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Lothar Klein (15.05.2019, 14:54)
Hi,

Siehe oben.
Was meint ihr dazu (Commerzbank)
HC Ahlmann (15.05.2019, 15:13)
Lothar Klein <loddar1952> wrote:

> Siehe oben.
> Was meint ihr dazu (Commerzbank)


Dann schreibst halt 'nen Brief oder ? noch einfacher ? tütest die
Faxvorlage ein und frankierst sie.
Kind, Jaakob (15.05.2019, 16:02)
Am 15.05.2019 um 14:54 schrieb Lothar Klein:
> Hi,
> Siehe oben.
> Was meint ihr dazu (Commerzbank)


Was ist denn vertraglich vereinbart? Wenn der Vertrag nichts zu diesem
Thema sagt, ist die Kündigung IMHO wirksam. Wenn im Vertrag wirksam
vereinbart ist, dass eine bestimmte Form eingehalten werden muss, dann
musst du dich daran halten.

Viele Grüße
Jaakob
Wolfgang Kieckbusch (15.05.2019, 16:15)
Am Mittwoch, 15. Mai 2019 13:54:20 UTC+1 schrieb Lothar Klein:
> Hi,
> Siehe oben.
> Was meint ihr dazu (Commerzbank)


Das ist doch ganz normal,
die Bank braucht die Original-Unterschrift
und nicht eine möglicherweise mit Corel Draw
eingesetzte irgendwo gelaute Kopie.
Detlef Meißner (15.05.2019, 17:53)
Am 15.05.2019 um 14:54 schrieb Lothar Klein:

> Siehe oben.
> Was meint ihr dazu (Commerzbank)


Was steht in den AGB?

Ich habe gerade viel mit Versicherungen zu tun. Die wollen alles per
Post erledigen, notfalls über DE-Mail.

Detlef
Mathias Fuhrmann (15.05.2019, 18:25)
Detlef Meißner schrieb:

> Ich habe gerade viel mit Versicherungen zu tun. Die wollen alles per
> Post erledigen, notfalls über DE-Mail.


Ich hatte zu +Zins-Zeiten auch ein Tagegeldkonto bei einer großen Bank.
Ich ließ mein ganzes Geld von dort auf mein Normalkonto zurücküberweisen
und kündigte eingeloggt auf der Bankseite.
X-tausende konnte ich normal so verschieben/abheben, zwecks Kündigung
wollten sie aber eine Sackbrief.
Je mehr eine Bank Kunden hat, umso mehr scheint sie wert zu sein. ;-)
Sollen sie mich halt mitschleppen, auch mit 0 Euro Guthaben. Laut
Vertrag ist es kostenlos und bei einer Änderung müßten die mich
verständigen (nehme ich an).
Andreas M. Kirchwitz (15.05.2019, 19:15)
Detlef Meißner <ungelesen> wrote:

>> Siehe oben.
>> Was meint ihr dazu (Commerzbank)

> Was steht in den AGB?
> Ich habe gerade viel mit Versicherungen zu tun. Die wollen alles per
> Post erledigen, notfalls über DE-Mail.


Die können viel wollen und in AGB schreiben, automatisch wirksam
ist es dadurch nicht. (BGB § 309 Nr. 13, Änderung ab 1.10.2016)

Allerdings ist es im Interesse des Kunden, die Kündigung bei einem
Streitfall glaubhaft darlegen zu können, insbesondere wenn ansonsten
Kosten entstehen. Diesen Zweck erfüllt allerdings auch ein Fax.

War vor dem 1.10.2016 die Schriftform für Kontoauflösungen gesetzlich
vorgeschrieben? Es mag zwar üblich gewesen sein, aber ein Beleg dafür
ließ sich spontan nicht finden. Wenn dazu dann auch nichts in den AGB
stand, würde wiederum Fax ausreichen.

Grüße, Andreas
Peter Koerber (16.05.2019, 05:59)
Am 15.05.2019 um 02:54 schrieb Lothar Klein:
> Hi,
> Siehe oben.
> Was meint ihr dazu (Commerzbank)


Normalerweise benötigen alle Banken für jede Transaktion eine
Unterschrift des Kontoinhabers oder eines Bevollmächtigten. Unter
Transaktion wird jede vom Kunden verlangte Handlung der Bank verstanden
und darunter gehört auch die Auflösung eines Kontos.

