expertenaustausch > alt.* > alt.augenoptik

Michael Zink (29.08.2016, 20:23)
On Mon, 29 Aug 2016 19:19:14 +0200, Marc Haber wrote:

>Was arbeitet er denn?


Es ging IIRC ums Sägen von Holz. Das er evtl. vorher aus dem Wald
geholt hat. Sowas in der Art zumindest.

>Nur mal gefragt: Du akzeptierst auch nur Antworten, die Dich in Deiner
>bereits festgefahrenen Meinung bestärken, oder?


Ich hoffe nicht. Kann ich wahrscheinlich selbst schlecht beurteilen
....

Nur bezweifle ich halt die Aussage, daß Glas heutzutage nicht mehr
erheblich kratzfester ist, wenn (nicht nur) meine Erfahrung etwas
Anderes sagt.

Aber wir müssen uns hoffentlich nicht deswegen streiten ...

Auf Wiederlesen

Michael
Michael Zink (29.08.2016, 20:24)
On Mon, 29 Aug 2016 19:19:39 +0200, Marc Haber wrote:

>Vermutlich konnte sie sich Dich beim besten Willen nicht auf dem
>Fahrrad vorstellen.


LOL

Aber das würde nichts an der Aussage ändern.

Auf Wiederlesen

Michael
Marc Haber (29.08.2016, 21:08)
Michael Zink <michael> wrote:
>On Mon, 29 Aug 2016 19:18:34 +0200, Marc Haber wrote:
>>Nach fünf Jahren haben sich deine Augen sowieso so weit verändert dass
>>mindestens neue Gläser fällig sind. Dass die Gläser nochmal fünf
>>halten würden ist irrelevant, passen tun sie eh nimmer.

>Das ist natürlich ein Argument. Vielleicht sogar eines, die Brille
>doch reparieren zu lassen um ein paar Jahre zu "sparen".


Es ist Dein Sehkomfort und Dein Leben. Mach einfach.
Jürgen Rheingans (29.08.2016, 23:10)
Am 29.08.2016 um 17:19 schrieb Marc Haber:

> "Andreas M. Kirchwitz" <amk> wrote:
>> Mir wollen Optiker auch immer Kunststoff schmackhaft machen.

> Du wirst gut beraten.


Ja - oder eben auch nicht!

>> Trotzdem ist mir Glas lieber, weil es erheblich kratzfester ist.

> Das war vielleicht vor 20 Jahren so.


Meine keineswegs preiswerten, "hochbrechenden",
superhartbeschichtet-entspiegelten Kunststoff-"Gläser", die ich nach
entsprechender Beratung gekauft habe, sind zwar spürbar leichter (+ 4,5)
als das bisher von mir bevorzugte tatsächlich gläserne Glas, allerdings
löst sich nun nach nur knapp mehr als zwei Jahren die superharte
Beschichtung schlicht durch Schweiß im Augenbrauenbereich schlichtweg auf,
darüberhinaus haben sich haufenweise Kratzer eingestellt (ich fahre
Motorrad - und das Helmvisier wird erst ab ca. 90 km/h geschlossen), so
dass mich die Brille insbesondere nächtens im Straßenverkehr blended und
damit inzwischen völlig untragbar (sic!) ist!

Und, ja - die benannten Einsatzbedingungen wurden mit dem Optiker vorab
besprochen!

> Je höher die Addition, desto kleiner wird der Schärfenkanal im
> Übergangsbereich. Wenn man dann erst mit +3 Addition einsteigt, ist
> der Katzenjammer groß.


Mit der demnächst unumgänglichen Gleitsichtbrille, die im Nahbereich
anfänglich(!) sicherlich ~ +1,0 (also in Summe anfänglich(!) +5,5)
mitbringen wird, werden zwecks Vermeidung einer unakzeptablen
Gesichtsfeldeinschränkung große Gläser fällig werden - eine sinnvolle
Verwendung von Kunststoffgläsern sehe ich bislang nicht - für konkrete
Hinweise zu entsprechend tauglichen Gläsern wäre ich daher sehr dankbar!

Grüße,

Josch
Andreas M. Kirchwitz (30.08.2016, 02:21)
Michael Zink <michael> wrote:

> Die neue, jetzt defekte Brille habe ich die o.g. > 5 Jahre ganztägig
> getragen. Sie wurde auch nicht sorgloser behandelt, als die alte. Da
> sehe ich auf den Kunststoff-Gläsern deutliche Kratzer, auch wenn sie
> beim Tragen nicht stören.
> Also entweder ist die "neue" Brille von schlechter Qualität, oder Glas
> ist doch unempfindlicher.


Brillengläser aus Glas sind kratzfester als Kunststoff (selbst mit
den kostenpflichtigen Anti-Kratz-Beschichtungen). Das ist Physik.

