expertenaustausch > alt.* > alt.talk.unmut

H.-P. Schulz (20.11.2018, 12:37)
Gut, stimmt, okay: Ist hier ein bisschen deplaziert, da wir uns hier
doch eigentlich mehr so Schnurren und Döntjes erzählen, - und der
Unmut nur so - ichsachma "literarisch-beiläufig" mit dabei ist.
Aber sowas wie dspm oder dtt ... das hat schon was von der
Geschlossenen (... sag' ich, ohne Innenkenntnis), das ist schon
ziemlich No-Go wie man neuerdings sagt.

Zwei Dürrejahre vom Kaliber des noch laufenden in Folge - und wir
hätten ein Problem.
Bereits jetzt stehen die hydrologischen Dinge derart, dass es vier
(!!) normale bis leicht überdurchschnittliche Jahre *in Folge*(!!)
bräuchte, um Westeuropa insgesamt hydrologisch wieder "ins Lot" zu
bringen.

Ich merke politischerseits nicht das allergeringste
Problembewusstsein.
Da kommt mit durchaus beträchtlicher Wahrscheinlichkeit eine
ordentliche "Wasserkrise" auf uns zu - - - und kein Aas rührt sich!

Ich sehe kommen, dass, wenn "das Wasser knapp" würde, eher den
einfachen Privathaushalten allerhand Maßnahmen verordnet würden -
Maßnahmen und Gebote, die das Alltagsleben empfindlich erschweren und
verbittern -, als dass die Exportweltmeisterindustrie auch nur einen
Liter weniger zu verbrauchen angehalten würde. Weil: Arbeitsplätze!
Export! Wachstum! Da verstehnwir nun aber sowas von keinen Spaß!

Bewässerung (also: künstliche solche) landwirtschaftlicher Flächen ist
sowieso traditionell kein Thema, weil: Schwachernte? - Kein Thema! Der
Markt regelt!
(Und, so gesehen, hätte das ja dann schon wieder was: Wenn die Leut'
mehr (*viel* mehr!!) Geld für Nahrung ausgeben müssten, bliebe
vielleicht nicht mehr ganz so viel über fürs Autofahren, Verreisen,
Drecksklamotten Kaufen, Events ... °träum°)

Wasser also. Mangel.
Nein, regelrecht _Durst_ würde hier niemand leiden (... das überlassen
wir dann doch lieber den Negern, die haben dadrauf studiert!), und
wenn dann mal die 1,5L-PET Trinkwasser 1Euro kost' - - Wo Problem?
Aber aufs öffentliche Dixiklo scheißen gehen - oder ins in die
Schüssel eingehängte Tütchen ... (und "sortenrein" getrennt!)
Und man lernt (wieder), das Tellerchen sauberst abzuessen, dann
abwischen, und dann mit 1L abwaschen - und zwar *händisch*! Auch nicht
wirklich übel ...

Glücklicher(??) Weise sind ja die ganz groß Wasser verbrauchenden
Industrien hierzulande nicht groß vorhanden: Papier, Aluminium ... so
Sachen halt, das ruiniert ja anderwärts die Wasserbilanz, nicht hier.
Der Ikea-Katalog wird also auch weiterhin im Briefkasten landen -
SUPI!

Was man denn, vorkehrungsweise und so, tun könne (bzw. hätte tun
sollen)?
Tschä. Wer bin *ich*, das insgenaueren zu wissen? Sollte es nicht
eigentlich so sein, dass wir ("einfache Bürger") unsere Leute für
sowas haben: bestellte, bezahlte Leute, Profis? Nicht zuletzt ja auch
Politiker, Parlamente, Regierungen?

Vielleicht ist es ja auch nicht so sehr klug, bei
"Meerwasserentsalzung" immer nur an die Wüstenstaaten, Arabien, Israel
und so, zu denken.
Und Reservoirs ließen sich schon noch einige mehr einrichten als die,
die wir gerade jetzt haben.
Aber das Wichtigste wäre, etwas gegen den in den Schlaraffenländern
grotesk hohen Wasserverbrauch, direkt wie indirekt, zu tun. Und nein,
die Klospülung stände *nicht* ganz oben auf der "Liste" ...
Martin Udelhoven (20.11.2018, 14:48)
"H.-P. Schulz" schrieb:

[Dürresommer und Wassermangel]

> Ich merke politischerseits nicht das allergeringste
> Problembewusstsein.
> Da kommt mit durchaus beträchtlicher Wahrscheinlichkeit eine
> ordentliche "Wasserkrise" auf uns zu - - - und kein Aas rührt sich!


Wer keine Zeitung liest, findet immer noch reichlich Treffer zu
politischen Aktivitäten dazu:


Natürlich wird das eine Weile dauern, wie alles, was Geld, Sachverstand
und Bürgerwillen kostet.

