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Peter Bösche (03.04.2020, 18:24)
Warum wird nur die Zahl der Neuinfektionen veröffentlicht, nicht aber
die Anzahl der Tests?

Warum rät das RKI von Obduktionen verstorbener Infizierter ab? Sollen
womögliche andere Todesursache verschleiert/verschwiegen werden?

Siehe hierzu z.B.:


Dort findet man täglich
- Anzahl der Getesteten
- Anzahl der Infizierten
- Anzahl der Hospitalisierten und
- Anzahl auf Intensivstationen
- jedoch *keine* Anzahl an Verstorbenen

warum wohl nicht?

Peter
Dorothee Hermann (03.04.2020, 18:41)
Am 03.04.20 um 18:24 schrieb Peter Boesche:
> Warum wird nur die Zahl der Neuinfektionen veröffentlicht, nicht
> aber die Anzahl der Tests? Warum rät das RKI von Obduktionen
> verstorbener Infizierter ab? Sollen womögliche andere Todesursache
> verschleiert/verschwiegen werden? Siehe hierzu z.B.:
>
> Dort findet man täglich - Anzahl der Getesteten - Anzahl der
> Infizierten - Anzahl der Hospitalisierten und - Anzahl auf
> Intensivstationen - jedoch *keine* Anzahl an Verstorbenen warum wohl
> nicht?


Du willst doch wohl nicht den Österreichern etwas unterstellen?
Impressum: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumentenschutz, Stubenring 1, A-1010 Wien

Oder Verschwörungstheorie, schlecht gegoogelt, oder ...?


Zitat:
Todesfälle(1), Stand 03.04.2020, 09:30 Uhr: 168, nach Bundesländern:
Burgenland (3), Kärnten (3), Niederösterreich (28), Oberösterreich (17),
Salzburg (12), Steiermark (38), Tirol (29), Vorarlberg (4), Wien (34)
Zitatende.

Dorothee
Peter Bösche (03.04.2020, 22:14)
On Fri, 3 Apr 2020 18:41:07 +0200, Dorothee Hermann
<DorotheeHermann> wrote:

>..........
>Du willst doch wohl nicht den Österreichern etwas unterstellen? Nö, allerdings dem RKI Irreführung und Panikmache.


>Impressum: Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und
>Konsumentenschutz, Stubenring 1, A-1010 Wien
>Oder Verschwörungstheorie, schlecht gegoogelt, oder ...?
>
>Zitat:
>Todesfälle(1), Stand 03.04.2020, 09:30 Uhr: 168, nach Bundesländern:
>Burgenland (3), Kärnten (3), Niederösterreich (28), Oberösterreich (17),
>Salzburg (12), Steiermark (38), Tirol (29), Vorarlberg (4), Wien (34)
>Zitatende.


Hast Du vielleicht
"Jede verstorbene Person, die zuvor COVID-positiv getestet wurde, wird
in der Statistik als „COVID-Tote/r“ geführt, unabhängig davon, ob sie
direkt an den Folgen der Viruserkrankung selbst oder „mit dem Virus“
(an einer potentiell anderen Todesursache) verstorben ist."
übersehen?

Peter
Thomas Hochstein (04.04.2020, 15:19)
Peter Bösche schrieb:

> Warum rät das RKI von Obduktionen verstorbener Infizierter ab?


Das ergibt sich bereits aus dem entsprechenden Hinweis auf
<https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Verstorbene.html>:

| Eine innere Leichenschau, Autopsien oder andere aerosolproduzierenden
| Maßnahmen sollten vermieden werden. Sind diese notwendig, sollten
| diese auf ein Minimum beschränkt bleiben.

Maßnahmen, bei denen virenbelastete Körperflüssigkeiten, gerade in
Form feinster Nebel, freigesetzt werden, sollen aufgrund der damit
verbundenen Infektions- und Kontaminationsgefahr vermieden werden. Zu
solchen Maßnahmen gehören Obduktionen. Daher sollen Obduktionen
vermieden werden.

Lesen und Denken vermeiden Verschwörungstheorien.

-thh
Peter Bösche (04.04.2020, 16:35)
On Sat, 04 Apr 2020 15:19:26 +0200, Thomas Hochstein <thh>
wrote:

[..]
>solchen Maßnahmen gehören Obduktionen. Daher sollen Obduktionen
>vermieden werden.
>Lesen und Denken vermeiden Verschwörungstheorien.


Ob eine vorhandene Grunderkrankung die Todesursache war oder das neue
Virus, lässt sich ohne Obduktion nicht nachvollziehen. Aufgrund der
Empfehlung des RKI bleibt also im Dunkeln, wie viele Menschen
tatsächlich durch das Coronavirus gestorben sind. Eine realistische
Einschätzung von dessen Mortalität und damit eine mögliche Aufdeckung
einer *erfundenen* Pandemie wird so wirksam verhindert.

Siehe dazu die nachgewiesenermaßen erfundene Pandemie von 2009 mit den
selben Akteuren wie heute:
Thomas Hochstein (04.04.2020, 19:06)
Peter Bösche <myself> schrieb:

> On Sat, 04 Apr 2020 15:19:26 +0200, Thomas Hochstein <thh>
> wrote:
> Ob eine vorhandene Grunderkrankung die Todesursache war oder das neue
> Virus, lässt sich ohne Obduktion nicht nachvollziehen.


Das lässt sich auch mit Obduktion in der Regel bestenfalls sehr begrenzt
nachvollziehen. Dessen ungeachtet wird die Todesursache ohnehin selten
bis nie durch eine Obduktion festgestellt; es handelt sich in der Regel
um eine mehr oder weniger fundierte Vermutung des die Leichenschau
durchführenden Arztes.

