expertenaustausch > alt.* > alt.talk.unmut

Andy Angerer (27.03.2020, 16:41)
Am 26.03.20 um 22:09 schrieb Ulf.Kutzner:

> Wie im Falle HIV hält sich das Virus allerdings
> nicht nur mit den unmittelbaren Konsumenten auf.


Ja; das ist das blöde an den Dingern.
Deshalb sind ja auch Biowaffen relativ unbeliebt:
man kann einfach nicht richtig zielen damit.
Andy Angerer (27.03.2020, 16:44)
Am 26.03.20 um 22:23 schrieb Ulf.Kutzner:

> Es ist nicht so, daß das Virus dauerhaft
> einen Bogen um Rußland macht.


Macht dort nicht viel eher die Regierung einen Bogen um das Virus?
Peter Veith (27.03.2020, 16:57)
Am 27.03.2020 um 15:44 schrieb Andy Angerer:
> Am 26.03.20 um 22:23 schrieb Ulf.Kutzner:
>> Es ist nicht so, daß das Virus dauerhaft
>> einen Bogen um Rußland macht.

> Macht dort nicht viel eher die Regierung einen Bogen um das Virus?


Nicht wirklich. Natürlich nutzt auch die russische Regierung den
Corona-Virus.

So gibt es neben diversen Schutzmaßnahmen für Mittelstand,
Kleinunternehmen und für Kreditnehmer auch u.a. monatliche
Sonderzahlungen für Familien mit Kleinkindern, Erhöhung des minimalen
Krankengeldes sowie Anhebung des maximalen Arbeitslosengeldes um 50%.

Finanziert werden soll das durch zwei Steuern:

- Anhebung der "Offshore-Steuer" für Dividenden und andere
Gewinnausschüttungen die ins Ausland transferiert werden von 2% auf 15%

- Einführung einer Steuer auf Einnahmen aus Wertpapieren, z.B.
Aktiendividenden, i.H. von 13%, ab einem Gesamtwert der Einlagen von ca.
12.000 EUR.

Das ist fast "Kommunismus".

Veith
Lothar Kimmeringer (27.03.2020, 23:54)
H.-P. Schulz wrote:

> Es ist bis zur Unabweisbarkeit belegt, dass das CoV - genau wie alle
> anderen pandemienotorischen Viren - aus *tierischen* Wirten auf
> Menschen übergeht.


So sicher ist das noch nicht. Zwar gibt es die Theorie mit
der Fledermaus, gesichert ist das noch nicht. Auch erfolgt
die Infektion nicht zwangslaeufig nur durch Verzehr, bei
Ebola reichte AFAIR die Naehe zu den Tieren, die diese
Viren trugen.

> Fledermäuse, Affen, andere Kleinsäuger ...
> jedenfalls hat man noch nie etwas von Pflanzen als (Zwischen)Wirt
> gehört.


Von Viren vielleicht nicht, aber es gibt z.B. Wuermer, die
an Pflanzen haftend darauf warten, vom zukuenftigen Wirt
verspeist zu werden. Viren, die einen Speziensprung schaffen,
wird es immer wieder geben, so dass du immer wieder solche
Ausbrueche haben wirst, egal wie sehr du die Interaktion
zwischen dir und Tieren einschraenkst. Der naechste Virus
kommt vielleicht von der Vogelscheisse, die dir ein Vogel
auf den Kopf platziert, "nature always finds a way".

Gruesse, Lothar
Wolfgang Εnzinger (28.03.2020, 00:27)
Am Fri, 27 Mar 2020 15:57:37 +0100 schrieb Peter Veith:

[Russland]

> - Einführung einer Steuer auf Einnahmen aus Wertpapieren, z.B.
> Aktiendividenden, i.H. von 13%, ab einem Gesamtwert der Einlagen von ca.
> 12.000 EUR.


Was ist da jetzt der Unterschied zu den 25% Kapitalertragsteuer, die in DE
fällig sind? 12% oder die Tatsache, dass das in RU überhaupt erst
eingeführt werden muss? *g* Ehrliche Frage, ich hab keine Ahnung. Sind die
13% zusätzlich zu irgendwas?

> Das ist fast "Kommunismus".


Schaumermal.
H.-P. Schulz (28.03.2020, 14:14)
Lothar Kimmeringer <news201705> schrieb:

>H.-P. Schulz wrote:
>> Es ist bis zur Unabweisbarkeit belegt, dass das CoV - genau wie alle
>> anderen pandemienotorischen Viren - aus *tierischen* Wirten auf
>> Menschen übergeht.

>So sicher ist das noch nicht. Zwar gibt es die Theorie mit
>der Fledermaus, gesichert ist das noch nicht.


Nach meinem Lektürestand liegt diese Hypothese sternenweit vor allen
etwa konkurrierenden.
Möglich ist freilich, dass die Fledermaus wiederum nur Wirt eines
Parasiten ist, der seinerseits dann da Virus sozusagen endemisch
beherbergt.

