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Dominik Schmidt (19.01.2007, 09:44)
Hallo,

ich benutze 2 PCs via KVM-Switch an einem Arbeitsplatz. Ich möchte nun auch
meine Lautsprecherboxen an beiden PCs gleichzeitig anschließen (also nicht
switchen).
Ich habe dazu 4 Stecker gekauft, mit denen ich diese Verbindung mechanisch
herstellen kann.
Das habe ich so gemacht:
Bisher kam von jedem PC aus dem Audio-Ausgang ein Verlängerungskabel, das in
der Nähe der Lautsprecher endete. Ich hatte also 2 Buchsen und habe den
Lautsprecher-Stecker immer in die jeweilige Buchse gesteckt; je nach dem,
auf welchem PC ich die Lautsprecher brauchte.
Jetzt habe ich aus diesen Buchsen Stecker gemacht, indem ich einen
Stecker-Stecker-Adapter an jede Buchse angeschlossen habe. Die beiden
Stecker gehen in einen 1-Stecker-2-Buchsen-Adapter
(), der in
einem einzigen Stecker endet. Dieser ist mit einem Buchse-Buchse-Adapter an
den Lautsprecher-Stecker angeschlossen.
Jetzt kann ich zwar an beiden Maschinen gleichzeitig Audio ausgeben, bei
einer der beiden Maschinen ist die Ausgabe aber immer wesentlich leiser.

Also habe ich ein bisschen getestet:
Ich habe auf beiden Computern Musik eingeschaltet, bei der ich sofort
erkenne, wenn sie außergewöhnlich leise ist. Dann habe ich den
1-zu-2-Adapter aus meiner ominösen Konstruktion herausgenommen, sodass
Lautsprecher-Stecker und "Computer-Stecker" nicht mehr verbunden waren. Dann
habe die Masse vom Lautsprecher-Stecker geerdet (über die Steckdose) und
erst mal den linken Kanal, also das vordere Ende vom Stecker mit dem linken
Kanal von einem Computer-Stecker (von Maschine 2) verbunden. Das geht
natürlich ganz normal.
Dann habe den linken Kanal vom anderen Computer (Maschine 1) zusätzlich mit
dem linken Kanal vom Lautsprecher verbunden (mit einem Kabel, das ich noch
drangehalten habe). In dem Moment wurde die Musik von der Maschine 2
wesentlich leiser, dafür kam die Musik von Maschine 1 in normaler
Lautstärke.

Zusammengefasst: Sobald am Lautsprecher-Stecker auf einem Kanal zwei
Computer verbunden sind, wird das Signal von einem der beiden Computer
wesentlich gedämpft (das funktioniert auch wenn von Maschine 1 kein
Audiosignal kommt).

Lange Rede kurzer Sinn: Warum ist das so?

Ich hoffe, meine Beschreibung ist halbwegs verständlich, sonst kann ich eine
Grafik zeichnen.
Michael Landenberger (19.01.2007, 10:00)
"Dominik Schmidt" <kein> schrieb:

> Zusammengefasst: Sobald am Lautsprecher-Stecker auf einem Kanal zwei
> Computer verbunden sind, wird das Signal von einem der beiden
> Computer wesentlich gedämpft (das funktioniert auch wenn von Maschine
> 1 kein Audiosignal kommt).
> Lange Rede kurzer Sinn: Warum ist das so?


Weil der niederohmige Ausgang des einen Computers den etwas höherohmigen
Ausgang des anderen Computers kurzschließt, wenn die beiden Ausgänge
zusammengeschaltet werden. Man [tm] macht so etwas nicht, zumal dabei auch
was kaputtgehen kann.

Du brauchst entweder einen Umschalter oder ein kleines Mischpult.

Gruß

Michael
Martin Kolberg (19.01.2007, 10:06)
"Dominik Schmidt" <kein> schrieb im Newsbeitrag

> ich benutze 2 PCs via KVM-Switch an einem Arbeitsplatz. Ich möchte nun
> auch meine Lautsprecherboxen an beiden PCs gleichzeitig anschließen (also
> nicht switchen).


Eine denkbare, (und die billigste) Lösung wäre:

Schließe den Audio- Ausgang des einen PC am Line-in
des zweiten PC an.

Jetzt hast Du die Möglichkeit, per Maus die Lautstärken
im Audio- Mixer anzupassen, und ohne Stöpselei kannst
Du alles nach Wunsch abmischen.

