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Werner Sondermann (09.08.2018, 13:15)
*Zickzack-Radweg: Firma muss diese Woche ran*!

<https://tinyurl.com/yc3nmud4> Foto: Ufuk Ucta
Berlins skurrilster Fahrradweg in der Leo-Baeck-Straße

Nach Verwunderung und Spott über einen Zickzack-Radweg in Zehlendorf
soll es noch in dieser Woche einen Ortstermin mit der zuständigen Firma
geben. "Wir werden uns treffen und besprechen, wie wir das übermalen",
kündigte die zuständige Bezirksstadträtin Maren Schellenberg an.

<www.bz-berlin.de/liveticker/zickzack-radweg-firma-muss-diese-woche-ran>

Lustig!

w.
Werner Sondermann (09.08.2018, 13:49)
Abgefahren - Die unbeliebtesten und skurrilsten Radstrecken in Berlin:
<https://tinyurl.com/y9jorxlv>

:-)

Man sollte seine Kamera vielleicht auch öfter mal mitnehmen.

w.
Olaf Barheine (09.08.2018, 14:08)
Am 09.08.2018 um 13:49 schrieb Werner Sondermann:
> Abgefahren - Die unbeliebtesten und skurrilsten Radstrecken in Berlin:
> <https://tinyurl.com/y9jorxlv>
> :-)
> Man sollte seine Kamera vielleicht auch öfter mal mitnehmen.


Ja, Fotos von Radfahrern, die sich das gefallen lassen und derlei auch
noch benutzen, würden mich auch interessieren.

Gruß, Olaf
Dirk Wagner (09.08.2018, 14:38)
Olaf Barheine <usenet> wrote:

> Ja, Fotos von Radfahrern, die sich das gefallen lassen und derlei auch
> noch benutzen, würden mich auch interessieren.


In SPON gerade ein kurzes Video drüber gesehen.
Ging wohl darum, Schulkindern einen "sicheren Radweg" zu schaffen...

Dass das ganze Wegelchen nicht breit genug für einen Radweg ist, hat
wohl niemanden interessiert - und die eckige Variante soll aufs Konto
der ausführenden Firma gehen...

ciao

dirk
Chr. Maercker (10.08.2018, 07:28)
Dirk Wagner wrote:
> Dass das ganze Wegelchen nicht breit genug für einen Radweg ist, hat
> wohl niemanden interessiert - und die eckige Variante soll aufs Konto
> der ausführenden Firma gehen...


Netter Versuch, das Problem Wurzelaufbruch durch Bäume zu "lösen".
Gibt es Radfahrer, die sich an die Bemalung halten oder (ver)fahren sie
genauso wie Kraftfahrer es mit unsinnigen/hinderlichen Markierungen zu
tun pflegen?
Martin Gerdes (10.08.2018, 12:12)
"Werner Sondermann" <werner-sondermann> schrieb:

>Abgefahren - Die unbeliebtesten und skurrilsten Radstrecken in Berlin:
><https://tinyurl.com/y9jorxlv>


>:-)


>Man sollte seine Kamera vielleicht auch öfter mal mitnehmen.


Der eine oder andere Radfahrer hat heutzutage ein Smartphone dabei.
Solche Geräte haben meist Kameras eingebaut, mit denen man solche
einfachen Bilder anfertigen kann.
Werner Sondermann (10.08.2018, 12:39)
Martin Gerdes wrote:
> Werner Sondermann schrieb:
> Der eine oder andere Radfahrer hat heutzutage ein Smartphone dabei.
> Solche Geräte haben meist Kameras eingebaut, mit denen man solche
> einfachen Bilder anfertigen kann.


Und die heutzutage in den Smartphones verbauten Kameras machen bessere
Bilder als meine veraltete Digitalkamera von Canon.

w. (schmeißt so schnell nix weg)
Dirk Wagner (10.08.2018, 13:06)
Werner Sondermann <werner-sondermann> wrote:

> Und die heutzutage in den Smartphones verbauten Kameras machen bessere
> Bilder als meine veraltete Digitalkamera von Canon.


Wobei das Problem an den Smartphone-Kameras die Optiken sind. Bzw. die
Fingerabdrück auf selbigen...

