expertenaustausch > etc.* > etc.fahrzeug.auto

Martin K. (08.08.2018, 13:20)
Im Juli 2018 wurden in den USA vom Model 3 erstmals mehr Fahrzeuge
zugelassen als vom 3er BMW, Audi A4, Mercedes C Klasse und Lexus IS
zusammengerechnet.

Wenn das Model 3 in anderen Ländern auf den Markt kommt, wird sich
dieser Sacherverhalt IMHO dort ähnlich einstellen. Und unsere 3
Premiumanbieter stehen mit leeren Hosentaschen da und haben kein
direktes Konkurrenzmodell zum Model 3, ja noch nicht mal zum Model S.



Derweil bewegt sich der Aktienkurs in der Nähe der All-Time-Highs. Musk
überlegt die Aktie vom Markt zu nehmen und jedem Akteilseigner 420 US$
pro Aktie zu zahlen. Er hat damit die zahlreichen Leerverkäufer vollkommen
kalt erwischt, die sind jetzt in Panik :-)

Egal ob die Aussage ernst gemeint oder nur eine Finte ist, ich gebe
für 420 US$ meine Aktien nicht her. Diese Aktien hat die Chance in
10 Jahren eine höhere Marktkapitalisierung zu haben als heute Apple,
Google und Amazon.

Matthias Eißing (08.08.2018, 14:03)
Am 08.08.18 um 13:20 schrieb Martin K.:
> Im Juli 2018 wurden in den USA vom Model 3 erstmals mehr Fahrzeuge
> zugelassen als vom 3er BMW, Audi A4, Mercedes C Klasse und Lexus IS
> zusammengerechnet.


C-Class: 3841
3er BMW: 5764
Audi A4: 3433
Lexus IS: 2068
--------------
15106

Tesla Model 3: 14250

Passt.... fast!




Frank Müller (08.08.2018, 14:13)
"Martin K." schrieb:
> Im Juli 2018 wurden in den USA vom Model 3 erstmals mehr Fahrzeuge
> zugelassen als vom 3er BMW, Audi A4, Mercedes C Klasse und Lexus IS
> zusammengerechnet.


Die haben da wohl nur die rein elektrisch angetriebenen
Fahrzeuge verglichen....

> Wenn das Model 3 in anderen Ländern auf den Markt kommt, wird sich
> dieser Sacherverhalt IMHO dort ähnlich einstellen. Und unsere 3
> Premiumanbieter stehen mit leeren Hosentaschen da und haben kein
> direktes Konkurrenzmodell zum Model 3, ja noch nicht mal zum Model S.
>


Der Markt für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge ist nun
mal nicht so groß daß da jeder von Anfang an mitmischen muß.
Vor allem in der jetzigen Phase ist noch nicht klar ob sich das
Konzept überhaupt so durchsetzt. Wenn doch müßte an der
Ladeinfrastruktur noch einiges gebaut werden.
Kann ja auch noch sein es kommt doch mal einer dahinter wie
man eine Brennstoffzelle Serien-PKW-tauglich bauen kann,
dann wären alle bisher verkauften elektrischen Autos veraltet.

Daß die deutschen Autobauer da erst mal abwarten ist sicher
nicht verkehrt.

> Derweil bewegt sich der Aktienkurs in der Nähe der All-Time-Highs. Musk
> überlegt die Aktie vom Markt zu nehmen und jedem Akteilseigner 420 US$
> pro Aktie zu zahlen. Er hat damit die zahlreichen Leerverkäufer vollkommen
> kalt erwischt, die sind jetzt in Panik :-)


Wenn ich mir den Kursverlauf seit der Meldung ansehe sehe
ich keine Panik.

> Egal ob die Aussage ernst gemeint oder nur eine Finte ist, ich gebe
> für 420 US$ meine Aktien nicht her.


Wenn ein Delisting kommt dann kannst du da nichts machen, da
werden die Aktien einfach ausgebucht und das Geld landet auf
deinen Depotkonto.
Ob das Delisting kommt steht aber noch nicht fest:


> Diese Aktien hat die Chance in
> 10 Jahren eine höhere Marktkapitalisierung zu haben als heute Apple,
> Google und Amazon.