Wenn man im Web darüber bei den Herstellern recherchiert, wird man
auch niemals Aussagen finden, Kunststoff wäre "so kratzfest wie Glas",
oder sogar noch "kratzfester". Sondern es heißt immer nur belanglos,
Kunststoff sei mit entsprechender Beschichtung auch "kratzfest". Eine
konkrete Relation wird jedoch nicht genannt. Aus gutem Grund.

Professionelle Optiker reden ebenso nebulös, um eben nicht zugeben
zu müssen, dass Kunststoff sehr wohl anfälliger als Glas ist. Achte
mal genau auf die Wortwahl.

Die meisten Menschen stört das nicht, vielleicht weil sie es nicht
anders kennen ("das ist eben so"). Und sobald es doch stört, kaufen
sie einfach eine neue Billigbrille für 0 ?, die dann die Krankenkasse
oder eine Brillenversicherung bezahlt - jedenfalls nicht sie selbst.

Mich persönlich stören Kratzer insofern, dass sie zuweilen unschöne
Reflexionen erzeugen. So dicht vorm Auge "sieht" man Kratzer nicht
als solche, doch sie beeinflussen dennoch sichtbar die optischen
Eigenschaften. Insbesondere bei ungünstigem Lichteinfall kann das
dann bewusst störend wirken und blenden.

Andererseits kenne ich viele Leute, die ihre Brillen mies behandeln,
deren Oberfläche wie eine Kraterlandschaft ausieht, und geputzt wird
sowieso niemals. Wie die überhaupt noch etwas dadurch erkennen können,
ist mir völlig unverständlich. Aber diese Leute sind dennoch zufrieden.
Ich wär's nicht.

So unterschiedlich ticken eben die Menschen ... Andreas
Marc Haber (30.08.2016, 09:19)
Jürgen Rheingans <jr.news> wrote:
>Mit der demnächst unumgänglichen Gleitsichtbrille, die im Nahbereich
>anfänglich(!) sicherlich ~ +1,0 (also in Summe anfänglich(!) +5,5)
>mitbringen wird, werden zwecks Vermeidung einer unakzeptablen
>Gesichtsfeldeinschränkung große Gläser fällig werden - eine sinnvolle
>Verwendung von Kunststoffgläsern sehe ich bislang nicht - für konkrete
>Hinweise zu entsprechend tauglichen Gläsern wäre ich daher sehr dankbar!


+5,5 ist schon heftig. Damit das keine Glasbausteine werden, braucht
es hochbrechendes Glas, das wird im Kunststoffbereich vermutlich in
der Tat zu Farbsäumen tendieren.

Bei dieser Stärke würde ich auch beginnen über Mineralglas
nachzudenken, und ggf das Helmvisir schon früher zumachen.

Grüße
Marc
Christian @Soemtron (31.08.2016, 14:42)
Andreas M. Kirchwitz <amk> schrieb:

> Marc Haber <mh+usenetspam1118> wrote:
>> haben. Kunststoffgläser sind leichter, bruchfester und stehen
>> Mineralgläsern auch in Puncto Kratzfestigkeit in nichts nach.


Letzteres ist so pauschal leider falsch. Es gibt Meßverfahren, die zu
diesem Ergebnis kommen, für die bestmöglichen Beschichtungen. Im rauhen
Alltagseinsatz sieht man jedoch die Unterschiede spätestens nach ein paar
Jahren. Die Frage ist eher, ob ein paar Kratzer tatsächlich so schlimm
sind.

> Glas ist zudem immer dünner als Kunststoff. Glas ist besser
> geeignet für Mehrstärkenbrillen.


Beides falsch.

> Glas ist optisch reiner als
> Kunststoff und erzeugt weniger Farbsäume. Besonders hohe
> Stärken sind mit Kunstsoff nicht sinnvoll realisierbar.


Bei extremer Auslegung von "besonders", was nur Promille der
Brillenträger betrifft - also so allgemein auch falsch.

> Kunststoff ist unzweifelhaft vorteilhaft, wenn ich im voraus weiß,
> dass ich z.B. beim Sport oder auf Arbeit ständig was ins Gesicht
> bekomme.


Einmal reicht schon.

> Beim Sport trägt man aber wohl ohnehin eher Kontaktlinsen,


Wie ich schon schrieb, die Bedürfnisse sind individuell. Deine ganzen
Verallgemeinerungen sind fehl am Platz.

cu,
Christian

PGP Key available.
Christian @Soemtron (31.08.2016, 14:50)
Jürgen Rheingans <jr.news> schrieb:

> [Motorrad]


> Und, ja - die benannten Einsatzbedingungen wurden mit dem Optiker
> vorab besprochen!


