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Christoph Müller (18.05.2020, 21:05)
In der Rezession zeigt sich, wer vorher gut gewirtschaftet hat und wer
die effektivsten Systeme betreibt. Wer vorher gut gewirtschaftet hat,
hat jetzt Reserven. Diese kann man mit ineffizienten Systemen schnell
auf den Kopf hauen und so trotzdem pleite gehen. Das gilt auch für ganze
Staaten.

Jetzt wären also Systeme gefragt, die keine Abwärme, sondern stattdessen
Nutzwärme produzieren. Denn dieser Anteil beträgt in der Stromproduktion
rund 60%. Nur 40% der aufgewandten Energie werden zu Strom.

Unsere Mobilität betreiben wird gar mit bis zu 95% Verlusten. Nur
5%...10% der aufgewandten Energie kommt als Vortrieb an den Rädern an.
Dafür wenden fast 1/3 unseres gesamten Energiebedarfs auf.

Soweit zur technischen Effizienz. Es gibt aber auch noch eine
wirtschaftliche Effizienz. Wenn von der wirtschaftlichen Effizienz die
Rede ist, dann meint man üblicherweise die "Wirtschaftlichkeit". Einfach
strukturierten Geistern genügt es schon, wenn eine bekannte
Persönlichkeit behauptet, Dies oder Jenes wäre wirtschaftlich und das
Andere eben nicht. Diese unreflektierte Weisheit tragen sie dann wie
eine Monstranz vor sich her. Sie darf nicht kritisiert werden. Wer es
wagt, diese infrage zu stellen, kann nur ein Ketzer und damit ein
schlimmer Zeitgenosse sein.

Dabei ist der finanzielle "Wirkungsgrad" eigentlich nur das Verhältnis
von Nutzen geteilt durch den dafür nötigen Aufwand. Hat man das einmal
verinnerlicht, wird man feststellen, dass die Wirtschaftlichkeit alles
andere als allgemeingültig sein kann. Sie SETZT VORAUS, dass bekannt
ist, was Nutzen und was Aufwand ist. Diese beiden Dinge können
individuell allerdings höchst unterschiedlich sein. Damit auch die
Wirtschaftlichkeit.

Will man ein technisch und wirtschaftlich hoch effizientes System
etablieren, dann geht das grundsätzlich nicht ohne Mehrheiten. Etwas
Anderes ginge dann schon in Richtung Diktatur.

Wie kann/sollte also ein technisch und wirtschaftlich hoch effizientes
System ausschauen, das einen guten Weg in die Zukunft erwarten lässt?

(Auf Dumpfbacken-Antworten kann ich gut verzichten.)
Ole Jansen (19.05.2020, 09:10)
Am 18.05.2020 um 21:05 schrieb Christoph Müller:

Meinst Du Effektivität oder Effizienz?

> In der Rezession zeigt sich, wer vorher gut gewirtschaftet hat und wer
> die effektivsten Systeme betreibt. Wer vorher gut gewirtschaftet hat,
> hat jetzt Reserven.


Viele BWLer sehen das vermutlich anders. "Reserven" wie überflüssige
Bankguthaben oder Legerbestände gelten als nicht effizient.

> Unsere Mobilität betreiben wird gar mit bis zu 95% Verlusten. Nur
> 5%...10% der aufgewandten Energie kommt als Vortrieb an den Rädern an.


Und unsere Nahrungsaufnahme erst. Fast alle Menschen nehmen zu viel
Kalorien zu sich und weniger als 2% setzen wir in mechanische
Arbeit um...

> Dabei ist der finanzielle "Wirkungsgrad" eigentlich nur das Verhältnis
> von Nutzen geteilt durch den dafür nötigen Aufwand.


Wie war das nochmal mit Bankguthaben...?

> Wie kann/sollte also ein technisch und wirtschaftlich hoch effizientes
> System ausschauen, das einen guten Weg in die Zukunft erwarten lässt?


Ganz wichtig: Die Leute machen lassen. Nicht versuchen die Menschen
zu ändern oder sie zu ihrem Glück zu zwingen. Es gibt keine
Patentrezepte. Konzepte müssen in der Praxis funktionieren und nicht
nur auf dem Papier

> (Auf Dumpfbacken-Antworten kann ich gut verzichten.)


Das klingt effektiv...

O.J.
Christoph Müller (19.05.2020, 10:18)
Am 19.05.2020 um 09:10 schrieb Ole Jansen:
> Am 18.05.2020 um 21:05 schrieb Christoph Müller:


> Meinst Du Effektivität oder Effizienz?


Beides.

>> In der Rezession zeigt sich, wer vorher gut gewirtschaftet hat und wer
>> die effektivsten Systeme betreibt. Wer vorher gut gewirtschaftet hat,
>> hat jetzt Reserven.

