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Michael Zink (28.08.2016, 17:45)
Hallo,

nachdem ich plötzlich zwei halbe Brillen habe, wird wieder mal eine
neue fällig.

Nun schlägt mir die Optikerin meines geringsten Mißtrauens vor:

- Plastik-Gläser

Ich wäre eigentlich für Glas-Gläser. Aber angeblich ist das ein großes
Risiko bei Auto-Unfällen mit auslösendem Airbag. Allerdings kann ich
mich nicht erinnern, schonmal von diesem Risiko gelesen/gehört zu
haben.

- Bifokal- oder Gleitsicht-Brille

Meine bisherige Brillen hatten nur eine Stärke. Damit komme ich fast
immer zurecht. Ich nehme sie in letzter Zeit sehr selten mal ab, um
ganz klein Gedrucktes zu lesen. Aktuell komme ich so noch sehr gut
zurecht. Angeblich empfielt sich aber schon jetzt eine
Mehrstärkenbrille um mich daran zu gewöhnen.

Ich hoffe, daß die Ersatzbrille noch etwas hält und werde mich in Ruhe
auch mal bei anderen Optikern schlau machen. Trotzdem wäre ich für
Kommentare dankbar.

Hat sie Recht?
Oder sollte ich doch mißtrauisch werden?

TIA

Auf Wiederlesen

Michael
Andreas M. Kirchwitz (29.08.2016, 05:07)
Michael Zink <michael> wrote:

> Nun schlägt mir die Optikerin meines geringsten Mißtrauens vor:
> - Plastik-Gläser
> Ich wäre eigentlich für Glas-Gläser. Aber angeblich ist das ein großes
> Risiko bei Auto-Unfällen mit auslösendem Airbag. Allerdings kann ich
> mich nicht erinnern, schonmal von diesem Risiko gelesen/gehört zu
> haben.


Mir wollen Optiker auch immer Kunststoff schmackhaft machen.
Praktisch alle günstigen Angebote gelten nur für Kunststoff.
Ist etwas merkwürdig.

Trotzdem ist mir Glas lieber, weil es erheblich kratzfester ist.
Leider haben ultradünne (und somit leichte) Gläser ihren Preis.
Keine Ahnung, warum es für Glas nie günstige Angebote gibt.

Je nach Einfassung und Glasgröße mag ein Risiko des Splitterns
bestehen, doch damit das Glas splittert, wird eine starke
punktuelle Krafteinwirkung benötigt, aber ein Airbag tut genau
das Gegenteil, er verteilt die Kräfte möglichst großflächig.

TÜV/Dekra sagen dazu übereinstimmend, dass der Airbag die Brille
wahlweise über den Kopf wegschiebt oder leicht ans Gesicht drückt.
In beiden Fällen bleibt die Brille fast immer unversehrt.
Die meisten Brillen gehen kaputt, wenn sie im Fußraum landen
und dann in den Wirren nach dem Unfall jemand drauftritt.

Es mag gute Gründe für Kunststoff-"Gläser" geben, doch Airbag
ist gewiss keiner.

> - Bifokal- oder Gleitsicht-Brille
> Meine bisherige Brillen hatten nur eine Stärke. Damit komme ich fast
> immer zurecht. Ich nehme sie in letzter Zeit sehr selten mal ab, um
> ganz klein Gedrucktes zu lesen. Aktuell komme ich so noch sehr gut
> zurecht. Angeblich empfielt sich aber schon jetzt eine
> Mehrstärkenbrille um mich daran zu gewöhnen.


Gläser mit mehreren Stärken sind im Zweifelsfall teurer.
Es besteht also ein finanzielles Interesse der Optiker,
solche Brillen zu verkaufen, auch wenn sie nicht benötigt
werden.

Die Eingewöhnung liegt normalerweise im Bereich von Stunden,
maximal einigen Tagen. Warum will man das Jahre vorher
trainieren, zumal später die Stärken ganz andere sein werden?

Bifokal- oder Gleitsichtbrillen sind gewiss praktisch für
viele Alltagssituationen, aber sie bringen auch ganz klar
Einschränkungen mit sich. Erneut schrumpft das Blickfeld.
Erstrebenswert ist das nicht. Eher ein notwendiges Übel.

Du wirst es schon merken, wenn Du mit der normalen Brille
nicht mehr sinnvoll durch den Alltag kommst, weil Dich das
ständige Abnehmen oder Schielen über den Rand nervt. Dann
kannst Du immer noch entspannt zum Optiker gehen und nach
einer Lösung fragen.

