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Timo Sokal (06.02.2020, 20:50)
Hallo Leute,

nach dem mein aus Spaß am Vergnügen betriebenes Debian Unstable 4oder
5 Jahre völlig unauffällig gelaufen ist hat es mich vorgestern irgend
wie erwischt.
Ich komme nicht mehr an meine verschlüsselte Festplatte (SSD). Dem
voraus ging schon, dass sich seit etwas 2 Woche verschlüsselte externe
Datenträger nicht mehr öffnen lassen wollten. Darüber habe ich mir,
eben weil "Sid", keine wirklichen Sorgen gemacht.
Nach einem Update vorgestern streikt nun auch die einmal ganz normal
mit den Debian Bordwerkzeugen verschlüsselte SSD im Laptop.
Nach der Passworteingabe bekomme ich folgende Meldung

libgcc_s.so1 must be installed for pthread_cancel to work

Merkwürdig finde ich, dass ich die inzwischen ausgebaute SSD auch nicht
für sich an einem anderen Rechner geöffnet bekomme.
Hat jemand eine Idee, wie ich da evtl. noch dran kommen kann?

Es geht nicht um irgend welche wichtigen Daten, alles was auf der
Festplatte drauf ist ist gesichert. Ich würde nur gerne heraus
bekommen, was da schief gelaufen ist, ob ich evtl. selbst etwas
verbogen habe.
Hans-Georg Bork (06.02.2020, 23:30)
Moin

On 2/6/20 7:46 PM, Timo Sokal wrote:
> [...]
> Nach einem Update vorgestern streikt nun auch die einmal ganz normal
> mit den Debian Bordwerkzeugen verschlüsselte SSD im Laptop.
> Nach der Passworteingabe bekomme ich folgende Meldung
> libgcc_s.so1 must be installed for pthread_cancel to work


was enthielt das update denn alles? Sind da evtl auch Pakete
deinstalliert worden? libgcc_s.so.1 finden sich in ca. 150 Paketen,
eines davon solltest Du dann schon installiert haben. Check doch mal in
dpkg.log ob irgendein libgcc Paket jetzt weg ist.

Gruss
-- hgb
Timo Sokal (07.02.2020, 18:50)
Am Donnerstag, den 06.02.2020, 22:18 +0100 schrieb Hans-Georg Bork:

Hallo Hans Georg

Vielen Dank für Deine Rückmeldung.
> was enthielt das update denn alles? Sind da evtl auch Pakete
> deinstalliert worden? libgcc_s.so.1 finden sich in ca. 150 Paketen,
> eines davon solltest Du dann schon installiert haben. Check doch mal
> in
> dpkg.log ob irgendein libgcc Paket jetzt weg ist.

Da kann ich Dir leider keine nähere Auskünfte geben, ich komme janicht
mehr an den verschlüsselten Teil der Festplatte. Viel war es jedenfalls
nicht, weniger als 20 Pakete aus der Erinnerung. Und nur upgrade, kein
dist-upgrade. Obsolete Pakete sollten nicht entfernt werden. Weiß ich
deshalb, weil das für mich schon immer ein Grund war bis zur Klärung zu
unterbrechen.

Es würde mir schon weiter helfen, wenn ich den Versuch zum öffnender
verschlüsselten SSD etwas "gesprächiger" machen könnte?
Bisher heißt es nur

>>1 TB verschlüsselt<< konnte nicht eingehängt werden. Der Vorgang wurde abgebrochen.


Die SSD steckt in einem EasyBox-Gehäuse IB-1819M-C31 (USB-C) und lässt
sich an keinem der 3 anderen Rechner öffnen.
Ulf Volmer (07.02.2020, 20:20)
On 07.02.20 17:42, Timo Sokal wrote:

> Die SSD steckt in einem EasyBox-Gehäuse IB-1819M-C31 (USB-C) und lässt
> sich an keinem der 3 anderen Rechner öffnen.


Die anderen Rechner liefern die gleiche Fehlermeldung bzgl. libgcc_s.so1?
Und laufen auch mit Unstable? Kannst Du ggf. dort die Paketliste
kontrollieren?

Viele Grüße
Ulf
Sven Hartge (12.02.2020, 12:50)
Hilmar Preuße <hille42> wrote:

> gcc-10 (10-20200211-1) unstable; urgency=medium


> * GCC snapshot, taken from the trunk (20200211, a6ee556c765).


> [ Matthias Klose ]
> * Let the libgcc-sN multilib cross packages provide libgccN.
> * libgcc-sN: Move library back to /lib from /usr/lib, and add
> a replaces to libgccN. Closes: #950624.
> * libgcc-sN: Add break on cryptsetup-initramfs. Closes: #950551.


Die Probleme hier sind ein weiteres schönes Beispiel, warum die Art und
Weise, wie in Debian Buster der usr-merge eingeführt wurde, eine ganz
ganz schlechte Idee war.

In diesem Fall wurde durch die Verlinkung von /lib nach /usr/lib die
Dateikollisionserkennung von dpkg ausgehebelt, wodurch dann eine
wichtige Bibliothek entfernt werden konnte.