> Viele BWLer sehen das vermutlich anders. "Reserven" wie überflüssige
> Bankguthaben oder Legerbestände gelten als nicht effizient.


Pleite ist aber auch nicht effizient. Wer die Daseinsvorsorge zugunsten
schnelles Geldes vernachlässigt, riskiert, dass er schnell weg ist vom
Fenster. Das wissen die meisten BWLer auch. Daseinsvorsorge und
Geldverdienen haben durchaus was von einem Eiertanz. Da kann man sich
schnell verstolpern. Neben der Wirtschaftsmathematik ist das menschliche
Gespür für die aktuelle Lage und die Einschätzung der Zukunft unerlässlich.

>> Unsere Mobilität betreiben wird gar mit bis zu 95% Verlusten. Nur
>> 5%...10% der aufgewandten Energie kommt als Vortrieb an den Rädern an.

> Und unsere Nahrungsaufnahme erst. Fast alle Menschen nehmen zu viel
> Kalorien zu sich und weniger als 2% setzen wir in mechanische
> Arbeit um...


Unsere Nahrungsaufnahme dient allerdings weit mehr als nur unserer
Fortbewegung. Wir sind keine Fahrzeuge, sondern Menschen.

>> Dabei ist der finanzielle "Wirkungsgrad" eigentlich nur das Verhältnis
>> von Nutzen geteilt durch den dafür nötigen Aufwand.

> Wie war das nochmal mit Bankguthaben...?


Davon muss genug vorhanden sein, um Krisenzeiten überstehen zu können.
Ist nicht genug da, ist der Ofen aus. Dann braucht man sich auch nicht
mehr über Effizienz zu unterhalten, weil es dann den Gesprächspartner
(als juristische Person) gar nicht mehr gibt. (Könnte man jetzt noch
beliebig zerpflücken. Doch das ist zum Bewältigen der Krise sicher nicht
hilfreich.)

>> Wie kann/sollte also ein technisch und wirtschaftlich hoch effizientes
>> System ausschauen, das einen guten Weg in die Zukunft erwarten lässt?

> Ganz wichtig: Die Leute machen lassen.


Ihnen also Möglichkeiten eröffnen, die sie jetzt nicht haben. Bin auch
dafür.

> Nicht versuchen die Menschen
> zu ändern oder sie zu ihrem Glück zu zwingen.


Deshalb muss auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Bin der gleichen Auffassung.

> Es gibt keine Patentrezepte.


Das kann man jetzt so oder so auffassen. Daraus kann man schließen, dass
es völlig sinnlos ist, über die Bewältigung der Krise überhaupt nur
nachzudenken, weil man ja eh' nichts ausrichten kann.

Man kann auch meinen, dass ganz einfach die Erwartungen in irgendwelche
Vorschläge zu hoch geschraubt sind und somit niemals erfüllt werden
können. Ist das Grund genug, NICHT nach Lösungen der anstehenden
Probleme nachzudenken? Keiner will schließlich Erwartungen enttäuschen.

Patentrezepte haben was von Allgemeingültigkeit und damit auch von
Anmaßung. Wer will schon anmaßend sein? Folglich ist es besser für uns
alle, wenn wir weitermachen wie gehabt und den roten Streifen am ICE
gegen einen grünen austauschen. DAMIT werden wir bestimmt die Welt
retten, weil solche Innovationen noch durchsetzbar sind. Alles, was
darüber hinaus geht, sollte man besser bleiben lassen. Oder?

Würde mich nicht wundern, wenn du auf das Astrail-Konzept anspielen
willst. Es ist KEIN PATENTREZEPT! Denn dann hätte es ja auch Einfluss
darauf, ob und ggf. wann bei dir irgendwelche Krankheiten ausbrechen,
wie viel Geld du verdienst, wie gut du dich mit deiner Frau verträgst
usw. usf....

> Konzepte müssen in der Praxis funktionieren und nicht
> nur auf dem Papier


Also ERST machen und DANN schauen, was man alles falsch gemacht hat?
Darf man die erkannten Fehler dann auch noch korrigieren oder genießen
sie Bestandsschutz?
Ole Jansen (19.05.2020, 10:58)
Am 19.05.2020 um 10:18 schrieb Christoph Müller:
> Am 19.05.2020 um 09:10 schrieb Ole Jansen:
>> Am 18.05.2020 um 21:05 schrieb Christoph Müller:
>> Meinst Du Effektivität oder Effizienz?

> Beides.


Aha.

> Wer die Daseinsvorsorge zugunsten
> schnelles Geldes vernachlässigt, riskiert, dass er schnell weg ist vom
> Fenster.


Was ist Dein Punkt? "Wer gut gewirtschaftet hat hat Reserven"?

