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Torsten Mueller (22.06.2017, 12:27)
Der Wein hat Kork, Zapfen, wie man hier [TM] sagt. Kannste machen, was
du willst, es ist unverkennbar. Das ist ein beträchtliches Ärgernis.

Wie ist das überhaupt möglich? Die Pulle hat sehr wahrscheinlich ihr
Leben lang aufrecht gestanden und nicht gelegen, nämlich als eine von
sechsen in einem Pappkarton. Sie war überdies nicht alt, als Flasche,
wahrscheinlich nicht einmal ein Jahr. Und ich hatte letztens eine
tatsächlich 50 (!) Jahre alte Flasche, die schmeckte durchaus nicht nach
Kork, solche gibt's auch.

Und warum steckt überhaupt ein Korken drin? In Österreich [1]
beispielsweise gibt's praktisch nirgends mehr einen, da hat so gut wie
jede Flasche einen Schraubverschluß. Aber diese war halt eine
portugiesische.

Damminomal ... Auf dem Mars herumfahren, sich homo sapiens sapiens
nennen, aber nach tausenden von Jahren noch immer kein gescheites
Verfahren etabliert haben, um Korkgeschmack zu vermeiden.

Ich kauf jetzt nur noch diese 3L-Pappkartons mit Zapfhahn.

T.M.

[1] Österreich, ich hatte letztens eine Flasche in der Hand, die kam aus
Illmitz, das liecht am Ostufer des Neusiedlersees, also quasi in Ungarn,
auf der stand "trocken" und "süß", auf ein und derselben Flasche - da
muß einer erstmal drauf kommen.
noebbes (22.06.2017, 12:41)
In article <yqt8tkk2u8b.fsf>, muellerto says...
[..]
> nennen, aber nach tausenden von Jahren noch immer kein gescheites
> Verfahren etabliert haben, um Korkgeschmack zu vermeiden.
> Ich kauf jetzt nur noch diese 3L-Pappkartons mit Zapfhahn.


Banause!
[..]
Dorothee Hermann (22.06.2017, 12:47)
Am 22.06.2017 um 12:27 schrieb Torsten Mueller:
> Der Wein hat Kork, Zapfen, wie man hier [TM] sagt. Kannste machen,
> was du willst, es ist unverkennbar. Das ist ein beträchtliches
> Ärgernis.
> Wie ist das überhaupt möglich? Die Pulle hat sehr wahrscheinlich ihr
> Leben lang aufrecht gestanden und nicht gelegen, nämlich als eine
> von sechsen in einem Pappkarton. Sie war überdies nicht alt, als
> Flasche, wahrscheinlich nicht einmal ein Jahr.


Junger Wein - alter Korken?
(Nur eine Flasche von allen?)

Weinflaschen in meinem Keller liegen - ist das nicht mehr üblich?

Dorothee
Torsten Mueller (22.06.2017, 12:53)
noebbes <noebbes> schrieb:

> > Ich kauf jetzt nur noch diese 3L-Pappkartons mit Zapfhahn.

> Banause!


Nix da. In Ländern, wo der Alkoholverkauf durch Läden mit spezieller
Lizenz abgewickelt wird, beispielsweise in Skandinavien, findet man
durchaus auch sehr ordentliche Weine in solchen Kartons. Die kosten dann
auch dementsprechend. Diese Kartons haben zudem den großen Vorteil, daß
auch nach dem Öffnen keine Luft drankommt.

T.M.
Torsten Mueller (22.06.2017, 12:59)
Dorothee Hermann <DorotheeHermann> schrieb:

> Weinflaschen in meinem Keller liegen - ist das nicht mehr üblich?


Das Legen von Weinflaschen war eine Maßnahme, um das Austrocknen und
Undichtwerden des Korkens zu verhindern. Das konnte passieren, während
die Flasche behufs inneren Reifeprozesses über mehrere Jahre irgendwo
stand. Heute ist das bei den meisten Weinen, die in Supermärkten
verkauft werden, überflüssig, denn die sind für sofortigen Konsum
produziert worden und werden durch jahre- und jahrzehntelange Lagerung
durchaus nicht besser. Zwotens, Flaschen, die gar keinen Korken haben,
brauchste generell auch nicht hinzulegen.

