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Alexander Goetzenstein (24.03.2020, 10:16)
Hallo,
gestern sah ich mich aufgerufen, mal wieder unser Brombeergestrüpp etwas
zu lichten. Die Beeren sind ja lecker -und erst recht die Marmelade
daraus- aber die Dornen (oder sind es Stacheln?) verleiden es mir doch
recht wirksam. Da helfen die bisher gefundenen Schutzmaßnahmen wie
Arbeitshandschuhe und dicke Jacke nicht wirklich: immer wieder dringen
die Dornen (Stacheln?) durch die Handschuhe, und immer wieder halten
mich die Dornen (Stacheln?) an der Jacke regelrecht gefangen. Hinzu
kommt die Furcht, eine dieser kratzigen Ruten könnte mir ins Gesicht
oder gar ins Auge schnappen. So gestaltet sich die Arbeit recht mühsam
und schmerzhaft, und im Grunde kann man so einen Brombeerzweig nur mit
zwei Fingern fassen, womit man kaum Kraft ausüben kann.

Gibt es denn Handschuhe, durch die auch diese biestigen Brombeerstacheln
nicht hindurch dringen? Welches Material wäre für Jacke und Hose
geeignet? Wie kann ich mich schützen?
Klaus Scheffel (24.03.2020, 10:55)
Am 24.03.2020 um 09:16 schrieb Alexander Goetzenstein:
[..]
> Gibt es denn Handschuhe, durch die auch diese biestigen Brombeerstacheln
> nicht hindurch dringen? Welches Material wäre für Jacke und Hose
> geeignet? Wie kann ich mich schützen?


Diese Problem habe ich beim Rosen schneiden und leider auch noch keine
befriedigende Lösung gefunden.

Diese Sorge wärst DU bei stachellosen Brombeeren los. Seid den 70iger
Jahren stehen diese bei mir im Garten und so ca. 40-60 Gläser Marmelade
und auch 20-30 Liter Hauswein neben dem Brombeerlikör springen jährlich
dabei raus.
Auch Nachbarn und die liebe Verwandtschaft ernten Früchte bzw. werden
mit Pflanzen versorgt. Die Triebe, teilweise daumenstark, werden bis zu
7m lang. Die jährliche Säuberungsaktion habe ich vorige Woche zum
größten Teil erledigt, denn die Vorjahrestriebe müssen wie bei den
Himbeeren entfernt werden. Die Einarbeitung von Komposterde mit ein paar
Hornspänen ist in den nächsten Tagen fällig.
Alfred Flaßhaar (24.03.2020, 11:12)
Am 24.03.2020 um 09:16 schrieb Alexander Goetzenstein:
> Hallo,
> gestern sah ich mich aufgerufen, mal wieder unser Brombeergestrüpp etwas
> zu lichten. Die Beeren sind ja lecker -und erst recht die Marmelade
> daraus- aber die Dornen (oder sind es Stacheln?) verleiden es mir doch
> recht wirksam.


(...)

Das erinnert mich an meine Kindheit und Ferien bei Oma. Im Hochsommer
Wildbrombeeren sammeln war eine Tortour. Aber was dann Oma daraus
gezaubert hatte, war oberlecker. Beim Pflücken halfen nur sehr dicke
Kleidung und Lederhandschuh, um das Bündel Stacheldraht am Grabenrand zu
bezwingen.

Viel Erfolg und Gesundheit wünscht,

Alfred Flaßhaar

p. s.

Ich hatte einige Jahre lang stachellose Sträucher "Loch-Ness". Die
Früchte haben nicht so geschmeckt.
Jürgen Jänicke (24.03.2020, 11:40)
Am 24.03.2020 um 09:55 schrieb Klaus Scheffel:
> Am 24.03.2020 um 09:16 schrieb Alexander Goetzenstein:
> Diese Problem habe ich beim Rosen schneiden und leider auch noch keine
> befriedigende Lösung gefunden.
> Diese Sorge wärst DU bei stachellosen Brombeeren los. Seid den 70iger
> Jahren stehen diese bei mir im Garten <. . .>


Interessant. Habe so was auch mal vor Jahren 2x versucht. Gekauft im
Fachhandel. Aber spätestens im 3. Jahr hatten alle neuen Triebe wieder
Dornen. Daher letztlich dann doch aufgegeben und die Hecke wieder
entfernt. Schade eigentlich, hervorragende Früchte.

