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einsiedlerkrebs (06.03.2019, 07:11)
noanswer (11.03.2019, 22:26)
Am 06.03.2019 um 06:11 schrieb einsiedlerkrebs:
>


Also 17 Verstorbene auf über 10000 Behandlungen. Machen dich unsicher.
Na ja.
einsiedlerkrebs (12.03.2019, 05:49)
Am 11.03.2019 um 21:26 schrieb noanswer:
> Am 06.03.2019 um 06:11 schrieb einsiedlerkrebs:
>>

> Also 17 Verstorbene auf über 10000 Behandlungen. Machen dich unsicher.
> Na ja.


Du Lustiger!

Das sollte ein "Medikament" sein, und wenn ein "Medikament"
(normalerweise sollen "Medikamente" heilen!) tötet (egal wie viele) ist
es es nicht wert "Medikament" genannt zu werden!

Danke für die Aufmerksamkeit!
Bonita Montero (12.03.2019, 08:26)
>>

> Also 17 Verstorbene auf über 10000 Behandlungen. Machen dich unsicher.
> Na ja.


Das ist auch eigentlich nicht das Depot-NL schuld, sondern die nicht
korrekte Anwendung. Das kann nämlich in jedem Fall zu schweren Schäden
und sogar zum Tod führen wenn man ein Depot-NL nicht wirklich in den
Muskel, sondern versehentlich in eine Vene, spritzt, so dass man den
ganzen Wirkstoff auf einmal in der Butbahn hat.
noanswer (12.03.2019, 08:42)
Ich hatte mal Risperdal Consta als Spritze. Die Nebenwirkungen waren
sogar geringer als unter der oralen Medikation. Dann habe ich noch die
Bekanntschaft eines mittelalten/jungen Mannes gemacht, der
Xeplionspritzen bekam. In beiden Fällen spricht nichts dafür, dass die
Nebenwirkungen dieses Medikaments (Risperidon, Paliperidon) unerträglich
sind. Einziger Kritikpunkt bleibt, dass die Kasse viel für die
Behandlung berappen muss, denn Risperidon als Depotinjektion ist in
Deutschland (meines Wissens nach) nur als in Zwei-Wochen-Intervallen zu
applizierendes Originalpräparat "Risperdal Consta" erhältlich und ein
Generikum für den Wirkstoff Paliperidon, der dem
Stoffwechselabbauprodukt des Risperidon entspricht, wird es bedingt
durch den 20-jährigen Patentschutz für Medizinprodukte erst in neun
Jahren geben, das wird natürlich ausgenutzt.

Aber Risperidon gibt es als Generikum sogar (teilweise) zuzahlungsfrei,
solltest du vielleicht mal ausprobieren, statt dich von
Internetgerüchten (ich nehme an du hast die Info mit den Todesfällen in
Japan aus der Wikipedia, dort sind diese an prominenter Stelle
platziert) abschrecken zu lassen.

Dann gibt es (chemisch verwandt) noch Ziprasidon, hier gibt es wirklich
die Nebenwirkung plötzlicher Herztod / Herzinfarkte durch
Herzkammerflimmern und Herzrhythmusstörungen, manche nehmen das Risiko
aber in Kauf, ebenso wie es Leute gibt, die entweder privat versichert
sind und nach einer Kostenübernahme durch die PKV (ist eh egal, weil man
da nicht krank sein darf, das aber für die KV bereits sichtbar ist)
Invega einnehmen oder das Paliperidon, Wirkstoff auch von Invega, als
Spritze bekommen, auch als Drei-Monats-Injektion unter dem Markennamen
Trevicta erhältlich.

Inzwischen ist auch Aripiprazol (früherer Markenname "Abilify") in die
Anwendung gekommen und wird häufiger verordnet. Das Aripiprazol ist als
Generikum erhältlich, da es in Deutschland ungefähr zehn Jahre nach
Patentierung also mit langer Pause auf den Markt kam, scheint hier (beim
Patentschutz) eine Frist von zehn Jahren zu gelten, welche bei
Paliperidon aber nicht auf die Vier-Monats-Injektionsform "Xeplion"
aufgeschlagen wurde (weil Paliperidon keine "echte" Neuentwicklung ist,
sondern das erste Stoffwechselabbauprodukt des Risperidon), sondern
dediziert, also "ganz normal" als 20-Jahres-"Schonzeit" gewährt wurde.
Aripiprazol eignet sich für einige, nicht aber für alle Personen als
Langzeitmedikation zur Rezidivprophylaxe, es hat mir Caripiprazin
("Reagila") inzwischen einen sündteuren erstattungsfähigen "großen
Bruder" bekommen. Hier gilt es aber noch abzuwarten, ob die
antipsychotische Wirkung tatsächlich der des (hochdosierten, normal
dosierten) Aripiprazols ebenbürtig ist, es wurde im Zulassungsverfahren
vor dem zulassenden GBa-Gremium der GKVs ausschließlich auf die
Negativ-Symptome der Schizophrenie abgestellt. Wenn du im Internet nach
Aripiprazol suchst findest du übrigens viele Off-Label-Indikationen für
Depressionsbehandlungen, ist aber alles unbrauchbar, das Aripiprazol ist
ein Antipsychotikum und wirkt zumindest in höheren Dosierungen, die nach
den ersten Studien auch empfohlen wurden (15 mg sollten erreicht
werden), eindeutig als Neuroleptikum. Ein Nachfolgepräparat des
japanischen Herstellers Otsuka ist dabei, in den europäischen Markt zu
kommen, der Wirkstoff heißt Brexpiprazol. Die leicht divergierende
Rezeptorbelegung der beiden Wirkstoffe ersiehst du aus der
englischsprachigen Wikipedia ("Pharmacology").

