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Klaus Roggendorf (24.05.2013, 13:10)
Das philosophische Radio mit Ulla Wessels über das Gute
Was ist das eigentlich ? das Gute?

Moderation: Jürgen Wiebicke
Redaktion:Gundi Große

Wie gut die Welt ist, das hängt davon ab, wie gut es den Individuen in
der Welt geht. Je besser es dem Einzelnen geht, je wohler er oder sie
sich fühlt, desto besser die Welt. So argumentieren Wohlfahrtsethiken.
Die ?Glück-Wunsch-Ethik?, die die Philosophin Ulla Wessels verficht,
setzt dem noch einen hedonistischen Aspekt drauf: Die Welt ist umso
besser, je besser es den Individuen geht ? und richtig ?gut? ist sie
möglicherweise dann, wenn möglichst viele Wünsche erfüllt werden, wenn
Freude, Vergnügen, Lust und Genuss da sind. Was gut ist, hängt also mit
Dingen zusammen, die im Innern als Bedürfnisse vorhanden sind. Gut ist
es dann, wenn diese inneren Wünsche erfüllt werden. Und zwar nicht nur
für einzelne Individuen, denn der Wert einer Wohlfahrt setzt sich aus
der Wohlfahrt aller zusammen.

Welche Rolle spielt die Wunscherfüllung für das Erreichen einer guten
Welt? Ist die Welt gut, wenn sie individuelle Wünsche erfüllt ? oder
geht es in einer guten Welt um einen Standard, um die Allgemeinheit?
Sind ?das Glück? und ?das Gute? ein- und dasselbe?

Was ist das eigentlich ? das Gute?

Moderation: Jürgen Wiebicke

*Redaktion:*

Gundi Große

Viel Erfolg und freundliche Grüße!
Klaus Roggendorf

-----------------------------------------------------

Anmerkungen zum Thema und dessen Fragen:

"Welche Rolle spielt die Wunscherfüllung für das Erreichen einer guten
Welt?
Ist die Welt gut, wenn sie individuelle Wünsche erfüllt ? oder geht es
in einer
guten Welt um einen Standard, um die Allgemeinheit? Sind ?das Glück? und
?das Gute? ein- und dasselbe?

Was ist das eigentlich ? das Gute?"

Das gute Fühlen, Denken und Handeln ist so nachhaltig
lebensförderlich wie es bildungs- und erkenntnisstand-
gemäß möglich ist, denn das höchste Gut aller Lebewesen
ist das Leben.
Die Weisheit ist noch immer ein uneingelöster menschlicher Anspruch
Die eigentliche Frage ist, wie könnte die Menschheit endlich vernünftig
mündig und weise - , wie kann der Mensch konkret vom menschheits-
geschichtlich bezeugten"Triebtäter" zum Hommo sapiens werden?

Ein Auszug aus >
11-09/weisheit>:

Die globale Finanzkrise ist evolutiv bedingt eine Lehre und Chance für die
Erarbeitung globalethischer Grundsätze im Miteinander. Das ist nur
erreichbar durch den Weg des Menschen von der unbewußt antriebs-
dominierten, individualistisch maß- und orientierungslos beliebig
ausgelebeten
"Lebenskunst" zu einer ethisch - moralisch reflektiven - bewußt gelebten -
Überlebenskunst.
Der barbarische Umgang des Menschen mit anderen Menschen, Tieren und
unseren Lebenswelt kann nur durch einen gelebten ethisch-moralischen Wandel
beendet werden.

Wir, alle Lebewesen, haben bewußt u./oder unbewußt den angeborenen
emeinsamen Wunsch, dass das Leben optimal gedeihlich gelinge.
Somit stellt sich die philosophische Frage, wie wir Menschen richtig -
also gut - leben sollten und leben könnten.
Wegen der zunehmend existentiell dringlichen und der not-wendig vermehrt
gestellten Sinn- und Orientierungsfragen hat das Thema Ethik für uns heute,
für jeden einzelnen Menschen und g l o b a l, höchste Priorität.

Dabei soll es n i c h t um die Errichtung eines neuen ethischen Dogmas
gehen,
sondern um e i n e Einsicht in die dynamischen Prozesse
menschlich-richtiger
Lebensgestaltung in Theorie und Praxis.
Es gibt in allen Religionen, Sekten, Kulturen und Gesellschaftsformen eine
natürliche und historisch notwendige Hierarchie vernünftiger Werte, die ein
ethischer gesellschaftlicher Permanentdiskurs global durchforsten und natur-
angepaßt in einem ethischen Konsens fein-justieren können sollte.

