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Mirulan (01.02.2020, 08:50)
HaLlo Liste.

Ich habe hier einen Debian-Rechner mit bullseye und einen Lenovo Laptop
mit Buster.

Im Moment bin ich noch nicht in die Verlegenheit gekommen, aber wie
kriege ich ein BIOS-Updtade hin ohne vorher Windows installieren zu
müssen, da die meisten Tools ja für Windows sind.

Beim Googeln bin ich auf flashrom gestoßen, was das taugt kann ich
nicht beurteilen.

Kennt sich hier jemand aus und kann mir etwas wissenstechnisch unter
die Arme greifen?

TIA

Grüße

Mirulan
Timo Sokal (01.02.2020, 10:10)
Am Samstag, den 01.02.2020, 07:48 +0100 schrieb Mirulan:

Hallo
> Kennt sich hier jemand aus und kann mir etwas wissenstechnisch unter
> die Arme greifen?

Lenovo bietet in seinem Servicebereich für alle seine Rechner vom
Betriebssystem unabhängig bootfähige ISO an. Damit funktionierte bei
meien Rechnern ein Firmware/BIOS-Update bisher immer völlig problemlos..
Nachteil ist, dass diese ISO's keine Hybrid sind, also nicht von einem
USB-Stick booten können. Sie müssen immer erst auf eine CD gebrannt,
und der Rechner dann von einem optischen Laufwerk gebootet werden. Dann
ist die Sache aber in wenigen Minuten erledigt.
Ragnar Johanson (01.02.2020, 10:20)
On Sat, Feb 01, 2020 at 07:48:04AM +0100, Mirulan wrote:
[..]
> TIA
> Grüße
> Mirulan


Moin

Fuer mein ThinkPad lade ich mir die aktuellste Bios-iso von der Lenovo Webseite
(z.B. r02uj71d.iso), die ich dann mit dem Tool "genisoimage" umwandle
(geteltorito -o bios.img r02uj71d.iso).
Dann nur noch auf einen USB-Stick per "dd" schreiben, von dem booten und den
Anweisungen folgen.
Hinweis: Das Laptop muss am Stromnetz haengen, ansonsten verweigert der
Updater seinen Dienst.
Timo Sokal (01.02.2020, 10:50)
Am Samstag, den 01.02.2020, 18:04 +1000 schrieb Ragnar Johanson:

Hallo Ragnar
> Fuer mein ThinkPad lade ich mir die aktuellste Bios-iso von der
> Lenovo Webseite
> (z.B. r02uj71d.iso), die ich dann mit dem Tool "genisoimage" umwandle
> (geteltorito -o bios.img r02uj71d.iso).
> Dann nur noch auf einen USB-Stick per "dd" schreiben, von dem booten
> und den
> Anweisungen folgen. Da legst Di nieda... ;-)


Der Trick ist mit neu! Danke.
Katharina Knuth (01.02.2020, 14:50)
Am 01.02.20 um 09:04 schrieb Ragnar Johanson:

> Fuer mein ThinkPad lade ich mir die aktuellste Bios-iso von der Lenovo Webseite
> (z.B. r02uj71d.iso), die ich dann mit dem Tool "genisoimage" umwandle
> (geteltorito -o bios.img r02uj71d.iso).
> Dann nur noch auf einen USB-Stick per "dd" schreiben, von dem booten und den
> Anweisungen folgen.
> Hinweis: Das Laptop muss am Stromnetz haengen, ansonsten verweigert der
> Updater seinen Dienst.


hört sich gut an. Aber woher weiß ich, was das passende Bios-Iso
für meinen Laptop ist? Dieser startet nämlich gar nicht mehr,
weil ich das Bios zerschossen habe. :-/
Jochen van Geldern (01.02.2020, 15:20)
Am Sat, 1 Feb 2020 13:39:42 +0100
schrieb Katharina Knuth <jk>:

> Am 01.02.20 um 09:04 schrieb Ragnar Johanson:
> hört sich gut an. Aber woher weiß ich, was das passende Bios-Iso
> für meinen Laptop ist?

Nur anhand der Information die dabei steht wo du das ISO runtergeladen
hast. Wenn du dir nicht sicher bist lasse es besser sein.

