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Holger Schauer (01.12.2019, 21:14)
Tach,

bislang habe ich meine Daten recht unregelmäßig und aufwändig mit
duplicity gesichert (und noch nie Bedarf für Restore gehabt), aber dank
neuem externen USB-Datengrab plane ich das jetzt auf etwas solidere Füße
zu stellen und suche Empfehlungen.

Bevor jemand fragt: Ich bin geneigt, von duplicity wegzugehen. Die
GPG-Nutzung macht etwa in Hinblick auf eine evtl. automatische
regelmäßige Sicherung nicht so richtig viel Spaß und das CLI ist auch
durchaus nicht unbedingt "einfach". Sowas wie eine Konfigurationsdatei
wäre schon ein Fortschritt.

Gespeichert werden sollen im wesentlichen die Konfiguration des Rechners
plus alle echten Daten, inkl. /home, ein Full-Disk-Backup ist nicht
gesucht. Idealerweise hätte ich gerne eine Ansteuerung per anacron
(weekly/monthly), sowie eine gewisse Flexibilität in der Ausführung,
falls das Datengrab mal gerade nicht verfügbar ist (d.h., erneuter
Versuch beim nächsten Lauf, mit Mecker-Mail nach 2x Scheitern oder so).

Das Ganze gerne mit GUI, sollte aber kein Muss sein.

Was nutzt man denn da so heute? Beim kurzen Suchen fielen mir noch duply
und obnam ins Auge, die kenne ich beide aber nur vom Namen.

Danke für jeden Hinweis,

Holger
Sven Hartge (01.12.2019, 22:44)
Holger Schauer <Holger.Schauer> wrote:

> Was nutzt man denn da so heute? Beim kurzen Suchen fielen mir noch
> duply und obnam ins Auge, die kenne ich beide aber nur vom Namen.


obnam ist tot und wurde offizelle vom Programmierer zu Grabe getragen:

,----
| The Obnam project is retired. See
| for more
| information. Please use another backup solution instead.
`----

Ich nutze borg zur
Sicherung meiner Systeme.

S!
Gunter Gutzeit (01.12.2019, 23:11)
Holger Schauer schrieb am So 01.12.2019 20:14:04 +0100:

[Datensicherung]

> Das Ganze gerne mit GUI, sollte aber kein Muss sein.


Tim Ritberg (01.12.2019, 23:34)
Am 01.12.19 um 20:14 schrieb Holger Schauer:
> Tach,
> bislang habe ich meine Daten recht unregelmäßig und aufwändig mit
> duplicity gesichert (und noch nie Bedarf für Restore gehabt), aber dank
> neuem externen USB-Datengrab plane ich das jetzt auf etwas solidere Füße
> zu stellen und suche Empfehlungen.


cron, tar und 7z tuts nicht?

Tim
Florian Weimer (02.12.2019, 00:31)
* Holger Schauer:

> Gespeichert werden sollen im wesentlichen die Konfiguration des Rechners
> plus alle echten Daten, inkl. /home, ein Full-Disk-Backup ist nicht
> gesucht. Idealerweise hätte ich gerne eine Ansteuerung per anacron
> (weekly/monthly), sowie eine gewisse Flexibilität in der Ausführung,
> falls das Datengrab mal gerade nicht verfügbar ist (d.h., erneuter
> Versuch beim nächsten Lauf, mit Mecker-Mail nach 2x Scheitern oder so).


Wie ist denn die durschnittliche Dateigröße?

Brauchst Du Kompression? Deduplikation auf Block- statt Dateiebene?
Stefan Gruber (02.12.2019, 00:34)
Hallo,

Am 01.12.19 um 20:14 schrieb Holger Schauer:
> Gespeichert werden sollen im wesentlichen die Konfiguration des Rechners
> plus alle echten Daten, inkl. /home, ein Full-Disk-Backup ist nicht
> gesucht. Idealerweise hätte ich gerne eine Ansteuerung per anacron
> (weekly/monthly), sowie eine gewisse Flexibilität in der Ausführung,
> falls das Datengrab mal gerade nicht verfügbar ist (d.h., erneuter
> Versuch beim nächsten Lauf, mit Mecker-Mail nach 2x Scheitern oder so).
> Das Ganze gerne mit GUI, sollte aber kein Muss sein.
> Was nutzt man denn da so heute? Beim kurzen Suchen fielen mir noch duply
> und obnam ins Auge, die kenne ich beide aber nur vom Namen.
> Danke für jeden Hinweis,


