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Olaf Barheine (07.07.2016, 21:18)
Moin!

Was wird eigentlich aus Unternehmen, die in Deutschland als Ltd.
firmieren, sollten die Briten tatsächlich die EU verlassen? Ein paar
interessante Gedanken dazu gibt es gerade in einem Artikel auf LTO:



Gruß, Olaf
Thomas Erstfeld (07.07.2016, 23:43)
Am 07.07.16 um 21:18 schrieb Olaf Barheine:
> Moin!
> Was wird eigentlich aus Unternehmen, die in Deutschland als Ltd.
> firmieren, sollten die Briten tatsächlich die EU verlassen? Ein paar
> interessante Gedanken dazu gibt es gerade in einem Artikel auf LTO:
>


Im Moment sehe ich das auch eher so, dass diese Unternehmen die
Rechtsform oder den Sitz ändern müssen. Das mit der Sitzänderung nach GB
wird für den deutschen Elektriker aus dem Ruhrgebiet, der aus
Kostengründen eine Ltd. gegründet hat, IMHO etwas schwierig.

Gruß
Thomas
Harald Klotz (08.07.2016, 21:45)
Thomas Erstfeld schrieb:

>>

> Im Moment sehe ich das auch eher so, dass diese Unternehmen die
> Rechtsform oder den Sitz ändern müssen. Das mit der Sitzänderung
> nach GB wird für den deutschen Elektriker aus dem Ruhrgebiet, der
> aus Kostengründen eine Ltd. gegründet hat, IMHO etwas schwierig.


Reicht nicht ein Briefkasten?

Grüße Harald
Thomas Erstfeld (10.07.2016, 01:07)
Am 08.07.16 um 21:45 schrieb Harald Klotz:
> Thomas Erstfeld schrieb:
>>>

>> Im Moment sehe ich das auch eher so, dass diese Unternehmen die
>> Rechtsform oder den Sitz ändern müssen. Das mit der Sitzänderung
>> nach GB wird für den deutschen Elektriker aus dem Ruhrgebiet, der
>> aus Kostengründen eine Ltd. gegründet hat, IMHO etwas schwierig.


Wenn der Brexit hart umgesetzt wird, ist die Gewerbefreiheit (oder wie
man das richtig nennt) weg. Dann muss die britische Ltd. in D eine GmbH
als Tochter gründen, um im Geschäft zu bleiben.

Gruß
Thomas
Harald Klotz (10.07.2016, 02:37)
Thomas Erstfeld schrieb:

> Wenn der Brexit hart umgesetzt wird, ist die Gewerbefreiheit (oder
> wie man das richtig nennt) weg. Dann muss die britische Ltd. in D
> eine GmbH als Tochter gründen, um im Geschäft zu bleiben.


Der Weg wird sein, dass die Auflösung zum Einzelunternehmen, bzw. zur
GbR fühert.

GmbH wäre möglich, ist aber nicht zwingend, zumal es sein kann, dass
die Vorraussetzungen für GmbH nicht erfüllt werden.

Grüße Harald
Lutz Schulze (10.07.2016, 09:24)
Am Sun, 10 Jul 2016 01:07:41 +0200 schrieb Thomas Erstfeld:

> Wenn der Brexit hart umgesetzt wird, ist die Gewerbefreiheit (oder wie
> man das richtig nennt) weg. Dann muss die britische Ltd. in D eine GmbH
> als Tochter gründen, um im Geschäft zu bleiben.


Abwarten und Tee trinken.

Lutz
Frank Hucklenbroich (11.07.2016, 09:23)
Am Sun, 10 Jul 2016 02:37:02 +0200 schrieb Harald Klotz:

> Thomas Erstfeld schrieb:
>> Wenn der Brexit hart umgesetzt wird, ist die Gewerbefreiheit (oder
>> wie man das richtig nennt) weg. Dann muss die britische Ltd. in D
>> eine GmbH als Tochter gründen, um im Geschäft zu bleiben.

> Der Weg wird sein, dass die Auflösung zum Einzelunternehmen, bzw. zur
> GbR fühert.


Damit haftet der Unternehmer aber mit seinem privaten Vermögen, was durch
die Limited verhindert wird.

Grüße,

Frank
Stefan (11.07.2016, 09:37)
Am 07.07.2016 um 23:43 schrieb Thomas Erstfeld:
> Am 07.07.16 um 21:18 schrieb Olaf Barheine:
> Im Moment sehe ich das auch eher so, dass diese Unternehmen die
> Rechtsform oder den Sitz ändern müssen. Das mit der Sitzänderung nach GB
> wird für den deutschen Elektriker aus dem Ruhrgebiet, der aus
> Kostengründen eine Ltd. gegründet hat, IMHO etwas schwierig.
> Gruß
> Thomas


Wieviele Ltd. gibt es eigentlich noch in D? Die meisten dürften doch
inzwischen eh in der Versenkung verschwunden sein. Und seitdem es in D
die UG gibt, gibt es auch für einen deutschen Handwerker keinen Grund
mehr, eine Ltd. in GB zu registrieren.

