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Louis Noser (04.05.2020, 11:20)
Hallo miteinander

Es wäre doch denkbar, dass, je kleiner die Wellenlängen von Strahlung,
das biologische Gewebe von Lebewesen eher Schaden nimmt.

Handelt es sich bei 5G um kleinere Wellenlängen als der vorherigen
Generationen?

Vielen Dank.

Grüsse
Louis
Shinji Ikari (04.05.2020, 11:47)
Guten Tag

Louis Noser <louis.noser.wegwerf> schrieb

>Es wäre doch denkbar, dass, je kleiner die Wellenlängen von Strahlung,
>das biologische Gewebe von Lebewesen eher Schaden nimmt.


Vieles ist denkbar. Es ist auch denkbar, dass jemand an kosmischer
Strahlung stirbt.

>Handelt es sich bei 5G um kleinere Wellenlängen als der vorherigen
>Generationen?


Je nachdem.
5G ist eine Technik und keine Frequenz.

Man wil 5G in 'niedrigen' Bereichen (FR1) nutzen, in deren unteren
Bereichen damals Tv gesendet wurde (= hoehere Reichweite, aber
geringere Geschwindigkeit fuer laendlichere Strukturen) und man will
es auch in hoeheren Bereichen Nutzen (FR2), in denen man dann weitaus
geringere Reichweite, aber hoehere Geschwindigkeiten schafft (eher in
Stadtgebieten).


"...FR1 umfasst im Wesentlichen die Frequenzen zwischen 600 MHz und 6
GHz..."
"...Frequenzbereich FR2 beginnt oberhalb von 24 GHz..."
Hergen Lehmann (04.05.2020, 12:06)
Am 04.05.20 um 11:20 schrieb Louis Noser:

> Es wäre doch denkbar, dass, je kleiner die Wellenlängen von Strahlung,
> das biologische Gewebe von Lebewesen eher Schaden nimmt.


Im Prinzip ja, aber...
nach den im Mobilfunk genutzten Mikrowellenbändern (Wellenlänge ~10cm)
kommen erst mal noch sehr viele Zehnerpotenzen Luft, dann die harmlose
Infrarotstrahlung (ca. 1-100 Mikrometer) und das ebenfalls noch
unbedenkliche sichtbare Licht (400-800nm), bevor es mit UV-B (<300nm)
und Röntgenstrahlung (<10nm) langsam gefährlich für biologische Systeme
wird.

Entscheidender ist bei diesen niedrigen Frequenzen die Energie, die im
Gewebe ankommt. Und da bringt 5G insofern einen Unterschied, als das die
Basisstationen nicht mehr hoch oben auf Masten montiert werden, sondern
dichter ans Fußvolk heran wandern sollen, etwa an Laternenmasten und an
Hauswände.

Ob das relevant ist, wissen die Götter...

> Handelt es sich bei 5G um kleinere Wellenlängen als der vorherigen
> Generationen?


5G wurde in Deutschland für die Bereiche 2GHz und 3.4 - 3.8GHz
lizenziert. Für LTE werden Frequenzen bei 800MHz, 1.8GHz und 2.6GHz genutzt.

Also kein wesentlicher Unterschied. Trotz dem Werbegetöse handelt es
sich auch nicht wirklich um eine grundlegend neue Technologie, sondern
letztlich nur um Detailverbesserungen an LTE.

Hergen
Arno Welzel (04.05.2020, 13:11)
Louis Noser:

> Es wäre doch denkbar, dass, je kleiner die Wellenlängen von Strahlung,
> das biologische Gewebe von Lebewesen eher Schaden nimmt.


Nein, die Wellenlänge alleine ist nicht ausreichend, um Schaden zu
verursachen.

> Handelt es sich bei 5G um kleinere Wellenlängen als der vorherigen
> Generationen?


Ja, da 5G mit höheren Frequenzen arbeitet.

Aber *nur* wegen der Frequenz tritt kein Schaden ein. Entscheidend ist
auch die Energie, die für die Signale verwendet wird. Das Bundesamt für
Strahlenschutz hat bislang keine Probleme bei 5G festgestellt. Siehe
auch:
<https://www.deutschlandfunk.de/elektrosmog-ist-5g-gefaehrlich.697.de.html?dram:article_id=443899>
Arno Welzel (04.05.2020, 13:14)
Hergen Lehmann:

> Am 04.05.20 um 11:20 schrieb Louis Noser: [...]
>> Handelt es sich bei 5G um kleinere Wellenlängen als der vorherigen
>> Generationen?

