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Kiyo Amarno (31.03.2007, 23:39)
Ausschau

Funkeln und die wehenden
Sternenbahnen im Rosengarten.
Und hell am Morgentisch
ein Verlangen.
Es bricht hervor.
Du kannst es berühren.
Im Warmen taumelt ruhig
ein Verlangen.
Und wie ein Hirngespinst aus
entströmten Halluzinationen schwebt über
fernen Gestaden säuselnd ein Mensch.
thomas michel (01.04.2007, 19:07)
hallo Kiyo...

seltsame Sachen schreibst Du, da kommt man
auf ganz seltsame Gedanken...

Kiyo Amarno wrote:
> Ausschau
> Funkeln und die wehenden
> Sternenbahnen im Rosengarten.
> Und hell am Morgentisch
> ein Verlangen.


ich hatte erst "Straßenbahnen" gelesen, oh my God...
wie das Geräusch von diesen Straßenbahnen herüberweht.
Sternenbahnen sind es aber, steht ja auch da.
Zu den Sternenbahnen fehlt mir eine passende Assoziation,
denn nun ist auf einmal ein Morgentisch da. Also... gibt es
nun Frühstück? Weiß ich nicht...

> Es bricht hervor.
> Du kannst es berühren.
> Im Warmen taumelt ruhig
> ein Verlangen.


oh my God... das würd ich zu gern sehen *g*
okay, ist aber ganz niedlich geschrieben...

> Und wie ein Hirngespinst aus
> entströmten Halluzinationen schwebt über
> fernen Gestaden säuselnd ein Mensch.


also hier kommste doch auf Abwege: was is nu mit Verlangen,
Taumel & Co? Das ist doch wirklich ein schwacher Abgang *g*

Grußly,
Tom,
Kiyo Amarno (01.04.2007, 23:37)
Hallo thomas michel,

kann sein dass ich durch etwas zuviel SF-Lektüre in meiner Jugend
vorbelastet bin, besonders durch Robert A. Heinlein.
"Ausschau" drückt das aus, was ich an einem jungfräulichen Morgen im Freien
empfinde.
Die frische neue Luft, ein leichter Wind, der sich verfärbende Himmel,
Sterne sind noch sichtbar durch die Wolkenstreifen (die Sternenbahnen).
Rosengarten -> Natur. Morgentisch -> die Welt. Das Gefühl eines grossartigen
einzigartigen Tages überkommt mich. Heute ist alles möglich.
Ich sehe mich am Horizont (die fernen Gestade), ruhig, gläsern, liquid.
Ich bin eins mit den Äonen des Universums.

"thomas michel" <hochtaunus> schrieb im Newsbeitrag
news:gpu1
[..]
thomas michel (02.04.2007, 07:43)
hallo Kiyo,

so, wie Du es beschreibst, klingt es wirklich schön.
So sollte der neue Tag beginnen.
Robert Heinlein kenne ich leider noch nicht.
SF erschien mir oft als trostlos und düster,
aber vielleicht ist ja Heinlein da eine Ausnahme.

Grusje,
Tom

Kiyo Amarno wrote:
[..]
thomas michel (02.04.2007, 07:48)
ihr
liebes Gesicht
blass im ersten Licht
ein ganz stilles Bild
und ruhig, doch
vor paar Stunden noch
sah der Mond sie
ganz wild und im Irrlicht
flehen und flackern
mit Hühnern gackern
und sie trank Glut
heißes Hahnenblut
das strömte ihr
am Halse runter
und suchte sich
zwischen ihren Brüsten
auf der Haut
wo der Atem
außer sich
um sich schlug
in wildem Spuk

nun seh ich
ihr liebes Gesicht
ihr Atem ist heiß
und riecht nicht gut
ihr langes Blond
ganz blutverkrustet
ganz ruhig steht sie
im jungen Morgenlicht
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