Bei einer Erkrankung an COVID-19 lässt sich mit ausreichend hoher
Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Erkrankung - bei ansonsten
weitgehend gesunden Menschen - allein oder - bei schwer vorerkrankten
und/oder betagten Menschen - durch Aggravation der Grunderkrankung zum
Tode geführt hat. Mehr wird auch eine Obduktion nicht zutage fördern.

> Aufgrund der
> Empfehlung des RKI bleibt also im Dunkeln, wie viele Menschen
> tatsächlich durch das Coronavirus gestorben sind.


Zunächst einmal ist die Empfehlung des RKI nur das: eine Empfehlung.
Folgen muss man ihr nicht, auch wenn es freilich vernünftig wäre, das zu
tun.

Obduktionen aber erfolgen generell nicht routinemäßig, sondern nur
- auf Wunsch und auf Kosten der Angehörigen (Privatsektion)
- mit Zustimmung der Angehörigen auf Anregung der Klinik und deren Kosten
(klinische Sektion)
- auf Anordnung des Ermittlungsrichters auf Kosten der Staatsanwaltschaft
(gerichtliche Sektion)

Privatsektionen sind schon aufgrund der damit verbundenen Kosten - und
auch deshalb, weil Angehörige oft kein Interesse daran haben, (a) den
Leichnam des Verblichenen aufschneiden zu lassen und (b) die Bestattung
zu verzögern - selten. Schon zahlenmäßig ist insofern die Empfehlung des
RKI von keiner relevanten Bedeutung.

Klinische Sektionen dienen v.a. dem Ziel, die ärztliche Wissenschaft
voranzubringen, bspw. durch die Klärung eines aus dem klinischen Verlauf
nicht nachvollziehbaren Todesfalls. Auch ohne die Empfehlung des RKI
würden die Kliniken, die sich auf eine Überlastsituation vorbereiten,
wohl kaum auf die Idee kommen, nun plötzlich hochinfektiöse Leichen zu
sezieren, zumal bei radiologisch gesichertem COVID-19-Befund die
Todesursache für die behandelnden Ärzte nicht in Zweifel stehen wird.

Eine gerichtliche Sektion findet dann statt, wenn ein nicht-natürlicher
oder ungeklärter Tod bescheinigt wurde und im Rahmen des dann geführten
Todesermittlungsverfahrens eine Leichenöffnung erforderlich wird, weil
fremdes Verschulden am Tod im Raum steht. Gerichtliche Sektionen finden
nicht nur deshalb statt, um die Todesursache herauszufinden. Nur hier
kann sich die Empfehlung des RKI auswirken, indem die Indikation zur
gerichtlihen Sektion bei einer im Raum stehenden COVID-19-Infektion enger
gestellt wird. Auch dies wird zahlenmäßig aber keine Relevanz erlangen.

> Eine realistische
> Einschätzung von dessen Mortalität und damit eine mögliche Aufdeckung
> einer *erfundenen* Pandemie wird so wirksam verhindert.


Das ist in jeder Hinsicht Humbug.

* Die Empfehlung ist nur eine Empfehlung, kein Verbot.

* Die Todesursachenstatistik beruht ohnehin nicht in relevanter Zahl
auf Sektionen, sondern auf der Einschätzung des leichenschauenden
Arztes, der entweder aufgrund des klinischen Befunds (beim Tod in der
Klinik, ggf. auch als Hausarzt bei engmaschigen Kontakten) oder
aufgrund einer mehr oder fundierten Schätzung die Todesursache oder die
zum Tod führende Kausalkette angibt; gerade im ärztlichen Notdienst ist
das üblicherweise mehr geraten als gewusst. Die Empfehlung, auf
Obduktionen nach Möglichkeit zu verzichten, macht da zahlenmäßig keinen
relevanten Unterschied.

* Noch weniger als eine Sektion erfolgt eine routinemäßige Testung von
Patienten oder Verstorbenen auf eine COVID-19-Infektion. Es ist also
damit zu rechnen, dass ein Patient, bei dem als Todesursache eine
COVID-19-Infektion angegeben wird, aufgrund konkreter Symptome getestet
wurde und sich dann in klinischer Behandlung befand. Dann wird aber der
Tod an den gefürchteten Komplikationen erfolgen, namentlich der
interstitiellen Pneumonie, die dann auch radiologisch gesichert ist.
Dann aber steht auch ohne Obduktion außer Zweifel, dass die Infektion
jedenfalls mitverantwortlich für den Tod war.

Das bedeutet: die COVID-19-Sterbezahlen sind eher zu niedrig als zu hoch,
und die Empfehlung, von Sektionen solcher Patienten nach Möglichkeit
abzusehen, ist für die Sterbezahlen bedeutungslos. Dementsprechend ist
das Geschwätz von einer erfundenen Pandemie nicht mehr als das: fakten-
und kenntnisfreies Geschwätz.

> Siehe dazu die nachgewiesenermaßen erfundene Pandemie von 2009 mit den
> selben Akteuren wie heute:
>


Mit Verschwörungstheoretikern diskutiere ich nicht.

-thh
Peter Bösche (05.04.2020, 09:01)
On Sat, 4 Apr 2020 19:06:55 +0200, Thomas Hochstein <thh>
wrote:

>...
>> Siehe dazu die nachgewiesenermaßen erfundene Pandemie von 2009 mit den
>> selben Akteuren wie heute:
>>

>Mit Verschwörungstheoretikern diskutiere ich nicht. Jau! Totaler Wahnsinn mit diesen Verschwörungstheoretikern:


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