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Andreas Hartmann (26.12.2015, 11:58)
Hallo zusammen,

habe einen Brief der Telekom bekommen, der für meinen Anschluss im
Januar '16 eine "Netzumschaltung" vorsieht - verbunden mit einem
*Komplettausfall* von bis zu(!) 30 Minuten am definierten Tag. Näheres
auf

Sowohl das Schreiben wie auch die referenzierten Internetseiten sind
inhaltlich weitgehend nichtssagend - abgesehen von der Zielformulierung,
dass hinterher nicht mal mehr initial eine Authentifizierung durch den
User am Netz stattfindet - alle Berechtigungen werden nun per default an
die Leitung geklebt - wer Zugriff auf die Leitung hat, kann machen, was
der zur Leitung gehörende Vertrag hergibt sowie weitere vorgenommene
Einstellungen.

Vorteil: $USER muss keinen Telekomrouter mehr konfigurieren - einfach
einstecken - fertig. Wie früher bei der analogen Telefonie :-) - back to
the roots!

Angeblich soll es die Möglichkeit geben, das alte Verhalten im
Kundencenter wieder einzustellen (Abschaltung des easy login). Ich hoffe
ja, dass dem wirklich so ist und das dann auch funktioniert (bei VoIP
soll das ja auch heute schon möglich sein - ich habe es aber bis dato
noch nicht geschafft).

Die wirklich relevanten Punkte hat die Telekom natürlich in keiner ihrer
Veröffentlichungen zum Thema "Netzumschaltung" rausgerückt: nämlich: was
wird denn an der Schnittstelle Telekom / Kunde de facto geändert? Welche
Auswirkungen hat das für User, die keinen Telekomstack einsetzen?

Ich habe diesbezüglich nachgefragt und habe die wichtigsten relevanten
Schnittstellen abgefragt (für jede Frage war ein Rückgriff auf die
Experten nötig) - bezogen auf eine VDSL 50 / Vectoring-Schnittstelle
(Magenta Zuhause M):

- Gibt es Änderungen am VDSL-Layer? -> Nein
- Bleibt pppoe erhalten und funktioniert unverändert weiter? -> Ja
- Bleibt das VLAN-Tag 7 erhalten? -> Ja
- Funktioniert VoIP mit bestehenden Asterisk Einstellungen weiter? -> Ja

Die IP-Adresszuweisung und IPv6-Schnittstelle habe ich jetzt nicht
explizit abgefragt - ist für mich Teil der pppoe-Funktionalität.

Bin gespannt, ob sich das alles so bestätigt, wie vorhergesagt. Oder ob
ich hinterher auf dem Trockenen sitze ... . Ich werde weiter berichten.

So long,
Andreas
Harald Klotz (26.12.2015, 12:37)
Andreas Hartmann schrieb:

> Die wirklich relevanten Punkte hat die Telekom natürlich in keiner
> ihrer Veröffentlichungen zum Thema "Netzumschaltung" rausgerückt:
> nämlich: was wird denn an der Schnittstelle Telekom / Kunde de
> facto geändert? Welche Auswirkungen hat das für User, die keinen
> Telekomstack einsetzen?


Du hast es übersehen.
Wenn du einen anderen Router hast, dann sollst du nichts dran ändern,
ihn ggf. 2 Minuten vom Strom nehmen.

> Bin gespannt, ob sich das alles so bestätigt, wie vorhergesagt.
> Oder ob ich hinterher auf dem Trockenen sitze ... . Ich werde
> weiter berichten.


Ich sehe nicht, dass wirklich was ändert, ausser dass dein Anschluss
bei passender Box jetzt automatisch konfiguriert werden kann.