> Bewässerung (also: künstliche solche) landwirtschaftlicher Flächen ist
> sowieso traditionell kein Thema, weil: Schwachernte? - Kein Thema! Der
> Markt regelt!


Wenn wir notgedrungen unsere Landwirtschaft mal auf das Prinzip
Selbstversorgung umstellen, statt schwachsinnigen
Billigst-Schweineexport zu subventionieren, können wir mal abschätzen,
ob die Regenmengen reichen oder nicht. Dezentrale Sammelbecken zum
Bewässern sind vielleicht weniger aufwändig als beim Trinkwasser.

> Und man lernt (wieder), das Tellerchen sauberst abzuessen, dann
> abwischen, und dann mit 1L abwaschen - und zwar *händisch*! Auch nicht
> wirklich übel ...


Das ist natürlich Quatsch, ob nun mit oder ohne Soße. Spülmaschinen
brauchen bekanntlich deutlich weniger Wasser und Energie zum
Geschirrspülen.

Martin
H.-P. Schulz (20.11.2018, 16:32)
"Martin Udelhoven" <maetesudelhoven> schrieb:

>"H.-P. Schulz" schrieb:
>[Dürresommer und Wassermangel]
>Wer keine Zeitung liest, findet immer noch reichlich Treffer zu
>politischen Aktivitäten dazu:
>
>Natürlich wird das eine Weile dauern, wie alles, was Geld, Sachverstand
>und Bürgerwillen kostet.


"Eine Weile" ist die freundlichere Version von "nie".
Das ging mal, früher, als ganz undemokratisch über den "Bürgerwillen"
hinweg regiert wurde bzw. als es diese Pest noch gar nicht gab.
Seit sich jeder Hans und Franz kompetent für alles und jedes wähnt -
und eine Irrenpartei sie auch noch darin bekräftigt und geradezu
ermuntert, muss man schon froh sein, wenn eine Lappalie wie etwa
"Stuttgart 21" mit nur 15jähriger Verspätung - und auch dann nur in
einer verstümmelten Version - realisiert wird.

In einem Land, wo sogenannter Bürgereinspruch bewirkt, dass für eine
Stromleitung die in _allen_ Belangen schlechtere Trassenlösung
realisiert werden muss, dürften auch nur moderat Landschaft
verändernde Anlagen *völlig* chancenlos sein. Und wenn's auch das
Leben kostet (... oder doch wesentliche Aspekte desselben): Für die
Halluzinationen von Natur einer-, von Demokratie, Mündigkeit und Recht
andererseits sei kein Opfer zu groß!

>> Und man lernt (wieder), das Tellerchen sauberst abzuessen, dann
>> abwischen, und dann mit 1L abwaschen - und zwar *händisch*! Auch nicht
>> wirklich übel ...

>Das ist natürlich Quatsch, ob nun mit oder ohne Soße. Spülmaschinen
>brauchen bekanntlich deutlich weniger Wasser und Energie zum
>Geschirrspülen.


Das bezweifle ich stark.
Ich zB wasche alles nicht Fettige kalt ab. Und das Fettige esse ich
üblicherweise auf, und den kleinen Rest wische ich ab. Und dann
brauche ich nur sehr wenig heißes Wasser.

Der Schnack von der "sparsamen" Geschirrspülmaschine mag für
Restaurants und Kantinen gelten. Für den Privathaushalt ist eine GSM
der größte Quatsch.
Aber ich weiß, dass ich gegen das GSM-Evangelium nicht aufkomme.
(Aber GSM sollte hier auch nicht zum Hauptthema werden.)
Martin Udelhoven (20.11.2018, 16:56)
"H.-P. Schulz" schrieb:

>>


>>Natürlich wird das eine Weile dauern, wie alles, was Geld,
>>Sachverstand
>>und Bürgerwillen kostet.


> "Eine Weile" ist die freundlichere Version von "nie".
> Das ging mal, früher, als ganz undemokratisch über den "Bürgerwillen"
> hinweg regiert wurde bzw. als es diese Pest noch gar nicht gab.
> Seit sich jeder Hans und Franz kompetent für alles und jedes wähnt -
> und eine Irrenpartei sie auch noch darin bekräftigt und geradezu
> ermuntert, muss man schon froh sein, wenn eine Lappalie wie etwa
> "Stuttgart 21" mit nur 15jähriger Verspätung - und auch dann nur in
>einer verstümmelten Version - realisiert wird.


> In einem Land, wo sogenannter Bürgereinspruch bewirkt, dass für eine
> Stromleitung die in _allen_ Belangen schlechtere Trassenlösung
> realisiert werden muss, dürften auch nur moderat Landschaft
> verändernde Anlagen *völlig* chancenlos sein.


