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Alexander Ausserstorfer (19.05.2020, 08:30)
Diese Woche konnte ich eine Runde mit einem modernen Rennrad machen. D.
h. Klickpedale und Schalten per Bremshebel.

Der Eigentümer des Fahrrades wollte mich festhalten. Ich hätte mit
beiden Schuhen in die Pedalen einrasten und dann losfahren sollen.

Ich hatte das dann so gelöst, dass ich mit dem linken Fuß in die Pedale
einrastete, mit dem rechten Schuh anstieß (das Rad zum Rollen brachte)
und dann mit dem rechten Schuh in die Pedale einklickte und weiterfuhr.
Das hat auch ganz gut funktioniert. Absteigen war auch kein Problem: Fuß
drehen, schon war man heraußen. Man muss also keine Angst haben.

Das Fahrrad ging ziemlich hart. Schüttelei ist da anscheinend an der
Tagesordnung. Ich fuhr vielleicht etwas schneller als mit meinem Simplon
Kagu mit dem BigBen. Aber so wirklich bemerkte ich da keinen
Unterschied. Der Unterschied kam vermutlich durch den Nabendynamo und
die Rohloff zustande. Die laufen etwas schwerer. Und nicht durch die
Reifenbreite.

Die Sitzposition war sehr unbequem für mich. Obgleich der Sattel
beileibe nicht so hart war wie bei den Rennrädern, die ich noch von
früher kannte. Ganz passen durfte mir der Rahmen aber auch nicht. Der
Besitzer war etwas größer als ich.

Das Schalten und Bremsen war etwas gewöhnungsbedürftig, aber
grundsätzlich kein Problem. Ich fand nur, dass man recht schlecht an die
Brems- und Schalthebel herankam. Bei meiner Rohloff drehe ich einfach
den Griff. Da muss ich nicht erst irgendwo hingreifen. Und auch die
Bremse ist dort, wo ich sie brauche. Früher hatten die Rennräder
wenigstens auch auf der Oberseite Bremshebel. Für mich stellt das auch
einen Widerspruch dar: weil man mit einem Rennrad schneller fährt,
sollte man doch auch schneller reagieren können.

So wendig wie mit meinem Kagu war ich anscheinend irgendwie nicht.
Jedenfalls hatte ich Probleme damit, auf der Straße umzudrehen. Ich
musste einen Fuß absetzen. Sonst wäre ich über die Straße hinausgefahren.

Wo ich generell Bedenken hatte, das war die Sicherheit. Ich fühlte mich
mit diesem Fahrrad einfach nicht sicher. Es lief gefühlt bei weitem
nicht so stabil, wie ich es von meinem Kagu her kannte. Wir beide
wackelten viel mehr. Insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten. Bei 60
km/h läuft mein Kagu noch völlig ruhig. Nicht so mit diesem Rennrad. Ich
brauchte auf der Straße auch mehr Platz. Kann schon sein, dass das auch
Gewöhnungsache ist. Allerdings hatte ich mich gefragt, was mit
(Kiesel-)Steinen auf und Rissen in der Straße ist oder was passiert,
wenn man 'mal versehentlich seitlich über die asphaltierte Straße
"hinausfährt", also mit dem schmalen Reifen vom Asphalt abrutscht. Ich
habe es lieber nicht ausprobiert. Da hatte es mich auch schon mit dem
Big Ben einmal ordentlich gesemmelt. Mit dem X- oder Mountain-King war
das aber nie ein Problem.

Ich denke jedenfalls nicht, dass das etwas für mich ist oder ich
irgendwelche Vorteile daraus hätte, ein Rennrad zu fahren.

A.
Dirk Wagner (19.05.2020, 08:59)
Alexander Ausserstorfer <bavariasound> wrote:

> Die Sitzposition war sehr unbequem für mich. Obgleich der Sattel
> beileibe nicht so hart war wie bei den Rennrädern, die ich noch von
> früher kannte. Ganz passen durfte mir der Rahmen aber auch nicht. Der
> Besitzer war etwas größer als ich.