Erst im praktischen Vollzug eines menschenwürdigen Wertewandels werden
wir den - uns als "homo sapiens" selbst angemaßten - menschlichen
Würdeansprüchen gerecht, wenn wir aus gemachten Fehlern klug werden.
Die fundamentale Frage, wie wir unsere menschengemachten globalen Probleme
lösen könnten und können, sollte unser Wollen antreiben und uns zu einer
für alle
Menschen gültigen praxisnahen Fundamentalethik führen.

Helfen Sie mit, einen solchen global-ethischen Permanent-Diskurs für mehr
Demokratie und Gerechtigkeit in Gang zu setzen und im Wettbewerb um die
besseren Argumente aus menschenwürdiger Solidarität in Gang zu halten.
Solch Bedarf wächst täglich mit den Folgen unserer ethisch
naturunangepaßten
Fehlverhaltensweisen und somit mit jeder Folgegeneration. Vielleicht können
Sie in diesen Betrachtungen auch die eine oder andere Anregung für ´s
eigene
Leben und unser gemeinsames Bemühen um eine optimale und damit gerechte
Lebensgestaltung finden und dieser multiplikativ zur Wirkung verhelfen,
in dem Sie eine solch ethische Diskussion fördern.

Somit hängt unsere globale Zukunft fundamental von einer kurzfristigen und
paradigmatischen ethischen Korrektur ab, wenn es eine gedeihlich lebbare
Zukunft geben soll.

Menschliche Krisen sind weitestgehend die - natürliche - Folge menschlich-
ethischer Fehlentwicklung.Die Symptome sind Ausdruck einer drohenden
*evolutiv existenzbedrohlichen Falle*. S.d..
Es sind die Symptome einer technischen superioren und ethisch
unzulänglichen
evolutiven Entfaltung und Nutzung menschlicher Erkenntnismöglichkeiten.
Die Symptome imponieren als zunehmender sittlicher Verfall. Ein "sittlicher
Verfall", der nur ethisch-moralisch aufzuhalten und durch einsichtige
ethische
Selbstüberwindung zu einer optimal gedeihlichen Lebensgestaltung
umzubauen ist.

Die Sitte, die moralische Gesamthaltung eines Einzelnen oder einer
Gruppe und
deren Wirkungen sind formale und inhaltlich vielfältige R e a l i t ä t
, deren Kern als
Weltethos beschreibbar ist.
Die Antriebe, sich artgemäß ethisch richtig - bedingungsangepaßt -
lebensförderlich "
zu verhalten, sind allen Lebewesen auf der Suche nach gedeihlichem Leben
eigen.
Vom Fressen und Gefressenwerden zum solidarisch gedeihlichen Leben des
Menschen
ist es ein weiter und hochkomplexer philosophisch-lebenskünstlerischer,
also
bildungsabhängiger Weg, der durch einfache und klare moralische
Grundsätze sehr
wirksam erleichtert werden kann.
Wenn man die Entwicklung der Menschheit und deren Folgen für unser globales
Leben in den letzten dreihundert Jahren bis heute betrachtet, dann wird
ein Wertewandel
der Menschen aus existentiellen Gründen immer unaufschiebarer n o
t-wendig, weil die
evolutiv dominanten und noch weitestgehend unbewußt gelebten Werte uns
in eine
evolutiv existentiell bedrohliche Falle führen.

Des Menschen ethische Lehren, denen wir kulturell und religiös folgen,
haben sich, wie überall
sichtbar ist, n i c h t hinreichend bewährt, wie das am sozialen und
ökologischen Zustand der
Menschen und der Welt deutlich wird.

Der nötige globale Wertewandel ist nur im global-ethischen Miteinander
möglich - oder
eben nicht!
Deshalb brauchen wir kurzfristig einen globalen Wertediskurs und einen
gelebten
globalethischen, nachhaltig lebensförderlichen Wertewandel.
Eine solche oder ähnliche paradigmatische Werteumkehr ist nur
realisierbar, wenn
Sie und viele andere Menschen für die vorliegende Betrachtung eine
sinnvolle - die
NÖTE- wendende - multiplikative Verwendung finden.

Leben ist Anpassung an die Natur und deren Logik!

Deshalb ist die emotionale, rationale und p r i o r i t ä r ethische
Bildung,
die Selbst- und Welterkenntnis die Basis gelingenden menschlichen Lebens.
Sinnvoll, vernünftig und gut ist folglich stets das n a c h h a l t i g
optimal
l e b e n s - f ö r d e r n d e Tun und Lassen so-wie die Mitwirkung
eines jeden
bei der Gestaltung des Ganzen.