Ausnahmen:
Onlinebanking. Dies wird in einem separaten Vertrag mit der Bank
abgehandelt und hier sind alle zulässigen Transaktionen im Detail
beschrieben. Bankkontoaufhebung gehört nicht dazu. Zudem entbindet sich
die Bank praktischer jeglicher Haftung im Zusammenhang von getätigten
Kontotransaktionen, welche zu Lasten des Kontoinhabers passieren (aber
dies ist hier ein anderes Thema).

E-Mail-Verkehr mit der Bank. Auch hier wird alles in einem separaten
Vertrag mit der Bank abgehandelt. Bankkontoaufhebung ist dann in den
meisten Fällen ausgeschlossen. Haftungsausschlüsse praktisch identisch
wie bei Onlinebanking.

Praktisch alle Banken kennen keine Verträge betreffend Faxverkehr und
schliessen auch keine solchen ab oder erklären sich nicht bereit, einen
Spezialvertrag über Faxverkehr abzuschliessen. Ein Fax wird deshalb
grundsätzlich für keine Handlung anerkannt oder es erfolgen
anschliessend Kontaktaufnahmen zwecks Sicherstellung einer
Auftragserteilung.

So wie ich die AGBs vieler Banken kenne, kann eine Kontoaufhebung nur in
schriftlicher Form erfolgen und untersteht den gleichen internationalen
Regelungen der BIZ in Basel gemäss den internationalen Abkommen Basel1
und Basel2, welche einerseits im speziellen die Modalitäten einer
Kontoeröffnung beschreiben, andererseits dann im gleichen Masse auch die
Aufhebung eines Kontos beinhalten. Bevollmächtigte können übrigens kein
Bankkonto aufheben: Sie können ein Konto bis auf Null aushöhlen, aber
nicht aufheben.
Peter
Ulf.Kutzner (16.05.2019, 08:23)
Am Mittwoch, 15. Mai 2019 16:15:37 UTC+2 schrieb Wolfgang Kieckbusch:
> Am Mittwoch, 15. Mai 2019 13:54:20 UTC+1 schrieb Lothar Klein:


> > Was meint ihr dazu (Commerzbank)

> Das ist doch ganz normal,
> die Bank braucht


braucht oder möchte vielleicht?

> die Original-Unterschrift
> und nicht eine möglicherweise mit Corel Draw
> eingesetzte irgendwo gelaute Kopie.


Die gibt es, vielleicht auch ungeklaut, für die
Bankkunden bei Zuschriften seitens ihrer Bank?
Ulf.Kutzner (16.05.2019, 08:27)
Am Donnerstag, 16. Mai 2019 05:59:28 UTC+2 schrieb Peter Koerber:
> Am 15.05.2019 um 02:54 schrieb Lothar Klein:


[..]
> und Basel2, welche einerseits im speziellen die Modalitäten einer
> Kontoeröffnung beschreiben, andererseits dann im gleichen Masse auchdie
> Aufhebung eines Kontos beinhalten.


Wenn Du meinst, das stehe da drin, wäre eine genauere Fundstelle
auch in diesen Abkommen nett.

Gruß, ULF
Ulf.Kutzner (16.05.2019, 08:29)
Am Mittwoch, 15. Mai 2019 19:15:59 UTC+2 schrieb Andreas M. Kirchwitz:
> War vor dem 1.10.2016 die Schriftform für Kontoauflösungen gesetzlich
> vorgeschrieben? Es mag zwar üblich gewesen sein, aber ein Beleg dafür
> ließ sich spontan nicht finden. Wenn dazu dann auch nichts in den AGB
> stand, würde wiederum Fax ausreichen.


Gewillkürte Schriftform kann m.W. i.d.R. auch per
Fax wirkungsgleich erfüllt werden, im Gegensatz zur
gesetzlich geforderten Schriftform.

Gruß, ULF
Peter Koerber (16.05.2019, 09:55)
Am 15.05.2019 um 20:27 schrieb Ulf.Kutzner:

> Wenn Du meinst, das stehe da drin, wäre eine genauere Fundstelle
> auch in diesen Abkommen nett.