Natürlich ist das nur meine Meinung ... Andreas
Michael Zink (29.08.2016, 09:44)
On Mon, 29 Aug 2016 03:07:54 +0000 (UTC), Andreas M. Kirchwitz wrote:

> Natürlich ist das nur meine Meinung ... Andreas


Die sich ziemlich genau mit meinem Gedankengang deckt.

Wobei ich glaube, mal bei irgendeiner neutralen Quelle gelesen/gehört
zu haben, daß wirklich eine frühe Gewöhnung empfohlen wurde. Ich kann
mich aber täuschen, oder es wurde vor zu später Umstellung gewarnt.
Oder so.

Auf Wiederlesen

Michael
Christian @Soemtron (29.08.2016, 11:08)
Michael Zink <michael> schrieb:

> Nun schlägt mir die Optikerin meines geringsten Mißtrauens vor:
> - Plastik-Gläser


Kommt ganz auf die individuellen Anforderungen an. Bruchsicherheit ist ja
nicht das einzige Kriterium. Oft ist das Gewicht der entscheidende
Aspekt.

> - Bifokal- oder Gleitsicht-Brille


Kann man aus der Ferne ohne Kenntnis von Alter, Sehschärfe, und
-anforderungen nicht beurteilen. Wenn man, meist vor allem aus
beruflichen Gründen, keine Bifogläser benötigt, kann es sinnvoll sein,
sich früh an Gleitsichtgläser zu gewöhnen. Es ist wesentlich leichter,
sich von einem schwächeren auf ein stärkeres Gls-Glas umzustellen als von
Einstärken auf Gls, vor allem, je älter man ist. Wenn man jeden Euro 2x
umdrehen muß, kann man es natürlich hinauszögern, so lange es geht, auch
lebenslang, hat dafür eben weniger Komfort.

Das sind alles ganz individuelle Dinge, die man Punkt für Punkt mit dem
Optiker bespricht, dann sollte auch die passende Lösung herauskommen.

Das einzige, was sicher ist: eine einzige Brille reicht nicht aus, um in
allen Alltagssituationen optimal sehen zu können. Du sollest Dich mit dem
Gedanken vertraut machen, wenn nicht ohnehin schon passiert.

cu,
Christian
PGP Key available.
Marc Haber (29.08.2016, 17:10)
Michael Zink <michael> wrote:
>Nun schlägt mir die Optikerin meines geringsten Mißtrauens vor:
>- Plastik-Gläser


Kunststoff.

>Ich wäre eigentlich für Glas-Gläser. Aber angeblich ist das ein großes
>Risiko bei Auto-Unfällen mit auslösendem Airbag. Allerdings kann ich
>mich nicht erinnern, schonmal von diesem Risiko gelesen/gehört zu
>haben.


Auch beim mit dem Fahrrad auf die Nase fallen oder auch nur im Büro
eine Tür ins Gesicht bekommen möchte man keine Glassplitter im Auge
haben. Kunststoffgläser sind leichter, bruchfester und stehen
Mineralgläsern auch in Puncto Kratzfestigkeit in nichts nach.

Die Zeit mineralischer Gläser ist vorbei. Sie haben ihre
Existenzberechtigungen in Randfällen: Extrem hohe Stärke notwendig
(Mineralglas bricht stärker als Kunststoff), ewiggestriger Kunde,
Kunde arbeitet in ständiger Gegenwart von Diamantstaub (z.B.
Zahnarzt).

Mineralgläser sind der Röhrenmonitor der Brille: Einst alternativlos,
heute nutzlos.

Billiger sind Kunststoffgläser aufgrund der höheren Stückzahlen.
Deswegen sind sie auch in "super-entspiegelt" günstiger als in "nicht"
oder nur "einfach" entspiegelt. Das Marktverhältnis ist 99:0:1, und so
sind dann auch die Preise.

>- Bifokal- oder Gleitsicht-Brille


Was Christian sagt.

>Ich hoffe, daß die Ersatzbrille noch etwas hält und werde mich in Ruhe
>auch mal bei anderen Optikern schlau machen. Trotzdem wäre ich für
>Kommentare dankbar.
>Hat sie Recht?
>Oder sollte ich doch mißtrauisch werden?


