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Jochen Spieker (11.03.2018, 23:06)
Moin,

ich war beruflich in der Schweiz und habe nichts davon gesehen. Was mir
aber schon aus dem Flugzeug aufgefallen ist: die haben da um Zürich noch
sehr viel Natriumdampflampen (oder ähnlich) rumstehen. Das hat der
trostlosen Nachbarschaft etwas Charme verliehen:



Kommentare sind sehr willkommen, aber geht davon aus, dass ich das erst
seit Kurzem als Hobby betreibe.

J.
Ka Prucha (12.03.2018, 07:27)
Am 11.03.2018 um 23:06 schrieb Jochen Spieker:
> Moin,
> ich war beruflich in der Schweiz und habe nichts davon gesehen. Was mir
> aber schon aus dem Flugzeug aufgefallen ist: die haben da um Zürich noch
> sehr viel Natriumdampflampen (oder ähnlich) rumstehen. Das hat der
> trostlosen Nachbarschaft etwas Charme verliehen:
>
> Kommentare sind sehr willkommen, aber geht davon aus, dass ich das erst
> seit Kurzem als Hobby betreibe.


Waren das Natriumdampflampen?

mfg Karl Prucha
Jochen Spieker (12.03.2018, 10:53)
* Ka Prucha:
> Am 11.03.2018 um 23:06 schrieb Jochen Spieker:
> Waren das Natriumdampflampen?


So meine Vermutung :)

J.
Andreas Karrer (12.03.2018, 11:25)
* Jochen Spieker <usenet-nospam>:

> ich war beruflich in der Schweiz und habe nichts davon gesehen. Was mir
> aber schon aus dem Flugzeug aufgefallen ist: die haben da um Zürich noch
> sehr viel Natriumdampflampen (oder ähnlich) rumstehen. Das hat der


Die Niederdruck-Natriumdampflampen sind seit wasweissich 30
Jahren weg. Mit denen hättest du eine orange kolorierte
Schwarzweissaufnehme bekommen.

Hochdruck-Natriumdampflampen für Strassenbeleuchtung sind doch auch in
D sehr üblich, nicht?

> trostlosen Nachbarschaft etwas Charme verliehen:
>


Nunja, Dietikon ist jetzt nicht gerade der Vorzeige-Vorort von Zürich.
Eine Problem-Ecke aber auch nicht wirklich, man ist hier allgemein
erstaunt, wie gut die das mit den Randbedingungen (höchste
Arbeitslosenquote im Kanton, 40% Ausländer, 12% Muslime) hinkriegen.

- Andi
Jochen Spieker (12.03.2018, 13:55)
* Andreas Karrer:
> * Jochen Spieker <usenet-nospam>:
> Die Niederdruck-Natriumdampflampen sind seit wasweissich 30
> Jahren weg. Mit denen hättest du eine orange kolorierte
> Schwarzweissaufnehme bekommen.


Naja, weit weg davon war ich nicht:


> Hochdruck-Natriumdampflampen für Strassenbeleuchtung sind doch auch in
> D sehr üblich, nicht?


Das ist regional/kommunal sehr unterschiedlich. Mein Dorf im hohen
Norden hat schon vor einigen Jahren Förderungen abgegr^W^W kostengünstig
auf LED umgestellt. Und in der größeren Nachbarstadt sind diese Lampen
auch spätestens in den 90ern verschwunden. Bei Hamburg weiß ich es
nicht, kann mich aber nicht erinnern, wann ich die dort zuletzt gesehen
habe. Für mich weckt dieses Licht eher Kindheitserinnerungen (bin 1981
geboren).

>> trostlosen Nachbarschaft etwas Charme verliehen:
>>

> Nunja, Dietikon ist jetzt nicht gerade der Vorzeige-Vorort von Zürich.


? und ich habe davon im Wesentlichen das Gewerbe-/Industriegebiet
gesehen. Schon klar.

J.
Jan Bruns (12.03.2018, 17:26)
Jochen Spieker:

> ich war beruflich in der Schweiz und habe nichts davon gesehen. Was mir
> aber schon aus dem Flugzeug aufgefallen ist: die haben da um Zürich noch
> sehr viel Natriumdampflampen (oder ähnlich) rumstehen.


Wieso noch?