Hör mal, merkst du eigentlich nix mehr?
Stromleitungen sind von der (Lokal)-Politik teilweise unerwünscht, also
haben Bürgerproteste Erfolg.
Braunkohleverstromung war lange Zeit von der Politik erwünscht,
teilweise heute noch, also ist es überhaupt kein Problem, riesige
Landschaften wegzubaggern, komplette Dörfer aufzulösen, während der
erfeuerte Strom fleißig günstig ins Ausland verkauft wird. Das gibt
schöne Rendite, und die gesamte Lokalpolitik hat thematisch völlig
unbedarfte Parteifreunde in die meist überflüssigen Posten der
Energiekonzerne gepflanzt. Dort singen sie natürlich das bekannte Lied.

> [Geschirrspülen]


> Das bezweifle ich stark.
> Ich zB wasche alles nicht Fettige kalt ab. Und das Fettige esse ich
> üblicherweise auf, und den kleinen Rest wische ich ab. Und dann
> brauche ich nur sehr wenig heißes Wasser.


> Der Schnack von der "sparsamen" Geschirrspülmaschine mag für
> Restaurants und Kantinen gelten. Für den Privathaushalt ist eine GSM
> der größte Quatsch.


Also Junge, gerade in Gastronomie und Kantinen verbrauchen die
Spülmaschinen sehr viel Wasser. Kannst du vielleicht nachvollziehen,
wenn du bedenkst, dass eine Ladung Teller dort nicht mal eben zwei
Stunden laufen kann, da haben die Mitarbeiter schon Feierabend und es
warten noch 20 Ladungen. Also wird sehr kurz, mit sehr viel Druck und
reichlich Frischwasser gespült. Eine Haushaltsmaschine braucht so wenig
Wasser, weil die wenigen Liter ewig zirkulieren und erst nach dem
Spülgang ausgetauscht werden.

Martin
Ulf.Kutzner (20.11.2018, 17:04)
Am Dienstag, 20. November 2018 15:56:22 UTC+1 schrieb Martin Udelhoven:
> Also Junge, gerade in Gastronomie und Kantinen verbrauchen die
> Spülmaschinen sehr viel Wasser. Kannst du vielleicht nachvollziehen,
> wenn du bedenkst, dass eine Ladung Teller dort nicht mal eben zwei
> Stunden laufen kann, da haben die Mitarbeiter schon Feierabend und es
> warten noch 20 Ladungen. Also wird sehr kurz, mit sehr viel Druck und
> reichlich Frischwasser gespült.


Etwas geklärtes Abwasser brauchen wir auch, von wegen Binnenschifferei..
Sollte das Trinkwasser knapp werden, kann man neben
Rasensprengerei ja auch die Wirtshäuser einschränken.
Andy Angerer (20.11.2018, 17:12)
H. -P. Schulz formulierte aufs eloquenteste:

> "Martin Udelhoven" <maetesudelhoven> schrieb:
> Das bezweifle ich stark.
> Ich zB wasche alles nicht Fettige kalt ab. Und das Fettige esse ich
> üblicherweise auf, und den kleinen Rest wische ich ab. Und dann
> brauche ich nur sehr wenig heißes Wasser.


Ganz genau.
Und das Besteck wird sauber abgeschleckt und dann kommts wieder in die
Schublade.
H.-P. Schulz (20.11.2018, 17:48)
"Martin Udelhoven" <maetesudelhoven> schrieb:

>"H.-P. Schulz" schrieb:


>Stromleitungen sind von der (Lokal)-Politik teilweise unerwünscht, also
>haben Bürgerproteste Erfolg.


Warum sollten sie von der Lokalpolitik unerwünscht sein - wenn nicht
aus dem einzigen Grund der Angst um die Wiederwahl?
Ich sehe es so, dass "die Lokalpolitik" - man macht sich nicht die
Mühe, jeden Lokalbonzen ggf. zu schmieren - solchen
"Großeweitewelt"-Dingen nur lahm geneigt sind, weshalb sie sich -
Wiederwahl! - dann auch ganz gern an die Spitze verblödeten
Bürgergeblöks *gegen* <was-auch-immer> setzen.
Damit ist zwar der Erfolg des Protests noch nicht wirklich gesichert,
aber wenn ein paar Etagen weiter oben es für taktisch opportun
gehalten wird, steigen die Chancen ganz erheblich.

>Braunkohleverstromung war lange Zeit von der Politik erwünscht,
>teilweise heute noch, also ist es überhaupt kein Problem, riesige
>Landschaften wegzubaggern, komplette Dörfer aufzulösen,


War das nicht immer ein Musterbeispiel, wie menschenverachtend die
DDR-Führung war?

