expertenaustausch > etc.finanz.* > etc.finanz.banken+broker

Georg Schwarz (10.08.2019, 01:58)
Ein Bekannter möchte in Berlin ein Girokonto eröffnen, und zwar am
liebsten bei einer Filialbank. Er hat einen moderaten monatlichen
Gehaltseingang (sagen wir mal 2000 ¤). Ich habe vier Banken gefunden,
die ein kostenloses Konto bieten: Targobank, Santander Bank, PSD
Berlin-Brandenburg, BB Bank
Hat jemand Erfahrung mit diesen Banken? Kann jemand Empfehlungen oder
Warnungen aussprechen? Es sollte eine kostenlose Girocard dabei sein,
aber das bieten wohl alle vier. Die Möglichkeit zum einfachen
Onlinebanking wäre auch nicht schlecht, aber das hat wohl auch jeder.
Das TAN-Verfahren sollte kein Smartphone erfordern. Santander und
Targobank bieten offenbar kostenloses mTAN, BB Bank und PSD (die beide
irgendwie mit den VR-Banken zusammenhängen) ChipTAN Photo.
BB Bank, Santander und Targobank lassen kostenfreie Abhebungen beim
Cashpool zu, die PSD Bank an den wenigen eigenen sowie 15 x pro Quartal
im VR-Netz.

Wie gesagt; ich würde mich über Erfahrungsberichte freuen.
Ludger Averborg (10.08.2019, 09:35)
On Sat, 10 Aug 2019 01:58:30 +0200, georg.schwarz
(Georg Schwarz) wrote:

>Ein Bekannter möchte in Berlin ein Girokonto eröffnen, und zwar am
>liebsten bei einer Filialbank. Er hat einen moderaten monatlichen
>Gehaltseingang (sagen wir mal 2000 ?). Ich habe vier Banken gefunden,
>die ein kostenloses Konto bieten: Targobank, Santander Bank, PSD
>Berlin-Brandenburg, BB Bank


Die DKB hat eine Filiale in Berlin (Taubenstr.)

>Hat jemand Erfahrung mit diesen Banken?


Mit der DKB habe ich seit 13 Jahren gute Erfahrungen. Ich
würde mein Giro jederzeit wieder dort einrichten.

>Kann jemand Empfehlungen oder
>Warnungen aussprechen? Es sollte eine kostenlose Girocard dabei sein,
>aber das bieten wohl alle vier. Die Möglichkeit zum einfachen
>Onlinebanking wäre auch nicht schlecht, aber das hat wohl auch jeder.
>Das TAN-Verfahren sollte kein Smartphone erfordern. Santander und
>Targobank bieten offenbar kostenloses mTAN, BB Bank und PSD (die beide
>irgendwie mit den VR-Banken zusammenhängen) ChipTAN Photo.


DKB macht das auch mit Chiptan, ich hab so einen
Flackerleser, der gut funktioniert.

>BB Bank, Santander und Targobank lassen kostenfreie Abhebungen beim
>Cashpool zu, die PSD Bank an den wenigen eigenen sowie 15 x pro Quartal
>im VR-Netz.


Mit der DKB-Visa kann man (im Prinzip) weltweit kostenlos an
allen Automaten Geld abheben. Wenige Banken sperren ihre
Automaten aber, andere belasten die Abhebung mit
zusätzlichen Gebüren.
Ist aber selten.

l.
Frank Graf (10.08.2019, 09:54)
Am Sat, 10 Aug 2019 01:58:30 +0200 schrieb Georg Schwarz:

[..]
> Cashpool zu, die PSD Bank an den wenigen eigenen sowie 15 x pro Quartal
> im VR-Netz.
> Wie gesagt; ich würde mich über Erfahrungsberichte freuen.


Ich würde die PSD-Bank empfehlen. Habe allerdings nur mit einer anderen
PSD-Bank gute Erfahrungen gemacht. Zu der PSD-Bank Berlin-Brandenburg
kann ich konkret nichts sagen.

