expertenaustausch > etc.* > etc.beruf.selbstaendig

Lutz Schulze (14.01.2016, 10:30)
Am Thu, 14 Jan 2016 08:37:34 +0100 schrieb Michael Prokop:

> [...]
> Ist das Buch sehr Deutschland-lastig oder bringt es grundsätzlich
> auch Leuten aus anderen Länden (wie Österreich) etwas?


Die grundsätzlichen Überlegungen dürften übertragbar sein, und speziell bei
Österreich ist es ja so dass das Rechtssystem mit dem deutschen sehr
verwandt ist.

Aber vor konkreter Umsetzung wäre natürlich zu prüfen ob das dann auch dort
funktioniert.

Lutz
Michael Prokop (14.01.2016, 10:38)
* Lutz Schulze wrote:
> Am Thu, 14 Jan 2016 08:37:34 +0100 schrieb Michael Prokop:


>>>>>Das Buch dieses StB kann ich empfehlen (nicht speziell zum Thema
>>>>>Scheinselbständigkeit):


[...]

>> Ist das Buch sehr Deutschland-lastig oder bringt es grundsätzlich
>> auch Leuten aus anderen Länden (wie Österreich) etwas?


> Die grundsätzlichen Überlegungen dürften übertragbar sein, und speziell bei
> Österreich ist es ja so dass das Rechtssystem mit dem deutschen sehr
> verwandt ist.


Ok super.

> Aber vor konkreter Umsetzung wäre natürlich zu prüfen ob das dann auch dort
> funktioniert.


Klar, danke dir!

-mika-
Stefan Froehlich (14.01.2016, 12:54)
On Thu, 14 Jan 2016 09:19:44 Matthias Hanft wrote:
> BTW, auch als Einzelunternehmer ist man zur Bilanzierung ver-
> pflichtet, wenn man mehr als 50K (jetzt glaub ich 60K) Jahres-
> überschuss hat


Huh! Zum Vergleich wieder einmal Österreich:

..) bis 220 k? Umsatz gibt es auf Wunsch Basispauschalierung (d.h.
Einnahmenrechnung und pauschales Ansetzen der Ausgaben mit 12% des
Umsatzes)

..) bis 700 k? Umsatz gibt es E/A-Rechnung

..) ab zweimaliger Überschreitung von 700 k? oder einmalig 1 M? gilt
Buchführungspflicht

Das ist durchaus ein echter Anreiz, keine GmbH zu gründen und
reduziert die Steuererklärung auf etwa die Größe eines PostIts.

Servus,
Stefan
Lutz Schulze (14.01.2016, 13:07)
Am 14 Jan 2016 10:54:45 GMT schrieb Stefan Froehlich:

> Huh! Zum Vergleich wieder einmal Österreich:
> .) bis 220 k¤ Umsatz gibt es auf Wunsch Basispauschalierung (d.h.
> Einnahmenrechnung und pauschales Ansetzen der Ausgaben mit 12% des
> Umsatzes)


Ich weiss gar nicht ob es das in D gibt.

> .) bis 700 k¤ Umsatz gibt es E/A-Rechnung


Die Umsatzgrenzen liegen hier auch höher, wo liegt die Grenze für den
Gewinn?

Lutz
Michael Prokop (14.01.2016, 13:35)
* Lutz Schulze wrote:
> Am 14 Jan 2016 10:54:45 GMT schrieb Stefan Froehlich:


>> .) bis 700 k? Umsatz gibt es E/A-Rechnung


> Die Umsatzgrenzen liegen hier auch höher, wo liegt die Grenze für den
> Gewinn?


Ist AFAIK ausschließlich an den Umsatz gekoppelt:



Macht das Limit für Händler wie Hardware-Verschieber (mit
dementsprechendem Umsatz aber vergleichsweise wenig Gewinn)
natürlich weniger attraktiv als für Unternehmer, die etwa reine
Dienstleistung betreiben.

-mika-
Matthias Hanft (14.01.2016, 14:37)
Lutz Schulze schrieb:
> Am 14 Jan 2016 10:54:45 GMT schrieb Stefan Froehlich:
>> .) bis 220 k¤ Umsatz gibt es auf Wunsch Basispauschalierung (d.h.
>> Einnahmenrechnung und pauschales Ansetzen der Ausgaben mit 12% des
>> Umsatzes)

> Ich weiss gar nicht ob es das in D gibt.


AFAIK nur für bestimmte Branchen. Land- und Forstwirtschaft ist auf
jeden Fall eine davon; IIRC noch manche Freien Berufe (Schriftsteller
oder so, Ärzte dagegen nicht :-) ).