.... und ein prinzipiell geeignetes Material gewählt. Aber das ist nicht
das einzige. Was sagt der Optiker zu Deinem Problem?

> Gesichtsfeldeinschränkung große Gläser fällig werden - eine


die müssen nicht zwangsläufig (wesentlich) größer sein als bei
Einstärkengläsern.

> sinnvolle Verwendung von Kunststoffgläsern sehe ich bislang nicht -


steht oben

Wie gesagt, Kunststoff oder Glas ist nicht die einzige Frage. Besprich
das mit Deinem Optiker.

cu,
Christian

PGP Key available.
w-buechsenschuetz (27.09.2016, 15:33)
X-No-archive: Yes

Am Montag, 29. August 2016 05:07:56 UTC+2 schrieb Andreas M. Kirchwitz:

> Mir wollen Optiker auch immer Kunststoff schmackhaft machen.
> Praktisch alle günstigen Angebote gelten nur für Kunststoff.
> Ist etwas merkwürdig.


DAs mit dem "schon mal gehört" können wir gerne nachholen. Mir wurde mal als Jugendlicher nach einem Unfall ein Brillenglassplitter aus der Lidfalte geholt und selbige genäht. 10mm tiefer wäre das weit weniger harmlos gewesen.
w-buechsenschuetz (30.09.2016, 08:58)
X-No-archive: Yes

Am Dienstag, 30. August 2016 09:19:29 UTC+2 schrieb Marc Haber:

> +5,5 ist schon heftig. Damit das keine Glasbausteine werden, braucht
> es hochbrechendes Glas,


Bei Plus-Gläsern ist die Brechzahl weniger relevant, da diese im Gegensatz zu den (häufigeren) Minus-Gläsern zum Rand hin dünner werden. Die Dicke in der Mitte sieht man kaum. Der "Glasbausteineffekt" von Plus-Gläsern liegt an der Brechkraft (Dioptrien) der Gläser, der ist bei Gläsern gleicher dptr-Zahl immer gleich.

> das wird im Kunststoffbereich vermutlich in
> der Tat zu Farbsäumen tendieren.


Mir ist nicht bekannt, daß Kunststoffmaterialien prinzipiell stärker dispersiv (d.h. Brechzahlabweichung bei verschiedenen Spektralfarben) sind als mineralische Gläser und damit prinzipiell stärkere Farbsäume erzeugen. Für anderweitige Informationen wäre ich dankbar. Im übrigen stören Farbsäume im Alltag kaum, nur bei starken Kontrasten und bei Lichtquellen, die mit LEDs unterschiedlicher Farbe bestückt sind.

> Bei dieser Stärke würde ich auch beginnen über Mineralglas
> nachzudenken, und ggf das Helmvisir schon früher zumachen.


Bei diesem Halbwissen würde ich auch beginnen, über fundierte Informationsquellen nachzudenken.
w-buechsenschuetz (30.09.2016, 13:48)
X-No-archive: Yes

Am Freitag, 30. September 2016 08:58:23 UTC+2 schrieb w-buechs...@web.de:

> Mir ist nicht bekannt, daß Kunststoffmaterialien prinzipiell stärker dispersiv (d.h. Brechzahlabweichung bei verschiedenen Spektralfarben) sind als mineralische Gläser und damit prinzipiell stärkere Farbsäume erzeugen. Für anderweitige Informationen wäre ich dankbar.


Es ist tatsächlich so wie von MH beschrieben:

Marc Haber (04.10.2016, 15:47)
w-buechsenschuetz wrote:
>Am Dienstag, 30. August 2016 09:19:29 UTC+2 schrieb Marc Haber:
>> +5,5 ist schon heftig. Damit das keine Glasbausteine werden, braucht
>> es hochbrechendes Glas,

>Bei Plus-Gläsern ist die Brechzahl weniger relevant, da diese im Gegensatz zu den (häufigeren) Minus-Gläsern zum Rand hin dünner werden.


Nichtsdestotrotz sind hohe Plusstärken scheiße zu verarbeiten, das
macht in der Werkstatt niemand gerne, und man muss höllisch aufpassen,
die Gläser im richtigen Rohdurchmesser zu bestellen. Nimmt man sie zu
klein, sind sie außen zu dünn, das bearbeitet sich schlecht und geht
leicht kaputt; nimmt man sie zu groß, sind sie außen zu dick und innen
noch dicker, das sieht doof aus.

>> das wird im Kunststoffbereich vermutlich in
>> der Tat zu Farbsäumen tendieren.

>Mir ist nicht bekannt, daß Kunststoffmaterialien prinzipiell stärker dispersiv
>(d.h. Brechzahlabweichung bei verschiedenen Spektralfarben) sind als mineralische
>Gläser und damit prinzipiell stärkere Farbsäume erzeugen.


