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Marc Haber (02.12.2018, 16:03)
Hannes Kuhnert <hannes.kuhnert> wrote:
>Vom ISDN-Telefonanschluss ist es mir geläufig, dass ein während eines
>Gesprächs eingehender weiterer Anruf auf dem gerade benutzten Endgerät
>angezeigt wird.
>Das Annehmen dieses Anrufs mit Halten der aktuellen Verbindung braucht
>natürlich einen freien weiteren Nutzkanal.
>Aber wie sieht es mit der bloßen Kenntnisnahme des zweiten Anrufs aus? Dass
>man während oder nach Beendigung des Gesprächs sehen kann, wer derweilen noch
>anzurufen versucht hat ? beruht auch dies auf einem freien Nutzkanal?


Nein, das geht bei ISDN über den D-Kanal; bei VoIP kommt einfach ein
zweiter Call über die Verbindung hine. Die Beschränkung von
VoIP-Anschlüssen auf eine beliebige Anzahl von "Kanälen" ist dem
Produktmanagement der VoIP-Provider geschuldet, die günstige
Einstiegsprodukte irgendwie "kastrieren" müssen, damit sie auch
teurere Luxusprodukte verkaufen können.

>Ich nehme an, dass ISDN-Anschlüsse und aktuell eingerichtete VoIP-Anschlüsse
>insofern auf den gleichen Funktionsprinzipien beruhen.


Diese Annahme ist bis auf "man kann darüber telefonieren" weitgehend
falsch.

>Steht die Information
>über während eines Gesprächs stattgefundene Anrufversuche also auch bei einem
>Minimalanschluss mit nur einem Sprachkanal zur Verfügung?


Das kommt darauf an, wo das Produktmanagement des Providers das
Kastrationsmesser angesetzt hat. Wenn der zweite eingehende Call nicht
bis zum Kunden durchkommt sondern früher schon mit "busy" abgelehnt
wird, dann nicht.

Ich würde das davon abhängig machen, ob der Provider "anklopfen"
bewirbt oder nicht.

Grüße
Marc
Hannes Kuhnert (03.12.2018, 12:40)
Marc Haber schrieb:
> Hannes Kuhnert <hannes.kuhnert> wrote:
> Diese Annahme ist bis auf "man kann darüber telefonieren" weitgehend
> falsch.


Unsere Überlegungen treffen sich wieder an dem Punkt, dass die VoIP-Anbieter
die Zahl der führbaren Gespräche beschränken und dass bei einem Anrufeingang
also an verschiedenen Punkten auf irgendeine Weise damit umgegangen wird, dass
ggf. kein Kanal für den Aufbau eines Gesprächs zur Verfügung steht. Lediglich
eine solche effektive schematische Betrachtung von ISDN und VoIP war meine
Absicht. Dass es da verschiedene Umgänge gibt, ist gut zu wissen.

> Das kommt darauf an, wo das Produktmanagement des Providers das
> Kastrationsmesser angesetzt hat. Wenn der zweite eingehende Call nicht
> bis zum Kunden durchkommt sondern früher schon mit "busy" abgelehnt
> wird, dann nicht.
> Ich würde das davon abhängig machen, ob der Provider "anklopfen"
> bewirbt oder nicht.


Das leuchtet ein ? also jeweils beim Provider danach sehen und bei Unklarheit
dort nachfragen.
Hannes Kuhnert (03.12.2018, 12:49)
Andreas Hartmann schrieb:
> Ich würde auf jeden Fall die ganze alte Technik entsorgen und mit VoIP
> durchgängig fahren.


Für sich genommen klingt /wenn VoIP, dann ganz/ sinnvoll. Ein homogenes Netz
in der Wohnung ist auch nichts schlechtes.

Allerdings sind wirklich gute ISDN-Endgeräte vorhanden, die keine konkreten
Wünsche offen lassen. Zudem müsste bei einer Umstellung die S?-Verkabelung auf
Ethernet umgebaut werden ? ein wirklich dickes Brett zum Bohren.

Ich wäre wohl hin- und hergerissen. Im vorliegenden Fall wird der
Anschlussnehmer entscheiden müssen.
Hannes Kuhnert (03.12.2018, 13:03)
Michael Limburg schrieb:
> Hannes Kuhnert wrote:
> Ich kann jetzt nix zu ISDN sagen, habe aber bis vor 2 Jahren noch einen
> analogen Anschluß, also eine "Leitung", gehabt. Schon da gab es seit
> etlichen Jahren Anrufsignalisierung. Daneben gab es die Möglichkeit, den
> neuen Anruf anzunehmen und den alten Anruf zu halten oder zwischen
> beiden Anrufen hin- und herzuschalten.