DAS dürfte schon der Grund für die folgenden Probleme gewesen sein:

> Das Schalten und Bremsen war etwas gewöhnungsbedürftig, aber
> grundsätzlich kein Problem. Ich fand nur, dass man recht schlecht an die
> Brems- und Schalthebel herankam.


DAS liegt daran, dass Du die Hände wahrscheinlich nicht da hattest, wo
sie ergonimisch sinnvoll hingehören...

> Bei meiner Rohloff drehe ich einfach
> den Griff. Da muss ich nicht erst irgendwo hingreifen. Und auch die
> Bremse ist dort, wo ich sie brauche.


s.o.

Wenn Du die Hände bei normaler Fahrt von oben AUF den Bremsgriffen
positionierst
(<https://allgaeu-rennrad.de/wp-content/uploads/2012/08/009_laendliche_strassen_outdoor_paradies_allgaeu.j pg>)
kannst Du problemlos bremsen und auch schalten.
Das ist im Stadtverkehr meine normale Sitzposition - man sitzt relativ
entspannt und muss den Hals nicht überstreckeb um was zu sehen...

> Früher hatten die Rennräder
> wenigstens auch auf der Oberseite Bremshebel.


Nur vernünftig bremsen konnte man mit diesen Hilfshebeln nicht...
Da sind heutige "Crossbremshebel", die in den Seilzug gehängt werden
besser.
Manch "Hipster" nutzt die als einzige Bremshebel.
(<https://followmestore.de/info/wp-content/uploads/2016/02/Frog-Road-58-3.jpg>)

> Für mich stellt das auch
> einen Widerspruch dar: weil man mit einem Rennrad schneller fährt,
> sollte man doch auch schneller reagieren können.


Wenn Du in Unterlenkerposition fährst, hast Du die Hebel direkt vor den
Fingern und noch etwas mehr Kraft in der Umsetzung.
Aber bei mir hat bisher auch die Bremsgriffpostion ausgereicht.

> So wendig wie mit meinem Kagu war ich anscheinend irgendwie nicht.
> Jedenfalls hatte ich Probleme damit, auf der Straße umzudrehen. Ich
> musste einen Fuß absetzen. Sonst wäre ich über die Straße hinausgefahren.


Unsicherheit in Verbindung mit dem nicht passenden Rad...

Ciao

dirk
Markus Merkl (19.05.2020, 10:02)
On 19.05.20 08:59, Dirk Wagner wrote:
> Nur vernünftig bremsen konnte man mit diesen Hilfshebeln nicht...
> Da sind heutige "Crossbremshebel", die in den Seilzug gehängt werden
> besser.
> Manch "Hipster" nutzt die als einzige Bremshebel.
> (<https://followmestore.de/info/wp-content/uploads/2016/02/Frog-Road-58-3.jpg>)


Die sind schon längs wieder out. Zumindest bei den Sportlern.
Bernhard Kraft (19.05.2020, 10:28)
Am 19.05.2020 um 08:59 schrieb Dirk Wagner:
> Wenn Du in Unterlenkerposition fährst, hast Du die Hebel direkt vor den
> Fingern und noch etwas mehr Kraft in der Umsetzung.


Ich habe die Hände fast nur noch auf den Gummis oben. Wenn man die
richtige Lenkerform hat, reicht die Bremskraft auch in Position allemal aus.
Ewald Pfau (19.05.2020, 13:43)
Alexander Ausserstorfer <bavariasound>:

> Allerdings hatte ich mich gefragt, was mit (Kiesel-)Steinen auf und Rissen
> in der Straße ist oder was passiert, wenn man 'mal versehentlich seitlich
> über die asphaltierte Straße "hinausfährt", also mit dem schmalen Reifen
> vom Asphalt abrutscht. Ich habe es lieber nicht ausprobiert.