In der KDE/Qt-Welt empfehlendswert: "Back In Time"

Ohne GUI z.B. rsnapshot

Stefan
Holger Schauer (02.12.2019, 09:40)
On 9587 September 1993, Florian Weimer wrote:
> * Holger Schauer:


>> Gespeichert werden sollen im wesentlichen die Konfiguration des Rechners
>> plus alle echten Daten, inkl. /home, ein Full-Disk-Backup ist nicht
>> gesucht. Idealerweise hätte ich gerne eine Ansteuerung per anacron
>> (weekly/monthly), sowie eine gewisse Flexibilität in der Ausführung,
>> falls das Datengrab mal gerade nicht verfügbar ist (d.h., erneuter
>> Versuch beim nächsten Lauf, mit Mecker-Mail nach 2x Scheitern oder so).


> Wie ist denn die durschnittliche Dateigröße?


Gute Frage. Ich denke, 90% aller Dateien sind <5MB. Ausreißer sind
einige wenige Videos und eine handvoll VM-Images.

> Brauchst Du Kompression? Deduplikation auf Block- statt Dateiebene?


Ja. Nein.

Kompression brauche ich strikt genommen nur, wenn ich
mehrere Generationen (inkrementell, full) speichern will.

Holger
Holger Schauer (02.12.2019, 10:03)
On 9587 September 1993, Sven Hartge wrote:
> Holger Schauer <Holger.Schauer> wrote:
>> Was nutzt man denn da so heute? Beim kurzen Suchen fielen mir noch
>> duply und obnam ins Auge, die kenne ich beide aber nur vom Namen.

> obnam ist tot und wurde offizelle vom Programmierer zu Grabe getragen:


Ah, stimmt. Ich hatte Lars' Ankündigung dazu gesehen, aber als
Nicht-Benutzer dann auch gleich wieder vergessen.

> Ich nutze borg zur
> Sicherung meiner Systeme.


Danke für den Tipp, sieht interessant aus.

Holger
Holger Schauer (02.12.2019, 10:06)
On 9587 September 1993, Tim Ritberg wrote:
[...]
> cron, tar und 7z tuts nicht?


Eine Lösung, die bspw. inkrementelles Speichern unterstützt, eine
Konfiugration ausliest etc., selber scripten möchte ich vermeiden, auch
aus Zeitgründen. Und ich denke mir, dass das Rad schon zu oft
erfunden wurde.

Holger
Sebastian Barthel (02.12.2019, 14:53)
Am Sun, 01 Dec 2019 22:11:28 +0100 schrieb Gunter Gutzeit:

> Holger Schauer schrieb am So 01.12.2019 20:14:04 +0100:
> [Datensicherung]
>> Das Ganze gerne mit GUI, sollte aber kein Muss sein.

>


Das ist was, was ich auch empfohlen hätte. Ist eine brauchbar gemachte
Oberfläche für rsync.
Manches am Design ist bißchen "unpolished", aber funktionell ist das sehr
OK.
Tim Ritberg (02.12.2019, 14:54)
Am 02.12.19 um 09:06 schrieb Holger Schauer:
> On 9587 September 1993, Tim Ritberg wrote:
> [...]
> Eine Lösung, die bspw. inkrementelles Speichern unterstützt, eine
> Konfiugration ausliest etc., selber scripten möchte ich vermeiden, auch
> aus Zeitgründen. Und ich denke mir, dass das Rad schon zu oft
> erfunden wurde.
> Holger 7Zip packt sehr gut, ich hab mir inkrementelles Speichern damit gespart.


Tim
Sebastian Barthel (02.12.2019, 15:03)
Am Sun, 01 Dec 2019 20:14:04 +0100 schrieb Holger Schauer:

[..]
> falls das Datengrab mal gerade nicht verfügbar ist (d.h., erneuter
> Versuch beim nächsten Lauf, mit Mecker-Mail nach 2x Scheitern oder so).
> Das Ganze gerne mit GUI, sollte aber kein Muss sein.


Mit GUI und gar nicht so sehr als BackUp sondern mehr als Synchronizer
gedacht ist "unison" ! Sehr schönes Tool. Man legt profiles an, wo die
Ordner drinstehen, die angeschaut werden sollen, klickt dann auf
Durchsuchen, was die neuen Veränderungen findet und kann dann noch
entscheiden in welche Richtung oder ob überhaupt synchronisiert werden
soll, bevor man das eigentliche GO anklickt.

