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Christoph Maercker (17.05.2013, 08:21)
Arno Welzel wrote:
>> DVD+ ist und war nie ein offizielles DVD-Format - DVD-RAM ist es.


> Beide Formate existieren und werden von den meisten Laufwerksherstellern
> auch berücksichtigt - Geräte, die DVD+R/RW nicht mindestens lesen
> können, dürfte man bei aktuellen Modellen nicht mehr finden.


Eher schon bei DvD-RAM. :-\
Vor allem gibt es etliche, die *vorgeben*, es lesen oder gar schreiben
zu können.

> Und was genau ändert das an der zitierten Aussage? Wenn die Behauptung
> falsch ist, dass DVD-RAM technisch bedingt haltbarer ist, als DVD-RW
> oder DVD+RW (oder umgekehrt), ist es doch für diese Feststellung
> unerheblich, ob DVD+ ein offizielles Format ist, da es DVD-RW ja
> ebenfalls betrifft. Oder hat DVD-RW gegenüber DVD+RW einen deutlichen
> Vorteil, der sich auf die Haltbarkeit auswirkt (oder umgekehrt)?


Nach den Erfahrungen, die ich vor einigen Jahren mit einem der
DvD-RW-Typ gemacht habe, verwende ich die Dinger nicht mehr.
Reproduzierbar zweimal Brennsessions mit Nero geschrieben *und*
verifiziert, um danach festzustellen, das *NICHTS* auf den Scheiben
angekommen war!

Prinzipiell mögen DvD-RWs ja (mit anderer Software?) funktionieren, aber
wenn so was einmal passiert ist, sinkt die Lust auf weitere Experimenten
drastisch, zumal es eine funktionierende Alternative gibt, die nicht mal
Brennsessions benötigt.
Christoph Maercker (17.05.2013, 08:28)
Hergen Lehmann wrote:
[ ja
"Die DVD-RAM ist zwar das älteste wiederbeschreibbare DVD-Format, aber
sie ist weniger verbreitet als die beiden anderen wiederbeschreibbaren
DVD-Varianten DVD-RW und DVD+RW. Das liegt daran, dass die Mitglieder
der Industrievereinigung DVD Forum sie zwar 1996 gemeinsam abgesegnet
hatten, aber aus verschiedenen Marktinteressen die DVD-Formate DVD-RW
und DVD+RW zusätzlich einführten. Beide Konkurrenzformate basieren
ebenfalls auf der Phase-Change-Technologie, aber sie weisen einige
Einsparungen auf, die zu Lasten einer guten Wiederbeschreibbarkeit und
Datensicherheit gehen."]

> Zunächst einmal steht da auch bei Wikipedia keine Behauptung, sondern
> lediglich eine (nur sehr vage begründete) Spekulation...


Die genügt mir. Wenn die Aussage stimmt, dass nur das ursprünglich
verabschiedete Format DvD-RAM *alle* für Datensicherheit und
Wiederbeschreibbarkeit entwickelten Features enthält, kann ich
angesichts einschlägiger Erfahrungen mit Billigwaren das Wort
"Einsparungen" guten Gewissens mit "Billigmurks" übersetzen.
Joerg.Schilling (17.05.2013, 12:31)
In article <fuqf6a-af5.ln1>,
Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11> wrote:

>> Und was genau ändert das an der zitierten Aussage? Wenn die Behauptung
>> falsch ist, dass DVD-RAM technisch bedingt haltbarer ist, als DVD-RW
>> oder DVD+RW (oder umgekehrt),

>Zunächst einmal steht da auch bei Wikipedia keine Behauptung, sondern
>lediglich eine (nur sehr vage begründete) Spekulation...


DVD-RAM hat per Default Defekt Management, das macht (solange das funktioniert)
dieses Medium sicherer.

>> ist es doch für diese Feststellung
>> unerheblich, ob DVD+ ein offizielles Format ist, da es DVD-RW ja
>> ebenfalls betrifft. Oder hat DVD-RW gegenüber DVD+RW einen deutlichen
>> Vorteil, der sich auf die Haltbarkeit auswirkt (oder umgekehrt)?

>Zumindest sind die Pressmatrizen unterschiedlich. Die Rohlinge müssen
>also entweder aus unterschiedlichen Fertigungsstraßen stammen oder nach


In der Anfangszeit war DVD- teurer herzustellen als DVD+, weil die
Synchronisierung mit Hilfe von Noppen im Steg zwischen den Rillen gemacht wurde.
Daher hielten die Presserkzeuge weniger lange als die für DVD+. Das macht DVD-
aber auch gleichzeitig Sicherer als DVD+.