J.J.
Frank Hucklenbroich (24.03.2020, 15:11)
Am Tue, 24 Mar 2020 09:16:27 +0100 schrieb Alexander Goetzenstein:

> Hallo,
> gestern sah ich mich aufgerufen, mal wieder unser Brombeergestrüpp etwas
> zu lichten. Die Beeren sind ja lecker -und erst recht die Marmelade
> daraus- aber die Dornen (oder sind es Stacheln?) verleiden es mir doch
> recht wirksam. Da helfen die bisher gefundenen Schutzmaßnahmen wie
> Arbeitshandschuhe und dicke Jacke nicht wirklich: immer wieder dringen
> die Dornen (Stacheln?) durch die Handschuhe, und immer wieder halten
> mich die Dornen (Stacheln?) an der Jacke regelrecht gefangen.


Schon mal Schnittschutzhandschuhe aus dem Profibereich ausprobiert?

Sowas hier meine ich:



> Hinzu
> kommt die Furcht, eine dieser kratzigen Ruten könnte mir ins Gesicht
> oder gar ins Auge schnappen.


Dazu gibt es diese runden Plexiglasscheiben, die man als Schutz vor dem
Gesicht trägt. Die städtischen Gärtner hierzustadt benutzen das bei
entsprechend gefährlichen Tätigkeiten. So ein Ding hier:



Mit unter 25 EUR auch nicht zu teuer, und man braucht sich keine Sorgen
mehr zu machen.

Auch für Jacke und Hose würde ich im Profibereich schauen, es gibt
spezielle Schutzkleidung für Forstarbeiter, das mag zum Brombeerpflücken
zwar etwas overkill sein, aber das Material dürfte gut geeignet sein.

Und generell ist solche Berufskleidung im Regelfall so robust, daß sie bei
einem Hobbygärtner jahrelang hält.

Grüße,

Frank
Alexander Goetzenstein (24.03.2020, 15:29)
Hallo,

Am 24.03.20 um 14:11 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Schon mal Schnittschutzhandschuhe aus dem Profibereich ausprobiert?
> Sowas hier meine ich:
>


Schnittschutz hilft nach meiner bisherigen Erfahrung nicht gegen den
Stich spitzer Dornen; selbst durch dickes Leder kommen die irgendwann
durch. Und auch da finde ich nur einen Artikel, der Stechschutz verspricht:

Das sieht ganz nach einem Kettenhandschuh aus. Einen Kettenhandschuh
hatte ich schon einmal in der Hand gehabt, den Lücken zwischen den
Gliedern aber nicht zugetraut, auch vor Dornen zu schützen: die Dornen
piksen bestimmt einfach durch die Lücken. Hast Du damit eigene
Erfahrung? So ganz billig sind die Dinger ja nicht, mit fast 70 Euronen
in Größe M (wäre mir zu klein).

> Dazu gibt es diese runden Plexiglasscheiben, die man als Schutz vor dem
> Gesicht trägt. Die städtischen Gärtner hierzustadt benutzen das bei
> entsprechend gefährlichen Tätigkeiten. So ein Ding hier:
>
> Mit unter 25 EUR auch nicht zu teuer, und man braucht sich keine Sorgen
> mehr zu machen.


Ja, vielen Dank, das könnte was werden.

> Auch für Jacke und Hose würde ich im Profibereich schauen, es gibt
> spezielle Schutzkleidung für Forstarbeiter, das mag zum Brombeerpflücken
> zwar etwas overkill sein, aber das Material dürfte gut geeignet sein.


