expertenaustausch > alt.* > alt.talk.unmut

H.-P. Schulz (14.03.2020, 21:09)
Es ist bis zur Unabweisbarkeit belegt, dass das CoV - genau wie alle
anderen pandemienotorischen Viren - aus *tierischen* Wirten auf
Menschen übergeht. Fledermäuse, Affen, andere Kleinsäuger ...
jedenfalls hat man noch nie etwas von Pflanzen als (Zwischen)Wirt
gehört.

In vielen Ländern - und vielleicht am stärksten in China - wird so
ziemlich alles Tierische, was nicht entkommt, als Menschennahrung
verwendet; und natürlich dann auch auf entsprechenden Märkten
verhandelt, und zwar möglichst frisch: also lebend.

Als seit vielen Jahrzehnten vegetarisch Lebender (ja, als ich damit
anfing, war an das Wort "vegan" noch nichtmal zu denken!) bin ich nun
aber keineswegs immun gegen Viren, die aus innigem Kontakt (... und
der innigste Kontakt ist nun mal die Einverleibung) mit Tieren auf
Menschen übergegangen sind.
Das macht natürlich Unmut! Klar, das ist ein eher "akademischer", oder
sagenwir "filosofischer" Unmut, - - - aber trotzdem: Irgendwie fühlt
man sich "ungerecht" angegangen.
Ich denke, man kann bezüglich der notorischen Virenepi- und pandemien
sagen: "Bei menschheitweiter "veganer" Ernährungs- und Lebensweise
gäb's das nicht."

Klar könnte man genauso gut auch sagen: "Ohne globalisierten Handel
und Tourismus gäb's das nicht." Und ja, da ist was dran! Aber es
betrifft nur das Sekundäre, nämlich die - u.U. weltweite -
Verbreitung, nicht den primären Übergang von Viren, die "eigentlich"
in Tieren wesen, auf Menschen.

Werden also Pandemien der Art wie derzeit die "Veganwerdung" der
Menschheit beschleunigen? Denn *dass* die Menschheit vegan werde, ist
m.E. sozusagen historisch ausgemacht. Es geht eben nur um die Frage,
wie hurtig das wird.

So weit mal die Gedanken eines Vegetariers, der sich gerade in der
Gefahr sieht, um die "Früchte" seines hygienisch bewussten
Lebenswandels sozusagen betrogen zu werden.
Ich habe mein Lebtag sehr wenig in Arztwartezimmern rumgesessen, im
Krankenhaus war ich drei mal, immer wegen rein chirurgischer
Maßnahmen. Bettlägerig krank war ich zuletzt im Januar 2000 drei Tage,
und davor - weiß ich nicht mehr. Ich habe drei (3) Kronen der
billigsten Bauart im Mund - und seit 40 Jahren keine Karies mehr. Ich
kann meine Oberarme an die Ohren legen und mache jeden Tag eine halbe
Stunde auf dem Crosstrainer auf der schwersten Stufe.
Und jetzt kommt irgend so ein Scheiß Fledermaus-Virus, bloß weil
irgend welche Idioten "traditionelle" Küche machen müssen; irgend
welche Idioten "Welthandel" machen müssen; irgend welche Idioten
sonstwo hin "reisen" müssen!

Unmut!
Torsten Mueller (15.03.2020, 10:03)
H.-P. Schulz <h.p.schulz> schrieb:

> Ich denke, man kann bezüglich der notorischen Virenepi- und pandemien
> sagen: "Bei menschheitweiter "veganer" Ernährungs- und Lebensweise
> gäb's das nicht."


Dann gäbe es diesen Infektionsweg nicht. Aber es gäbe andere Wege,
insbesondere den von Mensch zu Mensch, aber auch Hundebiß, von Katze
gekratzt, totes Tier angefaßt und weitere. Und es gäbe sehr wohl ganz
genauso Virenwellen, die weltweit umgehen und mutieren.

Nebenbei, die Tierhaltung ist seit zehntausend Jahren Kulturgut, die
Jagd noch viel länger. Und der Mensch ist von seinem Verdauungsapparat
her ein Allesfresser. Auch Schimpansen jagen. Eine rein vegetarische
Ernährung ist also kulturfremd und wahrscheinlich auch unnatürlich.
Frage: Gibt's weltweit ein Volk, das sich rein vegetarisch ernährt?