Es bestätigt mich erneut in meiner Auffassung, eine spezielle
Installations-ISO für meinen Arbeitgeber gemacht zu haben, welches
Buster-Systeme *ohne* usr-merge installiert.

Grüße,
Sven.
Timo Sokal (15.02.2020, 18:50)
Am Freitag, den 07.02.2020, 18:48 +0100 schrieb Ulf Volmer:

Hallo Ulf
> Die anderen Rechner liefern die gleiche Fehlermeldung bzgl.
> libgcc_s.so1?


Nein, die melden nur, dass sich die SSD (inzwischen in einem Gehäuse
mit USB-C eingebaut) nicht öffnen lässt.

> Und laufen auch mit Unstable? Kannst Du ggf. dort die Paketliste
> kontrollieren?


Debian Stretch/Buster oder CentOS.
Dort ist die Festplattenverschlüsselung generell fehlerfrei.
Timo Sokal (15.02.2020, 20:00)
Am Mittwoch, den 12.02.2020, 11:47 +0100 schrieb Sven Hartge:

Hallo Sven und Hilmar

Danke an euch für die Erläuterungen.
> Die Probleme hier sind ein weiteres schönes Beispiel, warum die Art
> und
> Weise, wie in Debian Buster der usr-merge eingeführt wurde, eine ganz
> ganz schlechte Idee war.
> In diesem Fall wurde durch die Verlinkung von /lib nach /usr/lib die
> Dateikollisionserkennung von dpkg ausgehebelt, wodurch dann eine
> wichtige Bibliothek entfernt werden konnte.
> Es bestätigt mich erneut in meiner Auffassung, eine spezielle
> Installations-ISO für meinen Arbeitgeber gemacht zu haben, welches
> Buster-Systeme *ohne* usr-merge installiert.


Wegen meiner mangelhaften Kenntnis der englischen Sprache habe ich mir
jetzt eine Erklärung mehr oder wenige mühselig zusammen gesetzt.
Gehe ich nun Recht in der Annahme, dass ich selbst nichts falsch, oder
zufällig kaputt gemacht habe? Sondern, dass das etwas war, was einem
mit Debian Unstable durchaus passieren kann?
Sven Hartge (15.02.2020, 20:10)
Timo Sokal <sokal-sonne> wrote:

> Gehe ich nun Recht in der Annahme, dass ich selbst nichts falsch, oder
> zufällig kaputt gemacht habe? Sondern, dass das etwas war, was einem
> mit Debian Unstable durchaus passieren kann?


So ist es. Daher ist es immer empfehlenswert apt-listchanges und vor
allem apt-listbugs installiert zu haben.

Letzteres bewahrt einem davor, in bekannte Löcher zu fallen. Kentnisse
der Englischen Sprache sind allerdings immer vorausgesetzt. Ohne diese
ist der Betrieb von Debian Sid immer Russisches Roulette.

S!
Timo Sokal (15.02.2020, 21:30)
Am Samstag, den 15.02.2020, 19:03 +0100 schrieb Sven Hartge:

hallo Sven
> So ist es. Daher ist es immer empfehlenswert apt-listchanges und vor
> allem apt-listbugs installiert zu haben. Hätte mir in diesem Fall ja auch nicht viel genützt?


> Letzteres bewahrt einem davor, in bekannte Löcher zu fallen.
> Kentnisse
> der Englischen Sprache sind allerdings immer vorausgesetzt. Ohne
> diese
> ist der Betrieb von Debian Sid immer Russisches Roulette.

Ursprünglich war es ein Spaß, geboren aus einer Laune heraus. Ich
wollte ausprobieren, wie lange es braucht bis es kaputt geht.
Installiert Ende 2015, hat es auf jeden Fall länger gedauert als bei
manch anderen eine stabile Version überlebt hat.
Noch mal danke an alle für die Tipps und Hinweise.
Sven Hartge (15.02.2020, 22:10)
Timo Sokal <sokal-sonne> wrote:
> Am Samstag, den 15.02.2020, 19:03 +0100 schrieb Sven Hartge:


>> So ist es. Daher ist es immer empfehlenswert apt-listchanges und vor
>> allem apt-listbugs installiert zu haben.


> Hätte mir in diesem Fall ja auch nicht viel genützt?


Der Bug war schon schnell bekannt. apt-listbugs hätte dir das gezeigt
und du hättest das Update abrechen können.

S!
Timo Sokal (19.02.2020, 10:00)
Am Samstag, den 15.02.2020, 21:00 +0100 schrieb Sven Hartge:

Hallo Sven
> Der Bug war schon schnell bekannt. apt-listbugs hätte dir das gezeigt
> und du hättest das Update abrechen können.

Ich habe Deinen Rat aufgenommen und das entsprechende (mir bisher nicht
bekannte) Paket für apt-listbugs im Zuge der Unstable Neuinstallation
mit installiert.
Nun werde ich beobachten was passiert.
Wieder etwas gelernt. Danke.
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