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Jens Nixdorf (20.07.2007, 09:35)
Hallo,

sorry für das Posting in zwei Gruppen, aber es betrifft m.M.n. auch beide
Themen und ich konnte mich nicht entscheiden ;).

Folgendes Problem: Vorhanden ist ein ISDN-Anschluss der T-Com und darüber
auch ein DSL-Anschluss, ebenfalls T-Com. Beides funktioniert auch normal
bis auf eine Ausnahme.

An einem Rechner ist eine Fritzcard PCI (nur ISDN) vorhanden, die für
diverse Dinge gebraucht wird. DSL wird über ein DSL-Modem/Router Speedport
W701V an den Rechner gebracht. Die Verbindung von Splitter zum DSL-Modem
und die Verbindung NTBA zur Fritzcard sind über ein "umfunktioniertes", ca.
10 m langes CAT5-Kabel realisiert, darin gehen 2 Drähte vom Splitter zum
Modem und 4 Drähte von NTBA zu einer ISDN-Dose, die dann mit der Fitzcard
verbunden wird. Nochmal als Schema:

NTBA 1 2 3 4 Splitter 1 2
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ISDN-Dose + + + + | |
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Fritzcard + + + + DSL-Modem + +

Jetzt das Problem: Sobald die Fritzcard mit der ISDN-Dose verbunden wird,
bricht die DSL-Verbindung zusammen. Die DSL-Leuchte fängt an zu blinken,
und scheinbar kann das Modem sich nicht mehr "syncen". In der Zeit kann man
ganz wunderbar mit der Fritzcard arbeiten. Sobald man die Fritzcard wieder
vom ISDN-Netz trennt, geht DSL auch wieder.

Das gleiche Verhalten übrigens auch, wenn man den Speedport an ISDN
anschliesst (der ja auch eine Telefonanlagen-Funktion drin hat). Kann es
sein, dass das nur wegen des Verlaufs der Leitungen innerhalb des gleichen
Kabels passiert, also wegen Übersprechen oder so?

Die ISDN-Dose hat übrigens keine Abschlusswiderstände drin.

Danke schonmal, mfG, Jens
Michael Landenberger (20.07.2007, 09:58)
"Jens Nixdorf" <spamtrap> schrieb:

> Folgendes Problem: Vorhanden ist ein ISDN-Anschluss der T-Com und
> darüber auch ein DSL-Anschluss, ebenfalls T-Com.


> An einem Rechner ist eine Fritzcard PCI (nur ISDN) vorhanden, die
> für diverse Dinge gebraucht wird. DSL wird über ein DSL-Modem/Router
> Speedport W701V an den Rechner gebracht. Die Verbindung von Splitter
> zum DSL-Modem und die Verbindung NTBA zur Fritzcard sind über ein
> "umfunktioniertes", ca. 10 m langes CAT5-Kabel realisiert, darin
> gehen 2 Drähte vom Splitter zum Modem und 4 Drähte von NTBA zu einer
> ISDN-Dose, die dann mit der Fitzcard verbunden wird.


Ich setze jetzt mal voraus, dass auch der NTBA an den Splitter angeschlossen
ist. Wenn dem so ist und der Splitter auch nicht defekt ist, könnte der
Verbindungsabbruch tatsächlich, wie von dir bereits vermutet, mit einem
Übersprechen innerhalb deiner kombinierten DSL-/ISDN-Zuleitung liegen. Durch
die Signale, die von der ISDN-Leitung auf das DSL-Adernpaar einstreuen, kann
die DSL-Verbindung gestört werden. Du solltest in diesem Fall erst einmal
sicherstellen, dass sowohl für ISDN als auch für DSL nur zusammengehörige
Adern verwendet werden, d. h. die zum DSL-Modem führende Leitung sollte
ebenso wie die ISDN-Zuleitungen 1-2 und 3-4 jeweils paarweise verdrillt
sein. Wenn das der Fall ist und die Störung immer noch auftritt, dann wirst
du wohl um das Verlegen einer zweiten Strippe nicht herumkommen.

Gruß

Michael
Marc Haber (20.07.2007, 11:25)
Jens Nixdorf <spamtrap> wrote:
>Folgendes Problem: Vorhanden ist ein ISDN-Anschluss der T-Com und darüber
>auch ein DSL-Anschluss, ebenfalls T-Com. Beides funktioniert auch normal
>bis auf eine Ausnahme.
>Jetzt das Problem: Sobald die Fritzcard mit der ISDN-Dose verbunden wird,
>bricht die DSL-Verbindung zusammen. Die DSL-Leuchte fängt an zu blinken,
>und scheinbar kann das Modem sich nicht mehr "syncen". In der Zeit kann man
>ganz wunderbar mit der Fritzcard arbeiten. Sobald man die Fritzcard wieder
>vom ISDN-Netz trennt, geht DSL auch wieder.


Splitter kaputt. Tauschen lassen.

Grüße
Marc
Wolfgang Allinger (20.07.2007, 11:38)
forwarded and quote to weitergeleitet und zitiert
on/am 20.07.07 spamtrap (Jens Nixdorf)
in newsgroup: /de/comm/technik/dsl
topic : DSL tot wenn ISDN angeschlossen

[..]
>ISDN-Dose + + + + | |
> | | | | | |
>Fritzcard + + + + DSL-Modem + +


Frage 1: ist der NTBA auch richtig am (hinter!) Splitter angeschlossen?