Glaub und tu, was Du willst, es muss nur so wahrheitsorientiert und
nachhaltig
lebensförderlich sein, wie es unter den bestehenden Umständen möglich ist.

Jeder so gut er kann - aber nicht weniger.

Das nachhaltig lebensförderliche Streben, gemessen am Stand menschlicher
Erkenntnis,
ist nicht nur d i e B a s i s des individuell und gesellschaftlich g l
üc k e n d e n gelingenden
L e b e n s in größtmöglicher Freiheit, sondern global das Kriterium und
der Maßstab für
menschliches Verhalten, was den W e r t, d i e Weisheit, W ü r d e und
Kultur d e s
M e n s c h e n begründet und definierbar macht.

Wie universell gebräuchlich, klar und eindeutig dieses Kriterium der
nachhaltigen
Lebensförderlichkeit ist, zeigt sich, wenn man eine Situation zu
benennen sucht,
für die es n i c h t - entscheidend - geeignet und alltäglich verwendbar
ist.

Die nachhaltige Lebensförderlichkeit im Fühlen, Denken und Handeln ist ein
natürlich begründetes Prinzip und deshalb eine existentiell unüberbietbare,
philosophisch abschließende Lebensmaxime.
Es gilt, die bisher gelebten ethischen Grundsätze anhand des Kriteriums
"nachhaltiger
Lebensförderlichkeit" zu prüfen und lebenspraktisch zu korrigieren, wenn
sie überwiegend
einer nur eingebildeten idealistischen Freiheit oder einem
unrealistischen, selbstangemaßten -
naturfeindlichen - besonderen Würdeanspruch entspringen.
Ebenso gilt es, dem natürlichen ethischen Grundsatz und Kriterium der
nachhaltigen
naturangepaßten Lebensförderlichkeit gemäß zu entscheiden und
entsprechend zu handeln,
wenn menschliches Leben zukünftig und global gedeihlich gelingen soll.

Erfolgreich und zufrieden, bewußt vernünftig - also gut - kann heutzutage
nur leben, wer so nachhaltig lebensförderlich wie möglich lebt.

Dr. Klaus Roggendorf

Mehr in den Suchmaschinen und in der NG » de.sci.philosophie «
"Klimaethik", "Der Kampf der Kulturen ist vermeidbar", " Nachhaltige
Lebensförderlichkeit ", " Globaler Wertewandel- eine Notwendigkeit",
"Gott und die Wahrheit", "Peinlichkeiten der Philosophie" ...u.v.a.m.
SCHOCKWELLENREITER (24.05.2013, 18:26)
On Friday, May 24, 2013 1:10:12 PM UTC+2, Klaus Roggendorf wrote:
[..]
> "Klimaethik", "Der Kampf der Kulturen ist vermeidbar", " Nachhaltige
> Lebensförderlichkeit ", " Globaler Wertewandel- eine Notwendigkeit",
> "Gott und die Wahrheit", "Peinlichkeiten der Philosophie" ...u.v.a.m.


Das sollten sich die sogenannten Gutmenschen reinziehen.
kap (25.05.2013, 09:56)
Am 24.05.2013 13:10, schrieb Klaus Roggendorf:

> Anmerkungen zum Thema und dessen Fragen:


> Was ist das eigentlich ? das Gute?"
> Das gute Fühlen, Denken und Handeln ist so nachhaltig
> lebensförderlich wie es bildungs- und erkenntnisstand-
> gemäß möglich ist, denn das höchste Gut aller Lebewesen
> ist das Leben.


*schnipp*

> Erfolgreich und zufrieden, bewußt vernünftig - also gut - kann
> heutzutage nur leben, wer so nachhaltig lebensförderlich wie möglich
> lebt.
> Dr. Klaus Roggendorf


Viel sagend nichts sagend - wie alles von dir!
Klaus Roggendorf (25.05.2013, 11:03)
Am 25.05.2013 09:56, schrieb kap:
> Am 24.05.2013 13:10, schrieb Klaus Roggendorf:
> *schnipp*
> Viel sagend nichts sagend - wie alles von dir!

Eindeutiges, Dir nichts sagendes - sagt das nicht allen alles uber Dich?!
Manfred Feodor Koerkel (25.05.2013, 20:07)
Klaus Roggendorf expressed:
> Was ist das eigentlich ¡V das Gute?


