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Robert Kemo (20.01.2020, 01:11)
Hi,

es geht darum, wie "schädlich" bzw. kontaminiert Regenwasser von einem
"Dachpappdach" ist oder sein kann.

Was könnte Regenwasser aus einer R333 Dachpappbahn lösen?

Was sagt die Chemie? Was macht das H2O? Ich würde sagen, Pech oder Bitum
ist wasserunlöslich und Regen perlt runter, sauber, wie er aufschlug?
Oder gibt es über "lange Zeit irgendwelche Substanzen ab"? Wie siehts
bei höheren Temperaturen aus, bei einem Sommerregen?

Eine Problematik kann nur durch Zuschläge wie Farbe oder Biozide
("wurzelfest") entstehen - das bliebe zu untersuchen - sonst aber könnte
man so aufgefangenes Wasser für Gemüse und Trinkwasser nehmen? Für
Futtersilos gibts zB. Bitumenanstrich.

Teerpappe gibts ja heut nicht mehr im Handel.
Wobei mein fragliches Dach aus den 70ern stammt und ein "Flickendach" ist.

robert
Dieter Grosch (20.01.2020, 06:20)
>"Robert Kemo" schrieb im Newsbeitrag news
>Was könnte Regenwasser aus einer R333 Dachpappbahn lösen?
>Was sagt die Chemie? Was macht das H2O? Ich würde sagen, Pech oder Bitum
>ist wasserunlöslich und Regen perlt runter, sauber, wie er aufschlug?


Nein, Stoffe sind ineinander immer löslich, nur ist das Verhältnis sehr
unterschiedlich.

Dieter Grosch
Bodo Mysliwietz (25.01.2020, 16:08)
Am 20.01.2020 um 00:11 schrieb Robert Kemo:
> Hi,
> es geht darum, wie "schädlich" bzw. kontaminiert Regenwasser von einem
> "Dachpappdach" ist oder sein kann.
> Was könnte Regenwasser aus einer R333 Dachpappbahn lösen?
> Was sagt die Chemie? Was macht das H2O? Ich würde sagen, Pech oder Bitum
> ist wasserunlöslich und Regen perlt runter, sauber, wie er aufschlug?


Würde ich blindlings so nicht sehen. Selbst wenn sie sich über jahre
nicht sichtlich auflöst muss davon ausgegangen werden das sich geringe
Mengen enthaltener Schadtsoffe auch im Wasser lösen können. Selbst
Stoffe wie Naphtalin die man sicher früher reichlich in Steinkohlenteer
fand sind nicht gänzlich wasserunlöslich. Ca. 30mg/l - wenn die
Standzeit ausreicht - würde ich nicht als prickelnd ansehen.

D.h. von Konsum größerer Mengen, auch bei Wässerung von ntzpflanzen,
würde ich pers. absehen. Das würde ich nur machen wenn ich wüsste das
was auf dem Dach liegt das dazu freigegeben wurde.

> Eine Problematik kann nur durch Zuschläge wie Farbe oder Biozide
> ("wurzelfest") entstehen - das bliebe zu untersuchen - sonst aber könnte
> man so aufgefangenes Wasser für Gemüse und Trinkwasser nehmen? Für
> Futtersilos gibts zB. Bitumenanstrich.
> Teerpappe gibts ja heut nicht mehr im Handel.
> Wobei mein fragliches Dach aus den 70ern stammt und ein "Flickendach" ist.


Ungefähr mit den 70er wurde wohl der verkauf von "Pappen" die
Steinkohlenteer enthalten verboten - da Krebserregende Stoffe enthalten
waren udn freigesetzt wurden.

Aber auch wegen Bioiden wird eher davon abgeraten.
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