der Telekom in Anspruch genommen.

[1] <https://www.versatel.de/business/kompetenz/glasfaser/unser-netz>
[2] <https://dsl.1und1.de/glasfaser>

Ein anderes Beispiel für einen Provider, bei dem man einen komplett
Telekom-freien Festnetzanschluss bestellen kann, ist Vodafone (Kabel
Internet).

>> Haben sie auch eigene VDSL-DSLAMs?


> Siehe eine Antwort weiter oben.


Die ich nach wie vor nicht verstehe. Der derzeit geschaltete ADSL-Anschluss
hängt jedenfalls an einem Versatel-eigenen DSLAM. Allerdings steht der im
Hauptverteiler (Colocation), und der ist für VDSL zu weit weg. Wenn aber
Vectoring dem nicht entgegenstünde, könnte Versatel zumindest einen (näher
gelegenen) KVz mit eigener Technik ausbauen.

> Da 1&1 schon seit Jahren auch die Telekom bei VDSL als Vorleister
> nutzt, bei ADSL konnte das so ziemlich jeder sein, solange es wohl
> das billigste Angebot aus der örtlichen DSL-Port-Reste-Rampe war.


>> Es ist zwar möglich, dass 1&1 das Versatel-Netz nach der Übernahme
>> ausgebaut und neue Outdoor-DSLAMs aufgestellt hat.


> 1&1 baut aus, der war jetzt echt gut ...


Bei FTTB-Anschlüssen *muss* 1&1 ausbauen, zumindest auf der letzten Meile. Bei
den meisten Versatel-Glasfaser-Kunden dürfte es zunächst keine Glasfaser ins
Haus gegeben haben. Und Miet-Glasfasern gibt es nicht, also wird 1&1 die
Verbindung zwischen dem Versatel-Glasfasernetz und dem Anschluss des Kunden
wohl oder übel selbst schaffen müssen. Das ist auch gar nicht so ungewöhnlich:
erst letztens erhielt ich eine Anfrage von einem lokalen Internetprovider
(SWLB, <https://www.swlb.de/glasfasernetz>), ob der in ein mir gehörendes
Gebäude einen FTTB-Anschluss legen dürfe. Wohlgemerkt in Eigenregie ohne
Beteiligung der Telekom.

Gruß

Michael
Michael Landenberger (04.06.2018, 09:09)
"Bernd Fröhlich" schrieb am 04.06.2018 um 08:55:49:

> Ich habe hier auch einen Vigor 2760 Delight.
> Lief jahrelang prima mit VDSL 50.
> Dann hat mir der Provider (TAL.de) ein kostenloses Update auf VDSL 100
> angeboten. Da sagt man natürlich gerne ja :-)


Lt. <https://www.tal.de> ist dieser Anschluss "in 90% der deutschen Haushalte
verfügbar". Das hört sich doch sehr nach einem Anschluss auf Basis von Telekom
VDSL an. Wenn ja, lassen sich deine Erfahrungen 1:1 auf andere Anschlüsse
übertragen, bei denen die Telekom ebenfalls der VDSL-Vorleister ist. Also
vermutlich auch auf den hier zur Debatte stehenden Versatel-Anschluss.

> Falls es jemandem hilft: Momentan benutze ich die Firmware 3.8.7_VT1
> Wo der genaue Unterschied zwischen VT1, VT2, VT3 und VT4 ist, konnte mir
> leider keiner verraten.


Das hilft mir sehr, danke. Kleiner Tipp: du solltest auf die 3.8.8.2 updaten
[1]. Damit schließt du ein Sicherheitsleck in älteren Firmwares [2].

[1] <ftp://ftp.draytek.com/Vigor2760-Delight/Firmware/>
[2]
<https://www.draytek.com/en/about/news/2018/notification-of-urgent-security-updates-to-draytek-routers>,
<https://heise.de/-4053059>

Gruß

Michael
Bernd Fröhlich (04.06.2018, 09:21)
Michael Landenberger <spamwirdgefiltert> wrote:

> Kleiner Tipp: du solltest auf die 3.8.8.2 updaten
> [1]. Damit schließt du ein Sicherheitsleck in älteren Firmwares [2].


Besten Dank, gleich erledigt.
Router läuft jetzt mit der Firmware 3.8.8.2_VT1

(Attainable Rate 118545 Kbps, Actual Rate 55378 Kbps)

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