Grüße Harald
Rupert Haselbeck (26.12.2015, 15:10)
Andreas Hartmann schrieb:

> Ich habe diesbezüglich nachgefragt und habe die wichtigsten relevanten
> Schnittstellen abgefragt (für jede Frage war ein Rückgriff auf die
> Experten nötig) - bezogen auf eine VDSL 50 / Vectoring-Schnittstelle
> (Magenta Zuhause M):
> - Gibt es Änderungen am VDSL-Layer? -> Nein
> - Bleibt pppoe erhalten und funktioniert unverändert weiter? -> Ja
> - Bleibt das VLAN-Tag 7 erhalten? -> Ja
> - Funktioniert VoIP mit bestehenden Asterisk Einstellungen weiter? -> Ja


Das heisst, es ändert sich für dich nichts!
Was ist nun also dein Problem?

MfG
Rupert
Daniel Weber (26.12.2015, 15:40)
Am 26.12.2015 um 10:58 schrieb Andreas Hartmann:
> Die wirklich relevanten Punkte hat die Telekom natürlich in keiner ihrer
> Veröffentlichungen zum Thema "Netzumschaltung" rausgerückt: nämlich: was
> wird denn an der Schnittstelle Telekom / Kunde de facto geändert?


Vemrutlich findet die BNG-Umstellung für Dich statt.

Bisher ist der DSLAM, an dem Du angeschlossen bist, über einen oder zwei
Aggregationsswitche (AGS) an einem BRAS (Broadband Remote Access Server)
angeschlossen. Dieser BRAS steht an einem von 73 relativ zentralen
Standorten in Deutschland und terminiert Deine PPPoE-Session.

Nach dem Umstellung auf BNG (Broadband Network Gateway, neumodisch für
BRAS) fallen die AGS weg, der BNG steht - solange Du nicht in einer der
73 BRAS-Städte wohnst - deutlich näher bei Dir und terminiert die
PPPoE-Session.

> Bin gespannt, ob sich das alles so bestätigt, wie vorhergesagt. Oder ob
> ich hinterher auf dem Trockenen sitze ... . Ich werde weiter berichten.


Mich würde insbesondere der Name des BRAS (vorher) und des BNG (nachher)
sowie ein Traceroute (rein und raus) vorher und nachher interessieren.

Ciao,
Daniel
Andreas Hartmann (26.12.2015, 15:46)
On 12/26/2015 at 02:10 PM Rupert Haselbeck wrote:
> Andreas Hartmann schrieb:
> Das heisst, es ändert sich für dich nichts!
> Was ist nun also dein Problem?


-> Das ist nur das *Soll* - ob das *Ist* dem entspricht, wird sich
zeigen. Das ist das Spannende.

Gruß,
Andreas
Florian Weimer (26.12.2015, 16:00)
* Andreas Hartmann:

> Ich habe diesbezüglich nachgefragt und habe die wichtigsten relevanten
> Schnittstellen abgefragt (für jede Frage war ein Rückgriff auf die
> Experten nötig) - bezogen auf eine VDSL 50 / Vectoring-Schnittstelle
> (Magenta Zuhause M):


> - Bleibt pppoe erhalten und funktioniert unverändert weiter? -> Ja


Ist das wirklich so, daß es dort keine Änderungen gibt, d.h. daß
alternative Anbieter am T-DSL-Konzentratornetz weiterhin erreichbar
sind?
Andreas Hartmann (26.12.2015, 16:01)
On 12/26/2015 at 11:37 AM Harald Klotz wrote:
> Andreas Hartmann schrieb:
> Du hast es übersehen.
> Wenn du einen anderen Router hast, dann sollst du nichts dran ändern,
> ihn ggf. 2 Minuten vom Strom nehmen.


Nö, habe ich nicht übersehen. Im Gegenteil - genau diese Aussage hat
mich irritiert: Wenn es nämlich tatsächlich *keine* Änderungen in der
Schnittstelle geben sollte, darf ein manueller Eingriff gar nicht nötig
werden, weil das (Alt-)System solche Unterbrechungen selbst in den Griff
bekommt (im Rahmen von Timeouts und automatischem Neuaufsetzen der
Verbindung - egal ob auf DSL-Ebene oder auf pppoe-Ebene).