Das ist auch besser so. Mir bleibt die Unfallmeldung im Kopf erhalten,
Todesfall auf der Teichalmstraße, Radfahrer verunglückt.

Breite Straße, gut ausgebaut, wenig Verkehr, aber immer wieder nette Kurven,
die meisten sind übersichtlich. Immer wieder zerlegt es da einen mit dem
Mopped, das kann man nachvollziehen, das ist einfach gar so einladend, kurz
mal auf 160 aufzudrehen. Aber Fahrrad? 70 km/h gehen locker, und sind sauber
zu kontrollieren - hab auch schon mit dem Fahrrad eine Kolonne dort
überholt, wo der Vordermann mit touristischem Sightseeing nicht über 50
gehen wollte. Man hat dort eine einladende Aussicht.

Für den Unfall fand ich als einzige plausible Erklärung, dass da einer den
Reflex hatte, huch! da kommt ein Auto! und prompt knapp rechts fahren
wollte. Da liegt aber im Frühjahr noch lange der Streusplitt, locker
verteilt und unauffällig. Dorthin auszuweichen ist mit 70 ausdrücklich
fatal.

Man weiß bei Deinen Ausführungen nicht immer so leicht, wie gerade die
blumigen Ausschmückungen und der harte Boden korrelieren. Deshalb hier die
Einfügung. Der harte Boden ist manchmal sehr hart.

Nebenbei wollte ich zwar auch nicht Schlapfen mit weniger als 35 mm, aber
Druck ist am besten um die 6 bar, unter 3,5 ist mit Patschen zu rechnen.

Irritiert hat Dich wahrscheinlich die nervös eingestellte Lenkung, sprich,
anderer, steilerer Vorlauf am Vorderrad, plus kürzerer Hinterbau, womit das
ganze Gerät um vieles agiler wird. Ich bin einst einmal andersherum
ungestiegen, von Antilope auf Nilpferd. Ersterer schmecken aber die Taschen
nicht so gut, die ich meist eingehängt habe.

Es geht aber beides, kein Grund zur Panik.
Gerald EÑ–scher (19.05.2020, 16:06)
Am 19.05.20 um 10:02 schrieb Markus Merkl:
> On 19.05.20 08:59, Dirk Wagner wrote:
> Die sind schon längs wieder out. Zumindest bei den Sportlern.


Weil es (noch) keine Zusatzhebeln für hydraulische Scheibenbremsen gibt,
aber nicht dünkt, Shimano hat bereits welche im Angebot.
Gerald EÑ–scher (19.05.2020, 16:17)
Am 19.05.20 um 08:30 schrieb Alexander Ausserstorfer:
> Ich hatte das dann so gelöst, dass ich mit dem linken Fuß in die Pedale
> einrastete, mit dem rechten Schuh anstieß (das Rad zum Rollen brachte)
> und dann mit dem rechten Schuh in die Pedale einklickte und weiterfuhr.
> Das hat auch ganz gut funktioniert. Absteigen war auch kein Problem: Fuß
> drehen, schon war man heraußen. Man muss also keine Angst haben.


Klickpedale wollte ich dir schon vor Jahren näher bringen, aber du
glaubst ja nichts und machst dir lieber mit Gummistiefeln Rad fahrend
das Leben unnötig schwer.

> Die Sitzposition war sehr unbequem für mich. Obgleich der Sattel
> beileibe nicht so hart war wie bei den Rennrädern, die ich noch von
> früher kannte. Ganz passen durfte mir der Rahmen aber auch nicht. Der
> Besitzer war etwas größer als ich.


Ein Rennrad muss an die Körpermaße angepasst sein, vergiss das bitte mit
der unbequemen Sitzposition wieder. Der Abstand zwischen Lenker und
Sattel wird für dich zu groß gewesen sein.

> Das Schalten und Bremsen war etwas gewöhnungsbedürftig, aber
> grundsätzlich kein Problem. Ich fand nur, dass man recht schlecht an die
> Brems- und Schalthebel herankam.