Frank
Martin Gerdes (10.08.2019, 18:16)
georg.schwarz (Georg Schwarz) schrieb:

> Ein Bekannter möchte in Berlin ein Girokonto eröffnen, und zwar am
> liebsten bei einer Filialbank.


Wozu braucht man eine Bankfiliale?

Ich war in den vergangenen 30 Jahren gelegentlich mal in einer solchen
drin, mir wurde dort aber auch niht besser oder schneller geholfen als
online.

> Er hat einen moderaten monatlichen Gehaltseingang (sagen wir mal 2000 ¤).
> Ich habe vier Banken gefunden, die ein kostenloses Konto bieten:
> Targobank, Santander Bank, PSD Berlin-Brandenburg, BB Bank
> Hat jemand Erfahrung mit diesen Banken?


Für mich ist (auf dem niedrigen Niveau der Bankdienstleistungen, die ich
brauche) so ziemlich Bank Bank.

Ich kenne die Targobank. Tut einigermaßen das, was sie soll.
Ich glaube nicht, daß Banken sich bei Basis-Bankdienstleistungen groß
unterscheiden.

Man könnte ein ganz anderes Kriterium nehmen, nämlich das
Antrittsgeschenk in teilweise erheblicher Höhe, das man mit einem
passenden Freund, der einem das Konto empfiehlt, optimieren könnte.

Die Norisbank (Onlinebank) läßt beispielsweise auf Empfehlung 60+100 ¤
springen.

Eine Überlegung wäre auch die Commerzbank (Filialbank), die bis zu 200 ¤
für ein neues Girokonto austut.

Beide sind in der Cashgroup = deutlich mehr Geldautomaten im Verbund als
Cashpool.
>Es sollte eine kostenlose Girocard dabei sein, aber das bieten wohl alle
>vier.


Das ist wohl so.

> Die Möglichkeit zum einfachen Onlinebanking wäre auch nicht schlecht, aber
> das hat wohl auch jeder.


Denke doch.

> Das TAN-Verfahren sollte kein Smartphone erfordern. Santander und
> Targobank bieten offenbar kostenloses mTAN,


Targobank bietet mTAN nun neu, die Postbank hat das Verfahren gerade
abgeschafft. Auch wenn mir das nicht schmeckt, wird es vermutlich
Banking ohne Smartphone nicht mehr lang geben.

> BB Bank und PSD (die beide irgendwie mit den VR-Banken zusammenhängen)
> ChipTAN Photo. BB Bank, Santander und Targobank lassen kostenfreie
> Abhebungen beim Cashpool zu


.... der relativ wenige Automaten hat ...

> die PSD Bank an den wenigen eigenen sowie 15 x pro Quartal
> im VR-Netz.


5mal im Monat. Kein Problem für mich, der ich allenfalls 1mal pro Monat
an einen Geldautomaten gehe. Ein großes Problem für Leute, die jeden
Abend zum Ausgehen erstmal zum Geldautomaten gehen und sich 20 ¤ von
ihrem Konto holen.
Matthias Hanft (10.08.2019, 18:51)
Martin Gerdes schrieb:
> Wozu braucht man eine Bankfiliale?


Zum Bargeld-Einzahlen. Geht zwar bei manchen Banken auch schon in
bestimmten Supermärkten, kostet dort einer eine nicht unerhebliche
Gebühr.

Gruß Matthias.
Georg Schwarz (10.08.2019, 20:29)
Martin Gerdes <martin.gerdes> wrote:

> georg.schwarz (Georg Schwarz) schrieb:
> > Ein Bekannter möchte in Berlin ein Girokonto eröffnen, und zwar am
> > liebsten bei einer Filialbank.

> Wozu braucht man eine Bankfiliale?


ja, gute Frage; ich persönlich brauchte sie in den letzten 20 Jahren nur
ein paarmal, um Verrechnungsschecks einzureichen und ganz selten für die
Einzahlung von Bargeld, was ich in einigen Fällen auch am Automat
gemacht habe.