T.M.
Frank Hucklenbroich (22.06.2017, 13:15)
Am Thu, 22 Jun 2017 12:27:00 +0200 schrieb Torsten Mueller:

> Und warum steckt überhaupt ein Korken drin? In Österreich [1]
> beispielsweise gibt's praktisch nirgends mehr einen, da hat so gut wie
> jede Flasche einen Schraubverschluß. Aber diese war halt eine
> portugiesische.


Eben. Und wer ist der größte Korkproduzent der Welt? Genau.
Lobbyisten, allesamt.

Grüße,

Frank
Juergen Pfingst (22.06.2017, 13:36)
Am 22.06.2017 um 12:27 schrieb Torsten Mueller:
> Der Wein hat Kork, Zapfen, wie man hier [TM] sagt. Kannste machen, was
> du willst, es ist unverkennbar. Das ist ein beträchtliches Ärgernis. [...An der Klagemauer...]
> Ich kauf jetzt nur noch diese 3L-Pappkartons mit Zapfhahn. Steig um. Trink Bier.


J. P.
Andy Angerer (22.06.2017, 13:57)
Torsten Mueller formulierte aufs eloquenteste:

> Und warum steckt überhaupt ein Korken drin?


Aus Naturschutzgründen.
Die Korkeiche und die Umgebung, in der sie wächst, ist ein extrem wertvolles
Biotop. und damit das so bleibt, soll man Kork verwenden, heißt es. Nur:

> Damminomal ... Auf dem Mars herumfahren, sich homo sapiens sapiens
> nennen, aber nach tausenden von Jahren noch immer kein gescheites
> Verfahren etabliert haben, um Korkgeschmack zu vermeiden.


Das beste Verfahren, um Korkgeschmack zu vermeiden, ist, Kork zu vermeinden.
Aus diesem Stoff kann man so viele wundervolle Sachen machen; es ist absolut
nicht notwendig, dieses edle Material zu vergewaltigen und in Flaschenhälse
zu stopfen. Denn dort gehört es eindeutig nicht hin.

> [1] Österreich, ich hatte letztens eine Flasche in der Hand, die kam aus
> Illmitz, das liecht am Ostufer des Neusiedlersees, also quasi in Ungarn,
> auf der stand "trocken" und "süß", auf ein und derselben Flasche - da
> muß einer erstmal drauf kommen.


"Trocken" ist vor dem Öffnen. Burgenländer....
Andy Angerer (22.06.2017, 14:05)
Juergen Pfingst formulierte aufs eloquenteste:

> Steig um. Trink Bier.


In der Schweiz?
Woaß ned rechd.... ham de do iwahaubd welches?
Antonia H. (22.06.2017, 14:18)
Am 22.06.2017 um 12:27 schrieb Torsten Mueller:
> Der Wein hat Kork, Zapfen, wie man hier [TM] sagt. Kannste machen, was
> du willst, es ist unverkennbar. Das ist ein beträchtliches Ärgernis.


"Was Du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen."

Antonia
Torsten Mueller (22.06.2017, 14:34)
Andy Angerer <andreas> schrieb:

> > Steig um. Trink Bier.

> In der Schweiz? Woaß ned rechd.... ham de do iwahaubd welches?


Durchaus.

T.M.
Andy Angerer (22.06.2017, 14:47)
Torsten Mueller formulierte aufs eloquenteste:

> Andy Angerer <andreas> schrieb:
>> > Steig um. Trink Bier.

>> In der Schweiz? Woaß ned rechd.... ham de do iwahaubd welches?

> Durchaus.


Hmm.... die Schweiz ist doch so ein Anhängsel am Allgäu dran, gell?
Ich hoffe, daß sich das bierbezügliche Qualitätsgefälle Franken ->
Oberbayern -> Schwaben so nicht weiter fortsetzt.
Andy Angerer (22.06.2017, 14:49)
Antonia H. formulierte aufs eloquenteste:

> Am 22.06.2017 um 12:27 schrieb Torsten Mueller:
>> Der Wein hat Kork, Zapfen, wie man hier [TM] sagt. Kannste machen, was
>> du willst, es ist unverkennbar. Das ist ein beträchtliches Ärgernis.