Bisher macht die Firma nur Verluste, 2017 waren es etwa 10 Euro/Aktie,
2018 rechnet man mit 5 Euro/Aktie, Die Gewinnschwelle soll erst
2019 errecht werden.
Um so bewertet zu sein wie z.B. BMW müßten sie beim aktuellen Kurs
von 325 Euro rund 50 Euro/Aktie Gewinn machen...

Frank
Martin K. (08.08.2018, 14:38)
Am Mittwoch, 8. August 2018 14:13:16 UTC+2 schrieb Frank Müller:
> "Martin K." schrieb:
> > Im Juli 2018 wurden in den USA vom Model 3 erstmals mehr Fahrzeuge
> > zugelassen als vom 3er BMW, Audi A4, Mercedes C Klasse und Lexus IS
> > zusammengerechnet.

> Die haben da wohl nur die rein elektrisch angetriebenen
> Fahrzeuge verglichen....


Du überschätzt die PHEV Verkäufe erheblich. Vom meistverkauften
Mittelklassemodell der 3 deutschen Permiumhersteller in den USA,
dem BMW 330e, wurden im Juli 2018 ganze 106 Stück verkauft:

Ralf Koenig (08.08.2018, 15:00)
Am 08.08.2018 um 13:20 schrieb Martin K.:
> Im Juli 2018 wurden in den USA vom Model 3 erstmals mehr Fahrzeuge
> zugelassen als vom 3er BMW, Audi A4, Mercedes C Klasse und Lexus IS
> zusammengerechnet.
> Wenn das Model 3 in anderen Ländern auf den Markt kommt, wird sich
> dieser Sachverhalt IMHO dort ähnlich einstellen.


Nein, wird es nicht. Kann es schon nicht, denn es gibt einfach nicht
genügend produzierte Model 3, dass dies in vielen Märkten parallel passiert.

Die anderen Modelle (außer Lexus IS vielleicht, aber der wird zusammen
mti dem GS eh eingestellt, und dann der Lexus ES ist ein Derivat vom
Toyota Camry, und dort ist wieder massiv Produktionskapazität da) haben
auf absehbare Zeit einfach viel mehr globale Produktionskapazität. Mal
schauen, wann die Tesla Fabriken in China und der EU wirklich auf
Kammlinie produzieren.

Und selbst die genannten 4 Hersteller haben ja noch "Derivate" dazu.
Audi A5, Passat NMS
BMW 2er Coupé/Cabrio und 4er, 5er, 6er
Mercedes C-Klasse Coupé und Cabrio, E-Klasse Limo, Coupe, Cabrio

BMW X3, X4
Mercedes GLC, GLC Coupé,
Audi Q5, kommend Q6, Porsche Macan, VW Tiguan, VW Atlas
Lexus ES, Toyota Camry, Toyota RAV4, Lexus NX
und was nicht alles.

Tesla kann bisher weder einen Kombi noch ein SUV auf Model3-Basis
liefern. An diese Kunden, die darauf Wert legen, verkauft man dann auch
nix. Wo auf Model 3 also nix drauf kommt, kommen auf 3er, A4, C-Klasse,
IS noch Derivate dazu.

Du fällst da einfach auf einen Taschenspielertrick der
Informationsauswahl herein, der aus einer "One Size fits
all"-Argumentation des Model 3 in genau einem Markt (mit fetten 7500 USD
Subventionen, geringer Sales Tax, viel US-Patriotismus und
ZEV-Gesetzgebung in etlichen ZEV-Staaten, und relativ billigem Strom
gegen auch schon billigen Sprit) in einer Einführungsphase einen Vorteil
herstellen soll.

Und Tesla lässt dann noch bewusst die Alfa Giulia, Acura ILX, Buick
Regal, Chevrolet Malibu, Cadillac ATS, Jaguar XE, Volvo S60, Infiniti
Q50/Q60 ggf. auch Subaru Legacy/Outback raus, die im US-Markt auch als
Premium Midsize Cars durchgehen würden und pickt sich völlig wahllos 4
(aus US-Sicht: ausländische) Baureihen raus, so dass es wichtig klingt,
aber in der Zielzahl dort rauskommt, wo Tesla es gern haben will: knapp
unter US Juli 2018 für Model 3 in den US-Zulassungen.