> Das wissen die meisten BWLer auch. Daseinsvorsorge und
> Geldverdienen haben durchaus was von einem Eiertanz. Da kann man sich
> schnell verstolpern. Neben der Wirtschaftsmathematik ist das menschliche
> Gespür für die aktuelle Lage und die Einschätzung der Zukunft unerlässlich.


Oder "wer Risiken eingeht kann Gewinne machen oder auch Verluste"?

> Unsere Nahrungsaufnahme dient allerdings weit mehr als nur unserer
> Fortbewegung. Wir sind keine Fahrzeuge, sondern Menschen.


Deine Bewertung von "gut" ist einfach nur subjektiv.
Aussagen wie "wer nur soviele Kaliorien zu sich nimmt wie er braucht
wird nicht dick, aber Dicke kommen besser durch Hungersnöte und
am Ende geht es doch um gutes Essen" sind sehr effektiv.

>>> Dabei ist der finanzielle "Wirkungsgrad" eigentlich nur das Verhältnis
>>> von Nutzen geteilt durch den dafür nötigen Aufwand.

>> Wie war das nochmal mit Bankguthaben...?

> Davon muss genug vorhanden sein, um Krisenzeiten überstehen zu können.


Nö. Das ist etwa so effizient wie den ganzen Tag dick rum zu laufen
um Hungesnöte überleben zu können.

>>> Wie kann/sollte also ein technisch und wirtschaftlich hoch effizientes
>>> System ausschauen, das einen guten Weg in die Zukunft erwarten lässt?

>> Ganz wichtig: Die Leute machen lassen.

> Ihnen also Möglichkeiten eröffnen, die sie jetzt nicht haben. Bin auch
> dafür.


Wie wärs mit einer "Agenda2000"? Wir schaffen alles an neu erdachten
Beschränkungen, Verboten und verschärften Regulierungen ab was seit 2000
neu eingeführt wurde und behalten nur das was davon wirklich
lebensnotwendig ist? Sowas könnte die Effizienz der Wirtschaft ganz
effektiv steigern.

>> Nicht versuchen die Menschen
>> zu ändern oder sie zu ihrem Glück zu zwingen.

> Deshalb muss auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Bin der gleichen Auffassung.


Und freiwillig wird niemand sein tägliches Leben wegwerfen und
von Grund auf ändern wollen.

>> Es gibt keine Patentrezepte.

> Das kann man jetzt so oder so auffassen.


Kollektivistische Ideen oder Ideologien nehmen für sich in
Anspruch solche zu sein. Das Patentrezept um die Menschen
"gut" zu machen.

> Daraus kann man schließen, dass
> es völlig sinnlos ist, über die Bewältigung der Krise überhaupt nur
> nachzudenken, weil man ja eh' nichts ausrichten kann.


Im Gegenteil. Es ist hochgradig sinnvoll sich zu vergewissern
was man wie ausrichten kann und was nicht. Für teuer Geld viel
Zeit zu kaufen um am Ende im Schuldenturm Diät zu machen ist nicht
für mich selbst nicht effizient.

> Würde mich nicht wundern, wenn du auf das Astrail-Konzept anspielen
> willst.


<https://www.youtube.com/watch?v=kiNCIQeeAbw>
Gute Reise!

O.J.
Christoph Müller (19.05.2020, 13:42)
Am 19.05.2020 um 10:58 schrieb Ole Jansen:
> Am 19.05.2020 um 10:18 schrieb Christoph Müller:
>> Am 19.05.2020 um 09:10 schrieb Ole Jansen:
>>> Am 18.05.2020 um 21:05 schrieb Christoph Müller:


>> Wer die Daseinsvorsorge zugunsten
>> schnelles Geldes vernachlässigt, riskiert, dass er schnell weg ist vom
>> Fenster.

> Was ist Dein Punkt? "Wer gut gewirtschaftet hat hat Reserven"?


Es geht um das Überleben von Krisen. Wer schlecht gewirtschaftet hat,
hat keine Reserven mehr, mit denen auch noch Krisen überstanden werden
könnten.

>> Das wissen die meisten BWLer auch. Daseinsvorsorge und
>> Geldverdienen haben durchaus was von einem Eiertanz. Da kann man sich
>> schnell verstolpern. Neben der Wirtschaftsmathematik ist das menschliche
>> Gespür für die aktuelle Lage und die Einschätzung der Zukunft
>> unerlässlich.

> Oder "wer Risiken eingeht kann Gewinne machen oder auch Verluste"?


Klar. Da gilt: Je größer die Chancen, desto größer die Risiken.

> Deine Bewertung von "gut" ist einfach nur subjektiv.


Willst du alles objektivieren?