Gruß,
Andreas
Andreas Hartmann (26.12.2015, 16:42)
On 12/26/2015 at 02:40 PM Daniel Weber wrote:
> Am 26.12.2015 um 10:58 schrieb Andreas Hartmann:
> Vemrutlich findet die BNG-Umstellung für Dich statt.
> Bisher ist der DSLAM, an dem Du angeschlossen bist, über einen oder zwei
> Aggregationsswitche (AGS) an einem BRAS (Broadband Remote Access Server)
> angeschlossen. Dieser BRAS steht an einem von 73 relativ zentralen
> Standorten in Deutschland und terminiert Deine PPPoE-Session.
> Nach dem Umstellung auf BNG (Broadband Network Gateway, neumodisch für
> BRAS) fallen die AGS weg, der BNG steht - solange Du nicht in einer der
> 73 BRAS-Städte wohnst - deutlich näher bei Dir und terminiert die
> PPPoE-Session.


Ist bei uns erst dieses Jahr komplett neu aufgebaut worden (Glasfaser
bis zum outdoor DSLAM und daran die TAL - bei mir sind 100 MBit möglich
und die gebuchten 50 habe ich tatsächlich). Da der Anschluss ja auch
schon ge"vectored" :-) wird, gehe ich davon aus, dass ich schon auf der
komplett neuen HW gefahren werde.

>> Bin gespannt, ob sich das alles so bestätigt, wie vorhergesagt. Oder ob
>> ich hinterher auf dem Trockenen sitze ... . Ich werde weiter berichten.

> Mich würde insbesondere der Name des BRAS (vorher)


Hmm, das ist doch der pppoe Partner. Auf Basis der MAC ist es ein
Cisco-Device. Wie / Wo kriegt man da noch mehr raus? Habe mich bisher
noch nicht im Detail damit beschäftigt - interessiert mich aber auch.

> und des BNG (nachher)
> sowie ein Traceroute (rein und raus) vorher und nachher interessieren.


raus auf den BRAS: kein HOP dazwischen.

Gruß,
Andreas
Daniel Weber (26.12.2015, 17:35)
Am 26.12.2015 um 15:42 schrieb Andreas Hartmann:
> Ist bei uns erst dieses Jahr komplett neu aufgebaut worden (Glasfaser
> bis zum outdoor DSLAM und daran die TAL - bei mir sind 100 MBit möglich
> und die gebuchten 50 habe ich tatsächlich). Da der Anschluss ja auch
> schon ge"vectored" :-) wird, gehe ich davon aus, dass ich schon auf der
> komplett neuen HW gefahren werde.


Dann wäre es ein Juniper-Gerät und würde im PADO-Paket einen Namen nach
dem Muster "xxxJyy" übertragen, wobei xxx das Standortkürzel ist und yy
ein bei 00 beginnender Zähler.

>> Mich würde insbesondere der Name des BRAS (vorher)

> Hmm, das ist doch der pppoe Partner. Auf Basis der MAC ist es ein
> Cisco-Device. Wie / Wo kriegt man da noch mehr raus? Habe mich bisher
> noch nicht im Detail damit beschäftigt - interessiert mich aber auch.


Welchen Router hast Du? Bei einer Fritzbox steht das im Log als
"Breitband-POP".

>> und des BNG (nachher)
>> sowie ein Traceroute (rein und raus) vorher und nachher interessieren.

> raus auf den BRAS: kein HOP dazwischen.


Ja, das ist klar, zwischen Router und BRAS bzw. zwischen Router und BNG
wird PPPoE gesprochen, also gibts keinen IP-Hop. ;-)

Ciao,
Daniel
Daniel Weber (26.12.2015, 17:39)
Am 26.12.2015 um 15:00 schrieb Florian Weimer:
> Ist das wirklich so, daß es dort keine Änderungen gibt, d.h. daß
> alternative Anbieter am T-DSL-Konzentratornetz weiterhin erreichbar
> sind?


