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Andreas Bockelmann (07.08.2018, 09:23)
Hallo liebe Zielgruppe,

ich habe gestern mal nacheinander meine Fritzboxen 7390, 7490 und 7590
nacheinander an der selben Strippe angeschlossen. Hier findet Ihr die Daten
aus der DSl-Übersicht und dem Spektrum.

Daniel Weber (07.08.2018, 09:44)
Am 07.08.2018 um 09:23 schrieb Andreas Bockelmann:
> ich habe gestern mal nacheinander meine Fritzboxen 7390, 7490 und 7590
> nacheinander an der selben Strippe angeschlossen. Hier findet Ihr die Daten
> aus der DSl-Übersicht und dem Spektrum.


Danke, die 7590, die ich mir Ende letzten Jahres als Nachfolger für die
7390 gekauft habe, scheint sich also zu lohnen (wenn hier dann
irgendwann der Nahbereichsausbau stattgefunden hat und wir Vectoring
kriegen).

Du solltest nicht zu oft umstöpseln, sonst kommst das "dynamic line
management", hält das für Leitungsfehler und verpasst Dir für mindestens
3 Wochen ein reduziertes Profil.

Ciao,
Daniel
Stephan Gerlach (11.08.2018, 01:26)
Daniel Weber schrieb:

> Du solltest nicht zu oft umstöpseln, sonst kommst das "dynamic line
> management", hält das für Leitungsfehler und verpasst Dir für mindestens
> 3 Wochen ein reduziertes Profil.


Google sagt zu "dynamic line management" im Zusammenhang mit der
Telekom, daß das wohl eine neuartige(?) Technologie ist, die dafür
sorgt, daß die maximale DSL-Datenrate automatisch reduziert wird, wenn
irgendwo eine Software(?) 'vermutet', daß eine Leitung Fehler haben könnte.

Ist bekannt, nach welchen Kriterien genau dieses "dynamic line
management" arbeitet, d.h. in welchen Fällen die DSL-Datenrate reduziert
wird?
Andreas Hartmann (11.08.2018, 20:05)
Am 11.08.2018 um 01:26 schrieb Stephan Gerlach:
> Daniel Weber schrieb:
> Google sagt zu "dynamic line management" im Zusammenhang mit der
> Telekom, daß das wohl eine neuartige(?) Technologie ist, die dafür
> sorgt, daß die maximale DSL-Datenrate automatisch reduziert wird, wenn
> irgendwo eine Software(?) 'vermutet', daß eine Leitung Fehler haben könnte.
> Ist bekannt, nach welchen Kriterien genau dieses "dynamic line
> management" arbeitet, d.h. in welchen Fällen die DSL-Datenrate reduziert
> wird?


Hier wird einiges zu dem Thema im Zusammenhang mit der Telekom
zusammengetragen:



Betroffener im Rahmen einer Störung:



Ganz allgemein:
Alle Störungen auf der DSL-Leitung, die geeignet sind, ein
Telefongespräch zu stören, werden als Fehler gewertet. Sobald ein
Schwellwert für definierte Counter erreicht wird, wird die Leitung
automatisch runtergeregelt - solange, bis sie stabil ist (und VoIP nicht
mehr gestört wird). Ziel: Gemecker über schlechte VoIP-Telefonie
reduzieren und damit Ticketaufkommen reduzieren.

Abseits von grundsätzlichen Defekten an der Leitung sind da wohl hsl.
Lantiq-Chipsätze betroffen (-> oft in FB verbaut). Falls Du auch
betroffen sein solltest: Achte darauf, dass Du ein Modem mit einem
Broadcom-Chipsatz einsetzt - da ist die Wahrscheinlichkeit, in solche
Probleme zu laufen, geringer (Telekom verwendet meistens
Broadcom-Chipsätze in den DSLAMs).

Gruß,
Andreas
Daniel Weber (11.08.2018, 21:36)
Am 11.08.2018 um 20:05 schrieb Andreas Hartmann:
> Abseits von grundsätzlichen Defekten an der Leitung sind da wohl hsl.
> Lantiq-Chipsätze betroffen (-> oft in FB verbaut).


Von der Theorie bin ich noch nicht so recht überzeugt.

Ich kann mir vorstellen, dass es Besitzer von Fritzboxen (und damit
Modems mit Lantiq-Chipsatz) einfach öfter feststellen, dass sie per DLM
"gedrosselt" wurden, weil es in der Fritzbox-Oberfläche recht prägnant
angezeigt wird. Der typische Broadcom-Chipsatz-Nutzer hat einen
Speedport, der im Normalfall Details zur Leitung nur sehr spärlich
rausrückt. Dementsprechend interessieren sich diese Nutzer meist auch
weniger für die Technik.

