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Helge Adler (10.08.2019, 21:07)
Defekte am oder um das Scharnier am Displaydeckel scheinen immer noch
vor zu kommen.... Selbst bei (angeblich, nicht geprueft) hochpreisigen
Notebooks:



(notebook-doktor.de, ipc: Reparaturanleitung: ASUS UX303L Ultrabook
Dispalydeckel austauschen)

Links fehlte eine von drei Schrauben, daher ist es links zuerst
gebrochen, was sonst nicht der Fall ist! Ist logisch.

Unter uns gesagt:

Erstensmal wuerde ich das sowieso anders konstruieren bzw. anders
reparieren, aber letzteres natuerlich nicht offiziell. Da geht das
wohl nicht anders, als wie im Video gezeigt.

Und zweitens liegt der Fehler im vorliegenden Fall wohl eher an
verschleiszbedingter Zunahme der Reibung innerhalb des Scharniers, mit
den Jahren der Nutzung, wodurch die betr. Plastikteile endlich
ueberlastet wurden beim Oeffen und Schlieszen des Displaydeckels und
rausbrechen mussten (sog. Dauerbruch). Hatte der Konstrukteur nicht
vorbedacht und/oder der Hersteller des Scharniers hat irgendwo
geschludert.

Die technischen Datenblaetter der Neugeraete sollten darum kuenftig
eine Angabe ueber die Zugkraft in Pond enthalten, die beim Neugerät an
der Kante des Displaydeckels fuer dessen Drehung ums Scharnier
aufzuwenden ist. Bspw. 350 Pond an meinem Fuji-NB E8420 (geschaetzt,
ich koennte das nachmessen, ich habe ein altes, vielbenutztes und ein
fast neues davon). Dann waere die Kiste noch fabrikneu und in dem vom
Konsturkteur berechneten Zustand.

Die Fachzeitschriften-Tester koennten dabei voranschreiten und die
Messwerte von ihren neuwertigen Mustergeraeten veroeffentlichen.
Simple Sache mit fuer spaeter hohem Nutzwert.

Denn dann haetten die User - und auch die Werkstaetten - nach Jahren
einen Vergleichswert, den sie sehr einfach nachmessen und
wiederherstellen koennten. Insbesondere nach langem Gebrauch, wenn das
Scharnier schwergaengiger wird. Dann kann der User sein Geraet zur
Werkstatt bringen (einschicken) und den Service-Auftrag erteilen:
"Bitte Scharniere einstellen!" (oder selber basteln).

Fast wie beim Auto: "Bitte 20.000-Kilometer-Inspektion machen - und
die Bremsen einstellen!"

Diese Sorte Konstruktionen sind und waren und bleiben
Verschleiszteile, die mit dem Gebrauch ihren Zustand aendern und die
gehoeren gewartet!

Davon haetten alle was: der Hersteller (Renommee!), die Werkstatt und
nicht zuletzt der Verbraucher, dem sein teuer bezahltes Notebook fuer
eine verhaeltnissmaeszig geringe Servicegebuehr noch ein paar Jahre
laenger dienlich bleibt (bis ca. Windows 11 oder 12)......

Was meint ihr?

Es gibt ja auch noch die privaten Youtubb-Tester, die koennten das
ganz einfach vormachen (in den Kommentaren anregen - 'ne digitale
Handgepaeckwaage oder Federwaage oder so hat heutzutage fast jeder im
Haushalt!)
Thomas Krenzel . (10.08.2019, 22:21)
Am 10.08.2019 um 21:07 schrieb Helge Adler:
> Was meint ihr?


tl;dr.

Die Zugkraft die zum Öffnen des Deckels nötig ist messen? Sonst hast Du
nichts zu tun?