Mißtrauisch solltest Du werden bei Gleitsichtbrille für unter 300
Euro. Ist Schrott. Immer.

Grüße
Marc

Disclaimer: Ich bin mit einer Augenoptikermeisterin verheiratet.
Marc Haber (29.08.2016, 17:19)
"Andreas M. Kirchwitz" <amk> wrote:
>Mir wollen Optiker auch immer Kunststoff schmackhaft machen.


Du wirst gut beraten.

>Praktisch alle günstigen Angebote gelten nur für Kunststoff.
>Ist etwas merkwürdig.


Nein, völlig klar. Hast du in den letzen 5 jahren versucht, einen
Nadeldrucker oder einen Röhrenmonitor zu kaufen?

>Trotzdem ist mir Glas lieber, weil es erheblich kratzfester ist.


Das war vielleicht vor 20 Jahren so.

>Keine Ahnung, warum es für Glas nie günstige Angebote gibt.


Die will einfach niemand. Sonderangebote kann man bei hohen
Stückzahlen machen. Nicht bei einem veralteten Exotenprodukt.

>Es mag gute Gründe für Kunststoff-"Gläser" geben, doch Airbag
>ist gewiss keiner.


Richtig.

>Gläser mit mehreren Stärken sind im Zweifelsfall teurer.
>Es besteht also ein finanzielles Interesse der Optiker,
>solche Brillen zu verkaufen, auch wenn sie nicht benötigt
>werden.


Du bist offensichtlich noch nicht im Alterssichtigkeitsalter, oder so
kurzsichtig, dass die Alterssichtigkeit bei Dir nicht auffällt, und
obendrein ohne oder nur mit minimalem Zylinder.

Ich bin 47, habe (vereinfacht) auf beiden Seiten -1 Dioptrie sphärisch
mit ein wenig Zylinder ("besseres Fensterglas") und empfinde meine
Gleitsichtbrille als einen Segen.

Natürlich gibt es Optiker, die Dir jede Menge unnötiges verkaufen
(z.B. sackteure mineralische Sondergläser, wenn es das
Angebots-Kunststoffglas mit dem halben Gewicht auch getan hätte), aber
es gibt auch genug davon, die Dir Dinge verkaufen, die Dich schlicht
besser sehen lassen. Optiker mit Berufsehre findet man allerdings ganz
selten beim "Komplettbrille-89-Euro-Gleitsicht-149-Euro"-Filialisten.

>Die Eingewöhnung liegt normalerweise im Bereich von Stunden,
>maximal einigen Tagen. Warum will man das Jahre vorher
>trainieren, zumal später die Stärken ganz andere sein werden?


Du hast offensichtlich nie eine Gleitsichtbrille auf der Nase gehabt.

>Bifokal- oder Gleitsichtbrillen sind gewiss praktisch für
>viele Alltagssituationen, aber sie bringen auch ganz klar
>Einschränkungen mit sich. Erneut schrumpft das Blickfeld.
>Erstrebenswert ist das nicht. Eher ein notwendiges Übel.


Nichtsdestotrotz ist es gut, wenn man sich frühzeitig daran gewöhnt,
dass man durch eine einfache Kopfbewegung scharfstellen kann. Ich
trage meine Einstärkenbrille eigentlich nur noch im Kino und im
Planetarium.

Je höher die Addition, desto kleiner wird der Schärfenkanal im
Übergangsbereich. Wenn man dann erst mit +3 Addition einsteigt, ist
der Katzenjammer groß.

>Du wirst es schon merken, wenn Du mit der normalen Brille
>nicht mehr sinnvoll durch den Alltag kommst, weil Dich das
>ständige Abnehmen oder Schielen über den Rand nervt.


Siehste. Das habe ich auch schon mit der Einstärkenbrille nie gemacht.
Du siehst die Welt offensichtlich durch Deine Brille eines stark
kurzsichtigen Menschen. Dabei ist jedes Auge anders.

Grüße
Marc
Andreas M. Kirchwitz (29.08.2016, 18:08)
Marc Haber <mh+usenetspam1118> wrote:

> Auch beim mit dem Fahrrad auf die Nase fallen oder auch nur im Büro
> eine Tür ins Gesicht bekommen möchte man keine Glassplitter im Auge
> haben. Kunststoffgläser sind leichter, bruchfester und stehen
> Mineralgläsern auch in Puncto Kratzfestigkeit in nichts nach.