Gruß Matthias.
Stefan Froehlich (14.01.2016, 14:40)
On Thu, 14 Jan 2016 12:07:10 Lutz Schulze wrote:
> >> BTW, auch als Einzelunternehmer ist man zur Bilanzierung ver-
> >> pflichtet, wenn man mehr als 50K (jetzt glaub ich 60K) Jahres-
> >> überschuss hat


> > Huh! Zum Vergleich wieder einmal Österreich:


> > .) bis 220 k? Umsatz gibt es auf Wunsch Basispauschalierung (d.h.
> > Einnahmenrechnung und pauschales Ansetzen der Ausgaben mit 12% des
> > Umsatzes)


> Ich weiss gar nicht ob es das in D gibt.


Nicht so generalisiert, das hatten wir schon (auch in AT gibt es für
einzelne Branchen Ausnahmen mit abweichenden Sätzen).

> > .) bis 700 k? Umsatz gibt es E/A-Rechnung


> Die Umsatzgrenzen liegen hier auch höher, wo liegt die Grenze für den
> Gewinn?


Gibt es keine - ich hatte allerdings das "Jahresüberschuss" im
Ausgangsposting überlesen, womit sich die Größenordnung - wiederum
branchenabhängig - ein bisschen relativiert.

Servus,
Stefan
Marc Haber (14.01.2016, 16:21)
Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>* Thomas Grund <tom.grund>:
>> Ich würde auch gerne meinen
>> Stundensatz mit dem Kunden aushandeln, nicht mit dem Vermittler.

>Dann musst du eben auch machen, was der Vermittler macht: Akquise.
>Geh hin und tu es. Niemand hält dich ab, auch Nahles nicht.


In ca 100 % der Fälle, in denen das bei mir in der Vergangenheit
geklappt hat, schickt der Endkunde einen dann zu seiner bevorzugten
Agentur für die Abwicklung und die schickt Dich dann gerne nochmal zu
einem Sub weiter.

Direkt einkaufen ist wohl zu billig.

Grüße
Marc
Marc Haber (14.01.2016, 20:36)
Matthias Hanft <mh> wrote:
>Marc Haber schrieb:
>> Aber vermutlich auch nicht billiger als mein Steuerberater.

>Tja, wenn ich bei meinen EDV-Projekten die Stundensätze von Steuer-
>beratern durchsetzen könnte, wäre ich reich... :-(


Darf der freiberufliche oder gewerbliche Bilanzersteller überhaupt
diesen Job machen? Mich wundert, dass das nicht geschützt ist wie die
Arbeit des Rechtsanwalts.

>> Die 42,2% sind aber auch in schlechten Jahren da, wenn die Progression
>> im ESt-Bereich den Spitzensatz noch nicht erreicht hat. 2015 war
>> (leider) so ein Jahr.

>Im Prinzip ja (Steuerberater rechnen bei solchen Vergleichen - da
>hab ich ihn her - immer mit dem Spitzensteuersatz, daran muss man
>sich gewöhnen),


Meiner rechnet mit dem individuellen Grenzsteuersatz, und das halte
ich auch für sinnvoll.

>...nein, das nicht, aber man kann ja ein niedrigeres Grundgehalt ver-
>einbaren (von dem man weiß, dass man es im Jahresdurchschnitt ungefähr
>bezahlen kann) und dann im GF-Anstellungsvertrag noch eine gewinn-
>abhängige Tantieme vereinbaren. Das ist bis zu gewissen Höchstgrenzen
>(die ich grad nicht auswendig weiß, es hängt glaub ich vom Gewinn und
>vom Grundgehalt ab oder so ähnlich) ausdrücklich zulässig, und so kann
>man das doch einigermaßen steuern, ohne gleich das Gehalt des GF ändern
>zu müssen. Versteuert wird so eine Tantieme übrigens einfach zusammen
>mit dem Gehalt (also quasi wie Weihnachtgeld), d.h. mit dem persön-
>lichen Steuersatz.


Das Finanzamt prüft allerdings "sehr kritisch" ob man eine solche
Tantieme auch einem GmbH-Geschäftsführer, der nicht Gesellschafter
ist, gezahlt hätte.

Beim GmbH-Geschäftsführer-Gesellschafter, der selbst im Projekteinsatz
steht, gibt es außer "selbständig" und "scheinselbständig angestellt"
auch noch den GAU, den arbeitnehmerähnlichen Selbständigen. In diesem
Fall darf die GmbH (oder der GF-Gesellschafter selbst?) vier Jahre
Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen, ein sicherer Fall für den
Konkursrichter.

Grüße
Marc
Lutz Schulze (14.01.2016, 20:52)
Am Thu, 14 Jan 2016 19:36:58 +0100 schrieb Marc Haber:

>>> Aber vermutlich auch nicht billiger als mein Steuerberater.

>>Tja, wenn ich bei meinen EDV-Projekten die Stundensätze von Steuer-
>>beratern durchsetzen könnte, wäre ich reich... :-(

> Darf der freiberufliche oder gewerbliche Bilanzersteller überhaupt
> diesen Job machen? Mich wundert, dass das nicht geschützt ist wie die
> Arbeit des Rechtsanwalts.


