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Lars Wilhelm (23.09.2018, 16:52)
Moiun,
defm scheint McKenzieverseucht daher stelle ich meine Frage hier. Ggf
richtig fuppen, Danke.
Ich habe ein Annuiätetendarlehen zur Finanzierung unseres Hauses laufen.

Zum Thema Rückzahlung heißt es:
Die Rückzahlung erfolgt in Höhe von jährlich x% zuzüglich der durch
Tilgung ersparte Zinsen.
Ich verstehe das so: Im ersten Monat der Rückzahlung wird 1/12 von
 Zinslast zuzüglich 1/12 von x% der Darlehenssumme fällig.

Laut Darlehensvertrag darf ich jederzeit den Tilgungsanteil der
monatlichen Annuität zwischen y% und z% verändern.
heißt das, dass wenn ich die Tilgung von x% auf z% ändern möchte, sich
die Rate erhöht (und zwar um die Differen 1/12 x% zu 1/12 z%) ?
Beispiel: Darlehenssumme 100 Euro, Zins = 12%
Tilgung: 3,6%
Rate = 30Ct plus 1 Euro Zinsen
Nach einem Jahr erhöhe ich die Rückzahlung auf 6%
Dann verändert sich die monatliche Rate um 20Ct, da ich statt 30Ct  pro
Monat 50 Ct tilge, unabhängig von der Erhöhung der Tilgung durch
Einsparung der Zinsen wegen Tilgung.
Richtig?
Tia
Wolfgang Jäth (23.09.2018, 21:43)
Am 23.09.2018 um 16:52 schrieb Lars Wilhelm:
> Moiun,
> defm scheint McKenzieverseucht daher stelle ich meine Frage hier. Ggf
> richtig fuppen, Danke.
> Ich habe ein Annuiätetendarlehen zur Finanzierung unseres Hauses laufen.


Der Beitrag auf Wikipedia über Annuitätendarlehen
() ist dir bekannt?

> Zum Thema Rückzahlung heißt es:
> Die Rückzahlung erfolgt in Höhe von jährlich x% zuzüglich der durch
> Tilgung ersparte Zinsen.
> Ich verstehe das so: Im ersten Monat der Rückzahlung wird 1/12 von
>  Zinslast zuzüglich 1/12 von x% der Darlehenssumme fällig.


Hmm; das ist von dem Kreditinstitut etwas "ungewöhnlich" formuliert;
eigentlich ist es laut Wikipedia (ich bin jetzt kein Finanzexperte)
genau umgekehrt.

Banal gesagt müsstest du eigentlich über die gesamte Laufzeit einen
regelmäßig konstanten Betrag bezahlen. Dieser Betrag beinhaltetsowohl
Tilgung wie Zins, nur der Anteil der beiden an diesem Fixbetrag
verändert sich über die Zeit. Anfangs zahlst du viel Zins und Wenig
Tilgung. Und je mehr bereits getilgt ist, desto kleiner wird zwar der
Zins, aber in genau gleichem Maß desto größer auch die Tilgungsrate.
Zitat aus o. g. Beitrag: "Bei Annuitätentilgung nimmt die Tilgung
exponentiell zu."

Aber man könnte das durchaus so interpretieren wie offensichtlich die
Bank, dass sich eben nicht die Tilgungrate erhöht, sondern ein
entsprechend höherer Zinsbeitrag zu zahlen ist. Ob das genau dem
"eingesparten" Zins entspricht, müsste man nachrechnen.

Aber ich verstehe das nur als Interpretationsspielereien. Letztendlich
ist das Entscheidende, dass im Gegensatz zu einem Tilgungsdarlehen, bei
dem der Tilgungsbetrag über die Laufzeit konstant bleibt, sich aber der
Zinsbetrag entsprechend der Restschuld verändert, bei einem
Annuitätendarlehen der zu zahlende Gesamtratenbetrag konstant bleibt,
und sich nur die (ich möchte mal sagen fiktive) Zusammensetzung aus
Tilgung und Zins intern ändert.