Kauf was vernünftiges, dann überlebt auch dein Scharnier ;)

T.
Helge Adler (11.08.2019, 00:47)
Helge Adler schrieb am 10.08.2019 um 21:07:
> Defekte am oder um das Scharnier am Displaydeckel scheinen immer noch
> vor zu kommen.... Selbst bei (angeblich, nicht geprueft) hochpreisigen
> Notebooks:
>
> (notebook-doktor.de, ipc: Reparaturanleitung: ASUS UX303L Ultrabook
> Dispalydeckel austauschen)


Nachtrag:

Helge Adler (11.08.2019, 00:55)
Thomas Krenzel . schrieb am 10.08.2019 um 22:21:
> Am 10.08.2019 um 21:07 schrieb Helge Adler:
> tl;dr.
> Die Zugkraft die zum Öffnen des Deckels nötig ist messen? Sonst hast
> Du nichts zu tun?
> Kauf was vernünftiges, dann überlebt auch dein Scharnier ;)
> T.


Haha, das muesstest du mal den Opfern nach der Ueberweisung der
Rep.-Rechnung erzaehlen (170,- EUR in dem Fall), die husten dir was!
;)

Ich selbst habe derzeit Glueck und keine derartigen Schaeden. Frueher
sah das aber mal anderst aus [autsch, seufz]
Helge Adler (11.08.2019, 01:43)
Helge Adler schrieb am 11.08.2019 um 00:55:
> Thomas Krenzel . schrieb am 10.08.2019 um 22:21:
> Haha, das muesstest du mal den Opfern nach der Ueberweisung der
> Rep.-Rechnung erzaehlen (170,- EUR in dem Fall), die husten dir was!
> ;)
> Ich selbst habe derzeit Glueck und keine derartigen Schaeden. Frueher
> sah das aber mal anderst aus [autsch, seufz]


Das ist naemlich gar nicht so unvernuenftig, da was zu messen, der
DIY-User "jackmagIV" kommentiert zu dem betr. Youtubb-Vid (Zitat):

"...ein Upgrade habe ich noch gemacht an den Scharnieren. Ich habe
jede der beiden M5 Sechskantmutter um ca. 90-120 Grad gelöst. Es gibt
so etwas weniger Druck beim schießen und öffnen an den
Verschraubungen. Das merkt man deutlich! Das gewisse knacken von den
Scharnieren beim verändern der Displayöffnung ist bei weitem nicht
mehr so heavy. Ich fand es damals im Neuzustand schon krass..."

Und beschreibt dann seine eigene Messmethode am Deckel, die allerdings
total unordentlich ist und wo mir die Systematik fehlt.

Die betr. Werkstatt spricht von zig eingesandten Reparaturfaellen nur
eines NB-Modells, Serienfehler. Abgesehen davon, dasz auch andere
NB-Hersteller derartig schludern.

Ich wuerde sagen: Bemessungsfehler des Herrn Ingenieurs, alternativ
mangelnde Wareneingangskontrolle bei Asus.

Und ob die oben genannten 170,- EUR hinkommen, weiß ich gar nicht,
hatte ich nur geschaetzt. 100,- der Deckel, + 1 Stunde Arbeitskosten,
+ Versandkosten....

Wir haben uns gestern 'ne Familien-Pizza kommen lassen, 17 Euro....

Nee-nee, blosz kein Consumer-Notebook mehr, nein, vielen Dank!
Marc Haber (11.08.2019, 10:29)
elge Adler <helge.adler> wrote:
>Helge Adler schrieb am 10.08.2019 um 21:07:
>Nachtrag:
>


Bei Asus wundert mich das keinen Meter.
Helge Adler (12.08.2019, 15:26)
Marc Haber schrieb am 11.08.2019 um 10:29:
> elge Adler <helge.adler> wrote:
> Bei Asus wundert mich das keinen Meter.


Offenbar sind schon beim Neugeraet dieser NB-Type die Deckelscharniere
extrem/ueberfluessig schwergaengig. Entweder hat der Asus-Entwickler
nicht aufgepasst oder der Zulieferer hat spaeter anders, als bestellt,
geliefert und der Wareneingang in der Asus-Fabrik hat sich nicht darum
gekuemmert.