> Dieser startet nämlich gar nicht mehr,
> weil ich das Bios zerschossen habe. :-/

Dann kannst du so die Bios, ohne Flasher-Hardware, nicht mehr in Ordnung
bringen.
Martin Steigerwald (01.02.2020, 15:40)
Katharina Knuth - 01.02.20, 13:39:42 CET:
> Am 01.02.20 um 09:04 schrieb Ragnar Johanson:
> hört sich gut an. Aber woher weiß ich, was das passende Bios-Iso
> für meinen Laptop ist? Dieser startet nämlich gar nicht mehr,
> weil ich das Bios zerschossen habe. :-/


Typen-Schild unter dem Laptop angucken und bei Lenovo nach dem exakten
Modell suchen.
Martin Steigerwald (01.02.2020, 15:40)
Jochen van Geldern - 01.02.20, 14:12:57 CET:
> > Dieser startet nämlich gar nicht mehr,
> > weil ich das Bios zerschossen habe.

> Dann kannst du so die Bios, ohne Flasher-Hardware, nicht mehr in
> Ordnung bringen.


Hmmm ja, wenn da tatsächlich nix mehr bootet, dann klappt es auch mit
der ISO-Variante des BIOS-Updates nicht mehr.
Mirulan (01.02.2020, 15:50)
Hallo Liste!

Danke erst mal für die tollen Antworten!

Aber wie sieht's mit meinem Rechner aus, der auf einem ASUS P8Z68-V
Pro/Gen3 läuft? Irgendwelche Ideen da oder läuft das auch über ISOs,
die ich dann vom optischen Laufwerk boote?

TIA

Gruß Mirulan

Am Samstag, den 01.02.2020, 14:31 +0100 schrieb Martin Steigerwald:
[..]
Rolf Heinrichs (01.02.2020, 17:40)
Am 01.02.20 um 14:50 schrieb Mirulan:
> Aber wie sieht's mit meinem Rechner aus, der auf einem ASUS P8Z68-V
> Pro/Gen3 läuft? Irgendwelche Ideen da oder läuft das auch über ISOs,
> die ich dann vom optischen Laufwerk boote?


Wenn mich nicht alles täuscht, holst Du Dir das Bios von ASUS und
spielst es dekomprimiert auf einen USB-Stick mit FAT32-Formatierung.
Wenn möglich an einen USB2-Port anklemmen.
Das UEFI-Bios sollte unter Tools eine Punkt Bios-Update bieten, so
machen es jedenfalls alle meine ASUS-UEFI-AMD-Boards.

Lies mal im Handbuch des Boards nach.

Gruss, Rolf
Kevin Price (01.02.2020, 22:10)
Moin!

Am 01.02.20 um 07:48 schrieb Mirulan:
> Im Moment bin ich noch nicht in die Verlegenheit gekommen, aber wie
> kriege ich ein BIOS-Updtade hin ohne vorher Windows installieren zu
> müssen, da die meisten Tools ja für Windows sind.


Ergänzend zu den bisherigen Antworten weise ich auf zwei weitere
Möglichkeiten hin:

1. fwupd. Zwar weiß ich nicht, ob die FWs für all Deine Geräte, auch
Peripherie, in LVFS verfügbar sind, aber dann könnte fwupd Dein Vorhaben
stark vereinfachen. Bei aktiviertem Secure Boot würdest Du die jeweilige
signed-Version benötigen.

2. Falls Du lediglich das daran IMHO Wichtigste, nämlich den
CPU-Microcode benötigst, könnten amd64-microcode oder intel-microcode
Dir insofern helfen, dass sie ohne die FW zu berühren, den Microcode bei
jedem debian-Boot in die CPU laden.

LG
Kevin
Sven Hoexter (17.02.2020, 18:10)
On Sat, Feb 01, 2020 at 08:57:28PM +0100, Kevin Price wrote:

Hi,

> Ergänzend zu den bisherigen Antworten weise ich auf zwei weitere
> Möglichkeiten hin:
> 1. fwupd. Zwar weiß ich nicht, ob die FWs für all Deine Geräte, auch
> Peripherie, in LVFS verfügbar sind, aber dann könnte fwupd Dein Vorhaben
> stark vereinfachen. Bei aktiviertem Secure Boot würdest Du die jeweilige
> signed-Version benötigen.


Wir hatten mal begonnen auf

Informationen zu diversen Firmware Update Mechanismen zu sammeln.
Wenn jemand aus diesem Thread weitere Varianten gefunden hat moege er nach
Moeglichkeit diese Seite entsprechend erweitern.

