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Horst Nau (06.12.2009, 03:31)
Hallo Interessierte,

auf Ebay habe ich Ende August 2009 als Verbraucher von einem
gewerblichen Verkäufer eine Ware gekauft (keine Sonderanfertigung oder
dergleichen.), ich habe per Banküberweisung (nachweislich durch
Kontoauszug) den Preis und die Versandkosten bezahlt (Gesamtwert unter
40 Euro).

Ich habe die Ware bis heute (Dezember 2009) niemals zu Gesicht
bekommen, von irgendwelchen Lieferversuchen oder den üblichen
Mitteilungszetteln eines von Verkäufer beauftragten Paketdienstes gab
es nie die geringsten Anzeichen (d.h. weder im Briefkasten noch an der
Haustür oder an anderer Stelle-beweisen kann ich das natürlich nicht).
Da ich nach Bezahlung mit einer Lieferung zu rechen hatte und die Ware
(ein vorteilhafter Kauf) gerne haben wollte, achtete ich darauf
besonders denn nach dem dritten erfolglosen Zustellversuch muss ich
als Empfänger aktiv werden um die Lieferung noch zu erhalten (tagsüber
bin ich regelmäßig abwesend).

Auf wiederholte Nachfrage behauptet der Verkäufer immerzu, er hätte
mir die Ware korrekt zu liefern versucht, ich hätte diese jedoch nicht
angenommen, d.h. auf die Lieferversuche des Paketdienstes nicht
reagiert, so dass diese an ihn retourniert wurde (was ihm bei diesem
Paketdienst laut seiner Angabe noch zusätzlich berechnet wird).

Er versucht dies zu untermauern, indem er auf eine „Stellungnahme“ des
Paketdienstes (Auszug aus dessen EDV-System) verweist in welcher
dieser angibt, die fraglichen Zustellversuche mit entsprechender
Benachrichtigung hätten bei mir stattgefunden (was klar nicht
zutrifft).
Mich verwundert das nicht sehr denn die Auslieferungsfahrer können in
ihre Geräte das Blaue vom Himmel eintragen, ich hatte mit solchen
Diensten schon öfter Ärger.

Es folgte ein monatelanges noch mehr oder minder gütliches Hin und Her
bei dem der Verkäufer mich in Debatten über Aspekte verwickeln wollte
die ich alle in der Sache für nicht erheblich halte (selten zuhause,
Briefkästen innen oder außen, nie erreichbar, bla bla bla. Zunächst
stelle er die (nochmalige) Lieferung in Aussicht, verlangte aber die
Portokosten neu. Später kündigte er (oder ein Mitarbeiter) dann eine
Erstattung an, eine Woche später war davon dann keine Rede mehr. Davon
habe ich die Nase voll, ich bat angesichts der nicht gelieferten Ware
freundlich und formlos mehrfach um Erstattung des gezahlten
Betrages.

Der Verkäufer weigert sich bis heute mir diesen zu erstatten und
behauptet, die durch mein angebliches Verschulden (d.h. nicht-Annahme
der Ware) bei ihm verursachten Kosten (durch Rücksendung, Bearbeitung,
Buchung bei seinem Steuerberater etc...) überstiegen bereits einen
eventuellen Erstattungsbetrag so dass eigentlich er bald gegen mich
vorgehen müsse und mir keinesfalls etwas zurückzahlen werde.

Ich habe keine Lust das hinzunehmen, der Betrag wird aber keinen RA
motivieren, sich damit zu befassen. Der Verkäufer macht nicht den
Eindruck, dass er z.B. mit Hilfe des örtlichen Schiedsmanns
umzustimmen wäre.

Der Verkäufer verfasst unsachliche, von den relevanten Punkten
ablenkende Mails, bei Anrufen bei mir und meinen Verwandten
disqualifiziert er sich m.E. bereits durch Ton und Wortwahl, Kontakte
führen zu nichts.

Was sollte ich tun, um eine Erstattung zu erreichen?

In seinen AGB entscheidet sich der Verkäufer für die Widerrufsvariante
im Fernabsatzrecht mit Verbrauchern nach BGB (ich hätte ja auch
nichts, was ich zurücksenden könnte...). Nach dem was ich nachgelesen
habe, beginnt der Ablauf der gesetzlichen Widerrufsfrist erst ab der
erfolgten Lieferung, könnte somit auch heute noch, Monate später, ein
solcher Widerspruch mit Erstattungsanspruch als Widerrufsfolge die
einfachste Lösung sein?
Nach Kaufabschluss beginnt die Widerspruchsmöglichkeit sofort, der
Fristablauf derselben aber erst ab Lieferung? Kann es das geben?

Danke schön für nützliche Anmerkungen

Gruß
Horst
Kurt Guenter (06.12.2009, 11:50)
Horst Nau <dur105> schrieb:

>Auf wiederholte Nachfrage behauptet der Verkäufer immerzu, er hätte
>mir die Ware korrekt zu liefern versucht, ich hätte diese jedoch nicht
>angenommen, d.h. auf die Lieferversuche des Paketdienstes nicht
>reagiert, so dass diese an ihn retourniert wurde (was ihm bei diesem
>Paketdienst laut seiner Angabe noch zusätzlich berechnet wird).


er soll dir die Ident-Nr. sagen, damit du online selber nachschauen
kannst.

Einige Paketdienste, wie neulich DPD mal wieder, schreiben in der Tat
"nicht angetroffen und Benachrichtigungskarte gesteckt", obwohl beides
unzutreffend war.

>Ich habe keine Lust das hinzunehmen, der Betrag wird aber keinen RA
>motivieren, sich damit zu befassen. Der Verkäufer macht nicht den
>Eindruck, dass er z.B. mit Hilfe des örtlichen Schiedsmanns
>umzustimmen wäre.


Mahnbescheid kannst Du selber anleiern.
Klaus-Holger Trappe (12.12.2009, 21:30)
Hallo!

Du schilderst ein typisches Gebaren eines Betrügers.
also:
-bei ibäh melden
-namen+adresse+sachverhalt veröffentlichen
-v.g. dem betrüger mitteilen
-angeblich beteiligten trnsporter befragen und als potentielln
unterstützer des betrügers benennen
-strafanzeige bei polente

Horst Nau schrieb:
[..]
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