Ciao

dirk
Susanne Jäger (10.08.2018, 14:08)
Chr. Maercker wrote on 10.08.18 07:28:
>Dirk Wagner wrote:
>Netter Versuch, das Problem Wurzelaufbruch durch Bäume zu "lösen".
>Gibt es Radfahrer, die sich an die Bemalung halten oder (ver)fahren sie
>genauso wie Kraftfahrer es mit unsinnigen/hinderlichen Markierungen zu
>tun pflegen?


die bauausführende Firma verdient in jedem Fall ein Riesenlob dafür eine
offensichtlich schwachsinnige Anordnung durch absurde Ausführung offen
gelegt zu haben. Aber eigentlich ist das ein nettes Lehrstück wohin es
führt, wenn im Bewusstsein der Öffentlichkeit und Bezirkspolitik die
einzige Lösung für gefühlte Unsicherheit "Radweg" heißt.

Ich kenne mich da zwar selbst nicht aus, aber inzwischen haben einige
wenige Leute recherchiert und auch sinnvolle Ergebnisse bei Twitter
bekannt gemacht, die meisten schreiben leider immer noch von Radweg, was
es wohl nie sein sollte.

Zur Vorgeschichte

Ende 2017 melden sich Anwohner zu Wort, die die Verkehrssicherheit rund
um die Grundschule bemängeln, offensichtlich wird da - wie an vielen
Stellen in Berlin - eine vollkommen untergeordnete Nebenstraße als
Schleichweg missbraucht, ggf kommen Elterntaxis dazu
<https://leute.tagesspiegel.de/steglitz-zehlendorf/macher/2017/12/21/29828/protest-gegen-fahrende-autos-auf-dem-fussweg-anwohner-wuenschen-sich-zu-weihnachten-einen-sicheren-schulweg/>
Wenn sich da <https://osm.org/go/0MZo9pqZ> tatsächlich Lkw begegnen
liegt wohl einiges im Argen.

Irgendwann vor kurzem kam dann wohl von Schülern ein "Antrag" doch bitte
die Gehwegmarkierungen zu erneuern, damit wieder klar würde, dass es
hier einen getrennten Radweg gäbe und 11-jährige nicht gezwungen wären
die gefährliche Straße zu nutzen.
<https://s1c61972bd1e74cd7.jimcontent.com/download/version/1530728962/module/9494121484/name/Sehr%20geehrter%20Ausschuss.docx>
Immerhin haben sie wohl verstanden, dass man auf einem Gehweg nicht
fahren darf, ist ja schon mal was.

Die zuständige Stadträtin faselt dann irgendwas von einer
"Orientierungsmarkierung"
<https://www.morgenpost.de/bezirke/steglitz-zehlendorf/article215038425/Zickzack-Markierung-Das-ist-Berlins-absurdester-Radweg.html>
für unter 10-jährige um die Fußgänger zu schützen, spätestens nach
Ansicht des Ergebnisses dürfte ihr wohl klar gewesen sein, was sie da
für einen Schwachsinn angeordnet haben.

Ich hoffe mal, dass sie die einzig richtige Konsequenz ziehen und
jedwede Markierung entfernen, notfalls noch ein Gehwegschild anbringen
und sich ernsthaft mit dem Thema Schulwegsicherheit, Elterntaxis und
motorisierte Schleichverkehre beschäftigen.

Wirklich bedenklich finde ich, wie viele erwachsene Radfahrende
ernsthaft auf die Idee kommen, durch eine solche Linie würde ein Radweg
entstehen, den sie dann auch noch freiwillig nutzen. In Zehlendorf habe
ich allerdings auch tatsächlich schon einige solcher "Schätzchen" in
Straßen gesehen, bei denen ich nicht mal im Traum auf die Idee gekommen
wäre, dass es da einen Radweg braucht.

Gruß
Susanne
Dirk Wagner (10.08.2018, 14:53)
Susanne Jäger <susjaeger> wrote:

> Ich hoffe mal, dass sie die einzig richtige Konsequenz ziehen und
> jedwede Markierung entfernen, notfalls noch ein Gehwegschild anbringen
> und sich ernsthaft mit dem Thema Schulwegsicherheit, Elterntaxis und
> motorisierte Schleichverkehre beschäftigen.