Ich hatte lange Zeit keinen Schimmer, dass im Westen genau das selbe
ablief bzw. immer noch läuft. Ich hatte früher mit 'Braunkohle' (...
und natürlich dann 'Tagebau') ausschließlich DDR assoziiert.
Da kann man mal sehen!

>Also Junge, gerade in Gastronomie und Kantinen verbrauchen die
>Spülmaschinen sehr viel Wasser. Kannst du vielleicht nachvollziehen,
>wenn du bedenkst, dass eine Ladung Teller dort nicht mal eben zwei
>Stunden laufen kann, da haben die Mitarbeiter schon Feierabend und es
>warten noch 20 Ladungen.


Drum gibt's da auch ganz andere Aufwaschmaschinen, - mit denen der
PrivHH-Schund weniger als nichts gemein hat. Und ja, auf die Menge
gerechnet *sind* diese Maschinen ziemlich sparsam, - natürlich
zuvörderst rein von der Kalkulation her; ob auch "öko"mäßig, stehe
dahin.
Frank Hucklenbroich (20.11.2018, 17:49)
Am Tue, 20 Nov 2018 11:37:13 +0100 schrieb H.-P. Schulz:

[..]
> (!!) normale bis leicht überdurchschnittliche Jahre *in Folge*(!!)
> bräuchte, um Westeuropa insgesamt hydrologisch wieder "ins Lot" zu
> bringen.


Westeuropa ist groß. In Westeuropa gibt es die Alpen und die Estremadura.
Das in einen Topf zu werfen ist Unsinn. Deutschland ist eigentlich ein
Land, das genug Wasser hat. Wie dagte mein Erdundelehrer immer: Wasser wird
nicht verbraucht, Wasser wird gebraucht. Danach ist es nicht weg, sondern
bleibt erhalten, vielleicht muß es gereinigt werden.

Was wir im Moment erleben, daß bei uns in Köln der Rhein unter 80 cm Pegel
hat und deshalb die Öltanker von Rotterdam nicht mehr vollbeladen den Rhein
hoch fahren können, ist ein Luxusproblem. Die BASF hat bereits angekündigt,
flachere Tankschiffe zu bauen. Und die Mineralölindustrie fordert ein Stop
der Sonntagsfahrverbote für Tankwagen sowie die Beladung mit 44 statt 40
Tonnen pro Tankwagen.
Alles Luxusproblem, Lästigkeiten, aber nicht das Ende der Welt.

> Ich merke politischerseits nicht das allergeringste
> Problembewusstsein.
> Da kommt mit durchaus beträchtlicher Wahrscheinlichkeit eine
> ordentliche "Wasserkrise" auf uns zu - - - und kein Aas rührt sich!


Das sehe ich nicht so. Wie schaffen es die kanarischen Inseln,
hunderttausende von Touristen mit Wasser zu versorgen, auch auf so Inseln
wie Fuerteventura oder Lanzarote, wo es manchmal jahrelang nicht regnet?
Eben, dann nimmt man Geld in die Hand und baut ein paar
Meerwasserentsalzungsanlagen. An Nord- und Ostsee wäre genug Platz dafür.
Kostet halt wieder Sprit, aber auch den hat man eigentlich genug, vor allem
an der Küste.

> Ich sehe kommen, dass, wenn "das Wasser knapp" würde, eher den
> einfachen Privathaushalten allerhand Maßnahmen verordnet würden -


Kein Auto mehr waschen (oh mein Gott!) oder nicht jeden Tag den heiligen
Rasen zu sprengen im Sommer.

[..]
> vielleicht nicht mehr ganz so viel über fürs Autofahren, Verreisen,
> Drecksklamotten Kaufen, Events ... °träum°)
> Wasser also. Mangel.


Achwo.

> Nein, regelrecht _Durst_ würde hier niemand leiden (... das überlassen
> wir dann doch lieber den Negern, die haben dadrauf studiert!), und
> wenn dann mal die 1,5L-PET Trinkwasser 1Euro kost' - - Wo Problem?
> Aber aufs öffentliche Dixiklo scheißen gehen - oder ins in die
> Schüssel eingehängte Tütchen ... (und "sortenrein" getrennt!)
> Und man lernt (wieder), das Tellerchen sauberst abzuessen, dann
> abwischen, und dann mit 1L abwaschen - und zwar *händisch*! Auch nicht
> wirklich übel ...


Im Zweifel regelt das dann der Preis. Wasser ist in Deutschland noch immer
im Vergleich spottbillig. Würde es um 30% teurer, würde das den Leuten
wirklich weh tun?