Macht aber nur Sinn, wenn ein Gerät als Master- PC
definierbar ist.

Zu Deiner Frage: "Warum ist das so?"

Das liegt an einer zu niedrigen Ausgangsimpedanz des einen
PC, d.h. er läßt die Ausgangsspannung des anderen PC
zusammenbrechen.

Statt das Y- Steckers solltest Du Dir mindestens einen Stereo-
Spannungsteiler zusammenbasteln, oder ein kleines Mischpult
verwenden.
[..]
Dominik Schmidt (19.01.2007, 10:31)
> Weil der niederohmige Ausgang des einen Computers den etwas höherohmigen
> Ausgang des anderen Computers kurzschließt, wenn die beiden Ausgänge
> zusammengeschaltet werden. Man [tm] macht so etwas nicht, zumal dabei auch
> was kaputtgehen kann.


Wie verläuft denn der Kurzschluss? Fließt der Strom vom Lineout der 1.
Maschine in den Lineout der 2. Maschine?
Und was kann dabei kaputt gehen?

> Du brauchst entweder einen Umschalter oder ein kleines Mischpult.


Mit Umschalter meinst du einen KVM-Switch mit Audio-Verbindungen, oder?
Dominik Schmidt (19.01.2007, 10:48)
> Schließe den Audio- Ausgang des einen PC am Line-in
> des zweiten PC an.


Mensch, darauf hätte ich auch selbst kommen müssen...
Danke für den Tipp!

> Macht aber nur Sinn, wenn ein Gerät als Master- PC
> definierbar ist.


Gehen wir mal davon aus, dass das nicht möglich ist.

> Das liegt an einer zu niedrigen Ausgangsimpedanz des einen
> PC, d.h. er läßt die Ausgangsspannung des anderen PC
> zusammenbrechen.


Wie muss ich mir das als Nicht-Elektronik-Profi vorstellen?

> Statt das Y- Steckers solltest Du Dir mindestens einen Stereo-
> Spannungsteiler zusammenbasteln, oder ein kleines Mischpult
> verwenden.


Das Mischpult macht ja das selbe, wie meine Soundkarte, in deren Line-In ich
den Line-Out vom anderen PC stecke (mischen) - nur extern.
Was ist denn ein Stereo-Spannungsteiler?
Michael Paul (19.01.2007, 11:14)
Hi,
Dominik Schmidt wrote:
[...]
> > Du brauchst entweder einen Umschalter oder ein kleines Mischpult.

> Mit Umschalter meinst du einen KVM-Switch mit Audio-Verbindungen, oder?


Es gibt auch reine Audio-Umschalter, wie beispielsweise
<http://www.hama.de/portal/articleId*22981/action*2563>. Sowas in der
Art habe ich bei mir hier im Einsatz.

Gruß,
Michael
Michael Landenberger (19.01.2007, 12:43)
"Dominik Schmidt" <kein> schrieb:

> Wie verläuft denn der Kurzschluss? Fließt der Strom vom Lineout
> der 1. Maschine in den Lineout der 2. Maschine?


So ungefähr, ja.

> Und was kann dabei kaputt gehen?


Wenn dein Lineout eine Leistungsendstufe enthält (z. B. zur Ansteuerung von
niederohmigen Kopfhörern), kann die durchbrutzeln. Aber auch ohne
Leistungsendstufe (also wirklich nur Linelevel zur Ansteuerung von externen
Verstärkern) kann es durch den Kurzschluss zu Verzerrungen kommen. Der
Effekt scheint bei dir aber dadurch etwas abgemildert zu sein, dass einer
deiner beiden Ausgänge (der leisere) offenbar recht hochohmig ist. Das
begrenzt den Strom für beide Ausgänge. Trotzdem ist es vermutlich kein
Zustand, den du so belassen willst, oder?

Gruß

Michael
Marc Sixt (19.01.2007, 13:32)
Dominik Schmidt schrieb:
> Hallo,
> ich benutze 2 PCs via KVM-Switch an einem Arbeitsplatz. Ich möchte nun auch
> meine Lautsprecherboxen an beiden PCs gleichzeitig anschließen (also nicht
> switchen).

Das heißt du willst Ton von Maschine 1 hören und Bild von Maschine 2
sehen? Oder was bedeutet "nicht switchen"? Weil wenn du den Ton einfach
mit umschalten willst gibt es KVM-Switches die das können.

