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Werner Sondermann (02.03.2005, 15:26)
*Gen spielt eine Rolle bei Abneigung gegen Kohl und Spinat*

Potsdam (dpa) - Die Abneigung gegen Kohl und Spinat kann genetisch
bedingt sein. Sie treffe vor allem Menschen, die Dank einer Genvariante
spezielle Bitterstoffe besonders gut wahrnehmen. Das haben
Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in
Potsdam-Rehbrücke herausgefunden.
Wer die Bitterstoffe dagegen gar nicht wahrnehme, tendiere zu einem
erhöhten Fettkonsum und damit erhöhtem Körpergewicht, teilte das
Institut am Dienstag mit. Die Varianten eines einzelnen Gens bestimmen
damit das menschliche Ernährungsverhalten.

Die Forscher um Wolfgang Meyerhof hatten Menschen mit verschiedenen
Varianten eines Gens für einen Bitterstoffrezeptor untersucht. Dabei
analysierten sie die unterschiedliche Wahrnehmung der Bitterstoffe
Phenylthiocarbamid (PTC) und Propylthiouracil (PROP).

Das Team fand dabei heraus, dass Menschen, die den PTC/PROP- Geschmack
besser wahrnehmen als andere, eine Abneigung gegen bestimmte
Gemüsesorten wie Kohl oder Spinat entwickeln. Entscheidend dafür seien
Varianten des Gen für den Bittergeschmacksrezeptor hTAS2R38. Die Arbeit
ist im Fachjournal «Current Biologie» (Bd. 15, S. 322) veröffentlicht.

© ABENDZEITUNG online - dpa | 01.03.2005 16:18
Annette Schmitter (02.03.2005, 16:08)
Am Wed, 2 Mar 2005 14:26:49 +0100 schrieb Werner Sondermann:

[..]
> ist im Fachjournal «Current Biologie» (Bd. 15, S. 322) veröffentlicht.
> © ABENDZEITUNG online - dpa | 01.03.2005 16:18
>


Da frage ich mich dann aber, wie man als Kohl-Fan Spinat hassen kann - so
wie ich...

Annette
Gudrun Schröder (02.03.2005, 16:37)
"Annette Schmitter" <lordseagle> schrieb

[...]
> > Wer die Bitterstoffe dagegen gar nicht wahrnehme, tendiere zu einem
> > erhöhten Fettkonsum und damit erhöhtem Körpergewicht, teilte das
> > Institut am Dienstag mit. Die Varianten eines einzelnen Gens bestimmen
> > damit das menschliche Ernährungsverhalten. [...]


> Da frage ich mich dann aber, wie man als Kohl-Fan Spinat hassen kann - so
> wie ich...


Und ich frage mich, wie man doch "rund" sein kann trotz SEHR
deutlicher Wahrnehmung der Bitterstoffe...

Gruss
Gudrun
Peter Bruells (02.03.2005, 16:59)
"Gudrun Schröder" <achtsteinnospam> writes:

> Und ich frage mich, wie man doch "rund" sein kann trotz SEHR
> deutlicher Wahrnehmung der Bitterstoffe...


Weil man stattdessen lieber etwas Süßes ißt? :)
Werner Sondermann (02.03.2005, 17:44)
Gudrun Schröder wrote:
| Annette Schmitter schrieb
|
| ["Die Forschung" hat mal wieder was entdeckt]
||| Wer die Bitterstoffe dagegen gar nicht wahrnehme, tendiere zu einem
||| erhöhten Fettkonsum und damit erhöhtem Körpergewicht, teilte das
||| Institut am Dienstag mit. Die Varianten eines einzelnen Gens
||| bestimmen damit das menschliche Ernährungsverhalten.
| [...]
|
|| Da frage ich mich dann aber, wie man als Kohl-Fan Spinat hassen kann
|| - so wie ich...
|
| Und ich frage mich, wie man doch "rund" sein kann trotz SEHR
| deutlicher Wahrnehmung der Bitterstoffe...

Und ich frage mich, warum ich als Kind Rosenkohl nicht so toll fand,
heutzutage aber sehr wohl - meine Gene sind doch gleich geblieben?

Als Kind konnte ich auch keine rohen Sauerkirschen essen und wenn ich
frischen, in den Händen zerriebenen Borretsch nur roch, mußte ich sofort
kotzen. :-(

Das einzige, was ich auch heute immer noch nicht essen möchte, sind
Austern.