Auch das hängt mit dem für dich zu großen Rad zusammen.

> So wendig wie mit meinem Kagu war ich anscheinend irgendwie nicht.
> Jedenfalls hatte ich Probleme damit, auf der Straße umzudrehen. Ich
> musste einen Fuß absetzen. Sonst wäre ich über die Straße hinausgefahren.


Weil du das Rennrad nicht gewohnt bist. Für gewöhnlich sind Rennräder
wendiger, da sehr kurzer Radstand.

> Wo ich generell Bedenken hatte, das war die Sicherheit. Ich fühlte mich
> mit diesem Fahrrad einfach nicht sicher.


Auf einem zu großen Rennrad würde ich mich auch nicht sicher fühlen und
das trotz jahrzehntelanger Fahrpraxis.

> Allerdings hatte ich mich gefragt, was mit
> (Kiesel-)Steinen auf und Rissen in der Straße ist oder was passiert,
> wenn man 'mal versehentlich seitlich über die asphaltierte Straße
> "hinausfährt", also mit dem schmalen Reifen vom Asphalt abrutscht


Kann es sein, dass du zu weit rechts fährst? Wenn das Rennrad von der
Größe her passt und man es entsprechend im Griff hat, passiert auch
nicht unbedingt etwas, wenn man versehentlich auf das Bankett kommt.

> Ich denke jedenfalls nicht, dass das etwas für mich ist oder ich
> irgendwelche Vorteile daraus hätte, ein Rennrad zu fahren.


Für dich wäre wohl eher ein Querfeldeinrad oder so ein neumodisches
Schotterrad mit Rennlenker, breiten Reifen und Montagemöglichkeit für
Gepäckträger sinnvoller.
Markus Merkl (19.05.2020, 16:18)
On 19.05.20 16:06, Gerald E?scher wrote:
> Am 19.05.20 um 10:02 schrieb Markus Merkl:
> Weil es (noch) keine Zusatzhebeln für hydraulische Scheibenbremsen gibt,
> aber nicht dünkt, Shimano hat bereits welche im Angebot.


Ja, für die GRX (wimre) wurde die in der journaille schon präsentiert.
Anton Ertl (19.05.2020, 17:39)
Markus Merkl <markus.merkl> writes:
>On 19.05.20 16:06, Gerald E?scher wrote:
>> Weil es (noch) keine Zusatzhebeln für hydraulische Scheibenbremsen gibt,
>> aber nicht dünkt, Shimano hat bereits welche im Angebot.

>Ja, für die GRX (wimre) wurde die in der journaille schon präsentiert.


Wie funktioniert das? Bei normalen Bremshebeln fuer Scheibenbremsen
ist das System offen, wenn man den Hebel nicht zieht. Bei zwei Hebeln
im System waere das System immer offen und man koennte keinen Druck
aufbauen.

Wenn es ein geschlossenes System waere, wuerde es sich nicht selbst
nachstellen.

- anton
Alexander Ausserstorfer (19.05.2020, 18:00)
Am 19.05.2020 um 16:17 schrieb Gerald E?scher:
> Am 19.05.20 um 08:30 schrieb Alexander Ausserstorfer:
> Klickpedale wollte ich dir schon vor Jahren näher bringen, aber du
> glaubst ja nichts und machst dir lieber mit Gummistiefeln Rad fahrend
> das Leben unnötig schwer.


Was an Klickpedalen besser sein soll, weiß ich nach diesem Test auch
nicht. Überdies bin ich im Sommer meistens barfuß unterwegs. Ansonsten
hat man halt das Problem, dass man mehrere Paar Schuhe mitschleppen
darf. Und das will ich eigentlich auch nicht. Mit den Klickpedalen kann
man ja kaum laufen. Ansonsten trage ich für gewöhnlich natürlich Schuhe
mit Stahlkappen und ordentlichem Profil.