> Ich war in den vergangenen 30 Jahren gelegentlich mal in einer solchen
> drin, mir wurde dort aber auch niht besser oder schneller geholfen als
> online.
> Für mich ist (auf dem niedrigen Niveau der Bankdienstleistungen, die ich
> brauche) so ziemlich Bank Bank.


ja, bestimmt; es gibt aber wie bei jeder Dienstleistung kleine
Unterschiede, die man auch nicht so eibnfach aus der
Leistungsbeschreibung herauslesen kann; daher frage ich nach Erfahrungen
hier.

> Ich kenne die Targobank. Tut einigermaßen das, was sie soll.
> Ich glaube nicht, daß Banken sich bei Basis-Bankdienstleistungen groß
> unterscheiden.


nicht groß; aber wie gesagt im Kleinen vielleicht schon; und wenn man
ein nerviges Detail vermeiden kann, weil man es vorab kennt, ist das
doch hilfreich.

> Eine Überlegung wäre auch die Commerzbank (Filialbank), die bis zu 200 ¤
> für ein neues Girokonto austut.


die Commerzbank soll vielen Berichten zufolge vollkommen unmotiviert
plötzlich Kunden kündigen; daher würde ich sie als Erstkonto nur
jemandem empfehlen, der flexibel genug ist, mit solch einer Situation
lächelnd umzugehen.

> Beide sind in der Cashgroup = deutlich mehr Geldautomaten im Verbund als
> Cashpool.


stimmt; ist bekannt. Danke dennoch für den Hinweis.

> Das ist wohl so.
> Denke doch.
> Targobank bietet mTAN nun neu, die Postbank hat das Verfahren gerade
> abgeschafft. Auch wenn mir das nicht schmeckt, wird es vermutlich
> Banking ohne Smartphone nicht mehr lang geben.


was auch immer "nicht mehr lang" heisst...
vermutlich länger als jedes heute im Einsatz befindliche Smartphone
dafür genutzt werden kann.

> > BB Bank und PSD (die beide irgendwie mit den VR-Banken zusammenhängen)
> > ChipTAN Photo. BB Bank, Santander und Targobank lassen kostenfreie
> > Abhebungen beim Cashpool zu

> ... der relativ wenige Automaten hat ...


ja, bekannt.

> > die PSD Bank an den wenigen eigenen sowie 15 x pro Quartal
> > im VR-Netz.

> 5mal im Monat. Kein Problem für mich, der ich allenfalls 1mal pro Monat
> an einen Geldautomaten gehe. Ein großes Problem für Leute, die jeden
> Abend zum Ausgehen erstmal zum Geldautomaten gehen und sich 20 ¤ von
> ihrem Konto holen.


die sollten in der Tat sich nach einem anderen Produkt umsehen.
Mit persönlich würde 15 x pro Quartal reichen.
Georg Schwarz (10.08.2019, 20:29)
Ludger Averborg <ludger_averborg> wrote:

> Die DKB hat eine Filiale in Berlin (Taubenstr.)


ich gebe zu dass ich die DDKB auf dem Schirm hatte, aber nicht als
Filialbank.
Allerdinfgs finde ich unter

ausdrücklich:

"Als Onlinebank verzichten wir komplett auf Filialen für unsere
Privatkunden. Unsere "Filiale" ist das Internet-Banking, und das ist
dort, wo auch immer Sie sind."

Auch wenn die DKB Niederlassungen hat, möchte sie diese offenbar nicht
als Filialen für ihre Privatkunden verstanden wissen.
Wobei sich natürlich stets die Frage stellt, was man in einer Filiale
überhaupt an diesen erwartet.
Laut soll die DKB in
Berlin-Mitte drei Automaten mit Geldeinzahlfunktion haben.
Marc Haber (11.08.2019, 10:40)
Martin Gerdes <martin.gerdes> wrote:
>Wozu braucht man eine Bankfiliale?


- Bargeld einzahlen
- Bankgeschäfte jenseits des Standards (und dazu gehört oftmals schon
eine Immobilienfinanzierung) einfäden oder abwickeln
- Schließfach mieten und besuchen

Grüße
Marc
Martin Gerdes (11.08.2019, 15:36)
Matthias Hanft <mh> schrieb:

>> Wozu braucht man eine Bankfiliale?