Gruß

Marc
Dominik Schmidt (19.01.2007, 14:44)
> Wenn dein Lineout eine Leistungsendstufe enthält (z. B. zur Ansteuerung
> von niederohmigen Kopfhörern), kann die durchbrutzeln.


Haben denn manche Kopfhörer eine eigene Endstufe (also Verstärker)? Kann man
das dann erkennen?
Und wie ist das mit den Soundkarten? Wann braucht eine Karte eine Endstufe
(normal benutzt man am Computer ja Aktivboxen, also haben die bereits eine
Endstufe)? Merkt man davon irgendwas wenn man Geräte mit Endstufe benutzt?

> Aber auch ohne Leistungsendstufe (also wirklich nur Linelevel zur
> Ansteuerung von externen Verstärkern) kann es durch den Kurzschluss zu
> Verzerrungen kommen.


Wer kann sich denn dann verzerren?

> Trotzdem ist es vermutlich kein Zustand, den du so belassen willst, oder?


Natürlich nicht :D
Dominik Schmidt (19.01.2007, 14:46)
> Das heißt du willst Ton von Maschine 1 hören und Bild von Maschine 2
> sehen?


Ja, richtig.
Anders ausgedrückt: Ich will nur Monitor, Tastatur und Maus umschalten,
Audio aber nicht, sodass ich den Ton von beiden Maschinen gleichzeitig hören
kann, unabhängig auf welcher ich gerade arbeite.
Martin Dietrich (19.01.2007, 15:23)
Dominik Schmidt wrote:

> Anders ausgedrückt: Ich will nur Monitor, Tastatur und Maus
> umschalten, Audio aber nicht, sodass ich den Ton von beiden Maschinen
> gleichzeitig hören kann, unabhängig auf welcher ich gerade arbeite.


wenn die Boxen mit eigenem Netzteil (Verstärker) betrieben werden geht das
ganz einfach:

PC1 - rechter Kanal -|
- rechter Eingang LS
PC2 - rechter Kanal -|

PC1 - linker Kanal -|
- linker Eingang LS
PC2 - linker Kanal -|

PC1 u. PC2 Masse bleibt offen
bei Bedarf eine Diode in jeden Kanal einlöten.

Martin
Hendrik van der Heijden (19.01.2007, 16:20)
Martin Dietrich wrote:
> Dominik Schmidt wrote:
> wenn die Boxen mit eigenem Netzteil (Verstärker) betrieben werden geht das
> ganz einfach:
> PC1 - rechter Kanal -|
> - rechter Eingang LS
> PC2 - rechter Kanal -|
> PC1 - linker Kanal -|
> - linker Eingang LS
> PC2 - linker Kanal -|


Direkt zusammenführen? Genau das macht der OP
doch schon, und es geht nicht zufriedenstellend.

Funktionieren täte z.B. sowas (je für R, L):

Quelle1 --10k---+----- Eingang LS
|
Quelle2 --10k---+

> PC1 u. PC2 Masse bleibt offen


Nee, die Massen gehören zum Signal, die müssen
direkt zusammengelegt werden und an die Eingangsmasse.

> bei Bedarf eine Diode in jeden Kanal einlöten.


Argh! dann kommt doch nur noch Schrottsignal an.

Hendrik vdH
Martin Dietrich (19.01.2007, 19:05)
Hendrik van der Heijden wrote:
> Martin Dietrich wrote:
> Direkt zusammenführen? Genau das macht der OP
> doch schon, und es geht nicht zufriedenstellend.


nicht umsonst schrieb ich, das die Masse *offen* bleiben soll

> Nee, die Massen gehören zum Signal, die müssen
> direkt zusammengelegt werden und an die Eingangsmasse.


also bei mir nicht.

>> bei Bedarf eine Diode in jeden Kanal einlöten.

> Argh! dann kommt doch nur noch Schrottsignal an.


Sorry, Statt Diode klar Widerstand (wie Du auch geschrieben hast) - war ein
Fehler von mir!

Martin
Michael Landenberger (20.01.2007, 01:02)
"Dominik Schmidt" <kein> schrieb:

> Haben denn manche Kopfhörer eine eigene Endstufe (also Verstärker)?


Normale Kopfhörer nicht. Es gibt allerdings ein paar High-End-Kopfhörer, die
kommen mit einem Verstärker in einem Extra-Kästchen. Außerdem verfügen
drahtlose Funk- oder Infrarot-Kopfhörer zwangsläufig über einen eigenen
Verstärker.