> Ein Rennrad muss an die Körpermaße angepasst sein, vergiss das bitte mit
> der unbequemen Sitzposition wieder. Der Abstand zwischen Lenker und
> Sattel wird für dich zu groß gewesen sein.
> Auch das hängt mit dem für dich zu großen Rad zusammen.


Das mag sein und ist mir auch bewusst. Allerdings will ich mir nicht
gleich ein eigenes Fahrrad kaufen, um es auszuprobieren. Das muss man
auch verstehen.

> Kann es sein, dass du zu weit rechts fährst? Wenn das Rennrad von der
> Größe her passt und man es entsprechend im Griff hat, passiert auch
> nicht unbedingt etwas, wenn man versehentlich auf das Bankett kommt.
> Für dich wäre wohl eher ein Querfeldeinrad oder so ein neumodisches
> Schotterrad mit Rennlenker, breiten Reifen und Montagemöglichkeit für
> Gepäckträger sinnvoller.


Mag sein. Probleme bereitet immer der Schnee im Winter. Da geht mit
einem Rennrad sowieso nichts mehr. Insofern könnte es die Aufgaben auch
kaum jemals erfüllen. So ganz klar ist mir aber auch nicht, was da in
Frage kommen könnte. Mein Kagu musste ich jedenfalls umbauen, damit es
überhaupt ging.

Das mit dem Rennrad war ja nur ein Versuch. Man will ja lernen und nicht
blind sein mit dem, was man hat. Besser wird es allerdings meistens nur
ganz selten, habe ich feststellen müssen. Höchstens anders. Leider.

A.
Gerald EÑ–scher (19.05.2020, 18:26)
Am 19.05.20 um 17:39 schrieb Anton Ertl:
> Markus Merkl <markus.merkl> writes:
> Wie funktioniert das? Bei normalen Bremshebeln fuer Scheibenbremsen
> ist das System offen, wenn man den Hebel nicht zieht. Bei zwei Hebeln
> im System waere das System immer offen und man koennte keinen Druck
> aufbauen.


Der Zusatzbremshebel ist wie ein mechanischen Zusatzbremshebel in Serie
zum Hauptbremshebel geschaltet und hat selbst keinen Ausgleichsbehälter.
Der Ausgleichsbehälter vom Zusatzbremhebel sind quasi die
Verbindungsleitung, der Zylinder vom Hauptbremshebel und dessen
Ausgleichsbehälter.

In wird die Montage
beschrieben.
Anton Ertl (19.05.2020, 19:02)
=?UTF-8?Q?Gerald_E=d1=96scher?= <Dein-Hamster> writes:
>Der Zusatzbremshebel ist wie ein mechanischen Zusatzbremshebel in Serie
>zum Hauptbremshebel geschaltet und hat selbst keinen Ausgleichsbehälter.
>Der Ausgleichsbehälter vom Zusatzbremhebel sind quasi die
>Verbindungsleitung, der Zylinder vom Hauptbremshebel und dessen
>Ausgleichsbehälter.
>In wird die Montage
>beschrieben.


Ah, clever. Danke.

- anton
Marcus Jodorf (19.05.2020, 20:47)
Bernhard Kraft <bernhardkraft> schrieb:

>> Wenn Du in Unterlenkerposition fährst, hast Du die Hebel direkt vor
>> den Fingern und noch etwas mehr Kraft in der Umsetzung.

> Ich habe die Hände fast nur noch auf den Gummis oben. Wenn man die
> richtige Lenkerform hat, reicht die Bremskraft auch in Position
> allemal aus.


Bei einigermaßen modernen hydraulischen Scheibenbremsen reichen da
ohnehin ein oder zwei Finger. Richtig Kraft braucht man da sowieso nicht
mehr.

Gruß,

Marcus
??
Christian Barthel (19.05.2020, 21:07)
Alexander Ausserstorfer <bavariasound> writes:

> Diese Woche konnte ich eine Runde mit einem modernen Rennrad machen. D.
> h. Klickpedale und Schalten per Bremshebel. [...mehr Beschreibungen zu den Erfahrungen...]


