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Werner Tann (05.11.2018, 09:22)
Nach Jahren endlich wieder fette BlueScreens bzw. Abstürze. Mitten im
ganz gewöhnlichen YouTuben oder Textchatten, also keine
Systemauslastung. Bei Spielen alles im grünen Bereich.

1) Der erste Bluescreen kam am 31.10.
WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR

Also möglicherweise ein Hardwareproblem. Nuja, Kiste ist 5 Jahre alt.
Win 8.

Dmp-File-Analyse zeigt einen angeblichen Problemtreiber an:
user32.sys. Hier kommt die Merkwürdigkeit, eine user32.sys-Datei, wohl
Teil des WinAPI, habe ich gar nicht auf Platte (auch nicht in älteren
Images).

2) Am 01.11. hatte ich innerhalb einer Stunde 3 weitere Abstürze,
diesmal erfolgte ohne BlueScreen sofort ein Reboot. Keine Meldungen in
der Ereignisanzeige. (Am 3. und 4.11. reibungsloser Betrieb.)

Chkdsk habe ich ausgeführt, auch da keine Besonderheiten, Indexe
aufgeräumt, ein Speicherteil war als zugeordnet markiert, obwohl nicht
in Verwendung.

3) Habe die letzten 3 Nächte memtest86+ durchlaufen lassen (von
Boot-CD). Die ersten beiden Nächte lief alles fehlerlos durch. Heute
stelle ich fest, dass memtest86+ sich aufgehängt hat. Keine
Tastatureingaben mehr möglich. Fehler werden nicht angezeigt (0). Nach
Reset und Neuboot meckert mein Speedfan über hohe CPU-Temperaturen
über 75 Grad.

Merkwürdig ist, dass die Zeitanzeige des Tests ungefähr da stoppt, als
ich den Bildschirm und die externen Festplatten wieder eingeschaltet
habe. Kann das zusammenhängen oder Zufall?

Ist der Absturz ein 100%-Anzeiger für kaputtes RAM?

Ich werde jetzt mal den Sitz der Riegel checken und sie säubern.

Danke für Tipps.
Arno Welzel (05.11.2018, 12:53)
Werner Tann:

[...]
> 3) Habe die letzten 3 Nächte memtest86+ durchlaufen lassen (von
> Boot-CD). Die ersten beiden Nächte lief alles fehlerlos durch. Heute
> stelle ich fest, dass memtest86+ sich aufgehängt hat. Keine
> Tastatureingaben mehr möglich. Fehler werden nicht angezeigt (0). Nach
> Reset und Neuboot meckert mein Speedfan über hohe CPU-Temperaturen
> über 75 Grad.
> Merkwürdig ist, dass die Zeitanzeige des Tests ungefähr da stoppt, als
> ich den Bildschirm und die externen Festplatten wieder eingeschaltet
> habe. Kann das zusammenhängen oder Zufall?
> Ist der Absturz ein 100%-Anzeiger für kaputtes RAM?


Nein.

Ich tippe eher auf ein defektes Netzteil. Ich würde, wenn möglich,
testweise ein anderes Netzteil einbauen. Das System läuft zwar noch,
aber bei Lastwechseln bricht die Spannung kurzfristig minimal ein und
das führt zum Absturz.

Auch defekte Kondensatoren auf dem Mainboard könnten ein Problem sein,
wobei das 2013/2014 eigentlich kein Thema mehr war.
Werner Tann (05.11.2018, 13:05)
Arno Welzel <usenet> schrieb:

>Ich tippe eher auf ein defektes Netzteil. Ich würde, wenn möglich,
>testweise ein anderes Netzteil einbauen.


Hab ich leider kein passendes. Müsste ich auf Verdacht kaufen. Stellt
sich die Frage, kaufe ich auf Verdacht eher RAM oder Netzteil. Du
würdest das Netzteil nehmen, denke ich?

>Das System läuft zwar noch,
>aber bei Lastwechseln bricht die Spannung kurzfristig minimal ein und
>das führt zum Absturz.


Blöde Frage: Solche "Lastwechsel" passieren auch bei Windowsbetrieb
ohne große "Last"?

>Auch defekte Kondensatoren auf dem Mainboard könnten ein Problem sein,
>wobei das 2013/2014 eigentlich kein Thema mehr war.


Okay.
Shinji Ikari (05.11.2018, 16:24)
Guten Tag

Werner Tann <wtann> schrieb

>Nach Jahren endlich wieder fette BlueScreens bzw. Abstürze.