Glas ist nach wie vor erheblich kratzfester und beim Reinigen
allgemein unempfindlicher als Kunststoff, was Dir jeder ehrliche
Optiker bestätigen wird. Das sagt selbst Zeiss, und die sollten
es wissen. Es deckt sich auch mit meiner persönlichen Erfahrung.

Glas ist zudem immer dünner als Kunststoff. Glas ist besser
geeignet für Mehrstärkenbrillen. Glas ist optisch reiner als
Kunststoff und erzeugt weniger Farbsäume. Besonders hohe
Stärken sind mit Kunstsoff nicht sinnvoll realisierbar.

Wesentlicher Nachteil von Glas ist schlicht das höhere Gewicht,
was nicht zuletzt durch modische Trends entschärft worden ist,
weil die früher üblichen Riesenbrillen seit längerem nicht mehr
als schick gelten (Sonnenbrillen sind ein anderes Thema).

Glas ist optisch betrachtet das unzweifelhaft bessere Material.

> Billiger sind Kunststoffgläser aufgrund der höheren Stückzahlen.
> Deswegen sind sie auch in "super-entspiegelt" günstiger als in "nicht"
> oder nur "einfach" entspiegelt. Das Marktverhältnis ist 99:0:1, und so
> sind dann auch die Preise.


Früher waren Kunststoff-Gläser ein Luxusprodukt bei Brillen.
Unbezahlbar für normale Brillenträger.

Irgendwann kam still und leise ein Schwenk und Kunststoff wurde zum
billigen Massenprodukt. Offenbar ist die Herstellung kinderleicht,
sonst würde man Kunststoff nicht überall verramschen.

Glas scheint unverändert aufwendig in der Herstellung zu sein.

Kunststoff ist unzweifelhaft vorteilhaft, wenn ich im voraus weiß,
dass ich z.B. beim Sport oder auf Arbeit ständig was ins Gesicht
bekomme. Beim Sport trägt man aber wohl ohnehin eher Kontaktlinsen,
und auf Arbeit sind dann wohl zusätzliche Schutzbrillen Pflicht.

Kindern würde ich freilich auch eher Kunststoff-Gläser verpassen,
Ich denke, das ist ein wirklich sinvolles Anwendungsgebiet.

Ansonsten frage ich mich, wie Du Fahrrad fährst, dass Du ständig
mit dem Gesicht auf den Asphalt knallst, und was für einen Job Du
hast, dass man Dir ständig Türen ins Gesicht schlägt. :-)

Also ich kann mich nicht erinnern, wann ich als Erwachsener jemals
etwas im Gesicht abbekommen habe, egal ob Brille oder nicht. Aber
vielleicht ist Berlin auch einfach ein ruhigeres Pflaster als oft
gesagt wird.

Ich will hier gewiss niemandem seine Kunststoffbrille ausreden,
aber deren hohe Verbreitung ist definitiv nur durch den günstigen
Preis getrieben, keineswegs durch besondere optische Qualitäten.

Andererseits: Wer trägt heutzutage überhaupt noch eine Brille?
Man sieht kaum noch Menschen mit Brille auf der Straße. Ist eine
Seltenheit geworden. Meist Rentner. Wer kann, trägt Kontaktlinsen.

Durchblick ist überbewertet ... Andreas
Michael Zink (29.08.2016, 18:31)
On Mon, 29 Aug 2016 17:19:25 +0200, Marc Haber wrote:

>"Andreas M. Kirchwitz" <amk> wrote:
>>Trotzdem ist mir Glas lieber, weil es erheblich kratzfester ist.

>Das war vielleicht vor 20 Jahren so.


Einspruch!

Die Ersatz-Brille, die ich aktuell trage, habe ich über 10 Jahre lang
ganztägig getragen. Anschließend ist sie > 5 Jahre im Auto als Ersatz
mitgefahren. Wenn ich jetzt ohne Lupe (und ohne Brille ...) auf die
Gläser schaue, sehe ich keine Kratzer o.Ä.

Die neue, jetzt defekte Brille habe ich die o.g. > 5 Jahre ganztägig
getragen. Sie wurde auch nicht sorgloser behandelt, als die alte. Da
sehe ich auf den Kunststoff-Gläsern deutliche Kratzer, auch wenn sie
beim Tragen nicht stören.

Also entweder ist die "neue" Brille von schlechter Qualität, oder Glas
ist doch unempfindlicher.