*WÜRG*
nina corda (02.03.2005, 18:03)
Werner Sondermann <werner-ernst-wilhelm> wrote:

[..]
> Gemüsesorten wie Kohl oder Spinat entwickeln. Entscheidend dafür seien
> Varianten des Gen für den Bittergeschmacksrezeptor hTAS2R38. Die Arbeit
> ist im Fachjournal «Current Biologie» (Bd. 15, S. 322) veröffentlicht.


hm, lecker, bitter!!
ich bin uebrigens dick und mag gerne kohl und spinat. bin ich eine
mutation?

nina
Karla Baumann (02.03.2005, 19:36)
Hi,
nina corda schrieb:

snips
> hm, lecker, bitter!!
> ich bin uebrigens dick und mag gerne kohl und spinat. bin ich eine
> mutation?


oh ja megafett, ganz bestimmt, spinn weiter.
Gruss,
Karla
nina corda (02.03.2005, 22:25)
Karla Baumann <kaba_abfall_mix> wrote:

> Hi,
> nina corda schrieb:
> snips
> oh ja megafett, ganz bestimmt, spinn weiter.


von megafett war nicht die rede. das wuerde ich mir auch verbitten.

nina
Ilka Borchers (03.03.2005, 09:04)
"Werner Sondermann" <werner-ernst-wilhelm> wrote in message news:97u1
> *Gen spielt eine Rolle bei Abneigung gegen Kohl und Spinat* [viel Text gesnipt]


Diesen Beitag hätte ich gerne vor 20-25 Jahren irgendwo finden wollen.
Immer, wenn ich um fünf Uhr nachmittags noch vor dem längst kalten
Rosenkohl/Grünkohl/Weißkohl/wasauchimmerfürKohl vom Mittagessen saß
(Der Satz "Du stehst erst auf, wenn der Teller leergegessen ist" wurde
manchmal zu einer echten Machtprobe...).

Die meisten Kohlarten mag ich bis heute nicht. Blumenkohl, Rotkohl und
Broccoli (ist das überhaupt "richtiger" Kohl?) sind ok, aber alles
andere... brrrr!

Spinat betrachte ich inzwischen als eßbar - aber nur, wenn ich ihn
selbst zubereitet habe.

Der Geschmack ändert sich im Laufe der Jahre, ich esse heute einige
Dinge gern, die ich als Kind nur durch Zwang (s.o.) zu mir genommen
habe. Aber vieles ist auch Igittigitt geblieben.

Viele Grüße,

Ilka
nina corda (03.03.2005, 14:45)
Ilka Borchers <Ilka-borchers> wrote:

> "Werner Sondermann" <werner-ernst-wilhelm> wrote in message news:
> [viel Text gesnipt]
> Diesen Beitag hätte ich gerne vor 20-25 Jahren irgendwo finden wollen.
> Immer, wenn ich um fünf Uhr nachmittags noch vor dem längst kalten
> Rosenkohl/Grünkohl/Weißkohl/wasauchimmerfürKohl vom Mittagessen saß
> (Der Satz "Du stehst erst auf, wenn der Teller leergegessen ist" wurde
> manchmal zu einer echten Machtprobe...).


es haette vielleicht gereicht, wenn die eltern sich mal mit moderner
erziehung auseinandergesetzt haetten.
meine wussten nur zu gut, das der versuch mir zb spargel reinzuzwingen
zu sehr unschoenen szenen (erbrechen) gefuehrt haette.

was anderes:
naechste woche kommt unsere austauschfranzoesin. ich habe keine ahnung,
was ich fuer die gute dame kochen soll. froschtarte schon mal nicht ;-)
aus rouen kommt sie, das ist ja wohl normandie.
die tochter hat mexikanisch gewuenscht.
aber einmal sollte vielleicht auch was typisch deutsches auf den tisch
kommen. ich waere ja fuer bohnensuppe, aber ist grad nicht so die zeit.
schweinebraten? mit rosenkohl und salzkartoffeln?

gruesse, nina
Konrad Wilhelm (03.03.2005, 15:12)
On Thu, 3 Mar 2005 13:45:02 +0100, usenet_trashcan
(nina corda) wrote:

>aber einmal sollte vielleicht auch was typisch deutsches auf den tisch
>kommen.


Aber sicher!
Ich wäre zutiefst beleidigt, wenn mich in F. jemand zu deutschem Essen
einladen wollte.
>ich waere ja fuer bohnensuppe, aber ist grad nicht so die zeit.
>schweinebraten? mit rosenkohl und salzkartoffeln?