Ein untaugliches Konstrukt.

Farewell
Klaus Roggendorf (25.05.2013, 20:50)
Am 25.05.2013 20:07, schrieb Manfred Feodor Koerkel:
> Klaus Roggendorf expressed:
>> Was ist das eigentlich – das Gute?

> Ein untaugliches Konstrukt.
> Farewell

Wieso ein untaugliches Konstrukt? - Es ist das wichtigste!
Manfred Feodor Koerkel (25.05.2013, 21:26)
Klaus Roggendorf expressed:
> Am 25.05.2013 20:07, schrieb Manfred Feodor Koerkel:
>> Klaus Roggendorf expressed:
>>> Was ist das eigentlich ¡V das Gute?

>> Ein untaugliches Konstrukt.

> Wieso ein untaugliches Konstrukt? - Es ist das wichtigste!


Wo ist es "das Gute"?

Farewell
SCHOCKWELLENREITER (25.05.2013, 21:35)
On Saturday, May 25, 2013 9:26:41 PM UTC+2, Manfred Feodor Koerkel wrote:
> Klaus Roggendorf expressed:
> Wo ist es "das Gute"? <XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX>


Das liegt doch auf der Hand.
<http://www.youtube.com/watch?v=e6qbSHKzcmI>

S.W.R.
Futurologe
Erfinder
ANTI-PHILOSOPH
HUG (25.05.2013, 22:52)
Am Sat, 25 May 2013 20:07:31 +0200 schrieb Manfred Feodor Koerkel:

> Klaus Roggendorf expressed:
>> Was ist das eigentlich ? das Gute?

> Ein untaugliches Konstrukt. Wie befindest du über Tauglichkeit ohne einen Begriff des Guten?


MfG
Hans
Manfred Feodor Koerkel (25.05.2013, 23:57)
SCHOCKWELLENREITER expressed:
> On Saturday, May 25, 2013 9:26:41 PM UTC+2, Manfred Feodor Koerkel wrote:
> <XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX>
> <XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX>
> Das liegt doch auf der Hand.
> <http://www.youtube.com/watch?v=e6qbSHKzcmI>


Da geht noch was:

:-)

Farewell
Manfred Feodor Koerkel (26.05.2013, 00:24)
HUG expressed:
> Sat, 25 May 2013 20:07 schrieb Manfred Feodor Koerkel:
>> Klaus Roggendorf expressed:
>>> Was ist das eigentlich ? das Gute?

>> Ein untaugliches Konstrukt.

> Wie befindest du über Tauglichkeit ohne einen Begriff des Guten?


Es gibt weder das "Reich des Guten" noch das "Reich des Bösen".




In der Ethik sollten wir statt nach gut oder böse eher nach fair
oder unfair fragen und die Angemessenheit von Handlungen anhand
intersubjektiv immer wieder neu festzulegender Spielregeln
beurteilen. YMMV

Farewell
SCHOCKWELLENREITER (26.05.2013, 00:55)
On Saturday, May 25, 2013 11:57:06 PM UTC+2, Manfred Feodor Koerkel wrote:
> SCHOCKWELLENREITER expressed:
> Da geht noch was:
>


<?Seien wir realistisch und verlangen das UNMÖGLICHE?

Einladung nach Troja am 8.6. 2013

<"Und wische den Schlaf und alles Blöde, Blinde aus deinen Augen!>
<Höre mich auch mit deinen Augen: meine Stimme ist ein Heilmittel >
<noch für Blindgeborene.>
<Und bist du erst wach, sollst du mir ewig wach bleiben.>
<Nicht ist das meine Art, Urgroßmütter aus dem Schlafe wecken,>
<daß ich sie heiße- weiterschlafen!">
Zarathustra
Ein Buch für alle und keinen

?Ich muß immer noch fortfahren, die Frage einzuhämmern:
Was beobachten wir tatsächlich? Die Relativitätstheorie
hat eine Antwort beigesteuert: wir beobachten nur Beziehungen.
Die Quantentheorie bringt eine Antwort bei: wir beobachten nur
Wahrscheinlichkeiten.?
Sir Arthur Eddington
PHILOSOPHIE DER NATURWISSENSCHAFT
sechstes Kapitel
Erkenntnislehre und Quantentheorie

Und wir? Was beobachten wir?
Nun, das was wir wollen; und das was wir nicht
beobachten wollen, denken wir nicht beobachten zu müssen.
Frei nach dem Motto:
??Beobachtbar ist ein schwer faßbarer Begriff, und wenn wir
die Kritik bis ans Ende verfolgen, dann werden wir eine Menge
Dinge bezweifeln müssen, die wir nicht im mindesten zu
bezweifeln wünschen.??
Sir Arthur Eddington

Im Anhang finden sie eine Einladung
in der keine ?Trojaner? und keine Atombomben
bei Ihnen möglichst viel Schaden anrichten.
Sie können also, wenn Sie nicht allzu ängstlich sind
den Anhang voller Gelassenheit öffnen.