Ciao
Daniel
Rupert Haselbeck (11.08.2018, 22:50)
Daniel Weber schrieb:

> Am 11.08.2018 um 20:05 schrieb Andreas Hartmann:
> Von der Theorie bin ich noch nicht so recht überzeugt.
> Ich kann mir vorstellen, dass es Besitzer von Fritzboxen (und damit
> Modems mit Lantiq-Chipsatz) einfach öfter feststellen, dass sie per DLM
> "gedrosselt" wurden, weil es in der Fritzbox-Oberfläche recht prägnant
> angezeigt wird. Der typische Broadcom-Chipsatz-Nutzer hat einen
> Speedport, der im Normalfall Details zur Leitung nur sehr spärlich
> rausrückt. Dementsprechend interessieren sich diese Nutzer meist auch
> weniger für die Technik.


Es scheint aber doch jedenfalls das Modem der Speedports deutlich besser als
z.B. das einer Fritzbox zu sein. Auch wenn es natürlich nur ein Einzelfall
ist (andere berichten allerdings selbiges). so kann ich für mich
konstatieren, dass das Speedport W925V ein deutlich besseres Modem hat als
eine Fritzbox 7490. Das Speedport schafft im Download ca 20 MBit/s mehr als
die Fritzbox und im Upload immerhin 36 MBit/s statt der 29MBit/s der
Fritzbox.
Ich hab das Speedport dennoch zurückgegeben, weil die Fritzbox (für meine
Wünsche) von den übrigen Funktionen her dem Speedport überlegen ist. Ein
zusätzliches Gerät, welches ausschliesslich als Modem arbeitet, wollte ich
nicht auch noch haben...

MfG
Rupert
Daniel Weber (12.08.2018, 09:46)
Am 11.08.2018 um 22:50 schrieb Rupert Haselbeck:
> Es scheint aber doch jedenfalls das Modem der Speedports deutlich besser als
> z.B. das einer Fritzbox zu sein. Auch wenn es natürlich nur ein Einzelfall
> ist (andere berichten allerdings selbiges). so kann ich für mich
> konstatieren, dass das Speedport W925V ein deutlich besseres Modem hat als
> eine Fritzbox 7490.


Das kann aber auch am "Generationenunterschied" (aktueller W925V vs.
nicht mehr aktuelle 7490) liegen. Sieht man ja auch an dem Bericht des
OP, dass die 7590 der 7490 überlegen war und das habe ich auch schon
mehrfach gelesen. Eigene Tests kann ich bisher mangels Vectoring nicht
bieten, am klassischen VDSL schlägt sich die 7590 hier mit Vollsync aber
schonmal besser als die 7390.

> Ich hab das Speedport dennoch zurückgegeben, weil die Fritzbox (für meine
> Wünsche) von den übrigen Funktionen her dem Speedport überlegen ist.


So würde ich das auch sehen, ein paar MBit/s hin oder her wären mir da egal.

Ciao
Daniel
Andreas Bockelmann (13.08.2018, 09:09)
Daniel Weber schrieb:
> Am 11.08.2018 um 22:50 schrieb Rupert Haselbeck:


>> Ich hab das Speedport dennoch zurückgegeben, weil die Fritzbox (für meine
>> Wünsche) von den übrigen Funktionen her dem Speedport überlegen ist.

> So würde ich das auch sehen, ein paar MBit/s hin oder her wären mir da egal.


Die Telekom hat in ihren Vertragsbedingungen stehen, dass in Mietroutern die
Fernwartung aktiviert sein soll. Zweimal hat mich die Telekom (einmal mit
dem Speedport W921V, einmal mit dem Hybrid) aus einer bestehenden Sitzung
heruasgeworfen weil man der Meinung war, jetzt sei der Zeitpunkt für ein
Firmwareupdate hervorragend. ich weiß nicht mehr welcher der beiden
Speedports es war, aber ein Firmwareupdate sorgte dafür, dass der Router
alle xx (zweistellig) Minuten in den Resync ging. Abhilfe kam erst dadurch,
dass mir ein Telekomiker eine ältere Firmware zukommen ließ und mich
aufforderte diese zu flashen und die Fernartung zu deaktivieren.

Seitdem sind Speedports bei mir passé. Den Hybrid-Speedport musste ich
damals mangels Alternativen nehmen.

Den Vorteil Leihgerät bei Blitzschaden/Ausfall, gleiche ich dadurch aus,
dass ich die Vorgänger-Fritzbox fix und fertig konfiguriert im Schrank
liegen habe. Aber ich bin Herr über meinen Anschluss, punkt.
Daniel Weber (13.08.2018, 14:05)
Am 13.08.2018 um 09:09 schrieb Andreas Bockelmann:
> Seitdem sind Speedports bei mir passé.


Sehr verständlich.
> Den Vorteil Leihgerät bei Blitzschaden/Ausfall, gleiche ich dadurch aus,
> dass ich die Vorgänger-Fritzbox fix und fertig konfiguriert im Schrank
> liegen habe. Aber ich bin Herr über meinen Anschluss, punkt.


Ist bei mir ähnlich, die Vorgänger-7390 ist zwar derzeit als
WiFi-Repeater in Betrieb, aber die vorbereitete Konfiguration als
Hauptfritzbox muss im Notfall nur importiert werden.

