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Peter Schuster (22.03.2020, 22:38)
Hallo Zusammen,

coronabedingt fliegen merklich weniger Flugzeuge, hier nach Köln-Bonn.
Und ich meine, dass der Himmel deutlich blauer und homogener geworden
ist. Könnt Ihr ähnliches beobachten?

Alles Gute,
Peter Schuster
Hans (22.03.2020, 22:57)
Am 22.03.2020 um 21:38 schrieb Peter Schuster:
> Hallo Zusammen,
> coronabedingt fliegen merklich weniger Flugzeuge, hier nach Köln-Bonn.
> Und ich meine, dass der Himmel deutlich blauer und homogener geworden
> ist. Könnt Ihr ähnliches beobachten?


Ich habe zwar mein Berufsleben als Wetterfrosch im Wetterdienst der
Flugsicherung in Österreich verbracht, doch habe ich, schon seit 15
Jahren in Pension, nicht darauf geachtet. Doch ist die Stadt, Wien,
generell stiller geworden. Weniger Autos, weniger Verkehr, auch in der
Luftfahrt. Und es sind die hohen, aus den Kondensationsstreifen
entstandenen Wolken, geringer geworden, damit auch die atmosphärische
Gegenstrahlung, mithin auch die Erwärmung des Klimas. Was mit dem
derzeitigen Vorstoß polarer Kaltluft nach Mittteleuropa nichts zu tun hat.
Juergen Thome (22.03.2020, 23:31)
Peter Schuster <peterschuster> wrote:
> Hallo Zusammen,
> coronabedingt fliegen merklich weniger Flugzeuge, hier nach Köln-Bonn.
> Und ich meine, dass der Himmel deutlich blauer und homogener geworden
> ist. Könnt Ihr ähnliches beobachten?


Es wird an der sehr trockenen und auch kräftigen kalten Luftströmung aus
dem Osten liegen. Die verhindert gerade auch die Kondensstreifenbildung.

Trotzdem wäre es schön, man könnte dieses Wetter ungetrübt genießen.

Gruß
Jürgen
Wolfgang Strobl (23.03.2020, 01:30)
Am Sun, 22 Mar 2020 21:57:53 +0100 schrieb Hans <enosta>:

>Am 22.03.2020 um 21:38 schrieb Peter Schuster:
>Ich habe zwar mein Berufsleben als Wetterfrosch im Wetterdienst der
>Flugsicherung in Österreich verbracht, doch habe ich, schon seit 15
>Jahren in Pension, nicht darauf geachtet. Doch ist die Stadt, Wien,
>generell stiller geworden. Weniger Autos, weniger Verkehr, auch in der
>Luftfahrt. Und es sind die hohen, aus den Kondensationsstreifen
>entstandenen Wolken, geringer geworden, damit auch die atmosphärische
>Gegenstrahlung, mithin auch die Erwärmung des Klimas. Was mit dem
>derzeitigen Vorstoß polarer Kaltluft nach Mittteleuropa nichts zu tun hat.


Ich bin Bonner, weder Wetterfrosch, noch habe ich jetzt bewußt darauf
geachtet. Was ich aber in Erinnerung habe: als Kinder haben wir uns
einen Kondensstreifen gezeigt, weil der etwas Besonderes war,
bewunderten, wenn sie sich ganz selten auch mal kreuzten, beobachteten
und warteten, wie sie dann immer breiter wurden und schließlich
verblassten und es dann sehr lange dauerte, bis doch wieder mal ein
Flugzeug auftauchte.

In den letzten Jahren gab es viele Tage, an denen ein grundsätzlich
wolkenfreier, makellos blauer Himmel so von Kondensstreifen überzogen
war, daß im Grunde gar kein rein blauer Fleck mehr zu sehen war.

2010 notierte ich bei einem Panoramafoto

"18.4.2010, Kennedybrücke bis Posttower. Ein kratzerfreier Himmel und
himmlische Ruhe - dem Eyjafjallajökull-Vulkan sei Dank"

<https://www.mystrobl.de/Plone/wolfgang-strobl/fotos/bonn/rhein/blauerhimmel.jpg>
<https://www.mystrobl.de/Plone/wolfgang-strobl/fotos/bonn/rhein/blauerhimmel2.jpg/view.html>

Die letzten Tage war es in der Tat zwar weder flugverkehrsfrei noch die
Straße autofrei, aber der Himmel war wieder tiefblau und es herrschte
insgesamt eine himmlische Ruhe. Ein wenig erinnert mich das an den
ersten autofreien Sonntag, der einen anders gelagerten, aber doch
ähnlichen Eindruck hinterlassen hatte: man merkte einen Unterschied,
statt nur über eine Möglichkeit zu reden. Die jetzige Ruhe war zwar
immer noch lauter als die Rushhour damals, trotzdem genießen wir trotz
der Umstände, die die Covid-19-Pandemie insb. für Ältere mit sich
bringt, dieses vermutlich einmalige Erlebnis.