Gruß

Stefan
Frank Hucklenbroich (11.07.2016, 11:28)
Am Mon, 11 Jul 2016 09:37:54 +0200 schrieb Stefan:

> Wieviele Ltd. gibt es eigentlich noch in D? Die meisten dürften doch
> inzwischen eh in der Versenkung verschwunden sein. Und seitdem es in D
> die UG gibt, gibt es auch für einen deutschen Handwerker keinen Grund
> mehr, eine Ltd. in GB zu registrieren.


In meinem Umfeld kenne ich nur noch eine, und das ist eine Fußballschule,
die zumindest einen gewissen Bezug zu England hat (die bieten u.a.
Feriencamps für Kinder in England an). Wenn auch die meisten Kurse von
denen in Deutschland stattfinden und sie ihren eigentlich Firmensitz auch
hier haben.

Ansonsten scheint sich im Handwerk tatsächlich die UG durchzusetzen.

Grüße,

Frank
Harald Klotz (11.07.2016, 14:15)
Frank Hucklenbroich schrieb:

>> Der Weg wird sein, dass die Auflösung zum Einzelunternehmen, bzw.
>> zur GbR fühert.

> Damit haftet der Unternehmer aber mit seinem privaten Vermögen, was
> durch die Limited verhindert wird.


Das ist die logische Folge.

Grüße Harald
Olaf Barheine (11.07.2016, 16:55)
Am 10.07.2016 um 09:24 schrieb Lutz Schulze:
> Am Sun, 10 Jul 2016 01:07:41 +0200 schrieb Thomas Erstfeld:
> Abwarten und Tee trinken.


Ich vermute ja, es wird zu keinem Brexit kommen. Begründen wird man das
gegenüber den Wählern, dass das Referendum nicht bindend ist, "nur" gut
ein Drittel aller Wahlberechtigten für den Brexit gestimmt hat und nur
20 Prozent der Parlamentsabgeordneten für den Brexit sind. Ich glaube,
die designierte Premierministerin kommt auch aus dem Lager der
Brexit-Gegner. Im schlimmsten Fall enden die Briten im EWR.

Gruß, Olaf
Thomas Erstfeld (11.07.2016, 21:39)
Am 11.07.16 um 11:28 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Am Mon, 11 Jul 2016 09:37:54 +0200 schrieb Stefan:
> In meinem Umfeld kenne ich nur noch eine, und das ist eine Fußballschule,
> die zumindest einen gewissen Bezug zu England hat (die bieten u.a.
> Feriencamps für Kinder in England an). Wenn auch die meisten Kurse von
> denen in Deutschland stattfinden und sie ihren eigentlich Firmensitz auch
> hier haben.
> Ansonsten scheint sich im Handwerk tatsächlich die UG durchzusetzen.


Kann ich aus meinen Beobachtungen heraus auch bestätigen. Die Ltd., die
vor Einführung der UG gegründet wurden, sind noch da (soweit sie nicht
inzwischen insolvent wurden), aber Neugründungen bei Handwerkern,
Kleingewerbetreibenden etc. kommen quasi nicht mehr vor. Dafür wird
jetzt die UG genutzt.

Gruß
Thomas
Lutz Schulze (12.07.2016, 08:38)
Am Mon, 11 Jul 2016 16:55:06 +0200 schrieb Olaf Barheine:

> Ich vermute ja, es wird zu keinem Brexit kommen. Begründen wird man das
> gegenüber den Wählern, dass das Referendum nicht bindend ist, "nur" gut
> ein Drittel aller Wahlberechtigten für den Brexit gestimmt hat und nur
> 20 Prozent der Parlamentsabgeordneten für den Brexit sind. Ich glaube,
> die designierte Premierministerin kommt auch aus dem Lager der
> Brexit-Gegner. Im schlimmsten Fall enden die Briten im EWR.


Ähnlich sehe ich das auch. Gemeinschaften bilden sich und zerfallen, das gab
es schon immer.

Lutz
HC Ahlmann (12.07.2016, 10:11)
Lutz Schulze <lschulze> wrote:

> Am Mon, 11 Jul 2016 16:55:06 +0200 schrieb Olaf Barheine:


Nach den jüngsten Äußerungen der designierten Premierministerin bin ich
noch nicht überzeugt, dass der Brexit nicht stattfindet, auch wenn May
skeptisch gegenüber einem Brexit (gewesen) sein mag, wird sie es
angehen, Großbritannien aus der EU zu lösen. Junckers Äußerung, erst
nach Antrag entsprechend Art. 50 zu verhandeln, ist zwar formal
nachvollziehbar, aber ausgerechnet dieser begnadete Strippenzieher
versteckt sich hinter Formalien? In Sondierungsgesprächen könnte man den
Verhandlungsumfang umreißen und die Konsequenzen skizzieren, dass es
einer britischen Regierung schwer fallen würde, einem Austritt
zuzustimmen (Schaden vom Volk abwenden und so). Beim Beharren auf der
Linie "erst Antrag, dann Gespräche" beraubt sich die EU einer
Einflussnahme auf die britische Regierung, die dann Wählervotum, eigener
Einschätzung und Unterhaus folgt.

> Ähnlich sehe ich das auch. Gemeinschaften bilden sich und zerfallen, das gab
> es schon immer.


Wenn GB und EU nicht vor einem Antrag miteinander reden, wird GB sicher
ausscheiden.
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