Der RA übrigens seit 1935 oder so, da sollten IMHO wohl einige Mitbewerber
mit verdrängt werden ...

Und seitdem haben wir auch die amtlich bestellten Schornsteinfeger (damals
sorgsam unter den Parteigenossen ausgewählt), die auch heute noch ohne
Durchsuchungsbeschluss in jede Wohnung kommen.

Buchführen darf man (bin aber nicht ganz sicher), steuerberaten aber ohne
entsprechenden Abschluss nicht. Früher auch nicht trockenbauen, das hat sich
aber geändert.

Andere Handwerke bleiben weiter verschlossen, es sei denn man kommt aus dem
EU-Ausland. Schon ziemlich verrückt das alles, man könnte denken es geht nur
um Pfründe. Aber wer wird denn.

> Meiner rechnet mit dem individuellen Grenzsteuersatz, und das halte
> ich auch für sinnvoll.


ACK, wobei viele den gar nicht kennen.

> Das Finanzamt prüft allerdings "sehr kritisch" ob man eine solche
> Tantieme auch einem GmbH-Geschäftsführer, der nicht Gesellschafter
> ist, gezahlt hätte.
> Beim GmbH-Geschäftsführer-Gesellschafter, der selbst im Projekteinsatz
> steht, gibt es außer "selbständig" und "scheinselbständig angestellt"
> auch noch den GAU, den arbeitnehmerähnlichen Selbständigen. In diesem
> Fall darf die GmbH (oder der GF-Gesellschafter selbst?) vier Jahre
> Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen, ein sicherer Fall für den
> Konkursrichter.


Ohne wirklich fundierte Beratung wird da nichts gehen, sofern man die GmbH
anstrebt.

Lutz
Martina Diel (14.01.2016, 23:50)
* Marc Haber <mh+usenetspam1118>:

> Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>>* Thomas Grund <tom.grund>:


>>> Ich würde auch gerne meinen
>>> Stundensatz mit dem Kunden aushandeln, nicht mit dem Vermittler.


>>Dann musst du eben auch machen, was der Vermittler macht: Akquise.
>>Geh hin und tu es. Niemand hält dich ab, auch Nahles nicht.


> In ca 100 % der Fälle, in denen das bei mir in der Vergangenheit
> geklappt hat, schickt der Endkunde einen dann zu seiner bevorzugten
> Agentur für die Abwicklung und die schickt Dich dann gerne nochmal zu
> einem Sub weiter.


Okay, ich hätte schreiben müssen: Dann musst du eben auch machen, was
der Vermittler macht: *Erfolgreiche* Akquise.

Das musste der Vermittler auch machen und muss es immer wieder.
Marc Haber (15.01.2016, 00:43)
Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>Okay, ich hätte schreiben müssen: Dann musst du eben auch machen, was
>der Vermittler macht: *Erfolgreiche* Akquise.


Auch ein Projekt, bei dem man vom Kunden zu einer Agentur geschoben
wird, ist "erfolgreiche" Akquise.

Grüße
Marc
Karl Friedrich Siebert (15.01.2016, 01:23)
Am 14.01.2016 um 23:43 schrieb Marc Haber:
> Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>> Okay, ich hätte schreiben müssen: Dann musst du eben auch machen, was
>> der Vermittler macht: *Erfolgreiche* Akquise.

> Auch ein Projekt, bei dem man vom Kunden zu einer Agentur geschoben
> wird, ist "erfolgreiche" Akquise. Das ist nur eine bequeme Ausrede deinerseits.


Ich habe zu Beginn meiner freiberuflichen Tätigkeit ca. 5 Jahre mit
"Sklavenhändlern" zusammengearbeitet, bis ich wusste, wie der Hase läuft
und ich genug Kontakte mit Architekten/Ingenieurbüros und Behörden
hatte. Die weiteren fast 30 Jahre hatte ich immer einigermaßen zu tun
und konnte mir die Aufträge aussuchen.
Martina Diel (15.01.2016, 09:08)
* Matthias Hanft <mh>:

> BTW, auch als Einzelunternehmer ist man zur Bilanzierung ver-
> pflichtet, wenn man mehr als 50K (jetzt glaub ich 60K) Jahres-
> überschuss hat -


Huch? Nein, das ist man natürlich nicht.
Wurde aber auch schon korrigiert in diesem Thread, oder?
Martina Diel (15.01.2016, 09:09)
* Marc Haber <mh+usenetspam1118>:

> Martina Diel <martina.k.diel> wrote:
>>Okay, ich hätte schreiben müssen: Dann musst du eben auch machen, was
>>der Vermittler macht: *Erfolgreiche* Akquise.


> Auch ein Projekt, bei dem man vom Kunden zu einer Agentur geschoben
> wird, ist "erfolgreiche" Akquise.


Dann ist doch alles in Butter.

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