Oder kurz gefasst zahlst du regelmäßig einen Betrag R, der sichergibt
aus R = T + Z, wobei R konstant ist und sich T und Z bei jeder Rate
ändern, aber immer nur unter der Bedingung, dass T + Z = R. Oder noch
anders ausgedrückt gilt die Formel R = (T+k) + (Z-k), wobei sich dann
nur noch k ändert.

> Laut Darlehensvertrag darf ich jederzeit den Tilgungsanteil der
> monatlichen Annuität zwischen y% und z% verändern.
> heißt das, dass wenn ich die Tilgung von x% auf z% ändern möchte, sich
> die Rate erhöht (und zwar um die Differen 1/12 x% zu 1/12 z%) ?


Hmm; da müsstest du den Kreditgeber fragen. Ich sehe da zwei
Interpretationsmöglichkeiten:

1) Wie oben beschrieben ist das nur eine fiktive
Interpretationsspielerei. Der regelmäßig Gesamtbeitrag bleibt gleich,
genauso die Laufzeit, und ob sich der Betrag intern jetzt aus 90%
Tilgung und 10% Zins zusammensetzt, oder aus 10% Tilgung und 90% Zins,
oder aus 10% Tilgung, 10% Zins und 80% Gebühren, oder sonst wie, ist
völlig wurst.

2) Die regelmäßige Rate ändert sich; dann müsste sichentsprechend die
Laufzeit ändern.

> Beispiel: Darlehenssumme 100 Euro, Zins = 12%
> Tilgung: 3,6%
> Rate = 30Ct plus 1 Euro Zinsen


Eine Tilgungsrate lässt sich bei Annuitätendarlehen nicht angeben, da
diese bei dieser Form nicht konstant ist. Konstante Tilgungsraten gibt
es nur bei Tilgungsdarlehen.

Unabhängig davon läge bei einer Tilgung von 3,6 Prozent die Laufzeit bei
100% / 3,6% = 27,77778 Jahren; das ist erstens krumm, und zweitens lang.
Aber 12% Zins pro *Monat* wäre Wucher.

Aber seis drum, rechnen wir mal damit (oder zumindest mit sinnvollen
Interpretationen davon):

Darlehenssume = 100 Euro
*Jahres*zins = 12%
Laufzeit = 13 Jahre

Bei der Laufzeit war ich etwas freizügig, der Grund ergibt sich unten.
Das ergibt nach Wikipedia folgende (jährliche) Rate R[j] bzw.
(monatliche) Rate R[m] (aus Verständnisgründen setze ich Klammern exzessiv):

R[j] = S[0] x (((1+i)^n) x i) / (((1+i)^n) - 1)
R[j] = 100 x (((1+0,12)^13) x 0,12) / (((1+0,12)^13) - 1) = 15,5677195
R[m] = R[j] / 12 = 1,2973099593

also ziemlich genau deine Monatsrate von 1,30 Euro.

Die (jährliche) Tilgungsrate ergibt sich lt. Wikipedia aus folgenderFormel:

T[j][t] = (R - (S[0] x i)) x ((1+i)^(t-1))

Das ergibt folgende Tabelle

Rate (Jahr/Monat) Tilgung (J./M.) Zins (M.)
Jahr R[j] R[m] T[j][t] T[m][t] Z[m][t]
1 15,60 1,30 3,6000 0,3000 1,0000
2 15,60 1,30 4,0320 0,3360 0,9640
3 15,60 1,30 4,5158 0,3763 0,9237
4 15,60 1,30 5,0577 0,4215 0,8785
5 15,60 1,30 5,6647 0,4721 0,8279
6 15,60 1,30 6,3444 0,5287 0,7713
7 15,60 1,30 7,1058 0,5921 0,7079
8 15,60 1,30 7,9585 0,6632 0,6368
9 15,60 1,30 8,9135 0,7428 0,5572
10 15,60 1,30 9,9831 0,8319 0,4681
11 15,60 1,30 11,1811 0,9318 0,3682
12 15,60 1,30 12,5228 1,0436 0,2564
13 15,60 1,30 14,0255 1,1688 0,1312
------------------------------------------------
202,80 100,9048 101,8900

> Nach einem Jahr erhöhe ich die Rückzahlung auf 6%


Wie schon oben geschrieben: Je nach Lesart verschiebst du dadurch
entweder nur intern Beträge von T nach Z oder umgekehrt, oder du
veränderst die Laufzeit.