> Und unsere 3
> Premiumanbieter stehen mit leeren Hosentaschen da und haben kein
> direktes Konkurrenzmodell zum Model 3, ja noch nicht mal zum Model S.
>


Haben Sie doch:

Konkurrenten zu Model 3:

PHEV
Audi A3 e-tron, VW Passat GTE, Golf GTE.
BMW 225xe, 330e
Mercedes C350e,

Cadillac ELR
Chevrolet Volt
Ford Fusion Energi (USA),
Hyundai Sonata PHEV,
Kia Optima PHEV,
Toyota Prius PHEV,
Kommend noch Volvo S60 PHEV.

Und rein elektrisch voreilend zu Model 3 hat man ja auch gebracht:
VW e-Golf,
BMW i3,
Nissan Leaf,
Chevrolet Bolt,
Ford Focus Electric (USA),
Hyundai ioniq, Kona,
kommend Kia Niro.

Konkurrenten zu Model S - PHEV in der Größenklasse:
BMW 530e, 740e, i8,
Mercedes E350e, S500e,
Porsche Panamera PHEV,
Cadillac CT6,
Volvo S90/V90 T8.

Konkurrenten zu Model X - PHEV in der Größenklasse:
Audi Q7 e-tron, Porsche Cayenne PHEV,
BMW X5 40e,
Mercedes GLE 500e,
Range Rover Sport 400e,
Volvo XC90 T8.

Voreilend zu Model Y, auch PHEV:
Mitsubishi Outlander PHEV,
Mercedes GLC 350e,
Mini CountryMan PHEV,
Volvo XC60 PHEV.

Die etablierten Hersteller setzten bisher halt darauf, dass ein PHEV für
ihre Kunden "elektrisch genug" sein würde, ohne gleich die Ängste um
Ladeinfrastruktur und Reichweite mit sich zu bringen. Was sie wohl
unterschätzt haben (außer GM, die erzwungenermaßen gleich 16 kWh
verbauen mussten für die hohen US-Subventionen): mit so kleinen
Batterien und hohen Preisen wie bisher griffen überschaubar viele Kunden
zu. Aber dort hat man ja noch Pfeile im Köcher. Schwer einzuschätzen:
die Abkehr vom Verbrennungsmotor - wie tief verwurzelt ist diese
wirklich schon?

Vieles davon ist bereits erhältlich, aber eben mit bewusst engen
Produktionsgrenzen/zahlen und/oder hohen Preisen belegt, die bei
Nachfrage eben lange Lieferfristen bedingen und dann zuerst in die
Länder mit umfangreichen Förderungen gehen wie nach USA, China,
Norwegen, Niederlande, Frankreich.

> Derweil bewegt sich der Aktienkurs in der Nähe der All-Time-Highs. Musk
> überlegt die Aktie vom Markt zu nehmen und jedem Akteilseigner 420 US$
> pro Aktie zu zahlen. Er hat damit die zahlreichen Leerverkäufer vollkommen
> kalt erwischt, die sind jetzt in Panik :-)


Und wenn die Blase platzt?

> Egal ob die Aussage ernst gemeint oder nur eine Finte ist, ich gebe
> für 420 US$ meine Aktien nicht her. Diese Aktien hat die Chance in
> 10 Jahren eine höhere Marktkapitalisierung zu haben als heute Apple,
> Google und Amazon.
>

Sprechen wir uns einfach in 10 Jahren nochmal. Rückkauf eigener Aktien
ist das älteste Mittel der Welt, um einen eigenen Kurs zu stabilisieren.
Aber das Geld fehlt dann anderswo. An sich sollte ja gerade der Verkauf
von Unternehmensanteilen eben Geld in die Kasse bringen.

Grüße,
Ralf
Ralf Koenig (08.08.2018, 15:10)
Am 08.08.2018 um 14:03 schrieb Matthias Eißing:
[..]
> Passt.... fast!
>
>


Steht ja da: inkl. 4 Series (Coupe, Convertible, GranCoupe). Ich denke,
die hat Tesla mindestens mal rausgerechnet.