Knifflig ist es allemal.

> Auch erfolgt
>die Infektion nicht zwangslaeufig nur durch Verzehr, bei
>Ebola reichte AFAIR die Naehe zu den Tieren, die diese
>Viren trugen.
>Von Viren vielleicht nicht, aber es gibt z.B. Wuermer, die
>an Pflanzen haftend darauf warten, vom zukuenftigen Wirt
>verspeist zu werden.


Also doch wieder ein Tier! ;-)

Natürlich können auch Pflanzen "schlecht werden", Pilze haben (man
denke an Mutterkorn!) usw.
Aber das ist m.E. alles viel leichter zu "bändigen" als die Tierwelt.

> Viren, die einen Speziensprung schaffen,
>wird es immer wieder geben, so dass du immer wieder solche
>Ausbrueche haben wirst, egal wie sehr du die Interaktion
>zwischen dir und Tieren einschraenkst. Der naechste Virus
>kommt vielleicht von der Vogelscheisse, die dir ein Vogel
>auf den Kopf platziert, "nature always finds a way".


Aber man sollte aufhören, das auch noch extra zu provozieren bzw. zu
forcieren!
Traditionen, die die innige Befassung mit Tieren erheischen, gehören
delegitimiert. Das geht vielleicht nicht von heute auf morgen, aber
übermorgen ist ja auch noch ein Tag ...
Hartmut Ott (28.03.2020, 14:50)
Hej,

Am 27.03.20 um 22:54 schrieb Lothar Kimmeringer:
> H.-P. Schulz wrote:
>> Es ist bis zur Unabweisbarkeit belegt, dass das CoV - genau wie alle
>> anderen pandemienotorischen Viren - aus *tierischen* Wirten auf
>> Menschen übergeht.

> So sicher ist das noch nicht. Zwar gibt es die Theorie mit


Ist schon witzig, da lese ich
...
Aus der Erfahrung der Sars-Epidemie des Jahres 2003 ist überliefert,
dass Hunde oder Katzen sich beim Menschen nicht anstecken können - und
umgekehrt, dass sich Menschen bei Hunden oder Katzen nicht anstecken.
Die Realität des COVID-19 kennt diese Gewissheit nicht mehr.
...

sowie etliche Meldungen, das der Mensch eine Katze mit Corona angesteckt
hat - wobei ich mich da dann frage, mit welchem Corana, die Katzen haben
ja recht oft Corana Viren, eine unserer Katzen hat das auch, zum Glück
latent, sprich FIPS hat sie nicht, nur die Vorstufe.

> der Fledermaus, gesichert ist das noch nicht. Auch erfolgt
> die Infektion nicht zwangslaeufig nur durch Verzehr, bei
> Ebola reichte AFAIR die Naehe zu den Tieren, die diese
> Viren trugen.


Und gesichert durch Studien, ältere Studien übrigens, ist, dass bei
Vorhandensein von Fledermäusen in/an Häusern signifikant
Lungenkrankheiten auftreten.

Das ist nun mal die Sachlage. Und so deuten all diese Einzelheiten in
eine Richtung.

mfg
Hartmut Ott
Lothar Kimmeringer (28.03.2020, 14:56)
H.-P. Schulz wrote:

> Lothar Kimmeringer <news201705> schrieb:
> Also doch wieder ein Tier! ;-)


Der Mensch ist auch ein Tier, das muss daher nicht unbedingt
den Umweg eines anderen Tiers gehen. Als Beispiel sei mal
EHEC genannt, mit denen Samen infiziert waren und
u.a. in Deutschland zu 40 Toten fuehrte:


> Natürlich können auch Pflanzen "schlecht werden", Pilze haben (man
> denke an Mutterkorn!) usw.
> Aber das ist m.E. alles viel leichter zu "bändigen" als die Tierwelt.


Woher beziehst du diese Sicherheit? Fleisch kann man
durchgaren und ist damit eigentlich auf der sicheren
Seite, was Krankheitserreger angeht. Bei Pflanzen
kannst du das nicht so einfach machen, wenn sich also
ein Erntehelfer nach dem Klogang nicht richtig die
Haende geschwaschen hat, kann eine Charge Salat schon
mal den Tag vieler Menschen versauen.

> Traditionen, die die innige Befassung mit Tieren erheischen, gehören
> delegitimiert. Das geht vielleicht nicht von heute auf morgen, aber
> übermorgen ist ja auch noch ein Tag ...


Veganismus ist eine Religion und ueber Religion zu diskutieren
ist erfahrungsgemaess wenig zielfuehrend.

Gruesse, Lothar
H.-P. Schulz (28.03.2020, 15:24)
Lothar Kimmeringer <news201705> schrieb:

[..]
>ein Erntehelfer nach dem Klogang nicht richtig die
>Haende geschwaschen hat, kann eine Charge Salat schon
>mal den Tag vieler Menschen versauen.