>>>> Dabei ist der finanzielle "Wirkungsgrad" eigentlich nur das Verhältnis
>>>> von Nutzen geteilt durch den dafür nötigen Aufwand.
>>> Wie war das nochmal mit Bankguthaben...?

>> Davon muss genug vorhanden sein, um Krisenzeiten überstehen zu können.

> Nö. Das ist etwa so effizient wie den ganzen Tag dick rum zu laufen
> um Hungesnöte überleben zu können.


Auch "dick" ist relativ und zudem auch noch stark von der Veranlagung
abhängig.

Mir stellt sich mit dieser Diskussion aber die Frage, inwiefern sie
nützt, das Land (oder noch besser die ganze Menschheit) möglichst gut
oder sogar gestärkt aus der Corona-Krise zu bringen. DAS wäre mein
eigentliches Anliegen.

>>>> Wie kann/sollte also ein technisch und wirtschaftlich hoch effizientes
>>>> System ausschauen, das einen guten Weg in die Zukunft erwarten lässt?
>>> Ganz wichtig: Die Leute machen lassen.

>> Ihnen also Möglichkeiten eröffnen, die sie jetzt nicht haben. Bin auch
>> dafür.

> Wie wärs mit einer "Agenda2000"?


Diese bezieht sich im Wesentlichen nur auf die Landwirtschaft und setzt
zudem großen Überwachungsaufwand voraus.

> Wir schaffen alles an neu erdachten
> Beschränkungen, Verboten und verschärften Regulierungen ab was seit 2000
> neu  eingeführt wurde und behalten nur das was davon wirklich
> lebensnotwendig ist? Sowas könnte die Effizienz der Wirtschaft ganz
> effektiv steigern.


Um dazu was Sinnvolles sagen zu können, müsste ich tiefer in diesen
Details stecken. Ist aber nicht der Fall. Mein Schwerpunkt ist eher
Energie und Verkehr. Die Gemeinsamkeit mit der Landwirtschaft scheint
mir die Überregulierung zu sein. In solchen Fällen halte ich es für
ratsam, wieder mal über die wirklich wichtigen Dinge nachzudenken. Mit
ständigen weiteren Feinabstimmungen ist da vermutlich nichts mehr zu
holen. Denn mit weiteren Feinabstimmungen kann ich mir kaum vorstellen,
dass es gelingt, Energie- und Verkehr zu 100% auf regenerative Energien
um zu stellen, ohne dass die Bevölkerung den Gürtel gehörig enger
schnallen müsste. Es wäre wichtig, über die Eigenschaften der
gewünschten Energieformen nachzudenken und DARAUS einen Markt zu formen,
der genau diese gewünschten Energieformen systembedingt (!) bevorzugt.
Also nicht zu versuchen, mit weiteren Bestimmungen, Vorschriften,
Gesetzen usw. das Gewünschte zu erzwingen. Das halte ich für den
falschen Weg. Wir brauchen einfach Marktstrukturen, die das Gewünschte
systembedingt bevorzugen. Das geht m.E. sehr viel einfacher, als sich
die Meisten vorstellen können. Es traut sich aber niemand wirklich an
das Thema heran.

>>> Nicht versuchen die Menschen
>>> zu ändern oder sie zu ihrem Glück zu zwingen.

>> Deshalb muss auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Bin der gleichen
>> Auffassung.

> Und freiwillig wird niemand sein tägliches Leben wegwerfen und
> von Grund auf ändern wollen.


Sehe ich ganz genauso.

>>> Es gibt keine Patentrezepte.

>> Das kann man jetzt so oder so auffassen.

> Kollektivistische Ideen oder Ideologien nehmen für sich in
> Anspruch solche zu sein. Das Patentrezept um die Menschen
> "gut" zu machen.


Ich will die Menschen nicht "gut machen". Ich will die Möglichkeit
bieten, gut zu sein.

Rede, mit wem du willst. Fast jeder ist für Umweltschutz. Um aber was
dafür tun zu können, fehlen meistens einfach die Möglichkeiten. Erkläre
den Leuten, dass Strom in thermischen Kraftwerken mit 60% Verlust
produziert wird. Jeder wird sagen, dass das eine Sauerei ist. Vor allem,
wenn man sich dann noch klar macht, dass man die weggeworfene Wärme für
seine Heizung NOCHMAL zu bezahlen hat. Noch schlimmer in Sachen
Mobilität. Was soll da der Kleine Mann denn ausrichten? Außer, dass er
sparsam heizt und umsichtig fährt, hat er realistischerweise kaum eine
Chance, die Dinge zum Besseren zu wenden.

Die Chancen liegen aber in den Strukturen! Man kann die Wärme stationär
und dezentral entstehen lassen. Nämlich dort, wo sie gebraucht wird!
Nicht auf der Straße und auch nicht auf der Grünen Wiese. Da reden wir
dann schnell von 50% Energie von INSGESAMT! Und nicht davon, dass man
das Auto statt mit 6 l/100km auch mit 5,8 l/100km fahren kann.