Eine wesentliche und sehr lohnende Zivilisationsleistung wäre es
zunächst, allen Fleischessern klarzumachen, daß rohes Fleisch nicht auf
den Teller gehört, sondern in eine Erhitzung, die zuverlässig auch Viren
abtötet. Damit haben alle (!) Kulturen eine ganze Anzahl von offenen
Baustellen, auch die westliche mit ihren Mettbrötchen und teils blutigen
steaks.

T.M.
H.-P. Schulz (15.03.2020, 10:43)
Torsten Mueller <muellerto> schrieb:

>H.-P. Schulz <h.p.schulz> schrieb:
>> Ich denke, man kann bezüglich der notorischen Virenepi- und pandemien
>> sagen: "Bei menschheitweiter "veganer" Ernährungs- und Lebensweise
>> gäb's das nicht."

>Dann gäbe es diesen Infektionsweg nicht. Aber es gäbe andere Wege,
>insbesondere den von Mensch zu Mensch,


Klar, aber es zeigt sich - bisher -, dass die wirklich fiesen Viren
_primär_ auf/in Tieren wesen und erst sekundär auf Menschen übergehen.
Ich will gar nicht ausschließen, dass auch rein in Menschen
entsprechende Viren mutieren können und dann erhebliche Beschwernisse
zeitigen.
Aber einstweilen wäre, wenn diese intensive Tierbefassung unterbliebe,
die Hauptquelle der für Menschen hoch gefährlichen Viren abgeschafft.

>aber auch Hundebiß, von Katze
>gekratzt, totes Tier angefaßt und weitere.


Dergleichen gäbe es bei veganem Menschenleben nicht (oder doch nur
überaus selten), weil eben keine Tiere in Menschennähe "gehalten"
würden.
Natürlich hätten auch bei umfassendem Veganismus Menschen mit Tieren
und ihren Angriffen zu tun, mit Stechmücken, Parasiten isw.usf.. Aber
auch das wäre nach und nach in den Griff zu bekommen, würde nur
genügend intensiv daran gearbeitet.

> Und es gäbe sehr wohl ganz
>genauso Virenwellen, die weltweit umgehen und mutieren.


Das gibt es schon jetzt und die ganze Zeit. Aber eine globale
"Veganisierung" legte *eine* (und zwar, wie wir sehen, eine hoch
potente!) Quelle trocken. Eine globale Veganisierung (meint: Eine
Forcierung derselben, - denn "historisch" ist das sowieso "angesagt")
wäre weit mehr als nur der redensartliche Tropfen auf den heißen
Stein.

>Nebenbei, die Tierhaltung ist seit zehntausend Jahren Kulturgut, die
>Jagd noch viel länger.


Na und? Von einigen - vergangenen - zehntausendjährigen Kulturgütern
haben wir Kunde, die "Dunkelziffer" dürfte indes groß sein.

> Und der Mensch ist von seinem Verdauungsapparat
>her ein Allesfresser.


Das heißt, dass er "alles" fressen _kann_, aber es heißt nicht, dass
er es auch "muss"!
Selbstverständlich ist Veganismus eine Denaturierung - was denn sonst?
Aber da hin, Richtung Denaturierung, also _raus_ aus der Natur, geht
der Menschenweg von Anbeginn! (Es ist immer wieder erstaunlich bis
erschreckend, mit welcher Kraft und Macht viele Menschen sich dieser
simplen Erkenntnis verweigern!)

> Auch Schimpansen jagen.


Was gehen Menschen Schimpansen an? (... und umgekehrt ;-))

> Eine rein vegetarische
>Ernährung ist also kulturfremd und wahrscheinlich auch unnatürlich.


Klar - s.o.

>Frage: Gibt's weltweit ein Volk, das sich rein vegetarisch ernährt?


Das "Volk" der Vegetarier bzw. Veganer zB..
>Eine wesentliche und sehr lohnende Zivilisationsleistung wäre es
>zunächst, allen Fleischessern klarzumachen, daß rohes Fleisch nicht auf
>den Teller gehört, sondern in eine Erhitzung, die zuverlässig auch Viren
>abtötet.


Damit wäre aber nicht gegen diese Lebendtiermärkte, nicht gegen
seuchenintensive Massenhaltung geholfen.

> Damit haben alle (!) Kulturen eine ganze Anzahl von offenen
>Baustellen, auch die westliche mit ihren Mettbrötchen und teils blutigen
>steaks.


