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Ein Fachinformatiker (23.05.2012, 23:42)
Hallo,

bei mir enzündet sich die Haut, da wo meine Brille aufliegt und es
entsteht eine grünliche Substanz, die sich mit der geschädigten Haut
verkrustet. Das liegt offenbar am Metall der Brille und tritt auf,
seitdem der goldene Überzug sich mit den Jahren gelöst hat.

Kann man ein Brillengestell "streichen" lassen oder sollte ich mir
eine neue Brille besorgen?

Fachinformatiker
Juergen Roesener (24.05.2012, 16:15)
Ein Fachinformatiker <ein.fachinformatiker> wrote:

>bei mir enzündet sich die Haut, da wo meine Brille aufliegt und es
>entsteht eine grünliche Substanz, die sich mit der geschädigten Haut
>verkrustet. Das liegt offenbar am Metall der Brille und tritt auf,
>seitdem der goldene Überzug sich mit den Jahren gelöst hat.


Da kann ich doch gleich mal die Gelegenheit nutzen, über alte,
vergammelte Fassungen herzuziehen, ohne den anonymen OP damit
persönlich anzugreifen. ;-)

1) Die galvanische Schicht ist / war zu dünn oder von schlechter
Qualität. Das sieht man beim Kauf leider nicht, eine gute Galvanik
geht aber in den Preis ein. In Zeiten des 'Billig-Einkaufens' stehen
die Chancen nicht schlecht, eine zunächst gut aussehende aber
qualitativ schlechte Fassung zu erwischen.

2) Die Pflege der Brillen lässt häufig zu wünschen übrig, um es mal
ganz vorsichtig auszudrücken. Man sieht häufig dicke Schmutzbatzen,
die Schweiß aufsaugen und das darunterliegende Matall einer
Dauerbefeuchtung aussetzen. Solche mangelhafte Pflege nimmt auch eine
hochwertige Fassung irgendwann übel.

>Kann man ein Brillengestell "streichen" lassen oder sollte ich mir
>eine neue Brille besorgen?


Ja, man kann Fassungen entweder neu galvanisieren lassen und / oder
mit einem Schutzlack überziehen. Neue Galvanik lohnt sich wegen des
zerstörten Untergrundes meist nicht, Lack müsste man im Einzelfall
entscheiden. Wenn aber die Galvanik sich erst 'mit den Jahren' gelöst
hat, die Brille demnach schon lange getragen wurde, wäre es wirklich
an der Zeit, über eine neue nachzudenken und bei der Gelegenheit auch
die Gläserstärken überprüfen zu lassen
Christian @Soemtron (25.05.2012, 10:01)
Ein Fachinformatiker <ein.fachinformatiker> schrieb:

> bei mir enzündet sich die Haut, da wo meine Brille aufliegt und es
> entsteht eine grünliche Substanz, die sich mit der geschädigten
> Haut verkrustet. Das liegt offenbar am Metall der Brille und tritt
> auf, seitdem der goldene Überzug sich mit den Jahren gelöst hat.
> Kann man ein Brillengestell "streichen" lassen oder sollte ich mir
> eine neue Brille besorgen?


Nö, solange die Brille noch nicht komplett durchgerostet ist und die
Stärke sich nicht min. 1dpt verändert hat, ist es verboten, eine neue zu
kaufen.
Das wäre so der O-Ton, den man oft von Augenärzten hört...
Mein Rat: schleunigst eine neue Brille kaufen und zwar aus Titan,
zumindest nickelfrei.

cu,
Kein Fachinformatiker

PS. Ist Fachinformatiker eigentlich Dein Vor- oder Nachname?

PGP Key available.
Winfried (30.05.2012, 14:37)
X-No-archive: Yes

On 23 Mai, 23:42, Ein Fachinformatiker <einfachinformati>
wrote:
> Hallo,
> bei mir enzündet sich die Haut, da wo meine Brille aufliegt und es
> entsteht eine grünliche Substanz, die sich mit der geschädigten Haut
> verkrustet. Das liegt offenbar am Metall der Brille und tritt auf,
> seitdem der goldene Überzug sich mit den Jahren gelöst hat.