Würde ich Koteletts zu machen.
Und Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelmus
Und irgendwas mit Klößen (Schweinsbraten z. B.)
Und Frikadellen mit buntem Gemüse (Möhren Erbsen Kohlabi Blumenkohl)
und Salzkartoffeln.
Und rote Grütze als Nachtisch
Und Kohlrouladen
- ach, sie ist schon längst wieder weg? Wo es doch so viel gutes in D
zu essen gibt.
(Hatten wir Reibekuchen mit Apfelmus schon erwähnt?)

k.
Konrad Wilhelm (03.03.2005, 15:12)
On Thu, 3 Mar 2005 13:45:02 +0100, usenet_trashcan
(nina corda) wrote:

>es haette vielleicht gereicht, wenn die eltern sich mal mit moderner
>erziehung auseinandergesetzt haetten.
>meine wussten nur zu gut, das der versuch mir zb spargel reinzuzwingen
>zu sehr unschoenen szenen (erbrechen) gefuehrt haette.

Ich wusste z. B. nur zu gut, dass der Versuch, meinem Sohn Spargel
reinzuzwingen nur dazu geführt hätte dass ich weniger bekommen hätte.

Da hab ich ihm doch gern paar Möhrchen oder so schnell mit nebenbei
gemacht!

k.
nina corda (03.03.2005, 15:44)
Konrad Wilhelm <konrad_wilhelm> wrote:

[..]
> - ach, sie ist schon längst wieder weg? Wo es doch so viel gutes in D
> zu essen gibt.
> (Hatten wir Reibekuchen mit Apfelmus schon erwähnt?)


sauerkraut schon mal nicht, hasse ich.
puffer kann oma machen, da gehn die zum mittag hin.
linsen und spatzen auch.

ach, dann mach ich vieleicht noch stubenkueken. ohne krebse und morcheln
aber.

nina
Gerald Endres (03.03.2005, 16:17)
usenet_trashcan (nina corda) schrieb:

>naechste woche kommt unsere austauschfranzoesin. ich habe keine ahnung,
>was ich fuer die gute dame kochen soll.


Für Besuch aus dem westlichen Ausland kommt bei uns vorzugsweise das
auf den Tisch (das Folgende ist bunte Reihe, kein Menü):

- Rindsrouladen (Favorit)
- Blaukraut (Rotkohl)
- Irgendwas mit Sauerkraut (man muss ja dem Image des "Krauts" gerecht
werden)
- Frische Bratwürste Nürnberger Art
- Kässpatzen (Bei Vegetarieralarm, aber auch sonst)
- Schwäbischer Kartoffelsalat ("soichnass")
- Weißwürste
- Schweinebraten (klassisch mit Kümmel und einem Hauch Knoblauch)
- Flädlessuppe
- Brätstrudelsuppe (Klare Suppen mit ein paar Backspätzle)
- Kartoffelknödel
- Semmelknödel (zum Beispiel mit Pilzen zu richtigen Jahreszeit)

Du bemerkst meine süddeutsche Herkunft.

Strapazierfähigen Gästen kann man ja auch mal das servieren:

- Saure Nierle
- Bratensulz
- Saurer Romadur (als Imbiss an heißen Tagen, wahlweise auch sauren
Pressack oder einen guten Wurstsalat)

Schwieriger finde ich übrigens die Bewirtung von Gästen aus dem Osten
Europas. Die haben ja eigentlich dieselbe Küche wie wir. Da weiche ich
dann schon mal auf italienische oder spanische Küche aus.

Gruß
Gerald
Michael Jaeger (03.03.2005, 18:11)
Gerald Endres wrote:
> Schwieriger finde ich übrigens die Bewirtung von Gästen aus dem Osten
> Europas. Die haben ja eigentlich dieselbe Küche wie wir. Da weiche ich
> dann schon mal auf italienische oder spanische Küche aus.


War zwar nicht Osteuropa, sondern noch weiter weg. Ich hatte Besuch aus
Krasnojarsk (Sibirien). Die Dame kommt zwar aus Moskau, lebt aber schon
über 20 Jahre dort.

Ich habe Leberknödel, Rippchen und Bratwurst mit Sauerkraut gemacht.

Das hat ihr so gut geschmeckt, daß sie genau wissen wollte, wie man das
selber macht. Ich habe ihr also das Leberknödelrezept aufgeschrieben und
ein paar Wochen später kam eine Mail, daß sie ihre Familie damit
überrascht hat. Ihr Ehemann kommt aus dem Altai und hat noch nie von
Leberknödeln gehört geschweige denn welche gegessen. Er und die beiden
Söhne waren erst sehr skeptisch und dann begeistert.

Pfälzer Essen in Sibirien.

Mahlzeit

Michael

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