> Dann verändert sich die monatliche Rate um 20Ct, da ich statt 30Ct  pro
> Monat 50 Ct tilge, unabhängig von der Erhöhung der Tilgung durch
> Einsparung der Zinsen wegen Tilgung.
> Richtig?


Wie gesagt: Für mich ist die Aussage mehrdeutig. Was genau das
Kreditinstitut damit meint, kann nur das Kreditinstitut sagen.

Wolfgang
HC Ahlmann (23.09.2018, 21:56)
Lars Wilhelm <invalid> wrote:

> Laut Darlehensvertrag darf ich jederzeit den Tilgungsanteil der
> monatlichen Annuität zwischen y% und z% verändern.
> heißt das, dass wenn ich die Tilgung von x% auf z% ändern möchte, sich
> die Rate erhöht (und zwar um die Differen 1/12 x% zu 1/12 z%) ?


Nein, bei einem Annuitätendarlehen bleibt die Annuität, die monatliche
oder jährliche Rate konstant, aber besteht aus unterschiedlcihen
Anteilen für Tilgung und Zinsen (sofern der Zinssatz konstant bleibt).
Die konstante Rate unterscheidet es vom Tilgungsdarlehen.
Rupert Haselbeck (23.09.2018, 22:20)
Lars Wilhelm schrieb:

> Ich habe ein Annuiätetendarlehen zur Finanzierung unseres Hauses laufen.
> Zum Thema Rückzahlung heißt es:
> Die Rückzahlung erfolgt in Höhe von jährlich x% zuzüglich der durch
> Tilgung ersparte Zinsen.
> Ich verstehe das so: Im ersten Monat der Rückzahlung wird 1/12 von
> Zinslast zuzüglich 1/12 von x% der Darlehenssumme fällig.


So ist das in aller Regel gemeint. Das Darlehen wird in ständig
gleichbleibenden Raten abbezahlt. Da die Darlehenssumme durch die
Tilgungsanteile beständig sinkt, wird auch der Zinsanteil an jeder Rate
geringer. Da aber die Ratenhöhe fest ist, steigt der Tilgungsanteil

> Laut Darlehensvertrag darf ich jederzeit den Tilgungsanteil der
> monatlichen Annuität zwischen y% und z% verändern.
> heißt das, dass wenn ich die Tilgung von x% auf z% ändern möchte, sich
> die Rate erhöht (und zwar um die Differen 1/12 x% zu 1/12 z%) ?


So ist es.

> Beispiel: Darlehenssumme 100 Euro, Zins = 12%
> Tilgung: 3,6%
> Rate = 30Ct plus 1 Euro Zinsen
> Nach einem Jahr erhöhe ich die Rückzahlung auf 6%
> Dann verändert sich die monatliche Rate um 20Ct, da ich statt 30Ct pro
> Monat 50 Ct tilge, unabhängig von der Erhöhung der Tilgung durch
> Einsparung der Zinsen wegen Tilgung.
> Richtig?


Ja, völlig richtig

MfG
Rupert
Rupert Haselbeck (23.09.2018, 22:30)
Wolfgang Jäth schrieb:

> Wie gesagt: Für mich ist die Aussage mehrdeutig. Was genau das
> Kreditinstitut damit meint, kann nur das Kreditinstitut sagen.


Da ist überhaupt nichts mehrdeutig.
Natürlich ist bei einem Annuitätendarlehen die monatlich fällige Rate in der
REgel über die gesamte Laufzeit gleich. Wenn nun aber die Parteien des
Darlehensvertrages eine Erhöhung (oder Verringerung) der Tilgungsrate
vereinbaren, so ändert sich natürlich auch die Höhe der jeweils zu zahlenden
monatlichen Rate. Denn der Zinsanteil der Monatsrate ergibt sich aus dem
noch offenen Darlehensbetrag, während der Tilgungsanteil sich durch den
zusätzlichen (oder den verringerten) Tilgungsanteil verändert.
Ein durchaus verhandelbares Modell bei vielen Banken.