Tja, so wie ich es selbst hier in der tiefen Südsee festellen kann,
wenden die hiesigen Banken ganz eifrig zumindest Basel1 an. Vor rund 20
Jahren - vor meiner Auswanderung - war ich noch an der Entwicklung von
Basel1 dabei. Frag mich aber bitte nicht mehr heute, wo was genau
gestanden hat - interessiert mich auch heute überhaupt nicht mehr... :)
Peter
Dorothee Hermann (16.05.2019, 13:18)
Am 15.05.19 um 14:54 schrieb Lothar Klein:

> "Bankkontokündigung per Fax verweigert"
> Siehe oben. Was meint ihr dazu (Commerzbank)


Welche Begründung hat denn die Commerzbank?

Hier in diesem Link (v.16.5.2019) gibt die Commerzbank alle Einzelheiten
vor:


Vielleicht stimmt da etwas mit Deiner Formulierung, w.a.i., nicht überein?

Wenn aber doch, dann tut es doch notfalls auch ein Einschreiben (Fax
eintüten), ;-) dass auch nur 0,70 Euro Briefporto plus 2,50 Euro
(Empfänger muss den Erhalt quittieren) kostet.
Dann bist Du auf der sicheren Seite, musst dich nicht mehr ärgern und
Ruh ist!

Dorothee
Mike Grantz (16.05.2019, 13:35)
On 16.05.2019 13:18, Dorothee Hermann wrote:

> Wenn aber doch, dann tut es doch notfalls auch ein Einschreiben (Fax
> eintüten), ;-) dass auch nur 0,70 Euro Briefporto plus 2,50 Euro
> (Empfänger muss den Erhalt quittieren) kostet.
> Dann bist Du auf der sicheren Seite, musst dich nicht mehr ärgern und
> Ruh ist!


Irgendwas Falsches im Internet posten und es wird sich ein/e Dumme
finden, die die richtige Antwort posted, weil er OP zu dumm oder faul
war, selbst zu suchen.

Das nennt sich der Rehageleffekt.
Andreas M. Kirchwitz (16.05.2019, 14:13)
Dorothee Hermann <DorotheeHermann> wrote:

> Welche Begründung hat denn die Commerzbank?
> Hier in diesem Link (v.16.5.2019) gibt die Commerzbank alle Einzelheiten
> vor:
>
> Vielleicht stimmt da etwas mit Deiner Formulierung, w.a.i., nicht überein?


Die Commerzbank hat laut Google eine jahrelange Historie, dass man
dort nicht per Fax sein Konto auflösen kann, obwohl in ihren AGB
keine Schriftform gefordert wird. Andere Banken haben damit hingegen
kein Problem.

Ist halt eine nette theoretische Betrachtung, insbesondere nach der
Gesetzesänderung von 2016.

Ein Fax zu verschicken (egal ob privat oder beruflich) wäre für mich
inzwischen so umständlich, dass dies der allerletzte Weg wäre, den
ich heutzutage freiwillig beschreiten würde. :-)

> Wenn aber doch, dann tut es doch notfalls auch ein Einschreiben (Fax
> eintüten), ;-) dass auch nur 0,70 Euro Briefporto plus 2,50 Euro
> (Empfänger muss den Erhalt quittieren) kostet.
> Dann bist Du auf der sicheren Seite, musst dich nicht mehr ärgern und
> Ruh ist!


Nee, nee, bitte keine pragmatischen Vorschläge hier. :-)

Wenn ich was kündigen möchte, mache ich das nicht auf den letzten
Drücker, sondern versuche erst einmal E-Mail oder ein Web-Fomular.
Wenn mir das dann sogar bestätigt wird, ist alles in Butter und
ich hab mit wenig Aufwand/Kosten mein Ziel erreicht.

Kommt keine Bestätigung, dann eben doch das Einschreiben, wobei
bei knappen Terminen das Einwurf-Einschreiben der Geheimtipp ist,
denn das Übergabe-Einschreiben (Rückschein) kann der Empfänger
(absichtlich oder unabsichtlich) verzögern.

Grüße, Andreas

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