>> Daraus kann man schließen, dass
>> es völlig sinnlos ist, über die Bewältigung der Krise überhaupt nur
>> nachzudenken, weil man ja eh' nichts ausrichten kann.

> Im Gegenteil. Es ist hochgradig sinnvoll sich zu vergewissern
> was man wie ausrichten kann und was nicht.


Diese Erfahrung konnte ich leider noch nicht machen. Ich habe sehr viel
Lebensenergie in das Ausarbeiten geeigneter Strukturen aufgewandt. Über
zweimal "sehr gut" für entsprechende Diplomarbeiten, Vereinsgründung,
ein Buch und ein paar Vorträge kam ich leider nicht hinaus. Die Stimmung
ist so, dass die Meisten, die mein Konzept kennen, dieses zwar gerne
realisiert sähen, dieses aber nicht realisieren können.
Ole Jansen (19.05.2020, 15:58)
Am 19.05.2020 um 13:42 schrieb Christoph Müller:
> Am 19.05.2020 um 10:58 schrieb Ole Jansen:
> Es geht um das Überleben von Krisen. Wer schlecht gewirtschaftet hat,
> hat keine Reserven mehr, mit denen auch noch Krisen überstanden werden
> könnten.


Und wer nur hamstert macht auch irgendwann dicke Backen.
Das ist eine Binse.

> Klar. Da gilt: Je größer die Chancen, desto größer die Risiken.


Auch das ist trivial.

>>> Unsere Nahrungsaufnahme dient allerdings weit mehr als nur unserer
>>> Fortbewegung. Wir sind keine Fahrzeuge, sondern Menschen.

>> Deine Bewertung von "gut" ist einfach nur subjektiv.

> Willst du alles objektivieren?


Nicht liegt mir ferner als das. Dewegen reagiere ich ja auch
so allergisch wenn Andere mir was vorschreiben weil es "gut für mich"
sein.

>>>> Wie war das nochmal mit Bankguthaben...?
>>> Davon muss genug vorhanden sein, um Krisenzeiten überstehen zu können.

>> Nö. Das ist etwa so effizient wie den ganzen Tag dick rum zu laufen
>> um Hungesnöte überleben zu können.

> Auch "dick" ist relativ und zudem auch noch stark von der Veranlagung
> abhängig.


Ich sag lieber: Zu klein für mein Gewicht...

> dafür.
>> Wie wärs mit einer "Agenda2000"?

> Diese bezieht sich im Wesentlichen nur auf die Landwirtschaft und setzt
> zudem großen Überwachungsaufwand voraus.


> Am 19.05.2020 um 10:58 schrieb Ole Jansen:
>> Wie wärs mit einer "Agenda2000"? Wir schaffen alles an neu erdachten
>> Beschränkungen, Verboten und verschärften Regulierungen ab was seit 2000
>> neu eingeführt wurde und behalten nur das was davon wirklich
>> lebensnotwendig ist? Sowas könnte die Effizienz der Wirtschaft ganz
>> effektiv steigern.


Du kannst schneller schreiben als lesen wie mir scheint ;-)

> Die Gemeinsamkeit mit der Landwirtschaft scheint
> mir die Überregulierung zu sein.


Wie kommst Du auf Landwirtschaft?

> Denn mit weiteren Feinabstimmungen kann ich mir kaum vorstellen,
> dass es gelingt, Energie- und Verkehr zu 100% auf regenerative Energien
> um zu stellen, ohne dass die Bevölkerung den Gürtel gehörig enger
> schnallen müsste.


Das passt schon eher.

> Wir brauchen einfach Marktstrukturen, die das Gewünschte
> systembedingt bevorzugen.


Wir brauchen vor allem nicht immer weitere Korrekturen
von Korrekturen welche Fehlanreize korregieren sollen.
Das jetzige System "Landwirtschaft" ist nicht viel mehr
als Sponsoring von Grossgrundbesitz auf Kosten der Allgemeinheit.

> Das geht m.E. sehr viel einfacher, als sich
> die Meisten vorstellen können.


Ich weiß. Du missionierst ja oft genug.

>>> Deshalb muss auf Freiwilligkeit gesetzt werden. Bin der gleichen
>>> Auffassung.

>> Und freiwillig wird niemand sein tägliches Leben wegwerfen und
>> von Grund auf ändern wollen.

> Sehe ich ganz genauso.


Dann hüte Dich vor denen die es anders sehen.

> Ich will die Menschen nicht "gut machen". Ich will die Möglichkeit
> bieten, gut zu sein.
> Rede, mit wem du willst. Fast jeder ist für Umweltschutz. Um aber was
> dafür tun zu können, fehlen meistens einfach die Möglichkeiten.