MfG
Rupert
Lars Wilhelm (24.09.2018, 05:03)
HC Ahlmann schrieb:
> Lars Wilhelm <invalid> wrote:
> Nein, bei einem Annuitätendarlehen bleibt die Annuität, die monatliche
> oder jährliche Rate konstant, aber besteht aus unterschiedlcihen
> Anteilen für Tilgung und Zinsen (sofern der Zinssatz konstant bleibt).
> Die konstante Rate unterscheidet es vom Tilgungsdarlehen.

Ähm, natürlich- bei ungestörtem Verlauf ist das so, aber hier heißt es
ja explizit, dass man den Tilgungsanteil verändern darf. Das muss Folgen
haben auf die monatliche Annuität.
Einen Absatz weiter unten ist es möglich, dass man bis zu z% der
ursprünglichen Summe pro Jahr sondertilgen darf. Das wiederum hat keine
Folgen für die Höhe der Annuität, sondern hier wird das Verhältnis
Tilgung/Zinsen verschoben.
Mein ich.
Wolfgang Jäth (24.09.2018, 07:49)
Am 23.09.2018 um 22:30 schrieb Rupert Haselbeck:
> Wolfgang Jäth schrieb:
> Da ist überhaupt nichts mehrdeutig.
> Natürlich ist bei einem Annuitätendarlehen die monatlich fällige Rate in der
> REgel über die gesamte Laufzeit gleich. Wenn nun aber die Parteiendes
> Darlehensvertrages eine Erhöhung (oder Verringerung) der Tilgungsrate
> vereinbaren,


... also so tun, als würde man einfach in ein anderes Jahr wechseln
(gleicher Ratenbetrag, nur andere interne Verteilung) ...

> so ändert sich natürlich auch die Höhe der jeweils zu zahlenden
> monatlichen Rate.


Das ist *eine* der Möglichkeiten; dann muss sich aber, wie ich schrub,
auch die Laufzeit ändern.

> Denn der Zinsanteil der Monatsrate ergibt sich aus dem
> noch offenen Darlehensbetrag,


Jein; laut OP behauptet die Bank, "zuzüglich der durch
Tilgung ersparte Zinsen". Daraus ergäbe sich ein konstanter Zinsanteil
über die gesamte Laufzeit. Damit das dann einen konstanten Ratenbetrag
ergibt, muss auch der Tilgungsanteil konstant bleiben.

Laut Wikipedia dagegen erniedrigt sich der Zinsanteil zwar adäquat, si
wie du vermutest, aber dafür erhöht sich in gleichem Maß der
Tilgungsanteil, so dass es immer die gleiche Rate ergibt.

Aber letztendlich kann jeder nach Belieben die Rate in beliebige
Teilebeträge aufteilen, und diese beliebig nennen; und das sogar für
jede einzelne Rate gesondert. Das einzig konstante bleibt die Ratenhöhe
(oder genauer gesagt die zu zahlende Endsumme).

> während der Tilgungsanteil sich durch den
> zusätzlichen (oder den verringerten) Tilgungsanteil verändert.
> Ein durchaus verhandelbares Modell bei vielen Banken.


Letzteres will ich nicht bestreiten. Dennoch lässt die fragmentarische
Beschreibung, nach der man "jederzeit den Tilgungsanteil der monatlichen
Annuität zwischen y% und z% verändern" darf, ohne eine genaue Nennung
auch der Auswirkungen dieser Veränderung mehrere Interpretationen über
genau diese Auswirkungen zu.

Wolfgang
HC Ahlmann (24.09.2018, 08:48)
Lars Wilhelm <invalid> wrote:

> HC Ahlmann schrieb:
> Ähm, natürlich- bei ungestörtem Verlauf ist das so, aber hier heißt es
> ja explizit, dass man den Tilgungsanteil verändern darf. Das muss Folgen
> haben auf die monatliche Annuität.


Es scheint auf eine (konstante) Annuität und regelmäßige, monatliche
Sondertilgung hinauszulaufen, sodass der monatlich zu überweisende
Betrag zunimmt.

> Einen Absatz weiter unten ist es möglich, dass man bis zu z% der
> ursprünglichen Summe pro Jahr sondertilgen darf. Das wiederum hat keine
> Folgen für die Höhe der Annuität, sondern hier wird das Verhältnis
> Tilgung/Zinsen verschoben.