>
>


Und sowas wie C-Class Coupé und Convertible, A5 Coupé und Convertible,
Audi S4 und S5, Lexus IS Convertible, IS F sind dann auch noch fraglich.

Man wird sich das schon passend gemacht haben.

Grüße,
Ralf
Wendelin Uez (08.08.2018, 16:03)
> Wenn ein Delisting kommt dann kannst du da nichts machen, da
> werden die Aktien einfach ausgebucht und das Geld landet auf
> deinen Depotkonto.


Dem ist nicht ganz so.

Nach dem, was derzeit schon zu lesen ist, will Musk nur das Delisting, also
eine Abkehr von der Börsennotierung - die Leute sollen ihre Shares behalten,
damit er sie nicht auszahlen muß. Er fabulierte etwas von der Möglichkeit
für verbleibende Aktionäre, alle halbe Jahr "oder so" irgendwie verkaufen zu
können (nur zu welchem Kurs?). Aber prinzipiell sollen die Aktionäre
weiterhin Aktionäre bleiben (er hat ja auch gar nicht das Geld dazu, alle
auszuzahlen, erst recht nicht zu dem angekündigten Preis), sie sind künftig
nur schlechter gestellt und würden vermutlich auch nicht mal bei künftigen
Betriebsgewinnen sonderlich profitieren.

Anders beim sog. squeeze out, wenn der Großaktionär mit bei uns min. 95%
Anteil die restlichen Aktionäre einfach rausschmeißen darf, um sich z.B.
ebenfalls die Börsennotierungskosten und die lästigen HV-Termine zu sparen,
da kann der Großaktionär gegen entsprechende Entschädigung (die natürlich
nach unten getrickst werden kann) einfach die Aktien für sich übernehmen und
der Kleinaktionär hat keine Wahl zwischen Verkauf und Bleiben und kriegt
seine Aktien ausgebucht und die Entschädigung ausbezahlt.
Falk Dµebbert (09.08.2018, 09:21)
Am 08.08.18 um 15:00 schrieb Ralf Koenig:
>> Wenn das Model 3 in anderen Ländern auf den Markt kommt, wird sich
>> dieser Sachverhalt IMHO dort ähnlich einstellen.

> Nein, wird es nicht. Kann es schon nicht, denn es gibt einfach nicht
> genügend produzierte Model 3, dass dies in vielen Märkten parallel
> passiert.


Vor allem ist das Model 3 am Ende der Vorbestellungen (Mitte 2019) ein
fast drei Jahre altes Auto. Andere Hersteller schließen das
Modellfenster nach zwei Jahren.

Tesla hat bislang keinen Prozess zum Retooling. Die Model S - Wechsel
wurden durch Neubau der Fertigungsstraßen realisiert. Wenn die ähnlich
ruhmreich vorgehen wie beim Ramp up, dürfte das Desaster vorprogrammiert
sein.

Dazu ist Tesla, was die Ersatzteilelogistik angeht, auch etwas schwach
aufgestellt. Aktuell wird das meiste in die Werkstätten gefedext. Eine
Nachtverteilerlogistik existiert nicht mal in den USA. Zum Vergleich:
ich bekomme selbst im Sachsen-Anhaltinischen Nichts Mahindra GOA-Teile
innerhalb von 24 Stunden über die NVL von PSA.

Falk D.
Matthias Frank (09.08.2018, 13:34)
Am 08.08.2018 um 15:00 schrieb Ralf Koenig:

> Du fällst da einfach auf einen Taschenspielertrick der
> Informationsauswahl herein, der aus einer "One Size fits
> all"-Argumentation des Model 3 in genau einem Markt (mit fetten 7500 USD
> Subventionen, geringer Sales Tax, viel US-Patriotismus und
> ZEV-Gesetzgebung in etlichen ZEV-Staaten, und relativ billigem Strom
> gegen auch schon billigen Sprit) in einer Einführungsphase einen Vorteil
> herstellen soll.


Im Grunde ist es nicht mal das.