Das inoffizielle Feature, dass man bis zu 10 gleichzeitige
PPPoE-Sessions aufbauen kann (also z.B. einen alternativen Anbieter und
T-Online parallel) soll gerüchteweise verschwinden.

Ciao,
Daniel
Achim Peters (26.12.2015, 17:46)
On 26.12.2015 14:40, Daniel Weber wrote:
> Am 26.12.2015 um 10:58 schrieb Andreas Hartmann:
>> Die wirklich relevanten Punkte hat die Telekom natürlich in keiner ihrer
>> Veröffentlichungen zum Thema "Netzumschaltung" rausgerückt: nämlich: was
>> wird denn an der Schnittstelle Telekom / Kunde de facto geändert?

> Vemrutlich findet die BNG-Umstellung für Dich statt.


Klingt für mich ebenfalls so.

Vom BNG kommend wirst Du vom RADIUS-Server über die Line-ID und den dazu
föderierten Benutzernamen authentifiziert. Die Prüfung von Username und
Passwort im Access-Request ist optional.

Bye
Achim
Andreas Hartmann (26.12.2015, 19:51)
On 12/26/2015 at 04:35 PM, Daniel Weber wrote:
> Am 26.12.2015 um 15:42 schrieb Andreas Hartmann:
> Dann wäre es ein Juniper-Gerät und würde im PADO-Paket einen Namen nach
> dem Muster "xxxJyy" übertragen, wobei xxx das Standortkürzel ist und yy
> ein bei 00 beginnender Zähler.


Ist ORTAyy-a1 / einer der BRAS-Standorte in [1].

Gemäß[1] ist das damit ein Cisco-BRAS der neuen Generation (passt ja
auch zu dem, was ich schon an anderer Stelle geschrieben habe auf Basis
des ppp-Gegenüber).

Aus dem Modem habe ich den Partner auf DSL-Ebene gefunden: ist ein
Alcatel-Device. Das muss auf jeden Fall der outdoor DSLAM sein.

Gruß,
Andreas

[1]
Daniel Weber (26.12.2015, 20:36)
Am 26.12.2015 um 18:51 schrieb Andreas Hartmann:
> Ist ORTAyy-a1 / einer der BRAS-Standorte in [1].


ORT ist das Standortkürzel, A ist ein Typenkürzel (A wohl für neuer
Ciscos, C für ältere), yy ist ein Zähler und a1 ist ein Subtypenkürzel.

Das dürfte sich im Rahmen der Umstellung dann auf ein BNG ändern.

> Aus dem Modem habe ich den Partner auf DSL-Ebene gefunden: ist ein
> Alcatel-Device. Das muss auf jeden Fall der outdoor DSLAM sein.


Das wird sich vermutlich bei der Umstellung nicht ändern.

Ciao,
Daniel
Oliver Schwickert (26.12.2015, 21:58)
Daniel Weber schrieb:
> Am 26.12.2015 um 15:00 schrieb Florian Weimer:
> Das inoffizielle Feature, dass man bis zu 10 gleichzeitige
> PPPoE-Sessions aufbauen kann (also z.B. einen alternativen Anbieter und
> T-Online parallel) soll gerüchteweise verschwinden.


Ist das bei GbE nicht eh schon der Fall?!
Oliver Schwickert (26.12.2015, 22:49)
Andreas Hartmann schrieb:
> ["automatisches Login" abschalten] (bei VoIP
> soll das ja auch heute schon möglich sein - ich habe es aber bis dato
> noch nicht geschafft).


Der Status des "automatischen Logins" hat bei neueren Anschlüssen keine
Auswirkung mehr auf VoIP (für die dem Hauptbenutzer zugeordneten
Rufnummern).

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