> Kann man das dann erkennen?


Wenn kein Extra-Kästchen dabei ist, hat der Kopfhörer höchstwahrscheinlich
keinen Verstärker.

> Und wie ist das mit den Soundkarten? Wann braucht eine Karte eine
> Endstufe (normal benutzt man am Computer ja Aktivboxen,


Nö, normal ist das nicht ;-) Es gibt auch Soundkarten, an die man direkt
einen Kopfhörer oder gar einen Lautsprecher anschließen kann. Frag mich aber
jetzt nicht, welche das sind. Sollte aus den technischen Daten der Karte
hervorgehen.

> also haben die bereits eine Endstufe)?


Jep, die gibt es.

> Merkt man davon irgendwas wenn man Geräte mit Endstufe benutzt?


Normalerweise nicht. Die Ausgangsspannung (die bestimmt die Lautstärke) ist
nämlich immer mehr oder weniger gleich. Die Ausgangsleistung, die darüber
entscheidet, ob man einen Kopfhörer oder nur eine Aktivbox anschließen kann,
unterscheidet sich dagegen.

Beispiel mit einem Line Out mit 1 Volt Ausgangsspannung:

Angeschlossen an einen Aktivboxen-Eingang mit 50 Kiloohm (50000 Ohm)
Eingangswiderstand ergibt sich ein Strom von 1 Volt / 50000 Ohm = 1 / 50000
Ampere = 20 Mikroampere. Die Leistung beträgt in diesem Fall 1 Volt * 20
Mikroampere = 20 Mikrowatt (= 0,02 Milliwatt). Das schafft auch eine
Soundkarte ohne Leistungsverstärker.

Derselbe Ausgang mit derselben Ausgangsspannung (1 Volt), jedoch
angeschlossen an einen Lautsprecher mit 8 Ohm, muss einen Strom von 1 Volt /
8 Ohm = 1 / 8 Ampere = 0,125 Ampere liefern können. Die Leistung beträgt in
diesem Fall 1 Volt * 0,125 Ampere = 0,125 Watt (= 125 Milliwatt). Das ist
gegenüber dem ersten Beispiel mit der Aktivbox die 6250fache Leistung. Es
leuchtet ein, dass dann ein Leistungsverstärker nötig ist, obwohl die
Ausgangsspannung in beiden Fällen dieselbe ist. 125 Milliwatt entsprechen
übrigens an einem Lautsprecher schon gehobener Zimmerlautstärke. An einem
Kopfhörer fliegen dir bei 125 Milliwatt die Ohren weg.

Es ist übrigens kein Problem, über einen Ausgang mit Leistungsendstufe eine
Aktivbox anzusteuern, denn die Ausgangsspannung ist ja dieselbe (es wird von
der Aktivbox nur nicht die volle Leistung angefordert). Es ist allerdings
ein Problem, mit einem Ausgang *ohne* Leistungsendstufe einen Kopfhörer
anzusteuern, denn dieser fordert aufgrund seines niedrigeren
Innenwiderstands mehr Leistung an, als der Ausgang liefern kann.

>> Aber auch ohne Leistungsendstufe (also wirklich nur Linelevel zur
>> Ansteuerung von externen Verstärkern) kann es durch den Kurzschluss
>> zu Verzerrungen kommen.

> Wer kann sich denn dann verzerren?


Ein überlasteter Ausgang produziert Verzerrungen.

Gruß

Michael
Michael Landenberger (20.01.2007, 01:07)
"Martin Dietrich" <invalid@invalid> schrieb:

> Hendrik van der Heijden wrote:
>> Nee, die Massen gehören zum Signal, die müssen
>> direkt zusammengelegt werden und an die Eingangsmasse.

> also bei mir nicht.


Doch, sind sie bei dir auch. Nur sind die Massen da über irgendwelche
obskuren Wege (z. B. Schutzerde der beiden PCs) verbunden. Das ist meistens
keine besonders empfehlenswerte Vorgehensweise (in Ausnahmefällen
funktioniert es). Direkte Masseverbindung muss in der Regel schon sein. Wenn
es dann brummen sollte (sog. Brummschleife), muss man das Signal massefrei
übertragen. Das geschieht aber nicht durch Weglassen der Masseverbindung,
sondern z. B. durch einen Übertrager.

Gruß

Michael

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