In einem Compaq-Forum hatten sie vor 2 Jahrzehnten mal eine Aktion und
direkt beim Zulieferer eine Kiste mit neuen Scharnieren nachbestellt,
fuer ihre kaputten NBs.... Pro Stueck um die 30 DM.
Marcel Mueller (12.08.2019, 23:35)
Am 10.08.19 um 22:21 schrieb Thomas Krenzel .:
> Kauf was vernünftiges, dann überlebt auch dein Scharnier ;)


Wenn man die Dinger nur oft genug und vor allem schnell genug auf- und
zuklappt, bekommt man fast alle kurz. Bei Dell Latitude habe ich es auch
schon geschafft. Und ein Lenovo T-Series geht hier auch schon ziemlich
stramm. Das ist halt alles ein Frage des Nutzungsprofils. Bei mir sind
es ein, zwei Dutzend Klappvorgänge pro Tag.

Bei etwas sorgsamerer Behandlung halten die Scharniere allerdings meist
lange genug - also das Gerät wird aus anderen Gründen irgendwann
ausgemustert.

Marcel
Marcel Mueller (12.08.2019, 23:49)
Am 10.08.19 um 21:07 schrieb Helge Adler:
> Defekte am oder um das Scharnier am Displaydeckel scheinen immer noch
> vor zu kommen.... Selbst bei (angeblich, nicht geprueft) hochpreisigen
> Notebooks:


hochpreisig != hochwertig

Aber ja, das kommt vor. Die Hebelwirkung ist geometrisch bedingt immens.
Und wenn man dann noch mit Schmackes auf- und zumacht, gibt der klügere
irgendwann nach.

> Und zweitens liegt der Fehler im vorliegenden Fall wohl eher an
> verschleiszbedingter Zunahme der Reibung innerhalb des Scharniers, mit
> den Jahren der Nutzung, wodurch die betr. Plastikteile endlich
> ueberlastet wurden beim Oeffen und Schlieszen des Displaydeckels und
> rausbrechen mussten (sog. Dauerbruch).


Das ist so.

> Hatte der Konstrukteur nicht
> vorbedacht und/oder der Hersteller des Scharniers hat irgendwo
> geschludert.


Naja, im Neuzustand waren die Kräfte mutmaßlich OK. Und wenn es die
Garantiezeit fast immer überlebt, hat der Hersteller aus seiner Sicht
alles optimal ausgelegt.

> Die technischen Datenblaetter der Neugeraete sollten darum kuenftig
> eine Angabe ueber die Zugkraft in Pond enthalten, die beim Neugerät an
> der Kante des Displaydeckels fuer dessen Drehung ums Scharnier
> aufzuwenden ist.


Wa?
Welchen Mehrwert sollte das haben?
Daraus geht in keinster Weise hervor, wie lange es hält. Schließlich
hängt das auch ganz massiv von der Verankerung derselben ab.

Und als Kunde ist mir das auch einfach nur wurscht. Ich will nur dass es
eine angemessene Zeit hält.

> Diese Sorte Konstruktionen sind und waren und bleiben
> Verschleiszteile, die mit dem Gebrauch ihren Zustand aendern und die
> gehoeren gewartet!


So ziemlich /alles/ ändert durch den Gebrauch seinen Zustand. Von der
CPU durch Elektromigration über den Akku durch Oxidation bis hin zu
mechanischen Teilen durch Verharzen von Lagerfetten oder auch
Versprödung von Kunststoffen.

> Davon haetten alle was: der Hersteller (Renommee!), die Werkstatt und
> nicht zuletzt der Verbraucher, dem sein teuer bezahltes Notebook fuer
> eine verhaeltnissmaeszig geringe Servicegebuehr noch ein paar Jahre
> laenger dienlich bleibt (bis ca. Windows 11 oder 12)......
> Was meint ihr?