> 5G wurde in Deutschland für die Bereiche 2GHz und 3.4 - 3.8GHz
> lizenziert. Für LTE werden Frequenzen bei 800MHz, 1.8GHz und 2.6GHz genutzt.


Und wo kommen dann die 26, 28 und 39 GHz zum Einsatz, die u.A. in
<https://de.wikipedia.org/wiki/5G> für den "globalen" geografischen
Bereich genannt werden?
Ralph Aichinger (04.05.2020, 13:41)
Arno Welzel <usenet> wrote:
> Und wo kommen dann die 26, 28 und 39 GHz zum Einsatz, die u.A. in
> <https://de.wikipedia.org/wiki/5G> für den "globalen" geografischen
> Bereich genannt werden?


Eventuell mitstandardisierte Richtfunk-Uplinks?

/ralph
Marc Haber (04.05.2020, 14:11)
Arno Welzel <usenet> wrote:
>Ja, da 5G mit höheren Frequenzen arbeitet.


Das tut es nicht notwendigerweise.
Hergen Lehmann (04.05.2020, 16:33)
Am 04.05.20 um 13:41 schrieb Ralph Aichinger:

> Arno Welzel <usenet> wrote:
>> Und wo kommen dann die 26, 28 und 39 GHz zum Einsatz, die u.A. in
>> <https://de.wikipedia.org/wiki/5G> für den "globalen" geografischen
>> Bereich genannt werden?

> Eventuell mitstandardisierte Richtfunk-Uplinks?


Vielleicht auch industrielle Anwendungen. Oder die Kommunikation
zwischen selbstfahrenden Autos.

Für ein klassisches Handy-Netz taugen diese Frequenzen jedenfalls nicht
mehr, da wirklich eine Sichtverbindung erforderlich ist. Jede Hauswand
und jeder Baum wird in diesem Frequenzbereich zum undurchdringlichen
Hindernis.
Arno Welzel (04.05.2020, 20:51)
Marc Haber:

> Arno Welzel <usenet> wrote:
>> Ja, da 5G mit höheren Frequenzen arbeitet.

> Das tut es nicht notwendigerweise.


Stimmt auch wieder. Das Zeug muss ja auch noch praxistauglich für
Smartphones sein und das sind Übertragungen mit deutlich mehr als 3-4
GHz nicht.
Marc Haber (04.05.2020, 22:08)
Arno Welzel <usenet> wrote:
>Marc Haber:
>Stimmt auch wieder. Das Zeug muss ja auch noch praxistauglich für
>Smartphones sein und das sind Übertragungen mit deutlich mehr als 3-4
>GHz nicht.


Man könnte auch einfach nachgucken, welche Frequenzen für 5G gerade
versteigert worden sind.

Grüße
Marc
Arno Welzel (05.05.2020, 09:59)
Marc Haber:

> Arno Welzel <usenet> wrote:
> Man könnte auch einfach nachgucken, welche Frequenzen für 5G gerade
> versteigert worden sind.


Das haben ja Andere bereits getan, siehe <3265og-e8r.ln1>.
Shinji Ikari (05.05.2020, 10:26)
Guten Tag

Arno Welzel <usenet> schrieb

>Und wo kommen dann die 26, 28 und 39 GHz zum Einsatz, die u.A. in
><https://de.wikipedia.org/wiki/5G> für den "globalen" geografischen
>Bereich genannt werden?


Ich las mal, das sei fuer lokale Firmennetze und andere kleinste
Standorte gedacht.
Daniel Weber (09.05.2020, 15:00)
Am 04.05.2020 um 12:06 schrieb Hergen Lehmann:
> 5G wurde in Deutschland für die Bereiche 2GHz und 3.4 - 3.8GHz
> lizenziert.


Oder auch 700 MHz (bei VF geplant).

> Für LTE werden Frequenzen bei 800MHz, 1.8GHz und 2.6GHz genutzt.


Oder auch 700 MHz (bei TEF), 900 MHz (DT, VF und TEF) und 2.1 GHz (VF,
TEF und bald DT).

Die Frequenzen können seit einiger Zeit "Technologieneutral" eingesetzt
werden, z.B. um ein Schrittweises "refarmen" der 2.1 GHz von UMTS/3G auf
LTE/4G zu ermöglichen.

> Also kein wesentlicher Unterschied. Trotz dem Werbegetöse handelt es
> sich auch nicht wirklich um eine grundlegend neue Technologie, sondern
> letztlich nur um Detailverbesserungen an LTE.


Exakt. Kein Grund, da nun "Verstrahlungspanik" zu entwickeln.
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