Im Moment kosten 0,5 Liter Sprudelwasser im Supermarkt sowas um die 9 cent,
glaube ich. Wenn die jetzt 12 cent kostet, geht dann die Welt unter?

> Glücklicher(??) Weise sind ja die ganz groß Wasser verbrauchenden
> Industrien hierzulande nicht groß vorhanden: Papier, Aluminium ... so
> Sachen halt, das ruiniert ja anderwärts die Wasserbilanz, nicht hier.


Keine Angst, Schweden hat viel Wasser. Mehr als genug.

> Vielleicht ist es ja auch nicht so sehr klug, bei
> "Meerwasserentsalzung" immer nur an die Wüstenstaaten, Arabien, Israel
> und so, zu denken.


Siehe oben! Die Technik exisiertun ist kein Hexenwerk. Vermutlich hat das
THW sowas sogar mobil in Cotainern herumstehen, und könnte es innerhalb
weniger Tage irgndwo aufbauen.

> Und Reservoirs ließen sich schon noch einige mehr einrichten als die,
> die wir gerade jetzt haben.
> Aber das Wichtigste wäre, etwas gegen den in den Schlaraffenländern
> grotesk hohen Wasserverbrauch, direkt wie indirekt, zu tun. Und nein,
> die Klospülung stände *nicht* ganz oben auf der "Liste" ...


Man könnte Trink- und Brauchwasser trennen, um den Garten zu wässern
brauche ich keine Trinkwasserqualität. Ist in den Städten aber schwierig,
weil man ein komplett neues, zusätzliches Leitungsnetz bräuchte.

Grüße,

Frank
Ulf.Kutzner (20.11.2018, 18:02)
Am Dienstag, 20. November 2018 16:49:26 UTC+1 schrieb Frank Hucklenbroich:
> Westeuropa ist groß. In Westeuropa gibt es die Alpen und die Estremadura.


Und letztere ist nicht die trockenste Gegend.

> Das in einen Topf zu werfen ist Unsinn. Deutschland ist eigentlich ein
> Land, das genug Wasser hat. Wie dagte mein Erdundelehrer immer: Wasser wird
> nicht verbraucht, Wasser wird gebraucht. Danach ist es nicht weg, sondern
> bleibt erhalten, vielleicht muß es gereinigt werden.
> Was wir im Moment erleben, daß bei uns in Köln der Rhein unter 80 cm Pegel
> hat und deshalb die Öltanker von Rotterdam nicht mehr vollbeladen den Rhein
> hoch fahren können, ist ein Luxusproblem. Die BASF hat bereits angekündigt,
> flachere Tankschiffe zu bauen. Und die Mineralölindustrie fordert ein Stop
> der Sonntagsfahrverbote für Tankwagen sowie die Beladung mit 44 statt 40
> Tonnen pro Tankwagen.


Wohl 44 Tonnen Gesamtgewicht, nicht Zuladung.
Hat man in den Fz bewußt übergroß dimensionierte
Transportgefäße verbaut?

[..]
> Kein Auto mehr waschen (oh mein Gott!) oder nicht jeden Tag den heiligen
> Rasen zu sprengen im Sommer.
> Achwo.


Mancherorts schon. Vor allem dort, wo die Großstädte
das Wasser abgraben.

> Im Zweifel regelt das dann der Preis. Wasser ist in Deutschland noch immer
> im Vergleich spottbillig. Würde es um 30% teurer, würde das denLeuten
> wirklich weh tun?
> Im Moment kosten 0,5 Liter Sprudelwasser im Supermarkt sowas um die 9 cent,
> glaube ich. Wenn die jetzt 12 cent kostet, geht dann die Welt unter?
> Keine Angst, Schweden hat viel Wasser. Mehr als genug.


Liefern die Mineralwasser hierher?

> Siehe oben! Die Technik exisiertun ist kein Hexenwerk. Vermutlich hat das
> THW sowas sogar mobil in Cotainern herumstehen, und könnte es innerhalb
> weniger Tage irgndwo aufbauen.
> Man könnte Trink- und Brauchwasser trennen, um den Garten zu wässern
> brauche ich keine Trinkwasserqualität. Ist in den Städten aber schwierig,
> weil man ein komplett neues, zusätzliches Leitungsnetz bräuchte..


Mancherorts gibt's das schon.
Aus Frankfurt allerdings wurde berichtet, man
habe zuletzt mit Trinkwasser aus dem Vogelsberg gewässert, da
das Brauchwasser zur Neige gegangen sei.

Gruß, ULF
Martin Ebert (20.11.2018, 19:20)
Am 20.11.18 um 11:37 schrieb H.-P. Schulz:

> Da kommt mit durchaus beträchtlicher Wahrscheinlichkeit eine
> ordentliche "Wasserkrise" auf uns zu - - - und kein Aas rührt sich!