Sind die Dinger nicht der Grund dafür, daß das Licht deutscher Städte ab
einigen km ausserhalb sehr orange aussieht?

Gruss

Jan Bruns
Peter Becker (12.03.2018, 17:54)
Am 11.03.2018 um 23:06 schrieb Jochen Spieker:
> Moin,
> ich war beruflich in der Schweiz und habe nichts davon gesehen. Was mir
> aber schon aus dem Flugzeug aufgefallen ist: die haben da um Zürich noch
> sehr viel Natriumdampflampen (oder ähnlich) rumstehen. Das hat der
> trostlosen Nachbarschaft etwas Charme verliehen:
>


Das sind Schwarzweißbilder, die jemand mit häßlicher Farbe versaut hat.
Jochen Petry (12.03.2018, 18:00)
Am 12.03.2018 um 17:54 schrieb Peter Becker:
> Am 11.03.2018 um 23:06 schrieb Jochen Spieker:
> Das sind Schwarzweißbilder, die jemand mit häßlicher Farbe versaut hat.


Gut daß du das geschrieben hast - ich hätte es mich nicht getraut!
8-)

Bis dähmnäxt
jochen
Jochen Spieker (13.03.2018, 10:43)
* Jan Bruns:
> Jochen Spieker:
> Wieso noch?
> Sind die Dinger nicht der Grund dafür, daß das Licht deutscher Städte ab
> einigen km ausserhalb sehr orange aussieht?


Wie schon geschrieben, das ist wohl regional unterschiedlich. Berlin ist
(oder war, keine Ahnung) diesbezüglich noch zweigeteilt:



In Wiesbaden wurde gerade von Quecksilber auf Natrium umgestellt:



Und wieder anderswo nimmt man schon LED (mit seinen eigenen Problemen).

J.
Jochen Spieker (13.03.2018, 14:05)
* Peter Becker:
> Am 11.03.2018 um 23:06 schrieb Jochen Spieker:
> Das sind Schwarzweißbilder, die jemand mit häßlicher Farbe versaut hat.


Dieser jemand bin wohl ich und ich habe jetzt fast das Bedürfnis, mich
zu entschuldigen. ;-)

Nunja, wenn ich hübsche Bilder hätte machen wollen, hätte ich da nicht
knipsen dürfen! Ich finde, Kunst (im weiteren Sinne) darf oder sogar
muss hässliche Sachen auch hässlich zeigen. Wenn das Licht da hässlich
ist, will ich das auch so zeigen. Letztendlich liegt das ja auch im Auge
des Betrachters. Das halb beleuchtete Haus wirkt auf mich auf eine
gewisse Art auch einladend.

Ok, dennoch in schwarzweiß:


Ist das "schöner" oder in irgendeiner anderen Form "besser"? Großartig
viele Optionen zur Konvertierung habe ich angesichts des Mangels an
Farbe nicht. Ich kann ein bißchen mit rot und gelb spielen, aber am Ende
läuft es im Wesentlichen auf die Frage hinaus, wie ich die Helligkeit
verteilen will.

Mir fällt im direkten Vergleich hauptsächlich auf, dass ich auch in der
bunten Version was gegen das blaue Fenster im Hintergrund links unten
machen muss. Ansonsten finde ich die Farbversion interessanter.

J.
Patrick Rudin (13.03.2018, 14:13)
Jochen Spieker wrote:
> Ich finde, Kunst (im weiteren Sinne) darf oder sogar
> muss hässliche Sachen auch hässlich zeigen.


Aber muss es gleich die Elendsgegend von Spreitenbach, Schlieren und
Dietikon sein?

Nur so nebenbei, mit Muslimen hat das nicht viel zu tun. Eher mit mässig
intelligenter Raumplanung.

Grüsse

Patrick
Jan Bruns (13.03.2018, 16:06)
Jochen Spieker:

> Wie schon geschrieben, das ist wohl regional unterschiedlich. Berlin ist
> (oder war, keine Ahnung) diesbezüglich noch zweigeteilt:


> In Wiesbaden wurde gerade von Quecksilber auf Natrium umgestellt:


> Und wieder anderswo nimmt man schon LED (mit seinen eigenen Problemen).


Hab das mal zum Anlass genommen, im web nach Leuchtmitteln zu suchen.