Interessante Erfahrungen. Da ich vor einigen Monaten selbst den
"Umstieg" (bzw. besser gesagt, die Ergänzung) auf ein Randonneur
Rad gemacht habe war der Text eine ganz interessante "andere"
Meinung.

Ich vermute (wie auch hier bereits erwähnt), dass die Größe des
Rahmens nicht ganz passend war. Meine Erfahrung ist zudem, dass
ein Rennrad eben auch eine etwas sportlichere Haltung und
Fahrweise bedeutet die einem Spaß machen kann, oder eben nicht.
Mir persönlich hat die Kombination aus "schnell vorankommen" und
"sportliche Betätigung" sehr gefallen weswegen ich jetzt lieber
auf dem Randonneur fahre als auf dem Mountainbike. Ich fahre
gerne in der unteren Position, wechsle aber regelmäßig auch in
die Oberposition oder sogar in eine ganz aufrechte Haltung wenn
ich beispielsweise einen Berg hochfahre.

Klickpedale finde ich ebenso eine gute Ergänzung. Besonders
deutlich finde ich die Unterschiede beim Bergauf und
Beschleunigen. Wenn ich nach einem Tag ohne Klickpedale fahre
fehlen sie mir relativ schnell ("ich ziehe doch meine Beine hoch,
warum beschleunigt das so langsam...").
Marcus Jodorf (19.05.2020, 21:21)
Alexander Ausserstorfer <bavariasound> schrieb:

> Was an Klickpedalen besser sein soll, weiß ich nach diesem Test auch
> nicht.


Du hast die Füße halt immer automatisch in optimaler Position auf den
Pedalen, ohne auch nur einen Gedanken darauf verschwenden zu müssen.

> Überdies bin ich im Sommer meistens barfuß unterwegs. Ansonsten
> hat man halt das Problem, dass man mehrere Paar Schuhe mitschleppen
> darf. Und das will ich eigentlich auch nicht. Mit den Klickpedalen
> kann man ja kaum laufen. Ansonsten trage ich für gewöhnlich natürlich
> Schuhe mit Stahlkappen und ordentlichem Profil.


Nimmst Du halt nicht die RR Version sondern SPD Pedale wie beim
Mountainbike. Dann gibt es auch Schuhe, mit denen man laufen kann.
Oder - wenn Du grobes Profil willst - nimmst Du z.B. Cyclocross Schuhe
für SPD. Die gibt es auch mit Schraubstollen ;-)

[...]

> Mag sein. Probleme bereitet immer der Schnee im Winter. Da geht mit
> einem Rennrad sowieso nichts mehr. Insofern könnte es die Aufgaben
> auch kaum jemals erfüllen. So ganz klar ist mir aber auch nicht, was
> da in Frage kommen könnte. Mein Kagu musste ich jedenfalls umbauen,
> damit es überhaupt ging.


Man darf auch zwei unterschiedliche Räder besitzen.

Aber mit einem Rad aus der Richtung Gravelbike kommt man durchaus schon
etwas weiter.
Mein RR ist z.B. etwas Richtung Gravel und Endurance ausgelegt. Also
leicht relaxtere Geometrie und damit auch leicht komfortabler (man wird
ja nicht jünger ;-). Ich könnte auch problemlos Schutzbleche montieren
und Gepäckträger.
Reifen würden normal bis 45 mm gehen (hab allerdings momentan eine Gabel
dran, die mich vorne auf 38 mm beschränkt). Mit 650B ginge aber nürlich
noch mehr.

Normal fahre ich aber schlicht 28 mm GP4000 - damit sind normale Feld-
und Waldwege noch kein Problem. Fahre ich auch gerne und
regelmäßig damit. Nur bei lockerem Sand ist mit solchen Reifen halt
praktisch sofort Schluß.
In schwererem Gelände müßte man natürlich geeignetere Reifen aufziehen,
aber Feld- und Waldwege sind hier noch halbwegs zivil.

Gruß,

Marcus
??

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