Also, ich freue mich, Sie an den dicken Stadtmauern vor Troja
begrüßen zu dürfen. Nach Troja kommen Sie leider nicht rein,
außer Sie sind in diesem Falle ein Wassermolekül.

Sie haben eine Wahlmöglichkeit mehr.
Entweder Sie kommen nicht nach Troja oder Sie kommen nach Troja.

496=496
In der Ruhe liegt die Kraft
S.W.R.
Futurologe
Erfinder
<http://www.youtube.com/watch?v=Tkw1Ob41xD0>
[..]
HUG (26.05.2013, 08:45)
Am Sun, 26 May 2013 00:24:11 +0200 schrieb Manfred Feodor Koerkel:

> HUG expressed:
> Es gibt weder das "Reich des Guten" noch das "Reich des Bösen".
>
>
> In der Ethik sollten wir statt nach gut oder böse eher nach fair oder
> unfair fragen und die Angemessenheit von Handlungen anhand
> intersubjektiv immer wieder neu festzulegender Spielregeln beurteilen.
> YMMV

Warum sollten wir? Was ist das Kriterium, wenn nicht das Gute? Wenn es
nicht gut ist, fair zu sein und wenn es nicht böse ist, unfair zu sein,
warum sollten wir dann entsprechende Spielregeln festlegen? Oder anders
herum gefragt: Würden Menschen ohne eine Begriff des Guten überhaupt auf
die Idee kommen, Spielregeln für faires Verhalten festzulegen? Warum
sollten sie geneigt sein, warum sollten sie sich verpflichtet fühlen,
sich an diese Spielregeln zu halten?

Mir will scheinen, dass die Polarität "Fair-unfair" als Regulativ des
Handelns, gesetzt den Fall, man eliminierte die Begriffe des Guten und
Bösen, zu einem funktionellen Äquivalent des Ausgemerzten würde.

Wenn wir uns zum Beispiel Schmidt-Salomons Buch "Jenseits von Gut und
Böse" vornehmen, dann werden wir feststellen, dass es uns vehement und
leidenschaftlich auffordert, Abschied von den Ideen der Willensfreiheit
und des Guten und Bösen zu nehmen. Aber warum denn nur? Warum sollten wir
uns die vom Autor empfohlenen Lebenshaltungen anverwandeln?

Doch wohl nur, weil dies nach Meinung Schmidt-Salomons gut für uns ist,
weil eine Welt mit Menschen dieser Geistesart eine gute wäre. Wenn nicht
dies, was dann?

Und nebenbei: Hätten wir keinen freien Willen, so wäre Schmidt-Salomons
Buch kein Appell, sondern Propaganda. Die angestrebte Konversion wäre
eine mechanische. Das Buch wäre dann so eine Art Druck auf einen
Schalter, der einen Einstellungswechsel auslöst. Aber, um Himmels willen,
unterzieht sich jemand, jenseits von Gut und Böse, einer solchen
Anstrengung zur *Verbesserung* der Menschheit? Fragen über Fragen.

MfG
Hans
Klaus Roggendorf (26.05.2013, 08:50)
Am 25.05.2013 21:26, schrieb Manfred Feodor Koerkel:
> Klaus Roggendorf expressed:
> Wo ist es "das Gute"?
> Farewell

Wo bleibt die Begründung Deiner (untauglichen) Behauptung
oder die Kritik des konstruktiv Guten?
kap (26.05.2013, 09:01)
Am 26.05.2013 08:45, schrieb HUG:

[..]
> Schalter, der einen Einstellungswechsel auslöst. Aber, um Himmels willen,
> unterzieht sich jemand, jenseits von Gut und Böse, einer solchen
> Anstrengung zur *Verbesserung* der Menschheit? Fragen über Fragen.


Eben nicht, mein Sohn. Eben nicht! Und genau das ist dein Problem:
Du bildest dir doch ein, die Antworten schon zu kennen - wie immer -
und machst auch keinen Hehl daraus.

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