Auf Wiederlesen

Michael
Michael Zink (29.08.2016, 18:33)
On 29 Aug 2016 11:08:00 +0200, Christian @Soemtron wrote:

>Kommt ganz auf die individuellen Anforderungen an. Bruchsicherheit ist ja
>nicht das einzige Kriterium. Oft ist das Gewicht der entscheidende
>Aspekt.


Klar. Aber es wurde halt ausdrücklich das Argument mit dem Airbag
genannt.

Auf Wiederlesen

Michael
Michael Zink (29.08.2016, 18:41)
On Mon, 29 Aug 2016 17:19:25 +0200, Marc Haber wrote:

>Das war vielleicht vor 20 Jahren so.


Ach ja, noch eine Ergänzung.

Ein Bekannter, mit dem ich über das Thema gesprochen habe und der
Kunststoff-Gleitsicht-Brille(n) trägt meinte, er hätte besser "zum
Arbeiten" (zuhause) Glas statt Kunststoff genommen. Er scheint also
auch Kratzer zu bemerken.

Auf Wiederlesen

Michael
Marc Haber (29.08.2016, 19:18)
Michael Zink <michael> wrote:
>Die Ersatz-Brille, die ich aktuell trage, habe ich über 10 Jahre lang
>ganztägig getragen. Anschließend ist sie > 5 Jahre im Auto als Ersatz
>mitgefahren. Wenn ich jetzt ohne Lupe (und ohne Brille ...) auf die
>Gläser schaue, sehe ich keine Kratzer o.Ä.
>Die neue, jetzt defekte Brille habe ich die o.g. > 5 Jahre ganztägig
>getragen. Sie wurde auch nicht sorgloser behandelt, als die alte. Da
>sehe ich auf den Kunststoff-Gläsern deutliche Kratzer, auch wenn sie
>beim Tragen nicht stören.


Nach fünf Jahren haben sich deine Augen sowieso so weit verändert dass
mindestens neue Gläser fällig sind. Dass die Gläser nochmal fünf
halten würden ist irrelevant, passen tun sie eh nimmer.

Und außerdem, was stören Dich Kratzer, wenn sie beim Tragen nicht
stören?

Hast Du überhaupt superentspiegelte Gläser mit Hartschicht in der
"neuen" Brille?

Grüße
Marc
Marc Haber (29.08.2016, 19:19)
Michael Zink <michael> wrote:
>Ein Bekannter, mit dem ich über das Thema gesprochen habe und der
>Kunststoff-Gleitsicht-Brille(n) trägt meinte, er hätte besser "zum
>Arbeiten" (zuhause) Glas statt Kunststoff genommen. Er scheint also
>auch Kratzer zu bemerken.


Was arbeitet er denn?

Nur mal gefragt: Du akzeptierst auch nur Antworten, die Dich in Deiner
bereits festgefahrenen Meinung bestärken, oder?
Marc Haber (29.08.2016, 19:19)
Michael Zink <michael> wrote:
>On 29 Aug 2016 11:08:00 +0200, Christian @Soemtron wrote:
>>Kommt ganz auf die individuellen Anforderungen an. Bruchsicherheit ist ja
>>nicht das einzige Kriterium. Oft ist das Gewicht der entscheidende
>>Aspekt.

>Klar. Aber es wurde halt ausdrücklich das Argument mit dem Airbag
>genannt.


Vermutlich konnte sie sich Dich beim besten Willen nicht auf dem
Fahrrad vorstellen.
Marc Haber (29.08.2016, 19:27)
"Andreas M. Kirchwitz" <amk> wrote:
>Marc Haber <mh+usenetspam1118> wrote:
>Glas ist nach wie vor erheblich kratzfester und beim Reinigen
>allgemein unempfindlicher als Kunststoff, was Dir jeder ehrliche
>Optiker bestätigen wird.


Wir halten fest: AMK sagt, meine Frau belügt mich

>Glas ist zudem immer dünner als Kunststoff.


Richtig.

>Glas ist besser
>geeignet für Mehrstärkenbrillen.


Einspruch.

>Glas ist optisch reiner als
>Kunststoff und erzeugt weniger Farbsäume. Besonders hohe
>Stärken sind mit Kunstsoff nicht sinnvoll realisierbar.


Das ist richtig. Ich schrieb in dem von Dir nicht mitzitierten Teil
insbesondere, dass höhere Stärken eine Nische sind, in denen sich das
Mineralglas immer noch passabel schlägt.