M.a.W. ja, blauer und homogener
Uwe Borchert (23.03.2020, 04:07)
Hallo,

Am 22.03.20 um 21:57 schrieb Hans:

> Und es sind die hohen, aus den Kondensationsstreifen entstandenen
> Wolken, geringer geworden, damit auch die atmosphärische
> Gegenstrahlung, mithin auch die Erwärmung des Klimas.


Nö! Zum Ausgleich gibt es jetzt auch wieder mehr Einstrahlung
im solaren Spektralbereich. Die Gegenstrahlung kann man nach
den Arbeiten von Idso und Jackson aus den 1960er abschätzen.
bzgl. der Einstrahlung kennt man den Abschattungseffekt bzw.
seine Stärke aus der Satellitenfernerkundung seit den 1980ern.
Die gewonnene Einstrahlung ist eigentlich immer (weit) über
der verlorenen Gegenstrahlung. Das sind meistens mehr als eine
Zehnerpotenz. Hab?s mal aus Jux und Tollerei abgeschätzt, so
richtig als gerechnet kann man das nicht bezeichnen. Aber da
sah man sehr schnell: An die Effekte der Einstrahlung kann die
Gegenstrahlung nicht ran. Leider habe ich keine Zahlen mehr im
Kopf und bin zu faul noch mal nachzurechnen. Ich habe nur noch
eins im Kopf: Eine massive Abschattung über den ganzen Globus
durch Cirren mit 1/8 rum würde die Temperatur um irgendwas um
oder gar über 1K senken. Das sieht man auch immer wieder bei
wirklich großen Vulkanausbrüchen. Das scheinen sehr ähnliche
Szenarien zu sein. Ach so: Der Treibhauseffekt durch CO2 ist
noch einige Grüßenordnungen kleiner als diese beiden Effekte
und sollte erst mal vernachlässigbar sein.

MfG

Uwe Borchert
Wolfgang Strobl (23.03.2020, 12:40)
Am Mon, 23 Mar 2020 03:07:15 +0100 schrieb Uwe Borchert
<wetterfrosch>:

>Ach so: Der Treibhauseffekt durch CO2 ist
>noch einige Grüßenordnungen kleiner als diese beiden Effekte
>und sollte erst mal vernachlässigbar sein.


Ich hätte nicht gedacht, daß Klimawandel-Leugner sich noch trauen, den
Mund aufzumachen. Aber was Lungenfachärzte können, ...

<https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/lungenaerzte-zu-feinstaub-und-stickoxiden-die-einen-sagen-so-die-anderen-so-a-1250412.html>

<https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/coronavirus-die-drei-duemmsten-saetze-zur-pandemie-a-f41ccf1b-a1c3-42b8-84f4-19653872aa3f>
Uwe Borchert (23.03.2020, 14:23)
Hallo,

Am 23.03.20 um 11:40 schrieb Wolfgang Strobl:
> Am Mon, 23 Mar 2020 03:07:15 +0100 schrieb Uwe Borchert
> <wetterfrosch>:
> Ich hätte nicht gedacht, daß Klimawandel-Leugner sich noch trauen, den
> Mund aufzumachen.


Spinnst Du? Ich habe doch gerade den Klimawandel durch diese
Effekte erklärt? Oder hast Du das mit dem CO2 mistverstanden?
Der Effekt durch das CO2 des Flugverkehrs (unter 3%) ist zu
gering um da in den Rechnungen noch aufzufallen. Aber wenn
wir schon dabei sind: Eine schnelle Änderung der Bewölkung
schlägt auf jeden Fall kurzfristig viel härter durch als der
gesamte CO2-Effekt, da dieser sehr viel langsamer ansteigt.
Selbst nach den aktuellen Messungen/Angaben ist der gesamte
Anstieg der Temperaturen seit Ende der kleinen Eiszeit immer
noch nicht sehr viel höher als so ein Effekt betragsmäßig
bringen kann. Ein bisschen mehr Realismus wäre angebracht.
Werf mal Deine Scheuklappen weg.