Sondertilgungen bei unveränderter Annuität verkürzen die Laufzeit (und
erhöhen wegen geringerer Zinsen den Tilgungsanteil der ausstehenden
Raten).

Aber mir wird langsam das Eis zu dünn.
Lars Wilhelm (24.09.2018, 09:12)
Am Montag, 24. September 2018 08:48:45 UTC+2 schrieb HC Ahlmann:
> Lars Wilhelm <invalid> wrote:
> Es scheint auf eine (konstante) Annuität und regelmäßige, monatliche
> Sondertilgung hinauszulaufen, sodass der monatlich zu überweisende
> Betrag zunimmt. So könnte man das auch sehen. Und da der Zinsanteil in der rate ja vonder Restschuld abhängt, beschleunigt das die Rückzahlung ebenfalls, wie


> Sondertilgungen bei unveränderter Annuität verkürzen die Laufzeit (und
> erhöhen wegen geringerer Zinsen den Tilgungsanteil der ausstehenden
> Raten). das hier.
> Aber mir wird langsam das Eis zu dünn.

Nee, alles gut. gesonderttilgt haben wir schon, läuft, so wie von Dir vermutet.
Marc Haber (24.09.2018, 12:23)
Lars Wilhelm <invalid> wrote:
>Zum Thema Rückzahlung heißt es:
>Die Rückzahlung erfolgt in Höhe von jährlich x% zuzüglich der durch
>Tilgung ersparte Zinsen.


Der Satz hinter "zuzüglich" erschließt sich mir nicht ganz. Allenfalls
im Zusammenhang mit:

>Laut Darlehensvertrag darf ich jederzeit den Tilgungsanteil der
>monatlichen Annuität zwischen y% und z% verändern.


.... wo sich die Bank vermutlich durch die obere Klausel einen Anspruch
auf Vorschußzinsen bei Erhöhung der Tilgung sichern möchte.

Ich habe meinen Hauskredit 2013 verhandelt, und da waren Verträge, die
so flexibel bei der Änderung der Tilgungsrate sind, in anderen
Eckdaten unattraktiv. Vermutlich ist bei deinem Vertrag die oben
zitierte "zuzüglich" Klausel der Pferdefuß für die Flexibilität bei
der Tilgungsrate.

Bei mir kam ein Vertrag raus, bei dem die Tilgung anfänglich bei 2 %
liegt und und während der Zinsbindungsfrist nicht veränderbar ist (die
Annuität somit über die gesamte Zinsbindungsrist gleich bleibt), aber
pro Jahr 10 % Sondertilgung möglich sind.

Grüße
Marc
Lars Wilhelm (24.09.2018, 15:04)
Am Montag, 24. September 2018 12:23:02 UTC+2 schrieb Marc Haber:
> Lars Wilhelm <invalid> wrote:
> Der Satz hinter "zuzüglich" erschließt sich mir nicht ganz. Allenfalls
> im Zusammenhang mit:


Nee.
die Klausel sagt: Die Tilgung setzt sich zusammen aus y%/12 der ursprünglichen Darlehenssumme, aus 1/12 der Zinsen auf die Restschuld+ einen Anteil an Tilgung, der sich durch eingesparte Zinsen ergibt.

Im ersten Monat ist dieser Anteil 0, im zweiten Monat schon wenige Cents.
Etwas kompliziert ausgedrückt, aber genau richtig. Denn- wie mir die bank heute bestätigte, ist meine Überlegung richtig.
Ich kann die Monatliche Rate rauf- und runterdrehen und zwar so, dass die "Sockel-Tilgung" sich innerhalb der vorgegebenen Grenzen bewegt. Dieses raufund runter beeinflusst die monatliche Zahlungen.

> ... wo sich die Bank vermutlich durch die obere Klausel einen Anspruch
> auf Vorschußzinsen bei Erhöhung der Tilgung sichern möchte..


Eben nicht.
> Ich habe meinen Hauskredit 2013 verhandelt, und da waren Verträge, die
> so flexibel bei der Änderung der Tilgungsrate sind, in anderen
> Eckdaten unattraktiv. Vermutlich ist bei deinem Vertrag die oben
> zitierte "zuzüglich" Klausel der Pferdefuß für die Flexibilität bei
> der Tilgungsrate.