Heutzutage sind die Noppen zu Dellen in der Rillenseitenwand mutiert und damit
halten die Presserkzeuge genausolange wie die von DVD+. Allerdings ist die
Synchronisierung immer noch genauer als die von DVD+, die einen Phasensprung im
Wobbel der Vorrille verwendet.

>Umrüstung zu einem anderen Zeitpunkt produziert worden sein. Das macht
>Qualitätsunterschiede sehr wahrscheinlich.


DVD-RAM wird definitiv aus anderen Fertigungsstraßen kommen.
Arno Welzel (17.05.2013, 16:21)
Am 17.05.2013 12:31, schrieb Joerg.Schilling:

> In article <fuqf6a-af5.ln1>,
> Hergen Lehmann <hlehmann.expires.5-11> wrote:
> DVD-RAM hat per Default Defekt Management, das macht (solange das funktioniert)
> dieses Medium sicherer.


Ich würde eher sagen, dass Defektmanagement macht die Medien länger
benutzbar, da defekte Sektoren beim Schreiben durch Reservesektoren
ersetzt werden und so beim Beschreiben ein Defekt nicht dazu führt, dass
das ganze Medium unbenutzbar wird. Beim *Lesen* aber hilft das exakt gar
nichts - es kann durchaus vorkommen, dass ein Sektor beim Verify direkt
nach dem Beschreiben noch fehlerfrei lesbar ist, dann aber einige Monate
(oder Jahre) später nicht mehr (selbst schon erlebt - wenn auch sehr
selten).
Thomas Richter (17.05.2013, 18:27)
On 17.05.2013 08:21, Christoph Maercker wrote:

> Nach den Erfahrungen, die ich vor einigen Jahren mit einem der
> DvD-RW-Typ gemacht habe, verwende ich die Dinger nicht mehr.
> Reproduzierbar zweimal Brennsessions mit Nero geschrieben *und*
> verifiziert, um danach festzustellen, das *NICHTS* auf den Scheiben
> angekommen war!
> Prinzipiell mögen DvD-RWs ja (mit anderer Software?) funktionieren, aber
> wenn so was einmal passiert ist, sinkt die Lust auf weitere Experimenten
> drastisch, zumal es eine funktionierende Alternative gibt, die nicht mal
> Brennsessions benötigt.


Ich habe hier mit DVD-RAM sehr gemischte Erfahrungen, um das mal so
auszudrücken. Das hat nur indirekt etwas mit dem Medium zu tun, sondern
mehr mit dem Environment außen herum. Das Dateisystem unter Linux
funktioniert nur bruchstückhaft - beim Schreiben hat mein LG-Brenner
immer wieder abgebrochen und letztendlich Medien mit Defekten erzeugt.
Unter Ausnutzung von ext2 stattdessen konnte man die Scheiben "häufig"
korrekt beschreiben, allerdings braucht es viel Geduld, und der Brenner
"schrubbelt" auf den Disks sehr lang herum - was nicht wirklich
verwunderbar ist. Langsam ist das schon, und dem Brenner tut's auch
nicht wirklich gut. Einen Dateibaum auf eine DVD-Ram zu verewigen
dauerte unabhängig vom Dateisystem schon mal einen Abend.

Dann gab es noch Packetwriting, was für DVD-Ram unter Linux immer als
"optional" deklariert wurde, da die DVD-Rams ja sektoraddressierbar sind
- aber mit Packetwriting Medien erzeugt, die ohne Packetwriting nicht
mehr lesbar sind - da werden wohl noch einige Sektoren
durcheinandergewürfelt. Und Packetwriting unter Linux geht wieder mit
dem Automounter nicht zusammen, ist also auch nicht wirklich einsetzbar.

Letzendlich ist mein LG-Brenner am ganzen Rumgeschrubbe auf den DVD-Rams
gestorben und konnte die Synchronisation beim Schreiben nicht mehr
richtig finden, hat also nur noch Schrott gebrannt und hat dann mit
einem "Tracking Error" abgebrochen.