Sie müsste nicht nur Dornenstiche nicht durchlassen -dazu muss die
Kleidung nur dick genug sein- sondern sich nicht festkrallen lassen. Da,
fürchte ich, ist auch das festeste Gewebe aus Kevlar raus, oder?
Kathinka Wenz (24.03.2020, 15:52)
Alexander Goetzenstein <alexander_goetzenstein> wrote:

> gestern sah ich mich aufgerufen, mal wieder unser Brombeergestrüpp etwas
> zu lichten. Die Beeren sind ja lecker -und erst recht die Marmelade
> daraus- aber die Dornen (oder sind es Stacheln?) verleiden es mir doch
> recht wirksam.


Stacheln.

> Gibt es denn Handschuhe, durch die auch diese biestigen Brombeerstacheln
> nicht hindurch dringen? Welches Material wäre für Jacke und Hose
> geeignet? Wie kann ich mich schützen?


Ich habe auch noch nichts gefunden. Ritterrüstung und eine große Machete
könnten vielleicht helfen. Oder Feuer und genug Abstand...

Gruß, Kathinka
Frank Hucklenbroich (24.03.2020, 16:18)
Am Tue, 24 Mar 2020 14:29:32 +0100 schrieb Alexander Goetzenstein:

> Hallo,
> Am 24.03.20 um 14:11 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Schnittschutz hilft nach meiner bisherigen Erfahrung nicht gegen den
> Stich spitzer Dornen; selbst durch dickes Leder kommen die irgendwann
> durch. Und auch da finde ich nur einen Artikel, der Stechschutz verspricht:
>
> Das sieht ganz nach einem Kettenhandschuh aus. Einen Kettenhandschuh
> hatte ich schon einmal in der Hand gehabt, den Lücken zwischen den
> Gliedern aber nicht zugetraut, auch vor Dornen zu schützen: die Dornen
> piksen bestimmt einfach durch die Lücken.


Das denke ich auch, der Kettenhandschuh schützt nur vor scharefn Messern.

> Hast Du damit eigene
> Erfahrung?


Nein, leider nicht, aber Ketten lassen bestimmt Dornen durch. Ich hatte
eher an den Schnittschutz gedacht.

Was man noch versuchen könnte, sind mit Quarzsand gefüllte Handschuhe, wie
sie in Sicherheitskreisen verwendet werden. Die sollen u.a. vor
Messerstichen schützen (und geben bei Faustschlägen mehr "wumms"). Ob die
allerdings zur Gartenarbeit taugen, ist eine andere Frage. So richtig
beweglich sind die Finger damit nicht mehr. Und man sollte die nicht in der
Öffentlichkeit auffällig mit sich führen, soweit ich weiß, gelten die als
"passive Bewaffnung".

Sowas hier:


> Ja, vielen Dank, das könnte was werden.
> Sie müsste nicht nur Dornenstiche nicht durchlassen -dazu muss die
> Kleidung nur dick genug sein- sondern sich nicht festkrallen lassen. Da,
> fürchte ich, ist auch das festeste Gewebe aus Kevlar raus, oder?


Da würde ich vielleicht mal wirklich die Profis fragen, Garten- und
Landschaftsbauer.

Grüße,

Frank
Werner Flügel (24.03.2020, 16:55)
Am 24.03.2020 um 09:16 schrieb Alexander Goetzenstein:

> Gibt es denn Handschuhe, durch die auch diese biestigen Brombeerstacheln
> nicht hindurch dringen?


Hatte vor ein, zwei Jahren das gleiche Problem. Mein Tip:
Lederhandschuhe und Kombizange zum Festhalten der Triebe, dann mit der
Gartenschere kappen und über der Mülltonne zu kleinen Schnipseln
verarbeiten ;-)

> Welches Material wäre für Jacke und Hose
> geeignet? Wie kann ich mich schützen?


Ist deine Brombeerhecke SO riesig? Einfach Stück für Stück durch die
Hecke arbeiten, da genügt normale Arbeitskleidung. Tat jempfalz bei mir.
Ina Koys (24.03.2020, 18:12)
Am 24.03.2020 um 14:11 schrieb Frank Hucklenbroich:

> Schon mal Schnittschutzhandschuhe aus dem Profibereich ausprobiert?