Tesla könnte ja bei einer 6 stelligen Anzahl von Vorbestellungen
auch noch viel mehr Autos verkaufen. Sie können halt nur nicht genug
liefern. In dem Moment wo die Vorbestellungen abgearbeitet sind, erst
dann beginnt der Moment der Wahrheit. Dann gibt es auch erste
Testberichte aus der Praxis und Gebrauchtwagenpreise.
Michael Landenberger (09.08.2018, 15:47)
"Matthias Frank" schrieb am 09.08.2018 um 13:34:34:

> Tesla könnte ja bei einer 6 stelligen Anzahl von Vorbestellungen
> auch noch viel mehr Autos verkaufen. Sie können halt nur nicht genug
> liefern. In dem Moment wo die Vorbestellungen abgearbeitet sind, erst
> dann beginnt der Moment der Wahrheit. Dann gibt es auch erste
> Testberichte aus der Praxis und Gebrauchtwagenpreise.


Vor allem wird es dann vergleichbare Fahrzeuge von der etablierten Konkurrenz
geben, die Tesla arg blass aussehen lassen dürften. Gegen einen BMW
Elektro-3er, einen Elektro-Audi A4 oder eine Elektro-C-Klasse dürfte ein Model
3 nicht den Hauch einer Chance haben, sofern erstere mit der von BMW, Audi
oder Mercedes gewohnten Qualität, mit vergleichbaren technischen Daten und vor
allem einem vergleichbaren Preis aufwarten können. Zumindest zu dem Zeitpunkt,
zu dem Tesla endlich in die Spur gekommen ist (was IMO noch ein Weilchen
dauern wird), darf man solche Konkurrenzfahrzeuge durchaus erwarten.

Gruß

Michael
Matthias Frank (09.08.2018, 15:53)
Am 09.08.2018 um 15:47 schrieb Michael Landenberger:
> Zumindest zu dem Zeitpunkt,
> zu dem Tesla endlich in die Spur gekommen ist (was IMO noch ein Weilchen
> dauern wird), darf man solche Konkurrenzfahrzeuge durchaus erwarten.


Also in 5 Jahren :-)
Ralf Koenig (09.08.2018, 18:56)
Am 09.08.2018 um 15:47 schrieb Michael Landenberger:
> "Matthias Frank" schrieb am 09.08.2018 um 13:34:34:
> Vor allem wird es dann vergleichbare Fahrzeuge von der etablierten Konkurrenz
> geben, die Tesla arg blass aussehen lassen dürften. Gegen einen BMW
> Elektro-3er, einen Elektro-Audi A4 oder eine Elektro-C-Klasse dürfte ein Model
> 3 nicht den Hauch einer Chance haben, sofern erstere mit der von BMW, Audi
> oder Mercedes gewohnten Qualität, mit vergleichbaren technischen Daten und vor
> allem einem vergleichbaren Preis aufwarten können. Zumindest zu dem Zeitpunkt,
> zu dem Tesla endlich in die Spur gekommen ist (was IMO noch ein Weilchen
> dauern wird), darf man solche Konkurrenzfahrzeuge durchaus erwarten.


Ich finde, das klingt ein bisschen zu deutsch-chauvinistisch.

Meine Prognose: in jedem Markt entscheidet sich das doch von neuem: die
Verkaufspreise sind am Ende eben doch anders, die Kundenvorstellungen
und -vorlieben, die Einkommenssituation/verteilung im Land, Vertriebs-
und Servicenetz und auch das Einlassenwollen auf Teslas sehr
online-getriebenen Verkaufsweg.

Und mal logisch gedacht: *falls* ein Model 3 gegen Elektro-3er,
Elektro-A4, Elektro-C-Klasse mit gewohnten Qualität, mit vergleichbaren
technischen Daten wirklich alt aussieht, dann werden die ABM BEVs auch
teurer verkauft werden. :-) Denn man nimmt als Hersteller mit, was man
am Markt eben bekommen kann.

Weiterer Aspekt: das Produktionsvolumen kann sich deutlich
unterscheiden. Bei den reinen BEV glaube ich beim ABM nämlich an eine
sehr kontrollierte Einführung, um das mal etwas beschönigend zu sagen.
Kurz: die werden sich da im eigenen Volumensegment in den
Produktionsstückzahlen weiter zurückhalten und Begründungen
finden/suchen wie mangelnde Ladeinfrastruktur, mangelnde Reichweite, das
alte Lied.