Was Umweltschutz und Landwirtschaft angeht wäre die Lösung in der Tat in
vielen Fällen einfach: Einsehen dass etwas Mist ist und entsorgen.

> Erkläre
> den Leuten, dass Strom in thermischen Kraftwerken mit 60% Verlust
> produziert wird.


Hör auf zu missionieren...

>> Im Gegenteil. Es ist hochgradig sinnvoll sich zu vergewissern
>> was man wie ausrichten kann und was nicht.

> Diese Erfahrung konnte ich leider noch nicht machen. Ich habe sehr viel
> Lebensenergie in das Ausarbeiten geeigneter Strukturen aufgewandt. Über
> zweimal "sehr gut" für entsprechende Diplomarbeiten, Vereinsgründung,
> ein Buch und ein paar Vorträge kam ich leider nicht hinaus.


Du musst Dich entscheiden. Kannst Du Mitstreiter gewinnen und
härtere Indizien wie z.B. Referenzprojekte, Simulationen, Prototypen
usw. bringen bringen welche zeigen dass ASTROHS uns ASTRAIL *doch* eine
gute Idee sind? Oder ist Dir das zu hart? Dann solltest Du besser
Schriftsteller werden.

> Die Stimmung
> ist so, dass die Meisten, die mein Konzept kennen, dieses zwar gerne
> realisiert sähen, dieses aber nicht realisieren können.


Ich war mal ein Fan von EE und habe inzwischen begriffen dass die
"Energiewende" so wie sie jetzt läuft Mist ist. Und jetzt mache
ich eben was Anderes.

O.J.
Christoph Müller (19.05.2020, 17:01)
Am 19.05.2020 um 15:58 schrieb Ole Jansen:
> Am 19.05.2020 um 13:42 schrieb Christoph Müller:
>> Am 19.05.2020 um 10:58 schrieb Ole Jansen:
>>> Am 19.05.2020 um 10:18 schrieb Christoph Müller:
>>>> Am 19.05.2020 um 09:10 schrieb Ole Jansen:
>>>>> Am 18.05.2020 um 21:05 schrieb Christoph Müller:


>> Es geht um das Überleben von Krisen. Wer schlecht gewirtschaftet hat,
>> hat keine Reserven mehr, mit denen auch noch Krisen überstanden werden
>> könnten.

> Und wer nur hamstert macht auch irgendwann dicke Backen.
> Das ist eine Binse.


Das ist genau der Eiertanz, von dem ich schon vorher geschrieben habe.
In gewissem Maße MUSS man hamstern nach dem Motto "Spare beizeiten, dann
hast du in der Not.". Natürlich kann man das auch übertreiben. Wie so
Vieles andere im Leben auch. Meistens sind es die Übertreibungen, die zu
Problemen führen. Weniger das "Ob" oder "Ob nicht".

> Nicht liegt mir ferner als das. Dewegen reagiere ich ja auch
> so allergisch wenn Andere mir was vorschreiben weil es "gut für mich"
> sein.


Mein Konzept macht Vorschläge. Da kann man mitmachen oder man kann's
bleiben lassen. Nachdem dieses aber nicht realisiert wird, müsste es
eigentlich eine bessere Alternative geben. Nach einer solchen suche ich
schon lang und bin bis heute nicht fündig geworden.

>> Die Gemeinsamkeit mit der Landwirtschaft scheint
>> mir die Überregulierung zu sein.

> Wie kommst Du auf Landwirtschaft?


Weil sich die Agenda 2000 überwiegend auf die Landwirtschaft beziehst.
Du hast sie ins Spiel gebracht.

>> Wir brauchen einfach Marktstrukturen, die das Gewünschte
>> systembedingt bevorzugen.

> Wir brauchen vor allem nicht immer weitere Korrekturen
> von Korrekturen welche Fehlanreize korregieren sollen.


Da sind wir uns einig.

>> Das geht m.E. sehr viel einfacher, als sich
>> die Meisten vorstellen können.

> Ich weiß. Du missionierst ja oft genug.


Trotzdem passiert nichts. Also muss es ja irgendwas Besseres geben. Das
würde ich gerne kennenlernen.

>> Erkläre
>> den Leuten, dass Strom in thermischen Kraftwerken mit 60% Verlust
>> produziert wird.

> Hör auf zu missionieren...


Aufklärung ist Missionierung?