Nö, passt schon
> Bei mir kam ein Vertrag raus, bei dem die Tilgung anfänglich bei 2 %
> liegt und und während der Zinsbindungsfrist nicht veränderbar ist (die
> Annuität somit über die gesamte Zinsbindungsrist gleich bleibt), aber
> pro Jahr 10 % Sondertilgung möglich sind.


Jioggh sind halt unterschiedliche Modelle, ich kann zusätzlich zur Ratenflexibilität soviel pro Jahr sondertilgen, wie ich im ersten jahr regulär getilgt habe.
Kathinka Wenz (24.09.2018, 18:04)
Rupert Haselbeck <mein-rest-muell> wrote:

> Natürlich ist bei einem Annuitätendarlehen die monatlich fällige Rate in der
> Regel über die gesamte Laufzeit gleich.


Außer, der Tilgungssatz wird geändert, was viele Verträge beinhalten. Dann
ändert sich die ganze Rate von genau dem Zeitpunkt der Tilgungssatzänderung
an. Sie wird dann schlicht neu berechnet. Im Anschluss bleibt sie wieder
gleich. Bis zur nächsten Tilgungssatzänderung. Und das hat nichts mit
Sondertilgung zu tun, die es evtl. noch zusätzlich gibt.

Nicht jede Bank bietet das an und manche verlangen auch Gebühren dafür. Aber
manche haben ein bis x Tilgungssatzänderung kostenlos dabei.

Gruß, Kathinka
Rupert Haselbeck (24.09.2018, 23:20)
Wolfgang Jäth schrieb:

> Am 23.09.2018 um 22:30 schrieb Rupert Haselbeck:
> ... also so tun, als würde man einfach in ein anderes Jahr wechseln
> (gleicher Ratenbetrag, nur andere interne Verteilung) ...


Keineswegs. Der Betrag für die Zinsen bleibt ja gleich. Es ändert sich aber
der Betrag für die Tilgung. Damit ändert sich zwangsläufig auch die Höhe der
monatlichen Rate

>> so ändert sich natürlich auch die Höhe der jeweils zu zahlenden
>> monatlichen Rate.

> Das ist *eine* der Möglichkeiten; dann muss sich aber, wie ich schrub,
> auch die Laufzeit ändern.


Natürlich ändert sich dadurch die Laufzeit. Das ist ja das Ziel höherer
Tilgungsbeträge

>> Denn der Zinsanteil der Monatsrate ergibt sich aus dem
>> noch offenen Darlehensbetrag,

> Jein; laut OP behauptet die Bank, "zuzüglich der durch
> Tilgung ersparte Zinsen". Daraus ergäbe sich ein konstanter Zinsanteil
> über die gesamte Laufzeit. Damit das dann einen konstanten Ratenbetrag
> ergibt, muss auch der Tilgungsanteil konstant bleiben.


Das hast du falsch verstanden. Zinsen können schon aus rechtlichen Gründen
stets nur aus dem noch offenen Darlehensbetrag gefordert werden. Daher
vermindern sich die Zinsen (da ja der Zinssatz konstant ist) mit jeder
Tilgungsrate, weil ja die Restschuld sinkt.
Niemand hat davon gesprochen, dass die monatliche Rate hier konstant bliebe.

> Laut Wikipedia dagegen erniedrigt sich der Zinsanteil zwar adäquat, si
> wie du vermutest, aber dafür erhöht sich in gleichem Maß der
> Tilgungsanteil, so dass es immer die gleiche Rate ergibt.


Ich vermute nicht...
Möglicherweise steht bei Wikipedia (das ist keine verlässliche Quelle)
durchaus das Zutreffende. Aber du musst das, was der OP über den
Vertragsinhalt schreibt, hier mit einbeziehen. Bei einer Änderung der
Tilgungsanteile ändert sich zwangsläufig die Höhe der monatlichen Rate

> Aber letztendlich kann jeder nach Belieben die Rate in beliebige
> Teilebeträge aufteilen, und diese beliebig nennen; und das sogar für
> jede einzelne Rate gesondert. Das einzig konstante bleibt die Ratenhöhe
> (oder genauer gesagt die zu zahlende Endsumme).