Rohkost ist nochmal wieder ein Kapitel für sich ...

Ich war/bin da immer sehr zurückhaltend.

>> Traditionen, die die innige Befassung mit Tieren erheischen, gehören
>> delegitimiert. Das geht vielleicht nicht von heute auf morgen, aber
>> übermorgen ist ja auch noch ein Tag ...

>Veganismus ist eine Religion und ueber Religion zu diskutieren
>ist erfahrungsgemaess wenig zielfuehrend.


Vegan"ismus" gibt es gar nicht.
Und eine Religion ist etwas ganz anderes.
Veganes Leben ist ein Versuch, ein Experiment, wenn man so will.

Für mich persönlich geht es dabei nicht um "die Tiere", sondern um
"den Menschen". Mich führen rein praktische Überlegungen zum
tendenziellen Abbau der Verwendung von Tieren fürs menschliche Leben,
insbesondere der nahrungsweisen.
Dabei fängt man mit den "menschähnlichen" Tieren an: große Säugetiere;
und arbeitet sich immer weiter "abwärts" Richtung Schwamm o.ä..

Die ganze Tier- bzw. Naturfreund-Schiene ist mir, freundlich
ausgedrückt, suspekt.
Ich finde allenthalben das Diktum bestätigt, wonach in jedem
Tierfreund ein kompletter Menschfeind stecke.
Andy Angerer (28.03.2020, 15:32)
Am 27.03.20 um 15:57 schrieb Peter Veith:

> [....] Wertpapieren


Bei diesem Begriff muß ich in letzter Zeit immer an Klorollen denken.
Torsten Mueller (28.03.2020, 15:34)
H.-P. Schulz <h.p.schulz> schrieb:

>> Veganismus ist eine Religion und ueber Religion zu diskutieren
>> ist erfahrungsgemaess wenig zielfuehrend.

> Vegan"ismus" gibt es gar nicht. Und eine Religion ist etwas ganz
> anderes. Veganes Leben ist ein Versuch, ein Experiment, wenn man so
> will.


Religion ist das falsche Wort. Für die Allermeisten, insbesondere für
die aktiven Proponenten (Instagrammer, Influencer und
Talk-Show-Wandervögel) ist Veganismus ein lifestyle, wie Äpple-Produkte
usen, SUVs fahren oder bekloppte Tattoos haben. Die hier
dahinterstehende Idiologie ist sekundär und kann leicht mit dem nächsten
lifestyle parallel betrieben oder über den Haufen geworfen werden.

> Für mich persönlich geht es dabei nicht um "die Tiere", sondern um
> "den Menschen".


Diesen lifestyle-Leuten geht es vor allem um sie selber.

T.M.
Andy Angerer (28.03.2020, 15:53)
Am 28.03.20 um 14:24 schrieb H.-P. Schulz:

> Ich finde allenthalben das Diktum bestätigt, wonach in jedem
> Tierfreund ein kompletter Menschfeind stecke.


Und woher kommt das wohl?
Genau: daher, daß sich der Gemeine Nacktaffe (Homo sapiens) die Vorfahrt
anmaßt.
drstrange2006 (28.03.2020, 17:39)
Am Samstag, 28. März 2020 16:17:17 UTC+1 schrieb Hartmut Ott:

> Und gesichert durch Studien, ältere Studien übrigens, ist, dassbei
> Vorhandensein von Fledermäusen in/an Häusern signifikant
> Lungenkrankheiten auftreten.
> Das ist nun mal die Sachlage. Und so deuten all diese Einzelheiten in
> eine Richtung.

Die Chinesen sollen halt die Fledermäuse und Schleichkatzen kochen bevor sie sie essen.
Ist das zu viel verlangt??

BGE
Ulf.Kutzner (28.03.2020, 17:42)
Am Samstag, 28. März 2020 13:14:59 UTC+1 schrieb H.-P. Schulz:

[..]
> Traditionen, die die innige Befassung mit Tieren erheischen, gehören
> delegitimiert. Das geht vielleicht nicht von heute auf morgen, aber
> übermorgen ist ja auch noch ein Tag ...


Spätestens wenn man die Regenwürmer von den
Äckern verbannt, sieht es mau aus, völlig
abseits der Frage, ob man die essen möchte.
Andy Angerer (28.03.2020, 17:43)
Am 28.03.20 um 13:50 schrieb Hartmut Ott:

> Und gesichert durch Studien, ältere Studien übrigens, ist, dass bei
> Vorhandensein von Fledermäusen in/an Häusern signifikant
> Lungenkrankheiten auftreten.
> Das ist nun mal die Sachlage. Und so deuten all diese Einzelheiten in
> eine Richtung.


Nieder mit Bruce Wayne!

Ähnliche Themen