MfG

Uwe Borchert
Wolf gang P u f f e (23.03.2020, 17:31)
Am 22.03.2020 um 21:38 schrieb Peter Schuster:
> Hallo Zusammen,
> coronabedingt fliegen merklich weniger Flugzeuge, hier nach Köln-Bonn.
> Und ich meine, dass der Himmel deutlich blauer und homogener geworden
> ist. Könnt Ihr ähnliches beobachten?


Als ich heute Vormittag die Aussicht aus meinem Bürofenster genossen
habe, dachte ich noch so, keine Streifen heute?
Der nächste Gedanke, der JPG-Algorithmus würde da sicher kleinere
Fotodateien liefern können. ;-)

W.
Luigi Rotta (23.03.2020, 22:56)
Am Sun, 22 Mar 2020 21:38:07 +0100 schrieb Peter Schuster
<peterschuster>:

>Könnt Ihr ähnliches beobachten?


Klar doch: die Chemtrails fehlen. <flööööt>

Also hier ist blauer Himmel wg. eiskalter Bise. <brrrrr>
Johannes Leckebusch (23.03.2020, 23:25)
Am 23.03.2020 um 21:56 schrieb Luigi Rotta:
> Am Sun, 22 Mar 2020 21:38:07 +0100 schrieb Peter Schuster
> <peterschuster>:
>> Könnt Ihr ähnliches beobachten?

> Klar doch: die Chemtrails fehlen. <flööööt>
> Also hier ist blauer Himmel wg. eiskalter Bise. <brrrrr>


"Meinten Sie: eiskalter Bisse?"
Joerg Fischer (24.03.2020, 09:57)
Peter Schuster <peterschuster> wrote:

> Und ich meine, dass der Himmel deutlich blauer und homogener geworden
> ist. Könnt Ihr ähnliches beobachten?


Wir haben ostwindbedingt gerade eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit.
Könnte auch damit zusammen hängen.

Tschau, Jörg
Juergen Thome (24.03.2020, 10:27)
Joerg Fischer <muelleimer> wrote:
> Peter Schuster <peterschuster> wrote:
>> Und ich meine, dass der Himmel deutlich blauer und homogener geworden
>> ist. Könnt Ihr ähnliches beobachten?

> Wir haben ostwindbedingt gerade eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit.
> Könnte auch damit zusammen hängen.


Es ist der einzige Grund. Der ist halt zu trivial und trägt nicht genug zur
fragwürdigen Begeisterung über den gebremsten Waren- und Menschenstrom bei.

Geflogen wird natürlich gerade noch immer



Kondenstreifenfrei.

Und in Stuttgart korreliert just der eingebrochene Autoverkehr nicht so
recht mit dem nur geringfügig gesunkenen Feinstaubgehalt der Luft.

Wir forschen weiter.

Gruß
Jürgen
Wolfgang Strobl (24.03.2020, 11:35)
Am Mon, 23 Mar 2020 13:23:26 +0100 schrieb Uwe Borchert
<wetterfrosch>:

>Am 23.03.20 um 11:40 schrieb Wolfgang Strobl:
>Spinnst Du? Ich habe doch gerade den Klimawandel durch diese
>Effekte erklärt?


Ja sicher. Das tun die Klimawandelleugner gern. Auch semantische
Spielchen sind beliebt, etwa den menschengemachten aktuellen
Klimawandel, der zu einem großen Teil auf den Eintrag von
Treibhausgasen, vornehmlich CO2 aus fossilen Quellen zurückzuführen ist
und gerade erst Fahrt aufnimmt, mit dem generellen Konzept
gleichzusetzen und von da aus lustig weiterzuargumentieren. Oder
umgekehrt und nicht ungeschickt, jede tatsächliche oder eingebildete
Überinterpretation einer temporären Schwankung als Aufhänger zu
benutzen, um die Botschaft "alles Lügen! alles Lügen!" zu verbreiten.

Sicher sind zeitlich und geografisch lokale Schwankungen von
Luftfeuchtigkeit, Temperaturen nicht geeignet, sich einen Aufschuß bzgl.
des Vorliegens und Umfangs des anthropogene Treibhauseffekts zu
verschaffen. Aber man muß schon unter einem ziemlich großen Stein leben,
um nicht zu bemerken, daß die frühen Vorhersagen eher zu vorsichtig
waren und wir die ersten Ausläufer schon bemerken. Und natürlich haben
diese dann auch Auswirkungen darauf, um welche mittleren Werte lokale
Veränderungen schwanken.