Wozu auch? Das, was Du schreibst, läuft unter dem
Begriff "gefühlte Wahrheit".

Das immerhin grün geführte sachsen-anhaltische Umwelt-
ministerium wollte die Sache mit dem Klima genauer
wissen und hat das in einer Studie untersuchen lassen.
Da Klima 30-jährige Perioden sind, nahm man die eigenen
Messstationen ab dem Jahr 1961.

Wenig verwunderlich ist sowohl ein CO²- als auch ein
Anstieg der Durchschnittstemperatur zu verzeichnen. Wie
sieht es aber mit Extremereignissen aus? Starkregen,
Stürme, Dürren?

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich da genau
nichts geändert hat. Keine Zunahme, keine Abnahme.

Früher kam der der Wetterbericht in der Tagesschau
und hat mit 50% Wahrscheinlichkeit gestimmt. Heute ...
Die Aufmerksamkeit ist völlig anders.

Früher hätten sich die Leute über einen tollen Sommer
gefreut. Heute sitzt man griesgrämig rum und hält ihn
für den Beleg des kommenden Untergangs.

Praktisch jede Abweichung von erwarteten Normalzustand
wird als Beleg des Klimawandels genommen. Dabei ist sie
nur eins: Wetter.

Und falls wir im nächsten Jahr einen verregneten Sommer
bekommen: Ich kann Dir schon jetzt verraten, für was
der herangezogen wird.

Mt
H.-P. Schulz (20.11.2018, 19:31)
Frank Hucklenbroich <Hucklenbroich01> schrieb:

>Westeuropa ist groß. In Westeuropa gibt es die Alpen und die Estremadura.
>Das in einen Topf zu werfen ist Unsinn.


Das stimmt wohl, - zumal es ja auch kein (west)europäisches
Wasserverbundnetz gibt, etwa analog dem Stromnetz.
Beim Wasser herrscht noch ziemliche "Duodez"erei.

> Deutschland ist eigentlich ein
>Land, das genug Wasser hat.


Wollnwirmal hoffen, dass das der deutsche? Boden und die deutschen?
Tiefschichten auch wissen.
Im Zweifelsfall ist mit "eigentlich"em Wasser nicht viel anzufangen.

> Wie dagte mein Erdundelehrer immer: Wasser wird
>nicht verbraucht, Wasser wird gebraucht. Danach ist es nicht weg, sondern
>bleibt erhalten, vielleicht muß es gereinigt werden.


Das hört sich ganz nett an (kenne das auch von früher), ist aber nur
die halbe Wahrheit.
>Was wir im Moment erleben, daß bei uns in Köln der Rhein unter 80 cm Pegel
>hat und deshalb die Öltanker von Rotterdam nicht mehr vollbeladen den Rhein
>hoch fahren können, ist ein Luxusproblem. Die BASF hat bereits angekündigt,
>flachere Tankschiffe zu bauen. Und die Mineralölindustrie fordert ein Stop
>der Sonntagsfahrverbote für Tankwagen sowie die Beladung mit 44 statt 40
>Tonnen pro Tankwagen.
>Alles Luxusproblem, Lästigkeiten, aber nicht das Ende der Welt.


Ach was "Ende der Welt"! ;-] Davo rede ich nicht. Und Deutschland, ja
nicht einmal Europa ist die Welt. (Ich sach immer, Leute, wenn ihr nur
wüsstet, wie unbekannt, unbedeutend und marginal dieses Europa im und
für den Rest der Welt ist!
Und wenn überhaupt mal von Europa die Rede ist, dann fast immer nur
als von einem Ärgernis, einem Irrenhaus, etwas am besten umgehend
Auszutilgendes.

(Merken's die Leut' eigentlich?: Nichtmal mehr die Terroristen
scheinen sich für diese Scheißecke zu interessieren!)

>Eben, dann nimmt man Geld in die Hand und baut ein paar
>Meerwasserentsalzungsanlagen. An Nord- und Ostsee wäre genug Platz dafür.
>Kostet halt wieder Sprit, aber auch den hat man eigentlich genug, vor allem
>an der Küste.


Und genau das, genau etwas diesen Kalibers - - - sehe ich hierzulande
auch in tausend Jahren nicht kommen. Das wäre ja was _Lang_fristiges!
Das wär' ja *echte* Vorsorge!!
Nee! Nicht in Freedom&Democracy!
Das bleibt den menschenverachtenden, kommunistischen PfuiBaBa-Régimen
vorbehalten! Und für unsere Staat-Hasser (... machen wir uns nichts
vor: das ist die riesige Mehrzahl der Leute!) ist ja das bisschen
Realexistierende Regeln und Sorgen schon Anathema! Antichrist!!
Kommunismus!!!