Ich fürchte, da es "um die Sicherheit Kinder geht", wird sich hier
nichts tun...

Ciao

dirk
Susanne Jäger (10.08.2018, 15:04)
Dirk Wagner wrote on 10.08.18 14:53:
>Susanne Jäger <susjaeger> wrote:
>Ich fürchte, da es "um die Sicherheit Kinder geht", wird sich hier
>nichts tun...


Kommt drauf an, ob man den öffentlichen Druck, der Sommerlochverstärkt
durch die absurde Markierung entstanden ist umleiten kann. Ich wäre ja
für einen Modellversuch "Schulstraße". Eine halbe Stunde rund um den
Schulbeginn ein absolutes Durchfahrtsverbot für motorisierten Verkehr
wird scheinbar seit einiger Zeit in mehreren österreichischen Städten
erprobt.




Gruß
Susanne
Dirk Wagner (10.08.2018, 15:12)
Susanne Jäger <susjaeger> wrote:

> Kommt drauf an, ob man den öffentlichen Druck, der Sommerlochverstärkt
> durch die absurde Markierung entstanden ist umleiten kann. Ich wäre ja
> für einen Modellversuch "Schulstraße". Eine halbe Stunde rund um den
> Schulbeginn ein absolutes Durchfahrtsverbot für motorisierten Verkehr
> wird scheinbar seit einiger Zeit in mehreren österreichischen Städten
> erprobt.


Bei uns stehen am Schulanfang an den Grundschulen Polizisten und weisen
die Fahrer- und Fahrerinnen der Elterntaxis auf ihr Fehlverhalten hin.
Aber anstatt sie konsequent sind und nach dem Hinweis am ersten Tag dann
im Rest der Woche kostenpflichtige Verwarnungen verteilen (Parken in der
Feuerwehrzufahrt, in zweiter Reihe, etc...), sind sie dann bis zum
nächsten Schuljahr wieder in ihren Löchern verschwunden...

Ciao

dirk
Helmut Springer (10.08.2018, 16:23)
Susanne Jäger <susjaeger> wrote:
> die bauausführende Firma verdient in jedem Fall ein Riesenlob
> dafür eine offensichtlich schwachsinnige Anordnung durch absurde
> Ausführung offen gelegt zu haben.


Bin ich eigentlich der einzige, der da eine gerade Fahrlinie sieht?
Also nicht Markierung, sondern Trajektorie.
Johann Mayerwieser (10.08.2018, 19:29)
Am Fri, 10 Aug 2018 15:04:23 +0200 schrieb Susanne Jäger:

> Kommt drauf an, ob man den öffentlichen Druck, der Sommerlochverstärkt
> durch die absurde Markierung entstanden ist umleiten kann. Ich wäre ja
> für einen Modellversuch "Schulstraße". Eine halbe Stunde rund um den
> Schulbeginn ein absolutes Durchfahrtsverbot für motorisierten Verkehr
> wird scheinbar seit einiger Zeit in mehreren österreichischen Städten
> erprobt.


Was wird rauskommen?
Das Chaos und die Gefahren für die Kinder werden nur verlagert.
Ich wäre überhaupt für ein Verbot, Kinder mit dem Auto zur Schule zu
bringen.
In Wien ist es sicher nicht notwendig, die Kinder mit dem Auto zu
bringen. Meine beiden Kinder sind nach 2 Monaten selbständig mit den
Öffentlichen in die Schule gefahren.
Ralph Aichinger (10.08.2018, 19:33)
Johann Mayerwieser <johann.mayerwieser> wrote:
> In Wien ist es sicher nicht notwendig, die Kinder mit dem Auto zu
> bringen. Meine beiden Kinder sind nach 2 Monaten selbständig mit den
> Öffentlichen in die Schule gefahren.


Ich vermute, daß da auch mitspielt, daß manche Eltern die Kinder
lieber in der "richtigen" (mit niedrigem Anteil von Kindern die nicht
Deutsch als Muttersprache haben, oder dem richtigen Image, oder ...)
Schule haben als in einer nahen. Vermutlich werden ironischerweise
gerade Waldorfschüler die längsten Schulwege haben.

/ralph -- gegenüber von uns ist ein Kindergarten, da geht es auch
immer ganz schön zu.

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