DVD- funktioniert hingegen - ist nicht so komfortabel, aber
funktioniert. DVD-Rams wären sicherlich nett, aber im Augenblick ist das
irgendwo in der Gegend von "nicht benutzbar", und wird wohl auch da
bleiben, weil's niemanden kümmert.
Kallu Wiegand (17.05.2013, 21:53)
Hallo, on 17.05.2013 18:27, Thomas Richter wrote:
[..]
> mehr lesbar sind - da werden wohl noch einige Sektoren
> durcheinandergewürfelt. Und Packetwriting unter Linux geht wieder mit
> dem Automounter nicht zusammen, ist also auch nicht wirklich einsetzbar.


Packetwriting ist generell Murks.

> Letzendlich ist mein LG-Brenner am ganzen Rumgeschrubbe auf den DVD-Rams
> gestorben und konnte die Synchronisation beim Schreiben nicht mehr
> richtig finden, hat also nur noch Schrott gebrannt und hat dann mit
> einem "Tracking Error" abgebrochen.


IMHO bist du da selbst schuld, auf eine DVD-RAM gehört UDF *1) als
Dateisystem, nichts anderes. Meine LG-Benner (4040B + 4081B) sind über
10 Jahre alt, laufen zuverlässig und von "Schrubben" habe ich nichts
bemerkt.

> DVD- funktioniert hingegen - ist nicht so komfortabel, aber
> funktioniert. DVD-Rams wären sicherlich nett, aber im Augenblick ist das
> irgendwo in der Gegend von "nicht benutzbar", und wird wohl auch da
> bleiben, weil's niemanden kümmert.


Das hängt natürlich davon ab, wie man mit seinem Zeug umgeht, wenn es
systemimmanente DVD-RAM-Mängel gäbe, hätte man den Aufschrei in der
Camcorderbranche garantiert bis an die PCs gehört. ;-)

*1) Ein UDF-Dateisystem von den entspr. Linux-Tools, das, was die
Panasonic-Software unter Windows schreibt, ist borken. Äußert sich so,
dass die DVD-RAM zwar auch unter Linux les- und beschreibbar ist, danach
aber nicht mehr unter Windows. Das von Linux geschriebene Dateisystem
(erkennbar am Lost&Found-Ordner) ermöglicht problemfreies Crossover.

Gruß, Kallu
Thomas Richter (18.05.2013, 10:39)
On 17.05.2013 21:53, Kallu Wiegand wrote:
[..]
> dass die DVD-RAM zwar auch unter Linux les- und beschreibbar ist, danach
> aber nicht mehr unter Windows. Das von Linux geschriebene Dateisystem
> (erkennbar am Lost&Found-Ordner) ermöglicht problemfreies Crossover.


UDF habe ich probiert, hat aber immer dazu geführt, dass irgendwann beim
Schreiben der Brenner einen Fehler gemeldet hat und dann ging gar nichts
mehr. Das äußerte sich so, dass der Brenner immer weiter auf der DVD-RAM
herumschrubbte, mehr oder minder stundenlang, und man die Kiste kalt
rebooten musste, damit man wieder Zugang zum Laufwerk bekam. UDF unter
Linux ist *broken* (tm).

Mit ext2 konnte man wenigstens die Medien beschreiben, mit UDF ging rein
gar nichts. Ob das am Laufwerk, an der DVD-Ram oder an der Software lag,
vermag ich nicht zu sagen. Aber zumindest ist eine Software, die nicht
fehlertolerant ist und nicht geeignet reagieren kann, wenn beim
Schreiben mal was fehlschlägt, für den Einsatz auf optischen Medien
unbenutzbar. Das UDF, was mit Linux kommt, gehört in die Sorte. Und
damit in die Tonne.

Grüße,
Thomas
Joseph Terner (18.05.2013, 12:41)
On Sat, 18 May 2013 10:39:34 +0200, Thomas Richter wrote:
> On 17.05.2013 21:53, Kallu Wiegand wrote:


Ich würde für die gemischte Verwendung nichts anderes als FAT32 mit 32
KiB Clustergröße empfehlen. Da herrscht zumindest ein gewisser Konsens,
wie die Spezifikation zu interpretieren ist. Und was für Speicherkarten
gut ist, kann für DVD-RAM nicht so schlecht sein.

> UDF habe ich probiert, hat aber immer dazu geführt, dass irgendwann beim
> Schreiben der Brenner einen Fehler gemeldet hat und dann ging gar nichts
> mehr. Das äußerte sich so, dass der Brenner immer weiter auf der DVD-RAM
> herumschrubbte, mehr oder minder stundenlang, und man die Kiste kalt
> rebooten musste, damit man wieder Zugang zum Laufwerk bekam. UDF unter
> Linux ist *broken* (tm).