> Zum Bargeld-Einzahlen. Geht zwar bei manchen Banken auch schon in
> bestimmten Supermärkten, kostet dort einer eine nicht unerhebliche
> Gebühr.


Ich erinnere mich nicht, irgendwann mal Bargeld eingezahlt zu haben.
Woher sollte ich es auch haben?

Es könnte allenfalls sein, daß ich gegen Bargeld ein Auto oder Motorrad
verkaufte, alle anderen Gegenstände meines Haushalts sind so wenig
wertvoll, daß beim Verkauf gegen bar allenfalls ein Betrag erlöst wird,
den ich in überschaubarer Zeit für meine normale Lebensführung
verbrauchen könnte.

Nennenswerte Bareingänge durch Nachbarschaftshilfe habe ich nicht, hätte
ich sie, würde ich dieses Geld vermutlich nicht bar auf mein Konto
einzahlen wollen.

Wann hattest Du das letzte Mal Bedarf an einer Bareinzahlung auf Dein
Konto?
Martin Gerdes (11.08.2019, 15:36)
georg.schwarz (Georg Schwarz) schrieb:

>>> Ein Bekannter möchte in Berlin ein Girokonto eröffnen, und zwar am
>>> liebsten bei einer Filialbank.

>> Wozu braucht man eine Bankfiliale?


> ja, gute Frage; ich persönlich brauchte sie in den letzten 20 Jahren nur
> ein paarmal, um Verrechnungsschecks einzureichen


Die konntest Du nicht per Post schicken?

> und ganz selten für die Einzahlung von Bargeld, was ich in einigen
> Fällen auch am Automat gemacht habe.


Siehe Parallelposting: Woher hat man als Privatmensch soviel Bargeld,
daß man es nicht in sinnvoller Zeit verbrauchen könnte, und vor allem:
wie oft kommt sowas vor?

>> Ich war in den vergangenen 30 Jahren gelegentlich mal in einer solchen
>> drin, mir wurde dort aber auch nicht besser oder schneller geholfen als
>> online.


>> Eine Überlegung wäre auch die Commerzbank (Filialbank), die bis zu200 ¤
>> für ein neues Girokonto austut.


> Die Commerzbank soll vielen Berichten zufolge vollkommen unmotiviert
> plötzlich Kunden kündigen; daher würde ich sie als Erstkonto nur
> jemandem empfehlen, der flexibel genug ist, mit solch einer Situation
> lächelnd umzugehen.


Staun! Hast Du einen Link auf einen oder mehrere dieser vielen Berichte?

Würde mir eine Bank das Konto kündigen (etwa deswegen, weil an mir
wirklich keinerlei Gebühren zu gewinnen sind und ich auch keins der
tollen Bankprodukte kaufe), hätte ich auch noch ein anderes Konto. Das
wäre also lästig, würde mich aber nicht gleich in Not bringen.

Ich halte es aus ganz anderen Gründen für wichtig, mehrere Konten zu
haben: Hat man nur eins ("single point of failure") und schießt sich
z.B. die Karte oder den Internetkontenzugang kaputt, braucht es
regelmäßig mindestens einige Tage bis eine Woche, bis man wieder
Kontenzugang hat (oder länger, wenn man etwa im Urlaub ist und die
Ersatzkarte unbedingt an die Heimatadresse geschickt werden muß). Als
mir das mal passiert ist, war ich froh um die Karte zum zweiten Konto,
die ich bewußt nicht im Geldbeutel hatte, sondern tief im Gepäck
gelagert hatte.

>>> Das TAN-Verfahren sollte kein Smartphone erfordern. Santander und
>>> Targobank bieten offenbar kostenloses mTAN,

>> Targobank bietet mTAN nun neu, die Postbank hat das Verfahren gerade
>> abgeschafft. Auch wenn mir das nicht schmeckt, wird es vermutlich
>> Banking ohne Smartphone nicht mehr lang geben.