Diese "offenen Baustellen" habe ich seit werweißwie lang schon nicht
mehr. Geht. Kein Problem.
Das "Problem" ist im Kopf. Und zuweilen - genauer: andauernd - hat
dieses "Kopfproblem" dann auch mal heftige Körperprobleme zur Folge,
und zwar dann auch für Jene, die, sozusagen durch Eigenleistung, ihres
persönlichen Kopfproblems ledig sind.
Diese Letztgenannten sind nach alter Tradition sehr friedfertig,
lassen sich eine Menge "Schikane" bieten. Ich schließe nicht aus, dass
sich das ändern könnte.
Torsten Mueller (15.03.2020, 11:15)
H.-P. Schulz <h.p.schulz> schrieb:

>> aber auch Hundebiß, von Katze gekratzt, totes Tier angefaßt und
>> weitere.


Taubenscheisse vom Auto abgekratzt ...

> Dergleichen gäbe es bei veganem Menschenleben nicht (oder doch nur
> überaus selten), weil eben keine Tiere in Menschennähe "gehalten"
> würden.


Darf ein Veganer keine Katze haben? Was sind denn das für furchtbar
bedauernswerte Menschen?

>> Nebenbei, die Tierhaltung ist seit zehntausend Jahren Kulturgut, die
>> Jagd noch viel länger.

> Na und? Von einigen - vergangenen - zehntausendjährigen Kulturgütern
> haben wir Kunde, die "Dunkelziffer" dürfte indes groß sein.


Sprich Du mal mit einem walliser oder graubündener Jäger (und sei froh,
wenn er Dir nicht seinen Gewehrkolben über die Rübe zieht ...)

>> Und der Mensch ist von seinem Verdauungsapparat her ein Allesfresser.

> Das heißt, dass er "alles" fressen _kann_, aber es heißt nicht, dass
> er es auch "muss"!


Mediziner müssen die Frage beantworten, ob Veganer tatsächlich
ausreichend und nachhaltig (und zwar in Masse und über Jahrzehnte) mit
allen notwendigen Bestandteilen gesunder Ernährung versorgt werden.
Wohlgemerkt unter Berücksichtigung, daß genmanipulierte Sojabohnen und
Maispflanzen nicht nachhaltig zu nennen sind.

>> Frage: Gibt's weltweit ein Volk, das sich rein vegetarisch ernährt?

> Das "Volk" der Vegetarier bzw. Veganer zB..


Also nicht.

T.M.
Peter Veith (15.03.2020, 11:47)
Am 15.03.2020 um 10:15 schrieb Torsten Mueller:

> H.-P. Schulz schrieb:
>>> Frage: Gibt's weltweit ein Volk, das sich rein vegetarisch ernährt?

>> Das "Volk" der Vegetarier bzw. Veganer zB..

> Also nicht.


Hitler war Vegetarier, das sagt bereits alles.

Veith
H.-P. Schulz (15.03.2020, 12:08)
Torsten Mueller <muellerto> schrieb:

>H.-P. Schulz <h.p.schulz> schrieb:


>> Dergleichen gäbe es bei veganem Menschenleben nicht (oder doch nur
>> überaus selten), weil eben keine Tiere in Menschennähe "gehalten"
>> würden.

>Darf ein Veganer keine Katze haben? Was sind denn das für furchtbar
>bedauernswerte Menschen?


Vegetarier sind nicht Tier- sondern Menschenfreunde.
Mir ist zB Massentierhaltung, Schlachtung usw. zuwider weniger um der
Tiere als mehr um der Menschen Willen: Zum einen, weil es,
insbesondere für alle damit direkt Befasste, verrohend, tendenziell
entzivilisierend ist; zum anderen, weil eben erwiesenermaßen aus
diesen - "wirtschaftlich" gebotenen (weil lukrativen) - Zuständen
regelmäßig heftige Körperprobleme für die Allgemeinheit hervorgehen:
und eben auch für Jene, die den Nutzen, also das Produkt, ablehnen.

Die "Tierleid"-Schiene (also die "Tierfreunde") des Veganismus halte
ich für etwas kindlich, romantisch. Außerdem kann man auf eben dieser
Tierleid-Schiene die nötige Kritik der politischen Ökonomie elegant(?)
umfahren - - was die Beliebtheit dieses Weges erklärt.
H.-P. Schulz (15.03.2020, 12:13)
Peter Veith <veith> schrieb:

>Am 15.03.2020 um 10:15 schrieb Torsten Mueller:
>> H.-P. Schulz schrieb:
>>>> Frage: Gibt's weltweit ein Volk, das sich rein vegetarisch ernährt?
>>> Das "Volk" der Vegetarier bzw. Veganer zB..