Die udftools sind seit 'nem Jahrzehnt völlig unmaintained und das udf-
Modul wird wohl von den Kernelentwicklern außer im Lese-Betrieb auch
keiner testen. Der ganze Code ist gammelig, davon würde ich die Finger
lassen.

> Mit ext2 konnte man wenigstens die Medien beschreiben, mit UDF ging rein
> gar nichts.


Ich habe jahrelang mit Erfolg UFS verwendet bei annehmbarer
Schreibgeschwindigkeit. UFS unterstützt unterschiedliche Sektor-,
Fragment- und Blockgrößen, während Ext2 so ziemlich auf 4 KiB blocks
festgelegt ist.[1] Das Softupdates-Konzept (gebündelte Metadatenupdates
statt Journaling) paßte gut zu DVD-RAM. Allerdings können das nur die
BSDs zuverlässig lesen und schreiben.

Joseph

[1] DVD-RAM ist vergleichbar mit Advanced Format bei Festplatten. Die
physischen Sektoren sind allerdings 32 KiB groß und das Laufwerk
emuliert logische Sektoren mit 2 KiB.
Thomas Richter (18.05.2013, 16:19)
On 18.05.2013 12:41, Joseph Terner wrote:
> On Sat, 18 May 2013 10:39:34 +0200, Thomas Richter wrote:
> Ich würde für die gemischte Verwendung nichts anderes als FAT32 mit 32
> KiB Clustergröße empfehlen. Da herrscht zumindest ein gewisser Konsens,
> wie die Spezifikation zu interpretieren ist. Und was für Speicherkarten
> gut ist, kann für DVD-RAM nicht so schlecht sein.


Problem könnte sein, dass er immer auf die gleichen Sektoren für die FAT
zugreift?

> Die udftools sind seit 'nem Jahrzehnt völlig unmaintained und das udf-
> Modul wird wohl von den Kernelentwicklern außer im Lese-Betrieb auch
> keiner testen. Der ganze Code ist gammelig, davon würde ich die Finger
> lassen.


Das entspricht so ziemlich meinen Erfahrungen in der Praxis, auch wenn
ich den Code nicht kenne.

> Ich habe jahrelang mit Erfolg UFS verwendet bei annehmbarer
> Schreibgeschwindigkeit. UFS unterstützt unterschiedliche Sektor-,
> Fragment- und Blockgrößen, während Ext2 so ziemlich auf 4 KiB blocks
> festgelegt ist.[1] Das Softupdates-Konzept (gebündelte Metadatenupdates
> statt Journaling) paßte gut zu DVD-RAM. Allerdings können das nur die
> BSDs zuverlässig lesen und schreiben.


Na super, da bleibt mir bei Linux damit so ziemlich gar nichts übrig,
was geht. Oder ich bleibe bei ext2.

Grüße,
Thomas
Joseph Terner (18.05.2013, 17:13)
On Sat, 18 May 2013 16:19:54 +0200, Thomas Richter wrote:
> On 18.05.2013 12:41, Joseph Terner wrote:
> Problem könnte sein, dass er immer auf die gleichen Sektoren für die FAT
> zugreift?


Es ist halt recht langsam durch die Seeks. Ist aber bei Ext2 und UFS
dasselbe. Dort liegen die Inodes auch an festen Positionen. Durch die
Blockgruppen/Zylindergruppen fallen die Seeks allerdings nicht so groß
aus.

> Na super, da bleibt mir bei Linux damit so ziemlich gar nichts übrig,
> was geht. Oder ich bleibe bei ext2.


Ich habe DVD-RAM nie unter Linux genutzt. Aber wenn Ext2 funktioniert,
dann bleib einfach dabei. Bis auf etwas Write amplification durch die zu
kleine block size funktioniert es ja. (Das Linux-UFS würde ich nicht
nutzen, das ist von ähnlicher Qualität wie das UDF). Eine andere
Möglichkeit könnte auch das neue F2FS sein.

Joseph
Thomas Richter (22.05.2013, 22:01)
Am 18.05.2013 17:13, schrieb Joseph Terner:

> Ich habe DVD-RAM nie unter Linux genutzt. Aber wenn Ext2 funktioniert,
> dann bleib einfach dabei. Bis auf etwas Write amplification durch die zu
> kleine block size funktioniert es ja. (Das Linux-UFS würde ich nicht
> nutzen, das ist von ähnlicher Qualität wie das UDF). Eine andere
> Möglichkeit könnte auch das neue F2FS sein.