> Was auch immer "nicht mehr lang" heisst ...


Gute Frage! Wenn ichs denn wüßte ...

> Vermutlich länger als jedes heute im Einsatz befindliche Smartphone
> dafür genutzt werden kann.


Ich halte mich nicht für einen Sicherheitsfanatiker. Ich weiß, daß die
vom gemeinen Deutschen so heiß erstrebte Sicherheit von 100,0000000000%
nicht erreichbar ist, lasse mich von einzelnen Betrugsfällen daher nicht
ins Bockshorn jagen.

Ich kenne und exerziere das Papier-TAN-Verfahren seit mehreren
Jahrzehnten, es war mir immer sicher genug, auch in Kenntnis der
Betrugsfälle, die vorgekommen sind. Man hat das Verfahren auch schon vor
vielen Jahren mit minimalem Mehraufwand zur iTAN weiterentwickelt. So
hätte das für mich bleiben können, auch deswegen, weil damit für mich
ein sehr angenehm unproblematischer Umgang mit meinem Konto verbunden
ist.

Das wollten die EU-Strategen aber nicht. Für eine m.E. epsilontische
Verbesserung der "Sicherheit" ist man gerade dabei, mit PSD2 das Kind
mit dem Bade auszuschütten. Weil es einige wenige Deppen gegeben hat,
die das an sich einfache TAN-Verfahren nicht geistig durchdrungen haben,
erschwert man jetzt für die restlichen 99,99% der Kunden den Umgang mit
ihrem Konto.

Bis vor etwa einem Jahr war die Bedienungslandschaft der
Online-Schnittstellen ziemlich einheitlich: Jede Bank bot iTAN für den
normalen Kunden, für Sicherheitsfanatiker gabs darüberhinaus HCBI oder
ChipTAN. Einige Banken boten für den mittleren Sicherheitsbedarf mTAN.

Diese einheitliche Angebot zerstört nun PSD2. Die Richtlinie hat in den
Vorstands- und IT-Etagen der Banken helle Überaktivität ausgelöst, jede
Bank macht sich nun Gedanken, wie sie den Zugang zu ihren Konten nun
möglichst so erschwert, daß keine Betrugsfälle mehr vorkommen können.
Ein Hase-und-Igel-Spiel, denn irgendwie muß der Zugang ja schon noch
gegeben sein, also bleiben auch Lücken für Betrug.

Ich finde an der Targobank angenehm, daß sie mir die erste größere
Buchung des Tages per SMS mitteilt. Eigene Verfügungen habe ich bisher
mit der TAN-Karte bestätigt (funktionell iTAN), die Bank bietet nun neu
mTAN an.

Die onlinemäßig eigentlich immer moderne Postbank hat das mTAN-Verfahren
gerade abgeschafft.

Die stets sorgenvolle Stiftung Warentest warnt zwischen den Zeilen vor
dem mTAN-Verfahren, es sei nämlich nur mittelprächtig sicher.

Die aktuelle Tendenz sind Bank-Tamagotchis, am besten proprietäre, am
besten welche mit Karte. Die muß man immer dabeihaben, und wenn die
Karte kaputt sein sollte, wie es mir ja schon passiert ist, läuft dann
überhaupt nichts mehr.

Am liebsten aber möchten die Banken, daß die Kunden ihre tolle
Spezial-Äpp installieren -- und damit habe dann ich gedanklich
Sicherheitsbedenken. Mit einem Programm (gerade mit einem proprietären
solchen) kann man eine ganze Menge machen, das ich will oder das ich
vielleicht nicht will. Der Browser ist ein allgemein genutztes Programm.
Was der kann oder nicht kann, bekommt eine hinreichend große
Nutzergemeinschaft schon heraus. Was eine Bankäpp eventuell tut außer
dem, was sie offiziell sagt, ist hingegen schon eine Menge unklarer.
Warum sollte ich mir das freiwillig antun?

Freiwillig nicht, aber vielleicht gezwungen.