> Du musst Dich entscheiden. Kannst Du Mitstreiter gewinnen


richtig. Meine konkrete Erfahrung: Diese haben selbst keine
Möglichkeiten, in das Geschehen einzugreifen. So geht es selbst
ehemaligen Hauptabteilungsleitern großer Unternehmen. Kaum sind sie raus
aus dem Geschäft (z.B. wg. Rente), ist es vorbei mit den
Einflussmöglichkeiten. Das geht richtig fix. In ihrer aktiven Zeit, in
der sie noch was bewegen konnten, hatten sie keine Zeit für sowas.

> und
> härtere Indizien wie z.B. Referenzprojekte, Simulationen, Prototypen
> usw.


Referenzobjekte müssten mit richtig viel Geld ausgestattet sein. Genauso
Prototypen. Woher nehmen?

Simulationen gibt's auch nicht umsonst, wie Viele meinen. Hat man eine,
wird sie angezweifelt, wenn sie nicht von einem renommierten Institut
gemacht wurde. Bringt also nix. Ich habe ja schon mal einen
entsprechenden Aufruf gemacht, um wenigstens ASTROHS mal zu simulieren.
NIEMAND hat da irgendwas beigesteuert. Dabei ging's nur um ein paar
glaubwürdige Tagesprofile, die man ohne weiteres auch hätte frei
erfinden können. Wäre also überhaupt kein Problem mit dem Datenschutz
gewesen. Gelästert wird viel. Gemacht wird eher nix. Über einen
Bekannten bekam ich dann doch mal ein anonymisiertes Profil eines
Unternehmens. Aber da war die entsprechende Diplomarbeit dann schon
abgegeben.

> bringen bringen welche zeigen dass ASTROHS uns ASTRAIL *doch* eine
> gute Idee sind?


Soll das heißen, dass das Projekt derart schlecht beschrieben ist/wird,
dass man sich nichts darunter vorstellen kann?

> Oder ist Dir das zu hart?  Dann solltest Du besser
> Schriftsteller werden.


Solche Sprüche gibt's immer zuhauf. Damit gibt's keinen Hauch von
Mangel. Es betrifft einen selbst ja überhaupt nicht. Ist doch völlig
egal, ob wir unseren Energiehunger mit fossilen und nuklearen Energien
bestreiten oder mit regenerativen, oder ob die Basis für eine Diktatur
gelegt wird oder nicht. Es geht IMMER um DIE ANDEREN! Das macht die Welt
bequem. Wer sich was ausgedacht hat, der soll's gefälligst auch
realisieren. Kann er's nicht, ist er halt ein Depp und soll mich in Ruhe
lassen. Kann er's und alles funktioniert, dann kann man sich ja immer
noch überlegen, ob man mitmacht oder nicht.

>> Die Stimmung
>> ist so, dass die Meisten, die mein Konzept kennen, dieses zwar gerne
>> realisiert sähen, dieses aber nicht realisieren können.

> Ich war mal ein Fan von EE und habe inzwischen begriffen dass die
> "Energiewende" so wie sie jetzt läuft Mist ist. Und jetzt mache
> ich eben was Anderes.


Das Astrail-Konzept gab es auch schon, als das EE beschlossen wurde. Nur
hat sich damals keiner dafür interessiert. So lange die Lobbyisten am
längeren Hebel sitzen, wird sich daran auch nicht viel ändern.
stefan (19.05.2020, 17:29)
Am 19.05.2020 um 17:01 schrieb Christoph Müller:
> Am 19.05.2020 um 15:58 schrieb Ole Jansen:
> Das ist genau der Eiertanz, von dem ich schon vorher geschrieben habe.
> In gewissem Maße MUSS man hamstern nach dem Motto "Spare beizeiten, dann
> hast du in der Not.". Natürlich kann man das auch übertreiben. Wie so
> Vieles andere im Leben auch. Meistens sind es die Übertreibungen, die zu
> Problemen führen. Weniger das "Ob" oder "Ob nicht".


Das ist nicht völlig falsch, aber eine etwas naive Vorstellung.

Das "Problem", dass manche Firmen aktuell haben, ist, dass sie kein
tragfähiges Geschäftsmodell haben. Das sind sogenannte Zombie-Firmen die
kein Geld verdienen das sie zurücklegen könnten und die sich bisher mit
billigen Krediten über Wasser halten konnten.

Wenn man sich manche Bilanz speziell von Firmen im IT-Bereich, aber
nicht nur da, anschaut, dann findet man dort auf der Aktivaseite unter
Eigenkapital oft selbst geschaffene immaterielle Wirtschaftsgüter, z.B.
selbst geschriebene Software und entsprechend hohe Verbindlichkeiten.
Solche Unternehmen sind faktisch überschuldet und bei der bis 2008/9
gültigen Rechtslage hätten die Insolvenz anmelden müssen.

