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Martin Steigerwald (26.02.2009, 18:40)
Hi!

Ich habe einen Samba und einen Apache2, den ich nur bei Bedarf starte. Vor
insserv sich das Init-Skript mit rcconf permanent deaktivieren, so dass
auch Paket-Aktualisierungen es nicht mehr einschalteten.

Jetzt habe ich jedoch beide Systeme auf insserv umgestellt. inssrv -r
entfernt den Dienst auch. Nur beim nächsten Paket-Update ist er wieder
da.

Irgendeine Idee?

Ich stellte auf insserv um, da ich dachte, Debian wechselt da noch bis
Lenny hin. Das ist dann doch nicht geschehen. Vielleicht sollte ich
vorsichtiger werden mit dem Ausprobieren von "Innovationen".

Ciao,
Bernhard Vodicka (26.02.2009, 19:50)
On Thu, Feb 26, 2009 at 5:31 PM, Martin Steigerwald <Martin> wrote:
> Hi!
> Ich habe einen Samba und einen Apache2, den ich nur bei Bedarf starte. Vor
> insserv sich das Init-Skript mit rcconf permanent deaktivieren, so dass
> auch Paket-Aktualisierungen es nicht mehr einschalteten.
> Jetzt habe ich jedoch beide Systeme auf insserv umgestellt. inssrv -r
> entfernt den Dienst auch. Nur beim nächsten Paket-Update ist er wieder
> da.
> Irgendeine Idee?


man update-rc.d:

A common system administration error is to delete the links with the
thought that this will "disable" the service, i.e., that this will pre?
vent the service from being started. However, if all links have been
deleted then the next time the package is upgraded, the package?s
postinst script will run update-rc.d again and this will reinstall
links at their factory default locations. The correct way to disable
services is to configure the service as stopped in all runlevels in
which it is started by default. In the System V init system this means
renaming the service?s symbolic links from S to K.

Siehe auch Thread "Dienste in Runvlevel aufnehmen und wieder entfernen"
vom 14. Jänner 2009.



> Ich stellte auf insserv um, da ich dachte, Debian wechselt da noch bis
> Lenny hin. Das ist dann doch nicht geschehen. Vielleicht sollte ich
> vorsichtiger werden mit dem Ausprobieren von "Innovationen".
> Ciao,
> --
> Martin 'Helios' Steigerwald -


lg Bernhard
Martin Steigerwald (26.02.2009, 20:40)
Am Donnerstag 26 Februar 2009 schrieb Bernhard Vodicka:
> On Thu, Feb 26, 2009 at 5:31 PM, Martin Steigerwald <Martin> wrote:
> man update-rc.d:
> A common system administration error is to delete the links
> with the thought that this will "disable" the service, i.e., that this


Nun entfernt insserv -r in der Tat alle Links.

shambhala:~> ls -l /etc/rc?.d/*samba*
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:24 /etc/rc0.d/K01samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:24 /etc/rc1.d/K01samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:24 /etc/rc2.d/S24samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:24 /etc/rc3.d/S24samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:24 /etc/rc4.d/S24samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:24 /etc/rc5.d/S24samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:24 /etc/rc6.d/K01samba -> ../init.d/samba
shambhala:~> insserv -r samba
[...]
shambhala:~> ls -l /etc/rc?.d/*samba*
zsh: no matches found: /etc/rc?.d/*samba*

Ich hätte jedoch gedacht, dass es sich diese Einstellung auch fürdie
Zukunft merkt. Gut, seis drum.

Klar kann ich nun hergehen und die Links manuell von "S*" auf "K*" ändern,
doch beim nächsten Durchlauf bügelt insserv da doch ohnehin wieder drüber
oder nicht?

Hmmm, nach intensiverem Studium der Manpage hab ich:

shambhala:~> insserv samba,stop=1,2,3,4,5
[...]
shambhala:~> ls -l /etc/rc?.d/*samba*
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:29 /etc/rc1.d/K01samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:29 /etc/rc2.d/K01samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:29 /etc/rc3.d/K01samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:28 /etc/rc3.d/S24samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:29 /etc/rc4.d/K01samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:28 /etc/rc4.d/S24samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:29 /etc/rc5.d/K01samba -> ../init.d/samba
lrwxrwxrwx 1 root root 15 26. Feb
19:28 /etc/rc5.d/S24samba -> ../init.d/samba

Warum insserv da aber die Startlinks nicht entfernt, verstehe ich gerade
nicht. Ist jetzt erstmal nicht so wichtig, da Debian 3-5 eh nicht nutzt.

Die Logik hinter den doppelten Links erschließt sich mir dennoch nicht.
Sieht mir wie so ein typischer SUSE-Effekt aus ;). SCNR. (Das Tool ist
ursprünglich von SUSE.)

Da gäbe es noch die Möglichkeit mit einer Override-Datei...

Ciao,
Hans-Dietrich Kirmse (26.02.2009, 23:30)
Hallo,

Martin Steigerwald schrieb:

> Ich stellte auf insserv um, da ich dachte, Debian wechselt da noch bis
> Lenny hin. Das ist dann doch nicht geschehen. Vielleicht sollte ich
> vorsichtiger werden mit dem Ausprobieren von "Innovationen".


nur mal Interessehalber: wie groß ist der Aufwand, einen Server unter Debian
komplett auf insserv umzustellen? Wie bist du da überhaupt vorgegangen?

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Dietrich
Sven Hartge (27.02.2009, 01:10)
Hans-Dietrich Kirmse <hd.kirmse> wrote:
> Martin Steigerwald schrieb:


>> Ich stellte auf insserv um, da ich dachte, Debian wechselt da noch
>> bis Lenny hin. Das ist dann doch nicht geschehen. Vielleicht sollte
>> ich vorsichtiger werden mit dem Ausprobieren von "Innovationen".