Schon wieder?
Wurde das nicht schon durchgekaut?

From: Werner Tann <wtann>
Newsgroups: de.comp.os.ms-windows.misc
Subject: BlueScreen WHEA + user32.sys
Date: Thu, 01 Nov 2018 09:33:51 +0100
Message-ID: <g3vs3hFd8btU1>
Werner Tann (05.11.2018, 18:57)
Shinji Ikari <shinji> schrieb:

>Schon wieder?
>Wurde das nicht schon durchgekaut?


Erstens wurde ich auf hier verwiesen, weil ein Hardwareschaden
vermutet wurde, kein Windowsproblem. Zweitens hat sich heute Nacht
durch den memtest86-Absturz (Test von Boot-CD aus) dieser Verdacht bei
mir erhärtet, von daher ...
Herrand Petrowitsch (05.11.2018, 19:18)
Werner Tann schrieb:
> Shinji Ikari schrieb:


>> Schon wieder?
>> Wurde das nicht schon durchgekaut?

> Erstens wurde ich auf hier verwiesen, weil ein Hardwareschaden
> vermutet wurde, kein Windowsproblem. Zweitens hat sich heute Nacht
> durch den memtest86-Absturz (Test von Boot-CD aus) dieser Verdacht bei
> mir erhärtet, von daher ...


Den Hinweis auf Hardware-Defekt hast du bereits am Tag deiner Anfrage
erhalten, also vor 4 Tagen.
Allein du zogst es vor, dies nicht zu beachten und fluechtetest dich wie
ein kleines Kind in Polemik.

EOD fuer mich.

Gruss Herrand
Werner Tann (05.11.2018, 20:44)
Herrand Petrowitsch <herrands> schrieb:

>Allein du zogst es vor, dies nicht zu beachten und fluechtetest dich wie
>ein kleines Kind in Polemik.


Du solltest nur Fremdwörter verwenden, die du vorher nachgeschlagen
hast.
Arno Welzel (05.11.2018, 21:50)
Werner Tann:

> Arno Welzel <usenet> schrieb:
>> Ich tippe eher auf ein defektes Netzteil. Ich würde, wenn möglich,
>> testweise ein anderes Netzteil einbauen.

> Hab ich leider kein passendes. Müsste ich auf Verdacht kaufen. Stellt
> sich die Frage, kaufe ich auf Verdacht eher RAM oder Netzteil. Du
> würdest das Netzteil nehmen, denke ich?


Ja. Denn da sind Kondensatoren drin, die nach etlichen Jahren einfach
gealtert. Dass RAM-Riegel, die bislang einwandfrei funktioniert haben,
plötzlich nicht mehr gehen, habe ich in über 20 Jahren mit PCs noch nie
erlebt. Wenn etwas ausfällt, sind es meist zuerst Kondensatoren - im
Netzteil und auf dem Mainboard, manchmal auch auf Grafikkarten.

>> Das System läuft zwar noch,
>> aber bei Lastwechseln bricht die Spannung kurzfristig minimal ein und
>> das führt zum Absturz.

> Blöde Frage: Solche "Lastwechsel" passieren auch bei Windowsbetrieb
> ohne große "Last"?


Ja. Denn immer dann, wenn die CPU auch nur kurzfristig für ein paar
Millisekunden mehr zu tun hat, benötigt sie auch kurzzeitig ein
Vielfaches der Energie. Die Stromversorgung moderner Hardware wird
hunderte Male pro Sekunden nachgeregelt. Wenn die Kondensatoren im
Netzteil nicht mehr die ursprüngliche Kapazität haben, können sie das
nicht ausgleichen und die Spannung ein, was einen Absturz verursachen kann.
Werner Tann (05.11.2018, 22:36)
Arno Welzel <usenet> schrieb:

>Ja. Denn da sind Kondensatoren drin, die nach etlichen Jahren einfach
>gealtert. Dass RAM-Riegel, die bislang einwandfrei funktioniert haben,
>plötzlich nicht mehr gehen, habe ich in über 20 Jahren mit PCs noch nie
>erlebt.


Ich erinnere mich in 24 Jahren an 2 Fälle.