Soll heißen: Es kommt nicht drauf an, ob ein Unternehmen
Verbindlichkeiten hat, sondern darauf, ob das Geschäftsmodell tragfähig ist.
Fritz (19.05.2020, 18:01)
Am 18.05.20 um 21:05 schrieb Christoph Müller:
> (Auf Dumpfbacken-Antworten kann ich gut verzichten.)


Wenn du nun wieder mit ASTROHS und ASTRAIL daherkommst, was erwartest du
dir damit!
Heinz Brückner (19.05.2020, 18:39)
am Tue, 19 May 2020 18:01:59 +0200 schrieb Fritz <mogined>:

> Am 18.05.20 um 21:05 schrieb Christoph Müller:
> > (Auf Dumpfbacken-Antworten kann ich gut verzichten.)

> Wenn du nun wieder mit ASTROHS und ASTRAIL daherkommst, was erwartest du
> dir damit!


Er rechnet damit, dass irgendein Trottel unbedingt in dtt
"antworten" muss.
Fritz (19.05.2020, 19:11)
Am 19.05.20 um 18:39 schrieb Heinz Brückner:
> Er rechnet damit, dass irgendein Trottel unbedingt in dtt
> "antworten" muss.


Wer hat dich denn nun gerufen?
Siegfrid Breuer (19.05.2020, 19:46)
mogined (Fritz) schrieb:

> Wer hat dich denn nun gerufen?


Deine Schnatterliese, die dumme Funz, hat auch die Funktion
des Usenets nicht verstanden, Alpentoelpel!
Heinz Brückner (19.05.2020, 21:36)
am Tue, 19 May 2020 19:11:31 +0200 schrieb Fritz <mogined>:

> Am 19.05.20 um 18:39 schrieb Heinz Brückner:
> > Er rechnet damit, dass irgendein Trottel unbedingt in dtt
> > "antworten" muss.

> Wer hat dich denn nun gerufen?


Der Trottel, der Antwortfetzen aus einer Gruppe zusammenhanglos
in eine unpassende zusätzlich glaubt x'posten zu müssen.
Fritz (23.05.2020, 18:31)
Am 19.05.20 um 21:36 Heinz Brückner outete sich als:
> Der Trottel, der Antwortfetzen aus einer Gruppe zusammenhanglos
> in eine unpassende zusätzlich glaubt x'posten zu müssen.


paaast! °
Martin K. (24.05.2020, 10:47)
Am Montag, 18. Mai 2020 21:05:22 UTC+2 schrieb Christoph Müller:
> Jetzt wären also Systeme gefragt, die keine Abwärme, sondern stattdessen
> Nutzwärme produzieren. Denn dieser Anteil beträgt in der Stromproduktion
> rund 60%. Nur 40% der aufgewandten Energie werden zu Strom.


Erstmal sind Systeme gefragt, welche die Abwärme minimieren:

Photovoltaik
Windkraft
Wasserkraft

Ggf. lässt sich aber auch noch davon die Abwärme nutzen, z.B. bei
Wasserkraftgeneratoren das 25 Grad warme Kühlwasser über eine Wärmepumpe
und ein Nahwärmenetz für ein Wohngebiet:



> Unsere Mobilität betreiben wird gar mit bis zu 95% Verlusten. Nur
> 5%...10% der aufgewandten Energie kommt als Vortrieb an den Rädern an.
> Dafür wenden fast 1/3 unseres gesamten Energiebedarfs auf.


Eh klar, mit dem Strom der PV Anlage auf meinem Hausdach kann ich
bilanziell rund 100.000 km/Jahr mit meinem Elektroauto fahren.

> Wie kann/sollte also ein technisch und wirtschaftlich hoch effizientes
> System ausschauen, das einen guten Weg in die Zukunft erwarten lässt?


Die ersten 2 Punkte stehen oben. Weitere:

3) Bestehende Grundlast-Biogasanlagen flexibilisieren (als Lückenfüller
für PV+Wind) und gleichzeitig die Abwärme der Gasmotoren fürNahwärmenetze
nutzen.

4) Smart Grids (Lastmanagement) einführen. Den Ladezeitpunkt meines EVs
kann ich in der Regel im Bereich von einer Woche verschieben, mit Ausnahme
von Langstreckenfahrten. Meine Heizung (Fußbodenheizung ==> Speichermasse)
kann ich im Bereich von einem Tag verschieben.

5) Alle möglichen Abwärmen nutzen, z.B. von der Industrie für ein
Nahwärmenetz:


6) Den restlichen Energiebedarf für eine Übergangszeit mit effizienten und
flinken Erdgaskraftwerken decken und auch davon die Abwärme nutzen. Das
Erdgas muss dann Zug um Zug durch regenerativ erzeugten Wasserstoff ersetzt
werden. Z.B. erzeugt mittels durch Offshore-Windkraftwerke in der Nord- und
Ostsee und Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Süddeutschland und in Südeuropa.

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