>> Ich sehe kommen, dass, wenn "das Wasser knapp" würde, eher den
>> einfachen Privathaushalten allerhand Maßnahmen verordnet würden -

>Kein Auto mehr waschen (oh mein Gott!) oder nicht jeden Tag den heiligen
>Rasen zu sprengen im Sommer.


Das gibts doch nun schon sowieso seit Ewigkeit nicht mehr!

>> Wasser also. Mangel.

>Achwo.


Warum sollte Europa, warum Deutschland insonderheit, *immer* Schwein
haben?
Da leben wir nun in einem - geophysikalisch gesehen - natürlichen
Fast-Paradies. (Für meine Begriffe ist Nordfrankreich/Südengland das
per Saldo beste, was auf der Erde verfügbar ist.) Selbst dem
Klimawandel könnte man hier, wenn man es denn vernünftig anginge, noch
eine erfreuliche Seite abgewinnen!
Aber: Nichts! Nur blödes Geraune, völlig schwachsiniger Aktionismus,
fantastische "Klimaziele" (... von denen in zwanzig, ach, in zehn
Jahren keiner mehr was wissen (wollen) wird) ... Nein! Es ist nicht
"zu schaffen"!(Und was, genau, wäre dieses 'es' überhaupt??) Die Phase
rapider Klimaänderung hat unwiderruflich begonnen. Und ob, oder wie
stark, Menschenwirken für den Beginn *gerade jetzt* mit ursächlich
sei, ist eine völlig müßige Erwägung. (Ich Persönlich sehe das
Menschenwirken als - möglicherweise - _Auslöser_, - was etwas
*anderes* ist als "Verursacher"! Und ich hadere nicht mit dieser
Tatsache - - - vielleicht, weil ich dafür zu sehr Historiker bin.
Historische Sicht immunisiert ein bisschen gegen moralischen (oder wie
immer man das Gegreine über die schlechte Menschheit nennen will)
Furor.)

>Im Zweifel regelt das dann der Preis. Wasser ist in Deutschland noch immer
>im Vergleich spottbillig. Würde es um 30% teurer, würde das den Leuten
>wirklich weh tun?


*Trink*wasser ist doch nur *eine* Seite der Gesamtkalamität.
Und ich schrieb ja schon, dass, müsste mehr Geld für Grundbedürfnisse
ausgegeben werden (zB sagenwir so viel wie 1960), es auch sein Gutes
haben könnte.
>Im Moment kosten 0,5 Liter Sprudelwasser im Supermarkt sowas um die 9 cent,
>glaube ich. Wenn die jetzt 12 cent kostet, geht dann die Welt unter?
>> Glücklicher(??) Weise sind ja die ganz groß Wasser verbrauchenden
>> Industrien hierzulande nicht groß vorhanden: Papier, Aluminium ... so
>> Sachen halt, das ruiniert ja anderwärts die Wasserbilanz, nicht hier.

>Keine Angst, Schweden hat viel Wasser. Mehr als genug.


Ja, - am Arsch der Welt. Und auch da isses am Ende nicht so viel, wie
alle Welt denkt. Aber, stimmt schon, Schweden ist schon noch gesegnet.
Dafür hat's aber diese Winter und all das. Und diese _Schweden_!!! :))

>> Vielleicht ist es ja auch nicht so sehr klug, bei
>> "Meerwasserentsalzung" immer nur an die Wüstenstaaten, Arabien, Israel
>> und so, zu denken.

>Siehe oben! Die Technik exisiertun ist kein Hexenwerk. Vermutlich hat das
>THW sowas sogar mobil in Cotainern herumstehen, und könnte es innerhalb
>weniger Tage irgndwo aufbauen.


Da verschätzt Du dich ein bisschen hinsichtlich der nötigen Kapazität
solcher Anlagen, die nötig wäre, wirklich nennenswert Frischwasser
fürs Land herzustellen. Aber auch das wäre machbar.
>> Und Reservoirs ließen sich schon noch einige mehr einrichten als die,
>> die wir gerade jetzt haben.
>> Aber das Wichtigste wäre, etwas gegen den in den Schlaraffenländern
>> grotesk hohen Wasserverbrauch, direkt wie indirekt, zu tun. Und nein,
>> die Klospülung stände *nicht* ganz oben auf der "Liste" ...

>Man könnte Trink- und Brauchwasser trennen,


Darum hatte ich mich schon vor Jahrzehnten politisch bemüht.
Das ist heute nicht mehr so dringlich wie früher, weil die
Wasseraufbereitungstechnik riesige Fortschritte gemacht hat. Die
Trinkwasserbereitung ist heute c.g.s. billiger und besser als je.
H.-P. Schulz (20.11.2018, 19:44)
Martin Ebert <mx300> schrieb:

>Am 20.11.18 um 11:37 schrieb H.-P. Schulz:
>> Da kommt mit durchaus beträchtlicher Wahrscheinlichkeit eine
>> ordentliche "Wasserkrise" auf uns zu - - - und kein Aas rührt sich!