Kann Grünspan des Kupferanteils des Messingmaterials sein, oder auch
Grünspan einer Kupferschicht, die manchmal als "Zwischenschicht" beim
Beschichten mit anderen Metallen (Galvanisieren) aufgebracht wird.

Abhilfe dagegen gibts keine, jedenfalls nicht an Stellen, die
abriebgefährdet sind.

Ich kann mittlerweile nur noch zu Titangestellen raten, da entfällt
auch die Grünspanschicht zwischen Fassungsrändern und Glas, deren
Entfernung recht mühselig ist (entweder zum Optiker oder selbst die
Gläser entnehmen, deren Ränder und die der Fassung reinigen und das
Ganze alle paar Monate wiederholen), ebenso der Grünspan an den
Nasenpolster-Befestigungen.

W. Buechsenschuetz
Hermann Glatter (14.08.2012, 11:14)
Am 25 May 2012 10:01:00 +0200 schrieb Christian @Soemtron:

Hallo,
welche Kriterien sollte man beim Brillenkauf beachten:
Gestell aus Titan?
Brillengläser entspiegelt,hartbeschichtet und Plegeleicht-Schicht?
Welche weiteren Kriterien sollte man noch beachten:evtl.
Gewicht der Brille usw.
> Das wäre so der O-Ton, den man oft von Augenärzten hört...
> Mein Rat: schleunigst eine neue Brille kaufen und zwar aus Titan,
> zumindest nickelfrei.

Grüße
Hermann
Arno Welzel (14.08.2012, 16:02)
Am 14.08.2012 11:14, schrieb Hermann Glatter:

> welche Kriterien sollte man beim Brillenkauf beachten:
> Gestell aus Titan?
> Brillengläser entspiegelt,hartbeschichtet und Plegeleicht-Schicht?
> Welche weiteren Kriterien sollte man noch beachten:evtl.
> Gewicht der Brille usw.


Dass sie Dir gefällt und Du sie gerne trägst ;-)

Im Ernst: eine "Pflegeleicht-Schicht" ist wohl nicht zwingend nötig und
ob eine Oberflächenhärtung gegen Kratzer notwendig ist, hängt wohl auch
davon ob, wo deine Brille genutzt wird und wie teuer die Gläser sind.

Bei meiner letzten Brille habe ich für ein flexibles Titangestell von
Eschenbach und Kunststoffgläser mit Entspiegelung ca. 190 EUR gezahlt
(davon rund 50 EUR für die Gläser) - bei einem Optiker vor Ort in
Augsburg. Die angeblich günstigen Optiker-Ketten waren teurer...

Für ein Designer-Stück und bessere Gläser kann man je nach Sehstärke
aber auch locker das drei- bis vierfache anlegen.
Hermann Glatter (16.08.2012, 07:31)
Am Tue, 14 Aug 2012 16:02:43 +0200 schrieb Arno Welzel:

Hallo Arno,
> ob eine Oberflächenhärtung gegen Kratzer notwendig ist, hängt wohl auch
> davon ob, wo deine Brille genutzt wird und wie teuer die Gläser sind.
> Bei meiner letzten Brille habe ich für ein flexibles Titangestell von
> Eschenbach und Kunststoffgläser mit Entspiegelung ca. 190 EUR gezahlt
> (davon rund 50 EUR für die Gläser) - bei einem Optiker vor Ort in
> Augsburg. Die angeblich günstigen Optiker-Ketten waren teurer...
> Für ein Designer-Stück und bessere Gläser kann man je nach Sehstärke
> aber auch locker das drei- bis vierfache anlegen.


danke für die Antwort. Also ist ein Titangestell (wegen Allergie und
Rost ) und bei Kunstoffgläser Entspiegelung wohl sinnvoll.Da ich auf
der Insel borkum lebe, ist es hier sehr oft sehr windig und es wird
feiner Sand durch die Luft gewirbel. Daher meine ich, daß auch
die Oberflächenhärtung nicht verkehrt ist.
einige gute kriterien haben wir ja jetzt schon herausgearbeitet.
Aber was sollte man noch beachten?