Das muss ich mal meine Optikerin fragen. Ich erinnere mich allerdings,
dass mir zu Zeiten meiner starken Prismenbrille (10 dpt Prisma pro
Seite) die entgegengesetzt liegenden Farbsäume an den Tests fast eine
Visusstufe gekostet haben und dass ich dadurch, dass die Prismenbrille
gelb und grün horizontal unterschiedlich verschoben hat bei
Nachtfahrten aus dem Führerstand ein Hp2 in einigen Kilometern
Entfernung nicht von einem Vr2 hätte unterscheiden können.

Mit der Operation war das glücklicherweise vorbei, ich hab seitdem
kaum noch "Stärke" in der Brille.

>> Bei dieser Stärke würde ich auch beginnen über Mineralglas
>> nachzudenken, und ggf das Helmvisir schon früher zumachen.

>Bei diesem Halbwissen würde ich auch beginnen, über fundierte Informationsquellen nachzudenken.


Brauche ich fundiertes Wissen, frage ich meine Meisterin.

Grüße
Marc
w-buechsenschuetz (07.10.2016, 13:07)
X-No-archive: Yes

Am Dienstag, 4. Oktober 2016 15:47:19 UTC+2 schrieb Marc Haber:

> >Mir ist nicht bekannt, daß Kunststoffmaterialien prinzipiell stärker dispersiv
> >(d.h. Brechzahlabweichung bei verschiedenen Spektralfarben) sind als mineralische
> >Gläser und damit prinzipiell stärkere Farbsäume erzeugen.

> Das muss ich mal meine Optikerin fragen.


Ich hatte bereits darauf hingewiesen, daß dies im Ggs. zu meinen Zweifeln tatsächlich so ist.

> Ich erinnere mich allerdings,
> dass mir zu Zeiten meiner starken Prismenbrille (10 dpt Prisma pro
> Seite) die entgegengesetzt liegenden Farbsäume an den Tests fast eine
> Visusstufe gekostet haben


Mag bei Prismengläsern so sein. Ich trage seit Jahren Minusgläser(Kunststoff) in dieser Größenordnung und habe keine großen Probleme mit Farbsäumen, zumindest wenn es sich um Beleuchtung mit kontinuierlichem Spektrum handelt. Etwas seltsam wirds bei neueren farbveränderlichen Reklame- und Bühnenbeleuchtungen, bei denen LEDs mit Einzelfarben verwendet werden. Bei violetter Beleuchtung sehe ich dann am Bildfeldrand einen roten und einen blauen Scheinwerfer etwas verschoben oder sogar nebeneinander. Bei Nachtfahrten gibts keine Probleme, allerdings tretendann öfters Doppelbilder durch interne Spiegelung im Glas auf.

> Brauche ich fundiertes Wissen, frage ich meine Meisterin.


Tu das. Aber bitte vor dem Posten.
Ernst Keller (31.10.2016, 05:53)
On Mon, 29 Aug 2016 17:19:25 +0200, Marc Haber
<mh+usenetspam1118> wrote:

>"Andreas M. Kirchwitz" <amk> wrote:
>Du wirst gut beraten.
>Nein, völlig klar. Hast du in den letzen 5 jahren versucht, einen
>Nadeldrucker oder einen Röhrenmonitor zu kaufen?
>Das war vielleicht vor 20 Jahren so.

Ich trage jetzt seit ca. 60J eine Brille, immer Glas, ich habe den
Optiker mehrmals gefragt ob Kunststoff mit der neuen extraharten
Beschichtung nun so Kratzfest sei wie Glas, hat er verneint. Also gibt
es Glas, ich arbeitete in schmutziger Umgebung und reise viel, da kann
ich mich nicht mit sorgfältigem Brillen reinigen abgeben.

Das Problem mit dem Gewicht habe ich nach und nach durch rundere
Gläser "gelöst" und seit ich Gleitsicht habe suche ich ganz rund
Gläser.

Ich hatte einmal ein gebrochenes Glas durch einen Faustschlag, alle
Bruchstücke blieben im Ramen.

>>Du wirst es schon merken, wenn Du mit der normalen Brille
>>nicht mehr sinnvoll durch den Alltag kommst, weil Dich das
>>ständige Abnehmen oder Schielen über den Rand nervt.

Das muss ich trotz Gleitsicht machen, meine nächste Brille hat
einstärken Gläser und dazu noch eine Lesebrille die verstärkt(für
ZuHause), das viele Kleingeschriebene kann ich weder mit Brille noch
ohne lesen(zum Zeitung lesen und am Monitor geht es besser ohne
Brille).

Ernst

Ähnliche Themen