Mindestens solange, wie nennenswert Wertschöpfung von den Zellen nicht
im eigenen Haus bleibt, sondern nach außen geht, wo ein Oligopol aus
wenigen großen Anbietern für automotive-taugliche Zellen das von der
Autoindustrie gewohnte Preisdrücken ganz einfach kontert mit: "Ihr müsst
eh bei uns kaufen. Also gibt's auch die Preise nach unseren Vorstellungen."

Es wird auch ein bisschen drauf ankommen, ob ABM Conversion Cars
ableitet aus den bisherigen 3er, C-Klasse, A4-Plattformen, oder ob sie
Mischplattformen entwickeln oder auf neuen BEV-spezifischen Plattformen
agieren. Jeder der drei Wege hätte seine Vor- und Nachteile, je nach
Blickpunkt.

Ich glaube, bei der Verteilung der tatsächlichen Zulassungszahlen dann
wird sich international einiges an Vielfalt einstellen. Es wird Märkte
geben, wo Tesla stark ist (z.B. Kalifornien und die ZEV states,
Niederlande, auch Kanada, Schweiz, Norwegen, UK, Israel, kann ich mir
vorstellen, vielleicht auch China), es wird Märkte geben, wo ABM
sicherlich besser im Absatz abschneidet - EU zum Beispiel, insbesondere
Deutschland, Österreich als Heimatmarkt, aber auch in China.

Sowas wie Preise hängt ja auch an Zöllen, wie wir alle gerade merken.
Mal schauen, was sich da noch tut.

Der Ausbau des Fernstrecken-Schnellladenetzes wird noch ein Kriterium
für eine Zahl von Kunden sein, wo ABM den Stand von Teslas
Supercharger-Netz erstmal erreichen muss.

Und der "Zeitpunkt, zu dem Tesla endlich in die Spur gekommen ist" ist
ja auch abstrakt von dir. Denn was kann da alles gemeint sein:

- wenn das Tesla-Werk in Fremont auf Kammlinie produziert?

- wenn Model 3 in DE angeboten wird?
- wenn Model 3 in DE ausgeliefert wird?
- wenn Model 3 in DE auch an Nicht-Reservierer ausgeliefert wird?
- wenn ein künftiges europäische Tesla-Werk auf Kammlinie produziert?

Es gibt auch etliche Länder/Märkte, wo natürlich 3er, A4, C-Klasse
angeboten werden, aber wo Tesla noch gar nix hat: Osteuropa,
Südosteuropa, Afrika, Mittel- und Südamerika, ganz Asien außer
China/Japan/Südkorea.

Ich glaube, dass Model 3 hier in DE/EU letztlich nicht so wirklich
relevant sein wird, sondern vielleicht so "relevant" wie eine Alfa
Giulia. Ja, die gibt's irgendwie, aber sie ordnet sich irgendwo hinten
ein in den Zulassungszahlen.

Die nahen wirklich interessanten batterie-elektrischen Autos für den dt.
Markt sind meiner Meinung nach:

* Smart Fortwo/Forfour EQ - ein bisschen billiger sollte er noch werden
und bei der Batteriekapazität etwas nachlegen. Aber dann als reine
Elektromarke würde ich von Smart so einiges erwarten. Das kann das
erste "deutsche Tesla" werden, nur eben unter Hoheit von Daimler, aber
ohne Mercedes wirklich gefährlich zu werden.

* Nissan Leaf 64 kWh

* die nächste Renault Zoe - dann mit CCS und mehr Akku

* VW i.d./neo und seine Ableger bei Audi, Seat, Skoda

Die schaffen wenigstens Volumen. Auch neue kleine und mittlere SUV, die
auf diesen Plattformen denkbar sind.

Grüße,
Ralf
Martin K. (09.08.2018, 23:03)
Am Donnerstag, 9. August 2018 15:47:25 UTC+2 schrieb Michael Landenberger:

> Vor allem wird es dann vergleichbare Fahrzeuge von der etablierten Konkurrenz
> geben, die Tesla arg blass aussehen lassen dürften. Gegen einen BMW
> Elektro-3er, einen Elektro-Audi A4 oder eine Elektro-C-Klasse dürfteein Model
> 3 nicht den Hauch einer Chance haben, sofern erstere mit der von BMW, Audi
> oder Mercedes gewohnten Qualität, mit vergleichbaren technischen Daten und vor
> allem einem vergleichbaren Preis aufwarten können.