Als ich das das letzte mal tat, war es eigentlich üblicher Standard, daß
zu den Leuchtmitteln auch deren Spektrum dargestellt wurde.

Momentan scheint das geradezu so gemieden zu werden, als sei das
inzwischen verboten. Selbst bei Herstellern teurerer "Vollspektrum"-ESL
finden sich nur noch schlichte Behauptungen dazu, daß deren Produkte ein
ganz tolles Spektrum hätten.

Ist man also nur noch mit Halogen auf der sicheren Seite?

Gruss

Jan Bruns
Jochen Petry (13.03.2018, 16:28)
Am 13.03.2018 um 14:05 schrieb Jochen Spieker:
> * Peter Becker:
> Dieser jemand bin wohl ich und ich habe jetzt fast das Bedürfnis, mich
> zu entschuldigen. ;-)


Das wird wohl kaum nötig sein. :-)

> Nunja, wenn ich hübsche Bilder hätte machen wollen, hätte ich da nicht
> knipsen dürfen! Ich finde, Kunst (im weiteren Sinne) darf oder sogar
> muss hässliche Sachen auch hässlich zeigen.


Jein!

> Wenn das Licht da hässlich
> ist, will ich das auch so zeigen.


Völlig OK.

> Letztendlich liegt das ja auch im Auge
> des Betrachters. Das halb beleuchtete Haus wirkt auf mich auf eine
> gewisse Art auch einladend.
> Ok, dennoch in schwarzweiß:
>
> Ist das "schöner" oder in irgendeiner anderen Form "besser"?


Ja, für _mich_ ist das deutlich schöner und gefälliger, also in diesem
Sinne für _mich_ also auch besser.

> Großartig
> viele Optionen zur Konvertierung habe ich angesichts des Mangels an
> Farbe nicht.


Exakt.

> Ich kann ein bißchen mit rot und gelb spielen, aber am Ende
> läuft es im Wesentlichen auf die Frage hinaus, wie ich die Helligkeit
> verteilen will.


Jo.
Mit dem Kontrast kann man auch noch ein bissel spielen wenn man mag.
Ich persönlich mag bei solchen Nachtbildern sehr gerne fette,
zeichnunglos abgesoffene Schatten.

> Mir fällt im direkten Vergleich hauptsächlich auf, dass ich auch in der
> bunten Version was gegen das blaue Fenster im Hintergrund links unten
> machen muss. Ansonsten finde ich die Farbversion interessanter.


Nun, die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, daran wird keiner was
drehen können. Versuch es besser erst gar nicht! :-)

Bis dähmnäxt
jochen
Jochen Spieker (13.03.2018, 16:32)
* Patrick Rudin:
> Jochen Spieker wrote:
>> Ich finde, Kunst (im weiteren Sinne) darf oder sogar
>> muss hässliche Sachen auch hässlich zeigen.

> Aber muss es gleich die Elendsgegend von Spreitenbach, Schlieren und
> Dietikon sein?


Das ist noch eine andere Frage: muss man hässliche Sachen überhaupt
zeigen? Ich beantworte das für mich ganz klar mit ja. Ich esse auch
Scharfes und trinke Bitteres und nicht nur Süßkram. Und höre auch mal
Musik, die absichtlich hässlich ist.

Davon abgesehen war ich da auf Geschäftsreise und bin nicht mit dem Ziel
angereist, die Schweizer Elendsviertel abzulichten. ;-) Wie üblich hatte
ich keine Zeit für ein Touristenprogramm und ich wusste auch herzlich
wenig darüber, was ich da vorfinde. Ich bin einfach vorm Schlafengehen
noch etwas spazierengegangen.

Andersrum: wenn sich bei Euch beim Betrachten das Gefühl einstellt, da
nicht sein zu wollen, dann habe ich mein eigenes Gefühl offenbar über
die Bilder transportiert bekommen. Genau das, einen subjektiven
Ausschnitt der Realität wiederzugeben, ist (auch) mein Ziel, wenn ich
Bilder zeige.

J.
Michael Unger (13.03.2018, 16:50)
On 2018-03-13 10:43, "Jochen Spieker" wrote:

> [...]
> Und wieder anderswo nimmt man schon LED (mit seinen eigenen Problemen).


Welche Probleme genau? Auf die Farbwiedergabequalität kommt es bei
Straßenbeleuchtung doch eher nicht an.

Michael

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