Wer weiß, ob nicht in 5 Jahren eine PSD3 herauskommt, die alle
Zugangsverfahren außer einer Smartphoneäpp verbietet?

Es ist ja so sicher, wenn alles auf einem einzigen Gerät läuft!

(Vor wenigen Jahren noch war genau das in den ABGs der meisten Banken
allerstrengstens verboten. Wie schnell die Welt sich doch weitergedreht
hat!)
Martin Gerdes (11.08.2019, 15:36)
Marc Haber <mh+usenetspam1118> schrieb:

>>Wozu braucht man eine Bankfiliale?


>- Bargeld einzahlen


Klar. Ein Gebrauchtwagenhändler, der stets und ständig mit großen
Bargeldbeträgen umgeht, braucht das.

>- Bankgeschäfte jenseits des Standards (und dazu gehört oftmals schon
> eine Immobilienfinanzierung) einfäden oder abwickeln


Dafür braucht man keine Bankfiliale. Zwar bieten Banken traditionell
Finanzierungen, aber halt nicht ausschließlich. Und es ist ja keineswegs
so, daß die "eigene" Bank das Angebot abgibt, das man schließlich
abschließt.

Um bei Deiner Argumentation zu bleiben: Dafür braucht man nicht eine
Bankfiliale, sondern mehrere.

>- Schließfach mieten und besuchen


Das kann nach hinten losgehen. Gerade gibt es hier (wieder mal) einen
Schadenfall. Einer hat die (laschen) Sicherheitsschranken mehrerer
lokaler Sparkassen überwunden und etliche Schließfächer ausgeräumt.
"Problem des Kunden" sagen die Sparkassen. Wir vermieten nur das Fach,
für die Versicherung des Inhalts ist der Kunde verantwortlich.

Ich wußte das von einem früheren Fall.

Eine Schließfachvermietung ist keine genuine Bankdienstleistung (auch
wenn aktuell typischerweise Banken diese Dienstleistungen anbieten), das
kann aber auch eine Sicherheitsfirma anbieten, die ansonsten mit Banking
nichts am Hut hat.
markus philippi (11.08.2019, 15:54)
Mein Benutzerszenario (muss man nicht verallgemeinern)
>> Wozu braucht man eine Bankfiliale?

> - Bargeld einzahlen


Habe ich in den letzten 15 Jahren für mein Girokonto 0 mal gebraucht. Und
bei meiner Onlinebank würde das sogar gehen...

> - Bankgeschäfte jenseits des Standards (und dazu gehört oftmals schon
> eine Immobilienfinanzierung) einfäden oder abwickeln


Unsere Baufinanzierung ging auch vollkommen ohne Filialtermin.

> - Schließfach mieten und besuchen


Das ist der einzige Grund warum meine Frau noch bei der örtlichen Sparkasse
ist und wir dort ein Schließfach haben in das 2 DIN a4 Ordner reingehen.

Dieser Anwendungsfall könnte eine gute StartUp Idee sein. Warum bieten
eigentlich die diversen Mietlagerboxen sowas nicht an? Bewachung und
Feuerschutz gibt es da eh und Haftungsbeschränkungen bzgl. des
Schliessfachinhalt sind ähnlich der Sparkasse. Bargeld o.ä. Sollte man das
nicht mit einem Standardvertrag drin lagern.
Georg Schwarz (11.08.2019, 16:36)
Martin Gerdes <martin.gerdes> wrote:

> > ja, gute Frage; ich persönlich brauchte sie in den letzten 20 Jahren nur
> > ein paarmal, um Verrechnungsschecks einzureichen

> Die konntest Du nicht per Post schicken?


keine Ahnung; für mich war es am einfachsten, sie mal schnell
einzureichen. Daher habe ich mich nicht nach Alternativen umgesehen.

> Siehe Parallelposting: Woher hat man als Privatmensch soviel Bargeld,
> daß man es nicht in sinnvoller Zeit verbrauchen könnte, und vor allem:
> wie oft kommt sowas vor?


selten. Dank vermehrter Kartenzahlung gebe ich auch nicht mehr viel
Bargeld aus. Aber wie immer, YMMV.