Über ungelegte Eier kann man natürlich viel behaupten. Zumindest etwas
konkreter:

Vom Porsche Taycan ist z.B. bekannt, dass er einen ca. 100 kWh Akku haben
wird. Der direkte Konkurrent wird der Tesla Roadster 2 sein, mit schlappen
200 kWh Akku. Wer sich auskennt weiß, dass die Akkukapazität nicht nur auf
die Reichweite Auswirkungen hat, sondern auch auf die Motorleistung, die
Rekuperation, die Ladeleistung, ... Da braucht man kein Prophet sein um
zu erkennen, dass der Taycan degegen keine Chance hat. Meiner Meinung wird
das Porsche die Reputation im Sportwagenbereich kosten. Den Taycan werden
die Leute kaufen, die nicht die Kohle für den Roadster 2 haben.

Nach 6 Jahren Model S gibt es von den deutschen Premiumherstellern immer
noch keinen direkten Konkurrenten. Und selbst wenn es einen geben würde
der mithalten könnte, in 2021 kommt die 2. Version des Model S. Ich
stelle mal Vermutungen an, welche Kapazität er haben wird: 150 - 200 kWh.
Martin K. (09.08.2018, 23:13)
Am Donnerstag, 9. August 2018 18:56:22 UTC+2 schrieb Ralf Koenig:

> Die nahen wirklich interessanten batterie-elektrischen Autos für dendt.
> Markt sind meiner Meinung nach:
> * Smart Fortwo/Forfour EQ ...
> * Nissan Leaf 64 kWh
> * die nächste Renault Zoe - dann mit CCS und mehr Akku
> * VW i.d./neo und seine Ableger bei Audi, Seat, Skoda


Meiner Meinung stehen die Koreaner mit ihren 64 kWh Modellen (Kona,
Niro, Soul, (Ioniq?)) ganz oben mit an der Spitze.
Rupert Haselbeck (09.08.2018, 23:40)
Martin K. schrieb:

> Nach 6 Jahren Model S gibt es von den deutschen Premiumherstellern immer
> noch keinen direkten Konkurrenten. Und selbst wenn es einen geben würde
> der mithalten könnte, in 2021 kommt die 2. Version des Model S. Ich
> stelle mal Vermutungen an, welche Kapazität er haben wird: 150 - 200 kWh.


Wesentlich wahrscheinlicher als diese Phantastereien mit fiktiven künftigen
Tesla-Fahrzeugen ist, dass in 2021 niemand mehr etwas von Tesla weiss
(ausser dem Insolvenzverwalter und den geprellten Gläubigern und treudoofen
Anlegern). Angesichts des laufenden Personalabbaus, der bereits erfolgten
Flucht der wichtigsten Managementmitarbeiter und jetzt gar der aberwitzigen
Versuche der Börsenmanipulation durch das Lancieren von Gerüchten über
Großinvestoren und sogar der angeblich geplanten Privatisierung des
Unternehmens wird man von eher mehr als mittelprächtiger Panik bei dem guten
Herrn Musk ausgehen müssen. Träume von künftigen Modellen sind ja gut und
schön, aber die Realität ist nunmal, dass Tesla bei jedem seiner
ausgelieferten Fahrzeuge aktuell schlappe 11.000$ draufzahlt. Das kann sich
natürlich auch ein Herr Musk nicht dauerhaft leisten (und daher gibt es nach
wie vor nicht die verprochenen billigeren Versionen des Model 3 - da wär der
Verlust je Einheit dann ja nochmal höher)
Die deutschen (und andere) Premiumhersteller scheinen also doch ein wenig
schlauer zu sein als ein Spieler wie Musk, der zwar gerne mal zockt, hier
aber eben auch kläglich gescheitert ist (auch wenn manche Fanboys das nicht
wahrhaben wollen :->)
Ein wenig mehr Realitätssinn wäre schon nützlich, auch wenn starke
Religiosität in den letzten paar Jahren wohl wieder boomt...

MfG
Rupert

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