Nein, das ist nun gerade falsch

> Letzteres will ich nicht bestreiten. Dennoch lässt die fragmentarische
> Beschreibung, nach der man "jederzeit den Tilgungsanteil der monatlichen
> Annuität zwischen y% und z% verändern" darf, ohne eine genaue Nennung
> auch der Auswirkungen dieser Veränderung mehrere Interpretationen über
> genau diese Auswirkungen zu.


Nein, das tut sie nicht.
Die Sache ist nach den Angaben des OP durchaus klar und eindeutig

MfG
Rupert
Marc Haber (25.09.2018, 12:00)
Lars Wilhelm <usenetticette> wrote:
>Am Montag, 24. September 2018 12:23:02 UTC+2 schrieb Marc Haber:
>Nee.
>die Klausel sagt: Die Tilgung setzt sich zusammen aus y%/12 der ursprünglichen Darlehenssumme, aus 1/12 der Zinsen auf die Restschuld+ einen Anteil an Tilgung, der sich durch eingesparte Zinsen ergibt.


Das ist eine der Interpretationen, weitere sind IMO möglich. Eine
ziemlich doof formulierte Klausel. Wenn das absichtlich so
geschwurbelt ist, herrjeh.

>Im ersten Monat ist dieser Anteil 0, im zweiten Monat schon wenige Cents.
>Etwas kompliziert ausgedrückt, aber genau richtig. Denn- wie mir die bank heute bestätigte, ist meine Überlegung richtig.


Ich hoffe, Du hast die Bestätigung schriftlich.

>> ... wo sich die Bank vermutlich durch die obere Klausel einen Anspruch
>> auf Vorschußzinsen bei Erhöhung der Tilgung sichern möchte.

>Eben nicht.


Beeindruckend. Noch 2013 war keine Bank zu solcher Flexibilität
bereit, ohne den Vertrag an anderen Stellen unabschließbar unattraktiv
zu machen.

Grüße
Marc
Lars Wilhelm (25.09.2018, 13:09)
Am Dienstag, 25. September 2018 12:00:45 UTC+2 schrieb Marc Haber:
> Lars Wilhelm <usenetticette> wrote:
> Das ist eine der Interpretationen, weitere sind IMO möglich. Eine
> ziemlich doof formulierte Klausel. Wenn das absichtlich so
> geschwurbelt ist, herrjeh.


*shrug* im Prinzip hatte ich an der Stelle keine Interpretationsschwierigkeiten, eben weil es sich um ein normales annuitätendarlehen handelt.

> >Im ersten Monat ist dieser Anteil 0, im zweiten Monat schon wenige Cents..
> >Etwas kompliziert ausgedrückt, aber genau richtig. Denn- wie mir die bank heute bestätigte, ist meine Überlegung richtig.

> Ich hoffe, Du hast die Bestätigung schriftlich.


Habe ich. Ich muss nur noch die email mit "ja ich will" beantworten, und die Bank zieht ab sofort höhere Raten.

> >> ... wo sich die Bank vermutlich durch die obere Klausel einen Anspruch
> >> auf Vorschußzinsen bei Erhöhung der Tilgung sichern möchte.

> >Eben nicht.

> Beeindruckend. Noch 2013 war keine Bank zu solcher Flexibilität
> bereit, ohne den Vertrag an anderen Stellen unabschließbar unattraktiv
> zu machen.

Naja. 2011 hatten wir dieses Darlehen als Forwarddarlehen abgeschlossen, weil ich mit der lokalen Spaßkasse extrem unzufrieden war.
Die Bank begrenzt die Ratenanpassung ja auf einen Korridor.
Mein Chef erzählte mir, dass er (nahezu beliebig- es steht kein Korridor drinn) die rate anpassen kann, aber nur zweimal während der Zinsbindungsfrist. Das war allerdings Abschluss 2016 wimre.
Mein Pferdefuß ist die Begrenzung auf 5% Sondertilgung und der Anpassungskorridor.
Zur Auswahl standen auch Langläufer mit 25 jähriger Festschreibung- aber da wollte ich nicht mitmachen. Ich wollte mir ein zweites mal dieUmschuldung offenhalten.

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