> nur mal Interessehalber: wie groß ist der Aufwand, einen Server unter
> Debian komplett auf insserv umzustellen? Wie bist du da überhaupt
> vorgegangen?


Vorbedingung: Lenny.

Danach: dpkg-reconfigure insserv

Sollte man alte Pakete wie z.B. "lvm" oder "lvm-common" installiert
haben, für die es keine LSB-Header gibt und auch keine Overrides im
insserv-Paket, so muss man diese vorher mit "aptitude purge" restlos
entsorgen.

Am besten arbeitet man mit aptitude die komplette "Obsolete or locally
installed"-Sektion ab und entfernt die dort gelisteten Pakete,
mindestens aber die, die Init-Scripts beinhalten.

Danach ist die Umstellung dann fertig.

Auf einem neuen System wird das sofort funktionieren, auf meinem seit
Debian Slink existierenden System braucht ich etwas länger, da hier sehr
viel Müll herumlag, der erst entsorgt werden mußte.

Hans-Georg Bork (27.02.2009, 03:30)
On Fri, 2009-02-27 at 00:01 +0100, Sven Hartge wrote:
> [...]
> Auf einem neuen System wird das sofort funktionieren, auf meinem seit
> Debian Slink existierenden System braucht ich etwas länger, da hier sehr
> viel Müll herumlag, der erst entsorgt werden mußte.


Aus der Paket-Beschreibung von insserv auf Lenny:
+---------------------------------------------------------------
| This package should be used with care, as incorrect or missing
| dependencies can lead to an unbootable system.
+---------------------------------------------------------------

Man sollte also wissen, was man tut ...

Gruss
Hans-Dietrich Kirmse (27.02.2009, 09:30)
Hallo Hans-Georg,

Hans-Georg Bork schrieb:
> On Fri, 2009-02-27 at 00:01 +0100, Sven Hartge wrote:
> Aus der Paket-Beschreibung von insserv auf Lenny:
> +---------------------------------------------------------------
> | This package should be used with care, as incorrect or missing
> | dependencies can lead to an unbootable system.
> +---------------------------------------------------------------
> Man sollte also wissen, was man tut ...


Danke für den Hinweis. Da daran gearbeitet wird, dass das System z.B. auch als
VMWare-Image vorliegt, werde ich das vorher testen.

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Dietrich
Hans-Dietrich Kirmse (27.02.2009, 09:30)
Hallo Martin,

Sven Hartge schrieb:
> Hans-Dietrich Kirmse <hd.kirmse> wrote:
> Vorbedingung: Lenny.


ist gegeben.

> Danach: dpkg-reconfigure insserv
> Sollte man alte Pakete wie z.B. "lvm" oder "lvm-common" installiert
> haben, für die es keine LSB-Header gibt und auch keine Overrides im
> insserv-Paket, so muss man diese vorher mit "aptitude purge" restlos
> entsorgen.
> Am besten arbeitet man mit aptitude die komplette "Obsolete or locally
> installed"-Sektion ab und entfernt die dort gelisteten Pakete,
> mindestens aber die, die Init-Scripts beinhalten.


ein einziges Paket ist bei mir in dieser Sektion (Webmin). das sollte auch
per Hand dafür umgerüstet werden können.

> Danach ist die Umstellung dann fertig.


klingt doch gut.

> Auf einem neuen System wird das sofort funktionieren,


es geht um ein neues System, lvm wird nicht genutzt.

> auf meinem seit
> Debian Slink existierenden System braucht ich etwas länger, da hier sehr
> viel Müll herumlag, der erst entsorgt werden mußte.
> S°


herzlichen Dank für die Hinweise.

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Dietrich
Sven Hartge (27.02.2009, 10:40)
Hans-Dietrich Kirmse <hd.kirmse> wrote:
> Hallo Martin,


> Sven Hartge schrieb:
>> Hans-Dietrich Kirmse <hd.kirmse> wrote:
>>> Martin Steigerwald schrieb:


>>>> Ich stellte auf insserv um, da ich dachte, Debian wechselt da noch
>>>> bis Lenny hin. Das ist dann doch nicht geschehen. Vielleicht sollte
>>>> ich vorsichtiger werden mit dem Ausprobieren von "Innovationen".


>>> nur mal Interessehalber: wie groß ist der Aufwand, einen Server
>>> unter Debian komplett auf insserv umzustellen? Wie bist du da
>>> überhaupt vorgegangen?


>> Vorbedingung: Lenny.


>> Auf einem neuen System wird das sofort funktionieren,


> es geht um ein neues System, lvm wird nicht genutzt.


LVM ist nicht das Problem, nur die alten Init-Script lvm und lvm-common
sind es. Das echte Init-Script des aktuellen LVM-Systems in Debian hört
auf den namen lvm2 und hat die nötigen LSB-Header.

Martin Steigerwald (27.02.2009, 16:00)
Am Donnerstag 26 Februar 2009 schrieb Hans-Dietrich Kirmse:
> Hallo,
> Martin Steigerwald schrieb:
> nur mal Interessehalber: wie groß ist der Aufwand, einen Server unter
> Debian komplett auf insserv umzustellen? Wie bist du da überhaupt
> vorgegangen?


Ach mit meinem Server hab ich das noch gar nicht gemacht. Da bin ich
konservativer. ;)

Umstellen bedeutet hat alle Init-Skripte, die insserv anmosert zu fixen.
Ich hab das damals gemacht, indem ich die entsprechendenen Pakete
aktualisierte. Bei Lenny sollten eigentlich alle Init-Skripte konform
sein, also die LSB-Header enthalten.
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