> "Was Du heute kannst entkorken, das verschiebe nicht auf morgen."


Morken, Kinder, wirds was geben....
Torsten Mueller (22.06.2017, 15:17)
Andy Angerer <andreas> schrieb:

> > > > Steig um. Trink Bier.
> > > In der Schweiz? Woaß ned rechd.... ham de do iwahaubd welches?

> > Durchaus.

> Hmm.... die Schweiz ist doch so ein Anhängsel am Allgäu dran, gell?
> Ich hoffe, daß sich das bierbezügliche Qualitätsgefälle Franken ->
> Oberbayern -> Schwaben so nicht weiter fortsetzt.


Das ist schwierig und keinesfalls generell so zu sagen. Die Schweiz hat
für ein so kleines Land eine beachtliche Vielfalt, insbesondere seit
Klein- und Vereinsbrauereien auf dem Vormarsch sind. Allein in Bern
gibt's mindestens 5 Brauereien. Mehrere Städte machen inzwischen
Bierfeste, das sind quasi Gewerbemessen, da zahlt man einen Eintritt und
kriegt dann freien Zugang zu den Produkten der einheimischen Brauereien
zwecks direkten Vergleichs.

In der Deutschschweiz braut man ähnlich wie in Deutschland, obwohl man
das Reinheitsgebot nicht anwendet und Klassen wie Pilsener, Spezial oder
Export nicht kennt. Gelbes Bier ist halt Bier. Es gibt auch ein paar
sehr ansehnliche Dunkle, auch Bock, auch mehrere bernsteinfarbene, sog.
Amber. In der Westschweiz und im Jura hingegen orientiert man sich
naturgemäß viel stärker an französischen und belgischen Traditionen,
insbesondere stärkerem Hopfen- und Alkoholgehalt. Dunkle sind dort
weitverbreitet, auch verschieden aromatisierte (mit Kräutern u.ä.) und
solche, die nicht aus Gerste sind. Ich hatte letzten Winter einen
Weihnachtskalender mit 24 mir völlig unbekannten Bieren, die waren
überraschend gut. (best Weihnachtskalender ever ...)

Meine Hausbrauerei [1], die ich seinerzeit auf Empfehlung von Herrn Dr.
usw., macht freitags am Nachmittag immer Rampenverkauf, da gehste nicht
unter zwei Kästen raus. Dazu kriegste einen Bon, mit dem du am 5m
entfernten Zapfhahn ein Bier deiner Wahl beziehen darfst, für den
Heimweg. Und wenn das Glas halt dummerweise durch große Hitze zu schnell
leer geworden ist, kriegste noch eins, man ist da nicht so.

T.M.

[1]
Andy Angerer (22.06.2017, 15:32)
Torsten Mueller formulierte aufs eloquenteste:

> Andy Angerer <andreas> schrieb:
> Das ist schwierig und keinesfalls generell so zu sagen.


Klar; auch das mit dem Gefälle nicht.
Ich hab auch schon gutes Bier aus Schwaben getrunken (aber halt auch
Hasenbräu etc) und mittelprächtiges aus Franken (von dort aber noch nie
schlechtes).

> Die Schweiz hat
> für ein so kleines Land eine beachtliche Vielfalt, insbesondere seit
> Klein- und Vereinsbrauereien auf dem Vormarsch sind.


Das klingt gut!
Auch das Weitere; ich muß wohl mal schweizer Biere verkosten.

> Meine Hausbrauerei [1], die ich seinerzeit auf Empfehlung von Herrn Dr.
> usw., macht freitags am Nachmittag immer Rampenverkauf, da gehste nicht
> unter zwei Kästen raus. Dazu kriegste einen Bon, mit dem du am 5m
> entfernten Zapfhahn ein Bier deiner Wahl beziehen darfst, für den
> Heimweg. Und wenn das Glas halt dummerweise durch große Hitze zu schnell
> leer geworden ist, kriegste noch eins, man ist da nicht so.


Bestens; fahren tut dann die Frau, gell; wofür ist man denn verheiratet.

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