>> Also nicht.

>Hitler war Vegetarier, das sagt bereits alles.


Na, das hat ja gedauert, bis dieses Supi Argument kam! ;-))

Du kannst den Sonntagnachmittag ja nutzen, dich über "notwendige und
hinreichende Bedingungen" zu bilden, Prädikatenlogik und so ... :))

Aber, nee, lassma, besser nich!
Peter Veith (15.03.2020, 12:33)
Am 15.03.2020 um 11:13 schrieb H.-P. Schulz:

> Peter Veith schrieb:
>> Hitler war Vegetarier, das sagt bereits alles.

> Na, das hat ja gedauert, bis dieses Supi Argument kam! ;-))


Ich habe den Thread erst jetzt gelesen.

> "notwendige und hinreichende Bedingungen"


Da rennst Du bei mir ja offene Türen ein.

> Prädikatenlogik und so ... :))


Das paßt hier ausgerechnet nicht, klingt nur schlau.

Veith
Martin Udelhoven (15.03.2020, 12:52)
"H.-P. Schulz" schrieb:

[vegane Lebensweise wegen Virenschutz]

Es gibt ja eine Reihe vernünftiger Argumente für vegetarische und auch
vegane Lebensführung.
Aber deine Begründung kommt mir völlig krude und abwegig vor. Mal
abgesehen davon, dass gerade die illegale oder halblegale Tierverwertung
besonders kritisch in Bezug auf Keim- und Virenübertragung sein dürfte,
also eben der Bereich, der sich einer gesellschaftlichen Kontrolle stets
entzieht, stelle ich aber die Frage, ob es denn überhaupt sinnvoll ist,
die Menschheit auf Biegen und Brechen gegen alle potentiellen Krankheiten
abzuschotten.
Ich sehe am Ende eines solchen Wegs den menschlichen Genpool dort, wo die
amerikanischen Indianer eher zufällig zu Beginn der Besiedlung durch
Europäer waren: Unfähig, sich gegen Allerweltskrankheiten wie die Grippe
zu wehren.
Gerade eine noch überschaubar gefährliche Krankheit wie diese aktuelle
ist gut geeignet, die Abwehr der überwiegenden Mehrheit zu stärken. Wenn
wir dann noch, wie gerade geschieht, die besonders Gefährdeten durch
vorübergehende Abschottung schützen, dann ist der Vernunft genüge getan.
Danach können wir über Fleischkonsum diskutieren. Ich selbst esse zwar
noch Fleisch, tendiere in meinem Verhalten aber zunehmend zum
Vegetariertum. Wegen Laktoseintoleranz käme dann bei mir schon fast der
Veganer heraus.

Martin
Oliver Jennrich (15.03.2020, 13:11)
H.-P. Schulz <h.p.schulz> writes:

> Torsten Mueller <muellerto> schrieb:
> Klar, aber es zeigt sich - bisher -, dass die wirklich fiesen Viren
> _primär_ auf/in Tieren wesen und erst sekundär auf Menschen übergehen.


Das liegt im wesentlichen daran, dass die Virenstämme, die in der
menschlichen Bevölkerung endemisch sind, dort bereits von einem aktiven
Immunsystem erwartet werden, während die Zoonosen gerde deshalb so
unangenehm sind, weil es sich um Viren handelt, die bisher nicht in
nennenswerten Mengen in der menschlichen Bevölkerung im Umlauf sind.

Apropos 'fies' - eine der bekanntesten Zoonosen hat jede Menge Leben
gerettet und letztlich der Menschheit eine medizinische Wunderwaffe
beschert: die Kuhpocken und die 'vaccination'.

> Ich will gar nicht ausschließen, dass auch rein in Menschen
> entsprechende Viren mutieren können


Das wäre auch absurd, angesichts des gemeinen Schnupfens.

> und dann erhebliche Beschwernisse zeitigen. Aber einstweilen wäre,
> wenn diese intensive Tierbefassung unterbliebe, die Hauptquelle der
> für Menschen hoch gefährlichen Viren abgeschafft.


Nur wenn man es schafft, niemals mit tierischen Viren in Berührung zu
kommen. Menschen essen kein Mäusefleisch, trotzdem gibt es Hanta-Erkrankungen.

>>aber auch Hundebiß, von Katze
>>gekratzt, totes Tier angefaßt und weitere.

> Dergleichen gäbe es bei veganem Menschenleben nicht (oder doch nur
> überaus selten), weil eben keine Tiere in Menschennähe "gehalten"
> würden.