>Oder hast Du das mit dem CO2 mistverstanden?
>Der Effekt durch das CO2 des Flugverkehrs (unter 3%) ist zu
>gering um da in den Rechnungen noch aufzufallen.


Der Flugverkehr gehört zu den energieintensivsten Transportmethoden
überhaupt, außer man erklärt die zurückgelegte Distanz zum Selbstzweck.

Man kann jeden Anteil kleinreden, indem man das ignoriert und dann den
Ausschnitt für sich betrachtet zu der Grundgesamtheit in Relation
stellt.

Ein paar konkrete Zahlen kann man hier nachlesen:

<https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimawandel-flugverkehr-weltweit-erzeugte-2018-mehr-co2-als-deutschland-a-1287582.html>

Da findest Du auch Deine 3 % wieder, konkret

"Insgesamt wurden durch den kommerziellen Luftverkehr im vergangenen
Jahr 918 Millionen Tonnen CO2 emittiert. Das entspricht 2,5 Prozent der
weltweiten CO2-Emissionen."

M.a.W. dies ist nicht "der Flugverkehr", ausgeklammert ist hier u.a. der
militärische Flugverkehr, für den es praktisch keine verlässlichen
Zahlen gibt, der aber, wie die meisten militärischen Aktivitäten, nach
dem Prinzip "Geld spielt keine Rolle" betrieben wird.

2.5 % ist kein Pappenstil für Transporte, die i.W. nur deswegen
stattfinden, weil die externen Effekte nicht durch Besteuerung
eingepreist werden können bzw. werden, Flüge also viel zu billig sind.

Aaaber, wirst Du jetzt einwenden, der Warenverkehr! Die Wirtschaft! Wir
werden alle sterben!

Aber nein, der Frachtverkehr ist zwar nicht irrelevant, aber

"Der Großteil des durch den Luftverkehr ausgestoßenen Kohlendioxid, 80
Prozent, entfiel auf Passagierflugzeuge, der Rest auf den Frachtverkehr"
Wolfgang Strobl (24.03.2020, 11:44)
Am 24 Mar 2020 08:27:57 GMT schrieb Juergen Thome <nikon.fe>:

>Es ist der einzige Grund. Der ist halt zu trivial und trägt nicht genug zur
>fragwürdigen Begeisterung über den gebremsten Waren- und Menschenstrom bei.


Diese Äußerung macht sicherlich Mut.

Jedenfalls bewundere ich Deine Fähigkeit, Äußerungen regelmäßig in einem
gewissen Sinne zu interpretieren, die einen mutlos machen kann. Oder
soll.
Juergen Thome (24.03.2020, 17:48)
Wolfgang Strobl schrieb:

>Am 24 Mar 2020 08:27:57 GMT schrieb Juergen Thome <nikon.fe>:
>Diese Äußerung macht sicherlich Mut.
>Jedenfalls bewundere ich Deine Fähigkeit, Äußerungen regelmäßig in einem
>gewissen Sinne zu interpretieren, die einen mutlos machen kann. Oder
>soll.


Ach was. Auch ich bemerke signifikante Änderungen. Ich höre die Vögel
abends hunderte Meter weit zwitschern, höre die Bahn, die immerhin
zweimal pro Stunde an meinem Horizont vorbeifährt. Kann bei offener
Balkontür tagsüber leise Musik hören usw.

Mir ging es hier nur um den Umstand, dass mangels genügend
Wassermolekülen die Kondensation derselben am Dreck der Triebwerke
extrem reduziert ist.

Bei geeigneter Wetterlage sieht man die Kondensstreifen gut hundert
Kilometer weit und da unsere Himmel immer noch voller Flugzeuge ist,
läßt sich bei der aktuellen Fernsicht daraus dieses Phänomen doch
erschließen.

Mut machen soll, wer sich dafür zuständig fühlt. Ich wäre dafür sehr
empfänglich.

Da wir aber nicht in China sind, sähe ich als Mutmacher eigentlich nur
die hoffentlich bald zu lesende Meldung, dass das zugelassene
Medikament XY die Mortalität von Beatmungspatienten signifikant
reduziert.

Gruß
Jürgen

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