Danke für die Tipps. Ich habe mal vfat mit 2K Sektoren und 16K Extends
probiert. Ist auch schnarchlahm. Scheint so, als ob Linux jeden Sektor
einzeln schreibt und per Handschlag auf die DVD-RAM geleitet. Problem
mag hier sein, dass mein Home eine Menge kleiner Dateien enthält, und
dafür ist das natürlich auch suboptimal, wobei ich eigentlich erwartet
hätte, dass das Caching des Kernels hier die Situation verbessern sollte.

Nicht, dass jetzt UDF oder ext2 schneller gewesen wären, nein... Ein "cp
-a" auf mein Home hat auch hier das Laufwerk einen Nachmittag beschäftigt.

Das ganze würde vermutlich besser funktionieren, wenn ich mein Home als
..tar schreibe, auch bleiben die Protection-Bits erhalten und das
Herumgeseeke auf der DVD-RAM entfällt. Allerdings erledigt sich dann der
Vorteil, dass man eine einzelne Datei ohne größere Umwege aus dem Backup
ziehen kann - das hätte ich schon gerne. Größere (komprimierte) Backups
mache ich ja sowieso regelmäßig. Wäre eher was kleineres für die
Zwischensicherung eines Projektes.

So ganz überzeugt bin ich von der DVD-RAM nicht, auch wenn die Technik
eigentlich fein sein mag.

Grüße,
Thomas
Joseph Terner (22.05.2013, 23:53)
On Wed, 22 May 2013 22:01:02 +0200, Thomas Richter wrote:
> Am 18.05.2013 17:13, schrieb Joseph Terner:
> Danke für die Tipps. Ich habe mal vfat mit 2K Sektoren und 16K Extends
> probiert. Ist auch schnarchlahm.


Nimmt 32K, das ist die native Sektorgröße der DVD.

> Scheint so, als ob Linux jeden Sektor
> einzeln schreibt und per Handschlag auf die DVD-RAM geleitet.


Vielleicht hilft die mount-Option -o async da etwas.

> Problem
> mag hier sein, dass mein Home eine Menge kleiner Dateien enthält, und
> dafür ist das natürlich auch suboptimal, wobei ich eigentlich erwartet
> hätte, dass das Caching des Kernels hier die Situation verbessern
> sollte.


Ich habe seinerzeit auch rsync mit ~ verwendet und im Schnitt 1 MB/s auf
einer 2x-DVD-RAM erzielt. Er hat zwar mehrmals pro Minute die Zone auf
der Disc gewechselt und so schöne Baum-Ringe drauf gemalt, allerdings
immer mehrere Megabytes durchgehend geschrieben und nicht dauernd den
Motor des schweren Pickups gequält.

> Nicht, dass jetzt UDF oder ext2 schneller gewesen wären, nein... Ein "cp
> -a" auf mein Home hat auch hier das Laufwerk einen Nachmittag
> beschäftigt.


Das hätte ich mir nicht angetan. Mein ~ hatte so um die 2 GB und war in
unter einer Stunde weggesichert. Dabei war UFS nur eine Notlösung, weil
BSD bis heute UDF nur lesen kann.

> So ganz überzeugt bin ich von der DVD-RAM nicht, auch wenn die Technik
> eigentlich fein sein mag.


Die Technik ist mittlerweile uralt und obsolet. Meine verbleibenden
Cartridge-Laufwerke haben eine PATA-Schnittstelle, bei PCs ist diese seit
ein paar Jahren ausgestorben. Damit ist eigentlich schon alles gesagt.

Joseph
Christoph Maercker (24.05.2013, 11:33)
Thomas Richter wrote:
> Ich habe hier mit DVD-RAM sehr gemischte Erfahrungen, um das mal so
> auszudrücken. Das hat nur indirekt etwas mit dem Medium zu tun, sondern
> mehr mit dem Environment außen herum. Das Dateisystem unter Linux
> funktioniert nur bruchstückhaft - beim Schreiben hat mein LG-Brenner
> immer wieder abgebrochen und letztendlich Medien mit Defekten erzeugt.