>Jetzt das Problem: Sobald die Fritzcard mit der ISDN-Dose verbunden
>wird, bricht die DSL-Verbindung zusammen. Die DSL-Leuchte fängt an zu
>blinken, und scheinbar kann das Modem sich nicht mehr "syncen". In der
>Zeit kann man ganz wunderbar mit der Fritzcard arbeiten. Sobald man
>die Fritzcard wieder vom ISDN-Netz trennt, geht DSL auch wieder.


Frage 2: was passiert, wenn Du das Kabel von NTBA zur ISDN Dose durch
ein anderes ersetzt und evtl. auch das Kabel für DSL durch getrennte
Kabel (wg. mir provisorisch über den Boden verlegt) ersetzt?

Frage 3: Sind bei der Verteilung der Adern auch die jeweils verdrillten
Pärchen benutzt worden?

Frage 4: Gibt es irgendwo einen Masseschluss in der Verkabelung?

>Das gleiche Verhalten übrigens auch, wenn man den Speedport an ISDN
>anschliesst (der ja auch eine Telefonanlagen-Funktion drin hat).


Frage 5: Mit dem gleichen Kabel von ISDN-Dose ans Gerät?

Frage 6: Was passiert, wenn Du das ISND Gerät direkt in den NTBA
steckst, ohne und mit dem Kabel zur ISDN-Dose (Abschluß muss dort rein!)

>Kann es sein, dass das nur wegen des Verlaufs der Leitungen innerhalb
>des gleichen Kabels passiert, also wegen Übersprechen oder so?


An übersprechen glaube ich nicht, natürlich nur, wenn die richtigen
Pärchen verseilt sind!

Die Signale gehen vorher schon einträchtig über x-Kilometer gleich
Adern, also 100% Übersprechen, wenn Du so willst :-)

Eher ist da irgendwo ein Masse/Erdschluss und/oder eine
Adernvertauschung.

>Die ISDN-Dose hat übrigens keine Abschlusswiderstände drin.


Bei 10m Kabellänge solltest Du die beiden Abschlusswiderstände in der
ISDN-Dose einbauen.

Ansonsten gibt es hier (dcti) für den ISDN Teil eine ausführliche
KabelFAQ, da solltest Du mit der Adernkennzeichnung und Auflegen weiter
kommen.

Saludos Wolfgang
Rupert Haselbeck (20.07.2007, 12:38)
Jens Nixdorf schrieb:

> An einem Rechner ist eine Fritzcard PCI (nur ISDN) vorhanden, die für
> diverse Dinge gebraucht wird. DSL wird über ein DSL-Modem/Router
> Speedport W701V an den Rechner gebracht. Die Verbindung von Splitter
> zum DSL-Modem und die Verbindung NTBA zur Fritzcard sind über ein
> "umfunktioniertes", ca. 10 m langes CAT5-Kabel realisiert, darin gehen
> 2 Drähte vom Splitter zum Modem und 4 Drähte von NTBA zu einer
> ISDN-Dose, die dann mit der Fitzcard verbunden wird.


Grundsätzlich ist es kein Problem, DSL- und ISDN-Signal über dasselbe
Kabel zu führen, gar bei der kurzen Strecke von nur 10 Metern.
Wichtig ist aber die korrekte Beschaltung des Kabels. Ein CAT5-Kabel
besteht nicht einfach aus 8 Einzeldrähten, sondern aus 4 Paaren von
Einzeldrähten, welche jeweils miteinander verseilt sind. Du mußt
unbedingt darauf achten, daß du für DSL eines der Adernpaare, fürISDN
deren zwei verwendest, da es ansonsten mit hoher Sicherheit zu
Problemen der von dir beschriebenen Art kommen wird.

MfG
Rupert
Jens Nixdorf (21.07.2007, 11:40)
Hallo,

vielen Dank schonmal an alle. Werde bei nächster Gelegenheit (ist nicht mein
Rechner, komme nicht jederzeit da ran) mal die Leitung bezüglich der
verseilten Drähte prüfen und auch die anderen Tipps im Kopf behalten.

mfG, Jens
Carsten Schmitz (21.07.2007, 15:21)
> An einem Rechner ist eine Fritzcard PCI (nur ISDN) vorhanden, die für
[..]
> ISDN-Dose + + + + | |
> | | | | | |
> Fritzcard + + + + DSL-Modem + +


Ich habe auch ISDN und DSL Signale zusammen in einer Leitung, allerdings
ganz gewöhnliche Telefonleitung.
Keine Probleme!
Es sollten bei 10m Länge eigentlich Abschlusswiderstände gesetzt werden,
dies betrifft aber die Stabilität der _ISDN_-Leitung.
Ich würde zuerst mal auf eine ungewollte Verbindung zwischen ISDN und DSL
Adern tippen, ein Multimeter sollte das erkennen.
Oder hast Du die falschen Adern erwischt? Also DSL auf zwei Pärchen
verteilt, deren jeweils andere Ader ISDN führt?
Dann hätte man schon sehr starkes Übersprechen.
[..]
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