Außerdem kann man den backups Nummern geben und zudem kommt das ganze
Teil mit einem Satz an Kommandozeilenbefehlen, die weit über das
rausgehen, was die Oberfläche hergibt (z.B. besonderes Kopierprogramm für
große Dateien festlegen).

Sollte eigentlich bei allen Distributionen irgendwie vorhanden sein, aber
ich glaube, es kennt immer niemand ...

Um Längen besser als cpio, cron, 7z, rsync per Hand einzustellen.

Die in der GUI angelegten Profile lassen sich natürlich in der
Kommandozeile weiterbenutzen.

Gruß,
SBn
Albrecht Mehl (02.12.2019, 17:36)
Am 01.12.19 um 20:14 schrieb Holger Schauer:
[..]
> falls das Datengrab mal gerade nicht verfügbar ist (d.h., erneuter
> Versuch beim nächsten Lauf, mit Mecker-Mail nach 2x Scheitern oder so).
> Das Ganze gerne mit GUI, sollte aber kein Muss sein.


Ich benutze rsnapshot, das bei opensuse mitgeliefert wird, als Anwendung
für rsync - ähnliches gibt es für windows. Keine GUI, aber die
Einstelldatei ist mit auskommentierten Zeilen gut erläutert.

- Es werden nur neue bzw. geänderte Dateien gespeichert.
- Es gibt die Möglichkeit, in vier wählbaren 'Ebenen', z.B. täglich,
wöchentlich, monatlich, jährlich zu speichern: am Ende der
Woche wird die älteste Speicherung wöchentlich, die täglichen
neu überschrieben ... usw.

Ob das der Stand der Technik ist, weiß ich nicht; da zufrieden, habe ich
mich nicht weiter um das Thema Speicherung gekümmert.

A. Mehl
Gunter Gutzeit (02.12.2019, 17:45)
Sebastian Barthel schrieb am Mo 02.12.2019 12:53:49 +0000:

> Am Sun, 01 Dec 2019 22:11:28 +0100 schrieb Gunter Gutzeit:
> Das ist was, was ich auch empfohlen hätte. Ist eine brauchbar gemachte
> Oberfläche für rsync.
> Manches am Design ist bißchen "unpolished", aber funktionell ist dassehr
> OK.


Ja, rsync ist als Grundlage für Verzeichnis-Synchronisationen oder
Daten-Sicherungen sehr solide. Ich mache meine Daten-Sicherungen schon
immer (jahrelang) auf meinen Desktops damit. Als graphisches Frontend
wäre luckyBackup sicherlich brauchbar, wenn man etwas Vorgefertigtes
sucht. Hinzu kommt, dass LuckyBackup auch in vielen Linux-
Distributionen als Standard vorinstalliert ist.

Ich habe mir allerdings für meine sehr speziellen Bedürfnisse eine
eigene graphische Oberfläche zu rsync gebaut: Synkonisationen für
Linux-Datei-Systeme, FAT32, Root, Teil-Synkronisationen "auch gegen den
Strich", Vorschau, Protokollierung, Analyse Werkzeuge zur genaueren
Detail-Ansicht von Verzeichnissen und einzelnen Dateien mittels Meld-
Einbindung, ggf auch zur zeilengenauen bzw zeichengenauen Modifikation
spezieller Dateien. Etwas entsprechend Vorgefertigtes habe ich leider
nicht auf dem "Linux-Markt" gefunden. Damit habe ich dann wenigsten
etwas Linux-Bash-Programmierung gelernt :-)

Meine Betriebssysteme sichere ich mit Gparted bzw mit einem sehr
kleinen Clone-Programm, welches den dd-Befehl abbildet, falls der
Master-Boot-Record "an der richtigen Stelle" mit gesichert werden muss.
Holger Schauer (02.12.2019, 20:43)
On 9588 September 1993, Sebastian Barthel wrote:
> Mit GUI und gar nicht so sehr als BackUp sondern mehr als Synchronizer
> gedacht ist "unison" !


Ja, kenne ich. Habe ich seit Ewigkeiten nicht benutzt, meine Modemzeiten
sind lange her! ;-)

Ist ne nette Idee, aber nicht, was ich suche.

Holger

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