>Wozu auch? Das, was Du schreibst, läuft unter dem
>Begriff "gefühlte Wahrheit".


Das Jahr 2018 schickt sich an, das insgesamt trockenste seit
Beobachtungsbeginn zu werden oder doch unter die fünf trockensten zu
fallen.
Ich sage die Krise für den Fall voraus, dass das kommende Jahr ähnlich
diesem würde.
Denn *zwei* Jahre dieses Kalibers in Folge hat es noch nicht gegeben,
und selbst wenn ähnliches schon mal da war, waren die
sozio-ökonomischen Verhältnisse *wesentlich* unterschiedlich zu den
heutigen. Will sagen: Dürre in Hi-Tech-Schlaraffenland ist etwas
anderes als als Dürre im Sahel.

>Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich da genau
>nichts geändert hat. Keine Zunahme, keine Abnahme.


Dazu hätte es keiner eigenen Studie bedurft. Der DWD existiert, die
Daten sind vorhanden und allgemein zugänglich.
Es kommt aber weniger auf die Extremereignisse an sich an, sondern auf
ihre Auswirkungen. Und das hängt dann sehr vom Vorhandensein überhaupt
beeinträchtigbarer Einrichtungen ab.
Ulf.Kutzner (20.11.2018, 19:54)
Am Dienstag, 20. November 2018 18:20:49 UTC+1 schrieb Martin Ebert:
> Am 20.11.18 um 11:37 schrieb H.-P. Schulz:
> > Da kommt mit durchaus beträchtlicher Wahrscheinlichkeit eine
> > ordentliche "Wasserkrise" auf uns zu - - - und kein Aas rührt sich!

> Wozu auch? Das, was Du schreibst, läuft unter dem
> Begriff "gefühlte Wahrheit".


Abwarten. Die Vegetationsperiode ist vorüber,
aber die nächste braucht schon etwas Bodenfeuchte.

[..]
> Stürme, Dürren?
> Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich da genau
> nichts geändert hat. Keine Zunahme, keine Abnahme.


Bis zu welchem Datum wurde das Wetter denn ausgewertet?

[..]
> Und falls wir im nächsten Jahr einen verregneten Sommer
> bekommen: Ich kann Dir schon jetzt verraten, für was
> der herangezogen wird.


Für Wetterextreme, wenn es zu Überflutungen kommen sollte?
H.-P. Schulz (20.11.2018, 21:52)
Na, wenn, wie ich sehe, der hier versammelte hohe Sachverstand zu
"Allns gaanich so schlimm!" tendiert, werde ich mal beigehen und mein
Befürchte-Modul justieren ... :))

Zumal ich ja im Eventualfall auch rein gar nichts tun könnte; also,
zusätzlich zu dem, was ich seit immer tue.
Martin Ebert (20.11.2018, 22:36)
Am 20.11.18 um 18:44 schrieb H.-P. Schulz:
> Martin Ebert <mx300> schrieb:


>> Wozu auch? Das, was Du schreibst, läuft unter dem
>> Begriff "gefühlte Wahrheit".


> Das Jahr 2018 schickt sich an, das insgesamt trockenste seit
> Beobachtungsbeginn zu werden oder doch unter die fünf trockensten zu
> fallen.


Wenn wir von 1973 absehen. Aber mal im Ernst: Liest Du,
was ich schreibe? Sowas kommt vor. Es wird immer Extrema
geben.

> Ich sage die Krise für den Fall voraus, dass das kommende Jahr ähnlich
> diesem würde.


Meine Rede: Gefühlte Wahrheit.

> Will sagen: Dürre in Hi-Tech-Schlaraffenland ist etwas
> anderes als als Dürre im Sahel.


Habe ich eine Hungersnot in Deutschland verpasst?

>> Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich da genau
>> nichts geändert hat. Keine Zunahme, keine Abnahme.


> Dazu hätte es keiner eigenen Studie bedurft. Der DWD existiert, die
> Daten sind vorhanden und allgemein zugänglich.


Schaut sich nur niemand an.

> Es kommt aber weniger auf die Extremereignisse an sich an, sondern auf
> ihre Auswirkungen. Und das hängt dann sehr vom Vorhandensein überhaupt
> beeinträchtigbarer Einrichtungen ab.


Da sich die Anzahl und Dauer von Extremereignissen
offensichtlich nicht ändert ... was nun?

Mt

Ähnliche Themen