Das klingt nach einer Art Backport von ISDN.

CLIP auf analogen Leitungen war (und ist) ja sehr verbreitet. Halten und
Annehmen mit analoger Leitung klingt mir besonderer.

Dessen Muster ist allerdings ein anderes als das meiner Frage des Anklopfens
ohne freie Leitung.

Beim ?analogen Anklopfen? haben wir es technisch mit nur einer Leitung zu tun.
Diese ist aber nur eine Art ?Tunnel?. Die Vermittlungsstelle geht
offensichtlich mit mehreren ?Leitungen? für diesen Anschluss um, von denen
immer nur eine Richtung Anschlussnehmer weitergeleitet werden kann; das
Anklopfen ist für die Vermittlungsstelle ein Anklopfen bei freier zweiter
?Leitung?.
Andreas Hartmann (03.12.2018, 20:21)
On 03.12.18 at 11:49 Hannes Kuhnert wrote:
> Andreas Hartmann schrieb:
>> Ich würde auf jeden Fall die ganze alte Technik entsorgen und mit VoIP
>> durchgängig fahren.

> Für sich genommen klingt /wenn VoIP, dann ganz/ sinnvoll. Ein homogenes Netz in der Wohnung ist auch
> nichts schlechtes.
> Allerdings sind wirklich gute ISDN-Endgeräte vorhanden, die keine konkreten Wünsche offen lassen.


Jedes Gateway bringt zusätzliche Fehler und macht die Sache unnötig komplex. Ich würde mir es nicht
antun - aber das ist schlussendlich jedem selbst überlassen.

> Zudem müsste bei einer Umstellung die S?-Verkabelung auf Ethernet umgebaut werden ? ein wirklich
> dickes Brett zum Bohren.
> Ich wäre wohl hin- und hergerissen. Im vorliegenden Fall wird der Anschlussnehmer entscheiden müssen.


Ich kenne die Details natürlich nicht - nur mal so als Idee: DECT over IP oder einfach eine
DECT-Basisstation an IP. Mit einer geschickten Platzierung kann man da u.U. einen großen Radius auch
über mehrere Stockwerke abdecken und benötigt nur an einer einzigen, evtl. zentralen Stelle, die
Ethernet-Verkabelung.

Gruß,
Andreas
Hannes Kuhnert (04.12.2018, 13:30)
Andreas Hartmann schrieb:
> Ich kenne die Details natürlich nicht - nur mal so als Idee: DECT over IP
> oder einfach eine DECT-Basisstation an IP. Mit einer geschickten Platzierung
> kann man da u.U. einen großen Radius auch über mehrere Stockwerke abdecken
> und benötigt nur an einer einzigen, evtl. zentralen Stelle, die Ethernet-
> Verkabelung.


Bei Ausrichtung auf Schnurlostelefonieren ist das sicher ein sinnvolles Konzept.

Im vorliegenden Fall ist DECT aber explizit unerwünscht.
Andreas Hartmann (04.12.2018, 18:06)
On 04.12.18 at 12:30 Hannes Kuhnert wrote:
> Andreas Hartmann schrieb:
> Bei Ausrichtung auf Schnurlostelefonieren ist das sicher ein sinnvolles Konzept.
> Im vorliegenden Fall ist DECT aber explizit unerwünscht.


Interessehalber: Welche Kontraindikationen gibt es? Sicherheitsrelevant? Oder Strahlenbelastung?

Gruß,
Andreas
Hannes Kuhnert (05.12.2018, 17:59)
Andreas Hartmann schrieb:
> On 04.12.18 at 12:30 Hannes Kuhnert wrote:
>> Im vorliegenden Fall ist DECT aber explizit unerwünscht.

> Interessehalber: Welche Kontraindikationen gibt es? Sicherheitsrelevant? Oder Strahlenbelastung?