Also ich kann damit nichts anfangen.
Mit der selben Argumentationskette könnte ich die Lebensdauer jedes
einzelnen Bauteils im Gerät in Frage stellen, denn viele davon führen am
Ende zu einem unbrauchbaren Gerät.

Marcel
Helge Adler (18.08.2019, 16:07)
Marcel Mueller schrieb am 12.08.2019 um 23:49:
> Am 10.08.19 um 21:07 schrieb Helge Adler:
> Wa?
> Welchen Mehrwert sollte das haben?
> Daraus geht in keinster Weise hervor, wie lange es hält.


Hallo Marcel,

daran dachte ich auch gar nicht. Es geht nicht um eine Haltbarkeits-
Voraussage beim Neukauf.

Sondern darum, dasz man spaeter, als Anwender bzw. Techniker, nach
Jahren des Gebrauchs einen Vergleich mit dem Neuzustand des Scharniers
hat, als sein Zustand funktionell noch den sachgerechten Berechnungen
des Konstrukteurs entsprach.

Entspricht das Teil irgendwann nachmessbar nicht mehr jenem Wert, kann
ich es warten oder auswechseln (lassen), etc.pp.

Da der fragl. Wert nicht vorliegt, duerfte das nur mittels aktuellem
Vergleich alt ./. neu gehen.

Zufaellig habe ich zwei baugleiche Notebooks und kann vergleichen:

Vor mir stehen zwei hochwertige, Notebooks der E-Serie (Fujitsu),
gleiche Modell-Nummer, gleiche Ausstattung, gleiche Technik, gleiche
Mechanik, gleiches Herstellungsdatum (nur vier Wochen Unterschied) -
und jeweils 10 Jahre alt.

Es gibt dennoch einen wesentlichen Unterschied: Das eine Notebook ist
fast im Neuzustand (Reservegeraet) waehrend das andere tausendmal
genutzt, hin und her geschoben, Deckel auf und zu, milde Stuerze und
x-Fahrten und Fluege auf den Kien mit offenem Deckel usw. usf. hinter
sich hat.

Die Scharniere der beiden NBs sind also gleich alt, aber vollkommen
unterschiedlich "verbraucht". Geschaetzt im Verhaeltnis 1 : 100.

Schwenke ich nun parallel an den beiden geoeffneten Displaydeckel-
Kanten vor mir um einen gewissen Drehwinkel, fuehlt sich der
Kraftaufwand dabei aehnlich an (Gelegentlich werde ich noch eine
Federwaage ansetzen).

Aber: die Scharniere des vielgenutzten Notebooks haben inzwischen ein
Losbrechmoment im Vergleich. Das ist zu fuehlen und in dem Fall an
einem Knacksen auch deutlich zu hoeren. Bei dem Neuwertigen ist da gar
nichts, nicht mal ein fuehlbares Losbrechmoment, es ist auch nix zu
hoeren. Der Deckel des Vielgenutzten biegt sich zudem sichtbar am
Fusz. Alles Abweichungen vom Neuzustand.

Auf dieser Erkenntnisgrundlage werde ich nun erwaegen, was bald damit
zu tun waere:

Austausch beider Scharniere oder Wartung (zerlegen und schmieren) oder
kompl. Umstieg auf das neuwertige NB und das ver-/gebrauchte nur noch
geoeffnet auf dem Schreibtisch betreiben, solange es noch heil ist -
oder, oder, oder.....

Zufaellig habe ich zwei gleiche ungleich genutzte Geraete und kann
beurteilen, in anderen Faellen nicht. Ein neutraler Messwert aus dem
Testbericht eines Neugeraetes koennte also Jahre spaeter nuetzlich
sein (ich kann mich auch irren) aber haette einerlei dem Redakteur
keinen Aufwand verursacht.

Betrachtungen weiterer Aspekte lasse ich jetzt mal auszen vor. Es geht
mir nur um diese eine Sache. Auf den Gedanken hat mich der
Werkstattbericht gebracht, der weiter oben verlinkt ist.
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