> > Die Commerzbank soll vielen Berichten zufolge vollkommen unmotiviert
> > plötzlich Kunden kündigen; daher würde ich sie als Erstkonto nur
> > jemandem empfehlen, der flexibel genug ist, mit solch einer Situation
> > lächelnd umzugehen.

> Staun! Hast Du einen Link auf einen oder mehrere dieser vielen Berichte?






Google findet noch viele mehr.

> Würde mir eine Bank das Konto kündigen (etwa deswegen, weil an mir
> wirklich keinerlei Gebühren zu gewinnen sind und ich auch keins der
> tollen Bankprodukte kaufe), hätte ich auch noch ein anderes Konto. Das
> wäre also lästig, würde mich aber nicht gleich in Not bringen.


flexible, lösungsorientierte Kunden nicht. Andere Menschen ggfs. schon.

> Die onlinemäßig eigentlich immer moderne Postbank hat das mTAN-Verfahren
> gerade abgeschafft.


vermutlich aus Kostengründen.

> Die aktuelle Tendenz sind Bank-Tamagotchis, am besten proprietäre, am
> besten welche mit Karte. Die muß man immer dabeihaben, und wenn die
> Karte kaputt sein sollte, wie es mir ja schon passiert ist, läuft dann
> überhaupt nichts mehr.


noch mehr Trend sind proprietäre Software-Tamagochis für Smartphones.

> Am liebsten aber möchten die Banken, daß die Kunden ihre tolle
> Spezial-Äpp installieren -- und damit habe dann ich gedanklich
> Sicherheitsbedenken. Mit einem Programm (gerade mit einem proprietären
> solchen) kann man eine ganze Menge machen, das ich will oder das ich
> vielleicht nicht will. Der Browser ist ein allgemein genutztes Programm.
> Was der kann oder nicht kann, bekommt eine hinreichend große
> Nutzergemeinschaft schon heraus. Was eine Bankäpp eventuell tut außer
> dem, was sie offiziell sagt, ist hingegen schon eine Menge unklarer.
> Warum sollte ich mir das freiwillig antun?
> Freiwillig nicht, aber vielleicht gezwungen.


dazu besteht bislang kein Grund.

> Wer weiß, ob nicht in 5 Jahren eine PSD3 herauskommt, die alle
> Zugangsverfahren außer einer Smartphoneäpp verbietet?


wer weiß heute, was in fünf Jahren sein wird...
Und es ist für heutige Überlegungewn auch unerheblich.

> Es ist ja so sicher, wenn alles auf einem einzigen Gerät läuft!


vor allem einem vernetzten, das massiv bidirektional kommuniziert, ohne
dass der Kunde darüber eine Kontrolle hätte.

> (Vor wenigen Jahren noch war genau das in den ABGs der meisten Banken
> allerstrengstens verboten. Wie schnell die Welt sich doch weitergedreht
> hat!)


ja, erstaunlich. Vermutlich sind für die Banken die Chancen (Umsätze
durch App-basierte Dienste/Verkäufe) größer als die Risiken.
Matthias Hanft (11.08.2019, 18:06)
Martin Gerdes schrieb:
> Wann hattest Du das letzte Mal Bedarf an einer Bareinzahlung auf Dein
> Konto?


(Schwieger-)Mütter überraschen einen zum Geburtstag oder zu
Weihnachten gelegentlich mit (Bar-)Geldgeschenken. Das hätte
ich sonst zu lange zu Hause herumliegen, bis ich das in Super-
markt & Co. verbraucht hätte.

Aber du hast natürlich recht - so ein Anwendungsfall kommt
(leider) nur alle Jubeljahre mal vor...

Trotzdem: Könnte ich bei keiner einzigen "meiner" Banken Bar-
geld einzahlen, fehlte mir etwas - und wenns nur die Gewiss-
heit wäre, dass ich "könnte, wenn ich wollte".