Meine letzte Brill (mit Bifokagläser hat 850 Euro gekostet). Allerdings
habe ich eine Brillenversicherung abgeschlossen und kann daher
einen Teil über diese Versicherung abdecken. Ich bin jetzt im 78
Lebensjahr und wollte mir daher eine gute Brille gönnen.
Für die Augen sollte einem nichts zu schade sein.
Grüße
Hermann.
Christian @Soemtron (17.08.2012, 13:42)
Hermann Glatter <hermann-glatter> schrieb:

> danke für die Antwort. Also ist ein Titangestell (wegen Allergie
> und Rost ) und bei Kunstoffgläser Entspiegelung wohl sinnvoll.Da


Stimmt.

> Aber was sollte man noch beachten?


Bei der Oberfläche würde ich die beste Variante wählen - hart, hydrophob
und antistatisch. Je nach Stärke auch höherbrechend. Wenn Du Dich viel im
Freien aufhälst, ggf. auch phototrop.

cu,
Christian

PGP Key available.
Marc Haber (27.08.2012, 17:28)
Arno Welzel <usenet> wrote:
>Bei meiner letzten Brille habe ich für ein flexibles Titangestell von
>Eschenbach und Kunststoffgläser mit Entspiegelung ca. 190 EUR gezahlt
>(davon rund 50 EUR für die Gläser) - bei einem Optiker vor Ortin
>Augsburg.


Wohl dem, der so einfache Augen hat wie Du. Bei mir kostet ein Glas
doppelt so viel wie Deine ganze Brille. Ja, auch beim Kettenoptiker
(da ist's teurer, da unrabattierter Listenpreis).

Grüße
Marc
Arno Welzel (11.09.2012, 11:11)
Am 27.08.2012 17:28, schrieb Marc Haber:

> Arno Welzel <usenet> wrote:
> Wohl dem, der so einfache Augen hat wie Du. Bei mir kostet ein Glas
> doppelt so viel wie Deine ganze Brille. Ja, auch beim Kettenoptiker
> (da ist's teurer, da unrabattierter Listenpreis).


Deswegen bin ich ja auch *nicht* zum Kettenoptiker gegangen. Da hätten
vergleichbare Gläser nämlich statt 50 EUR mal eben mehr als das Doppelte
gekostet!
Werner Holtfreter (23.09.2012, 13:46)
Am Mon, 27 Aug 2012 17:28:46 +0200 schrieb Marc Haber:

> Wohl dem, der so einfache Augen hat wie Du. Bei mir kostet ein Glas
> doppelt so viel wie Deine ganze Brille.


Da heute zumindest eine Seite jeden Glases individuell geschliffen wird,
sobald ein asphärischer Augenfehler zu korrigieren ist, beschränkt sich
der Unterschied zwischen einem billigen Glas mit lediglich Spärischer-
und Zylinder-Korrektur und dem teuersten Gleitsichtglas auf die Daten,
die die CNC-Schleifmaschine bekommt. Man bezahlt also hauptsächlich die
Entwicklungskosten des Formelsystems und keine Proportionalkosten.

Demgegenüber erscheint der proportionale Fertigungsaufwand für ein
simples Zweistärkenglas, bei dem unterschiedlich stark brechende
Glassorten verschmolzen werden, wesentlich höher.

(Was ich schrieb, gilt für Echtglas. Bei Kunststoff werden die Gießformen
individuell hergestellt.)
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