Ein altes Medikament mit erheblicher (Herz-)QTc-Zeit-Verlängerung war
das ORAP(R), dieses ist inzwischen nicht mehr auf dem Markt. Ebenfalls
starke Herz-Nebenwirkungen wurden außer bei Ziprasidon auch beim
Medikament Sertindol (Serdolect(R)) beobachtet. Die intravenöse Gabe von
Haloperidol wird seit einiger Zeit im Beipackzettel des Injektionslösung
ausgeschlossen, ebenfalls wegen der Gefahr von Herz-Nebenwirkungen.

Angeblich gibt es bei Amisulprid auch Herz-Nebenwirkungen, einmal durch
einen gesenkten Kaliumspiegel (das Medikament wird fast ausschließlich
renal, d. h. über die Nieren, verstoffwechselt), dann wohl aber auch
direkt nervös (QTc-Zeit-Verlängerung, gefährliche Wechselwirkungen mit
Antiarrhythmika der Klassen Ia und III). Amisulprid ist ein wirksames
Zweite-Generation-Antipsychotikum vor allem für die Akutbehandlung und
Einleitung einer regelmäßigen antipsychotischen Medikation.

HTH (hope that helps)
was auch immer einsiedlerkrebs# aus den zur Verfügung gestellten
Informationen macht (ob er sie überhaupt benötigt...sich vielleicht nur
über die Leute lustig machen will, die sie einnehmen, aus welchem Grund
auch immer er dieses Bedürfnis verspürt)...
noanswer (12.03.2019, 08:47)
In Japan ging es um alte Personen, vielleicht waren sie auch nervös
erkrankt (Morbus Parkinson) und sind dann quasi "umgefallen", man muss
nicht immer davon ausgehen, dass die Behandler einer psychischen
Erkrankung korrekt nach den Leitlinien für die bestehenden Erkrankungen
handeln, auch im psychiatrischen Bereich wird nicht selten der _ganze_
Mensch außer Acht gelassen. Nimm die Neuoleptikaverordnungen in den
Residenzen ("Altersheim") als Beispiel, da sterben höchstwahrscheinlich
sehr viel mehr Personen an den Nebenwirkungen als bei einem aufgeklärten
und behandlungswilligen Klientel zu erwarten ist (auch wegen der
Dosierung des Wirkstoffs).
Bonita Montero (12.03.2019, 15:27)
> In Japan ging es um alte Personen, vielleicht waren sie auch nervös
> erkrankt (Morbus Parkinson) und sind dann quasi "umgefallen", man muss
> nicht immer davon ausgehen, dass die Behandler einer psychischen
> Erkrankung korrekt nach den Leitlinien für die bestehenden Erkrankungen
> handeln, auch im psychiatrischen Bereich wird nicht selten der _ganze_
> Mensch außer Acht gelassen. Nimm die Neuoleptikaverordnungen in den
> Residenzen ("Altersheim") als Beispiel, da sterben höchstwahrscheinlich
> sehr viel mehr Personen an den Nebenwirkungen als bei einem aufgeklärten
> und behandlungswilligen Klientel zu erwarten ist (auch wegen der
> Dosierung des Wirkstoffs).


Bei manchen Alterserkrankungen ist eine frühere Sterblichkeit durch NL
nachgewiesen. Aber was willste machen: die Leute mit ihren Ängsten rum-
zappeln lassen? Dann lieber nen bisschen stumpf und gleichgültig sein.
Das würde ich auch selbst wünschen. Ich meine wir leben in industriali-
sierten Verhältnissen, da ist die Familie eben komplett am arbeiten und
nicht für den psychiatrisch / geriatrischen Fall verfügbar.
einsiedlerkrebs (12.03.2019, 21:55)
Am 12.03.2019 um 07:26 schrieb Bonita Montero:
> Das ist auch eigentlich nicht das Depot-NL schuld, sondern die nicht
> korrekte  Anwendung. Das kann nämlich in jedem Fall zu schweren Schäden
> und sogar zum Tod führen wenn man ein Depot-NL nicht wirklich in den
> Muskel, sondern versehentlich in eine Vene, spritzt, so dass man den
> ganzen Wirkstoff auf einmal in der Butbahn hat.


Schon mal was von MNS gehört?
noanswer (12.03.2019, 22:57)
>> Muskel, sondern versehentlich in eine Vene, spritzt, so dass man den
>> ganzen Wirkstoff auf einmal in der Butbahn hat.

> Schon mal was von MNS gehört?


Das heißt NMS


und ist das Akronym für Nette Mädels Sexen
genau das was du im Internet ständig suchst.

Ich wünsche dir noch viel Glück bei deiner (leider vergeblichen) Suche.

Der Answer
Bonita Montero (Gestern, 10:11)
>>> Also 17 Verstorbene auf über 10000 Behandlungen. Machen dich
>>> unsicher. Na ja.


>> Das ist auch eigentlich nicht das Depot-NL schuld, sondern die nicht
>> korrekte  Anwendung. Das kann nämlich in jedem Fall zu schweren Schäden
>> und sogar zum Tod führen wenn man ein Depot-NL nicht wirklich in den
>> Muskel, sondern versehentlich in eine Vene, spritzt, so dass man den
>> ganzen Wirkstoff auf einmal in der Butbahn hat.


> Schon mal was von MNS gehört?


Das bringt einen aber nicht um.
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