Gruß Matthias.
Martin Gerdes (11.08.2019, 23:51)
georg.schwarz (Georg Schwarz) schrieb:

>>> ja, gute Frage; ich persönlich brauchte sie in den letzten 20 Jahren nur
>>> ein paarmal, um Verrechnungsschecks einzureichen

>> Die konntest Du nicht per Post schicken?


> keine Ahnung; für mich war es am einfachsten, sie mal schnell
> einzureichen. Daher habe ich mich nicht nach Alternativen umgesehen.


Moment: Jetzt geht es andersherum!
Du hattest zufälligerweise eine Filiale Deiner Bank in Reichweite, also
hast Du diesen bescheuerten Verrechnungsscheck (Mistzeug, DAS sollte man
abschaffen!) dort eingeworfen (statt ihn mit der Post zu schicken).

Hier geht es darum, eine neue Bank zu suchen und die Kriterien dafür
festzulegen.

>> Siehe Parallelposting: Woher hat man als Privatmensch soviel Bargeld,
>> daß man es nicht in sinnvoller Zeit verbrauchen könnte, und vor allem:
>> wie oft kommt sowas vor?


> Selten. Dank vermehrter Kartenzahlung gebe ich auch nicht mehr viel
> Bargeld aus. Aber wie immer, YMMV.


>>> Die Commerzbank soll vielen Berichten zufolge vollkommen unmotiviert
>>> plötzlich Kunden kündigen; daher würde ich sie als Erstkonto nur
>>> jemandem empfehlen, der flexibel genug ist, mit solch einer Situation
>>> lächelnd umzugehen.

>> Staun! Hast Du einen Link auf einen oder mehrere dieser vielen Berichte?


>


Dort steht nichts davon, daß die Commerzbank unmotiviert Konten kündigt.

Dort steht, daß man bei Bareinzahlungen der Online-Bank Norisbank
kostenfrei über die Einzahlungsautomaten der Muttergesellschaft Deutsche
Bank tätigen könne.

>
>


>Google findet noch viele mehr.


Ich bin verblüfft! Das darf doch sehr verwundern.
>> Würde mir eine Bank das Konto kündigen (etwa deswegen, weil an mir
>> wirklich keinerlei Gebühren zu gewinnen sind und ich auch keins der
>> tollen Bankprodukte kaufe), hätte ich auch noch ein anderes Konto. Das
>> wäre also lästig, würde mich aber nicht gleich in Not bringen.


> flexible, lösungsorientierte Kunden nicht. Andere Menschen ggfs. schon.


Klar.

>> Die onlinemäßig eigentlich immer moderne Postbank hat das mTAN-Verfahren
>> gerade abgeschafft.


> vermutlich aus Kostengründen.


Eine SMS kostet so gut wie nichts. Der vielfach verlangte Preis von 9 ct
hat mit den Gestehungskosten nichts zu tun.

>> Die aktuelle Tendenz sind Bank-Tamagotchis, am besten proprietäre, am
>> besten welche mit Karte. Die muß man immer dabeihaben, und wenn die
>> Karte kaputt sein sollte, wie es mir ja schon passiert ist, läuft dann
>> überhaupt nichts mehr.


> Noch mehr Trend sind proprietäre Software-Tamagochis für Smartphones.

Ja. Einschließlich Meldung an Google: "Hallo Google, bitte notieren! Ich
hole mir jetzt die Spaskassen-Äpp, also habe ich ein Konto bei der
Spaskasse xxx."

Aber heute weiß ja keiner mehr, was mal das Bankgeheimnis war.

>> Am liebsten aber möchten die Banken, daß die Kunden ihre tolle
>> Spezial-Äpp installieren


>> Warum sollte ich mir das freiwillig antun?
>> Freiwillig nicht, aber vielleicht gezwungen.


> Dazu besteht bislang kein Grund.


Kommt noch, keine Sorge!

>> Es ist ja so sicher, wenn alles auf einem einzigen Gerät läuft!


> vor allem einem vernetzten, das massiv bidirektional kommuniziert, ohne
> dass der Kunde darüber eine Kontrolle hätte.


Eben.

Ähnliche Themen