Ich hab Schnittschutzhandschuhe für Küchengebrauch. Dafür sind sie
super. Aber gegen Brombeere würden die nicht helfen. Die sind Strickzeug.

Ina
Andy Angerer (24.03.2020, 18:53)
Am 24.03.20 um 17:12 schrieb Ina Koys:
> Am 24.03.2020 um 14:11 schrieb Frank Hucklenbroich:
>> Schnittschutzhandschuhe

> Schnittschutzhandschuhe


Wer erfindet eigentlich solche Wörter?
Da springt einem ja das Gebiß aus dem Gesicht.
Karl-Heinz Rekittke (24.03.2020, 19:46)
Am 24.03.2020 um 17:53 schrieb Andy Angerer:
> Am 24.03.20 um 17:12 schrieb Ina Koys:
>> Am 24.03.2020 um 14:11 schrieb Frank Hucklenbroich:
>>> Schnittschutzhandschuhe

>> Schnittschutzhandschuhe

> Wer erfindet eigentlich solche Wörter?


Waldarbeiter?

> Da springt einem ja das Gebiß aus dem Gesicht.


Es gibt auch Schnittschutzschuhe - ist kürzer aber regt noch mehr zu
Überlegungen an. Das beste an denen ist, dass man damit nicht die ganzen
Socken voller Späne hat, wie bei den Gartenclogs.

Vor fast 20 Jahren hätte ich besser die Handschuhe angehabt, denn
damals, es war der erste Schnitt mit der Kettensäge in dem Jahr, sprang
mir besagte, Richtung Gesicht entgegen. Ob man will oder nicht, versucht
man sich dann mit der Hand zu schützen und es endet dann meist in der
Notaufnahme. Ist aber alles dran geblieben ...
Frank Hucklenbroich (24.03.2020, 21:07)
Am Tue, 24 Mar 2020 18:46:49 +0100 schrieb Karl-Heinz Rekittke:

> Am 24.03.2020 um 17:53 schrieb Andy Angerer:
> Waldarbeiter?
> Es gibt auch Schnittschutzschuhe - ist kürzer aber regt noch mehr zu
> Überlegungen an. Das beste an denen ist, dass man damit nicht die ganzen
> Socken voller Späne hat, wie bei den Gartenclogs.
> Vor fast 20 Jahren hätte ich besser die Handschuhe angehabt, denn
> damals, es war der erste Schnitt mit der Kettensäge in dem Jahr, sprang
> mir besagte, Richtung Gesicht entgegen. Ob man will oder nicht, versucht
> man sich dann mit der Hand zu schützen und es endet dann meist in der
> Notaufnahme. Ist aber alles dran geblieben ...


Noch gefährlicher ist es, wenn sich die Hose in der Kettensäge verfängt,
die zieht sich dann nämlich am Hosenbein hoch Richtung Schritt...

Deshalb bestehen gute Schnittschutzhosen (ja, die gibt es) aus einem Stoff,
der sich sofort in so viele Fäden zerlegt, daß die Kettensäge blockiert,
bevor sie wertvolle Körperteile erreichen kann.



Grüße,

Frank
Schorsch (25.03.2020, 10:54)
Am 24.03.2020 um 18:46 schrieb Karl-Heinz Rekittke:
> Am 24.03.2020 um 17:53 schrieb Andy Angerer:
> Waldarbeiter?


Fleischer? In Schlachthöfen wird so was viel verwendet. Da gibt es
verschiedene Ausführungen bis hin zum Kettenhandschuh.



Gruß
Schorsch
Ina Koys (25.03.2020, 13:01)
Am 24.03.2020 um 17:53 schrieb Andy Angerer:
> Am 24.03.20 um 17:12 schrieb Ina Koys:
>> Am 24.03.2020 um 14:11 schrieb Frank Hucklenbroich:
>>> Schnittschutzhandschuhe

>> Schnittschutzhandschuhe

> Wer erfindet eigentlich solche Wörter?


Ein besserer Mensch als der, der "garteln" erfunden hat!

Ina