Abgesehen von Mäusen, Ratten, Vögeln, etc., also alles was man so als
'Wildtiere' bezecihnet. Alle ausrotten?
Hartmut Ott (15.03.2020, 14:43)
Hej,

Am 15.03.20 um 09:43 schrieb H.-P. Schulz:

> Aber einstweilen wäre, wenn diese intensive Tierbefassung unterbliebe,
> die Hauptquelle der für Menschen hoch gefährlichen Viren abgeschafft.


Jein, denn dann könnten die Nebenquellen plötzlich hochgefährlich
werden. Denke an die Entdeckung Amerikas und deren Folgen für die
Einheimischen, die auf derartige Viren und Bakterien nicht eingestellt
waren, man geht heute davon aus, das so 95% der damaligen Bevölkerung
Amerikas nach und nach daran starb.

mfg
Hartmut Ott
H.-P. Schulz (15.03.2020, 14:45)
Oliver Jennrich <oliver.jennrich> schrieb:

>H.-P. Schulz <h.p.schulz> writes:
>Das liegt im wesentlichen daran, dass die Virenstämme, die in der
>menschlichen Bevölkerung endemisch sind, dort bereits von einem aktiven
>Immunsystem erwartet werden, während die Zoonosen gerde deshalb so
>unangenehm sind, weil es sich um Viren handelt, die bisher nicht in
>nennenswerten Mengen in der menschlichen Bevölkerung im Umlauf sind.


Exakt.
Natürlich könnte man hergehen und sagen, okay, Feldversuch, irgendwann
wird das menschliche Immunsystem auch diese und diese und jene Zoonose
"verarbeitet" haben. (Genau genommen ist dieser "Freilandversuch" seit
immer schon im Gange, man nennt ihn "Natur".) Aber ich denke, dass wir
(also die Menschheit) uns diesen Weg nicht (länger) leisten können,
oder, sagen wir: nicht länger leisten sollten. Wir haben - hoffe ich -
für die kommenden Jahrzehntausende anderes aufm Zettel.
>Apropos 'fies' - eine der bekanntesten Zoonosen hat jede Menge Leben
>gerettet und letztlich der Menschheit eine medizinische Wunderwaffe
>beschert: die Kuhpocken und die 'vaccination'.


Alles hat seine Zeit.

>> und dann erhebliche Beschwernisse zeitigen. Aber einstweilen wäre,
>> wenn diese intensive Tierbefassung unterbliebe, die Hauptquelle der
>> für Menschen hoch gefährlichen Viren abgeschafft.

>Nur wenn man es schafft, niemals mit tierischen Viren in Berührung zu
>kommen.


"Ausreichend selten" reicht wahrscheinlich. Nicht alle tierischen
Viren lösen beim Menschen Seuchen aus.

> Menschen essen kein Mäusefleisch,


Na, da wäre ich jetzt mal nicht so sicher. Ratten jedenfalls *werden*
gegessen, und zwar gar nicht selten. Und wenn wir schon bei kleinem
Viehzeuch sind: Auch ziemlich kleine Vögel werden verzehrt. Überhaupt
das Federvieh! Das ist auch sone erstklassige Seuchenschleuder!
(Ich weiß übrigens nicht, ob nicht-Warmblüter, Wirbellose zumal, rein
virenmäßig irgendwie menschengefährlich sind. Man denke zB an das
große Gebiet der Fische und Meeresfrüchte!)

>Abgesehen von Mäusen, Ratten, Vögeln, etc., also alles was man so als
>'Wildtiere' bezecihnet. Alle ausrotten?


Das wäre erstens nicht zu schaffen und zweitens hochgradig dumm.

Ich denke, dass vorderhand der *innige* Kontakt - und Fangen, Züchten,
zu Markte tragen und als Essen zubereiten *ist* inniger Kontakt -
abgeschafft gehörte.
Was da draußen, weit weg, kreucht und fleucht, tangiert mich rein vom
Virenaufkommen eher gering.

Tiere, wenn sie mir begegnen in einer Weise, die mir nicht auf den
Leib rückt, kann ich mehr oder weniger interessiert anschauen
(größere, mental "aufgeweckte" Tiere schauen ihrerseits vielleicht
sogar mich an), kann mich nach Maßgabe der Tradition bzw. der
Erziehung auch an ihnen erfreuen. Ja, und das war's dann.