Ciao
Daniel
Marc Haber (13.08.2018, 15:29)
Andreas Bockelmann <xotzil> wrote:
>Die Telekom hat in ihren Vertragsbedingungen stehen, dass in Mietroutern die
>Fernwartung aktiviert sein soll. Zweimal hat mich die Telekom (einmal mit
>dem Speedport W921V, einmal mit dem Hybrid) aus einer bestehenden Sitzung
>heruasgeworfen weil man der Meinung war, jetzt sei der Zeitpunkt für ein
>Firmwareupdate hervorragend.


Das ist mir bei Unitymedia auch mal passiert, nur dass der Router
danach zusätzlich mit frischen Werkseinstellungen versehen war. Da ich
in meinem internen Netz mit gutem Grund nicht den Standard-IP-Range
vewende, war ich erstmal offline, bis ich verstanden hatte was da
passier tist.

Und dann kam man mir am Telefon auch noch unverschämt, als ich gefragt
habe ob diejenigen, die Donnerstags nachmittags ohne Vorankündigung
bei einem Geschäftskunden einen Werksreset machen, noch alle Latten am
Zaun haben,

Grüße
Marc
Steffen Moser (13.08.2018, 23:40)
On 08/12/2018 09:46 AM, Daniel Weber wrote:
> Am 11.08.2018 um 22:50 schrieb Rupert Haselbeck:
> Das kann aber auch am "Generationenunterschied" (aktueller W925V vs.
> nicht mehr aktuelle 7490) liegen. Sieht man ja auch an dem Bericht des
> OP, dass die 7590 der 7490 überlegen war und das habe ich auch schon
> mehrfach gelesen.


Meines Wissens kommt in der 7590 ein Broadcom-Chipsatz zum Einsatz,
während bei der 7490 auf Lantiq gesetzt wird.

Ich habe den Unterschied am Vectoring VDSL 100 (Telekom) zwischen Lantiq
(DrayTek Vigor 130) und Broadcom (Technicolor TIM DGA 4132) selbst
bemerkt: Der DGA 4132 synchronisiert höher und stabiler als der DrayTek.

Viele Grüße
Steffen
Arno Welzel (14.08.2018, 13:00)
Daniel Weber:

> Am 11.08.2018 um 22:50 schrieb Rupert Haselbeck:
> Das kann aber auch am "Generationenunterschied" (aktueller W925V vs.
> nicht mehr aktuelle 7490) liegen. Sieht man ja auch an dem Bericht des
> OP, dass die 7590 der 7490 überlegen war und das habe ich auch schon
> mehrfach gelesen. Eigene Tests kann ich bisher mangels Vectoring nicht
> bieten, am klassischen VDSL schlägt sich die 7590 hier mit Vollsync aber
> schonmal besser als die 7390.


Hier ist eine 7590 an einem VDSL2-Anschluss mit 50 MBit/s down und 10
MBit/s up exakt genauso schnell die vorher genutzte 7390 - fast 100% der
zugesicherten Maximalgeschwindigkeit:

<https://arnowelzel.de/wp-content/uploads/2016/08/fritzbox-7390-vdsl-uebersicht.png>

Allerdings ist der DSLAM auch nur ein paar hundert Meter entfernt. Daher
lohnt sich die teurere Hardware wohl nur, wenn die Leitung eher
problematisch ist.
Bernd Ohm (14.08.2018, 13:20)
Am 14.08.2018 um 13:00 schrieb Arno Welzel:

> Hier ist eine 7590 an einem VDSL2-Anschluss mit 50 MBit/s down und 10
> MBit/s up exakt genauso schnell die vorher genutzte 7390 - fast 100% der
> zugesicherten Maximalgeschwindigkeit:


Du hast ja auch kein Vectoring auf der TAL.
Vectoring stellt höhere Anforderungen an das IAD.
Andreas Bockelmann (14.08.2018, 13:27)
Steffen Moser schrieb:
> On 08/12/2018 09:46 AM, Daniel Weber wrote:
> Meines Wissens kommt in der 7590 ein Broadcom-Chipsatz zum Einsatz,
> während bei der 7490 auf Lantiq gesetzt wird.


Laut
<https://www.teltarif.de/router/avm-fritzbox/aufgeschraubt-7590.html?page=8>
ist ein Lantiq GRX 580 verbaut. Es sollte mit dem Teufen zugehen, wäre da
nicht auch ein Transceiver VRX518 vorgesetzt, somit sehe ich keinen
Braodcom, auch wenn ich für den Transceiver keine Quelle gefunden habe.
Daniel Weber (14.08.2018, 16:27)
Am 14.08.2018 um 13:20 schrieb Bernd Ohm:
> Am 14.08.2018 um 13:00 schrieb Arno Welzel:
>> Hier ist eine 7590 an einem VDSL2-Anschluss mit 50 MBit/s down und 10
>> MBit/s up exakt genauso schnell die vorher genutzte 7390 - fast 100% der
>> zugesicherten Maximalgeschwindigkeit:

> Du hast ja auch kein Vectoring auf der TAL.
> Vectoring stellt höhere Anforderungen an das IAD.


Ich hab ja auch noch kein Vectoring auf der ca. 650 Meter langen TAL,
auf der die 7390 immer leicht unter Vollsync blieb, die 7590 aber stets
Vollsync schafft.

Ciao
Daniel

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