>Wesentlicher Nachteil von Glas ist schlicht das höhere Gewicht,
>was nicht zuletzt durch modische Trends entschärft worden ist,
>weil die früher üblichen Riesenbrillen seit längerem nicht mehr
>als schick gelten (Sonnenbrillen sind ein anderes Thema).


Für eine Gleitsichtbrille nimmt man praktischerweise auch etwas
größer, sonst wird der eh schon kritische Übergangsbereich noch
kleiner.

>Glas ist optisch betrachtet das unzweifelhaft bessere Material.


Die Physik ist aber nicht der einzige Entscheidungsgrund für ein
Material.

>Früher waren Kunststoff-Gläser ein Luxusprodukt bei Brillen.
>Unbezahlbar für normale Brillenträger.
>Irgendwann kam still und leise ein Schwenk und Kunststoff wurde zum
>billigen Massenprodukt. Offenbar ist die Herstellung kinderleicht,
>sonst würde man Kunststoff nicht überall verramschen.


Früher waren Computer ein Luxusprodukt. Unbezahlar für normale
Menschen.

Irgendwann kam still und leise ein Schwenk und Computer wurden zum
billigen Massenprodukt. Offenbar ist die Herstellung kinderleicht,
sonst würde man Computer nicht überall verramschen.

Will sagen: Die Technik hat sich nicht nur bei Halbleitern in den
letzten 30 Jahren weiterentwickelt. Ich war auch ganz baff, als mir
die junge hübsche Optikerin stark zu superentspiegelten
Kunststoffgläsern geraten hat. Ich hatte nämlich früher auch immer
nicht entspiegelte Mineralgläser in der Brille.

Nebenbei hat sie mir auch noch entgegen dreier Augenärzte auch endlich
die Werte in meine Brille verkauft, die meine Augen wirklich brauchen,
ich kann auch in der Ferne wieder prima gucken und habe obendrein viel
weniger Kopfschmerzen, um nicht zu sagen nahezu überhaupt keine mehr,
während die ständigen Kopfschmerzen zuvor meine Lebensqualität
drastisch eingeschränkt haben.

Und der Name dieser jungen, hübschen Optikerin steht seit dem
10.06.2009 auf der Innenseite eines Ringes.

>Glas scheint unverändert aufwendig in der Herstellung zu sein.


Vor allen Dingen wir des halt nur noch für die aufwendigen, komplexen
Fälle genutzt. Das macht es nicht billiger.

>Ansonsten frage ich mich, wie Du Fahrrad fährst, dass Du ständig
>mit dem Gesicht auf den Asphalt knallst, und was für einen Job Du
>hast, dass man Dir ständig Türen ins Gesicht schlägt. :-)


Ich habe nicht gesagt, dass mir das ständig passiert. Ich habe nur
zwei Augen, verdiene mein Geld damit. Risikominierung.

>Andererseits: Wer trägt heutzutage überhaupt noch eine Brille?
>Man sieht kaum noch Menschen mit Brille auf der Straße. Ist eine
>Seltenheit geworden. Meist Rentner. Wer kann, trägt Kontaktlinsen.


Das nehme ich anders wahr. Und das ist gut so, denn Kontaktlinsen sind
gerade für Leute, die viel am Bildschirm arbeiten, ein echter Scheiß.
Selbst die modernen, teuren.

Grüße
Marc
Michael Zink (29.08.2016, 20:15)
On Mon, 29 Aug 2016 19:18:34 +0200, Marc Haber wrote:

>Nach fünf Jahren haben sich deine Augen sowieso so weit verändert dass
>mindestens neue Gläser fällig sind. Dass die Gläser nochmal fünf
>halten würden ist irrelevant, passen tun sie eh nimmer.


Das ist natürlich ein Argument. Vielleicht sogar eines, die Brille
doch reparieren zu lassen um ein paar Jahre zu "sparen".

>Und außerdem, was stören Dich Kratzer, wenn sie beim Tragen nicht
>stören?


Sie stören mich nicht wirklich. Nur sehe ich halt einen deutlichen
Unterschied. Und die Kratzer waren auch ein Argument gegen eine
Reparatur.

>Hast Du überhaupt superentspiegelte Gläser mit Hartschicht in der
>"neuen" Brille?


Ich denke ja. Zumindest war es "etwas gescheites".

Auf Wiederlesen

Michael

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