Ist ja mit Pflanzen nicht groß anders, mit dem freilich erheblichen
Unterschied, dass ich mittels Pflanzen meinen Körper erhalte. Ich
forme also die Natur. Das machen Menschen seit Anbeginn, und sie
lassen auch die tierische Natur nicht aus. Aber das mit dem Tierischen
hat von Anfang an auch immer erhebliche Probleme gemacht; aber solang
man mit der Pflanzenformung noch nicht wirklich gut war, blieb nichts
übrig, als das Tierische dazu zu nehmen.
Seit noch nicht allzu langem ist die Menschheit aber in der Lage, die
Ernährung rein übers Pflanzliche zu sichern - - - gaaaanz eventuell
vielleicht noch plus Insekten, aber das ist noch nicht raus.
Anders als ich früher immer glaubte, sind auch die Meerestiere
entbehrlich, und Fisch-Intensivhaltung ist auch alles andere als
problemfrei.
H.-P. Schulz (15.03.2020, 15:03)
"Martin Udelhoven" <maetesudelhoven> schrieb:

[..]
>entzieht, stelle ich aber die Frage, ob es denn überhaupt sinnvoll ist,
>die Menschheit auf Biegen und Brechen gegen alle potentiellen Krankheiten
>abzuschotten.


"gegen alle potenziellen Krankheiten" ... na, *davon* sind wir sowieso
sternenweit entfernt.
Ich sags mal so: Selbst wenn mit äußerster Anstrengung auf das Ziel
der Abschaffung aller "Krankheiten" hin gearbeitet würde (und eine
zeitlang war das das Ziel!), blieben immer noch "genügend" Krankheiten
übrig, einfach weil es nicht zu schaffen wäre.
Einen Körper haben bedeutet unausweichlich, sich mit Störungen,
Defekten und Dysfunktionen desselben herumzuschlagen.
Das ist ja der Grund sämtlicher Mythen, die von verklärten, "astralen"
oder anderwie der Natur entrückten "Körpern" handeln!

>Ich sehe am Ende eines solchen Wegs den menschlichen Genpool dort, wo die
>amerikanischen Indianer eher zufällig zu Beginn der Besiedlung durch
>Europäer waren: Unfähig, sich gegen Allerweltskrankheiten wie die Grippe
>zu wehren.


Du meinst wahrscheinlich Schnupfen. Ja, daran starben nicht wenige
Ureinwohner gerade Südamerikas nach Kontakt mit europäischen
Eroberern.

Aber ich halte es für keineswegs abwegig, neben manchem anderen auch
das menschliche Immunsystem zu "designen"; soweit ich weiß, ist man
darin sogar schon unterwegs.

>Gerade eine noch überschaubar gefährliche Krankheit wie diese aktuelle
>ist gut geeignet, die Abwehr der überwiegenden Mehrheit zu stärken.


Auf "Kosten" der unterwiegenden Minderheit ... na, das sind so
Rechenexempel, da lass ich mal lieber die Finger von!

>Wenn
>wir dann noch, wie gerade geschieht, die besonders Gefährdeten durch
>vorübergehende Abschottung schützen, dann ist der Vernunft genüge getan.


Na, hoffen ist ja nicht verboten. Vielleicht zeitigt die aktuelle
Krise ja einen Schub an Gesellschaftsvernunft, die dann auch für
andere Gebiete nützlich wäre. So hätte die Krise dann sogar ein Gutes.
(Alles "Angwandte Relativitätstheorie"! ;-)) )
Andy Angerer (15.03.2020, 16:43)
Am 15.03.20 um 12:11 schrieb Oliver Jennrich:
> H.-P. Schulz <h.p.schulz> writes:
> Abgesehen von Mäusen, Ratten, Vögeln, etc.,


..... mäusejagenden Katzen ....

> also alles was man so als 'Wildtiere' bezecihnet. Alle ausrotten?


Wenns nachm Schulz geht schon.
Torsten Mueller (15.03.2020, 18:11)
H.-P. Schulz <h.p.schulz> schrieb:

> Tiere, wenn sie mir begegnen in einer Weise, die mir nicht auf den
> Leib rückt, kann ich mehr oder weniger interessiert anschauen
> (größere, mental "aufgeweckte" Tiere schauen ihrerseits vielleicht
> sogar mich an), kann mich nach Maßgabe der Tradition bzw. der
> Erziehung auch an ihnen erfreuen. Ja, und das war's dann.


Pffff, ich halte ein Leben ohne eine anständige Katze, die einem täglich
mehrmals auf den Leib rückt, schlichtweg für sinnlos.

T.M.

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