>Ja. Denn immer dann, wenn die CPU auch nur kurzfristig für ein paar
>Millisekunden mehr zu tun hat, benötigt sie auch kurzzeitig ein
>Vielfaches der Energie. Die Stromversorgung moderner Hardware wird
>hunderte Male pro Sekunden nachgeregelt. Wenn die Kondensatoren im
>Netzteil nicht mehr die ursprüngliche Kapazität haben, können sie das
>nicht ausgleichen und die Spannung ein, was einen Absturz verursachen kann.


Danke für die Erklärung und deine Einschätzung meines Problems.

Ich werde den nächsten Absturz im Normalbetrieb abwarten und dann das
Netzteil ersetzen. Wenn's nicht das Netzteil gewesen ist, sprechen wir
uns wieder! ;-)
Markus Luft (07.11.2018, 12:39)
On Mon, 05 Nov 2018 20:50:13 +0100, Arno Welzel wrote:

> Werner Tann:
> Ja. Denn da sind Kondensatoren drin, die nach etlichen Jahren einfach
> gealtert. Dass RAM-Riegel, die bislang einwandfrei funktioniert haben,
> plötzlich nicht mehr gehen, habe ich in über 20 Jahren mit PCs noch nie
> erlebt. Wenn etwas ausfällt, sind es meist zuerst Kondensatoren - im
> Netzteil und auf dem Mainboard, manchmal auch auf Grafikkarten.

Du hast eben einfach viel zu wenig RAM-Riegel getestet.
Bei Google weiß man es besser:
<http://www.cs.toronto.edu/~bianca/papers/sigmetrics09.pdf>
Es ist ja nicht nur ionisierende Strahlung, welche RAM-Fehler
verursacht, sondern Halbleiter würden vermutlich auch so altern, weil
irgendwelche Atome durch die Gegend diffundieren und dann zu
dauerhaften Fehlstellungen im Gitter führen.

<https://de.wikibooks.org/wiki/Computerhardware:_RAM:_Grundwissen>

| * Pro Jahr stürzten 1,3 % der Server wegen eines nicht korrigierbaren
| (mehrfachen) RAM-Fehlers ab. Absturz bedeutet: es sind Bits im
| Programmcode verloren gegangen. Ich schätze, die Bits in den Daten
| waren viel häufiger betroffen.
|
| * Mindestens 8 % aller RAM-Module hatten einmal pro Jahr einen
| Einzelbitfehler (bei ?24/7 Betrieb?, das bedeutet: 24 Stunden täglich
| an allen 7 Tagen der Woche).
|
| * Module, die schon einmal einen Fehler hatten, werden mit hoher
| Wahrscheinlichkeit noch öfter versagen.
|
| * Die Fehlerhäufigkeit nimmt mit dem Alter der Module zu.

Ich hatte jedenfalls auch schon mal einen RAM-Riegel, der nach Jahren
plötzlich au[f|s]fällig wurde.
Bei mir sind aber auch meist Netzteile, gefolgt von Graphikkarten und
dann Mainbords verstorben. Hier läßt sich das Versterben von
Ekeltronik aber oft in Zusammenhang mit Fehlern beim Energieversorger
bringen. Einer nicht zu übersehende Bläh-Elko hatte ich aber auch
schon mal. Zudem schnurrt hier noch eine elektrostatische
Spannungsquelle rum, auf deren Konto geht sicher das durchtrennte,
baumelnde Ladekabel und der rätselhafte Soundausfall, der sich als
herausgezogener Stecker entpuppte.
Arno Welzel (07.11.2018, 17:56)
Markus Luft:

> On Mon, 05 Nov 2018 20:50:13 +0100, Arno Welzel wrote: [...]
> Ich hatte jedenfalls auch schon mal einen RAM-Riegel, der nach Jahren
> plötzlich au[f|s]fällig wurde.


Vermutlich benutze ich RAM-Riegel nicht lange genug. Das älteste von mir
genutzte Exemplar war nur 6 Jahre im Einsatz und hat bis dahin
fehlerfrei gearbeitet. Alle anderen Exemplare wurden meist nach 4-5
Jahren wegen Systemwechseln ohnehin nicht mehr genutzt. In meinem
aktuellen PC stecken 32 GB, die derzeit etwas über 3 Jahre hinter sich
haben und immer noch fehlerfrei arbeiten.