Sven
Christian Andretzky (18.02.2020, 00:20)
Hi,
sorry für die Verzögerung, habs vorher wohl übersehen.
Zitat von Timo Sokal <sokal-sonne>:

[?]
> Lenovo bietet in seinem Servicebereich für alle seine Rechner vom
> Betriebssystem unabhängig bootfähige ISO an. Damit funktionierte bei
> meien Rechnern ein Firmware/BIOS-Update bisher immer völlig problemlos.
> Nachteil ist, dass diese ISO's keine Hybrid sind, also nicht von einem
> USB-Stick booten können. Sie müssen immer erst auf eine CD gebrannt,
> und der Rechner dann von einem optischen Laufwerk gebootet werden. Dann
> ist die Sache aber in wenigen Minuten erledigt.

[?]
Leute, ich will ja nicht meckern, aber diese Art Problembeschreibung
taucht nach meiner Beobachtung relativ regelmäßig immer wieder auf,
wenn es um Probleme im Zusammenhang mit ISOs, Floppys, USB-Sticks u-ä
geht.
Früher hatte ich auch mal solche Probleme. Dann bin ich durch Zufall
mal auf die folgende Lösung aufmerksam gemacht worden:



Das Teil ist ein Leergehäuse für 2.5" HDDs/SSDs bis ca 9.5mm Bauhöhe.
Der Clou ist der eingebaute kleine Computer, der es ermöglicht, die
einzubauende Platte sowohl als normale USB-Disk zu benutzen, aber auch
parallel dazu als CD-ROM, DVD, Blu-Ray, USB-Stick und
Disketten-Emulation. Unter bestimmten (leicht einzuhaltenden)
Bedingungen kann dabei sogar auf die emulierten USB-Sticks und
Disketten geschrieben werden.

Guckt es euch mal an, vielleicht hilft es ja dem Einen oder anderen.

Gruß, Chr.
Marc Haber (19.02.2020, 19:40)
On Mon, 17 Feb 2020 22:08:45 +0000, Christian Andretzky
<Christian.Andretzky> wrote:
[..]
>Bedingungen kann dabei sogar auf die emulierten USB-Sticks und
>Disketten geschrieben werden.
>Guckt es euch mal an, vielleicht hilft es ja dem Einen oder anderen.


Absolut. Sehr interesssant, dankeschön!

Grüße
Marc
Christoph Schmees (19.02.2020, 20:30)
Am 17.02.20 um 23:08 schrieb Christian Andretzky:
>...
> [?]
> [?]
> Leute, ich will ja nicht meckern, aber diese Art Problembeschreibung taucht nach meiner Beobachtung relativ regelmäßig immer wieder auf,wenn es um Probleme im Zusammenhang mit ISOs, Floppys, USB-Sticks u-ä geht.
> Früher hatte ich auch mal solche Probleme. Dann bin ich durch Zufall mal auf die folgende Lösung aufmerksam gemacht worden:
>
> Das Teil ist ein Leergehäuse für 2.5" HDDs/SSDs bis ca 9.5mm Bauhöhe. Der Clou ist der eingebaute kleine Computer, der es ermöglicht, die einzubauende Platte sowohl als normale USB-Disk zu benutzen, aber auch parallel dazu als CD-ROM, DVD, Blu-Ray, USB-Stick und Disketten-Emulation. Unter bestimmten (leicht einzuhaltenden) Bedingungen kann dabei sogar auf die emulierten USB-Sticks und Disketten geschrieben werden.
>...


ähm - hab' ich was verpasst?
Wir sind hier auf der *debian* Mailingliste.
Darf ich daran erinnern, wie sehr in debian die reine Lehre hochgehalten wird?
Frei, offen und transparent soll alles ein.
Und dann empfiehlt jemand ein Gerät mit closed-Source "Komfort", zudem noch ausgerechnet aus Korea!

Außerdem verstehe ich nicht, welchen Nutzen das Gerät bringen sollte.
Das BIOS aus den von den Herstellern angebotenen ISO herauspulen muss ich so oder so, und auf einen USB-Stick schreiben auch. Dabei ist mir ein echter USB-Stick erheblich lieber als ein emulierter, auf den man /unter bestimmten Bedingungen sogar schreiben/ kann! <eg>

Will sagen: Ganz unabhängig vom Mangel an Transparenz sehe ich nicht einmal den *Nutzen* eines solchen Spielzeugs für BIOS-Updates. Kann mir den jemand nahe bringen?

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