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Fritz (04.12.2019, 17:29)
Am 03.12.19 um 20:46 schrieb Reinhard Zwirner:
> Hallo Fritz,
> danke für Deine Bemühungen! Aber ich benötige keine wie auch immer
> geartete Ge-Diode: zum einen funktioniert die fotografierte
> einwandfrei, zum anderen habe ich hier ein große Sammlung
> verschiedener Ge-Dioden.
> Ich bin rein an den Daten der gezeigten Diode interessiert!


Schade, dass ich alle alten Datenbücher und Vergleichslisten schon in
den Papier-Container geworfen habe. Ein Scan und dir per eMail senden,
wäre ja kein Problem gewesen.
Rolf Bombach (08.12.2019, 14:08)
Falk Willberg schrieb:
> On 02.12.19 22:17, Karl Meisenkaiser wrote:
> ...
>> Vielleicht ein Generika?

> Eines wäre ein -um.


Zwei Stück davon wären bei ihm dann schon Generikas.

Plural wäre dann Generikäser.
Rolf Bombach (08.12.2019, 14:11)
Fritz schrieb:
> Am 01.12.19 um 18:27 schrieb Reinhard Zwirner:
> Tatsächlich Germanium? Ohne Lackierung fände ich das sonderbar.
> Hast die Spannung in Durchflussrichtung schon messen können?
> Bei Silizium könnte es ein Derivat der 1N4148 sein.
> Und wie sieht die Schaltung rundherum aus? Welche Zweck hat diese Diode überhaupt?
> Es könnte genau so eine Kapazitätsdiode (Varicap), eine Tunneldiode, Diac, Zehnerdiode, Transzorb (Überspannungsableiter), oder gar eine Konstantstromquelle sein.


Es gab lange Zeit auch in der Moderne[tm] diese Germaniumdioden
in AM-Detektoren, vorallem auch Videodetektoren im Analogfernsehen.
Die Restseitenbandmodulation war für genau solche Dioden vorverzerrt,
bei AM-Hörfunk wohl auch. Die nahezu quadratische Kennlinie hatte
für gewisse Entwickler und viele Professoren irgendwie was magisches.
Ansonsten siehe Barkhausen, man wundere sich aber nicht über
Ausdrücke wie Rückmodelung.
Rafael Deliano (08.12.2019, 15:37)
> Germaniumdioden ... vorallem auch Videodetektoren im Analogfernsehen.

AA143 von ITT war 1984 formal noch im Datenbuch und
in Produktion.
Ich wollte sie damals für einen Sprachschalter/VOX der mit 5V
versorgt wurde statt Si in simplem Spitzenwertdetektor einsetzen:

--AK--+---+-
| |
C R1
| |
GND GND

Funktionierte im Breadboard gut. Ging in Serie schief,
als daß auf Betreiben des Distributors Schottky BAT43 als
direkter Ersatztyp verbaut wurde. Da kam dann raus, daß
Ge im Gegensatz zu Schottky auch bei 20°C einen irre hohen
Reststrom hat und sich die Zeitkonstante stark änderte.
R1 mußte umgelötet werden, damit es wieder leidlich
funktionierte.

MfG JRD
Rolf Bombach (08.12.2019, 20:43)
Rafael Deliano schrieb:
[..]
> Reststrom hat und sich die Zeitkonstante stark änderte.
> R1 mußte umgelötet werden, damit es wieder leidlich
> funktionierte.


Ja, leider. 20 uA kalt waren da normal. Im Demodulator egal,
da waren z.B. 2k7 als Lastwiderstand verbaut.
Bei Schottky muss man aber auch aufpassen, dass man keine
Gleichrichterdiode erwischt, die langen beim Sperrstrom auch kräftig zu.
BAT43 wird wohl unter 1 uA bleiben.

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