Gleiche Erfahrungen mit Windoofs, W2k, XP *und* Win7. Nicht nur mit
DvD-RAM, sondern ebenso mit MO-Ds. Insbesondere hängende Kopiervorgänge,
die nur durch System-Neustart zu beheben waren. Bis XP habe ich das
Gerücht geglaubt, die Systeme würden solche Medien unzureichend
unterstützen, man bräuchte Driver von Panasonic, die dann noch
schlechter oder gar nicht funktionierten usw. usf. Als die gleichen
Hänger auch mit Win7 auftraten, habe ich den 0815-Brenner
rausgeschmissen - und ausgerechnet gegen LGs ausgetauscht. Seitdem ist
Ruhe! Weiß der Geier, warum es zu LG-Brennern immer wieder so
unterschiedliche Erfahrungsberichte gibt.

> Unter Ausnutzung von ext2 stattdessen konnte man die Scheiben "häufig"
> korrekt beschreiben, allerdings braucht es viel Geduld, und der Brenner
> "schrubbelt" auf den Disks sehr lang herum - was nicht wirklich
> verwunderbar ist. Langsam ist das schon, und dem Brenner tut's auch
> nicht wirklich gut. Einen Dateibaum auf eine DVD-Ram zu verewigen
> dauerte unabhängig vom Dateisystem schon mal einen Abend.


ACK, der Vorteil des direkten Schreibens aus dem jeweiligen FileMgr
heraus statt spezieller Brennsessions mit spezieller Software hat da
wohl seinen Preis. Solange es die Medien nicht nachhaltig schädigt, ist
mir das aber relativ egal. Ärgerlich wird es nur, wenn man verschiedene
Verzeichnisse kurz nacheinander beschreiben will, dann ist das
Brenner-Laufwerk vom vorherigen Schreibvorgang nahezu 100% blockiert.

> Letzendlich ist mein LG-Brenner am ganzen Rumgeschrubbe auf den DVD-Rams
> gestorben und konnte die Synchronisation beim Schreiben nicht mehr
> richtig finden, hat also nur noch Schrott gebrannt und hat dann mit
> einem "Tracking Error" abgebrochen.


Hier bisher noch nie. Dafür mit DvD-RW, hatte ich in diesem Thread
bereits beschrieben.

> DVD- funktioniert hingegen - ist nicht so komfortabel, aber
> funktioniert. DVD-Rams wären sicherlich nett, aber im Augenblick ist das
> irgendwo in der Gegend von "nicht benutzbar", und wird wohl auch da
> bleiben, weil's niemanden kümmert.


Nun ja, von wiederbeschreibbaren Medien lassen sich halt nicht solche
Unmassen verhökern wie bei RO-Scheiben. Erst recht nicht, wenn sie sich
wie kleine Platten verhalten. Das dürfte der Hauptgrund für den
miserablen Support von DvD-RAM sein.
Joerg.Schilling (29.05.2013, 11:48)
In article <51963CEF.7070005>,
Arno Welzel <usenet> wrote:
>Am 17.05.2013 12:31, schrieb Joerg.Schilling:


>Ich würde eher sagen, dass Defektmanagement macht die Medien länger
>benutzbar, da defekte Sektoren beim Schreiben durch Reservesektoren
>ersetzt werden und so beim Beschreiben ein Defekt nicht dazu führt, dass
>das ganze Medium unbenutzbar wird. Beim *Lesen* aber hilft das exakt gar
>nichts - es kann durchaus vorkommen, dass ein Sektor beim Verify direkt
>nach dem Beschreiben noch fehlerfrei lesbar ist, dann aber einige Monate
>(oder Jahre) später nicht mehr (selbst schon erlebt - wenn auch sehr
>selten).


Wie immer, wenn es oft genug gelesen wird, dann sollte auch beim Lesen eines
gerade noch lesbaren Sektors ein Replace stattfinden.

Wenn man solange wartet bis alles vorbei ist, dann kann das natürlich nicht
mehr helfen.
Arno Welzel (29.05.2013, 14:39)
Am 29.05.2013 11:48, schrieb Joerg.Schilling:
> In article <51963CEF.7070005>,
> Arno Welzel <usenet> wrote:
> Wie immer, wenn es oft genug gelesen wird, dann sollte auch beim Lesen eines
> gerade noch lesbaren Sektors ein Replace stattfinden.


D.h. es wäre anzuraten, DVD-RAMs mindestens 1x im Jahr komplett lesen zu
lassen, damit ggf. Daten von Sektoren mit beginnenden Defekten
rechtzeitig auf Reservesektoren verlagert werden?

> Wenn man solange wartet bis alles vorbei ist, dann kann das natürlich nicht
> mehr helfen.


Ja - mit dem Argument kann man jedes Medium als zuverlässig betrachten -
man muss nur rechtzeitig umkopieren ;-)

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