In der selben Zeit habe ich aber geschätzt etwa 40 kaputte Netzteile
erlebt - was rund 30% aller PCs entspricht, mit denen ich beruflich oder
privat zu tun hatte. Im Schnitt hielten viele von Herstellern verbaute
Netzteile selten länger als 3-4 Jahre. Bei "Markenware" war es nicht
ganz so heftig - aber auch da würde ich nicht mehr als 6 Jahre guten
Gewissens empfehlen.
Werner Tann (07.11.2018, 22:37)
Arno Welzel <usenet> schrieb:

>In der selben Zeit habe ich aber geschätzt etwa 40 kaputte Netzteile
>erlebt - was rund 30% aller PCs entspricht, mit denen ich beruflich oder
>privat zu tun hatte. Im Schnitt hielten viele von Herstellern verbaute
>Netzteile selten länger als 3-4 Jahre. Bei "Markenware" war es nicht
>ganz so heftig - aber auch da würde ich nicht mehr als 6 Jahre guten
>Gewissens empfehlen.


Naja, mein Netzteil ist jedenfalls hinterfotzig. Es ärgert mich durch
Ruhe vor dem Sturm und wiegt mich in Sicherheit ... nur um mir nächste
Woche - aus heiterem Himmel und mitten in unabgespeicherter Arbeit -
einen überraschenden BlueScreen vor den Latz zu knallen. Aber nicht
mit mir! Als gelernter Profi-Pessimist habe ich das Baldrian schon
bereitgestellt und bei Amazon ein Ersatznetzteil schon in den
Warenkorb geschoben.

Also: Nein, aktuell noch kein neuer Absturz. Aber zu Mittag plötzlich,
ich mach am PC grad nix, weil ich esse, piept die Kiste. Ich schaue
mir die Temperaturen an und sehe, die CPUs waren über 70 Grad erhitzt,
sanken aber bereits wieder. Was will mir das sagen? Kann mich nicht
erinnern, sowas mal gehabt zu haben. Im Taskmanager war die
CPU-Auslastung unter 3%, ein belastender Task nicht (mehr) zu
entdecken.
???

Zusammenhang mit dem evt. altersschwachen Netzteil?
Shinji Ikari (08.11.2018, 01:31)
Guten Tag

Werner Tann <wtann> schrieb

>Naja, mein Netzteil ist jedenfalls hinterfotzig.


Austaushen. Wenn es ein Standardnetzteil ist, sind die wirklich nicht
so teuer.

>Aber zu Mittag plötzlich,
>ich mach am PC grad nix, weil ich esse,


...und laeft dabei energieverschwendend weier, obwohl er nichts macht?
STR/STD existieren.

>piept die Kiste. Ich schaue
>mir die Temperaturen an und sehe, die CPUs waren über 70 Grad erhitzt,


Wieseo Mehrzahl "CPUs"? Was ist das fuer ein System?

>Was will mir das sagen?


Luefter ausgefallen/Lueftersteuerung ausgefallen/Kuehlung der CPU
ausgefallen.
Das hat bei heutigen PCs oft aber nicht smit dem Netzteil zu tun.

>Zusammenhang mit dem evt. altersschwachen Netzteil?


Da scheint einige mehr im Argen zu sein.
Marc Haber (08.11.2018, 09:55)
Werner Tann <wtann> wrote:
>Naja, mein Netzteil ist jedenfalls hinterfotzig. Es ärgert mich durch
>Ruhe vor dem Sturm und wiegt mich in Sicherheit ... nur um mir nächste
>Woche - aus heiterem Himmel und mitten in unabgespeicherter Arbeit -
>einen überraschenden BlueScreen vor den Latz zu knallen.


Du bist Dir bewusst was für Sprünge in der Leistungsaufnahme eine
heutige CPU hat, wenn sie plötzlich aus dem niedrigen
Idle-Stromspar-Takt hochtaktet? Dabei reicht das schon, wenn in Word
im Hintergrund die Rechtschreibprüfung losläuft, dann taktet sie halt
kurz hoch und gleich wieder runter.

Das ist für das Netzteil Streß pur. Dagegen ist der dauerhaft unter
Last stehende Rechner (Videokonvertierung etc) für das Netzteil eine
Erholung.

Grüße
Marc
Werner Tann (08.11.2018, 10:39)
Shinji Ikari <shinji> schrieb:

>..und laeft dabei energieverschwendend weier, obwohl er nichts macht?


Er macht ja was, Downloads z. B. oder sowas. Aber nichts Belastendes
für die Hardware (Bilderkonvertierung o.ä.).

>Wieseo Mehrzahl "CPUs"? Was ist das fuer ein System?


Ich meinte natürlich die Kerne.

>Da scheint einige mehr im Argen zu sein.


Ja, mach mir Hoffnungen.

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