Letzteres; unnötige Strahlenbelastung soll strikt vermieden werden. Und an
festen Orten in der Wohnung sowie mit Freichsprechschaltung telefonieren zu
können, wird als völlig ausreichend erachtet ? insofern ist
Schnurlostelefonieren nicht nötig.
Marc Haber (05.12.2018, 20:16)
Hannes Kuhnert <hannes.kuhnert> wrote:
>Andreas Hartmann schrieb:
>Letzteres; unnötige Strahlenbelastung soll strikt vermieden werden. Und an
>festen Orten in der Wohnung sowie mit Freichsprechschaltung telefonieren zu
>können, wird als völlig ausreichend erachtet ? insofern ist
>Schnurlostelefonieren nicht nötig.


Solchen Leuten helfe ich ja prinzipiell nicht. Bei denen ist klar,
dass sie an dem einzigen Gerät, das man dann mit dem gewünschten
Featureset irgendwo aufgetrieben hat, irgend ein zuvor niemals
erwähntes Killerfeature vermissen.

Grüße
Marc
Hannes Kuhnert (05.12.2018, 21:10)
Marc Haber schrieb:
> Hannes Kuhnert <hannes.kuhnert> wrote:
> Solchen Leuten helfe ich ja prinzipiell nicht. Bei denen ist klar,
> dass sie an dem einzigen Gerät, das man dann mit dem gewünschten
> Featureset irgendwo aufgetrieben hat, irgend ein zuvor niemals
> erwähntes Killerfeature vermissen.


Du hast also solch eine Assoziation: Wer von bestimmten technischen Lösungen
kategorisch Abstand halten will, hat typischerweise andererseits
unreflektierte und unbewegliche Erwartungen, dass irgendwas anderes auf ganz
bestimmte Weise funktioniert?
Bernd Ohm (05.12.2018, 21:28)
Am 05.12.2018 um 16:59 schrieb Hannes Kuhnert:

> unnötige Strahlenbelastung soll strikt vermieden werden.


Erkläre bitte mal, was DECT mit Strahlung zu tun hat.
Bin schon sehr gespannt.
Marc Haber (05.12.2018, 22:31)
Hannes Kuhnert <hannes.kuhnert> wrote:
>Marc Haber schrieb:
>Du hast also solch eine Assoziation: Wer von bestimmten technischen Lösungen
>kategorisch Abstand halten will, hat typischerweise andererseits
>unreflektierte und unbewegliche Erwartungen, dass irgendwas anderes auf ganz
>bestimmte Weise funktioniert?


Genau. Oder es sind Lehrer.

Grüße
Marc
Hannes Kuhnert (06.12.2018, 23:01)
Bernd Ohm schrieb:
> Am 05.12.2018 um 16:59 schrieb Hannes Kuhnert:
>> unnötige Strahlenbelastung soll strikt vermieden werden.

> Erkläre bitte mal, was DECT mit Strahlung zu tun hat.
> Bin schon sehr gespannt.


DECT ist eine Schnurlostelefon-Technik, bei der zwischen Mobilteil und
Basisstation eine Funkverbindung besteht, also elektromagnetische Strahlung
zur Anwendung kommt.

Soll ich Dir glauben, dass Du das noch nicht wusstest?
Bernd Ohm (07.12.2018, 00:55)
Am 06.12.2018 um 22:01 schrieb Hannes Kuhnert:

> Soll ich Dir glauben, dass Du das noch nicht wusstest?


Mich stört dein Begriff "Strahlenbelastung".

Eine Strahlenbelastung gibt es beim Röntgen, in der Asse,
in der Nähe eines Castors, KKW usw.

Ein DECT- oder Mobilfunktelefon sendet HF.
Das Resultat ist ein magnetisches und elektrisches Feld.
Arno Welzel (07.12.2018, 11:15)
Hannes Kuhnert:

> Bernd Ohm schrieb:
> DECT ist eine Schnurlostelefon-Technik, bei der zwischen Mobilteil und
> Basisstation eine Funkverbindung besteht, also elektromagnetische Strahlung
> zur Anwendung kommt.


Es gibt aber keine "elektromagnetische Strahlung". Es handelt sich um
eletromagnetische *Felder* - da strahlt nichts.

Wenn die Feldstärke hoch genug ist, gibt es auch nachweisbare Effekte in
Form von elektrischen Strömen oder Wärme - so funktionieren z.B.
Mikrowellen. Aber die Leistung mit der DECT üblicherweise arbeitet
(unter 10 mW) hat keinen nachgewiesenen Effekt auf Lebewesen.

Hinzu kommt, dass elektromagnetische Felder nicht ionisierend sind, d.h.
sie haben nicht genug Energie, um Elektronen zu lösen und z.B. DNA zu
verändern.

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